
In den Playoffs der PENNY DEL ist es fast schon Tradition geworden, dass die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers aufeinander treffen. Wie im Vorjahr treffen beide Mannschaften auch in dieser Saison wieder im Viertelfinale aufeinander – diesmal allerdings mit dem Heimrecht für die Niederbayern. Es wird dann bereits die sechste Playoff-Serie zwischen diesen beiden Mannschaften sein. Bisher stets mit dem besseren Ende für den Hauptstadtclub.
In der Saison 2011/2012 trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander. Am Ende setzten sich die Eisbären mit 3:1-Siegen durch. Größter Aufreger damals war ein Check vom jetzigen Co-Trainer André Rankel gegen Daniel Sparre, welcher eine Sperre von zehn Spielen nach sich zog.
In der Saison 2016/2017 standen sich beide Teams in der ersten Playoff-Runde gegenüber. Erneut hatten die Berliner das bessere Ende auf ihrer Seite und setzten sich mit 2:0-Siegen durch. Jamie MacQueen entschied die Serie damals mit dem Siegtreffer nach 104 Minuten in Spiel zwei.
In der Saison 2018/2019 trafen sich beide Teams erneut in der ersten Playoff-Runde, wobei dieses Mal die Tigers Heimrecht hatten. Aber erneut endete die Serie mit 2:0-Siegen für die Eisbären.
In der Saison 2023/2024 standen sich die beiden Mannschaften im Halbfinale gegenüber. Die Hauptstädter gewannen die Serie damals zwar mit 4:1, doch so deutlich waren die Spiele am Ende nicht. Zwei Spiele gingen in die Verlängerung, beide Male gewannen die Berliner. Spiel zwei am Pulverturm endete damals erst nach 110:40 Minuten. Dieses Spiel und Spiel fünf entschied jeweils Ty Ronning. In Spiel fünf traf er jedoch bereits nach 67 Minuten.
Auch im Vorjahr standen sich beide Teams im Viertelfinale gegenüber. Die Eisbären gewannen die Serie mit 4:1. Doch auch diese Serie war keinesfalls so deutlich, wie es das Serienergebnis vermuten lässt. Straubing war insgesamt gesehen die bessere Mannschaft, haderte aber am Ende mit der eigenen Chancenverwertung. Wäre die besser gewesen, hätte die Serie auch anders ausgehen können.

Zum sechsten Mal stehen sich die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers in den Playoffs gegenüber. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
In diesem Jahr gehen die Niederbayern aber als Favorit in die Viertelfinalserie mit dem DEL-Rekordmeister. Mit 101 Punkten beendete die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft die Hauptrunde auf Platz drei. Die Eisbären wurden mit 85 Punkten Sechster. 180 Tore hat Straubing erzielt, die Eisbären kommen auf 171 Tore. 150 Gegentore haben die Tigers kassiert, die Eisbären 157 Gegentore. Mit 22,60 Prozent Erfolgsquote hatten die Niederbayern das fünftbeste Powerplay. Die Eisbären hingegen hatten mit 16,03 Prozent das schlechteste Powerplay der Liga. Auch in Unterzahl ist Straubing das bessere Team. Mit 80,00 Prozent hatte man das sechstbeste Penalty Killing. Die Eisbären waren in dieser Disziplin mit 77,97 Prozent auf Rang acht.

Hat noch keine Playoff-Serie mit den Eisbären Berlin verloren: Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Der Respekt vor den Niederbayern ist groß und Trainer Serge Aubin erwartet auch eine harte Serie:
Wir wissen, dass es eine harte Serie gegen Straubing wird. Grundsätzlich ist es aber egal, gegen wen wir spielen. Wir fokussieren uns auf uns selbst und wollen unser Hockey aufs Eis bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir in jedem Spiel gute Chancen, als Sieger vom Eis zu gehen. In jeder Serie wird es immer Schlüsselmomente geben, die das Momentum auf die eine oder andere Seite wechseln lassen. Wir hoffen natürlich, dass diese am Ende für uns ausschlaggebend sein werden. Wir bereiten uns auf sieben Spiele vor.
Auch Kapitän Kai Wissmann weiß um die Stärke der Tigers, sieht aber trotzdem gute Chancen für seine Mannschaft:
Wir kennen uns ganz gut aus den letzten Jahren. Straubing ist eine gute und spielstarke Mannschaft, die auch sehr hart arbeitet. Wir müssen uns Spiel durchziehen, defensiv hart verteidigen, so wie wir es jetzt auch gemacht haben. Und vorne haben wir genug Qualität, dass wir unser Tor machen.
Trotz überschaubaren finanziellen Mitteln hat sich Straubing zu einem Top-Team in der PENNY DEL entwickelt, welches jedes Jahr für Furore sorgt und die großen Teams immer wieder ärgert. Für Trainer Serge Aubin ist der Erfolg der Niederbayern keine Überraschung:
Ich bin darüber nicht überrascht. Wenn man sich die letzten sechs, sieben Jahre anschaut, war Straubing fast immer unter den Top-6. Es ist extrem hart umkämpft, unter die ersten sechs Teams in der Tabelle zu kommen. Sie spielen über einen langen Zeitraum konstant sehr gut. Wir gehen davon aus, dass sie gegen uns ihr bestes Hockey spielen werden. Aber das denken sie umgekehrt auch von uns. Sie haben die Saison vor uns abgeschlossen und dafür gebührt ihnen der Respekt. Aber jetzt geht es wieder bei 0:0 los.
Dass seine Mannschaft rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt die Kurve bekommen hat und wieder das Eisbären-Hockey zeigt, freut den Coach natürlich. Aber dass das im Team steckt, war ihm über die gesamte Spielzeit bewusst:
Es war keine Überraschung für mich, aber ich war froh zu sehen, dass die Jungs die Kurve rechtzeitig bekommen haben. Ich freue mich sehr darüber, wie die Jungs zuletzt gespielt haben. Die Jungs waren wirklich ehrlich zu sich selbst und wussten, dass sie eine Schippe drauflegen mussten. Wir haben unser Spiel einfach gehalten, einen guten Forecheck gespielt und Schüsse geblockt. Das ist wieder das typische Eisbären-Hockey. Ich wusste während der Saison immer, dass die Mannschaft dazu in der Lage ist. Dass man das jetzt so kurz vor Ende der Hauptrunde geschafft hat, ist natürlich ein sehr gutes Timing. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und es mit in die Playoffs nehmen. Wenn man so spielt, wird man belohnt. Es ist die alte Eisbären-DNA, die jetzt wieder da ist.
Ab Dienstag, den 24.03.2026, wird man sehen, ob die Eisbären an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können oder nicht. Zwar geht man für mich nicht als Favorit in die Viertelfinalserie, aber trotzdem weiß jeder, dass die Eisbären ein Playoff-Monster sein können. Und wenn der Titelverteidiger mal in Fahrt kommt, wird es schwer, ihn viermal zu besiegen. Gleichzeitig weiß man aber auch, wie schwer und ungemütlich es ist, im Eisstadion am Pulverturm zu spielen. Doch Sportdirektor Stéphane Richer gibt das Motto für die Playoffs vor:
Wenn du in den Playoffs gewinnen willst, musst du jedes Team schlagen!
































