Playoff-Halbfinale – Endstand: 2:4 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V./2:5/1:4)

Diese Mannschaft lässt sich durch nichts aufhalten: Weder von Verletzungen noch vom Hauptrundensieger Kölner Haie. Mit 4:1 gewannen die Eisbären Berlin Spiel sechs der Halbfinalserie und entschieden am Ende die Serie mit 4:2-Siegen für sich. Damit stehen die Eisbären tatsächlich im DEL-Finale. Damit war zur Olympiapause nicht wirklich zu rechnen.
Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up nur minimal. Eric Mik kehrte zurück in die Verteidigung und verteidigte zusammen mit Les Lancaster. Moritz Kretzschmar rückte dafür an die Stelle des siebten Verteidigers, während Lennard Nieleck in die vierte Reihe ging und an der Seite von Eric Hördler und Manuel Wiederer stürmte.
Die Ausgangslage war klar: Köln musste gewinnen, um das vorzeitige Saisonende abzuwenden. Die Eisbären hingegen brauchten nur noch einen Sieg, um den dritten Finaleinzug in Folge perfekt zu machen. Gab es heute Abend die Entscheidung oder sorgten die Domstädter für den ultimativen Showdown am Mittwochabend?

Jonas Müller ist der Top-Torjäger der Eisbären in der Halbfinalserie und erzielte beim 1:0 seinen vierten Treffer gegen Köln. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Ausgeglichener Beginn in dieses möglicherweise entscheidende Spiel. Der erwartete druckvolle Start der Gastgeber kam nicht zu Stande, weil die Eisbären selbst aktiv am Spiel teilnahmen und hinten sehr kompakt standen. Erstmals Gefahr drohte nach rund vier Minuten, als die Haie das erste Powerplay in diesem Spiel hatten. Gregor MacLeod war am dichtesten dran, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam aber auch Yannick Veilleux zu einer Chance in Unterzahl. Ohne Gegentor überstanden die Berliner schlussendlich die erste Unterzahl dieses Spiels.
Danach hatten die Eisbären die erste Drangphase, aus der das 1:0 resultierte. Jonas Müller war es am Ende, der die Scheibe über die Linie drückte und bereits zum vierten Mal in dieser Halbfinalserie traf – 1:0 (7.). Das war genau der Start, den sich die Eisbären gewünscht hatten.
Und es sollte noch besser kommen. Freddy Tiffels legte blitzschnell das 2:0 nach. Ty Ronning brachte die Scheibe auf das Tor, Jean-Sébastien Dea konnte Janne Juvonen noch nicht überwinden, aber Tiffels staubte erfolgreich ab – 2:0 (10.). Direkt wurde es ruhiger in der Lanxess Arena und die Eisbären kamen in den Köpfen der Haie-Spieler an.
Köln hätte kurze Zeit später antworten können, doch der Schuss von Veli-Matti Vittasmäki traf nur den Pfosten. Bisher lief es überhaupt nicht für die Domstädter, welcher kein Mittel gegen starke Eisbären fanden.
Bis zur 16. Spielminute, denn da tunnelte Parker Tuomie Jonas Stettmer und verkürzte auf 1:2. Plötzlich war auch die Arena wieder wach und feuerte die Haie an, die kurz darauf das nächste Powerplay hatten. Daraus wurde sogar ein doppeltes Powerplay für satte 36 Sekunden. Schwierige Phase für die Eisbären jetzt, doch sie überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor und nahmen die knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Es war der erhoffte Playoff-Fight zwischen Köln und Berlin.(Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Früh im Mitteldrittel bekamen dann die Eisbären ihr erstes Powerplay und hatten somit die Chance, die alte Zwei-Tore-Führung wieder herzustellen. Vor allem, weil man für 53 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber wie Köln konnten auch die Berliner diese große Chance nicht nutzen, obwohl man dicke Chancen hatte. So blieb es hier weiterhin ein Ein-Tor-Spiel und die Spannung war zum Greifen nahe.
Köln nahm viel Selbstvertrauen aus der überstanden Unterzahlsituation mit und hatte danach eine richtig gute Drangphase, in der man die Eisbären im eigenen Drittel fest spielen konnte. Doch Kapital konnten die Gastgeber daraus nicht schlagen.
Auch die Eisbären versteckten sich hier keinesfalls und hatten ihrerseits durch Leo Pföderl, Marcel Noebels und Andreas Eder Riesenchancen, aber Janne Juvonen zeigte einmal mehr, warum er Spieler des Jahres geworden ist. Gleiches galt für Jonas Stettmer, der ebenfalls ein überragendes Spiel ablieferte.
Es war inzwischen der erhoffte Playoff-Fight auf höchstem Niveau, in dem es schnell hin und her ging. Auf beiden Seiten wurde es immer wieder gefährlich, weil beide Teams ihre offensiven Momente hatten. Zudem arbeiteten beide unglaublich hart in den Zweikämpfen, um am Ende den Puck zu erobern. Am Ende blieb es bei der knappen 2:1-Führung für die Eisbären, welche noch 20 Minuten vom Finale entfernt waren.

Jonas Stettmer zeigte eine überragende Leistung im Berliner Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Doch davor standen noch 20 harte Minuten in der Domstadt. Denn Köln hatte noch 20 Minuten Zeit, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Die Eisbären hingegen waren nur noch ein Drittel vom dritten Finaleinzug in Serie entfernt.
Beide Teams versuchten viel, doch die Defensivreihen ließen wenig Gefährliches zu. Was für die Eisbären nicht unbedingt schlimm war, denn Köln lief die Zeit hier so langsam aber sicher davon. Doch so richtig fiel den Gastgebern nichts ein, um das Berliner Abwehr-Bollwerk um Jonas Stettmer und seinen Vorderleuten mal zu knacken.
Je näher das Ende der regulären Spielzeit rückte, desto mehr hielten alle Fans die Luft an, wenn eine der beiden Mannschaften vor das gegnerische Tor kam. Die Haie-Fans versuchten nochmal ihre Mannschaft nach vorne zu brüllen, damit die Kölner doch noch den Ausgleich erzielen. Aber die Eisbären verteidigten mit enorm großer Leidenschaft und wenn doch ein Schuss durchkam, war Jonas Stettmer zur Stelle.
In der Schlussphase hatte Manuel Wiederer bei einem Drei-auf-eins-Konter die Chance zur Entscheidung, doch er ließ sie liegen. Kurz darauf nahm KEC-Trainer Kari Jalonen seine Auszeit und zog Janne Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Da waren noch rund drei Minuten zu spielen. Doch das nutzten die Eisbären durch Yannick Veilleux zur Entscheidung und machten damit zum dritten Mal in Folge den Finaleinzug perfekt – 3:1 (59.). Markus Vikingstad erhöhte sogar noch auf 4:1 (60.).
Damit schalteten die Eisbären tatsächlich den Hauptrundensieger und Top-Favoriten aus. Die Domstädter spielten eine überragende Saison, während die Eisbären eine von Verletzungen geplagte Hauptrunde spielten und nur als Sechster die Playoffs erreichten. Mit einer Finalteilnahme hatte im Umfeld der Eisbären niemand gerechnet und von daher ist dieser Erfolg nicht hoch genug anzurechnen. Die Eisbären trotzten dem Verletzungspech in der Hauptrunde und auch jetzt in den Playoffs. Und noch ist diese Reise nicht zu Ende, denn jetzt wartet im DEL-Finale der Erzrivale Adler Mannheim. Jetzt wollen die Eisbären diese Saison auch noch mit dem dritten Meistertitel in Folge krönen.






























