Trotz einer Saison mit vielen Hindernissen feiern die Eisbären Berlin am Ende ihre zwölfte deutsche Meisterschaft

Am Ende stehen doch wieder die Eisbären Berlin auf dem Thron der PENNY DEL und feiern ihre insgesamt zwölfte deutsche Meisterschaft. Doch an den zweiten Titel-Hattrick in der Vereinsgeschichte hatte nach diesem Saisonverlauf keiner gedacht. So groß waren die Personalsorgen im Team, zu wankend die Leistungen der Spieler auf dem Eis. Dazu eine Konkurrenz mit u.a. Köln, Mannheim und Straubing, welche in dieser Saison deutlich bessere Leistungen zeigten als die Berliner und sich somit berechtigte Hoffnungen machen durften, die Eisbären von ihrem Thron zu stoßen. Doch am Ende ist wieder alles beim Alten und die Eisbären Berlin feiern erneut die deutsche Meisterschaft. Wie es dazu kam, erfahrt ihr im nachfolgenden Saisonabschlussbericht.

Deutscher Meister 2026: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Saison hatte noch gar nicht mal begonnen, da gab es bereits den ersten Rückschlag zu verkraften. Kapitän Kai Wissmann hatte sich schwer verletzt und sollte monatelang ausfallen. Damit musste man sich bereits früh vom ersten Saisonziel, der Champions Hockey League, verabschieden. Denn vor Beginn der CHL-Saison hatte man in Berlin das Ziel ausgegeben, den Titel zu gewinnen. Doch nach dem 3:0-Auftaktsieg in Hamar (Norwegen) setzte es in den restlichen fünf Spielen fünf Niederlagen, weshalb man am Ende 22. von insgesamt 24 Mannschaften wurde.

Trotz der Verletzungssorgen gelang der Saisonstart in der PENNY DEL mit einem 6:2-Heimsieg gegen Aufsteiger Dresden und einem 7:3-Auswärtssieg beim Vizemeister in Köln. Aber dann machte es sich bemerkbar, dass Trainer Serge Aubin teilweise nur drei Reihen zur Verfügung standen. Es setzte vier Niederlagen in Folge – darunter ein 1:7 im Skandalspiel in Mannheim und ein 1:5 in Bremerhaven.
Was man der Mannschaft aber nie absprechen konnte, war der Wille Spiele zu gewinnen. Das führte am Ende dazu, dass man im Oktober sechs Spiele in Serie gewann und damit die längste Siegesserie der bisherigen Saison aufstellte. Alles schien also wieder seinen gewohnten Lauf zu nehmen.

Absolvierte nur vier Spiele für die Eisbären Berlin: Patrick Khodorenko (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch die Verletztenmisere schlug ein ums andere Mal eiskalt zu. Wenn ein Spieler wieder zurückkehrte, verletzte sich ein anderer Spieler. Sportdirektor Stéphane Richer versuchte die Ausfälle zu kompensieren und verpflichtete Jean-Sébastien Dea und Patrick Khodorenko. Doch auch die beiden Neuzugänge blieben nicht vom Verletzungspech verschont und verletzten sich relativ schnell. Während Dea danach aber wenigstens weiterspielen konnte, war die Saison für Khodorenko (siehe Foto oben) nach nur vier Spielen, in denen er mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) zu überzeugen wusste, bereits beendet.
Sportdirektor Richer sagte während der Saison, dass er solch ein Verletzungspech in seiner langen Eishockey-Karriere noch nie erlebt hat. Teilweise fielen bis zu acht Spieler aus. Nur ganze fünf Spieler konnten die gesamten 52 Hauptrundenspiele absolvieren.

Trainer Serge Aubin verwies immer wieder auf die Qualität im Kader und feierte am Ende seine fünfte Meisterschaft mit den Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Andere Vereine wären an diesen Personalproblemen vermutlich gescheitert und hätten sämtliche Saisonziele über Bord geworfen. Aber die Eisbären nutzten dieses Verletzungspech nie als Ausrede, wenn es mal nicht wie gewohnt lief. Vielmehr verwies Trainer Serge Aubin immer wieder darauf, dass man trotzdem genügend Qualität im Kader hat, um erfolgreich Eishockey zu spielen. Doch das klappte im weiteren Saisonverlauf eher selten, weshalb sich gute und schlechte Spiele ständig die Klinke in die Hand gaben. So mussten die Eisbären auch lange um die direkte Playoff-Qualifikation bangen. Denn immer wenn man dachte, jetzt haben sie den Turnaround geschafft, folgte im Spiel darauf eine unerklärliche Bruchlandung. Was aber auch damit zu tun hatte, dass einige Leistungsträger einfach nicht an ihre Form aus der Vorsaison anknüpfen konnten. Kurz vor Weihnachten präsentierten sich die Berliner dann auch noch als äußerst anfällig in der Defensive, als man bei vier Niederlagen in Serie 22 Gegentore kassierte. Jeweils acht davon kassierte man dabei bei den Auswärtsspielen in Ingolstadt und Mannheim.

Nach dem Ende der Hauptrunde feiern die Eisbären Berlin mit ihren Fans den erfolgreichen direkten Einzug in die Playoffs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Kurz vor der Olympiapause gab es zwei sehr ernüchternde Auftritte in Frankfurt (1:4) und Augsburg (1:2), als man sich mit zwei Niederlagen in die Pause verabschiedete. Nach dieser wollte man noch einmal neu angreifen und gab Platz sechs und die direkte Viertelfinal-Qualifikation als Ziel aus. Die Chancen standen auch nicht schlecht, startete man doch direkt mit drei Heimspielen in Folge in den Hauptrundenendspurt. Doch die Eisbären konnten nur eins dieser drei Heimspiele gewinnen und verloren dabei auch das direkte Duell um Platz sechs gegen Bremerhaven mit 1:3. Platz sechs rückte in weite Ferne und im Umfeld der Eisbären freundete man sich bereits mit den Pre-Playoffs an. Da man dort selten großen Erfolg hatte, stellte man sich zudem auf ein schnelles Saisonende ein.
Doch auf einmal sah man eine komplett andere Mannschaft auf dem Eis. Auf einmal wurde füreinander gekämpft, man verteidigte leidenschaftlich vor dem eigenen Tor, spielte diszipliniert und nutzte die Chancen eiskalt. Das führte am Ende zur zweilängsten Siegesserie der Hauptrunde, denn die Eisbären gewannen die letzten fünf Ligaspiele mit einer Bilanz von 20:9-Toren. Die Berliner waren also rechtzeitig vor den Playoffs in Form gekommen, was die Konkurrenz in der PENNY DEL natürlich auch so wahrgenommen hatte.

Jonas Stettmer spielte herausragende Playoffs und wurde am Ende zurecht als Final-MVP ausgezeichnet. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Doch dann folgte das erste Viertelfinalspiel am Pulverturm bei den Straubing Tigers, wo man nach gerade einmal 117 Sekunden mit 0:3 hinten lag. An diesem Abend glaubten wohl die wenigsten Fans an die erfolgreiche Titelverteidigung ihrer Eisbären. Mit 1:5 ging Spiel eins verloren und es lag nun am Trainerteam um Serge Aubin, die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen. Gesagt, getan. Die Eisbären gewannen danach drei Spiele in Folge und überzeugten dabei vor allem auch defensiv, da man in diesen drei Spielen nur vier Gegentore kassierte. Nach einer Overtime-Niederlage am Pulverturm zogen die Eisbären durch einen 6:5-Heimsieg nach Verlängerung erneut ins Halbfinale ein.

Jonas Müller (rechts) war in der Halbfinalserie gegen Köln einer der Garanten für den erneuten Finaleinzug. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Dort traf man auf den Hauptrundensieger und großen Titel-Favoriten aus Köln. Auch vor dieser Playoff-Serie rechneten viele Fans wieder damit, dass jetzt aber diese Saison zu Ende gehen würde. Die Domstädter waren besser besetzt als die Eisbären und hatten in Janne Juvonen zudem den Spieler und Torhüter des Jahres im Team. Doch bereits im ersten Halbfinalspiel wurde deutlich, dass auch Juvonen nur mit Wasser kocht. Nach 40 Minuten und fünf Gegentoren war der Arbeitstag für ihn beendet. Jonas Stettmer gewann Spiel eins gegen Juvonen deutlich. Bemerkenswert war in diesem Spiel auch der Auftritt von Moritz Kretzschmar, der nicht nur sein erstes DEL-Tor erzielte, sondern daraus auch direkt den ersten Doppelpack in der PENNY DEL machte.
In Spiel zwei folgte dann aber der nächste Rückschlag in den Playoffs. Nach einer 1:0-Führung nach Drittel eins, fielen die Eisbären im zweiten Drittel komplett auseinander. Diesmal war es Jonas Stettmer, der ausgewechselt wurde. Köln gewann dieses Spiel am Ende deutlich mit 5:1.
In der Folge gewannen beide Teams weiterhin ihre Heimspiele, wobei gerade Spiel vier in Köln der nächste Rückschlag für Berlin bedeuten sollte. Die 3:4-Niederlage nach Verlängerung war schon bitter genug, aber viel schlimmer war die Verletzung von Jake Hildebrand beim Gegentor zum 2:3. Danach war für die Nummer 30 das Spiel und die Saison beendet. Somit musste Jonas Stettmer wieder zwischen die Pfosten kommen. Mit dem gebürtigen Straubinger im Tor gewannen die Berliner Spiel fünf zuhause mit 5:2 und zogen in Spiel sechs nach einem 4:1-Sieg erneut ins Finale ein.

Schrieb in der Finalserie Geschichte, als er als erster Verteidiger in einer DEL-Finalserie einen Hattrick erzielte: Eric Mik (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort wartete mit man Mannheim der Erzrivale auf die Eisbären. Erneut verglich man wieder beide Mannschaften und kam erneut zur Erkenntnis, dass auch die Kurpfälzer der vermeintliche Favorit in dieser Finalserie sind. Doch bereits Drittel eins zeigte dann ganz deutlich, wer hier mehr Qualität im Kader hat und diese auch zu nutzen weiß. Mannheim machte zwar das Spiel und hatte einige Abschlüsse, aber die Eisbären machten aus sechs Schüssen drei Tore. Am Ende stand ein deutlicher 7:3-Auswärtssieg und erstmals in dieser Saison kam den Fans in der Hauptstadt das Wort Meisterschaft in den Kopf. Erst recht, als man auch noch Spiel zwei und drei in einer derart beeindruckenden Manier jeweils mit 5:1 für sich entscheiden konnte. Gerade Spiel drei in der Quadrate-Stadt bleibt dabei im Kopf, als Eric Mik Eishockey-Geschichte schrieb. Mik ist der erste Verteidiger, dem ein Hattrick in einer DEL-Finalserie gelang. Und das als Verteidiger in Mannheim beim Erzrivalen. Mehr Demütigung geht nicht.
Als sich alle schon auf die Meisterparty in der Hauptstadt einstellten, spielten die Mannheimer den Paty-Crasher und gewannen Spiel vier in Berlin mit 4:3 n.V. Doch damit sorgten die Adler nur für die noch größere Demütigung, denn so musste sich die Fans der Mannheimer die Meisterparty des Erzrivalen aus Berlin direkt in der eigenen Arena anschauen. Durch einen 4:1-Auswärtssieg machten die Eisbären nämlich den Titel-Hattrick perfekt.

Verteidiger Les Lancaster überzeugte am Ende als Torjäger. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und das nach einer Saison, die mehr Tiefen als Höhen hatte. Wo die Eisbären ein Abo darauf hatten, dass sich Spieler immer wieder verletzen. Trainer Serge Aubin stand vor der Mammutaufgabe, geeignete Reihen zu finden, um erfolgreich zu sein. Doch auch er musste immer wieder umdenken, als wieder ein Spieler ausfiel. Doch was auch mit zum Erfolg zählt ist der Fakt, dass die Eisbären im Gegensatz zum Vorjahr nicht nur aus Ty Ronning unf Leo Pföderl bestanden, welche die Berliner im Jahr zuvor fast im Alleingang zur elften deutschen Meisterschaft geschossen hatten. Diesmal kann man mehrere Spieler aufzählen:

Jonas Stettmer, der nach schwachem Saisonstart im Saisonverlauf immer besser wurde und den auch die „Degradierung“ in Spiel zwei in Köln nicht aus der Bahn warf. Am Ende wuchs Stettmer über sich hinaus, führte die Eisbären zur Meisterschaft und schnappte sich auch noch die Auszeichnung als Final-MVP.

Les Lancaster, der in München überhaupt nicht berücksichtig wurde und auch zu Beginn in der Hauptstadt nicht so recht funktionieren wollte. Aber wenn die vielen Personalprobleme ein Gutes hatten, dann war es der Fakt, dass Aubin Lancaster in den Sturm stellte, wo er seine Stärken erst komplett ausspielen konnte. An der Seite von Manuel Wiederer und Eric Hördler entwickelte sich Lancaster zum Torjäger.

Jonas Müller, der in den Playoffs sein Torjäger-Gen gefunden hat und gerade in der Halbfinalserie gegen Köln der Garant für den Finaleinzug war. Am Ende kam Müller auf starke 13 Scorerpunkte (fünf Tore/acht Assists).

Eric Mik, der ebenso mit fünf Toren zu überzeugen wusste und dessen Hattrick in Mannheim für immer einen Platz in der Berliner Vereinsgeschichte haben wird.

Marcel Noebels stellte in den Playoffs nochmal seine Stärke unter Beweis. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und ein Marcel Noebels, der zu Beginn der Saison noch so ein wenig auf der Suche nach seinem Platz im Kader war. Die Nummer 92 fand sich in den hinteren Reihen, aber manchmal sogar auch auf der Tribüne wieder. In den Playoffs wuchs Noebels aber über sich hinaus und wurde mit 14 Scorerpunkten (fünf Tore/neun Assists) drittbester Scorer der Eisbären in den Playoffs.

Man könnte noch mehr Spieler aufzählen. Aber alleine die genannten Spieler zeigen, wie unberechenbar die Eisbären in den Playoffs waren. Am Ende ging von allen Spielern Gefahr aus, weshalb sich Straubing, Köln und Mannheim nie darauf einstellen konnten. In jedem Spiel drückte ein anderer Spieler dem Spiel seinen Stempel auf. Satte 21 Spieler (inklusive Jonas Stettmer!) scorten in den Playoffs, 18 davon erzielten mindestens ein Tor. Das führte am Ende dazu, dass die Eisbären Berlin in einer Saison voller Hürden trotzdem wieder auf dem Thron stehen. Was aber auch ein Verdienst von Trainer Serge Aubin ist, der seine Bilanz in den Playoffs auf 15 erfolgreiche Serien in Folge ausbaute. In der entscheidenden Phase packte er den richtigen Gameplan aus, welchen seinen Spieler am Ende perfekt umsetzten.

Somit ist diese Saison am Ende als ein wahres Meisterstück zu beschreiben. Denn trotz aller Widrigkeiten haben sich die Eisbären Berlin am Ende erneut die deutsche Meisterschaft gesichert. Nie war es einfacher, den DEL-Rekordmeister zu stürzen. Aber erneut hat es keiner geschafft. Und erneut war es Straubing, das kleine Straubing, welches am Ende der stärkste Konkurrent war. Die Niederbayern machten es den Berlinern wie bereits im Vorjahr am schwersten, scheiterten aber am Ende mal wieder an ihrem „Berlin-Trauma“ oder aber am „Jonas-Stettmer-Trauma“.

4:1 in Spiel fünf! Die Eisbären Berlin sind zum zwölften Mal Deutscher Meister!

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #50:

Playoff-Finale-Endstand: 1:4 (3:7/1:5/1:5/4:3 n.V./1:4)

Was zum Jahreswechsel und auch zur Olympiapause noch unmöglich schien, ist am Ende doch Wirklichkeit geworden: Die Eisbären Berlin trotzten sämtlichen Verletzungspech und feierten nun doch noch ihre zwölfte deutsche Meisterschaft. Im fünften Finalspiel setzten sich die Hauptstädter mit 4:1 durch und sicherten sich damit zum dritten Mal in Folge die DEL-Meisterschaft. Eine, die das Prädikat Meisterstück erhält. Denn es war, neben 2012, die unerwartete Meisterschaft. Aber einmal mehr zeigte sich, dass die Eisbären eine echte Playoff-Mannschaft sind, gegen die es kaum möglich ist, vier Spiele in einer Serie zu gewinnen. Und gegen Serge Aubin kann man erst recht keine Playoff-Serie gewinnen, denn der Berliner Trainer feierte in seiner 15. Playoff-Serie mit den Eisbären den 15. Seriensieg. Was für unglaubliche Zahlen. Was für ein unglaublicher Trainer. Was für ein unglaubliches Team.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel vier am Donnerstagabend nur auf einer Position. Adam Smith und Mitch Reinke tauschten die Verteidigerpärchen. Smith verteidigte an der Seite von Jonas Müller, Reinke an der Seite von Niemeläinen. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim musste gewinnen, um Spiel sechs in der Hauptstadt zu erzwingen, während die Berliner heute den zweiten Matchpuck hatten, um die zwölfte deutsche Meisterschaft perfekt zu machen. Spielten die Kurpfälzer erneut den Party-Crasher oder sorgten die Eisbären für die Demütigung beim Erzrivalen? Denn wer will schon seinen Erzfeind in eigener Arena zusehen, wie er die Meisterschaft feiert.

Erzielte das wichtige 1:0 im ersten Drittel in Mannheim: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Ekstase in Mannheim, wo die Fans bereits vor dem ersten Bully alle standen. In der Kurpfalz waren die Adler-Fans heiß auf Finalspiel fünf. Und direkt war hier Feuer drin. Liam Kirk hatte die ersten beiden guten Abschlüsse, doch Zach Solow hatte die erste dicke Chance der Partie. Aber Jonas Stettmer blieb cool und fischte die Scheibe locker runter.
Die erwartete Mannheimer Drangphase blieb aus, weil die Eisbären den Spielaufbau der Adler durch ihr aggressives Forechecking früh störten. Dazu waren es die Mannen von Serge Aubin, welche hier dem 1:0 näher waren als die Hausherren. Diese hatten zwar auch ihre Abschlüsse, aber die der Eisbären waren in der ersten Phase des Spiels gefährlicher.
Danach entwickelte sich die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Erzrivalen. Den Adlern bot sich dann die erste Chance in Powerplay zu spielen, als Les Lancaster auf die Strafbank musste. Die Special Teams können in so einer Finalserie ein entscheidender Faktor sein. Und schon wurde es laut im Ufo, das muss man zugeben. Aber genauso schnell war es auch wieder ruhig, als man das erste Powerplay nicht nutzen konnte und sich beinahe noch den Shorthander gefangen hätte.
Eine Minute vor dem Ende des ersten Drittels wurde es dafür im Gästeblock laut. Freddy Tiffels eroberte ganz stark die Scheibe, brachte sie weiter zu Ty Ronning, welcher das wichtige 1:0 erzielte. Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt für die Eisbären, denn diese Führung nahm der Titelverteidiger mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Vorstellung im Eisbären-Tor. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Der nächste Nackenschlag folgte unmittelbar nach Wiederbeginn. 77 Sekunden waren gespielt, da landete der Onetimer von Liam Kirk im leeren Adler-Tor – 2:0 (22.).
Mannheim hätte schnell eine Antwort finden können. Zweimal vergaben sie danach eine gute Chance, danach vertändelten sie ein Zwei-auf-null auf klägliche Weise. Die Eisbären waren wieder im Kopf der Kurpfälzer angekommen. Erst recht, als sie auch das nächste Unterzahlspiel ohne Gegentor überstanden.
Mannheim ließ aber nicht locker und hatte in dieser Phase für meinen Geschmack zu viele Spielanteile und Chancen, aber Jonas Stettmer bewarb sich mit Nachdruck für die MVP-Auszeichnung in den diesjährigen Playoffs. Die Eisbären liefen dem Spiel in diesen Momenten so ein wenig hinterher.
Das eine Zwei-Tore-Führung kein beruhigendes Polster ist, hatte man ja erst kürzlich in Spiel vier gesehen, als man am Ende noch eine 3:1-Führung verspielte. Und auch heute häuften sich in dieser Phase die Mannheimer Abschlüsse, doch bisher war kein vorbeikommen an Jonas Stettmer. Der Straubinger Junge wuchs einmal mehr über sich hinaus und wurde prompt von den eigenen Fans gefeiert.
Kurz vor der zweiten Drittelpause ließen die Eisbären dann aber die vermeintliche Vorentscheidung liegen und nahmen somit die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Am Ende jubelten erneut die Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel blieb der zu erwartende Ansturm der Hausherren aus, weil die Eisbären das hinten gut verteidigten und selbst nach vorne spielten, um für die endgültige Entscheidung in dieser Finalserie zu sorgen. Man hatte aus der verspielten 3:1-Führung von Spiel vier gelernt.
Ty Ronning versteckte sich in den letzten Spielen zunehmend, heute war der kleine Wirbelwind aber wieder voll da. Es lief der 44. Spielminute, da hämmerte die Nummer neun die Scheibe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag ins Tor und schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch.
Mit diesem Treffer hatte man hier den Stecker aus der SAP-Arena gezogen – zumindest bei den meisten Adler-Fans. Im Gästeblock hingegen fingen bereits die Vorbereitungen zur Meisterparty an. Auch bei den Fans hatte man während dieser Seuchen-Saison bei weitem nicht mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft gerechnet. Auch der Schreiberling selbst oder aber wir als Podcast-Team haben niemals damit gerechnet, weil uns schlichtweg die Überzeugung fehlte, wie diese Mannschaft das noch schaffen will. Lange Zeit war es ja auch mehr als fraglich, ob man es überhaupt direkt in die Playoffs schaffen würde oder man nicht doch den ungeliebten Umweg über die Pre-Playoffs hätte gehen müssen. Doch die Eisbären fanden genau zur richtigen Zeit ihre Top-Form und beendeten die Hauptrunde mit starken fünf Siegen in Serie. Damit hatte man ein erstes Zeichen im Vorfeld der Playoffs an die Konkurrenz gesendet. In den Playoffs erwiesen sich die Berliner dann mal wieder als das allseits gefürchtete Playoff-Monster, welches erst Straubing, dann Köln und am Ende schließlich auch noch den Erzrivalen Mannheim aus dem Weg räumte und sich so am Ende die zwölfte Meisterschaft schnappte.
Aber nochmal zurück zum heutigen Spiel, wo Mannheim am Ende nochmal alles versuchte und Dallas Eakins auch seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft zu Ende und wollten ihrem Meister-Goalie die Krönung des Shutouts im entscheidenden Finalspiel ermöglichen. Er selbst arbeitete auch selbst daran, als er einen Penalty von Luke Esposito hielt. Was hat der Junge für Nerven, unglaublich! Am Ende wurde es ein 4:1-Auswärtssieg (Eric Mik traf ins leere Mannheimer Tor/Marc Michaelis machte in Überzahl den Shutout von Jonas Stettmer kaputt), welcher der Startschuss für eine lange Partynacht werden sollte. Die Eisbären krönten sich auf dem Eis des Erzrivalen Adler Mannheim und holten die dritte Meisterschaft in Folge. Eine bittere Demütigung für die Kurpfälzer, welche aber neidlos anerkennen müssen, dass die Eisbären Berlin ihnen in Sachen DEL-Titeln immer mehr enteilen. Die Adler-Fans zeigten nach der Schlusssirene ihre hässliche Seite, als sie den neuen Deutschen Meister ausbuhten. Anstand wird in der Quadratestadt eben klein geschrieben…

3:4 nach Verlängerung: Die Eisbären verspielen eine 3:1-Führung und lassen den ersten Matchpuck ungenutzt

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #49:

Playoff-Finale-Stand: 3:1 (7:3/5:1/5:1/3:4 n.V.)

Ist das bitter! Die Eisbären Berlin verlieren Spiel vier der Finalserie mit 3:4 nach der zweiten Overtime und verpassen damit die erste Chance, die erneute Titelverteidigung perfekt zu machen. Im letzten Drittel lag man bereits mit 3:1 vorne, doch dann drehten die Adler nochmal auf und erkämpften sich die Verlängerung. In dieser waren die Eisbären die dominante Mannschaft, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Am Ende gelang Mannheim der goldene Treffer, der die Serie zurück nach Mannheim bringt.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den gesperrten Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dessen Platz neben Jonas Müller nahm Mitch Reinke ein. Den Platz von Reinke neben Adam Smith nahm Markus Niemeläinen ein, welcher durch den Ausfall von Wissmann zurück ins Line-up kam. Alles andere blieb unverändert. Warum auch etwas ändern, schließlich hatte dieses Team eine souveräne 3:0-Führung in der Finalserie herausgespielt.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären waren einen Sieg von der zwölften Meisterschaft entfernt. Mannheim musste gewinnen, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Gab es am Ende die große Party in der Hauptstadt oder spielten die Kurpfälzer den Party-Crasher?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden war das Spiel alt, da hatte Ty Ronning den ersten Alleingang, scheiterte aber an Johan Mattsson, welcher heute für Maxi Franzreb im Tor stand. Aber auch Mannheim hatte direkt die erste gute Chance durch Matthias Plachta, aber auch Jonas Stettmer war von Beginn an hellwach.
Insgesamt war es ein munterer Beginn ins vierte Finalspiel. Kein Abtasten, beide Mannschaften suchten direkt den Weg vor das gegnerische Tor. Was aber auch zu erwarten war, schließlich musste Mannheim heute gewinnen, während die Eisbären den Sack vor den eigenen Fans zu machen wollte.
Die Gäste hatten früh das erste Powerplay im Spiel, doch die Eisbären überstanden dieses ohne größere Probleme. Mannheim blieb aber dran und war zu Beginn die aktivere Mannschaft. Doch die Berliner blieben konzentriert und ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Trotzdem fanden die Hausherren noch nicht zu ihrem gewohnten Offensivspiel aus den ersten drei Spielen. Da half auch das erste Powerplay nicht.
Danach blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Zweikämpfe waren dementsprechend hart umkämpft. Aber man merkte dem Spiel an, was hier auf dem Spiel stand, weshalb beide Teams noch nicht ins letzte Risiko gingen.
Kurz vor Ende hatten die Berliner durch Marcel Noebels das 1:0 auf dem Schläger, als er frei vor Mattsson zum Abschluss kam, doch die Nummer 92 konnte diese dicke Chance nicht nutzen. So blieb es beim 0:0 nach spannenden 20 Minuten.

Les Lancaster (links) eröffnete Finalspiel vier mit dem 1:0 im zweiten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im zweiten Drittel durften die Eisbären erneut in Überzahl ran und diesmal schlug es im Adler-Tor ein. „Connor McLancaster“ mit dem 1:0 für die Eisbären, welches das Arenadach abheben ließ (23.). Diese Torgefährlichkeit der Verteidiger ist brutal und findet man so in dieser Liga kein zweites Mal.
Nun waren die Gäste gefordert, wollten sie nicht in die vorzeitige Sommerpause gehen. Doch diese rückte immer näher, denn Liam Kirk legte das 2:0 nach (28.). Der Weg für Mannheim wurde also immer weiter, während die Eisbären dem 12. Titelgewinn sehr nahe kamen.
Die Kurpfälzer hatten Mitte des Spiels das nächste Powerplay und damit die große Chance auf den Anschlusstreffer, der das Spiel hier nochmal spannend machen würde. Und dieser fiel auch. Nicolas Mattinen mit dem trockenen Schuss von der blauen Linie zum 2:1 (32.).
Alexander Ehl hätte fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels das Spiel wieder von vorne beginnen lassen können, als er frei zum Abschluss kam. Jonas Stettmer war aber zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Marcel Noebels das halbleere Tor vor Augen, doch auch diese Chance ließ er ungenutzt.
Ebenso ungenutzt ließen die Hauptstädter in Powerplay in der Schlussphase des Mitteldrittels. Auch Andy Eder hatte das 3:1 auf der Kelle, scheiterte aber mit seinem Tip-in-Versuch an Mattsson. So blieb es bei der knappen 2:1-Führung nach 40 Minuten.

Pure Erleichterung nach dem 3:1 durch Markus Vikingstad. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten beide Mannschaften je eine Minute lang Powerplay, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Sieben Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hob das Dach zum dritten Mal an diesem Abend ab. Markus Vikingstad stellte auf 3:1 und brachte seine Mannschaft noch näher an den DEL-Pokal ran (47.). Nun waren die Adler gefordert, wollten sie die Finalserie nochmal in die Kurpfalz bringen. Doch es fiel schwer daran zu glauben, wenn man alle bisherigen Spiele betrachtet. Doch sie bekamen nochmal die Chance auf dem Silbertablett serviert, denn Markus Niemeläinen musste nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären warfen alles rein und verteidigten das enorm leidenschaftlich, trotzdem kassierte man in der 53. Spielminute den 3:2-Anschlusstreffer durch Zach Solow, der erfolgreich abstaubte.
Nun war hier also wieder Spannung drin im vierten Finalspiel und Mannheim hatte weiterhin Powerplay, da das Tor noch innerhalb der ersten Strafzeit fiel. Und Mannheim hatte Blut geleckt und wollte in Überzahl den Ausgleich erzielen, scheiterte aber an Teufelskerl Jonas Stettmer im Berliner Tor. Die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor.
Die Partie steuerte immer mehr auf ihren Höhepunkt und die Crunchtime zu. Die Stimmung war überragend und das auf beiden Seiten. Die Spannung war zum Greifen nah und nun begann sie, die Zeit des Fingernägelkauen. Vor allem deswegen, weil Mannheim nochmal die zweite Luft bekam und die Berliner ins eigene Drittel drängte. Hut ab vor der Moral der Mannschaft von Trainer Dallas Eakins, die Spiel vier zur spannendsten der gesamten Finalserie machten. Erst recht, als Alexander Ehl drei Minuten vor dem Ende zum 3:3 traf (57.). Dieser Treffer sorgte für pure Ekstase im Gästeblock, während der Treffer für die Eisbären-Fans ein Stimmungsdämpfer war.
Denn nun begann die Partie wieder von vorne und das Momentum war auf Seiten der Adler. Die Eisbären rannten in dieser Phase dem Spiel nur hinterher und wirkten angeknockt. Und beinahe hätte es den Lucky Punch durch die Adler gegeben, die nach Ablauf der Schlusssirene das vermeintliche 4:3 erzielten. Zum Glück für die Eisbären war die Zeit aber bereits abgelaufen, weshalb Spiel vier in die Verlängerung ging.

Ty Ronning konnte nicht glauben, dass die Eisbären in der ersten Overtime kein Tor erzielt haben trotz klarer Überlegenheit. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort entschied ein Tor über Meisterschaft und Sommerpause oder Spiel fünf in Mannheim. Spannender kann ein mögliches entscheidendes Finalspiel nicht sein. Die Eisbären waren zu Beginn die aktivere und gefährlichere Mannschaft und schnupperten mehrmals am Siegtreffer. Trainer Serge Aubin schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Jungs waren nun wieder deutlich besser drin im Spiel. Und die Overtime bestimmte letztendlich nur Berlin, was aber fehlte, war das erlösende Tor. Johan Mattsson ließ einfach keine Scheibe durch. Mannheim tauchte zwar auch ab und zu mal vor Jonas Stettmer auf, doch so gefährlich wie vor dem eigenen Tor wurde es nicht.
Zwei Minuten waren noch auf der Uhr, da hatten alle Eisbären-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch das Gestänge rettete für Mannheim. Und so endete die erste Overtime torlos und die Nerven wurden hier weiter strapaziert.

Keine zwei Minuten waren in der zweiten Overtime gespielt, da war Jean-Sébastien Dea nah dran am 4:3, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Pfosten vorbei. Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, kassiert hinten einen. In der 84. Spielminute sorgte Luke Esposito für die Entscheidung und schickte die Serie zurück in die Kurpfalz. Dort haben die Berliner erneut die Chance, die Titelverteidigung perfekt zu machen.

5:1 in Spiel drei: Die Eisbären feiern den nächsten Kantersieg und sichern sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #48:

Playoff-Finale-Stand: 0:3 (3:7/1:5/1:5)

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Schritt von der erneuten Titelverteidigung entfernt. Auch Spiel drei der Finalserie gewann der DEL-Rekordmeister bei den Adler Mannheim mit 5:1 und sicherte sich damit den Matchpuck. Auch in Spiel drei fand die Mannschaft von Trainer Dallas Eakins kein Gegenmittel gegen brutal effiziente und abgezockte Eisbären.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hat seine Top-Reihen gefunden und änderte daher nichts am Line-up. Warum auch, lief es doch in den ersten beiden Finalspielen hervorragend.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim wollte und musste eine Reaktion zeigen, um nicht die dritte Niederlage in Folge zu kassieren. Die Eisbären hingegen wollten genau den dritten Sieg in Serie einfahren, um sich den Matchpuck zu sichern. Gaben die Adler heute ein Lebenszeichen in der Finalserie ab oder feierten die Eisbären im dritten Spiel den dritten Sieg?

Erneut konnten die Mannheimer Jonas Stettmer nur einmal überwinden. Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Spiel begann denkbar schlecht aus Eisbären-Sicht. 21 Sekunden waren gespielt, da war das Spiel für Kapitän Kai Wissmann nach einem Check gegen den Kopf von Maximilian Heim beendet. Da auch Dan Renouf mit auf die Strafbank musste, folgte das erste Powerplay der Kurpfälzer erst nach Ablauf der Strafe gegen die Nummer vier. Aber die Adler nahmen aus diesem Start viel Schwung mit und spielten druckvoll nach vorne. Marc Michaelis belohnte die Hausherren mit dem frühen 1:0 und sorgte so direkt für Hoffnung im Ufo (3.).
Die Eisbären schüttelten sich einen kurzen Moment, zogen danach aber ihren Gameplan strikt durch. So entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie auf Augenhöhe, in der es rasant hin und her ging. Die Eisbären fanden Mitte des ersten Drittels die Antwort durch Eric Mik – 1:1 (11.). Die Vorlage kam von Leo Pföderl, der damit seinen 30. Finalscorerpunkt einfuhr. Was für eine Statistik der Nummer 93!
Danach spielten beide Teams weiter offensiv nach vorne und kamen zu guten Chancen, doch sowohl Maximilian Franzreb auf Mannheimer Seite als auch Jonas Stettmer auf Berliner Seite ließen keine weiteren Scheiben ins Tor, weshalb es nach 20 Minuten 1:1 stand.

Les Lancaster erzielte am Ende den Gamewinner. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel drehten die Eisbären die Partie dann komplett. Im Anschluss an eine Drangphase brachte Torjäger Les Lancaster die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Mannheim ließ in der Folge ein Powerplay ungenutzt und konnte auch danach weitere Chancen nicht nutzen, weil die Endstation immer wieder Jonas Stettmer hieß. Egal, was Mannheim versuchte, der Straubinger Junge war zur Stelle und ließ die Mannheimer Spieler reihenweise verzweifeln.
Und die Eisbären? Die erwiesen sich einmal mehr als äußerst effizient vor dem Tor und erhöhten vor der zweiten Drittelpause auf 3:1. Freddy Tiffels behauptete die Scheibe sehr stark, spielte sie dann mit der Hacke (!) weiter zu Leo Pföderl, welcher erneut Mik in Szene setzte. Der Verteidiger hatte heute Bock auf Toreschießen und erzielte bereits sein zweites Tor an diesem Abend. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Eric Mik schrieb DEL-Geschichte als erster Verteidiger, dem ein Hattrick in der Finalserie gelang. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel dominierten die Eisbären das Spiel weiterhin nach Belieben. Mannheim fiel nichts ein und musste hinten aufpassen, dass sie sich nicht das nächste Gegentor fingen. Unterstützung von den Rängen kam auch kaum noch, da sich viele Adler-Fans schon wieder auf den Heimweg gemacht hatten – wie in Spiel eins. Mitte des letzten Drittels gingen die nächsten Fans, als Eric Mik DEL-Geschichte schrieb. Die Nummer 12 erhöhte auf 4:1 und ist somit der erste Verteidiger, der einen Hattrick in einer DEL-Finalserie feierte (51.). Unglaublich, in diesen Playoffs funktioniert einfach alles. Mal treffen die Verteidiger, mal die Stürmer. Von allen vier Reihen geht große Gefahr aus. Jeder Spieler kann das Spiel entscheiden.
Nur 14 Sekunden später dachte sich Liam Kirk, dass hier auch mal ein Stürmer wieder treffen sollte und sorgte für den 5:1-Endstand (52.). Der Rest war Party pur im Gästeblock, während die noch da gebliebenen Adler-Fans ihre Mannschaft nochmal etwas feierten.
Aber was sagt man zu diesen Eisbären? Nach der Hauptrunde hatte niemand mit der erneuten Finalteilnahme gerechnet. Die Personalprobleme setzten sich in den Playoffs fort und am Ende fehlten satte fünf Spieler. Ausfälle, die eine Mannschaft normalerweise nicht wegstecken kann. Weil dort auch wichtige Leistungsträger dabei waren. Und heute fiel dann nach 21 Sekunden auch noch Wissmann aus und die Eisbären rannten einem 0:1-Rückstand hinterher. Beste Vorzeichen also für Mannheim, um den ersten Sieg in der Finalserie zu feiern. Aber da hatten sie die Rechnung ohne die Eisbären gemacht, welche erneut mit großer Leidenschaft kämpften und sich am Ende den Sieg auch redlich verdienten. Eric Mik hatten die Kurpfälzer sicherlich auch nicht auf ihrer Bingo-Karte, dass er heute gleich dreimal treffen würde.
Diese Mannschaft lässt sich von keinen Widrigkeiten stoppen und in jedem Spiel drückt ein anderer Spieler dem Spiel den Stempel auf. Das macht es Mannheim so schwer, ein Gegenmittel zu finden. Dieses muss Dallas Eakins am Donnerstag aber finden, denn bei einer weiteren Niederlage droht bereits die Vizemeisterschaft, während die Eisbären Berlin kurz vor dem Gewinn der 12. deutschen Meisterschaft stehen. Und das nach dieser Saison mit mehr Tiefen als Höhen. Nie war es für die DEL-Konkurrenz einfacher, die Eisbären vom Thron zu stoßen. Und am Ende nutzen sie nicht einmal das aus. Auch das spricht nicht gerade für die Konkurrenz, aber umso mehr für die Eisbären und vor allem für Trainer Serge Aubin. Der Berliner Trainer steht vor seiner 15. erfolgreichen Playoff-Serie. Auch das wäre eine Serie für die Ewigkeit.

5:1 in Spiel zwei! Die Eisbären demütigen Mannheim erneut

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #47:

Playoff-Finale-Stand: 2:0 (7:3/5:1)

Auch Spiel zwei geht an die Eisbären Berlin: Vor den eigenen Fans setzte sich der Titelverteidiger und DEL-Rekordmeister verdient mit 5:1 durch und führt in der Finalserie nun mit 2:0. Die Eisbären überzeugten erneut durch gnadenlose Effektivität vor dem Tor, während Mannheim zum einen an Jonas Stettmer scheiterte, zum anderen mal wieder seine Nerven nicht im Griff hatte. Der PENNY DEL droht erneut eine einseitige Finalserie, weil Mannheim bisher alles andere als ein würdiger Finalgegner ist.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem selben Team wie in Finalspiel eins, welches Mannheim in eigener Arena gedemütigt hat.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären hatten nach dem Auftaktsieg die große Chance auf den zweiten Sieg in der Finalserie. Aber Mannheim musste eine Reaktion auf das 3:7 in der eigenen Arena zeigen. Damit war auf jeden Fall auch zu rechnen. Aber reichte es, um das Heimrecht wieder in die Kurpfalz zu holen oder fuhren die Berliner den zweiten Sieg ein?

Starke Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve vor Spiel zwei der Finalserie. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Adler starteten druckvoll ins Spiel und hatten auch schon bei einem Zwei-auf-eins-Konter eine gute Chance, doch Jonas Stettmer war zur Stelle. Generell fiel auf, dass Mannheim die Scheiben schnell auf das Tor brachte. Aber für den ersten Treffer sorgten die Hausherren durch Manuel Wiederer, der einmal mehr die Effektivität der Berliner unter Beweis stellte – 1:0 (3.). Zudem auch wieder ein Beweis für das Secondary Scoring, wo eben nicht alles nur an Ty Ronning hängt, wie noch im Vorjahr. Das macht die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in diesem Jahr so schwer auszurechnen.
Was aber auch auffiel: Die Eisbären liefen in den ersten fünf Minuten zweimal in einen Mannheimer Konter, was dir gegen eine Mannschaft wie Mannheim nicht so oft passieren darf. Zum Glück war Jonas Stettmer beide Male hellwach.
Mannheim war zu Beginn die aktivere Mannschaft, was aber auch Freitag schon der Fall gewesen war. Aber auch da erwiesen sich die Eisbären als die effektivere Mannschaft. Im Laufe des ersten Drittels war es aber ein Duell auf Augenhöhe, in denen beide Teams ihre offensiven Momente hatten.
In der Schlussphase wurde es dann erstmals ruppig, denn Ty Ronning und Kris Bennett tauschten „Nettigkeiten“ aus. Wenn es spielerisch nicht klappt, muss man eben den Top-Scorer der Eisbären versuchen auszuschalten. Auch Dan Renouf versuchte sich einen Partner zum kämpfen zu suchen, weil auch er für nichts anderes im Team von Dallas Eakins zuständig ist. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung anschließend mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine starke Vorstellung im Berliner Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

2:25 Minuten dauerte es im ersten Drittel, ehe die Eisbären trafen. Im zweiten Drittel dauerte es ganze acht Sekunden länger, ehe Liam Kirk seine klasse Einzelleistung mit dem Tor zum 2:0 abschloss (23.).
Mannheim wollte kurz darauf die schnelle Antwort geben und hatte auch zwei Top-Chancen, aber Jonas Stettmer hatte bisher auch im zweiten Duell mit Maximilian Franzreb klar die Nase vorne. Der Straubinger Junge wächst in den Playoffs einmal mehr über sich hinaus.
Aber auch die Eisbären hatten in der Folge beste Chancen, welche sie nicht nutzen konnten. Es entwickelte sich in dieser Phase ein munteres Spiel, in dem es rasant hin und her ging. Zudem wurden die Zweikämpfe auch immer hart umkämpfter.
Mannheim bekam Mitte des zweiten Drittels ein Powerplay, aber auch in diesem gelang ihnen nicht der Anschlusstreffer. Der Berg für die Kurpfälzer wurde also immer steiler, wollte man die Finalserie heute noch ausgleichen. Doch sie hatten das große Problem, dass mit Jonas Stettmer ein Teufelskerl im Berliner Tor stand, der die Adler-Spieler reihenweise zur Verzweiflung brachte.
Währenddessen wuchs auch der Frust bei den Mannheimer Spielern, was in einer Disziplinarstrafe für Nicolas Mattinen mündete, der einfach so lange unsportlich agierte bis es den Hauptschiedsrichtern zu viel wurde. Wundern musste sich darüber keiner, denn das gehört zum Gameplan von Dallas Eakins, der selbst in Mannheim nicht bei allen Fans beliebt ist. Und für diese Spielweise hat er auch das richtige Personal im Kader. Zum Glück behielten die Eisbären ihre Nerven und konzentrierten sich auf das Wesentlich und das war Eishockey. Die 2:0-Führung nahm man mit in die zweite Drittelpause.

Leo Pföderl (vorne) stellte im Schlussdrittel auf 3:0.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel gab es diesmal kein frühes Eisbären-Tor zu bejubeln. Was angesichts des Spielstandes aber auch nicht schlimm war. Mannheim war gefordert, hier eine Reaktion zu zeigen. Doch bisher war wenig von den Kurpfälzern zu sehen. Was aber auch an einer starken Berliner Defensive lag, die wenig zuließ.
Leo Pföderl sorgte dann aber für die endgültige Entscheidung. In der 47. Spielminute fuhr er rein ins Angriffsdrittel, zog einfach mal ab und überwand Maximilian Franzreb zum dritten Mal an diesem Abend – 3:0.
Die Kurpfälzer hatten zwar nochmal ein Powerplay und somit die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Aber auch in diesem lief wenig bei Mannheim zusammen. Die Adler wirkten in den bisherigen zwei Spielen nicht finalwürdig – mal vom letzten Drittel in Spiel eins abgesehen. Aber auch das war nur möglich, weil die Eisbären den Fuß vom Gaspedal genommen hatten. Bisher dominierten die Berliner diese Finalserie deutlich, was Leo Pföderl auch nochmal unterstreichen wollte. Sein Hammer schlug hinter Franzreb ein – 4:0 (54.). Nur zehn Sekunden später erhöhte Eric Hördler sogar auf 5:0 (54.).
Die Arena am Ostbahnhof glich inzwischen einem Partyhaus, während es im Gästeblock sehr ruhig wurde. Das einzige Ziel, was die Eisbären nun noch haben konnten, war die Serie, die seit vier Spielen lief. Denn in den letzten vier Finalspielen traf man jeweils sieben Mal, heute waren es auch schon wieder fünf Tore.
Mannheim fiel nur noch durch Provokationen von Dan Renouf und Luke Esposito auf, deren Hauptaufgabe das zu sein scheint. Denn Eishockey spielten beide Spieler hier nicht.
Mannheim durfte in der Schlussphase nochmal Powerplay spielen und Dallas Eakins zog direkt seinen Goalie. Warum auch immer, das wird sein Geheimnis bleiben. Denn das Spiel war längst entschieden. Daran änderte der Ehrentreffer durch Zach Solow auch nichts mehr – 5:1 (58.). Die Eisbären gewinnen damit auch Spiel zwei in beeindruckender Manier und es fehlt aktuell der Glaube daran, dass diese Berliner Mannschaft viermal in den nächsten fünf Spielen gegen diese Mannheimer verlieren soll. Zu eindeutig dominiert die Mannschaft von Trainer Serge Aubin diese Finalserie. Der halbe Weg auf dem Weg zur erneuten Titelverteidigung ist gemacht, der zweite Teil wird aber genauso schwer. Aber die Eisbären haben alles in der eigenen Hand.

7:3-Sieg! Die Eisbären demütigen Mannheim im ersten Finalspiel in eigener Arena

Playoff-Finale-Stand: 0:1 (3:7)

Die Eisbären Berlin setzten direkt im ersten Finalspiel ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich damit das Heimrecht. In der SAP-Arena setzten sich die Berliner hochverdient mit 7:3 (3:0,2:0,2:3) bei den Adler Mannheim durch und haben damit direkt einmal ihre Titel-Ambitionen untermauert. Gerade die ersten 40 Minuten waren pure Dominanz und gnadenlose Effektivität. Dagegen hatte die Mannschaft von Dallas Eakins kein Gegenmittel und muss jenes nun bis zu Spiel zwei am Sonntagnachmittag entwickeln, um nicht den nächsten Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu erleiden.

Eisbären-Trainer Serge veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel sechs der Halbfinalserie bei den Kölner Haien überhaupt nicht und vertraute somit dem selben Line-up, welches den Finaleinzug perfekt gemacht hatte.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Finalserie und beide Teams wollten direkt die erste Duftmarke setzen. Während es für die Eisbären kein Neuland mehr war, absolvierten die Kurpfälzer ihr erstes Endspiel seit 2019. Setzte sich am Ende die Final-Erfahrung der Eisbären durch oder konnte Mannheim sein erstes Heimspiel für sich entscheiden?

Liam Kirk erzielte das erste und das letzte Tor in Mannheim. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es eine sehr intensive und hart umkämpfte Partie. Was aber auch zu erwarten war, schließlich geht es ab sofort um die deutsche Meisterschaft in der PENNY DEL. Die Adler hatten früh im Spiel das erste Powerplay, machten aber direkt Bekanntschaft mit dem drittbesten Penalty Killing der Playoffs, welches nichts Gefährliches zu ließ.
Special Teams können in dieser Finalserie von enormer Bedeutung sein und sie sollten es auch direkt im ersten Drittel werden. Denn die Eisbären nutzten im Gegensatz zu Mannheim ihr erstes Powerplay. Die Scheibe wurde auf das Tor gebracht, blieb dort hängen und am Ende war es Liam Kirk, welcher zum 1:0 traf (8.).
Die Berliner legten genau den Start hin, den man sich gewünscht hatte. Mannheim war zwar äußerst aktiv in Sachen Torschüsse, doch diese wurden eher aus ungefährlichen Positionen abgegeben und stellten Jonas Stettmer daher auch vor keine großen Probleme.
Diese bekamen aber so langsam aber sicher die Hausherren. Maximilian Franzreb konnte den ersten Schuss nur prallen lassen und Jean-Sébastien Dea staubte erfolgreich ab – 2:0 (11.). Trotz 12:4-Torschüssen nach 14 Minuten stand es hier 0:2, was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Eisbären in den Playoffs unter Beweis stellte.
Und diese agierten im ersten Drittel äußerst effektiv, denn kurz vor der ersten Drittelpause nutzten sie auch noch einen Konter durch Marcel Noebels und Les Lancaster aus. Letzterer netzte erfolgreich ein zum 3:0 (19.). Danach war dieses Auftaktdrittel zu Ende und alle Fans rieben sich verwundert die Augen. Denn man hatte ja mit allem gerechnet, aber definitiv nicht mit so einem ersten Drittel.

Spiele zwischen Mannheim und Berlin sind immer sehr hitzig. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel war dann pure Dominanz der Eisbären, welche das so einfach aussehen ließen, wie sie Gegner und Puck laufen ließen. Das sah nicht einmal nach großer Anstrengung aus, wie man hier das Spiel dominierte. Von Mannheim kam erschreckend wenig für ein Finalspiel und vor allem für ein Heimspiel. Was die Eisbären aber überhaupt nicht interessierte, da sie sich nur auf sich konzentrierten. Der heute sehr auffällige Dea ließ die Scheibe stark durch zu Freddy Tiffels, welcher Ty Ronning in Szene setzte. Der kleine Wirbelwind erhöhte anschließend auf 4:0 (35.).
Nur 70 Sekunden später legten die Eisbären direkt das fünfte Tor nach. Wieder ließ Franzreb die Scheibe nur prallen, was Markus Vikingstad dankend annahm – 5:0 (36.).
Damit war Finalspiel eins bereits nach 40 Minuten entschieden, denn das die Kurpfälzer hier noch einmal zurück ins Spiel kommen würden, war doch eher unwahrscheinlich.

Im letzten Drittel kamen auch die Adler Mannheim zum Torerfolg und konnten Jonas Stettmer dreimal überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Dass Mannheim aber noch einmal alles versuchen würde, war jedoch klar. Und so verwunderte das schnelle Anschlusstor nach 42 Minuten auch nicht wirklich. Kris Bennett ließ die eigenen Fans zum ersten Mal in dieser Finalserie jubeln – 5:1.
Kurz darauf kam dann schon eine sehr diskutable Szene im dritten Drittel. Kai Wissmann fuhr einen durchaus harten Check gegen Leo Gawanke und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen die Bande. Puh, auch nach mehrmaligen Anschauen kann ich da keine Spieldauer erkennen. Ja, der Check war hart, aber Gawanke hatte kurz zuvor noch den Puck und somit geht Wissmann erwartungsgemäß in den Zweikampf. Der Mannheimer Verteidiger schien damit jedoch nicht gerechnet zu haben und hatte daher keine Körperspannung, was den Aufprall durchaus spektakulär aussehen ließ. Dafür Wissmann aber zum Duschen zu schicken, ist für mich eine sehr harte Entscheidung.
Zum Glück überstanden die Eisbären die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentor, was aber auch an Teufelskerl Jonas Stettmer lag, der einmal mehr ein überragendes Spiel zeigte.
Kurz nach dem die Berliner wieder komplett waren, schlug es aber doch noch hinter Stettmer ein. Alexander Ehl verkürzte auf 2:5 (48.).
Ging hier nun doch noch was für die Hausherren? Die Eisbären ließen es im Schlussdrittel etwas zu ruhig angehen und stellten das Offensivspiel fast komplett ein. Und Dallas Eakins ging früh All-in und zog rund fünf Minuten vor dem Ende des dritten Drittels seinen Goalie, der inzwischen Mattson hieß, vom Eis. 16 Sekunden später fälschte Mitch Reinke einen Schuss von John Gilmour unglücklich ab und schon stand es nur noch 5:3 (56.).
Eakins nahm kurz darauf erneut seinen Goalie vom Eis, weil was einmal klappt, klappt ja auch zweimal. Aber nicht mit Marcel Noebels, der die Scheibe einfach mal blind auf das leere Tor brachte und auf 6:3 stellte (57.). Danach war auch wieder Ruhe im „Ufo“, die Hoffnung war ganz schnell wieder verflogen. Erst recht, als Liam Kirk auch noch den nächsten Empty-Netter nachlegte – 7:3 (58.).
Damit eröffnete der Brite das Spiel und beendete es auch. Und viel wichtiger: Er setzte die Serie der Eisbären fort, die nun im vierten Spiel in Folge sieben Tore in einem Finalspiel erzielt haben. Ein Rekord für die Ewigkeit, den wohl keine Mannschaft mehr knacken wird. Außer vielleicht die Eisbären selbst, denn was die in den Playoffs für gnadenloses Eishockey spielen, ist fast schon beängstigend. Die ersten 40 Minuten waren eine reine Machtdemonstration des Titelverteidigers. Aber ebenso waren die letzten 20 Minuten Warnung genug, dass man gegen Mannheim über 60 Minuten sein Spiel durchziehen muss, egal wie hoch man auch führt. Aber nach diesem Spiel ist bereits klar, dass in auch in dieser Saison der Meistertitel erneut nur über die Eisbären Berlin führt. Damit hätte man im Verlaufe der Hauptrunde auch nicht mit gerechnet.

FINALE!!! Die Eisbären schalten den Hauptrundensieger aus und erreichen zum dritten Mal in Serie das Finale

Playoff-Halbfinale – Endstand: 2:4 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V./2:5/1:4)

Diese Mannschaft lässt sich durch nichts aufhalten: Weder von Verletzungen noch vom Hauptrundensieger Kölner Haie. Mit 4:1 gewannen die Eisbären Berlin Spiel sechs der Halbfinalserie und entschieden am Ende die Serie mit 4:2-Siegen für sich. Damit stehen die Eisbären tatsächlich im DEL-Finale. Damit war zur Olympiapause nicht wirklich zu rechnen. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up nur minimal. Eric Mik kehrte zurück in die Verteidigung und verteidigte zusammen mit Les Lancaster. Moritz Kretzschmar rückte dafür an die Stelle des siebten Verteidigers, während Lennard Nieleck in die vierte Reihe ging und an der Seite von Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmte.

Die Ausgangslage war klar: Köln musste gewinnen, um das vorzeitige Saisonende abzuwenden. Die Eisbären hingegen brauchten nur noch einen Sieg, um den dritten Finaleinzug in Folge perfekt zu machen. Gab es heute Abend die Entscheidung oder sorgten die Domstädter für den ultimativen Showdown am Mittwochabend?

Jonas Müller ist der Top-Torjäger der Eisbären in der Halbfinalserie und erzielte beim 1:0 seinen vierten Treffer gegen Köln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgeglichener Beginn in dieses möglicherweise entscheidende Spiel. Der erwartete druckvolle Start der Gastgeber kam nicht zu Stande, weil die Eisbären selbst aktiv am Spiel teilnahmen und hinten sehr kompakt standen. Erstmals Gefahr drohte nach rund vier Minuten, als die Haie das erste Powerplay in diesem Spiel hatten. Gregor MacLeod war am dichtesten dran, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam aber auch Yannick Veilleux zu einer Chance in Unterzahl. Ohne Gegentor überstanden die Berliner schlussendlich die erste Unterzahl dieses Spiels.
Danach hatten die Eisbären die erste Drangphase, aus der das 1:0 resultierte. Jonas Müller war es am Ende, der die Scheibe über die Linie drückte und bereits zum vierten Mal in dieser Halbfinalserie traf – 1:0 (7.). Das war genau der Start, den sich die Eisbären gewünscht hatten.
Und es sollte noch besser kommen. Freddy Tiffels legte blitzschnell das 2:0 nach. Ty Ronning brachte die Scheibe auf das Tor, Jean-Sébastien Dea konnte Janne Juvonen noch nicht überwinden, aber Tiffels staubte erfolgreich ab – 2:0 (10.). Direkt wurde es ruhiger in der Lanxess Arena und die Eisbären kamen in den Köpfen der Haie-Spieler an.
Köln hätte kurze Zeit später antworten können, doch der Schuss von Veli-Matti Vittasmäki traf nur den Pfosten. Bisher lief es überhaupt nicht für die Domstädter, welcher kein Mittel gegen starke Eisbären fanden.
Bis zur 16. Spielminute, denn da tunnelte Parker Tuomie Jonas Stettmer und verkürzte auf 1:2. Plötzlich war auch die Arena wieder wach und feuerte die Haie an, die kurz darauf das nächste Powerplay hatten. Daraus wurde sogar ein doppeltes Powerplay für satte 36 Sekunden. Schwierige Phase für die Eisbären jetzt, doch sie überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor und nahmen die knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Es war der erhoffte Playoff-Fight zwischen Köln und Berlin.(Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel bekamen dann die Eisbären ihr erstes Powerplay und hatten somit die Chance, die alte Zwei-Tore-Führung wieder herzustellen. Vor allem, weil man für 53 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber wie Köln konnten auch die Berliner diese große Chance nicht nutzen, obwohl man dicke Chancen hatte. So blieb es hier weiterhin ein Ein-Tor-Spiel und die Spannung war zum Greifen nahe.
Köln nahm viel Selbstvertrauen aus der überstanden Unterzahlsituation mit und hatte danach eine richtig gute Drangphase, in der man die Eisbären im eigenen Drittel fest spielen konnte. Doch Kapital konnten die Gastgeber daraus nicht schlagen.
Auch die Eisbären versteckten sich hier keinesfalls und hatten ihrerseits durch Leo Pföderl, Marcel Noebels und Andreas Eder Riesenchancen, aber Janne Juvonen zeigte einmal mehr, warum er Spieler des Jahres geworden ist. Gleiches galt für Jonas Stettmer, der ebenfalls ein überragendes Spiel ablieferte.
Es war inzwischen der erhoffte Playoff-Fight auf höchstem Niveau, in dem es schnell hin und her ging. Auf beiden Seiten wurde es immer wieder gefährlich, weil beide Teams ihre offensiven Momente hatten. Zudem arbeiteten beide unglaublich hart in den Zweikämpfen, um am Ende den Puck zu erobern. Am Ende blieb es bei der knappen 2:1-Führung für die Eisbären, welche noch 20 Minuten vom Finale entfernt waren.

Jonas Stettmer zeigte eine überragende Leistung im Berliner Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch davor standen noch 20 harte Minuten in der Domstadt. Denn Köln hatte noch 20 Minuten Zeit, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Die Eisbären hingegen waren nur noch ein Drittel vom dritten Finaleinzug in Serie entfernt.
Beide Teams versuchten viel, doch die Defensivreihen ließen wenig Gefährliches zu. Was für die Eisbären nicht unbedingt schlimm war, denn Köln lief die Zeit hier so langsam aber sicher davon. Doch so richtig fiel den Gastgebern nichts ein, um das Berliner Abwehr-Bollwerk um Jonas Stettmer und seinen Vorderleuten mal zu knacken.
Je näher das Ende der regulären Spielzeit rückte, desto mehr hielten alle Fans die Luft an, wenn eine der beiden Mannschaften vor das gegnerische Tor kam. Die Haie-Fans versuchten nochmal ihre Mannschaft nach vorne zu brüllen, damit die Kölner doch noch den Ausgleich erzielen. Aber die Eisbären verteidigten mit enorm großer Leidenschaft und wenn doch ein Schuss durchkam, war Jonas Stettmer zur Stelle.
In der Schlussphase hatte Manuel Wiederer bei einem Drei-auf-eins-Konter die Chance zur Entscheidung, doch er ließ sie liegen. Kurz darauf nahm KEC-Trainer Kari Jalonen seine Auszeit und zog Janne Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Da waren noch rund drei Minuten zu spielen. Doch das nutzten die Eisbären durch Yannick Veilleux zur Entscheidung und machten damit zum dritten Mal in Folge den Finaleinzug perfekt – 3:1 (59.). Markus Vikingstad erhöhte sogar noch auf 4:1 (60.).
Damit schalteten die Eisbären tatsächlich den Hauptrundensieger und Top-Favoriten aus. Die Domstädter spielten eine überragende Saison, während die Eisbären eine von Verletzungen geplagte Hauptrunde spielten und nur als Sechster die Playoffs erreichten. Mit einer Finalteilnahme hatte im Umfeld der Eisbären niemand gerechnet und von daher ist dieser Erfolg nicht hoch genug anzurechnen. Die Eisbären trotzten dem Verletzungspech in der Hauptrunde und auch jetzt in den Playoffs. Und noch ist diese Reise nicht zu Ende, denn jetzt wartet im DEL-Finale der Erzrivale Adler Mannheim. Jetzt wollen die Eisbären diese Saison auch noch mit dem dritten Meistertitel in Folge krönen.

5:2-Heimsieg gegen Köln: Die Eisbären Berlin holen sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #46:

Playoff-Halbfinale – Stand: 3:2 (6:3/1:5/4:2/3:4 n.V./5:2)

Matchpuck für die Eisbären Berlin: Der Titelverteidiger hat auch sein drittes Heimspiel in der Halbfinalserie gegen die Kölner Haie gewonnen. Am Ende setzte man sich verdient mit 5:2 (0:0,2:1,3:1) durch und benötigt somit nur noch einen Sieg für den dritten Finaleinzug in Folge. Die Eisbären erwiesen sich über die 60 Minuten als die stärkere Mannschaft, welche ihre Chancen eiskalt nutzte und die zudem ihre Nerven im Griff hatte. Das galt für die Haie nicht, denn diese handelten sich am Ende noch jeweils zwei Disziplinarstrafen ein wegen unsportlichen Verhaltens.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf Yannick Veilleux zurückgreifen, der zuletzt zwei Spiele gesperrt war. Dafür rotierte Norwin Panocha raus aus dem Kader. Es kam zu einigen Änderungen im Line-up.
In der Defensive verteidigte Moritz Kretzschmar an der Seite von Les Lancaster und ersetzte Eric Mik, welcher in die vierte Reihe zu Eric Hördler und Manuel Wiederer gestellt wurde. Veilleux stürmte in einer Reihe mit Leo Pföderl und Markus Vikingstad. Im Tor begann Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Für die Eisbären war es das letzte Heimspiel in dieser Halbfinalserie und es musste ein Sieg her, um am Montag mit dem Matchpuck im Gepäck in die Domstadt zu reisen. Bei einer Niederlage hätten die Haie diesen. Gelang den Eisbären der nächste Heimsieg oder gelang Köln der erste Auswärtssieg in dieser Serie?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Köln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die erwartete Drangphase der Eisbären zu Beginn des Spiels blieb aus, auch wenn sie bemüht waren, genau diese aufzuziehen. Aber die Haie-Defensive war sehr gut darauf eingestellt und ließ diese daher nicht so viel zu wie erhofft. Dennoch versuchten beide Mannschaften offensiv zu spielen, auf die erste hochkarätige Torchance musste man jedoch noch warten.
Die Eisbären hatten dann das erste Powerplay, aber die Domstädter störten mit einem aggressiven Forechecking früh den Spielaufbau der Berliner. So verpuffte dieses Powerplay, in dem Köln sogar die beste Chance hatte.
Das Spiel hatte bei weitem noch nicht die Intensität der letzten Spiele erreicht und war auch noch lange nicht so hochklassig. Weil beide Mannschaften aber auch wussten, wie wichtig Spiel fünf dieser Halbfinalserie war. Es ging schließlich um den Matchpuck in dieser Serie. Daher war die Partie auch hart umkämpft.
Da auf dem Eis nicht so viel passierte, konnte man derweil mal in den sozialen Netzwerken stöbern und stieß sofort auf zwei wichtige Jubiläen in diesem Spiel: Denn Leo Pföderl absolvierte heute sein 750. Spiel in der PENNY DEL und Andreas Eder sein 500. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Torlos endeten derweil die ersten 20 Minuten, was die Nerven der Fans definitiv nicht beruhigte.

Adam Smith eröffnete Halbfinalspiel fünf mit dem Tor zum 1:0. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

35 Sekunden war das Mitteldrittel alt, da durften die Domstädter erstmals in Überzahl ran. Köln hatte in diesem auch eine gute Chance, aber Jonas Stettmer war hellwach. Auf der Gegenseite musste das aber auch Janne Juvonen sein, der gegen Yannick Veilleux rettete. Zwei Top-Chancen zu Beginn des zweiten Drittels.
Nun nahm die Partie so langsam aber sicher Fahrt auf und die Chancen wurden zwingender und gefährlicher. Und prompt erklang „Viva la Vida“ und es schallte der erste Jubelschrei durch die Arena am Ostbahnhof. Adam Smith marschierte locker durch die Haie-Defensive und zog trocken ab – 1:0 (25.).
Doch direkt danach durfte die Mannschaft von Kari Jalonen erneut in Überzahl ran und hatte somit die dicke Chance zur schnellen Antwort. Doch die gab es nicht, stattdessen der Doppelschlag der Eisbären, die erneut eine Top-Chance in Unterzahl hatten. Manuel Wiederer klaute sich die Scheibe und marschierte auf Janne Juvonen zu. Der Spieler des Jahres hatte keine Chance und fing sich den Shorthander – 2:0 (27.).
Nun flog hier fast das Dach der Arena weg, so euphorisch waren die Eisbären-Fans, während im Kölner Block bei den meisten Haie-Fans Schockstarre herrschte. Deren Mannschaft suchte derweil nach einer Reaktion, aber die Defensive der Eisbären ließ die Angriffe der Gäste im Keim ersticken. Aber in der 32. Spielminute fanden die Haie dann doch die Lücke im Berliner Tor. Ein starkes Zuspiel verwertete Dominik Bokk und erwies sich damit einmal mehr als Kölner Lebensversicherung in dieser Halbfinalserie – 2:1 (32.).
Der Treffer gab Köln neuen Rückenwind, denn plötzlich drängten die Haie auf den Ausgleich. Jonas Stettmer verhinderte diesen aber mit mehreren guten Paraden. Die Eisbären rannten in dieser Phase dem Spiel so ein wenig hinterher und mussten versuchen, wieder zurück zu ihrem Spiel zu finden.
Zum Ende des zweiten Drittels vergaben die Eisbären noch ein Powerplay und nahmen somit die knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Große Freude bei Marcel Noebels (links) und Jonas Müller (rechts) nach dem Treffer zum 3:1. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Diese bauten die Eisbären aber schnell aus. Es lief die 43. Spielminute, als Jonas Müller den Torjäger in sich erkannte und einmal rum ums Tor fuhr und die Scheibe anschließend im langen Eck versenkte – 3:1.
Nun musste eine Reaktion der Gäste kommen, die ungern mit einem Serienrückstand nach Hause fahren wollten. Denn damit wäre der Druck am Montag enorm, schließlich galten die Domstädter vor Beginn der Playoffs als der Top-Favorit auf die Meisterschaft.
Und die Haie gaben hier auch noch nicht auf und warfen nochmal alles nach vorne. Nur machte es ihnen die Eisbären-Defensive mehr als schwer, mal gefährlich zum Abschluss zu kommen.
Wenn sich ihnen die Chance bot, spielten die Eisbären auch nach vorne und versuchten dort dann nachzulegen und das Spiel zu entscheiden. Das gelang ihnen aber nicht.
Den Domstädtern wurde in der Schlussphase dann noch ein Powerplay geschenkt, weil nur Markus Vikingstad auf die Strafbank musste, während Dominik Bokk machen durfte, was er wollte. Leider resultierte daraus auch das Gegentor zum 3:2 durch Gregor MacLeod (54.). So machte man das Spiel unnötig wieder spannend.
Rund zwei Minuten vor dem Ende nahmen die Haie Janne Juvonen aus dem Tor, doch das nutzten die Eisbären zur Entscheidung. Liam Kirk mit dem Empty-Netter zum 4:2 (59.). Doch Kari Jalonen gab noch nicht auf und nahm direkt danach seine Auszeit. Auch Juvonen verließ sein Tor wieder. Marcel Noebels nutzte das aus und traf zum 5:2-Endstand. Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry handelte sich danach noch eine Disziplinarstrafe ein, um die er das gesamte Spiel bereits gebettelt hatte. Auch Robin van Calster bekam noch eine Disziplinarstrafe. Beide Spieler erhielten diese wegen unsportlichen Verhaltens.
Nun fahren die Eisbären am Montag nach Köln und können den Einzug ins Finale perfekt machen. Aber der letzte Sieg ist wie immer der schwerste. Aber wenn eine Mannschaft die Nerven dafür hat, dann ist es die von Trainer Serge Aubin. Und dafür hat man sogar zwei Chancen in Köln. Eine davon werden die Jungs nutzen…

3:4 nach Verlängerung: Dominik Bokk ärgert seinen Ex-Verein und gleicht die Halbfinalserie wieder aus

Playoff-Halbfinale – Stand: 2:2 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V.)

Die Halbfinalserie ist nun eine Best-of-three-Serie: Die Eisbären Berlin verlieren nämlich Spiel vier der Halbfinalserie bei den Kölner Haien mit 3:4 nach Verlängerung. Es war ein echter Playoff-Fight auf Augenhöhe. Beide Teams hatten ihre Chancen, am Ende war es aber Dominik Bokk, der seinen Ex-Verein gleich zweimal ärgerte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Stürmer Lean Bergmann verzichten, für den die laufende Saison verletzungsbedingt beendet ist und der auch den Start der kommenden Saison verpassen wird. Für ihn rückte Norwin Panocha ins Line-up. In der Defensive blieben die Verteidiger-Pärchen unverändert. Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieben die ersten beiden Reihen gleich. Eric Hördler nahm derweil den Platz von Bergmann in der Reihe mit Leo Pföderl und Markus Vikingstad ein. Den Platz von Hördler junior nahm Moritz Kretzschmar ein, der an der Seite von Manuel Wiederer und Lennard Nieleck stürmte.
Im Tor stand erneut Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Die Domstädter standen unter Druck. Bei einer weiteren Niederlage würde man am Freitag mit einem 1:3-Rückstand in der Serie nach Berlin reisen. Das wollte Köln vor eigenem Publikum unbedingt vermeiden. Die Eisbären hingegen wollten genau jenen Matchpuck erspielen, um am Freitag vor den eigenen Fans den erneuten Finaleinzug zu feiern. Denn das ist dann das letzte Heimspiel für die Berliner, ehe Spiel sechs und sieben in Köln stattfinden würden. Holten sich die Haie den erneuten Serienausgleich oder sicherten sich die Hauptstädter den Matchpuck?

Ty Ronning sorgte für das wichtige 1:1 im ersten Drittel. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Blitzstart für die Haie, die nach gerade einmal 42 Sekunden mit 1:0 in Führung gingen. Frederik Storm war der Torschütze. Das war genau der Start, den die Eisbären nicht haben wollten. Viel mehr wollte man selbst in Führung gehen.
In der Folge hatten die Domstädter zwei weitere dicke Chancen in der Anfangsphase. Einmal rutschte die Scheibe knapp am Tor vorbei, einmal rettete das Gestänge. Mit dem schnellen Umschaltspiel der Hausherren hatten die Eisbären große Probleme.
Auch im ersten Powerplay der Partie schnupperten die Kölner mehrfach am zweiten Tor. Die Haie zeigten die erhoffte Reaktion auf Spiel drei in Berlin, während die Eisbären überhaupt nicht an ihre Leistung vom Sonntag anknüpfen konnten. Einzig Goalie Jake Hildebrand war schon wieder in Normalform unterwegs, während die anderen Spieler noch überhaupt nicht drin waren im Spiel.
Kurz darauf hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay und prompt stellten sie den Spielverlauf auf den Kopf. Ty Ronning mit dem überraschenden 1:1-Ausgleich (14.).
Nach dem Treffer waren die Eisbären plötzlich drin im Spiel und drängten auf das zweite Tor. Das Momentum hatte durch den Ausgleich die Seiten gewechselt. Und die Haie mussten erneut in Unterzahl ran. Doch in dieser hatte Maxi Kammerer die dicke Chance zur erneuten Kölner Führung, doch Hildebrand vereitelte seinen Alleingang. Ohne Hildebrand hätten die Eisbären hier deutlich mehr Gegentreffer kassiert. So blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten.

Eisbären-Goalie Jake Hildebrand verletzte sich beim Gegentor zum 2:3 und musste anschließend in die Kabine. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel erwischten diesmal die Eisbären den Traumstart. 20 Sekunden dauerte es nur, ehe Kapitän Kai Wissmann auf 2:1 stellte (21.). Die Eisbären hatten das Spiel also tatsächlich gedreht.
Aber die Domstädter schlugen schnell zurück. Zwei-auf-eins-Angriff und Tanner Kero stellte auf 2:2 (24.). Die Eisbären waren in diesem Spiel zu anfällig für Konter der Haie, diesmal schlug es hinten auch ein.
Mit dem Treffer wechselte direkt wieder das Momentum auf die Seite der Haie, welche danach eine gute Phase hatten. Jake Hildebrand musste wieder hellwach sein. Aber so ging es das ganze Spiel, immer wieder hatten beide Teams ihre starken Phasen in der Offensive. Es ging munter hin und her.
Und Köln drehte das Spiel zurück. Dominik Bokk tunnelte Jake Hildebrand und stellte auf 3:2 (33.). Beim Spagat verletzte sich Hildebrand und musste gestützt vom Eis gefahren werden. Wie bitter kann eine Saison bitte verlaufen? Nach Lean Bergmann der nächste Spieler, der sich zu den anderen Langzeitverletzten gesellt. Jonas Stettmer kam somit wieder ins Tor.
Fortan blieb es ein echter Playoff-Fight. Die Eisbären suchten die schnelle Antwort, fanden sie aber nicht und so nahm man einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Liam Kirk schickte das Spiel in die Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel begann diesmal nicht mit einem Blitzstart, auch wenn die Eisbären eine dicke Chance durch Andreas Eder hatten. Aber Janne Juvonen war hellwach und parierte dessen Schuss.
Die Eisbären waren danach auf der Suche nach der Lücke in der Kölner Defensive. Doch die Haie boten diese nicht an und drängten die Berliner Spieler nach außen und machten die gefährlichen Räume vor dem Tor zu. Aber gleiches galt auch für die Defensive der Eisbären.
Mitte des letzten Drittels hatte dann Gregor MacLeod die Vorentscheidung auf dem Schläger, doch Jonas Stettmer hielt seine Mannschaft im Spiel.
Die Eisbären hatten dann wieder ein Powerplay und zum zweiten Mal schlug man in diesem zu. Leo Pföderl und Ty Ronning scheiterten bereits an Jane Juvonen, Liam Kirk zielte dann ganz genau – 3:3 (52.).
Nun ging die Partie wieder von vorne los und der Druck wechselte auf die Seite der Domstädter, die den Matchpuck der Eisbären abwehren und die Serie definitiv wieder nach Hause holen wollten. Die Spannung war zum Greifen nah. Und Köln bekam vier Minuten vor dem Ende ein Powerplay und damit die dicke Chance zur erneuten Führung. Doch die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor.
Es blieb bis zum Ende der regulären Spielzeit beim 3:3 und somit ging es erstmals in dieser Halbfinalserie in die Verlängerung.

Ex-Eisbär Dominik Bokk entschied das vierte Halbfinalspiel in der Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch die Overtime war an Dramatik nicht zu überbieten. Ein echter Playoff-Fight, in dem es hin und her ging. Beide Teams hatten ihre Chancen, doch beide Goalies waren weiterhin hellwach. Es war eine hart umkämpfte Partie, jeder Zweikampf wurde äußerst intensiv geführt.
Leo Pföderl und Liam Kirk hatten die Entscheidung auf dem Schläger, kamen aber nicht an Janne Juvonen vorbei. Auf der Gegenseite war es Dominik Bokk, der Ex-Eisbär, der in der 78. Spielminute dieses vierte Halbfinalspiel entschied – 3:4. Nun heißt es Mund abputzen und nach vorne schauen. Denn der Druck wechselt nach Berlin, die am Freitag ihr letztes Heimspiel in dieser Serie gewinnen müssen, um mit einem Matchpuck nach Köln zu fahren. Heute waren es Kleinigkeiten, die dieses Spiel entschieden haben.

4:2 gegen Köln: Die Eisbären dominieren lange Zeit das Spiel, müssen aber am Ende nochmal zittern

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #45:

Playoff-Halbfinale – Stand: 2:1 (6:3/1:5/4:2)

Die Eisbären Berlin haben Spiel drei der Halbfinalserie gegen die Kölner Haie mit 4:2 gewonnen und damit die Führung in dieser Serie wieder übernommen. Über 53 Minuten hatte man das Spiel klar im Griff und haderte lediglich mit seiner Chancenverwertung. Doch dann wachten die Domstädter auf und kamen noch auf 3:2 heran, ehe Leo Pföderl ihnen mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel den Stecker zog.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Yannick Veilleux verzichten, der zurecht für zwei Spiele gesperrt wurde. Dafür kehrten Mitch Reinke und Marcel Noebels zurück ins Line-up. Markus Niemeläinen musste weichen. Das führte zu Veränderungen im Line-up.
Les Lancaster nahm den Platz von Niemeläinen neben Eric Mik ein. Reinke verteidigte an der Seite von Adam Smith. Moritz Kretzschmar war siebter Verteidiger.
In der Offensive nahm Noebels den Platz von Lancaster in der Reihe mit Liam Kirk und Andreas Eder ein. Leo Pföderl nahm den Platz von Yannick Veilleux in der Reihe mit Markus Vikingstad und Lean Bergmann ein. Und Lennart Nieleck rotierte in die vierte Reihe an die Seite von Eric Hördler und Manuel Wieder.
Im Tor begann heute Jake Hildebrand anstelle von Jonas Stettmer, der am Freitag während des zweiten Drittels ausgewechselt wurde. Puh, harte Entscheidung vom Trainerteam. Stettmer hatte die Eisbären schließlich erst ins Halbfinale geführt und ein schlechtes Spiel kann man immer mal haben – siehe Janne Juvonen. Hoffentlich keine Entscheidung, die man später bereuen wird.

Die Ausgangslage war klar: Nach dem Sieg der Haie am Freitag stand es in der Halbfinalserie 1:1, weshalb es heute wieder von vorne losging und es somit eine Best-of-Five-Serie wurde. Der Druck wanderte aus der Domstadt in die Hauptstadt, denn die Eisbären wollen ungern mit einem 1:2-Rückstand in der Serie am Mittwoch nach Köln reisen. Wenn es die Eisbären schaffen, an ihre Leistung aus den ersten vier Dritteln in dieser Halbfinalserie anzuknüpfen, kann ein Sieg klappen. Sieht man allerdings die Eisbären aus den letzten beiden Dritteln vom Freitag, drohte ein böses Erwachen. Welches Gesicht zeigten die Eisbären heute?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen den Eisbären und Köln. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel, wo die Eisbären direkt deutlich machten, dass sie auf Wiedergutmachung aus waren und eine Reaktion auf Freitagabend in Köln zeigen wollten. Die Defensive der Haie wurde gut beschäftigt, doch bisher ließen die Domstädter wenig zu. Köln lauerte auf Konter, um dann wieder blitzschnell umzuschalten. Insgesamt war es wieder ein Beginn auf Augenhöhe, denn beide Teams hatten ihre offensiven Momente.
Auf die erste große Torchance wartete man weiter vergebens. Beide Mannschaften verstanden es weiterhin sehr gut, defensiv kompakt zu stehen. Auch in der neutralen Zone war es eine hart umkämpfte Partie.
Die Domstädter hatten in der Schlussphase das erste Powerplay, aber auch in diesem ließ die Berliner Defensive nichts zu. So blieb es beim 0:0 nach dem ersten Drittel.

Leo Pföderl (links) erzielte das 1:0 gegen Köln und damit sein erstes Tor in den diesjährigen Playoffs. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel durften dann die Eisbären erstmals in Überzahl ran. Bisher konnten die Haie in den Playoffs in Unterzahl noch nicht bezwungen werden und bisher hatte Leo Pföderl noch kein Playofftor erzielt. Mit dem heutigen Spiel endeten beide Serien, denn die Nummer 93 netzte ein zum 1:0 (23.). Rückkehrer Mitch Reinke und Ty Ronning waren die Assistenten bei diesem Tor.
Kurz darauf hatten die Eisbären direkt das nächste Powerplay, doch diesmal überstanden die Haie die Unterzahl schadlos.
Die Berliner blieben auch danach gefährlich und sorgten für viel Arbeit für Janne Juvonen. Das einzige Manko der Eisbären war heute jedoch die Chancenverwertung, denn das 1:0 war aus Sicht der Haie noch das beste. Eigentlich hätten die Berliner hier gut und gerne 2:0 oder 3:0 führen können. So ließ man die Gäste aber im Spiel. Von Köln kam derweil kaum etwas im zweiten Drittel, weil die Berliner das Offensivspiel der Haie komplett kalt gestellt hatten.
In der Schlussphase hatten die Haie dann Glück, keine Strafzeit zu bekommen. Denn Jonas Müller bekam mit voller Wucht und Absicht was auf die Hand, die Hauptschiedsrichter hatten es aber nicht gesehen. Glück für Köln, denn das war eine klare Strafzeit.
Damit noch nicht genug, denn Juhani Tyrväinen sorgte für den nächsten Aufreger, als er einen Kniecheck gegen Lean Bergmann fuhr. Dafür gab es natürlich nur zwei Minuten. Ein Tyrväinen darf eben alles machen und wird dafür nicht groß bestraft. Die Eisbären nahmen die 1:0-Führung, aber auch zwei angeschlagene Spieler, mit in die zweite Drittelpause. Angesichts von 40:10-Torschüssen äußerst schmeichelhaft für Köln.

Auch heute gab es wieder eine Auseinandersetzungen zwischen Spielern beider Mannschaften. (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des letzten Drittels waren die Eisbären noch in Überzahl, konnten das aber nicht nutzen. Nur Sekunden später flog die Scheibe dann aber doch noch ein zweites Mal ins Tor von Janne Juvonen. Jonas Müller packte die ganze Wut über den Stockschlag in diesen Schuss und erhöhte auf 2:0 (42.).
Köln fand heute kein Mittel gegen das Spiel der Eisbären und war den Berlinern vor allem läuferisch deutlich unterlegen. Wenn es spielerisch nicht klappt, fängt man eben an zu provozieren. Das konnten die Kölner Spieler heute richtig gut.
Interessierte die Eisbären heute aber relativ wenig, denn die hatten ihre Nerven heute im Griff und konzentrierten sich lieber auf das Wesentliche im Eishockey. Les Lancaster stellte einmal mehr seine Torgefährlichkeit unter Beweis und erhöhte auf 3:0 (46.).
Köln hatte dann mal wieder ein Powerplay, aber in diesem fuhren die Eisbären den Konter. Liam Kirk verpasste bei diesem das 4:0. Die Arena am Ostbahnhof stand inzwischen und applaudierte ihrer Mannschaft, denn die Eisbären lieferten eine ganz starke Vorstellung und zeigten die erhoffte Reaktion auf das 1:5 in Köln.
Auch in der Folge hörten die Eisbären nicht auf, nach vorne zu spielen und sich weitere Chancen herauszuspielen. Zudem setzte man auch weiterhin auf aggressives Forechecking, um Köln nach wie vor nicht ins Spiel kommen zu lassen. Doch die Haie wehrten sich und kamen am Ende doch noch aufs Scoreboard. Dominik Bokk mit dem Treffer zum 3:1 (53.).
Kam hier nun also doch noch einmal Spannung auf, in einer Partie, die eigentlich entschieden war? Kölns Trainer Kari Jalonen glaubte jedenfalls dran. Denn 4:35 Minuten vor dem Ende des dritten Drittels nahm er seine Auszeit und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und fünf Sekunden später verkürzten die Domstädter auf 3:2 durch Oliwer Kaski (56.).
Nun wurde es also doch nochmal eine äußerst spannende Schlussphase und auf einmal schöpften die Haie-Spieler hier wieder neues Selbstvertrauen, dass man doch noch Spiel drei erfolgreich gestalten würde. Von den Eisbären kam in dieser Phase deutlich zu wenig.
Die Haie zogen erneut ihren Goalie und diesmal nutzten das die Eisbären aber eiskalt aus. Leo Pföderl machte den Doppelpack perfekt – 4:2 (58.) Aber Köln gab sich nicht geschlagen und nahm ein weiteres Mal Janne Juvonen aus dem Tor. Die Haie gaben auch nochmal alles, aber die Berliner verteidigten das stark zu Ende und sicherten sich so den zweiten Sieg in der Halbfinalserie. Am Ende hatte man es aber nochmal unnötig spannend gemacht. Aber daraus wird man seine Lehren ziehen, dass man Köln nur mit 100 Prozent schlagen kann.