1:0-Sieg in Köln! Die Eisbären feiern den dritten Sieg in Folge

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #36:

Die Eisbären Berlin haben erstmals seit Mitte Oktober mal wieder drei Spiele in Folge gewonnen. Beim Hauptrundensieger Kölner Haie setzten sich die Berliner mit 1:0 (1:0,0:0,0:0) durch und verteidigten damit Platz sechs. Die Mannschaft lieferte über die gesamte Spielzeit eine konzentrierte Leistung ab und überzeugte mit enormer Leidenschaft. Rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt scheinen die Berliner in Fahrt zu kommen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zum Auswärtssieg in Nürnberg nicht. Anscheinend hat das Trainerteam endlich die Reihen gefunden, die zusammen harmonieren.

Die Ausgangslage war klar: Für Köln ging es maximal um das Einspielen für die Playoffs. Die Eisbären hingegen benötigen weiterhin Punkte, will man direkt ins Playoff-Viertelfinale einziehen.

Erzielte am Ende den Siegtreffer in Köln: Andreas Eder (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Ganze 27 Sekunden waren gespielt, da musste Markus Vikingstad direkt auf die Strafbank. Die Eisbären mussten also früh in Unterzahl ran, aber man verteidigte das mit viel Leidenschaft und überstand somit die erste brenzlige Situation in diesem Spiel.
Köln kam erwartet druckvoll ins Spiel und setzte die Eisbären früh unter Druck. Die Eisbären brauchten ein wenig, fanden dann aber auch ins Spiel. So entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie auf Augenhöhe.
Fortan durften auch die Eisbären erstmals in Überzahl ran, von Erfolg war dieses aber nicht gekrönt. Dennoch gelang den Hauptstädtern noch im ersten Drittel ein Treffer. Über Yannick Veilleux und Markus Vikingstad kam die Scheibe zu Andreas Eder, welcher Janne Juvonen erstmals an diesem Nachmittag überwinden konnte – 1:0 (19.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Feierte in Köln sein erstes Shutout in dieser Saison: Jonas Stettmer(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im zweiten Drittel wollten die Haie den Ausgleich erzielen und erhöhten die Schlagzahl. Für die Eisbären hieß es daher im Mitteldrittel vermehrte Defensivarbeit. Nach vorne ging dafür kaum etwas.
Die Eisbären überzeugten durch eine sehr konzentrierte Spielweise und wirkten auch sehr kontrolliert in ihrem Spiel. Dazu spielte man als Mannschaft und die Spieler unterstützen sich gegenseitig. Dazu war Jonas Stettmer mit starken Saves zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.
In der Schlussphase hatten die Domstädter nochmal ein Powerplay und setzten die Eisbären gehörig unter Druck. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor und führten auch nach 40 Minuten mit 1:0.

Am Ende jubeln die Eisbären über einen Auswärtssieg in Köln. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Somit standen den Eisbären noch 20 schwere Minuten bevor. Während Köln auf den Ausgleich drängte, hatten die Eisbären durchaus die Chance auf 2:0 zu erhöhen.
Den Gastgebern rannte so langsam aber sicher die Zeit davon. Aber Köln gab sich nicht auf und setze die Eisbären in den letzten zehn Minuten gehörig unter Druck. Die Berliner mussten alles geben, um das eigene Tor zu verteidigen. Wenn Köln aber zum Abschluss kam, war auf Jonas Stettmer Verlass.
Köln riskierte am Ende alles – Auszeit und Goalie raus. Der Druck wurde nochmal erhöht, aber die Eisbären verteidigten das stark zu Ende und entführten somit drei extrem wichtige Punkte.

Das Spiel heute war das Sonderzugspiel der Eisbären. Um kurz nach 5 Uhr ging es von Berlin-Lichtenberg aus Richtung Domstadt. Die Zugfahrt verlief ohne größere Vorkommnisse, so dass wir 15 Minuten früher Köln erreichten. Dass es das heutzutage noch gibt, die Deutsche Bahn ist über pünktlich. Wahnsinn!
Angekommen in Köln ging es für über 1.000 Eisbären-Fans per Marsch zur Lanxess-Arena, welchen die Haie-Fans mit großen Augen verfolgten.
Dass über 1.000 Eisbären-Fans heute anreisen würden, hatte sich scheinbar nicht bis nach Köln herum gesprochen, denn es waren sage und schreibe nur zwei Türen geöffnet. Und das geht einfach nicht, da sollte Köln mal dran arbeiten.
Neben dem Sieg der Eisbären auf dem Eis, feierten auch die Fans einen klaren Punktsieg auf den Rängen. Die Stimmung von den Köln-Fans war ehrlich gesagt schlecht. Die Mannschaft spielt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte und steht als Hauptrundensieger bereits fest. Doch anhand der Stimmung war davon nichts zu sehen. Erst in den letzten beiden Minuten erhob sich das Publikum und feuerte die Haie lautstark an.
Wie großartiger Support geht, haben dagegen die Eisbären gezeigt. Weiter geht’s am nächsten Wochenende mit den letzten beiden Spielen gegen Mannheim und München. Und für uns Fans im Sonderzug geht’s jetzt weiter Richtung Berlin.
Der Autor dieser Zeilen kommt somit mit drei Siegen aus drei Spielen von seiner Auswärtstour zurück. Ob ich jetzt der neue Glücksbringer bin?

5:4 in Nürnberg! Die Eisbären gewinnen einen wilden Schlagabtausch und erobern Platz sechs

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #35:

Die Eisbären Berlin haben direkt nachgelegt und den zweiten Auswärtssieg in Serie eingefahren. Nach dem Sieg in Dresden feierten die Berliner heute einen knappen aber verdienten 5:4-Auswärtssieg bei den Nürnberg Ice Tigers. Durch die zeitgleiche Niederlage von Konkurrent Bremerhaven haben die Hauptstädter damit den sechsten Platz erobert, welcher zur direkten Viertelfinal-Qualifikation berechtigen würde.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste vor dem Spiel die nächste Hiobsbotschaft verkraften, denn Verteidiger Korbinian Geibel zog sich eine Schulterverletzung zu und wird diese Saison nicht mehr spielen können. Durch den Ausfall rückte Moritz Kretzschmar an die Seite von Adam Smith. Ansonsten ließ Aubin erstmals seit ewiger Zeit alles unverändert. Was bleibt ihm auch anderes übrig, bei der angespannten Personalsituation.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Die Eisbären wollten im Kampf um Platz sechs nachlegen, während die Franken um wichtige Punkte im Kampf um Platz zehn kämpften. Dementsprechend stand viel auf dem Spiel und zudem ist es ja auch möglich, dass sich beide Mannschaften in den Pre-Playoffs gegenüber stehen.

Sammelte in Nürnberg seinen ersten Scorerpunkt in der PENNY DEL ein: Moritz Kretzschmar (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Vom ersten Bully weg merkte man beiden Mannschaften an, was hier auf dem Spiel stand. Dementsprechend intensiv ging es zur Sache. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft, auch nach dem Pfiff ging es immer rund. Beide Teams erspielten sich auch Chancen, konnten diese aber nicht verwerten. Was aber auch im ersten Drittel auffiel, waren die vielen Fehlpässe auf beiden Seiten. Dadurch entstand auch die ein oder andere Chance. Doch das torlose Unentschieden nach 20 Minuten war durchaus gerecht.

Traf in Nürnberg nach langer Zeit mal wieder für die Eisbären: Jean-Sébastien Dea (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel sollten dann aber endlich auch Tore fallen. Marcel Noebels eröffnete den Torreigen, in dem er seinen eigenen Abstauber verwertete – 1:0 (23.).
Doch Nürnbergs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht raus, die Zuordnung passte nicht so ganz und Evan Barratt glich zum 1:1 aus (25.).
In diesem Tempo ging es weiter und nun waren es wieder die Berliner, die trafen. Jean-Sébastien Dea kam im Slot zum Abschluss und überwand Evan Fitzpatrick – 2:1 (26.). Beim Torjubel war die Erleichterung der Nummer 17 zu sehen. Vielleicht ist ja bei ihm jetzt der Knoten geplatzt.
Die Eisbären waren kurze Zeit später in Überzahl und auch dort konnte man treffen – man glaubt es kaum, aber die Tendenz ist dort durchaus leicht steigend. Yannick Veilleux war am Ende der Torschütze und sorgte für eine vermeintlich beruhigende Zwei-Tore-Führung.
Spoiler: Es sollte nie Ruhe in dieses Spiel kommen, woran die beiden Hauptschiedsrichter nicht ganz unbeteiligt waren. Die Eisbären hatten nämlich fortan drei Unterzahlspiele in Folge und gerade die letzte Strafzeit gegen Markus Niemeläinen war sehr fraglich. Während die Eisbären die ersten beiden Unterzahlspiele stark weg verteidigten und ohne Gegentor blieben, führte genau die Strafzeit gegen den Finnen zum Anschlusstreffer. Und auch der war sehr fraglich, denn Jonas Stettmer wurde da klar behindert. Cole Maier war am Ende der Nutznießer – 2:3 (39.). Danach war dieses wilde Drittel zu Ende.

Erzielte das wichtige vierte Tor für die Eisbären: Eric Hördler (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel bestimmten Nickligkeiten weiterhin das Spiel. Die Hauptschiedsrichter sorgten mit ihren merkwürdigen Pfiffen für einiges Unverständnis bei allen Beteiligten. Sportlich wurde es erst wieder in den letzten zehn Minuten, als die Youngsters in Erscheinung traten. Moritz Kretzschmar auf Eric Hördler und der düpierte Nürnbergs Goalie Fitzpatrick – 4:2 (52.). Der erste DEL-Scorerpunkt für Kretzschmar. Herzlichen Glückwunsch Moritz!
Die Entscheidung war das aber noch lange nicht, denn es stand den 7.672 Fans in der ausverkauften Nürnberger Arena eine wilde Schlussphase bevor. Zunächst spielte Owen Headrick einen Sahnepass auf Julius Karrer, welcher an der blauen Linie lauerte und Jonas Stettmer keine Chance ließ – 3:4 (57.).
Nürnberg hatte nun wieder Hoffnung und deren Trainer Mitch O´Keefe zog seinen Goalie vom Eis. Das nutzte Liam Kirk aber aus und erhöhte auf 5:3 (58.).
Als Nürnberg dann auch noch eine Strafzeit kassierte, dachten alle, dass das Spiel entschieden wäre. Aber Thomas Heigl wollte nicht aufgeben und verkürzte in Unterzahl auf 4:5 (59.).
Die Franken versuchten am Ende nochmal alles und warfen alles rein, am Ende retteten die Berliner aber das knappe 5:4 über die Zeit und sicherten sich drei extrem wichtige Punkte.
Offensiv wirkte es wieder sehr stark, was fünf Tore belegen. Denn diese erzielte man auch schon in Dresden und beim letzten Sieg gegen Iserlohn. Defensiv wackeln die Berliner aber nach wie vor und daran gilt es zu arbeiten, denn die nächsten drei Gegner haben es in sich. Es geht gegen Köln, Mannheim und München. Dort werden solche Fehler eiskalt bestraft. Der Ausfall von Geibel kommt da natürlich zur Unzeit, denn so wird die Personaldecke in der Defensive immer dünner.

Die Eisbären Berlin melden sich mit einem wichtigen 5:2-Sieg in Dresden im Kampf um Platz sechs zurück

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #34:

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes von drei Auswärtsspielen in Folge gewonnen. Beim sportlichen Absteiger Dresdner Eislöwen setzten sich die Berliner verdient mit 5:2 durch und verkürzten dadurch den Rückstand auf Bremerhaven auf einen Punkt. Zwar war es erneut kein fehlerfreier Auftritt der Eisbären, aber zumindest ein konzentrierter über 60 Minuten.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste mit Mitch Reinke und Lean Bergmann auf die nächsten verletzten Spieler verzichten. Dafür rückte Eric Mik an die Seite von Markus Niemeläinen, während Adam Smith zurück in den Kader rotierte und an der Seite von Korbinian Geibel verteidigte.
Auch in der Offensive gab es Reihenumstellungen. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Reihe. Marcel Noebels, Rückkehrer Jean-Sébastien Dea und Liam Kirk stürmten in der zweiten Reihe. Yannick Veilleux, Markus Vikingstad und Andreas Eder spielten in der dritten Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Les Lancaster. Moritz Kretzschmar war zusätzlich mit im Line-up.
Und im Tor stand natürlich Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Für Dresden war die Saison sportlich gelaufen, trotzdem wollte man diese anständig zu Ende spielen. Für die Eisbären hingegen ging es noch um Platz sechs und die direkte Playoff-Qualifikation. Dafür braucht es aber Siege und den ersten wollte man in Dresden einfahren.

Les Lancaster tritt immer mehr als Torjäger in Erscheinung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel und dort machten die Eisbären von Beginn an deutlich, dass sie sich hier heute etwas vorgenommen hatten. Es dauerte keine zwei Minuten, da setzte Leo Pföderl Ty Ronning in Szene und der netzte ein zum 1:0.
Die Berliner wirkten von Beginn an sehr konzentriert und griffig in den Zweikämpfen. Zweikämpfe war auch das Stichwort, denn das Spiel war hart umkämpft. Wenn man bei den Eisbären zuletzt etwas kritisieren konnte, dann war es die Chancenverwertung. Doch im ersten Drittel war diese herausragend. Denn Les Lancaster stellte in der neunten Minute auf 2:0. Nach einem gewonnenen Bully stand er derart frei, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zu treffen. Das ging so schnell, dass wir es im Gästeblock gar nicht mitbekommen haben.
Die Eislöwen gaben aber nicht auf und wurden im Verlaufe des ersten Drittels immer mutiger. Das erste Powerplay der Partie bot die erste Chance zum Anschlusstreffer, doch die Eisbären überstanden die erste Unterzahl schadlos. Jedoch nicht das erste Drittel ohne Gegentor. Die Eisbären waren zu weit aufgerückt und luden Dresden zum Konter ein. Sebastian Gorcik verwertete diesen und sorgte 24 Sekunden vor der ersten Drittelpause für Hoffnung in Elbflorenz – 2:1.

Während Kai Wissmann (links) traf, lieferte sich Korbi Geibel (rechts) eine Schlägerei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein bisschen Nostalgie gab es in der Drittelpause, denn „Quaster“ von den Puhdys trat mit „Alt wie ein Baum“ auf. Emotional ging es weiter, denn in der 22. Spielminute wurde Tobi Eder gedacht, der an diesem Tag Geburtstag gehabt hätte. Wir vermissen dich, Tobi!
Sportlich gesehen legten die Hauptstädter nach. Der Kapitän selbst übernahm die Verantwortung und stellte auf 3:1 (26.).
Aber Ruhe kam trotzdem nicht rein, weil sich die Hausherren nicht aufgaben und auch ihre Chancen hatten. So blieb es eine enge Partie. Und diese sollte noch enger werden. Denn die Eislöwen ließen die Scheibe sehr gut laufen und am Ende musste Tomas Andres sie nur noch ins leere Tor schießen – 2:3 (35.).
Ein bisschen aus dem Nichts gab es dann kurz vor der zweiten Drittelpause noch einen Faustkampf zwischen Matthias Pischoff und Korbinian Geibel. Die Nummer 40 ist dafür ja nun weniger bekannt, hielt sich aber tapfer in diesem Fight. Anschließend war Drittelpause und die Eisbären lagen weiterhin mit einem Tor vorne.

Traf am Geburtstag seinen verstorbenen Bruders: Andreas Eder. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Einen klaren Punktsieg hatten derweil die Eisbären-Fans gefeiert, denn diese hatten das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht. Was aber nichts Neues ist, wenn die Eisbären auswärts von über 500 Fans unterstützt werden.
Im letzten Drittel wollten die Eisbären alle Zweifel am Ausgang dieses Spiels beseitigen und erhöhten dafür nochmal das Tempo. Und dann wurde es erneut emotional. Es lief die 48. Spielminute und Andreas Eder erhöhte am Geburtstag von Tobi Eder auf 4:2. Solche Geschichten schreibt nur der Sport!
Nur 26 Sekunden später sorgte Jonas Müller für die endgültige Entscheidung, als er zum 5:2 traf (49.).
Danach spielten es die Eisbären souverän zu Ende. Dresden versuchte zwar nochmal zum Anschlusstreffer zu kommen, aber letztendlich brannte hier nichts mehr an. Für die Eisbären waren es zum einen extrem wichtige drei Punkte, zum anderen war dieser Sieg aber auch wichtig für das Selbstvertrauen. Nichtsdestotrotz darf man aber nicht den Fehler machen, den Sieg zu hoch zu hängen. Denn es war am Ende „nur“ Dresden, was gar nicht negativ klingen soll. Aber von den verbleibenden vier Hauptrundenspielen treffen die Eisbären noch auf Köln, Mannheim und München. In diesen Spielen muss die Mannschaft von Trainer Serge Aubin ihr bestes Eishockey über 60 Minuten abrufen, die Fehler weiter abstellen und offensiv die Chancen eiskalt verwerten. Denn da warten andere Kaliber auf die Berliner. Bevor es aber gegen die drei genannten Teams geht, folgt am Freitagabend noch das Gastspiel im Frankenland bei den Nürnberg Ice Tigers.

1:3 gegen Bremerhaven: Die Eisbären verlieren das direkte Duell um Platz sechs – Das Szenario Pre-Playoffs rückt näher denn je

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #33:

Rückschlag im Kampf um Platz sechs: Die Eisbären Berlin haben das direkte Duell um Platz sechs gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 1:3 (1:2,0:1,0:0) verloren und weisen nun vier Punkte Rückstand auf die Pinguins auf. Man versuchte zwar viel, aber letztendlich fehlte vor dem Tor einfach das nötige Quäntchen Glück sowie das Durchsetzungsvermögen. Jenes hatten die Gäste einfach mehr und sicherten sich dadurch die wichtigen drei Punkte. Das Szenario Pre-Playoffs rückt also immer näher für die Eisbären Berlin.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute Verteidiger Eric Mik wieder zur Verfügung, dafür fehlte Adam Smith. Mik verteidigte an der Seite von Korbinian Geibel. Mitch Reinke rückte an die Seite von Markus Niemeläinen und nahm damit den Platz von Smith ein.
In der Offensive tauschten Lean Bergmann und Les Lancaster die Reihen. Der stürmende Verteidiger Lancaster, welcher gegen Iserlohn doppelt traf, stürmte in der ersten Reihe (!) an der Seite von Andreas Eder und Liam Kirk. Bergmann spielte in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Eric Hördler. 
Im Tor stand natürlich erneut Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Heute stand das direkte Duell der beiden Kontrahenten um Platz sechs an. Bremerhaven hatte vor dem Spiel einen Punkt Vorsprung auf die Eisbären. Zudem sprach die Bilanz der letzten sechs Spiele klar für die Pinguins, denn die gewannen die letzten sechs Spiele in Folge gegen die Berliner. Um heute Platz sechs zu erobern, mussten die Hauptstädter diese Serie aber beenden und endlich wieder einen Sieg gegen die Bremerhavener einfahren. Damit das klappte, mussten die Berliner ihr bestes Spiel über die gesamte Spielzeit abrufen, denn nur mit 20 Minuten gutem Eishockey würde man gegen Bremerhaven keinen Erfolg haben. Gelang das den Eisbären oder holten die Gäste von der Küste den wichtigen Sieg im Kampf um Platz sechs?

Choreo der Eisbären-Fanszene für Florian Busch. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Spiel stand natürlich ganz im Fokus von der ehemaligen Nummer 26 Florian Busch, welcher heute vor dem Spiel feierlich geehrt wurde. Im Rahmen der Bannerzeremonie wurde sein Trikot mit der Nummer 26 unter das Dach der Arena am Ostbahnhof gezogen. Vor fünf Jahren musste „Buschi“ seine einmalige Karriere aus verletzungsbedingten Gründen beenden. Er absolvierte in 18 Saisons für die Eisbären 793 Spiele und sammelte in diesen 477 Scorerpunkte (152 Tore/325 Assists). In Erinnerung blieb vor allem sein entscheidender Treffer in der Overtime in Köln, als er die Eisbären mit dem Treffer zum 2:1 zur Meisterschaft schoss und die LanxessArena verstummen ließ. Ebenso in Erinnerung blieb seine Ankunft am Flughafen Berlin damals, denn bis auf die Schlittschuh hatte „Buschi“ noch die komplette Ausrüstung an. Er war halt schon immer ein sehr spezieller aber unheimlich sympathischer Typ.
Bei der Ehrung gab es Videogrüße von ehemaligen Eisbären-Spielern wie Mark Beaufait, Sven Felski, Christoph Gawlik, Derek Dinger, Denis Pederson, Jimmy Sharrow, Stefan Ustorf, Alexander Weiß, Patrick Pohl und Steve Walker. Peter-John Lee hielt ebenso wie Florian Busch eine kurze Rede. Gänsehaut-Momente schon vor dem Spiel.

Nun hängt auch die Nummer 26 in Berlin unter dem Arenadach. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun die, ob die Ehrung ein schlechtes Omen für die Eisbären war. Denn nach Ehrungen haben die Eisbären nur selten ein Heimspiel gewonnen. Die erste Antwort gab es nach nicht einmal zwei Minuten, denn da gingen die Gäste von der Küste mit 1:0 in Führung. Mit Nino Kinder traf zudem ein Ex-Eisbär – auch nichts Neues mehr. Die Gäste kamen wild entschlossen heraus und setzten die Hausherren in der Anfangsphase mit aggressiven Forechecking gehörig unter Druck.
Dank des ersten Powerplays im Spiel konnten sich die Eisbären zumindest mal im Angriffsdrittel festsetzen und somit selbst für Entlastung sorgen. Chancen zum Ausgleich waren da, aber letztendlich spielte man es zu kompliziert und dann hatte Bremerhaven auch noch Kristers Gudlevskis im Tor.
Das Powerplay tat dem Spiel der Hausherren aber gut, die nun deutlich besser drin waren und sich auch gute Chancen erspielten. Doch diese konnten sie nicht nutzen.
Was machte Bremerhaven eigentlich in dieser Phase? Die konterten und erhöhten durch C.J. Smith auf 2:0 (13.). Das war natürlich ein Nackenschlag für die Berliner, welche in dieser Phase eigentlich nah dran waren am Ausgleich.
Bei angezeigter Strafzeit konnten sich die Berliner aber endlich belohnen. Marcel Noebels mit dem Pass auf Leo Pföderl, der vor dem Tor lauerte und die Scheibe nur noch ins leere Tor schießen musste – 1:2 (15.). Wenn die Eisbären die Scheibe schnell laufen, hat jede Mannschaft große Probleme damit. Das Problem: sie zeigen es zu selten in dieser Saison.
Neben dem Anschlusstreffer war auch die Situation danach wichtig für das Selbstvertrauen, denn die Eisbären überstanden ein durchaus gefährliches Powerplay der Gäste. In dieser Phase standen die Berliner wieder einmal unter Druck und konnten sich bei Jonas Stettmer bedanken, dass man weiterhin nur mit einem Tor hinten lag und mit diesem Spielstand auch in die erste Drittelpause ging.

Immer wieder gerieten die Spieler beider Mannschaften aneinander. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

In der Anfangsphase des zweiten Drittels kassierte Christian Wejse eine Spieldauerdisziplinarstrafe und ermöglichte den Berlinern somit eine dreiminütige Überzahl (die ersten zwei Minuten saß Lean Bergmann mit auf der Strafbank). Ganze zwei gefährliche Schüsse brachte man nur zu Stande und das ist für eine Mannschaft mit der Qualität, wie sie die Eisbären haben, einfach zu wenig und auch zu schlecht.
Die Eisbären erhöhten danach aber den Druck und drängten auf den Ausgleich. Aber teilweise wurde es auch zu kompliziert vor dem Tor gespielt oder aber es fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück.
Special Teams können solche wichtigen Spiele entscheiden und das hatten die Fischtowns verinnerlicht. Denn im Gegensatz zu den Eisbären nutzten die ihr Powerplay und stellten auf 3:1. Miha Verlic schaltete im Gewühl vor dem Tor von Jonas Stettmer am schnellsten und sorgte für das dritte Bremerhavener Tor an diesem Nachmittag (34.). Das die Scheibe so vor das Tor sprang, war natürlich auch ein bisschen glücklich.
Jenes Glück hatten die Eisbären bei ihren Chancen nicht, denn da sprang die Scheibe eher zu Gunsten von Bremerhaven als für Berlin. Denn das Bemühen konnte man den Eisbären weiterhin nicht absprechen.
Die Gäste aus Bremerhaven überzeugten derweil vor allem durch ihre sehr unfaire und unsaubere Spielweise. Eine zweite Spieldauer verhinderten lediglich die Hauptschiedsrichter. Das macht Bremerhaven inzwischen zu einer sehr unsympathischen Mannschaft. Diese führte nach 40 Minuten mit 3:1.

Nur einmal konnten die Eisbären Kristers Gudlevskis überwinden. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Vor den Eisbären lag im letzten Drittel also noch ein weiterer Weg, wollte man Punkte aus diesem so wichtigen Spiel mitnehmen. Man kam zwar zu Schüssen, jedoch stellten diese Kristers Gudlevskis eher selten vor Probleme, da er freie Sicht bei diesen hatte.
Die Eisbären waren die deutlich aktivere Mannschaft und versuchten viel, aber es kam zu wenig Gefährliches bei raus.
Nach dem Powerbreak konnten die Gäste mal für Entlastung sorgen, denn man hatte das nächste Powerplay. Doch die Unterzahl unterstanden die Eisbären ohne große Mühe und hatten nun noch rund sechs Minuten für die Aufholjagd. Bereits 3:24 Minuten vor dem Ende nahm Trainer Serge Aubin seine Auszeit und zog Goalie Jonas Stettmer vom Eis. Aber auch mit sechs Mann schaffte man es nicht, sich eine Top-Chance nach der anderen herauszuspielen. So brachten die Gäste das 3:1 souverän über die Zeit und sicherten sich die drei Punkte in der Hauptstadt. Platz sechs rückt so in immer weitere Ferne.

5:2 gegen Iserlohn: Les Lancaster glänzt mit Doppelpack beim Arbeitssieg gegen die Roosters

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #32:

Die Eisbären Berlin haben die erhoffte Reaktion gezeigt und ihr Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters mit 5:2 gewonnen. Komplett fehlerfrei war es zwar immer noch nicht, aber es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn man hat die Tore zu den richtigen Zeitpunkten erzielt. Allen voran Les Lancaster, der heute seine Torgefahr unter Beweis gestellt hat. An diese Leistung gilt es nun in den nächsten Spielen anzuknüpfen und dabei die Fehler weiter zu minimieren.

Im Vergleich zum letzten Spiel blieben heute Eric Mik und Jean-Sébastien Dea draußen. Dafür kehrten Les Lancaster und Jonas Müller zurück ins Line-up. Trainer Serge Aubin rotierte einmal komplett durch. In der Defensive spielten Kai Wissmann/Jonas Müller, Mitch Reinke/Korbinian Geibel sowie Adam Smith und Markus Niemeläinen zusammen.
In der Offensive bildeten Lean Bergmann, Andreas Eder und Liam Kirk die erste Reihe. Ty Ronning, Leo Pföderl und Marcel Noebels standen in der zweiten Reihe. Die dritte Reihe bestand aus Frederik Tiffels, Markus Vikingstad und Yannick Veilleux. Und in der nominell vierten Reihe stürmten Les Lancaster, Manuel Wiederer und Eric Hördler.
Im Tor stand erneut Jonas Stettmer, während Lennart Neiße wieder als Back-up auf der Bak saß.

Für die Eisbären war es das nächste wichtige Spiel im Kampf um Platz sechs. Nach der enttäuschenden Leistung am Mittwoch gegen Straubing wurde heute eine Reaktion der Mannschaft erwartet. Trainer Serge Aubin hatte gefordert, dass seine Mannschaft über die volle Spielzeit ihre Leistung abrufen muss und nicht nur für ein paar Minuten oder ein Drittel. Gab es die Reaktion gegen Iserlohn oder folgte der nächste ernüchternde Auftritt der Eisbären?

Es war die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den Eisbären und Iserlohn. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären waren von Beginn an bemüht und setzten sich auch immer mal wieder im Angriffsdrittel fest. Dort lief die Scheibe auch durchaus gut, aber im Abschluss mangelte es noch an der Genauigkeit. Doch man wusste die Defensive der Roosters gut zu beschäftigen. Iserlohn sorgte aber bei seinen Vorstößen auch immer mal wieder für Gefahr. Auf die erste Top-Chance der Partie mussten die Fans aber dennoch warten.
Im ersten Powerplay der Partie sorgten die Hausherren für gute Abschlüsse und belohnten sich am Ende mit der Führung. Die Eisbären ließen die Scheibe gut laufen und am Ende hämmerte Marcel Noebels seinen Onetimer ins Iserlohner Tor – 1:0 (17.).

Die Sauerländer hätten unmittelbar nach dem Rückstand antworten können, denn nun waren die Gäste vom Seilersee ein Mann mehr. Aber die Eisbären ließen nichts zu und überstanden die erste Unterzahl schadlos. Doch nur wenige Sekunden später kassierte man doch den Ausgleich. Man hatte Christian Thomas am langen Pfosten vergessen und der sagte artig „Danke“ – 1:1 (20.). Der Nackenschlag zum Drittelende, denn mit dem Unentschieden ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Iserlohns Goalie Andreas Jenike bekam einiges zu tun. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel begann mit einem schnellen Kontertor von Torjäger Liam Kirk. Der kam mit Speed über links ins Drittel und zog dann trocken ab. Andreas Jenike im Iserlohner Tor konnte der Scheibe nur noch hinterherschauen – 2:1 (22.).
Die Eisbären blieben auch danach am Drücker und wollten direkt das dritte Tor nachlegen. Iserlohns Goalie bekam nun einiges zu tun. Defensiv mussten die Eisbären einmal aufpassen und hatten letztendlich Glück bei einer Iserlohner Chance.
Nach dem Powerbreak durften die Eisbären erneut in Überzahl ran, aber diesmal konnte man es nicht nutzen und diesmal merkte man auch, warum man in dieser Disziplin auf dem letzten Platz ist. Eigentlich unverständlich bei der ganzen Qualität im Kader der Berliner.
Rund sechs Minuten vor dem Ende herrschte wieder mal Chaos vor dem Berliner Tor, in dessen Folge Iserlohn zur XXL-Chance zum Ausgleich kam. Zum Glück ging die Scheibe aber nur an die Latte.
In der Schlussphase durften beide Mannschaften nochmal in Überzahl ran. Die Eisbären ließen die Scheibe sehr gut laufen, verpassten aber immer wieder den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss. Auch Iserlohn ließ die Scheibe gut laufen, fand aber keinen Weg an Jonas Stettmer vorbei. So nahmen die Hausherren eine knappe 2:1-Führung mit in die Kabine.

Les Lancaster, hier im Zweikampf vor dem Tor, traf gegen Iserlohn doppelt.(Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im letzten Drittel erwischten die Eisbären den Traumstart. Der stürmende Verteidiger Les Lancaster hämmerte die Scheibe ins Iserlohner Tor und sorgte für eine erleichternde 3:1-Führung (42.).
Beruhigend war sie dennoch nicht, denn Iserlohn verkürzte nur wenige Augenblicke später in Überzahl auf 3:2. Colin Ugbekile war am Ende der Torschütze (44.).
So blieb die Partie spannend und beide Teams investierten nochmal alles. Die Eisbären hätten kurz vor dem Powerbreak für die Vorentscheidung sorgen können, doch den Drei-auf-eins Konter spielte man zu schlampig zu Ende. Der Pass von Noebels auf Ronning war zu ungenau, weshalb die Nummer neun den Schuss nicht im Iserlohner Tor unterbringen konnte.
Aber die Eisbären hatten ja heute Les Lancaster, der erneut den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte – 4:2 (51.). Ob man sich in München bereits ärgert, ihn nicht lizenziert zu haben?
In der Folge durften beide Mannschaften nochmal ihr Powerplay üben, wo beide Teams zu den schlechtesten der Liga gehören. Auch wenn beiden Mannschaften heute ein Treffer mit einem Mann mehr gelungen ist. Ein zweiter Treffer blieb beiden Teams in den Überzahlspielen zum Ende der Partie verwehrt.
Iserlohn riskierte am Ende nochmal alles – Auszeit und Goalie raus. Doch das nutzten die Hauptstädter zur endgültigen Entscheidung. Mit der Schlusssirene versenkte Markus Vikingstad die Scheibe im verwaisten Iserlohner Tor – 5:2 (60.). Danach war Schluss und die Erleichterung sichtbar zu spüren. Zumal Bremerhaven und Wolfsburg erneut für die Eisbären gespielt haben. Die Eisbären haben aktuell nur noch einen Zähler Rückstand auf den Sechsten Bremerhaven. Und die Pinguins sind am Sonntag der nächste Gegner. 

2:3 gegen Straubing: Mit dem ersten Gegentreffer kam die Verunsicherung ins Eisbären-Spiel

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #31:

Die Eisbären Berlin wollten ein erstes Zeichen im Kampf um Platz sechs setzen. Es endete jedoch in einer ernüchternden 2:3-Niederlage gegen die Straubing Tigers. Die Berliner wirkten anfällig in der Defensive, hatten zu viele Fehler in ihrem Spiel und spielten zu selten als Team zusammen. Zudem wirkte die Mannschaft nach dem ersten Gegentreffer komplett verunsichert und fiel in der Phase danach komplett auseinander. Zwar zeigte man anschließend durchaus das Bemühen, etwas drehen zu wollen, verzettelte sich jedoch zu sehr in Einzelaktionen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste am Anfang der Woche den Schock verdauen, dass Goalie Jake Hildebrand auf unbestimmte Zeit ausfällt und nach Patrick Khodorenko und Blaine Byron der nächste Langzeitverletzte beim Hauptstadtclub ist. Auch Jonas Müller fehlte heute gesperrt. Daher sahen die Verteidiger-Pärchen wie folgt aus: Kai Wissmann/Adam Smith, Eric Mik/Korbinian Geibel, Mitch Reinke/Markus Niemeläinen.
In der Offensive kehrten Manuel Wiederer und Markus Vikingstad zurück ins Line-up. Wiederer war Center zwischen Yannick Veilleux und Eric Hördler, Vikingstad zwischen Andreas Eder und Lean Bergmann. Ty Ronning, Liam Kirk und Freddy Tiffels bildeten die erste Reihe. Die zweite Reihe bestand aus Leo Pföderl, Jean-Sébastien Dea und Marcel Noebels.

Das erste von acht Endspielen stand für die Eisbären Berlin an. Während der Berliner jeden Punkt im Kampf um Platz sechs benötigten, kämpften die Niederbayern um wichtige Punkte im Kampf um Heimrecht im Viertelfinale. Für die Berliner ging es vor allem darum, endlich den vielen Worten auch Taten auf dem Eis folgen zu lassen. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Bremerhaven, drei Punkte beträgt aber auch nur noch der Vorsprung auf den Achten Wolfsburg. Das Szenario Pre-Playoffs schwebt mehr denn je über der Hauptstadt. Und an diese hat man in Berlin nicht die allerbesten Erinnerungen. Konnte man heute ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um Platz sechs setzen oder musste man den nächsten Nackenschlag einstecken?

Sorgte für die 1:0-Führung in Überzahl: Ty Ronning (Mitte/Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Beide Teams versuchten von Beginn an offensiv zu spielen, beim Abschluss fehlte es aber noch an der Genauigkeit. Ebenso hatten beide Teams noch viele Ungenauigkeiten in ihrem Spiel, weshalb die Partie auch sehr zerfahren wirkte in der Anfangsphase.
In der sechsten Spielminute führte eine dieser Ungenauigkeiten zur ersten Top-Chance. Straubing vertändelte die Scheibe im eigenen Drittel, Lean Bergmann schnappte sie sich und versuchte Henrik Haukeland auszuspielen. Doch er scheiterte am Straubinger Goalie und ließ das 1:0 liegen.
Lange Zeit passierte nicht viel auf dem Eis. Zwar waren beide Teams weiterhin bemüht, aber eben auch nicht fehlerfrei. Konnte das erste Powerplay der Partie für etwas Positives sorgen? Das schlechteste Powerplay der Liga durfte ran und nach gerade einmal acht Sekunden erzielte Ty Ronning das 1:0 für die Hausherren (14.). Er visierte die lange Ecke an und überwand Henrik Haukeland zum ersten Mal an diesem Abend.
Besonders aufmerksam agierte Lean Bergmann, der im ersten Drittel immer wieder für Torgefahr sorgte. Mit der Berliner Nummer zehn hatten die Niederbayern so ihre Schwierigkeiten. Mit der 1:0-Führung ging es anschließend in die erste Drittelpause.

Gleich dreimal schlug es im Mitteldrittel hinter Jonas Stettmer ein. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im zweiten Drittel hatten beide Teams die Ungenauigkeiten nicht abgestellt und luden damit den Gegner immer wieder zu Chancen ein. Diesmal waren es die Tigers, welche dadurch eine Zwei-auf-Null-Chance hatten, aber darüber zu überrascht und letztendlich zu verspielt vor dem Tor waren. Das hätte das 1:1 sein müssen!
Dieses fiel aber nur eine gute Minute später. Marcel Brandt hatte Jonas Stettmer überwunden und ließ das Spiel wieder von vorne beginnen – 1:1 (25.).
Und es sollte noch schlimmer kommen. Straubing kurz darauf mit dem ersten Powerplay und in diesem drehten die Tigers die Partie komplett. Erneut war es Marcel Brandt, der für die Gäste traf – 1:2 (27.). Das der torgefährlich ist, schien sich nicht bis nach Berlin herum gesprochen zu haben.
Mitten in das „Ost-Berlin“ hinein setzte Ryan Merkley den nächsten Nackenschlag für die Eisbären – 1:3. Die Defensive der Eisbären war überall und nirgendwo, aber nicht da, wo sie zu sein hat. Ein bitteres Mitteldrittel, welches noch lange nicht vorbei war.
Ein Powerplay hätte hier wieder für Spannung sorgen können, aber das man das schlechteste Powerplay der DEL hat, stellte man einmal mehr unter Beweis.
Vier Minuten vor Ende des zweiten Drittels arbeiteten die Berliner die Scheibe aber ins Tor und brachten die Hoffnung zurück in die Arena am Ostbahnhof. Andreas Eder war es am Ende gewesen, der die Scheibe eine klasse Kombination erfolgreich abgeschlossen hatte – 2:3. Genau solche Spielzüge sind es, welche die Eisbären in der Vergangenheit ausgemacht haben, doch diese sieht man in dieser Spielzeit einfach zu selten.
Die Tigers hatten in der Schlussphase in Überzahl nochmal die Chance, den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen, aber Jonas Stettmer verhinderte dieses und so ging es mit dem 2:3-Rückstand in die zweite Drittelpause.

Zwischenzeitlich wurde es auch sehr ruppig zwischen Berlin und Straubing. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel musste nun was von den Eisbären kommen, wollten sie dieses Spiel hier nicht verlieren. Man war auch bemüht, nach vorne was zu kreieren, aber es mangelte an der Genauigkeit im Abschluss. Straubing hingegen sorgte bei seinen Kontern immer wieder für Gefahr und schaffte es, die Eisbären im eigenen Drittel zu beschäftigen und so wertvolle Zeit von der Uhr zu nehmen.
Was die Berliner weiterhin nicht abgestellt hatten? Die Ungenauigkeiten in ihrem Spiel, was immer wieder zu Fehlpässen führte. Zudem wirkte es weiterhin so, als wollte man es mit der Brechstange im Alleingang versuchen, statt wie beim 2:3 auf Kombinationsspiel zu setzen. So blieb auch heute der Eindruck hängen, dass den viele Worten im Vorfeld kaum Taten auf dem Eis folgten. Es zieht sich wie ein roter Faden durch diese chaotische Saison.
Mitte des letzten Drittels durften die Berliner nochmal in Überzahl ran und da ließ man kurzzeitig die Scheibe auch gut laufen. Marcel Noebels hatte dann auch das 3:3 auf dem Schläger, sein Onetimer ging jedoch nur an den Pfosten. Doch insgesamt gesehen war es wieder kein gutes Powerplay. Auch das zieht sich durch diese Saison.
Den Eisbären rannten so ein wenig die Zeit davon und von einer Schlussoffensive war wenig zu sehen. Zu selten schaffte man es, sich mal im Angriffsdrittel festzusetzen. Und die Schüsse, welche man auf Henrik Haukeland abgab, stellten den Top-Goalie auch vor keine größeren Probleme.
Am Ende versuchte Trainer Aubin nochmal alles, zog seinen Goalie vom Eis und nahm die Auszeit. Man schmiss auch noch mal alles rein, doch am Ende wollte die Scheibe nicht über die Linie gehen. So blieb man im ersten Spiel nach der Olympiapause ohne Punkte und stellt fest: Es hat sich im Vergleich zu vor der Olympiapause rein gar nichts verändert. Den Worten sind also erneut keine Taten auf dem Eis gefolgt.

3:2 im Wintergame: Liam Kirk rettet die Eisbären und schießt sie zum Sieg in Dresden

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #30:

Die Eisbären Berlin haben das Wintergame bei den Dresdner Eislöwen mit 3:2 n.V. (0:0,1:1,1:1/1:0) gewonnen und damit im zweiten Wintergame ihren ersten Sieg eingefahren. Spielerisch war es alles andere als schön, aber man hat ja diesen Teufelskerl in seinen Reihen: Liam Kirk. Der Brite erzielte zwei Tore und war somit der Matchwinner für den Hauptstadtclub.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up leicht. Ty Ronning rückte in die Reihe mit Leo Pföderl und Liam Kirk. Dafür rückte Freddy Tiffels in die Reihe zu Marcel Noebels und Blaine Byron. Lean Bergmann und Jean-Sébastien Dea bekamen Andreas Eder in ihre Reihe. Eric Hördler und Yannick Veilleux stürmten mit Matej Leden. Die Verteidiger-Pärchen sahen wie folgt aus: Jonas Müller/Les Lancaster, Markus Niemeläinen/Mitch Reinke, Korbinian Geibel/Eric Mik, Norwin Panocha. Im Tor stand heute Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm. Adam Smith war überzählig.

Für beide Mannschaften galt in diesem Wintergame „Verlieren verboten!“. Die Eislöwen benötigten dringend Punkte für das „Wunder von Dresden“. Die Eisbären brauchten die Punkte im Kampf um Platz sechs. Zwar gingen die Eisbären als klarer Favorit in dieses Outdoorspiel, aber unterschätzen sollte man den Tabellenletzten keinesfalls.

Choreo der Eisbären-Fans. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Das Drumherum bei diesem Wintergame war einfach beeindruckend. Ein wunderschönes Stadion, eine atemberaubende Kulisse und eine überragende Choreo der Eisbären-Fans. Den Berlinern gehörte auch das erste Powerplay in diesem Spiel und somit bot sich den Eisbären früh die Chance zum perfekten Start in dieses Outdoorspiel. Die Eisbären ließen die Scheibe zwar gut laufen, aber der letzte Pass war noch zu ungenau, weshalb die Eislöwen die erste Unterzahl ohne Gegentor überstanden.
Die Eisbären versuchten druckvolles Eishockey zu spielen, während die Gastgeber auf Fehler der Gäste warteten, um dann schnell umzuschalten.
Auch das zweite Powerplay gehörte dem Hauptstadtclub, der die Scheibe erneut gut laufen ließ. Doch wie im ersten Überzahlspiel wollte auch diesmal der letzte Pass noch nicht gelingen. Aber dennoch sieht das Powerplay im Vergleich zu den letzten Wochen schon deutlich verbessert aus, weil man die Scheibe auch schneller laufen lässt.
Kurz darauf durften auch die Eislöwen erstmals mit einem Mann mehr ran, aber die Defensive der Eisbären machten die Räume sehr gut zu und so konnten auch die Gastgeber ihr Powerplay nicht nutzen.
In der Schlussphase des ersten Drittels ging es munter hin und her. Dresden schnupperte dabei zweimal kurz an der Führung. Doch die ersten 20 Minuten endeten torlos, waren aber dennoch durchaus ansehnlich.

Die Eisbären bejubeln das 1:1 von Liam Kirk. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Viereinhalb Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, da gingen die Eislöwen in Führung. Und diese war nicht mal unverdient. Sekunden zuvor rutschte die Scheibe bereits knapp am Tor vorbei, wenig später traf Tomas Andres zum 1:0 für die Eislöwen.
Das Spiel der Eisbären wirkte längst nicht mehr so druckvoll wie noch zu Beginn des Spiels. Auch im Powerplay wirkte man auf einmal behäbig und nicht so schwungvoll wie noch zuvor. Erst zum Ende hin wurde man etwas gefährlicher, konnte aber nach wie vor Jannik Schwendener nicht überwinden.
Es dauerte bis zur 34. Spielminute, ehe die Eisbären auf dem Scoreboard ankamen. Wenn gar nichts läuft, dann hat man immer noch Liam Kirk. Der Brite staubte erfolgreich ab – 1:1. Kirk ist und bleibt die Lebensversicherung der Hauptstädter. Der einzige Eisbär in Topform, während alle anderen Spieler ihre Form noch suchen. Jedenfalls wenn es um die dauerhafte Konstanz geht.
Nach dem Ausgleichstreffer waren die Berliner wieder besser drin im Spiel, mussten aber weiterhin hellwach hinten sein. Denn Dresden blieb gefährlich bei seinen Angriffen. Beim Stand von 1:1 ging es fortan in die zweite Drittelpause und der Ausgang des Wintergames mehr denn je offen.

Es war ein hart umkämpftes Wintergame zwischen Dresden und Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des letzten Drittels wirkten die Eisbären wieder druckvoller und zielstrebiger. Trainer Serge Aubin dürfte in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn mit dem bisherigen Auftritt in diesem Wintergame konnte er überhaupt nicht zufrieden sein. Aber die Defensive der Eislöwen verteidigte mit allem, was ihnen zur Verfügung stand und machte es den Eisbären so sehr schwer.
Danach verflachte die Partie wieder und wurde zunehmend taktischer. Man merkte beiden Mannschaften an, dass sie hier jetzt nicht den einen entscheidenden Fehler machen wollten. Denn je länger das Spiel dauerte, desto mehr war allen klar, dass dem nächsten Tor eine große Bedeutung beikommen würde.
Und so fiel 6:43 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 2:1 für die Eislöwen durch Alec McCrea. Ein Tor des unbedingten Willens, weil Dresden nachsetzte, während die Defensive der Eisbären abschaltete.
Nun rannte den Eisbären die Zeit davon, aber eine Schlussoffensive war nicht zu erkennen. Eher drängten die Eislöwen auf das dritte Tor. Der Tabellenletzte wollte den Sieg mehr als die Eisbären und das sagte so ziemlich alles über dieses Spiel aus.
Doch man sollte den DEL-Rekordmeister nicht so einfach abschreiben, denn 1:54 Minuten vor dem Ende staubte Ty Ronning für die Berliner zum 2:2 ab. Ein enorm wichtiger Treffer des Final-MVP von 2025.
So ging es beim Stand von 2:2 in die Verlängerung. Den 32.248 Zuschauern wurde hier also alles geboten beim Wintergame.

Und die Overtime dauerte nur ganze 14 Sekunden, dann schlug Liam Kirk zu und sorgte für Ekstase bei den Eisbären-Fans. Die Eisbären sind am Ende nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Denn spielerisch war es einfach wieder zu wenig, was die Berliner zeigten. Am Ende nimmt man aber die zwei Punkte mit, welche im Kampf um Platz sechs extrem wichtig sind.

6:3-Heimsieg gegen Augsburg: Wichtige drei Punkte, aber im letzten Drittel wackeln die Eisbären trotz einer 5:0-Führung

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #29:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Augsburger Panther mit 6:3 (2:0,2:0,2:3) gewonnen und damit drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze eingefahren. Die Art und Weise macht aber weiterhin Sorgen. Am Ende verspielte man fast noch eine 5:0-Führung. Während die Offensive mal wieder brillieren konnte, bleibt die Defensive das große Sorgenkind. Die Berliner kriegen einfach keine Konstanz in ihr Spiel hinein und liefern nach wie vor nicht über 60 Minuten ab.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up mal wieder. Man könnte fast meinen, damit war zu rechnen.
Jonas Stettmer stand im Tor, Jake Hildebrand bekam eine Pause. Alle Verteidiger-Pärchen wurden neu zusammengestellt: Mitch Reinke/Jonas Müller, Adam Smith/Markus Niemeläinen, Eric Mik/Korbinian Geibel.
In der Offensive blieb einzig die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. Yanncik Veilleux und Jean-Sébastien Dea bekamen Lean Bergmann an die Seite. Andreas Eder, Blaine Byron und Marcel Noebels wurden komplett neu zusammengestellt. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Les Lancaster, Matej Leden und Eric Hördler.

Die Spieler der Eisbären waren heute gefordert, endlich eine Reaktion zu zeigen. Sieben der letzten neun Spiele hatte man verloren. Trainer Serge Aubin forderte daher, dass seine Spiele in den Spiegel schauen und endlich ihre Leistung abrufen. Das sollte aber auch der Trainer mal selbst machen, denn es bleibt die Frage, inwiefern nützlich die ständigen Umstellungen vor und im Spiel sind. Das verunsichert die Spieler nur noch mehr. Und was die Mannschaft sowieso schon genügend hat, ist die pure Verunsicherung. Klappte heute der Turnaround oder rückten die Fuggerstädter bis auf sieben Zähler an die Eisbären heran?

Das 1:0 gegen Augsburg war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen von Liam Kirk. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Start war jedenfalls schon mal sehr gut, denn nach gerade einmal 40 Sekunden gingen die Berliner in Führung. Augsburg war noch im Tiefschlaf und hatte vollkommen vergessen, wie torgefährlich Liam Kirk ist. Der stand komplett frei am langen Pfosten und drückte die Scheibe ohne Probleme über die Linie – 1:0. Was würden die Eisbären nur ohne ihren Briten machen? Das war das 19. Tor in den letzten 16 Spielen. Überragende Quote für die Nummer 94. Marcel Noebels gab die Vorlage und erreichte damit den Meilenstein von 500. Scorerpunkten in der PENNY DEL. Glückwunsch Noebi! Seinen ersten Scorerpunkt holte er ebenfalls mit einem Assist beim Spiel seiner Krefeld Pinguine gegen die Düsseldorfer EG am 27.11.2009. Ja, diese beiden Mannschaften haben mal in der DEL gespielt…
Aber auch die Gäste versteckten sich nicht und sorgten dafür, dass Jonas Stettmer nicht langweilig wurde. Defensiv wirkten die Eisbären weiterhin anfällig, die Pässe wurden nicht sauber raus gespielt und so konnte sich Augsburg mehr im Drittel der Berliner aufhalten, als den Eisbären lieb war.
Es war die erwartet hart umkämpfte Partie, schließlich wussten beide Mannschaften, dass es um wichtige Punkte für die Playoffs geht. Die Panther wirkten dabei deutlich aktiver und gefährlicher als die Eisbären. Deren Angriffe fühlten sich wieder an, als wolle man mit dem Kopf durch die Wand. Man konnte von Glück reden, dass Jonas Stettmer wenigstens hellwach war, sonst hätte man sich hier schon längst ein oder zwei Tore gefangen.
Zum Drittelende durften die Eisbären erstmals in Überzahl ran und schlugen dort nach 22 Sekunden eiskalt zu. Leo Pföderl hatte abgezogen und dessen Onetimer schlug hinter Peyton Jones ein – 2:0 (19.). Die Eisbären überzeugten somit wenigstens offensiv mit ihrer Effektivität und führten mit 2:0 nach 20 Minuten. Beruhigend ist so eine Führung in dieser Saison aber bisher nie gewesen.

Korbinian Geibel traf zum 3:0 gegen Augsburg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel bot zu Beginn wenig Highlights. Für das erste sorgte Eric Mik, der ohne Not den Puck in der eigenen Zone vertändelte und Anthony Louis zur Chance einlud. Zum Glück ging dessen Schuss am Tor vorbei (24.).
Markus Niemeläinen sorgte derweil für den ersten nennenswerten Schuss der Eisbären nach knapp 28 Spielminuten. Mitte der Partie fuhren die Eisbären dann einen Drei-auf-eins-Konter und Lean Bergmann hatte die dicke Chance zum 3:0, aber er scheiterte an Jones. Nur wenige Sekunden später bereiteten Bergmann und Veilleux das 3:0 von Korbinian Geibel vor. Der Verteidiger hatte zu viel Zeit und Platz und visierte die Ecke ganz genau an (30.).
Nun waren die Eisbären die aktivere Mannschaft und dafür belohnten sie sich mit dem 4:0, welches nach Ansicht des Videobeweises anerkannt wurde. Adam Smith hatte abgezogen, Peyton Jones ließ die Scheibe prallen und am Ende war es Andreas Eder, der die Scheibe per Rückhand ins Tor beförderte (33.).
Augsburg geriet nun richtig unter Druck und hätte sich beinahe direkt das fünfte Tor gefangen. Die Eisbären hatten zum Ende auch nochmal ein Powerplay, doch auch in diesem konnten sie nicht nachlegen und gingen somit mit einer 4:0-Führung in die zweite Drittelpause.

Durfte heute mal wieder das Berliner Tor hüten: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Was passiert, wenn man die Scheiben einfach mal auf das Tor bringt, hat man in der 42. Spielminute gesehen. Adam Smith hatte abgezogen, Blaine Byron hielt die Kelle in den Schuss und fälschte somit entscheidend zum 5:0 ab (42.). Sein 50. DEL-Tor, Glückwunsch Blaine!
Gerade in den letzten Spielen war dies ja ein großes Problem der Berliner, dass man einfach nicht geschossen hatte. Heute hatte man aber Lust auf Toreschießen und zog daher auch mehrfach ab.
Augsburg wollte hier aber nicht ohne Treffer nach Hause fahren und so gelang Riley Damiani der Anschlusstreffer – 5:1 (45.). Nur 46 Sekunden später durften die Fuggerstädter und ihr Anhang wieder jubeln, Alexander Blank hatte auf 5:2 verkürzt. Mal wieder eine Paradebeispiel dafür, wenn man sein Spiel nicht durchzieht und kurz abschaltet. Das bestraft jede Mannschaft in dieser Liga.
Freddy Tiffels musste wenig später nach einem Check gegen die Bande für fünf Minuten in die Kühlbox. Zum Glück mussten die Eisbären aber nur drei Minuten Unterzahl spielen, da Antony Louis wegen unnötiger Härte ihm für zwei Minuten auf die Strafbank folgte. Aus den drei Minuten Powerplay wurde am Ende sogar ein doppeltes Überzahlspiel für ganze 48 Sekunden. Dieses konnte der AEV nicht nutzen, dafür aber das einfache. Chaos vor dem Eisbären-Tor, Jonas Stettmer lag bereits am Boden und erneut war Riley Damiani der Torschütze – 5:3 (54.).
Nun war hier also wieder Spannung in der Arena und Augsburg bis auf zwei Tore dran. Rund drei Minuten vor dem Ende nahm AEV-Trainer Bill Peters seine Auszeit und zog zudem seinen Goalie vom Eis, um es fortan mit sechs Spielern zu versuchen. Doch das nutzte Freddy Tiffels für die endgültige Entscheidung – 6:3 (58.). Und für die Beruhigung der Nerven, denn die wurden in diesem letzten Drittel schon wieder ordentlich strapaziert.
Am Ende steht ein wichtiger 6:3-Heimsieg gegen Augsburg, über die Art und Weise gilt es aber im Team zu reden. Denn nach einem 5:0 darf man es nicht nochmal so spannend machen, wie es die Berliner heute gemacht haben. Und zudem muss man in den nächsten Spielen jetzt auf den guten Sachen aus dem Spiel aufbauen und endlich eine Siegesserie starten. Denn ansonsten war der heutige Sieg wieder nicht viel wert.

2:3-Niederlage gegen Frankfurt: Die Eisbären Berlin sind endgültig in der Krise angekommen

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #28:

Neues Jahr, alte Gewohnheiten: Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt mit 2:3 (1:0,0:2,1:1) verloren und damit die sechste Niederlage in den letzten sieben Spielen kassiert. Dabei enttäuschten die Eisbären einmal mehr auf ganzer Linie. Die pure Verunsicherung ist weiterhin zu spüren. Statt auf Platz sechs zu schauen, sollte man viel lieber nach unten schauen und die Pre-Playoffs sichern.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up nur minimal. Jonas Müller und Adam Smith sowie Korbinian Geibel und Eric Mik waren neue Verteidiger-Pärchen. Alles andere blieb unverändert.

Gab es heute eine Reaktion der Eisbären auf zuletzt fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen? Die Zeit der vielen Worte ist vorbei, es werden nun Taten verlangt, will man wenigstens Platz sechs nach der Hauptrunde erreichen. Und vor allem will man endlich ein Team da unten auf dem Eis sehen, welches zusammen für den Erfolg kämpft. Man hat immer wieder die vielen Fehler im Spiel angesprochen, konnte sie aber bisher nicht abstellen. Startete das neue Jahr mit einem Sieg oder gab es erneut die Story von „und täglich grüßt das Murmeltier“?

Die gewöhnliche Einlaufshow fiel aus, weil die Eisbären den 70. Geburtstag von EHC-Legende Peter-John Lee gebührend feierten. Herzlichen Glückwunsch auch von uns, Pete! Und die Gratulanten auf dem Videowürfel ließen sich auch sehen: u.a. Jens Baxmann, Sven Felski, Campino, die DEL-Geschäftsstelle, Georg Friedrichs von der GASAG, Gerry Fleming und Craig Streu, Stefan Ustorf, Jason Dunham, Duanne Moeser und Larry Mitchell sowie Florian Busch.

Matej Leden brachte die Eisbären früh in Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Keine drei Minuten waren gespielt, da beschenkten auch die Spieler Peter-John Lee mit dem Führungstor. Eric Mik hatte vom rechten Bullykreis abgezogen und Matej Leden entscheidend abgefälscht. Bereits sein zweites Saisontor.
Die Hessen meldeten sich erst nach rund sieben Minuten mit dem ersten gefährlichen Abschluss an. Doch Jake Hildebrand war hellwach und parierte den Schuss. Danach wirkte es für eine kurze Zeit wieder etwas wackelig in der Defensive, Frankfurt konnte das aber nicht nutzen.
Nach dem Powerbreak hatten die Berliner das erste Powerplay der Partie, wirkten in diesem auch sehr bemüht, aber um am Ende erfolgreich zu sein, fehlte noch ein ganzes Stück.
Während man offensiv durchaus bemüht war, für Gefahr zu sorgen, wirkte man in einigen Situation vor dem eigenen Tor wieder anfällig.
Kurz vor Ende des ersten Drittels durften die Frankfurter auch zum ersten Mal in Überzahl ran. Jake Hildebrand wurde auch mehrmals geprüft, hielt die Null aber bis zum Drittelende fest.

War mal wieder die ärmste Sau auf dem Eis: Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch zu Beginn des zweiten Drittels wurden die Eisbären mehr im eigenen Drittel beschäftigt, als ihnen lieb war. Daher verwunderte der Ausgleich durch Maksim Matushkin auch nicht (26.). Der Verteidiger (!) hatte aber auch zu viel Platz beim Abschluss. Generell waren da alle Frankfurter frei.
Es sollte aber noch schlimmer kommen. Powerplay für die Hessen und Daniel Pfaffengut sorgte für die erstmalige Frankfurter Führung – 2:1 (28.).
Nun musste eine Reaktion der Eisbären kommen, aber diese kam nicht. Defensiv wirkte man weiterhin verunsichert, die Angriffe nach vorne wirkten ideenlos. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Tor von Jake Hildebrand, der einem mal wieder nur Leid tun konnte.
Da auf dem Eis wenig Spannendes passierte, habe ich mir mal die Spielerbank der Eisbären angeschaut. Da war kaum eine Reaktion zu erkennen – weder bei den Spielern noch beim Trainerteam. Außer bei einem Icing-Pfiff. Das wirkt alles schon sehr merkwürdig gerade…
Und was kommt von der Hartmut-Nickel-Kurve? Lustige Wechselgesänge mit Frankfurt! Sorry, aber da unten läuft gerade so einiges schief und die Mannschaft könnte vielleicht mal einen Wachmacher von außen gebrauchen. Aber wem eine Fanfreundschaft wichtiger ist als der Erfolg der eigenen Mannschaft… Mit dem 1:2-Rückstand ging es in die zweite Drittelpause.

Liam Kirk traf auch gegen Frankfurt und bleibt die Lebensversicherung der Eisbären. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch zu Beginn des Schlussdrittels war keine Besserung in Sicht. Das Bemühen will ich der Mannschaft nicht absprechen, aber es fehlte einfach an allem vor dem Tor. Die Pässe kamen nicht an, der Schuss wurde im falschen Moment gesucht und wenn er doch rechtzeitig kam, war ein Frankfurter Spieler oder Goalie Mirko Pantkowski zur Stelle. Ein Mix aus Pech und Unvermögen.
Was aber gerade zu diesem Zeitpunkt der Saison und bei dem straffen Spielplan vor der Olympiapause große Sorgen bereitet. Und dann noch gegen den Tabellenvorletzten, dem man ansah, dass er hier um die Punkte kämpfte.
Als die Eisbären aber in Überzahl waren, gelang ihnen der Ausgleich. Und es konnte nur Liam Kirk sein, der trifft – 2:2 (48.). Der Brite wird mehr denn je zur Lebensversicherung der Eisbären.
Doch die Freude währte nicht lange, denn die Löwen fuhren den Konter, Matthew Wedman spielte die Scheibe quer rüber auf Jakob Lilja und der brachte die Hessen wieder in Führung – 2:3 (50.).
Nun waren die Hausherren wieder gefordert, wollten sie die Niederlage im ersten Spiel des neuen Jahres noch abwenden. Man lief zwar an, aber man fand einfach kein Mittel gegen die sehr kompakt stehende Abwehr der Frankfurter. Das wirkt aber halt alles sehr einfallslos, was die Jungs da unten auf dem Eis versuchen.
Trainer Serge Aubin versuchte derweil nochmal alles und zog seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Half aber auch alles nichts mehr. Frankfurt brachte das 3:2 über die Zeit und fügte den Eisbären die nächste schmerzvolle Niederlage zu.

4:6-Niederlage in Bremerhaven: Zu viele unnötige Fehler führen am Ende zur Niederlage und den Absturz auf Platz sieben

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #27:

Die Eisbären Berlin haben das so wichtige Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:6 (1:2,3:1,0:3) verloren und mussten damit dem heutigen Gegner Platz sechs überlassen. Mal wieder waren die Berliner nicht bereit und haben vor allem ihren Worten vor dem Spiel keine Taten folgen lassen. Zu viele unnötige Fehler und zu komplizierte Angriffe. Was mir nach wie vor auffällt, die Eisbären spielen zu selten als Team und verzetteln sich in Einzelaktionen. Einige Leistungsträger laufen ihrer Normalform hinterher, man hat nach wie vor zu viele Passagiere im Team, wie es Serge Aubin immer beschreibt. Goalie Jake Hildebrand im Tor ist die ärmste Sau und wenn man Liam Kirk nicht hätte, würde es vermutlich noch düsterer aussehen. Da treffen die Aussagen von Serge Aubin und Marcel Noebels von vergangener Woche mehr denn je zu, als beide unabhängig voneinander sagten, dass man nur gemeinsam aus diesem Schlamassel herauskommt und einer alleine nicht reicht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste im Vorfeld die nächsten Hiobsbotschaften verkraften, gaben die Berliner doch die Ausfälle von den Stürmern Manuel Wiederer und Markus Vikingstad bekannt. Die Seuche zieht sich gefühlt durch die komplette Saison der Eisbären. So kam es natürlich zu Veränderungen im Line-up.
In der Defensive kehrte Jonas Müller nach seiner Sperre zurück und verteidigte an der Seite von Adam Smith. Die anderen beiden Verteidiger-Pärchen blieben unverändert. Norwin Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieb die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. In der zweiten Reihe bekamen Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea Yannick Veilleux an die Seite gestellt. Die dritte Reihe bildeten Eric Hördler, Blaine Byron und Lean Bergmann. Die vierte Reihe bestand aus Matej Leden, Andreas Eder und Les Lancaster.
Jake Hildebrand hütete das Tor, während Jonas Stettmer erneut nur der Platz als Back-up auf der Bank blieb.

Colt Conrad war einer der auffälligsten Spieler von Bremerhaven. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war beiden Mannschaften anzumerken, was hier auf dem Spiel stand. Dementsprechend hart umkämpft und taktisch geprägt war die Partie. Beide Mannschaften versuchten zunächst einmal defensiv sicher zu stehen und so wenig Fehler wie möglich zu machen. Man fuhr zwar auch Angriffe, die Schüsse stellten beide Goalies aber vor keine großen Probleme.
In solch engen Duellen entscheiden dann meistens die Special Teams und so verwunderte es auch nicht, dass das 1:0 in Überzahl fallen sollte. Lean Bergmann kassierte die erste Strafzeit der Partie, Bremerhaven hatte das erste Powerplay und schlug nach gerade einmal zehn Sekunden zu. Die Pinguins fanden direkt ihre Formation, sahen die Lücken in der Berliner Defensive und Alex Friesen sorgte für das 1:0 (12.).
Nach dem Gegentreffer merkte man den Eisbären wieder die pure Verunsicherung an. Bremerhaven wollte den Schwung des Führungstreffers nutzen und deckte die Abwehrschwächen der Berliner schonungslos auf. Die Eisbären mit zu wenig Bewegung, Bremerhaven überspielte die Abwehr mit einem einfachen Pass und Colt Conrad erhöhte auf 2:0 (16.). Das ging viel zu einfach und es ist auch nicht das erste Mal. Solche zu einfachen Gegentreffer schluckte man zuletzt immer wieder. Man lernt einfach nicht daraus und begeht diese Fehler immer wieder.
Die Berliner gaben aber nur 24 Sekunden später die richtige Antwort. Liam Kirk schloss seinen Angriff blitzsauber ab und brachte die Eisbären zurück ins Spiel – 2:1 (17.).
Dieser Treffer gab den Eisbären nochmal neuen Schwung und man spielte druckvolle letzte Minuten, konnte sich aber nicht mit dem Ausgleich belohnen.

Im Moment die Lebensversicherung der Eisbären Berlin: Liam Kirk (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Dieser gelang den Hauptstädtern dann aber nach nur 37 Sekunden im Mitteldrittel. Und wo würden die Eisbären stehen, wenn sie diesen genialen Briten nicht in ihren Reihen hätten? Liam Kirk glich zum 2:2 aus und ließ die Partie wieder von vorne beginnen (21.).
Aber die Eisbären konnten das Momentum nicht für sich nutzen und kassierten viel zu schnell wieder das 2:3. Miha Verlic ließ die Pinguins wieder jubeln und sorgte für Frust bei den Eisbären-Fans, welche heute übrigens mit vier Bussen und etlichen Selbstfahrern angereist waren und somit für einen überragenden Support gesorgt hatten (24.).
Bremerhaven war in der Folge die gefährlichere Mannschaft und hätte durchaus nachlegen können, ließen ihre Chancen jedoch ungenutzt. Lean Bergmann versuchte seine Mannschaft dann mit einem Faustkampf gegen Justin Büsing wachzurütteln. Was Wirkung zeigte, denn nur 30 Sekunden später gelang den Eisbären der Ausgleich zum 3:3. Und wer konnte nur treffen? Natürlich! Liam Kirk machte seinen Hattrick perfekt (36.)
In der Schlussphase drehten die Eisbären dann etwas überraschend die Partie und gingen erstmals in Führung. Andreas Eder schloss einen Konter eiskalt ab – 4:3 (37.). Damit lagen die Berliner nach 40 Minuten vorne, was aus Sicht von Trainer Aubin unverdient war. Das sagt eigentlich schon alles über das Spiel aus.

Im Moment die ärmste Sau im Team: Goalie Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Diese Führung, mit der man ins Schlussdrittel startete, hätte der Mannschaft doch nun Aufschwung geben müssen und man hätte diesen im letzten Drittel sehen müssen. Aber die Berliner tauchten einfach zu selten vor dem Tor von Leon Hungerecker auf, während Bremerhaven immer mehr den Druck erhöhte. Folgerichtig fiel das 4:4 durch Ziga Jeglic, der das auch überragend gemacht hatte – muss man einfach mal anerkennen (45.).
Die Hausherren erhöhten fortan den Druck und setzten die Berliner mit aggressiven Forechecking immer wieder stark unter Druck. Während Bremerhavens Angriffe gefühlt immer gefährlich waren, verzettelten sich die Eisbären in ihren Angriffen in Einzelaktionen. Zu oft verpasste man den richtigen Zeitpunkt zum Passen oder zum Abschluss, drehte im Angriff wieder ab und fuhr planlos hinter das Tor. Da merkte man deutlich, dass dieser Mannschaft ein Plan fehlt, wie man für Torgefahr sorgen kann. Bremerhaven hatte es ja vorgemacht.
Als sich alle schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, schockten die Pinguins die Eisbären. Colt Conrad setzte sich trotz Druck vom Gegner stark durch, legte die Scheibe schlau auf Nicolas Krämmer ab, welcher sie über die Linie stolperte – 4:5 (58.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, zogen ihren Goalie zu Gunsten des sechsten Feldspielers vom Eis, was Bremerhaven jedoch zur Entscheidung ausnutzte. Nino Kinder hatte abgezogen, Lean Bergmann wollte auch mal Torhüter „spielen“ und fälschte die Scheibe entscheidend ab – 4:6 (59.). Geht Bergmann da nicht in den Schuss, geht die Scheibe vermutlich vorbei. Aber das passt eben ins Bild der zu einfachen Fehler im Spiel der Eisbären, womit man immer wieder für Gegentore sorgt. Man weiß um dieses Problem, spricht die Fehler immer wieder an und sagt, dass man daran arbeitet und es dann besser macht. Doch die Mannschaft lässt diesen Worten einfach zu selten Taten auf dem Eis folgen. Und das nervt mich persönlich einfach zu sehr. Heute hatte man die dicke Chance, Bremerhaven vorerst auf Abstand zu halten und leistet sich dann wieder einmal diese unnötigen Fehler.
Ich habe nichts gegen Niederlagen, weil sie zum Sport dazugehören. Aber es kommt immer wieder auf das Wie an und das stört mich einfach. 22 Gegentore in den letzten drei Auswärtsspielen sind einfach zu viel. Man schenkt diese Gegentore immer wieder zu leicht her. Man unterstützt sich einfach zu selten auf dem Eis. Auch die Kommunikation untereinander war schon mal deutlich besser.
Gefühlt hat diese Mannschaft mit nur drei Reihen besser gespielt als jetzt mit vier Reihen. Das Fehlen von Spielern wie Kai Wissmann und Ty Ronning wiegt dann doch zu sehr. Aber man selbst sagt immer wieder, dass man sich darauf nicht ausruhen will und man genügend Spieler im Kader hat, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Doch im Moment sind es einfach zu viele Passagiere im Team und ein Liam Kirk alleine kann dich nicht auf Dauer retten.
Nach dem Spiel liest man dann wieder die selben Worte vom Trainer und fühlt sich an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Weil es immer wieder dieselben Floskeln sind, man dann aber nur in einem Spiel eine Verbesserung sieht. Im nächsten Spiel verfällt man wieder in den alten Trott. Ich bin gespannt, wie man auf das heutige Spiel in den beiden Heimspielen am Wochenende reagieren wird. Die Mannschaft muss nun langsam mal Taten folgen lassen, sonst geht der Blick in der Tabelle nur noch nach hinten, aber nicht mehr nach vorne.