Playoff-Viertelfinale – Stand: 2:3 (5:1/1:2/2:4/1:2/2:1 n.V.)

Die Viertelfinalserie geht am Ostersamstag weiter: Die Eisbären Berlin haben Spiel fünf bei den Straubing Tigers mit 1:2 n.V. verloren und haben nun am Samstagnachmittag die zweite Chance, den Matchpuck zu verwandeln. Insgesamt war es heute einfach zu wenig, um am Ende als Sieger das Eis zu verlassen.
Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dadurch rotierte Jean-Sébastien Dea zurück in den Kader. Das führte zu Änderungen im Line-up. Les Lancaster nahm den Platz von Wissmann neben Jonas Müller ein. Die beiden anderen Verteidiger-Pärchen blieben unverändert.
In der Offensive blieben die ersten beiden Reihen gleich. Dea rückte in die Reihe zu Markus Vikingstad und Yannick Veilleux. Lean Bergmann rotierte aus dieser Reihe raus und stürmte zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer.
Die Ausgangslage war klar: Mit einem weiteren Sieg würden die Eisbären den Halbfinaleinzug perfekt machen. Bei einer Niederlage würde die Serie noch einmal in die Hauptstadt zurückkehren. Von daher lag der Druck vollends auf Straubing. Konnten die Tigers noch einmal zurückschlagen oder sicherten sich die Berliner den entscheidenden vierten Sieg?

Sorgte für das 1:0 im ersten Drittel: Eric Mik (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Die erwartete Druckphase der Tigers blieb zu Beginn des Spiels aus, weil die Eisbären selbst offensiv nach vorne spielten und hinten wie in den letzten drei Spielen sehr kompakt standen.
Erstmals nach rund neun Minuten gelang es den Niederbayern mal, sich im Angriffsdrittel festzusetzen und die Scheiben auf das Tor von Jonas Stettmer zu bringen. Vor größere Probleme stellte man den gebürtigen Straubinger Jungen damit aber nicht.
Probleme hatten dann aber die Tigers, denn Eric Mik brachte die Scheibe von oben auf das Tor und überwand Henrik Haukeland zum ersten Mal an diesem Abend. Die Scheibe wurde kurz vorher entscheidend abgefälscht – 1:0 (10.). Der erste Schritt Richtung Halbfinale war also gemacht und der Druck auf Straubing wurde immer größer.
Beide Teams konzentrierten sich bis hierhin vorrangig aufs Eishockey. Provokationen suchte man bisher vergebens. Hart umkämpft war die Partie trotzdem. Weitere Tore gab es nicht zu sehen und so nahmen die Eisbären eine knappe 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Wade Allison brachte die Tigers zurück ins Spiel. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Die Hausherren kamen wild entschlossen aus der Kabine und wollten den schnellen Ausgleich erzielen. Das Spiel verlagerte sich ins Drittel der Eisbären und die Tigers belohnten sich mit dem 1:1 durch Wade Allison (27.). Da hatten die Berliner zuvor die Scheibe schlecht geklärt.
Somit war die Hoffnung zurück am Pulverturm, dass man diese Serie doch noch ein letztes Mal nach Berlin schicken könnte. Aber die Eisbären wollten ihrerseits schnell eine Antwort auf den Ausgleich geben und erhöhten in der Folge den Druck auf das Tor der Tigers.
Für einen kurzen Moment mussten dann die Eisbären-Fans den Atem anhalten, denn Tim Fleischer war durch und wurde von Moritz Kretzschmar zu Fall gebracht. Die Hauptschiedsrichter ließen die Szene laufen, was die Straubinger Fans richtig wütend machte.
Nur kurze Zeit später kam Ryan Merkley zu einfach durch die Berliner Defensive und prüfte anschließend Jonas Stettmer, der die Eisbären vorm Rückstand bewahrte. Auch die Eisbären hatten nochmal ihre Chance, aber es blieb beim 1:1 nach 40 Minuten.

Beide Teams schenkten sich nichts. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Für das Schlussdrittel war also Hochspannung garantiert. Denn es stand vor allem für Straubing sehr viel auf dem Spiel. Die Niederbayern wollten die vorzeitige Sommerpause unbedingt verhindern, während die Eisbären ein freies Osterfest haben wollten. Die Spannung war zum Greifen nahe. Und die Hausherren schnupperten kurzzeitig am 2:1, doch Jonas Stettmer hatte etwas dagegen. Die Tigers waren in dieser Phase die bessere Mannschaft, konnten sich aber für den Aufwand nicht belohnen. Die Eisbären liefen nur hinterher und machten zu wenig für das Spiel. Bis zum Powerbreak wies die Torschussstatistik 6:1 für Straubing aus.
Acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kassierte Straubing die erste Strafzeit in dieser Partie und ermöglichte den Eisbären die große Chance zum 2:1. Aber das Berliner Powerplay erinnerte wieder an jenes aus der Hauptrunde, wo es das schlechteste der gesamten Liga war.
Inzwischen lief längst die Crunchtime und Straubing war erneut nah dran am Führungstreffer. Wade Allison hatte die dicke Chance, aber Stettmer rettete in höchster Not. Auf der Gegenseite hatten die Eisbären einen Zwei-auf-eins-Konter, welchen Liam Kirk vergab.
In der letzten Minute hatten die Hausherren nochmal dicke Chancen, aber die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation und so ging dieses fünfte Viertelfinalspiel in die Verlängerung.
Was in Playoff-Serien zwischen Straubing und Berlin nichts Neues ist. Und bisher gewannen stets die Eisbären am Ende die Verlängerung. Ging diese Serie auch heute weiter?
Den Niederbayern gehörten die ersten gefährlichen Aktionen, aber Jonas Stettmer behielt einmal mehr die Oberhand und ließ die Tigers wieder verzweifeln. Doch dann stand die Berliner Goalie noch mehr im Mittelpunkt, denn ausgerechnet in der Overtime bekamen die Straubinger ihr erstes Powerplay. Und dieses nutzten die Gastgeber durch Elis Hede in der 68. Spielminute. Damit bringen die Niederbayern die Viertelfinalserie zurück nach Berlin und beendeten zeitgleich den Overtime-Fluch gegen Berlin. Insgesamt gesehen haben die Eisbären heute zu wenig investiert, um die Serie bereits heute Abend zu beenden. Daher Glückwunsch an Straubing zum verdienten Sieg.




























