Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:0 (5:1)


Das hatten sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Nach fünf Siegen in Serie kam man mit viel Selbstvertrauen ins erste Viertelfinalspiel bei den Straubing Tigers. Doch am Ende erlebte man ein Debakel am Pulverturm und geriet arg unter die Räder. Am Ende setzte es eine hochverdiente 1:5-Niederlage, welche einige Fragen offen ließ. Doch letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Serie, dennoch erwartet man am Freitagabend in Spiel zwei eine deutliche Leistungssteigerung der Eisbären. Denn bei einer weiteren Niederlage stehen die Eisbären schon mit dem Rücken zur Wand.
Eisbären-Trainer Serge Aubin ließ auch im ersten Viertelfinalspiel sein Line-up unverändert. Warum sollte er dieses auch ändern, hatte der Titelverteidiger doch rechtzeitig zum Ende der Hauptrunde seine Form wiedergefunden und fünf Siege in Folge eingefahren. Das Jonas Stettmer das Tor hüten würde, war bereits vorher bekannt, da Jake Hildebrand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht.
Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Viertelfinalserie zwischen den Niederbayern und den Hauptstädtern. Für beide Mannschaften ist das kein Neuland mehr, schließlich ist es bereits die sechste Playoff-Serie zwischen beiden Teams. Die ersten fünf Serien gingen allesamt an die Eisbären, welche überhaupt erst zum zweiten Mal nicht das Heimrecht in einer Serie gegen Straubing haben. Behielten die Eisbären im „Hexenkessel Pulverturm“ ihre Nerven im Griff und holten sich direkt das Heimrecht oder gab es im ersten Spiel nichts zu holen?

Satte dreimal durften die Straubing Tigers im ersten Drittel jubeln. Ein Auftaktdrittel zum vergessen für die Eisbären. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)
43 Sekunden waren gespielt, da sorgte Tim Fleischer für den Traumstart der Niederbayern. Die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmte für einen Moment nicht, was die Hausherren zur frühen Führung ausnutzten.
Und es sollte noch schlimmer kommen. Drei-auf-zwei-Konter der Tigers, welche die Scheibe wie am Schnürchen liefen lassen und durch Tyler Madden nach 88 Sekunden auf 2:0 stellten. Die zweite Minute war noch nicht mal zu Ende gespielt, da traf Tim Brunnhuber zum 3:0. Die Scheibe prallte von der Bande zurück vor das Tor, wo Brunnhuber lauerte und problemlos einnetzte. 1:57 Minuten waren da gerade einmal gespielt.
Die Eisbären hatten kurz darauf das erste Powerplay und somit die Chance zur schnellen Antwort. Aber die Verunsicherung war der Berliner Mannschaft deutlich anzumerken. So blieb die erste Überzahl ungenutzt.
Gerade die Anfangsphase muss man in Straubing überstehen, denn der Pulverturm kann ein richtiger Hexenkessel werden. Und die schnelle 3:0-Führung sorgte genau dafür und für die Eisbären galt es nun, so langsam aber sicher einen Fuß auf das Eis zu bekommen. Denn während sich die Tigers in einen wahren Rausch spielten, wirkten die Berliner komplett neben der Spur.
Danach wurden die ersten „Nettigkeiten“ ausgetauscht und zwischen Yannick Veilleux und Adrian Klein gab es den ersten Fight in dieser Serie zu sehen. So heizte man die Atmosphäre in Straubing nur noch mehr auf, womit man sich auch keinen Gefallen getan hat.
Die Niederbayern waren den Hauptstädtern in allen Belangen überlegen und sorgten durch Konter immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Jonas Stettmer. Das schafften die Eisbären bei ihren Angriffen nur zu selten. Die Schüsse stellten Henrik Haukeland kaum vor Probleme.
Straubing war dann ganz nah dran am 4:0, der Pfosten rettete für die Eisbären. Diese mussten in der Schlussphase noch ein Powerplay der Tigers überstehen, was ihnen zum Glück gelang. Danach durften sich die Berliner in der ersten Drittelpause erstmal sammeln, denn das war schon ein denkwürdiges erstes Drittel aus Berliner Sicht. Aber noch waren mindestens 40 Minuten zu spielen.

Ein Bild mit Symbol-Charakter: Jubelnde Straubinger und die Eisbären am Boden. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)
Doch es wurde auch im zweiten Drittel nicht besser. 2:18 Minuten dauerte es, da erhöhten die Niederbayern auf 4:0. Die Scheibe wurde im Fallen zu Danjo Leonhardt gespielt, welcher Jonas Stettmer zum vierten Mal an diesem Abend überwinden konnte (23.). Das ging eindeutig zu einfach, wie Straubing sich dort vor das Tor spielen konnte und dann diese Chancen auch eiskalt verwertete. Was aber auch daran lag, dass die Verteidigung einfach nicht anwesend war.
Es war schon erstaunlich, wie sehr die Pause die Eisbären verunsichert hatte. Denn davor hatte man jene Eisbären-Mannschaft gesehen, welche man diese Saison gerne öfters gesehen hätte. Aber heute war es jene Mannschaft, welche man über 47 Hauptrundenspiele zu sehen bekam. Straubing hingegen tat die Pause sehr gut, denn die Tigers hatten am letzten Hauptrundenwochenende satte 16 Gegentreffer kassiert.
Was auch zu sehen war: Wie viel Platz Straubing im Angriffsdrittel hatte. Das Zweikampfverhalten der Berliner war einfach sehr schlecht. Problemlos konnten sich die Tigers die Scheibe hin und her passen, ohne entscheidend gestört zu werden.
Das Bemühen war den Berlinern fortan nicht abzusprechen. Man schaffte es auch mal, sich im Straubinger Drittel festzusetzen, dort fand man aber die Lücke in der Tigers-Defensive nicht. Straubing machte die Räume gut zu und hielt die Eisbären vor allem außen. Das spielte die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft sehr stark und stellte die Berliner so vor sehr große Probleme.
Insgesamt hatten die Niederbayern hier alles im Griff und fuhren auch immer wieder gefährliche Konter. Das bekamen die Eisbären überhaupt nicht in den Griff. Dieses Spiel bot den Verantwortlichen der Eisbären bereits jetzt schon jede Menge Videomaterial, um etliche Verbesserungen vorzunehmen. In diesem Spiel galt es nun vor allem, ein anständiges Schlussdrittel zu spielen, um doch noch mit einem etwas guten Gefühl aus diesem Spiel zu gehen. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Viertelfinalserie und noch waren 20 Minuten zu spielen.

Die Viertelfinalserie zwischen Straubing und Berlin ist hart umkämpft. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)
Doch daran sollte man in diesem Spiel einfach nicht denken. Zu einfacher Scheibenverlust der Eisbären, schneller Konter der Tigers und Nicholas Halloran erhöhte auf 5:0 nach 70 Sekunden im Schlussdrittel. Es war ein gebrauchter Abend in Spiel eins für die Eisbären. Und vor allem kamen die Eisbären immer völlig verschlafen in Drittel eins, zwei und drei. Während Straubing komplett bereit für die Playoffs war, wirkten die Eisbären komplett neben sich.
Nach dem fünften Straubinger Treffer war natürlich die Luft raus aus dem Spiel. Die Tigers schraubten einen Gang zurück, während die Eisbären in den Zweikämpfen nochmal eine Duftmarke setzen wollten. Manuel Wiederer übertrieb es dabei mit einem Check gegen den Kopf, hatte aber Glück, dass es nur eine zwei Minuten Strafzeit gab.
Fünf Minuten vor dem Ende gab es dann aber doch noch das Erfolgserlebnis für die Gäste. Kai Wissmann brachte die Scheibe in Überzahl von der blauen Linie Richtung Tor, wo sie noch entscheidend abgefälscht wurde – 5:1. Zumindest schaffte man es also doch noch, Henrik Haukeland einmal zu bezwingen, was sicherlich auch wichtig für den Kopf war. Mehr Positives gab es aber nicht von diesem Spiel zu berichten. Nun heißt es aus Berliner Sicht das Kurzzeitgedächtnis zu aktivieren und dieses Spiel so schnell wie möglich zu vergessen. Denn am Freitagabend geht es in Berlin wieder bei 0:0 los.






























