WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #44:
Playoff-Halbfinale – Stand: 1:1 (3:6/5:1)

Das haben sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Nach dem erfolgreichen Start in die Halbfinalserie setzte es im zweiten Spiel bei den Kölner Haien eine verdiente 1:5-Niederlage. Mal wieder wurde deutlich, dass 20 Minuten gutes Eishockey nicht reichen. Erst recht nicht in den Playoffs, wo du dein bestes Spiel abliefern musst. Das taten ab dem zweiten Drittel jedoch nur die Domstädter, weshalb sie am Ende verdient zum 1:1 in der Serie ausglichen.
Eisbären-Trainer Serge Aubin stand Marcel Noebels heute nicht zur Verfügung, dafür kehrte Jean-Sébastien Dea zurück in den Kader. Während die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben, gab es in der Offensive drei neue Reihen. Dea rückte in die erste Reihe zu Freddy Tiffels und Ty Ronning. Liam Kirk und Andreas Eder bekamen Les Lancaster an die Seite gestellt. Der Verteidiger nahm den Platz von Noebels ein. Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmten zusammen mit Leo Pföderl. Einzig die Veilleux-Vikingstad-Bergmann-Reihe blieb zusammen.
Jonas Stettmer erhielt erneut den Vorzug vor Jake Hildebrand und hütete das Berliner Tor.
Die Ausgangslage war klar: Nach der Niederlage in Spiel eins standen die Haie heute zuhause bereits unter Druck. Denn bei einer weiteren Niederlage würden die Domstädter mit einem 0:2-Rückstand in der Serie am Sonntag nach Berlin fahren. Konnten die Eisbären an die Leistung vom Mittwoch anknüpfen oder schlugen die Hausherren in der Halbfinalserie zurück?

Hat das Torhüterduell gegen Janne Juvonen heute verloren: Jonas Stettmer (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Hinein ins Spiel, in dem es zunächst ein Abtasten gab. Beide Teams stellten die Räume vor dem eigenen Tor sehr gut zu, weshalb es keine hochkarätigen Chancen zu sehen gab. Mitte der Partie hatten die Haie dann mal den ersten gefährlichen Abschluss zu verzeichnen, aber Jonas Stettmer konnten sie nicht bezwingen. Danach kamen die Eisbären zu ihrer ersten Drangphase im Spiel und daraus resultierte schlussendlich das 1:0. Markus Vikingstad eroberte stark die Scheibe, spielte sie zu Yannick Veilleux und der sorgte für den ersten Jubel im Gästeblock (15.). Da trat die Nummer 38 noch sportlich in Erscheinung – das sollte sich zum Ende des Spiels leider ändern.
Die Haie wollten darauf eine Antwort finden, fanden jedoch nur Jonas Stettmer und fingen wieder an, am Berliner Goalie zu verzweifeln. Die Eisbären hatten in der Schlussphase noch ein Powerplay, konnten dieses jedoch nicht nutzen, nahmen es aber neben der 1:0-Führung mit in die Kabine. Mit dem ersten Drittel konnte man aus Berliner Sicht sehr zufrieden sein, doch das sollte sich ab dem zweiten Drittel leider ändern.

Heute durften die Spieler der Kölner Haie gleich fünfmal jubeln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Das Powerplay zu Beginn des Mitteldrittels ließen die Eisbären ungenutzt und ab da startete Köln aber mal so richtig durch. Maxi Kammerer scheiterte noch an der Latte, wenige Sekunden später zielte Patrick Russell genauer und glich zum 1:1 aus (22.).
Die Haie bekamen durch den Treffer Selbstvertrauen und setzten die Berliner immer wieder unter Druck. Die Eisbären standen komplett neben sich, liefen der Scheibe nur hinterher und verloren sämtliche Zweikämpfe. Ein Powerplay ließ Köln noch ungenutzt, aber die Drangphase danach ließ nur die Frage offen, wann die Haie das Spiel drehen würden. Erneut war es Russell, der Stettmer überwinden konnte – 1:2 (29.).
Nur 21 Sekunden später war Dominik Bokk unterwegs Richtung Jonas Stettmer und ließ sich auch von zwei Verteidigern (!) nicht stoppen. Da kam der Ex-Eisbär zu einfach durch und ließ anschließend dem Berliner Goalie keine Chance – 1:3 (30.).
Gegenwehr von den Eisbären? Fehlanzeige! Köln dominierte das Mitteldrittel und legte den vierten Treffer nach. Mit Louis-Marc Aubry traf der nächste Ex-Eisbär – 1:4 (34.). Danach war der Arbeitstag von Stettmer beendet und Jake Hildebrand kam für ihn ins Tor. Somit steht es nach Torhüterwechseln 1:1 in dieser Serie. Hatten wir am Mittwoch das Lachen noch auf unserer Seite wegen Janne Juvonen, hatten es die Domstädter heute auf ihrer Seite.
Die Eisbären hatten dann nochmal ein Powerplay im zweiten Drittel, aber reden wir nicht weiter drüber. Wenn das weiterhin so schlecht ist, wird das kein Schlüsselfaktor in dieser Serie. Daran muss man dringend arbeiten. Zum Glück war dann aber erst einmal das zweite Drittel vorbei und Zeit für Serge Aubin, seine Spieler wieder wachzurütteln. Denn war das erste Drittel noch stark, war das zweite Drittel eins zum Vergessen. Mit dem Tempo der Domstädter hatte man große Probleme und leistete sich in der Folge zu viele Turnover im eigenen Spiel.

Sorgte am Ende wieder für negative Schlagzeilen: Yannick Veilleux (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Für das Schlussdrittel hieß es nun Schadensbegrenzung aus Berliner Sicht, doch Köln wollte da nicht mitspielen. Die Eisbären zunächst noch im Angriff, Köln blockte die Scheibe und dann fuhren die Haie den Zwei-auf-eins-Konter. Der heute überragende Russell mit dem Querpass auf Gregor MacLeod und der überwand Hildebrand zum ersten Mal an diesem Abend – 1:5 (44.).
Spätestens jetzt hatten auch die Optimisten unter den Eisbären-Fans festgestellt, dass das heute nichts mehr werden würde. Dafür war das heute einfach zu wenig von den Eisbären und von Köln zu stark. Die Haie spielten sich am Ende in einen echten Rausch und ließen die Eisbären für ihre Fehler eiskalt bezahlen.
Bei den Eisbären machte sich derweil Frust breit. Angesichts des Spielstandes auch kein Wunder. Manuel Wiederer leistete sich das erste Frustfoul, das Powerplay konnten die Domstädter aber nicht nutzen. Immer wieder gerieten jetzt auch Spieler beider Mannschaften aneinander. Bei den Eisbären provozierten vor allem Lean Bergmann und Yannick Veilleux. Auch die Kölner waren aber keine Kinder von Traurigkeit und machten da auch munter mit. Es ist eben Playoff-Zeit und da geht es etwas härter zur Sache. Veilleux übertrieb es aber am Ende mit einem Crosscheck weit nach Abpfiff einer Szene gegen Juhani Tyrväinen, wofür er eine Spieldauer erhielt und damit als Wiederholungstäter durchaus gesperrt werden könnte. Da hatte man mal wieder die beiden Gesichter der Nummer 38 gesehen. Einerseits überzeugt er durch spielerische Akzente und seine Torgefährlichkeit, andererseits knallen Veilleux zu oft die Sicherungen durch, was er am Ende vielleicht als „Zeichen setzen“ beschreiben würde. Aber mit solchen Aktionen leistet er seiner Mannschaft lediglich einen Bärendienst, der sie in den nächsten Spielen dezimiert antreten lässt. Die Personalsituation ist ja nicht ohnehin schon angespannt genug.
Das Tyrväinen danach noch Kraft hatte, vor der Eisbären-Bank zu „pöbeln“, war ebenso unnötig.
So nahm dieses Spiel noch ein unnötiges Ende und sorgt für zusätzlich Feuer in dieser Halbfinalserie. Am Sonntag liegt es nun an den Eisbären, eine sportliche Antwort auf dem Eis zu geben und die eigenen Nerven im Griff zu haben. Der Druck liegt nun bei unseren Jungs, die ungern mit einem 1:2-Rückstand am Mittwoch nach Köln fahren wollen.





























