1:5 in Spiel 2: Die Eisbären spielen nur ein gutes Drittel und werden dafür gnadenlos von Köln bestraft

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #44:

Playoff-Halbfinale – Stand: 1:1 (3:6/5:1)

Das haben sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Nach dem erfolgreichen Start in die Halbfinalserie setzte es im zweiten Spiel bei den Kölner Haien eine verdiente 1:5-Niederlage. Mal wieder wurde deutlich, dass 20 Minuten gutes Eishockey nicht reichen. Erst recht nicht in den Playoffs, wo du dein bestes Spiel abliefern musst. Das taten ab dem zweiten Drittel jedoch nur die Domstädter, weshalb sie am Ende verdient zum 1:1 in der Serie ausglichen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand Marcel Noebels heute nicht zur Verfügung, dafür kehrte Jean-Sébastien Dea zurück in den Kader. Während die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben, gab es in der Offensive drei neue Reihen. Dea rückte in die erste Reihe zu Freddy Tiffels und Ty Ronning. Liam Kirk und Andreas Eder bekamen Les Lancaster an die Seite gestellt. Der Verteidiger nahm den Platz von Noebels ein. Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmten zusammen mit Leo Pföderl. Einzig die Veilleux-Vikingstad-Bergmann-Reihe blieb zusammen.
Jonas Stettmer erhielt erneut den Vorzug vor Jake Hildebrand und hütete das Berliner Tor.

Die Ausgangslage war klar: Nach der Niederlage in Spiel eins standen die Haie heute zuhause bereits unter Druck. Denn bei einer weiteren Niederlage würden die Domstädter mit einem 0:2-Rückstand in der Serie am Sonntag nach Berlin fahren. Konnten die Eisbären an die Leistung vom Mittwoch anknüpfen oder schlugen die Hausherren in der Halbfinalserie zurück?

Hat das Torhüterduell gegen Janne Juvonen heute verloren: Jonas Stettmer (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel, in dem es zunächst ein Abtasten gab. Beide Teams stellten die Räume vor dem eigenen Tor sehr gut zu, weshalb es keine hochkarätigen Chancen zu sehen gab. Mitte der Partie hatten die Haie dann mal den ersten gefährlichen Abschluss zu verzeichnen, aber Jonas Stettmer konnten sie nicht bezwingen. Danach kamen die Eisbären zu ihrer ersten Drangphase im Spiel und daraus resultierte schlussendlich das 1:0. Markus Vikingstad eroberte stark die Scheibe, spielte sie zu Yannick Veilleux und der sorgte für den ersten Jubel im Gästeblock (15.). Da trat die Nummer 38 noch sportlich in Erscheinung – das sollte sich zum Ende des Spiels leider ändern.
Die Haie wollten darauf eine Antwort finden, fanden jedoch nur Jonas Stettmer und fingen wieder an, am Berliner Goalie zu verzweifeln. Die Eisbären hatten in der Schlussphase noch ein Powerplay, konnten dieses jedoch nicht nutzen, nahmen es aber neben der 1:0-Führung mit in die Kabine. Mit dem ersten Drittel konnte man aus Berliner Sicht sehr zufrieden sein, doch das sollte sich ab dem zweiten Drittel leider ändern.

Heute durften die Spieler der Kölner Haie gleich fünfmal jubeln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Powerplay zu Beginn des Mitteldrittels ließen die Eisbären ungenutzt und ab da startete Köln aber mal so richtig durch. Maxi Kammerer scheiterte noch an der Latte, wenige Sekunden später zielte Patrick Russell genauer und glich zum 1:1 aus (22.).
Die Haie bekamen durch den Treffer Selbstvertrauen und setzten die Berliner immer wieder unter Druck. Die Eisbären standen komplett neben sich, liefen der Scheibe nur hinterher und verloren sämtliche Zweikämpfe. Ein Powerplay ließ Köln noch ungenutzt, aber die Drangphase danach ließ nur die Frage offen, wann die Haie das Spiel drehen würden. Erneut war es Russell, der Stettmer überwinden konnte – 1:2 (29.).
Nur 21 Sekunden später war Dominik Bokk unterwegs Richtung Jonas Stettmer und ließ sich auch von zwei Verteidigern (!) nicht stoppen. Da kam der Ex-Eisbär zu einfach durch und ließ anschließend dem Berliner Goalie keine Chance – 1:3 (30.).
Gegenwehr von den Eisbären? Fehlanzeige! Köln dominierte das Mitteldrittel und legte den vierten Treffer nach. Mit Louis-Marc Aubry traf der nächste Ex-Eisbär – 1:4 (34.). Danach war der Arbeitstag von Stettmer beendet und Jake Hildebrand kam für ihn ins Tor. Somit steht es nach Torhüterwechseln 1:1 in dieser Serie. Hatten wir am Mittwoch das Lachen noch auf unserer Seite wegen Janne Juvonen, hatten es die Domstädter heute auf ihrer Seite.
Die Eisbären hatten dann nochmal ein Powerplay im zweiten Drittel, aber reden wir nicht weiter drüber. Wenn das weiterhin so schlecht ist, wird das kein Schlüsselfaktor in dieser Serie. Daran muss man dringend arbeiten. Zum Glück war dann aber erst einmal das zweite Drittel vorbei und Zeit für Serge Aubin, seine Spieler wieder wachzurütteln. Denn war das erste Drittel noch stark, war das zweite Drittel eins zum Vergessen. Mit dem Tempo der Domstädter hatte man große Probleme und leistete sich in der Folge zu viele Turnover im eigenen Spiel.

Sorgte am Ende wieder für negative Schlagzeilen: Yannick Veilleux (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Für das Schlussdrittel hieß es nun Schadensbegrenzung aus Berliner Sicht, doch Köln wollte da nicht mitspielen. Die Eisbären zunächst noch im Angriff, Köln blockte die Scheibe und dann fuhren die Haie den Zwei-auf-eins-Konter. Der heute überragende Russell mit dem Querpass auf Gregor MacLeod und der überwand Hildebrand zum ersten Mal an diesem Abend – 1:5 (44.).
Spätestens jetzt hatten auch die Optimisten unter den Eisbären-Fans festgestellt, dass das heute nichts mehr werden würde. Dafür war das heute einfach zu wenig von den Eisbären und von Köln zu stark. Die Haie spielten sich am Ende in einen echten Rausch und ließen die Eisbären für ihre Fehler eiskalt bezahlen.
Bei den Eisbären machte sich derweil Frust breit. Angesichts des Spielstandes auch kein Wunder. Manuel Wiederer leistete sich das erste Frustfoul, das Powerplay konnten die Domstädter aber nicht nutzen. Immer wieder gerieten jetzt auch Spieler beider Mannschaften aneinander. Bei den Eisbären provozierten vor allem Lean Bergmann und Yannick Veilleux. Auch die Kölner waren aber keine Kinder von Traurigkeit und machten da auch munter mit. Es ist eben Playoff-Zeit und da geht es etwas härter zur Sache. Veilleux übertrieb es aber am Ende mit einem Crosscheck weit nach Abpfiff einer Szene gegen Juhani Tyrväinen, wofür er eine Spieldauer erhielt und damit als Wiederholungstäter durchaus gesperrt werden könnte. Da hatte man mal wieder die beiden Gesichter der Nummer 38 gesehen. Einerseits überzeugt er durch spielerische Akzente und seine Torgefährlichkeit, andererseits knallen Veilleux zu oft die Sicherungen durch, was er am Ende vielleicht als „Zeichen setzen“ beschreiben würde. Aber mit solchen Aktionen leistet er seiner Mannschaft lediglich einen Bärendienst, der sie in den nächsten Spielen dezimiert antreten lässt. Die Personalsituation ist ja nicht ohnehin schon angespannt genug.
Das Tyrväinen danach noch Kraft hatte, vor der Eisbären-Bank zu „pöbeln“, war ebenso unnötig.
So nahm dieses Spiel noch ein unnötiges Ende und sorgt für zusätzlich Feuer in dieser Halbfinalserie. Am Sonntag liegt es nun an den Eisbären, eine sportliche Antwort auf dem Eis zu geben und die eigenen Nerven im Griff zu haben. Der Druck liegt nun bei unseren Jungs, die ungern mit einem 1:2-Rückstand am Mittwoch nach Köln fahren wollen.

6:3 in Spiel eins: Die Eisbären Berlin legen den Traumstart hin – Moritz Kretzschmar trifft doppelt

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #43:

Playoff-Halbfinale – Stand: 1:0 (6:3)

Traumstart ins Playoff-Halbfinale: Am Mittwochabend gewannen die Eisbären Berlin Spiel eins gegen die Kölner Haie hochverdient mit 6:3 und setzten damit das erste Ausrufezeichen in dieser Serie, in der die Domstädter als Favorit gelten. Jonas Stettmer gewann jedoch das Duell gegen seinen Kontrahenten Janne Juvonen recht deutlich und spielte im Gegensatz zum Kölner Torhüter das Spiel zu Ende. Zudem überzeugten die Verteidiger der Berliner mit fünf Toren. Zwei davon erzielte Youngster Moritz Kretzschmar, der sogar doppelt traf.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute wieder Marcel Noebels zur Verfügung, der bekanntlich seine letzten Playoffs für die Eisbären spielt und Gerüchten zufolge in dieser Halbfinalserie auf seinen kommenden Arbeitgeber trifft. Er rückte in die Reihe zu Liam Kirk und Andreas Eder. Jean-Sébastien Dea, der am Samstag noch in der Reihe gespielt hat, stand gar nicht im Kader. Eine weitere Änderung gab es noch in der vierten Reihe, wo Lennart Nieleck raus rotierte und als 13. Stürmer im Line-up stand. Torjäger Les Lancaster rückte an seiner Stelle an die Seite von Manuel Wiederer und Eric Hördler. Die anderen beiden Reihen blieben unverändert.
In der Defensive gab es durch Lancasters Wechsel in die Offensive auch wieder Veränderungen. Markus Niemeläinen nahm dessen Platz neben Eric Mik ein. Den Platz des Finnen neben Adam Smith nahm Youngster Moritz Kretzschmar ein.
Die spannendste Frage war aber die, wer das Berliner Tor hüten würde. Aubin entschied sich für Jonas Stettmer und gegen Jake Hildebrand. Nach den starken Auftritten von Stettmer im Viertelfinale gegen seine Heimatstadt auch eine nachvollziehbare Entscheidung.

Die Ausgangslage war klar: Für die Eisbären war es die schwerstmögliche Aufgabe im Halbfinale der DEL-Playoffs. Mit Köln traf man auf den Hauptrundenmeister und auf den letztjährigen Finalgegner. Allen Fans war natürlich klar, dass die Domstädter Revanche nehmen wollten und dass es keinesfalls wieder so einfach werden würde wie in der Finalserie 2025, als die Berliner die letzten drei Spiele mit 7:0 gewannen. Die Haie sind eine komplett andere Mannschaft, die viel tiefer besetzt ist als noch im Vorjahr und die mit Janne Juvonen den besten Goalie der gesamten Liga in ihren Reihen hat. Konnten die Eisbären den Hauptrundensieger heute ein Bein stellen oder wurden die Domstädter ihrer Favoritenrolle gerecht?

Erzielte gegen Köln seine ersten beiden DEL-Tore: Moritz Kretzschmar (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Traumstart für die Eisbären, denn bei Vier-gegen-Vier brachte Adam Smith die Scheibe auf das Tor und Janne Juvonen rutschte sie durch und schon stand es 1:0 (5.). Genau der Start, den sich die Berliner gewünscht hatten und man sah direkt, dass der Kölner Goalie auch nur mit Wasser kocht.
Und gegen Juvonen darf man auch mal sein erstes DEL-Tor schießen. Moritz Kretzschmar wurde klasse frei gespielt und hatte anschließend sehr viel Platz, welchen der Youngster eiskalt nutzte – 2:0 (7.).
Da waren sie plötzlich wieder, die Final-Vibes aus dem letzten Jahr. Mit diesem Start hatte hier keiner gerechnet und Köln dürfte sie auch gehabt haben, die Flashbacks aus der Finalserie 2025.
Aber dass es nicht die Domstädter aus dem letzten Jahr waren, sah man direkt nach dem Powerbreak. Die Haie in Überzahl und ein Schuss von der blauen Linie flog ins Berliner Tor. Valtteri Kemiläinen hatte erfolgreich abgezogen – 2:1 (9.).
Danach war es ein Duell auf Augenhöhe, in der beide Mannschaften ihre Phasen in der Offensive hatten und auch zu Chancen kamen. Die Haie drängten dabei auf den Ausgleich, während die Eisbären auf 3:1 stellen wollten. Es entwickelte sich nun eine rasante Partie zwischen zwei absoluten Top-Mannschaften. Die Eisbären nahmen schließlich die 2:1-Führung mit in die erste Drittelpause.

Jubelnde Eisbären und Janne Juvonen am Boden – das Symbolbild von Spiel eins der Halbfinalserie. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln kam wild entschlossen aus der Kabine und drängte die Hausherren direkt ins eigene Drittel. Jonas Stettmer musste von der ersten Sekunde des Mitteldrittels hellwach sein, um den Ausgleich der Gäste zu verhindern.
Auf der Gegenseite klingelte es dann aber zum dritten Mal im Tor von Janne Juvonen. Marcel Noebels tauchte frei vor dem Kölner Tor auf und ließ Juvonen keine Chance – 3:1 (24.). Nur eine Minute später fand auch Jonas Müller eine Lücke und schenkte Juvonen das vierte Tor ein – 4:1 (25.). Diese Effektivität und Kaltschnäuzigkeit der Eisbären war schon wieder beängstigend und hatten die Domstädter so sicherlich auch nicht erwartet. Bereits im ersten Spiel schafften es die Eisbären in den Kopf der Haie-Spieler und vor allem in den von Janne Juvonen, der zweifelsfrei der beste Goalie der Liga ist. Nur davon war heute mal so gar nichts zu sehen, viel mehr war es Jonas Stettmer, der deutlich die Nase im Torhüterduell vorne hatte.
Auch in Überzahl gelang es den Gästen aus der Domstadt nicht, den deutschen Goalie ein zweites Mal an diesem Abend zu bezwingen. Dafür aber in Unterzahl. Scheibenverlust im Angriffsdrittel der Eisbären und dann zündeten die Haie den Turbo. Patrick Russell vollendete den Konter und traf ins halbleere Berliner Tor – 4:2 (34.).
Doch die Antwort der Eisbären ließ nicht lange auf sich warten, denn Moritz Kretzschmar hatte Gefallen gefunden am Toreschießen und überwand Juvonen zum zweiten Mal an diesem Abend – 5:2 (36.). Was für ein Spiel des Youngsters, der seine ersten beiden DEL-Tore gegen den besten DEL-Goalie erzielte. Kann man mal machen, Moritz – Glückwunsch dazu! Bei diesem Spielstand blieb es bis zum Ende des zweiten Drittels.

Das Torhüterduell ging ganz klar an Jonas Stettmer. Sein Kontrahent Janne Juvonen beendete das Spiel nicht einmal.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des letzten Drittels kam Felix Brückmann ins Tor, für Juvonen war der Arbeitstag also beendet. Erinnerungen an Julius Hudacek wurden wach. Damit war jedenfalls vor dem Spiel nicht zu rechnen, dass der Torhüter des Jahres Spiel eins nicht beenden würde.
Für die Domstädter wurde es derweil ein weiter Weg, wollte man Spiel eins der Halbfinalserie nicht verlieren. Ein Powerplay hätte die Haie zurück ins Spiel bringen können, aber Jonas Stettmer ließ nichts durch und Freddy Tiffels hätte beinahe den Shorthander erzielt.
Den Haien unterliefen in diesem Spiel ungewohnt viele Fehler, welche die Eisbären zu Chancen einluden. Köln wirkte nicht bereit für das Halbfinale, während die Eisbären im Gegensatz zu Spiel eins der Viertelfinalserie in Straubing von Beginn an da waren. Aber letztendlich ist es nur ein Spiel in einer langen Serie und Köln wird nicht noch einmal so auftreten wie heute Abend.
Diesem Spiel merkte man derweil an, dass so ein wenig die Luft raus war. Köln konnte hier keine Aufholjagd starten und die Eisbären mussten nicht mehr fürs Spiel tun, da man deutlich vorne lag. Trotzdem nahm Kölns Trainer Kari Jalonen rund sechs Minuten vor dem Ende des Spiels nochmal seine Auszeit und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch das nutzten die Eisbären dazu, um das halbe Dutzend voll zu machen. Les Lancaster versenkte die Scheibe im halbleeren Tor – 6:2 (58.).
Der Schlusspunkt war das aber noch nicht, denn Gregor MacLeod hatte das letzte Wort in diesem Spiel – 6:3 (59.). Danach war Spiel eins vorbei und die Eisbären wurden mit sehr großem Applaus verabschiedet.

Entscheidung nach 76:30 Minuten! Markus Vikingstad schießt die Eisbären Berlin ins Playoff-Halbfinale gegen die Kölner Haie

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #42:

Playoff-Viertelfinale – Endstand: 4:2 (1:5/2:1/4:2/2:1/1:2 n.V./6:5 n.V.)

Jaaaaaaa!!!! Die Eisbären Berlin haben Spiel sechs gegen die Straubing Tigers mit 6:5 n.V. gewonnen und damit die Viertelfinalserie mit 4:2-Siegen für sich entschieden. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, welche bis spät in die erste Overtime ging und am Ende durch Markus Vikingstad entschieden wurde. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf den Kapitän Kai Wissmann zurück greifen. Der kehrte zurück ins Line-up und verteidigte an der Seite von Jonas Müller. Eric Mik verteidigte zusammen mit Les Lancaster und Adam Smith mit Markus Niemeläinen. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive gab es Umstellungen Ty Ronning rückte in die Reihe zu Leo Pföderl und Freddy Tiffels. Die Reihe von Jean-Sébastien Dea, Andreas Eder und Liam Kirk wurde komplett neu zusammengestellt. Yannick Veilleux und Markus Vikingstad stürmten zusammen mit Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Lennard Nieleck, Eric Hördler und Manuel Wiederer. Dafür fehlte heute Marcel Noebels im Line-up.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, als Back-up war heute aber Jake Hildebrand dabei.

Die Ausgangslage war klar: Den Eisbären fehlte ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale gegen Köln. Straubing brauchte einen Sieg, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Für die Eisbären sprach, dass sie dieses sechste Spiel zuhause und somit die Fans als siebten Mann hinter sich hatten. Zudem der Fakt, dass die ersten beiden Spiele in der Hauptstadt in dieser Serie an Berlin gingen. Straubing kam aber mit dem Rückendwind des Siegtreffers in der Overtime vom Donnerstagabend in dieses Spiel. Wer hatte heute das bessere Ende auf seiner Seite?

Andreas Eder bejubelt das 2:1 im ersten Drittel gegen Straubing in Spiel sechs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wenige Sekunden nach Beginn des Spiels durften die Gäste direkt in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur frühen Führung in der Hauptstadt. Und direkt wurde es gefährlich vor dem Tor von Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge war von der ersten Sekunde an hellwach und ließ die Tigers früh im Spiel verzweifeln. Die Eisbären überstanden die ersten brenzligen Minuten ohne Gegentor.
Den Niederbayern gehörte hier die Anfangsphase, die Eisbären suchten noch so ein wenig ihre Form und waren noch nicht im Spiel angekommen. Auch die Pässe kamen nicht an. Mit dem aggressiven Forechecking der Tigers hatten die Berliner arge Probleme.
Mitte der Partie bot sich dann den Gastgebern die erste Chance in Überzahl, aber auch in diesem konnte man nicht für Gefahr sorgen. Die Eisbären wirkten, als wären sie noch gar nicht richtig wach und bereit für dieses sechste Viertelfinalspiel. Eigentlich unvorstellbar.
Auch das zweite Powerplay bot keine Verbesserung im Spiel der Eisbären. Alleine der Spielaufbau war ernüchternd. Das waren die Eisbären der ersten 47 Spieltage und nicht die aus den letzten fünf Hauptrundenspielen oder aus Spiel zwei bis vier.
Und so war das 0:1 nur eine Frage der Zeit: Marcel Brandt mit dem Konter, welchen er eiskalt abschloss – 0:1 (17.). Die Verteidigung suchte man dabei vergebens und auch Stettmer war ohne Chance.
Wie fiel die Reaktion der Eisbären darauf aus? Sie schüttelten sich kurz und ließen den gut gefüllten Gästeblock verstummen. Yannick Veilleux tauchte frei vor Henrik Haukeland und blieben ebenso cool wie Brandt und verlud den Straubinger Goalie – 1:1 (18.).
Kurz danach waren die Berliner erneut in Überzahl und hatten die Chance, direkt nachzulegen. Chancen waren auch da, aber Henrik Haukeland ließ keine weitere Scheibe durch. Zumindest nicht im Powerplay, denn 25,2 Sekunden vor der ersten Drittelpause drehte Andreas Eder die Partie komplett – 2:1 (20.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabinen.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Leistung gegen seine Heimatstadt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begannen die Eisbären deutlich besser und legten direkt das 3:1 nach. Adam Smith hatte zum Schlagschuss ausgeholt und Henrik Haukeland zum dritten Mal an diesem Nachmittag überwunden. (23.).
Die Eisbären spielten nun wieder ihr aggressives Forechecking und hatten generell zu ihrem Spiel gefunden. Für die Tigers wurde der Weg nun weiter, wollte man nicht bereits heute in die Sommerpause starten.
Ein Powerplaytor brachte die Niederbayern dann aber wieder zurück ins Spiel. Nick Halloran mit dem Onetimer auf Zuspiel von Tyler Madden – 3:2 (28.). Und es sollte noch schlimmer für die Berliner kommen. In der 30. Spielminute flog die nächste Scheibe von oben auf das Berliner Tor und schlug anschließend hinter Stettmer ein. Adrian Klein war der Torschütze gewesen – 3:3 (30.).
Die Eisbären waren in dieser Phase zu passiv, was die Niederbayern sofort ausnutzten. Somit ging dieses sechste Spiel wieder von vorne los und Straubing kam nun mit mächtig Rückendwind nach dem Doppelschlag.
Die Eisbären hingegen suchten nach einer Antwort auf diese beiden Gegentore, welche sie sichtbar geschockt hatten. Aber wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, waren diese beiden Treffer auch mehr als verdient für die Tigers. Und diese verzweifelten in der Schlussphase mal wieder an Jonas Stettmer, der überragend hielt und die Eisbären vor einem Rückstand bewahrte.
Direkt im Gegenzug fuhr Ty Ronning den Konter, scheiterte aber an Haukeland. Die Scheibe kam aber wieder zu ihm und er suchte die Anspielstation, welche es aber nicht gab. Also zog Ronning direkt ab und düpierte damit den Straubinger Goalie – 4:3 (37.).
Straubing suchte noch im Mitteldrittel nach einer Antwort, aber Jonas Stettmer entwickelte sich immer mehr zum „Straubinger Endgegner“. Was der Junge für eine Playoff-Serie spielt, ist überragend. Und dann versetzte Jonas Müller den Niederbayern den nächsten Nackenschlag, denn acht Sekunden vor der zweiten Drittelpause flog sein Schuss ins Straubinger Tor – 5:3. Danach war dieses spektakuläre Drittel zu Ende.

Es war erneut eine hart umkämpfte Partie zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Schlussdrittel bot sich den Gästen die nächste Chance in Überzahl zu spielen und somit zum Anschlusstreffer zu kommen. Aber die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft weg und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Direkt von der Strafbank kommend hatte Jean-Sébastien Dea die Entscheidung auf dem Schläger, doch er traf nur das Gestänge.
So blieben die Niederbayern drin im Spiel und investierten noch einmal alles, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Und sie bekamen das nächste Powerplay und diesmal nutzten sie es. Tim Fleischer brachte die Hoffnung für Straubing zurück – 5:4 (49.).
Respekt an die Tigers, welche sich hier nie aufgaben und für ein hochspannendes Playoff-Spiel sorgten, welches nichts für schwache Nerven war.
In Überzahl hätten die Eisbären den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen können, doch man spielte es einfach zu umständlich. So war weiterhin zittern angesagt in der Arena am Ostbahnhof. Erst recht, als Michael Connolly auf Straubinger Seite völlig frei zum Abschluss kam und nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase war es eine hart umkämpfte Partie, weil beide Mannschaften wussten, was hier auf dem Spiel stand. Bei jedem Angriff blieb den Fans kurz die Luft weg. Das ist es, was Playoff-Eishockey ausmacht und beide Mannschaften lieferten sich hier eine sehr geile Viertelfinalserie.
Straubings Trainer Craig Woodcroft ging drei Minuten vor Spielende All-in. Er nahm seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis. Und 1:48 Minuten vor dem Ende gelang den Niederbayern hier tatsächlich der 5:5-Ausgleich. Nick Halloran tauchte auf einmal komplett frei vor Jonas Stettmer auf und überwand diesen Teufelskerl doch noch. Bei den Eisbären stimmte nach dem Wechsel die Zuordnung überhaupt nicht.
Was für ein wildes Spiel und es war noch nicht zu Ende. 73 Sekunden vor dem Ende durften die Eisbären in Überzahl ran und hatten somit die große Chance zur Entscheidung. Chancen waren auch da, aber nun erwies sich Henrik Haukeland als unüberwindbar. Somit ging es hier tatsächlich in die Verlängerung.

Der Garant für den Halbfinaleinzug: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Verlängerung begannen die Eisbären in Überzahl und zwar für ganze 47 Sekunden. Die dicke Chance also zur schnellen Entscheidung, welche sie aber nicht nutzen konnten. Was bei dem bisherigen Powerplay in diesem Spiel auch stark verwundert hätte.
Und so ging diese Nervenschlacht immer weiter. Bei jedem Angriff der Eisbären stand die gesamte Arena, bei den Angriffen der Tigers ging ein Raunen durch die Arena. Große Chancen bekam man in der ersten Verlängerung bis hierhin aber nicht zu sehen. Beide Teams belauerten sich viel mehr und warteten auf den ersten Fehler, um diesen am Ende eiskalt zu bestrafen.
In der Schlussphase der ersten Overtime hatten die Eisbären dann zweimal die Chance zur Entscheidung, kamen aber an Henrik Haukeland nicht vorbei. In dieser Phase erhöhten die Berliner auf jeden Fall nochmal den Druck und wollten das Spiel entscheiden. Und sie taten es in der 77. Spielminute. Die Eisbären spielten Straubing im eigenen Drittel fest und entschieden das Spiel und die Serie am Ende durch Markus Vikingstad – 6:5. Der Rest war Ekstase pur auf Seiten der Eisbären und hängende Gesichter bei den Tigers, welche aber eine sehr starke Serie spielten und ein würdiger Viertelfinalgegner waren. Für die Eisbären heißt es nun Halbfinale gegen die Kölner Haie.

1:2 nach Verlängerung: Die Viertelfinalserie kommt zurück in die Hauptstadt

Playoff-Viertelfinale – Stand: 2:3 (5:1/1:2/2:4/1:2/2:1 n.V.)

Die Viertelfinalserie geht am Ostersamstag weiter: Die Eisbären Berlin haben Spiel fünf bei den Straubing Tigers mit 1:2 n.V. verloren und haben nun am Samstagnachmittag die zweite Chance, den Matchpuck zu verwandeln. Insgesamt war es heute einfach zu wenig, um am Ende als Sieger das Eis zu verlassen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dadurch rotierte Jean-Sébastien Dea zurück in den Kader. Das führte zu Änderungen im Line-up. Les Lancaster nahm den Platz von Wissmann neben Jonas Müller ein. Die beiden anderen Verteidiger-Pärchen blieben unverändert.
In der Offensive blieben die ersten beiden Reihen gleich. Dea rückte in die Reihe zu Markus Vikingstad und Yannick Veilleux. Lean Bergmann rotierte aus dieser Reihe raus und stürmte zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer.

Die Ausgangslage war klar: Mit einem weiteren Sieg würden die Eisbären den Halbfinaleinzug perfekt machen. Bei einer Niederlage würde die Serie noch einmal in die Hauptstadt zurückkehren. Von daher lag der Druck vollends auf Straubing. Konnten die Tigers noch einmal zurückschlagen oder sicherten sich die Berliner den entscheidenden vierten Sieg?

Sorgte für das 1:0 im ersten Drittel: Eric Mik (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Die erwartete Druckphase der Tigers blieb zu Beginn des Spiels aus, weil die Eisbären selbst offensiv nach vorne spielten und hinten wie in den letzten drei Spielen sehr kompakt standen.
Erstmals nach rund neun Minuten gelang es den Niederbayern mal, sich im Angriffsdrittel festzusetzen und die Scheiben auf das Tor von Jonas Stettmer zu bringen. Vor größere Probleme stellte man den gebürtigen Straubinger Jungen damit aber nicht.
Probleme hatten dann aber die Tigers, denn Eric Mik brachte die Scheibe von oben auf das Tor und überwand Henrik Haukeland zum ersten Mal an diesem Abend. Die Scheibe wurde kurz vorher entscheidend abgefälscht – 1:0 (10.). Der erste Schritt Richtung Halbfinale war also gemacht und der Druck auf Straubing wurde immer größer.
Beide Teams konzentrierten sich bis hierhin vorrangig aufs Eishockey. Provokationen suchte man bisher vergebens. Hart umkämpft war die Partie trotzdem. Weitere Tore gab es nicht zu sehen und so nahmen die Eisbären eine knappe 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Wade Allison brachte die Tigers zurück ins Spiel. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Hausherren kamen wild entschlossen aus der Kabine und wollten den schnellen Ausgleich erzielen. Das Spiel verlagerte sich ins Drittel der Eisbären und die Tigers belohnten sich mit dem 1:1 durch Wade Allison (27.). Da hatten die Berliner zuvor die Scheibe schlecht geklärt.
Somit war die Hoffnung zurück am Pulverturm, dass man diese Serie doch noch ein letztes Mal nach Berlin schicken könnte. Aber die Eisbären wollten ihrerseits schnell eine Antwort auf den Ausgleich geben und erhöhten in der Folge den Druck auf das Tor der Tigers.
Für einen kurzen Moment mussten dann die Eisbären-Fans den Atem anhalten, denn Tim Fleischer war durch und wurde von Moritz Kretzschmar zu Fall gebracht. Die Hauptschiedsrichter ließen die Szene laufen, was die Straubinger Fans richtig wütend machte.
Nur kurze Zeit später kam Ryan Merkley zu einfach durch die Berliner Defensive und prüfte anschließend Jonas Stettmer, der die Eisbären vorm Rückstand bewahrte. Auch die Eisbären hatten nochmal ihre Chance, aber es blieb beim 1:1 nach 40 Minuten.

Beide Teams schenkten sich nichts. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Für das Schlussdrittel war also Hochspannung garantiert. Denn es stand vor allem für Straubing sehr viel auf dem Spiel. Die Niederbayern wollten die vorzeitige Sommerpause unbedingt verhindern, während die Eisbären ein freies Osterfest haben wollten. Die Spannung war zum Greifen nahe. Und die Hausherren schnupperten kurzzeitig am 2:1, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Die Tigers waren in dieser Phase die bessere Mannschaft, konnten sich aber für den Aufwand nicht belohnen. Die Eisbären liefen nur hinterher und machten zu wenig für das Spiel. Bis zum Powerbreak wies die Torschussstatistik 6:1 für Straubing aus.
Acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kassierte Straubing die erste Strafzeit in dieser Partie und ermöglichte den Eisbären die große Chance zum 2:1. Aber das Berliner Powerplay erinnerte wieder an jenes aus der Hauptrunde, wo es das schlechteste der gesamten Liga war.
Inzwischen lief längst die Crunchtime und Straubing war erneut nah dran am Führungstreffer. Wade Allison hatte die dicke Chance, aber Stettmer rettete in höchster Not. Auf der Gegenseite hatten die Eisbären einen Zwei-auf-eins-Konter, welchen Liam Kirk vergab.
In der letzten Minute hatten die Hausherren nochmal dicke Chancen, aber die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation und so ging dieses fünfte Viertelfinalspiel in die Verlängerung.

Was in Playoff-Serien zwischen Straubing und Berlin nichts Neues ist. Und bisher gewannen stets die Eisbären am Ende die Verlängerung. Ging diese Serie auch heute weiter?
Den Niederbayern gehörten die ersten gefährlichen Aktionen, aber Jonas Stettmer behielt einmal mehr die Oberhand und ließ die Tigers wieder verzweifeln. Doch dann stand die Berliner Goalie noch mehr im Mittelpunkt, denn ausgerechnet in der Overtime bekamen die Straubinger ihr erstes Powerplay. Und dieses nutzten die Gastgeber durch Elis Hede in der 68. Spielminute. Damit bringen die Niederbayern die Viertelfinalserie zurück nach Berlin und beendeten zeitgleich den Overtime-Fluch gegen Berlin. Insgesamt gesehen haben die Eisbären heute zu wenig investiert, um die Serie bereits heute Abend zu beenden. Daher Glückwunsch an Straubing zum verdienten Sieg.

2:1 vs. Straubing: Die Eisbären sichern sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #41:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 3:1 (1:5/2:1/4:2/2:1)

Die Eisbären Berlin haben Spiel vier der Viertelfinalserie gegen die Straubing Tigers verdient mit 2:1 (2:0,0:0,0:1) gewonnen und sich somit die ersten Matchpucks erspielt. Ty Ronning war wie im ersten Heimspiel der Matchwinner. Heute bereitete er das erste Tor vor und erzielte das zweite selbst. Danach spielte man es im Stile eine Spitzen-Mannschaft herunter und überzeugte vor allem durch leidenschaftlichen Kampfgeist in der Defensive. Auch die Hauptschiedsrichter konnten den Niederbayern heute nicht helfen, um die Serie auszugleichen. Was für eine miserable Leistung der „Unparteiischen“! Zum Glück blieb das ohne Folgen.

Bei den Eisbären gab es ein paar kleine Änderungen im Line-up. Verteidiger Markus Niemeläinen kehrte ins Line-up zurück. Auch Lennart Nieleck stand erstmals im DEL-Kader. Dafür rotierte Jean-Sébastien Dea raus aus dem Team. Niemeläinen nahm den Platz von Les Lancaster in der Defensive neben Eric Mik ein. Die anderen beiden Defensv-Pärchen blieben unverändert.
In der Offensive nahm Lean Bergmann den Platz von Dea in der Reihe mit Yannick Veilleux und Markus Vikingstad ein. Den Platz von Bergmann nahm Les Lancaster ein und stürmte somit wieder zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer. Alles andere blieb unverändert.
So auch im Tor, wo erneut Jonas Stettmer stand, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Vor einer Woche sah die Eisbären-Welt noch ganz anders aus: Mit 1:5 hatten die Berliner Spiel eins am Pulverturm verloren und mussten darauf eine Reaktion zeigen. Diese zeigten sie in den Spielen zwei und drei und führen in der Viertelfinalserie nun mit 2:1. Die Eisbären haben dabei vor allem kämpferisch überzeugt, haben defensiv mit großer Leidenschaft verteidigt und sich vor dem gegnerischen Tor als äußerst effektiv erwiesen. Die Niederbayern hingegen dürften sich schon wieder an letztes Jahr erinnert fühlen. Denn die Tigers sind keinesfalls chancenlos und hatten in den Spielen genügend Chancen, aber die Chancenverwertung ist wie bereits im Vorjahr das große Manko der Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft. Konnten die Eisbären heute Abend den ersten Matchpuck holen oder kamen die Tigers zum 2:2 in der Serie?

Ist bisher der Mann dieser Viertelfinalserie: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Vergleich zu Spiel drei war es heute ein eher verhaltener Beginn ins Spiel. Die Intensität kam aber nach genau 3:09 Minuten in dieses Spiel, denn da gab es im Anschluss an eine Straubinger Chance die ersten Auseinandersetzungen in diesem Spiel. Man hatte ja nur darauf gewartet und zack waren die ersten vier Spieler auf der Strafbank: Adam Smith und Moritz Kretzschmar auf Berliner Seite, Simon Seidl und Danjo Leonhardt auf Straubinger Seite.
Während Straubing eher auf provozieren aus war, konzentrierten sich die Berliner auf Eishockey. Marcel Noebels mit dem schnellen 1:0 für die Hausherren (6.). Im Anschluss an das Tor gab es die nächste Rangelei zwischen Ty Ronning und Tyler Madden, welcher sich kurzerhand in den Jubel einmischen wollte. Ronning bekam 2+2-Minuten, Madden natürlich nur zwei Minuten. Dabei schreibt man provozieren in Straubing groß, was die Hauptschiedsrichter aber anders sahen. Zum Glück resultierte aus dieser falschen Entscheidung kein Powerplaytor der Niederbayern.
Nach dem Powerbreak waren dann die Eisbären in Überzahl und schlugen direkt zu. Liam Kirk mit dem Sahnepass auf Ty Ronning und der hatte das leere Tor vor sich – 2:0 (10.). Die Hauptstädter waren also schon wieder äußerst effektiv und nutzten die Straubinger Provokationen eiskalt aus.
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken fingen die Eisbären auf einmal an zu zaubern, doch das war dann doch ein bisschen zu viel. Denn die Pässe kamen nicht an, trotzdem war es schön anzusehen.
Nicht schön anzusehen waren die beiden Hauptschiedsrichter, die eine sehr merkwürdige Linie fuhren. Markus Vikingstad bekam zwei Minuten wegen Beinstellen. Auf einmal ging es zum Videobeweis und daraus wurden dann 2+2-Minuten wegen eines hohen Stocks. Somit hatten die Niederbayern hier plötzlich vier Minuten lang einen Mann mehr auf dem Eis. So kann man Straubing auch zurück ins Spiel holen, doch die Eisbären ließen das nicht zu und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor. Das war überragend weg verteidigt. So nahmen die Berliner eine souveräne 2:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Auch heute gab es wieder die ein oder andere Auseinandersetzung zwischen beiden Mannschaften. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch das Mitteldrittel begann relativ verhalten. Erst nach rund fünf Minuten wurde es wieder gefährlich, als die Eisbären im Powerplay ran durften. Da schnupperte man kurzzeitig am 3:0, konnte Henrik Haukeland aber nicht überwinden.
Kurz darauf durften die Niederbayern wieder in Überzahl ran, weil nur Ty Ronning auf die Strafbank musste. Der Stockcheck von Alex Green ins Gesicht eines Eisbären-Spielers wurde natürlich nicht geahndet – warum auch. Die PENNY DEL hat ein großes Schiedsrichterproblem und das nicht erst seit diesen Playoffs. Das Niveau wird immer schlechter. Aber auch dieses Powerplay blieb ohne Erfolg, weil die Berliner das mit großer Leidenschaft verteidigten und zudem mit Jonas Stettmer einen überragenden Goalie im Tor hatten.
Danach ging es hin und her, zwingende Torchancen erspielten sich aber beide Mannschaften nicht. Die Eisbären mussten auch nicht unbedingt, denn sie führten hier mit 2:0. Straubing musste eine Reaktion zeigen, aber diese blieb bis hierhin aus. Die Tigers wirkten so ein wenig ideenlos, wie man dieses Defensiv-Bollwerk mal knacken kann.
Fünf Minuten vor dem Ende war Lean Bergmann auf und davon, scheiterte aber mit seinem Alleingang und verpasste damit die Vorentscheidung in dieser Partie. Auch Leo Pföderl ließ einen Alleingang ungenutzt. So blieb es bei der 2:0-Führung nach 40 Minuten und dem Wissen, dass ein Straubinger Tor im letzten Drittel hier wieder für Spannung sorgen würde.

An Jonas Stettmer kamen die Tigers heute nur einmal vorbei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch im Schlussdrittel änderte sich zu Beginn auch nichts. Straubing fand einfach kein Mittel gegen die Eisbären-Defensive. Und die Eisbären ließen weiterhin beste Chancen aus. Marcel Noebels vergab den nächsten Alleingang.
Die Niederbayern hatten aber noch den Schiedsrichter-Bonus in der Tasche. Ty Ronning wird hart gecheckt und rächt sich. Natürlich geht nur die Nummer neun auf die Strafbank. Im Powerplay winkt Jonas Stettmer, dass er vom Puck getroffen wurde und die Hauptschiedsrichter schütteln den Kopf. Junge, diese Leistung ist sowas von unfassbar schlecht und muss eigentlich von der PENNY DEL sanktioniert werden. Absolut nicht Playoff-würdig! Immerhin konnten die Tigers auch dieses Powerplay nicht nutzen.
Danach plätscherte das Spiel so vor sich hin. Die Eisbären mussten nicht mehr tun, Straubing konnte nicht mehr zeigen, als sie es bis hierhin getan haben. Deren Trainer Craig Woodcroft versuchte es am Ende aber natürlich nochmal mit sechs Mann und zog sehr früh Goalie Henrik Haukeland vom Eis. Auch seine Auszeit nahm der Straubinger Trainer. Und tatsächlich meldeten sich die Gäste hier nochmal zurück. Eine Minute vor Ende des dritten Drittels staubte Tyler Madden zum 2:1 ab.
Doch es sollte nur der Ehrentreffer sein, denn die Eisbären sicherten sich am Ende verdient den dritten Sieg in dieser Viertelfinalserie. Daran konnten auch die „Unparteiischen“ nichts ändern.

4:2 am Pulverturm: Die Eisbären gewinnen das intensive Spiel in Straubing und holen sich das Heimrecht in der Viertelfinalserie

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #40:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:2 (5:1/1:2/2:4)

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Marcel Noebels und Yannick Veilleux tauschten die Reihen. Noebels stürmte an der Seite von Andreas Eder und Ty Ronning. Veilleux bildete zusammen mit Markus Vikingstad und Jean-Sébastien Dea eine Reihe. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Nach dem Serienausgleich der Eisbären am Freitag stand uns nun eine Best-of-five-Serie bevor. Daher lag der Druck so ein wenig auf den Niederbayern, welche ihr Heimspiel gewinnen mussten, um nicht mit einem Rückstand nach Berlin zu fahren. Die Berliner hingegen hatten die Chance, mit einem Sieg das Heimrecht zu holen und hätten dann in Spiel vier zuhause die Chance, sich die ersten Matchpucks zu erspielen. Bestanden die Hauptstädter diesmal im Hexenkessel am Pulverturm oder gab es erneut ein böses Erwachen für den DEL-Rekordmeister?

Auch heute war es wieder eine sehr hart umkämpfte Partie zwischen Straubing und den Eisbären. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach den ersten beiden Spielen war klar, dass in dieser Serie viel Feuer drin steckte. Dementsprechend intensiv ging es vom ersten Bully weg zur Sache. Jeder Check wurde zu Ende gefahren, nach Abpfiff gerieten beide Mannschaften immer wieder aneinander. Es war ein richtiger Playoff-Fight in Straubing. Die Eisbären erwischten dabei einen deutlich besseren Start als noch am Dienstag, als man nach nicht einmal zwei Minuten mit 0:3 hinten lag. Heute überstand man nicht nur die Anfangsphase, man konnte sogar selbst in Führung gehen. Der neue Torjäger Les Lancaster trat mal wieder in Erscheinung und sorgte für die erste Ekstase im gut gefüllten und lautstarken Gästeblock – 1:0 (4.). Egal, ob er in der Defensive oder Offensive spielt – er hat Gefallen am Toreschießen gefunden. Was für die Eisbären im weiteren Verlauf der Playoffs noch sehr wichtig werden kann.
Die Niederbayern wirkten jedoch keinesfalls geschockt und kamen schnell zum Ausgleich. Gewühl vor Jonas Stettmer und Mike Connolly drückte die Scheibe zum 1:1 über die Linie (7.).
Kam nun wieder die gefürchtete Drangphase der Tigers? Nein, weil die Eisbären weiterhin sehr geduldig spielten und sich an ihren Gameplan hielten. Und sie haben mit Les Lancaster einen Spieler, der weiß, wo das Tor steht. Denn der gelernte Verteidiger überwand Henrik Haukeland zum zweiten Mal an diesem Nachmittag – 2:1 (11.).
Im weiteren Verlauf hatten die Berliner durchaus weitere Chancen, um das Ergebnis noch auszubauen. Da ihnen das nicht gelang, ging es mit einer knappen, aber verdienten 2:1-Führung in die erste Drittelpause.

Viermal konnten die Spieler der Eisbären Berlin am Pulverturm jubeln. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Mitteldrittel durften die Hausherren in Überzahl ran und prompt stand es 2:2. Marcel Brandt – der durchaus Glück hatte, heute überhaupt auf dem Eis zu stehen – staubte erfolgreich ab (23.).
Danach hatten die Niederbayern eine sehr gute Drangphase, in der das Spiel hätte durchaus kippen können. Die Eisbären überstanden diese aber ohne Gegentor und zeigten dann eindrucksvoll, wie eine Spitzenmannschaft spielt. Eric Hördler behauptete ganz stark die Scheibe, brachte sie dann von der blauen Linie auf das Tor, wo Lean Bergmann lauerte und entscheidend abfälschte – 3:2 (27.).
Und die Eisbären machten daraus einen Doppelschlag. Konter über Ty Ronning, welcher alleine den Abschluss suchte und auf 4:2 stellte (29.). Die Nummer neun läuft so langsam aber sicher richtig heiß.
Diese beiden Tore hatten die Tigers sichtlich getroffen, welche anschließend auf der Suche nach einer Antwort waren, sich aber die Zähne an der starken Berliner Defensive ausbissen. So führten die Eisbären nach 40 Minuten mit 4:2.

Jonas Stettmer ließ seinen Heimatverein mal wieder verzweifeln. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel war dann gefühlt ein Spiel auf ein Tor – und zwar das von Jonas Stettmer. Durch einige Überzahlspiele hatten die Niederbayern einige Torchancen und dadurch mehr Spielanteile. Straubing baute ordentlich Druck auf und belagerte das Tor von Jonas Stettmer. Die Eisbären warfen alles rein, verteidigten mit enorm viel Leidenschaft und überstanden somit sämtliche Druckphasen der Gastgeber. Diese schnupperten durchaus mehrmals am Anschlusstreffer. Doch entweder stand Jonas Stettmer im Weg oder aber der Schuss wurde geblockt oder aber die Scheibe rutschte knapp am Tor vorbei. So liefen die Niederbayern im Schlussdrittel vergeblich an und liegen nun mit 1:2 in der Viertelfinalserie hinten. Die Eisbären haben in den letzten beiden Spielen gezeigt, was es braucht, um in den Playoffs erfolgreich zu sein. Eine leidenschaftliche Defensive mit einem starken Torhüter sowie eine Offensive, welche sich Chancen erarbeitet und diese am Ende auch nutzt. Insgesamt hat die gesamte Mannschaft in den letzten beiden Spielen vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt. Alle Spieler haben sich gegenseitig unterstützt und belohnten sich damit mit der 2:1-Serienführung. Doch am Dienstag geht es wieder von vorne los und Straubing wird eine Antwort in Berlin geben wollen. Aber die Eisbären werden auch dann wieder bereit und ein unbequemer Gegner sein.

2:1 vs. Straubing! Ty Ronning gleicht die Serie zum 1:1 aus

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #39:

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:1 (1:5/2:1)

Die Eisbären Berlin haben eine Reaktion auf die deutliche Niederlage in Spiel eins gezeigt und Spiel zwei mit 2:1 gewonnen. Es war eine hart umkämpfte Partie zwischen beiden Mannschaften. Am Ende hatten die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite und in Ty Ronning den Matchwinner. Die Nummer neun schnürte den Doppelpack und zeigte einmal mehr, wie wichtig er für seine Mannschaft ist. 

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Verteidiger Markus Niemeläinen verzichten, da die Geburt seines Kindes kurz bevorstand. Für ihn rückte Les Lancaster zurück in die Defensive an die Seite von Eric Mik.
In der Offensive stellte der Chefcoach die Reihen um. Freddy Tiffels und Leo Pföderl bekamen Liam Kirk an die Seite gestellt. Yannick Veilleux und Andreas Eder stürmten zusammen mit Ty Ronning. Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea bildeten zusammen mit Markus Vikingstad eine Reihe. Und in der vierten Reihe nahm Lean Bergmann den Platz von Les Lancaster neben Eric Hördler und Manuel Wiederer ein.
Im Tor stand wie bereits am Dienstag Jonas Stettmer. Lennart Neiße war der Back-up.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären mussten eine Reaktion zeigen, nachdem man in Spiel eins mit 1:5 in Straubing untergegangen war. Aber das Gute an den Playoffs ist, dass es nur ein Spiel war und es da immer egal ist, ob du 0:1 oder 0:7 verlierst. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel und heute haben die Berliner bereits die große Chance zur Wiedergutmachung. Und das sie nach Fehlstarts zurückschlagen können, ist allen Eisbären-Fans bekannt. Man erinnere sich nur mal an vor zwei Jahren und das erste Viertelfinale gegen Mannheim, welches die Eisbären zuhause mit 1:7 verloren hatten. Auch in Spiel zwei in der Kurpfalz lag man mit 0:2 zurück, ehe man die legendäre Aufholjagd startete und am Ende der Playoffs deutscher Meister wurde. Gab es heute den Serienausgleich zu bejubeln oder stand man nach diesem Spiel bereits mit dem Rücken zur Wand?

Starke Choreo der Eisbären-Fans. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Anfangsphase überstanden die Hausherren diesmal ohne frühe Gegentore. Das Spiel begann auch deutlich verhaltener als noch Spiel eins am Pulverturm. Den Eisbären war aber vor allem bei der Scheibenannahme leichte Nervosität anzumerken.
Mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Eisbären aber den Druck und setzten sich immer mal wieder im Drittel der Tigers fest. Doch für echte Torgefahr reichte es trotzdem noch nicht.
Die Niederbayern gaben ihrerseits Mitte des ersten Drittels ihre ersten nennenswerten Schüsse ab, welche Jonas Stettmer aber vor keine großen Probleme stellten.
14 Minuten waren gespielt, da wurde Ty Ronning stark von Jonas Müller angespielt und netzte ein zum 1:0. Kurz darauf hätten die Berliner in Überzahl direkt nachlegen können, doch das Powerplay bleibt das Sorgenkind in dieser Saison. So überstand Straubing die erste Unterzahl ohne größere Probleme.
Und zwei Minuten vor der ersten Drittelpause glich Stefan Loibl zum 1:1 aus. Kurz darauf hatten dann die Tigers direkt ein Powerplay, doch in diesem schnupperten die Eisbären nach einem sehr gefährlichen Konter am Shorthander. Da auch die Niederbayern ihr Powerplay nicht nutzen konnten, stand es nach 20 Minuten 1:1.

Traf gegen Straubing gleich zweimal: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, da traf erneut Ty Ronning für die Eisbären. Im Powerplay überwand die Nummer neun Henrik Haukeland zum zweiten Mal an diesem Abend. Die richtige Reaktion auf den Straubinger Ausgleich kurz vor der ersten Drittelpause.
In der Folge kamen die Niederbayern zu guten Abschlüssen, Jonas Stettmer behielt aber stets die Ruhe und fischte die Scheiben in aller Ruhe weg. Starker Auftritt bis hierhin vom Berliner Goalie.
Beide Teams hatten im weiteren Spielverlauf ihre offensiven Momente. Aber beide Defensivreihen arbeiteten unglaublich hart vor dem eigenen Tor und räumten ordentlich auf. Hochkarätige Torchancen gab es daher eher selten zu sehen. Auch nicht im Straubinger Powerplay in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels. Ganz starkes Penalty Killing der Berliner.
In der Schlussphase ließen zunächst die Eisbären das 3:1 liegen, wenig später verpassten die Gäste den Ausgleich. So standen uns hier noch 20 spannende Minuten bevor.

Die Partie war erneut hart umkämpft und von Nickligkeiten geprägt. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Während die Eisbären auf das 3:1 drängten, wollten die Niederbayern natürlich den Ausgleich erzwingen. So ging bei jedem Angriff ein Raunen durch das Stadion. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte: Beide Fans unterstützten ihre Teams lautstark, was für richtige Playoff-Atmosphäre sorgte.
Im Schlussdrittel fuhr dann Marcel Brandt einen überharten Check gegen Youngster Moritz Kretschmar, der ihm nur fünf Minuten ohne Spieldauer einhandelte. Martin Frano und Jackson Kozari hatten das Spiel zu keiner Zeit im Griff und ließen unfassbar viel laufen, was eigentlich hätte geahndet werden müssen – vor allem auf Straubinger Seite, die mal wieder ihre dreckige Seite zeigten. Playoff-würdig war diese Leistung der beiden Hauptschiedsrichter absolut nicht.
Das Schlussdrittel war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Denn nach wie vor trennte beide Mannschaften nur ein Tor und wie schnell im Eishockey ein Tor fällt, ist jedem Fan klar. Dementsprechend ging bei allen 14.200 Zuschauer der Blutdruck immer wieder hoch, wenn es zu gefährlichen Abschlüssen auf beiden Seiten kam. Straubing erhöhte in der Schlussphase den Druck nochmal und schnupperte sogar kurz am Ausgleich, aber die Scheibe rutschte knapp am Pfosten vorbei.
Tigers-Coach Craig Woodcroft versuchte am Ende nochmal alles, nahm seine Auszeit und zog Goalie Henrik Haukeland vom Eis. Straubing warf auch nochmal alles rein, aber am Ende verteidigten die Eisbären das mit enormer Leidenschaft zu Ende und glichen in der Viertelfinalserie zum 1:1 aus. Somit haben wir ab jetzt eine Best-of-five-Serie und am Sonntag geht es wieder von vorne los. Die Eisbären sind also nun auch endlich in den Playoffs angekommen.

1:5 in Spiel eins der Viertelfinalserie! Die Eisbären erleben ein Debakel am Pulverturm

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:0 (5:1)

Das hatten sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Nach fünf Siegen in Serie kam man mit viel Selbstvertrauen ins erste Viertelfinalspiel bei den Straubing Tigers. Doch am Ende erlebte man ein Debakel am Pulverturm und geriet arg unter die Räder. Am Ende setzte es eine hochverdiente 1:5-Niederlage, welche einige Fragen offen ließ. Doch letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Serie, dennoch erwartet man am Freitagabend in Spiel zwei eine deutliche Leistungssteigerung der Eisbären. Denn bei einer weiteren Niederlage stehen die Eisbären schon mit dem Rücken zur Wand.

Eisbären-Trainer Serge Aubin ließ auch im ersten Viertelfinalspiel sein Line-up unverändert. Warum sollte er dieses auch ändern, hatte der Titelverteidiger doch rechtzeitig zum Ende der Hauptrunde seine Form wiedergefunden und fünf Siege in Folge eingefahren. Das Jonas Stettmer das Tor hüten würde, war bereits vorher bekannt, da Jake Hildebrand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Viertelfinalserie zwischen den Niederbayern und den Hauptstädtern. Für beide Mannschaften ist das kein Neuland mehr, schließlich ist es bereits die sechste Playoff-Serie zwischen beiden Teams. Die ersten fünf Serien gingen allesamt an die Eisbären, welche überhaupt erst zum zweiten Mal nicht das Heimrecht in einer Serie gegen Straubing haben. Behielten die Eisbären im „Hexenkessel Pulverturm“ ihre Nerven im Griff und holten sich direkt das Heimrecht oder gab es im ersten Spiel nichts zu holen?

Satte dreimal durften die Straubing Tigers im ersten Drittel jubeln. Ein Auftaktdrittel zum vergessen für die Eisbären. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

43 Sekunden waren gespielt, da sorgte Tim Fleischer für den Traumstart der Niederbayern. Die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmte für einen Moment nicht, was die Hausherren zur frühen Führung ausnutzten.
Und es sollte noch schlimmer kommen. Drei-auf-zwei-Konter der Tigers, welche die Scheibe wie am Schnürchen liefen lassen und durch Tyler Madden nach 88 Sekunden auf 2:0 stellten. Die zweite Minute war noch nicht mal zu Ende gespielt, da traf Tim Brunnhuber zum 3:0. Die Scheibe prallte von der Bande zurück vor das Tor, wo Brunnhuber lauerte und problemlos einnetzte. 1:57 Minuten waren da gerade einmal gespielt.
Die Eisbären hatten kurz darauf das erste Powerplay und somit die Chance zur schnellen Antwort. Aber die Verunsicherung war der Berliner Mannschaft deutlich anzumerken. So blieb die erste Überzahl ungenutzt.
Gerade die Anfangsphase muss man in Straubing überstehen, denn der Pulverturm kann ein richtiger Hexenkessel werden. Und die schnelle 3:0-Führung sorgte genau dafür und für die Eisbären galt es nun, so langsam aber sicher einen Fuß auf das Eis zu bekommen. Denn während sich die Tigers in einen wahren Rausch spielten, wirkten die Berliner komplett neben der Spur.
Danach wurden die ersten „Nettigkeiten“ ausgetauscht und zwischen Yannick Veilleux und Adrian Klein gab es den ersten Fight in dieser Serie zu sehen. So heizte man die Atmosphäre in Straubing nur noch mehr auf, womit man sich auch keinen Gefallen getan hat.
Die Niederbayern waren den Hauptstädtern in allen Belangen überlegen und sorgten durch Konter immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Jonas Stettmer. Das schafften die Eisbären bei ihren Angriffen nur zu selten. Die Schüsse stellten Henrik Haukeland kaum vor Probleme.
Straubing war dann ganz nah dran am 4:0, der Pfosten rettete für die Eisbären. Diese mussten in der Schlussphase noch ein Powerplay der Tigers überstehen, was ihnen zum Glück gelang. Danach durften sich die Berliner in der ersten Drittelpause erstmal sammeln, denn das war schon ein denkwürdiges erstes Drittel aus Berliner Sicht. Aber noch waren mindestens 40 Minuten zu spielen.

Ein Bild mit Symbol-Charakter: Jubelnde Straubinger und die Eisbären am Boden. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch es wurde auch im zweiten Drittel nicht besser. 2:18 Minuten dauerte es, da erhöhten die Niederbayern auf 4:0. Die Scheibe wurde im Fallen zu Danjo Leonhardt gespielt, welcher Jonas Stettmer zum vierten Mal an diesem Abend überwinden konnte (23.). Das ging eindeutig zu einfach, wie Straubing sich dort vor das Tor spielen konnte und dann diese Chancen auch eiskalt verwertete. Was aber auch daran lag, dass die Verteidigung einfach nicht anwesend war.
Es war schon erstaunlich, wie sehr die Pause die Eisbären verunsichert hatte. Denn davor hatte man jene Eisbären-Mannschaft gesehen, welche man diese Saison gerne öfters gesehen hätte. Aber heute war es jene Mannschaft, welche man über 47 Hauptrundenspiele zu sehen bekam. Straubing hingegen tat die Pause sehr gut, denn die Tigers hatten am letzten Hauptrundenwochenende satte 16 Gegentreffer kassiert.
Was auch zu sehen war: Wie viel Platz Straubing im Angriffsdrittel hatte. Das Zweikampfverhalten der Berliner war einfach sehr schlecht. Problemlos konnten sich die Tigers die Scheibe hin und her passen, ohne entscheidend gestört zu werden.
Das Bemühen war den Berlinern fortan nicht abzusprechen. Man schaffte es auch mal, sich im Straubinger Drittel festzusetzen, dort fand man aber die Lücke in der Tigers-Defensive nicht. Straubing machte die Räume gut zu und hielt die Eisbären vor allem außen. Das spielte die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft sehr stark und stellte die Berliner so vor sehr große Probleme.
Insgesamt hatten die Niederbayern hier alles im Griff und fuhren auch immer wieder gefährliche Konter. Das bekamen die Eisbären überhaupt nicht in den Griff. Dieses Spiel bot den Verantwortlichen der Eisbären bereits jetzt schon jede Menge Videomaterial, um etliche Verbesserungen vorzunehmen. In diesem Spiel galt es nun vor allem, ein anständiges Schlussdrittel zu spielen, um doch noch mit einem etwas guten Gefühl aus diesem Spiel zu gehen. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Viertelfinalserie und noch waren 20 Minuten zu spielen.

Die Viertelfinalserie zwischen Straubing und Berlin ist hart umkämpft. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch daran sollte man in diesem Spiel einfach nicht denken. Zu einfacher Scheibenverlust der Eisbären, schneller Konter der Tigers und Nicholas Halloran erhöhte auf 5:0 nach 70 Sekunden im Schlussdrittel. Es war ein gebrauchter Abend in Spiel eins für die Eisbären. Und vor allem kamen die Eisbären immer völlig verschlafen in Drittel eins, zwei und drei. Während Straubing komplett bereit für die Playoffs war, wirkten die Eisbären komplett neben sich.
Nach dem fünften Straubinger Treffer war natürlich die Luft raus aus dem Spiel. Die Tigers schraubten einen Gang zurück, während die Eisbären in den Zweikämpfen nochmal eine Duftmarke setzen wollten. Manuel Wiederer übertrieb es dabei mit einem Check gegen den Kopf, hatte aber Glück, dass es nur eine zwei Minuten Strafzeit gab.
Fünf Minuten vor dem Ende gab es dann aber doch noch das Erfolgserlebnis für die Gäste. Kai Wissmann brachte die Scheibe in Überzahl von der blauen Linie Richtung Tor, wo sie noch entscheidend abgefälscht wurde – 5:1. Zumindest schaffte man es also doch noch, Henrik Haukeland einmal zu bezwingen, was sicherlich auch wichtig für den Kopf war. Mehr Positives gab es aber nicht von diesem Spiel zu berichten. Nun heißt es aus Berliner Sicht das Kurzzeitgedächtnis zu aktivieren und dieses Spiel so schnell wie möglich zu vergessen. Denn am Freitagabend geht es in Berlin wieder bei 0:0 los.

Serge Aubin: „Die alte Eisbären-DNA ist wieder da“

In den Playoffs der PENNY DEL ist es fast schon Tradition geworden, dass die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers aufeinander treffen. Wie im Vorjahr treffen beide Mannschaften auch in dieser Saison wieder im Viertelfinale aufeinander – diesmal allerdings mit dem Heimrecht für die Niederbayern. Es wird dann bereits die sechste Playoff-Serie zwischen diesen beiden Mannschaften sein. Bisher stets mit dem besseren Ende für den Hauptstadtclub.

In der Saison 2011/2012 trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander. Am Ende setzten sich die Eisbären mit 3:1-Siegen durch. Größter Aufreger damals war ein Check vom jetzigen Co-Trainer André Rankel gegen Daniel Sparre, welcher eine Sperre von zehn Spielen nach sich zog.
In der Saison 2016/2017 standen sich beide Teams in der ersten Playoff-Runde gegenüber. Erneut hatten die Berliner das bessere Ende auf ihrer Seite und setzten sich mit 2:0-Siegen durch. Jamie MacQueen entschied die Serie damals mit dem Siegtreffer nach 104 Minuten in Spiel zwei.
In der Saison 2018/2019 trafen sich beide Teams erneut in der ersten Playoff-Runde, wobei dieses Mal die Tigers Heimrecht hatten. Aber erneut endete die Serie mit 2:0-Siegen für die Eisbären.
In der Saison 2023/2024 standen sich die beiden Mannschaften im Halbfinale gegenüber. Die Hauptstädter gewannen die Serie damals zwar mit 4:1, doch so deutlich waren die Spiele am Ende nicht. Zwei Spiele gingen in die Verlängerung, beide Male gewannen die Berliner. Spiel zwei am Pulverturm endete damals erst nach 110:40 Minuten. Dieses Spiel und Spiel fünf entschied jeweils Ty Ronning. In Spiel fünf traf er jedoch bereits nach 67 Minuten.
Auch im Vorjahr standen sich beide Teams im Viertelfinale gegenüber. Die Eisbären gewannen die Serie mit 4:1. Doch auch diese Serie war keinesfalls so deutlich, wie es das Serienergebnis vermuten lässt. Straubing war insgesamt gesehen die bessere Mannschaft, haderte aber am Ende mit der eigenen Chancenverwertung. Wäre die besser gewesen, hätte die Serie auch anders ausgehen können.

Zum sechsten Mal stehen sich die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers in den Playoffs gegenüber. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

In diesem Jahr gehen die Niederbayern aber als Favorit in die Viertelfinalserie mit dem DEL-Rekordmeister. Mit 101 Punkten beendete die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft die Hauptrunde auf Platz drei. Die Eisbären wurden mit 85 Punkten Sechster. 180 Tore hat Straubing erzielt, die Eisbären kommen auf 171 Tore. 150 Gegentore haben die Tigers kassiert, die Eisbären 157 Gegentore. Mit 22,60 Prozent Erfolgsquote hatten die Niederbayern das fünftbeste Powerplay. Die Eisbären hingegen hatten mit 16,03 Prozent das schlechteste Powerplay der Liga. Auch in Unterzahl ist Straubing das bessere Team. Mit 80,00 Prozent hatte man das sechstbeste Penalty Killing. Die Eisbären waren in dieser Disziplin mit 77,97 Prozent auf Rang acht.

Hat noch keine Playoff-Serie mit den Eisbären Berlin verloren: Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Respekt vor den Niederbayern ist groß und Trainer Serge Aubin erwartet auch eine harte Serie:

Wir wissen, dass es eine harte Serie gegen Straubing wird. Grundsätzlich ist es aber egal, gegen wen wir spielen. Wir fokussieren uns auf uns selbst und wollen unser Hockey aufs Eis bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir in jedem Spiel gute Chancen, als Sieger vom Eis zu gehen. In jeder Serie wird es immer Schlüsselmomente geben, die das Momentum auf die eine oder andere Seite wechseln lassen. Wir hoffen natürlich, dass diese am Ende für uns ausschlaggebend sein werden. Wir bereiten uns auf sieben Spiele vor.

Auch Kapitän Kai Wissmann weiß um die Stärke der Tigers, sieht aber trotzdem gute Chancen für seine Mannschaft:

Wir kennen uns ganz gut aus den letzten Jahren. Straubing ist eine gute und spielstarke Mannschaft, die auch sehr hart arbeitet. Wir müssen uns Spiel durchziehen, defensiv hart verteidigen, so wie wir es jetzt auch gemacht haben. Und vorne haben wir genug Qualität, dass wir unser Tor machen.

Trotz überschaubaren finanziellen Mitteln hat sich Straubing zu einem Top-Team in der PENNY DEL entwickelt, welches jedes Jahr für Furore sorgt und die großen Teams immer wieder ärgert. Für Trainer Serge Aubin ist der Erfolg der Niederbayern keine Überraschung:

Ich bin darüber nicht überrascht. Wenn man sich die letzten sechs, sieben Jahre anschaut, war Straubing fast immer unter den Top-6. Es ist extrem hart umkämpft, unter die ersten sechs Teams in der Tabelle zu kommen. Sie spielen über einen langen Zeitraum konstant sehr gut. Wir gehen davon aus, dass sie gegen uns ihr bestes Hockey spielen werden. Aber das denken sie umgekehrt auch von uns. Sie haben die Saison vor uns abgeschlossen und dafür gebührt ihnen der Respekt. Aber jetzt geht es wieder bei 0:0 los.

Dass seine Mannschaft rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt die Kurve bekommen hat und wieder das Eisbären-Hockey zeigt, freut den Coach natürlich. Aber dass das im Team steckt, war ihm über die gesamte Spielzeit bewusst:

Es war keine Überraschung für mich, aber ich war froh zu sehen, dass die Jungs die Kurve rechtzeitig bekommen haben. Ich freue mich sehr darüber, wie die Jungs zuletzt gespielt haben. Die Jungs waren wirklich ehrlich zu sich selbst und wussten, dass sie eine Schippe drauflegen mussten. Wir haben unser Spiel einfach gehalten, einen guten Forecheck gespielt und Schüsse geblockt. Das ist wieder das typische Eisbären-Hockey. Ich wusste während der Saison immer, dass die Mannschaft dazu in der Lage ist. Dass man das jetzt so kurz vor Ende der Hauptrunde geschafft hat, ist natürlich ein sehr gutes Timing. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und es mit in die Playoffs nehmen. Wenn man so spielt, wird man belohnt. Es ist die alte Eisbären-DNA, die jetzt wieder da ist.

Ab Dienstag, den 24.03.2026, wird man sehen, ob die Eisbären an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können oder nicht. Zwar geht man für mich nicht als Favorit in die Viertelfinalserie, aber trotzdem weiß jeder, dass die Eisbären ein Playoff-Monster sein können. Und wenn der Titelverteidiger mal in Fahrt kommt, wird es schwer, ihn viermal zu besiegen. Gleichzeitig weiß man aber auch, wie schwer und ungemütlich es ist, im Eisstadion am Pulverturm zu spielen. Doch Sportdirektor Stéphane Richer gibt das Motto für die Playoffs vor:

Wenn du in den Playoffs gewinnen willst, musst du jedes Team schlagen!

5:1-Heimsieg gegen München: Mit fünf Siegen in Folge sichern sich die Eisbären Berlin das letzte direkte Viertelfinalticket

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #38:

Die Eisbären Berlin haben es am Ende tatsächlich geschafft und sich das letzte direkte Viertelfinalticket gesichert. Dank des fünften Sieges in Serie beendet man die Hauptrunde am Ende als Tabellensechster. Gegen Red Bull München feierte man einen verdienten 5:1-Sieg und trifft im Playoff-Viertelfinale nun auf die Straubing Tigers. Eine Playoff-Serie gegen gute, alte Bekannte also.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up erneut nicht. Warum auch, hatte dieses doch zuletzt mehr als überzeugt und den Grundstein dafür gelegt, dass man mit einem Sieg heute direkt das Ticket für das Viertelfinale buchen konnte.

Für die Eisbären ging es darum, Platz sechs bis zum Ende der Hauptrunde zu verteidigen. Diesen hatte man sich zuletzt dank vier Siegen in Serie erobert und dabei vor allem spielerisch eine deutliche Verbesserung gezeigt. Der Schlüssel zum Erfolg war dabei, dass man das Spiel einfach hielt und hart in den Forecheck ging. Damit nahm man dem jeweiligen Gegner Raum und Zeit und ging ihm richtig auf die Nerven. Mit diesem Gameplan wollte man heute auch München in die Knie zwingen. Doch auch für die Mannschaft vom Oberwiesenfeld ging es um wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei.

Es war die erwartet intensive Partie zwischen Berlin und München. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn ähnlich wie am Freitagabend gegen Mannheim. Beide Teams spielten offensives Eishockey und hatten in der Anfangsphase ihre Momente in der Angriffszone. Vor allem die Eisbären sorgten zweimal für echte Gefahr vor dem Tor von Antoine Bibeau. Hätte man die Abpraller besser unter Kontrolle bekommen, wäre das frühe 1:0 möglich gewesen.
Die Eisbären waren in der Folge die aktivere Mannschaft, welche die Scheibe immer gut Richtung Tor brachte und dann darauf hofften, dass sie entscheidend vor dem Tor abgefälscht wird. Ein guter Auftritt bis hierhin von den Gastgebern.
Kurz vor dem Powerbreak dann zwei Aufreger: Zunächst trafen die Gäste nur den Pfosten, im Gegenzug sorgte Manuel Wiederer für die verdiente Führung – 1:0 (10.).
Dem Spiel der Eisbären war das neu gewonnene Selbstvertrauen aus den letzten Spielen anzuerkennen. Zudem überzeugte man durch ein sehr geduldiges Aufbauspiel. Auch in den Zweikämpfen wurde wieder hart gearbeitet.
Kurz vor der ersten Drittelpause durften die Hauptstädter erstmals in Überzahl ran, doch München ließ in Unterzahl wenig zu, weshalb es bei der 1:0-Führung nach dem ersten Drittel blieb.

Die Eisbären spielten sich im Mitteldrittel regelrecht in einen Rausch und erzielten drei Tore. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann aus Eisbären-Sicht denkbar schlecht. Nur 43 Sekunden dauerte es, ehe Chris DeSousa zum 1:1 traf (21.). Und München durfte wenig später auch noch für vier Minuten Überzahl spielen. Ein denkbar schlechter Start ins Mitteldrittel also für die Berliner. Aber das war den Hausherren egal, denn die schnappten sich die Scheibe und fuhren den Zwei-auf-Null-Konter in Unterzahl! Liam Kirk mit dem Querpass auf Freddy Tiffels und der verwandelte die Arena am Ostbahnhof in einen Party-Tempel – 2:1 (25.). Noch lauter wurde es, als die Eisbären die vier Minuten Unterzahl schadlos überstanden. Überragendes Penalty Killing der Hauptstädter!
Nach dem Powerbreak durften dann die Eisbären für 64 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren und hatten somit die dicke Chance auf 3:1 stellen. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte Pass wollte nicht ankommen. Damit vergab man eine große Chance, hier auf zwei Tore davon zu ziehen.
Im nächsten Powerplay klappte es dann aber. Les Lancaster scheiterte noch, aber Andy Eder drückte die Scheibe anschließend über die Linie – 3:1 (37.).
Nun war das Viertelfinale sehr nahe. Und es musste ein Sieg nach 60 Minuten her, da Bremerhaven am Torverhältnis arbeitete. Denn gegen den sportlichen Absteiger Dresden führten die Pinguins nach 40 Minuten mit 5:0.
Aber die Eisbären erledigten ihre Hausaufgaben selbst und erzielten den vierten Treffer an diesem Nachmittag. Die Eisbären fuhren in der Schlussphase den nächsten Zwei-auf-eins-Konter, welchen Ty Ronning eiskalt abschloss – 4:1 (38.). Mit einer souveränen Drei-Tore-Führung ging es dann in die zweite Drittelpause.

Auch Jonas Stettmer kommt immer besser in Form und ist der erhofft sichere Rückhalt im Eisbären-Tor. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel ging es für die Berliner nun darum, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und nicht mehr viel zuzulassen. Das klappte beim ersten Münchner Powerplay schon mal sehr gut. Auch das darauffolgende zweite Powerplay verteidigte man mit viel Leidenschaft und dank einem starken Jonas Stettmer weg.
Viele Fans rieben sich die Augen und fragten sich, ob das wirklich die Eisbären da unten auf dem Eis sind? Schließlich war es eine sehr schwere Hauptrunde, in der man lange um die direkte Playoff-Teilnahme bangen musste. Doch dank einer furiosen Siegesserie von fünf Spielen am Stück sicherte man sich doch noch das letzte direkte Viertelfinalticket. Vor allem spielerisch sah man eine komplett andere Mannschaft als in den ersten 47 Spielen. Man spielte endlich wieder Eisbären-Hockey und dominierte damit jeden Gegner. Egal ob Absteiger Dresden oder Hauptrundensieger Köln. Auch Mannheim und München fanden kein Mittel gegen die Eisbären, welche dem Gegner mit ihrem harten Forechecking unter die Haut fahren und wenig Raum und Zeit lassen. So sind die Berliner rechtzeitig zu den Playoffs wieder in Top-Form und dürften für jeden Gegner sehr unbequem zu spielen sein. Denn dass die Mannschaft von Trainer Serge Aubin eine Playoff-Mannschaft ist, weiß jeder. Und wenn diese Mannschaft einmal ins Rollen kommt, wird es sehr schwer, sie viermal in einer Serie zu besiegen. Hinzu kommt, dass die Eisbären noch lange nicht ihr bestes Eishockey spielen, sondern laut Aubin noch besser werden können.
Spielerisch passierte im Schlussdrittel nicht mehr viel. München versuchte es zwar nochmal in Überzahl, aber Jonas Stettmer war stets hellwach und zur Stelle. Somit konnten die Eisbären im letzten Drittel vor allem nochmal ihr Unterzahlspiel üben und überzeugten dabei durchgehend. Die Berliner verteidigten das im letzten Drittel mit großer Leidenschaft und als Team zu Ende. Und sie legten am Ende sogar noch das 5:1 durch Yannick Veilleux nach (58.).
Die letzten fünf Spiele waren ein großer Vorgeschmack auf die Playoffs, welche jetzt endlich beginnen. Und somit lautet ab sofort auch wieder das Motto: „Keine Gnade bis ins Finale!“