4:0-Heimsieg gegen Iserlohn: Liam Kirk und Ty Ronning treffen erneut, Jonas Neffin feiert beim Debüt einen Shutout

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #4:

Viertes Spiel, dritter Sieg: Die Eisbären Berlin haben auch das zweite Spiel an diesem Wochenende gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters setzte man sich am Ende problemlos mit 4:0 (1:0,3:0,0:0) durch. Während die Offensive wieder Tore produzierte, ließ die Defensive hinten nichts anbrennen. Wobei man dazu sagen muss, dass Iserlohn die Berliner Abwehr auch nicht vor die aller größten Probleme stellte.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Verteidiger Mitch Reinke zurückgreifen, dafür fehlte Korbinian Geibel in der Defensive. Was jedoch rein dem Zweck der Rotation galt. Reinke nahm dessen Platz an der Seite von Eric Mik ein. Dazu startete heute Jonas Neffin im Tor, während Jack LaFontaine als Back-up auf der Bank Platz nahm. Alles andere blieb unverändert im Line-up.

Die Eisbären trafen heute auf den Tabellenletzten aus dem Sauerland. Gerade gegen die Schlusslichter der PENNY DEL taten sich die Berliner in der Vergangenheit häufig schwer. In der vergangenen Saison konnte man aber beide Heimspiele gegen Iserlohn gewinnen. Setzte sich diese Serie heute fort oder konnten die Roosters in der Hauptstadt den ersten Saisonsieg einfahren?

Torjubel der Eisbären über das 1:0 von markus Vikingstad. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Vikingstad trifft im Powerplay

Von Beginn an war es ein schnelles Spiel, in dem die Zweikämpfe hart umkämpft waren. Beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und zogen dann direkt vor das Tor. Die Eisbären hatten dann auch früh das erste Powerplay, doch das war zu Beginn noch nicht so gefährlich wie am Freitagabend in Köln.
Leo Pföderl hatte Mitte des ersten Drittels das 1:0 auf dem Schläger, aber IEC-Goalie Andreas Jenike rettete in höchster Not und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand in der Hauptstadt. Die Berliner dominierten das Spiel gegen den Tabellenletzten aber klar. Hinten ließ man wenig Gefährliches zu, während man vorne am Führungstreffer arbeitete. Diesen erzielte man im zweiten Powerplay der Partie. Die Eisbären zogen ihr Powerplay geduldig auf, Mitch Reinke und Jean-Luc Foudy spielten sich die Scheibe an der blauen Linie zu, Reinke hatte abgezogen und Markus Vikingstad fälschte vor dem Tor entscheidend ab – 1:0. Die hochverdiente Führung, was auch die Schussstatistik aussagte – 11:0 zu Gunsten der Eisbären.
Die Gäste aus dem Sauerland meldeten sich danach zwar auch mal an, aber Jonas Neffin hielt die 1:0-Pausenführung seiner Mannschaft fest.

Symbolbild: Die Eisbären bringen Iserlohn zu Fall. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Wiederer trifft erneut in Unterzahl

Früh im Mitteldrittel durften die Gäste aus dem Sauerland erstmals in Überzahl ran und hatten damit die Chance auf den schnellen Ausgleich. Doch daraus wurde nichts, denn es kam der große Auftritt von Manuel Wiederer: Er klaute einem Iserlohner Spieler stark die Scheibe, marschierte alleine auf Jenike zu und ließ den Iserlohner Goalie alt aussehen – 2:0 (22.). Bereits das dritte Saisontor der Nummer 21 – zwei davon erzielte der Stürmer in Unterzahl! Ein überragender Saisonstart von Wiederer.
Auch in der Folge wurde es immer wieder brenzlig vor dem Tor der Roosters. Die Effektivität der Eisbären ließ bis hierhin aber zu Wünschen übrig.
Was fehlte in diesem Spiel noch? Richtig, ein Tor von Liam Kirk oder Ty Ronning. Letzterer bediente Kirk und der britische Nationalstürmer spazierte ungestört durch die Iserlohner Defensive und stellte problemlos auf 3:0 (34.). Iserlohn muss sich die Frage gefallen lassen, wie man einen so torgefährlichen Spieler so schlecht verteidigen kann, wie es die Roosters bei diesem Gegentor gemacht haben. DEL-Niveau hatte das bei weitem nicht. Aber das traf auch insgesamt gesehen auf den Auftritt der Sauerländer zu. Was 18:6-Schüsse zu diesem Zeitpunkt auch statistisch gesehen noch einmal unterstrichen.
35,4 Sekunden vor dem Ende erhöhte die Top-Reihe der Eisbären auf 4:0. Über Liam Kirk und Freddy Tiffels kam die Scheibe zu Ty Ronning, der damit auch im vierten Spiel in Folge traf. Das „Duo Infernale“ liefert und liefert und liefert. Mit diesem souveränen Vorsprung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Feierte direkt im ersten Spiel für die Eisbären einen Shutout: Goalie Jonas Neffin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Iserlohn arbeitet am Anschlusstreffer, aber Jonas Neffin feiert am Ende den Shutout

Damit war die Partie im Grunde genommen auch entschieden, denn Iserlohn erweckte in den ersten 40 Minuten nicht den Eindruck, dass sie im Schlussdrittel nun auf einmal vier Tore schießen würden. Dennoch gab sich die Mannschaft von Trainer Stefan Nyman nicht auf und arbeitete am Anschlusstreffer. Doch der ehemalige Iserlohner Goalie Jonas Neffin hatte etwas dagegen. Er hielt weiterhin die Null und wurde dabei auch sehr stark von seinen Vorderleuten unterstützt. Das galt auch für das Iserlohner Powerplay, in dem er keine Scheibe durch ließ.
Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Eisbären mussten nicht mehr tun als nötig war, Iserlohn arbeitete weiter am Anschlusstreffer. Doch es sollte nichts mehr passieren, weshalb die Eisbären das Spiel souverän mit 4:0 gewannen.

6:5 n.P. in Köln: Neuzugang Jean-Luc Foudy entscheidet Tor-Festival in der Domstadt

Die Eisbären Berlin haben ihren ersten Auswärtssieg der neuen DEL-Saison gefeiert. Am Ende setzte man sich bei den Kölner Haien in einem verrückten Spiel mit 6:5 nach Penaltyschießen durch. Es war ein wildes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem die Eisbären bis zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eigentlich schon als der sichere Sieger aussahen. Doch am Ende holte man Köln wieder zurück ins Spiel, sicherte sich aber dank Jack LaFontaine und Jean-Luc Foudy den Zusatzpunkt in der Domstadt.

Bei den Eisbären gab Jean-Luc Foudy heute sein DEL-Debüt. Trainer Éric Dubois stellte ihn an die Seite von Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Gabriel Fontaine rückte in die Reihe zu Andreas Eder und Leo Pföderl. Eric Hördler spielte stattdessen in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Tobias Krestan. Rihards Griva stand dafür nicht im Kader. Auch Mitch Reinke fehlte heute im Line-up. Alles andere blieb unverändert. Somit stand auch heute wieder Jack LaFontaine im Tor. Jonas Neffin nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Nach dem man in den ersten beiden Saisonspielen bereits auf die Straubing Tigers (Viertelfinalgegner 2026) und die Adler Mannheim (Finalgegner 2026) traf, machten die Eisbären die Serie heute komplett und trafen auf ihren letztjährigen Halbfinalgegner Köln. Die Domstädter hatten natürlich noch jede Menge Wut im Bauch, ließen doch die Hauptstädter die Kölner Meisterträume in den letzten beiden Jahren (Finale 2025/Halbfinale 2026) wie eine Seifenblase platzen. Gelang den Kölnern heute die Revanche in der Hauptrunde oder triumphierten am Ende erneut die Eisbären in der Domstadt?

Für einen Spieler war es ein sehr besonderes Spiel: Marcel Noebels traf nach zwölf Jahren in der Hauptstadt erstmals auf seinen Ex-Verein. Wie torgefährlich die ehemalige Nummer 92 ist, wissen sie in Berlin nur allzu gut. Konnten die Eisbären ihren Ex-Spieler stoppen oder schenkte Noebels seinem Ex-Verein einen Puck ein?

Traf direkt im ersten Duell gegen seinen Ex-Verein: Marcel Noebels (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgerechnet Marcel Noebels trifft zum 1:1 gegen die Eisbären

49 Sekunden war die Partie alt, da tauchte Tim Fleischer alleine vor Jack LaFontaine auf. Aber der Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand und verhinderte somit den Kölner Traumstart.
Den legten dann aber die Eisbären hin. Powerplay für die Berliner und in einer etwas unübersichtlichen Situation lag auf einmal die Scheibe im Tor. Freddy Tiffels chippte die Scheibe vor das Tor, wo Ty Ronning als Letzter am Puck war – 1:0 (4.). Im dritten Spiel das dritte Saisontor vom kleinen Wirbelwind.
Die Antwort der Domstädter ließ aber nicht lange auf sich warten. Und diese Geschichten schreibt nur der Sport: Denn ausgerechnet Marcel Noebels sorgte für den 1:1-Ausgleich. Patrick Russell mit dem Pass auf Noebels, welcher viel zu viel Zeit im Slot hatte und per Onetimer auf 1:1 stellte (8.). Noebels verzichtete aber auf einen überschwänglichen Torjubel.
Die Freude währte jedoch nur 39 Sekunden, denn dann schlugen die Eisbären wieder zurück. Ty Ronning auf Liam Kirk und der britische Nationalstürmer brachte die Eisbären wieder in Führung – 2:1 (9.). Das „Duo Infernale“ schlug also auch in der Domstadt wieder zu.
Kirk hätte im nächsten Powerplay beinahe das 3:1 nachgelegt, doch bei seinem Alleingang traf er nur das Gestänge. Im selben Powerplay fuhren die Domstädter aber auch einen Zwei-auf-eins-Konter, bei dem Ryan MacInnis das 2:2 auf dem Schläger hatte. Freddy Tiffels rettete aber im letzten Moment und klärte kurz vor der Torlinie.
In der Schlussminute gelang den Hausherren bei angezeigter Strafzeit aber dann doch der Ausgleich. Brady Austin packte einen satten Handgelenkschuss aus und stellte 36,5 Sekunden vor dem Ende auf 2:2. So stand es auch nach furiosen 20 Minuten.

Nickligkeiten gehören zum Duell Köln vs. Berlin immer dazu. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln geht erstmals in Führung, aber Berlin dreht das Spiel zurück

Köln begann das Mitteldrittel mit einem Powerplay und wie zu Beginn des Spiels hatte Tim Fleischer die erste dicke Chance. Diesmal nutzte er diese aber aus und brachte die Haie erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2 (21.). 46 Sekunden waren da gerade einmal im zweiten Drittel gespielt.
Wie in der Kurpfalz hatte der Titelverteidiger eine Führung verspielt. Aber noch war genügend Zeit, um etwas Zählbares aus Köln mit nach Berlin zu nehmen. Und die Eisbären spielten auch weiterhin nach vorne, fanden aber keinen Weg vorbei an KEC-Goalie Janne Juvonen.
Den fand dann aber Markus Vikingstad, der das nächste Powerplaytor für die Eisbären erzielte. Der Norweger staubte eiskalt vor dem Tor ab und schenkte Juvonen das dritte Tor ein. Somit ging der DEL-Klassiker wieder von vorne los.
Und die Eisbären drehten das Spiel wieder zurück. Andreas Eder mit dem Schuss und dem 4:3. Da sah Janne Juvonen überhaupt nicht gut aus (36.). Kurz darauf die große Chance, erstmals an diesem Abend eine Zwei-Tore-Führung herauszuspielen, als man erneut ein Mann mehr auf dem Eis war. Doch diese Chance konnte man nicht nutzen und nahm somit nur die 4:3-Führung mit in die Kabine.

Jack LaFontaine streckte sich nach jedem Puck. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln rettet sich dank furiosem Schlussspurt in die Verlängerung

Im Schlussdrittel kassierte Juvonen dann direkt das nächste krumme Gegentor. Neuzugang Foudy brachte die Scheibe aufs Tor, von Juvonen prallte sie an Juhani Tyrväinen und von dem aus ins Tor – 5:3 (42.)
Dieser Treffer zog den Haien so ein wenig den Zahn. Denn Köln tat sich in der Folge schwer, gefährliche Chancen zu kreieren. Die Eisbären waren in dieser Phase dem 6:3 näher als Köln dem 4:5.
Erst in der Schlussphase investierten die Domstädter nochmal alles, um hier das Unmögliche noch möglich zu machen. Man setzte die Eisbären stark unter Druck und kam auch zu guten Chancen. Aber Jack LaFontaine wurde zum Endgegner der Kölner und ließ sie reihenweise verzweifeln.
Als Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers sein Tor verließ, schlugen die Hausherren aber doch noch zu. Und natürlich war es erneut Marcel Noebels, der gegen seinen Ex-Verein traf – 4:5 (58.).
Auf einmal war hier nochmal Spannung in der Lanxess Arena. Und Moritz Müller hatte kurz darauf die dicke Chance zum 5:5-Ausgleich, als er frei vorm Berliner Tor zum Abschluss kam, aber an LaFontaine nicht vorbei kam.
Kapitän Kai Wissmann nahm dann eine sehr ungünstige Strafzeit wegen Spielverzögerung, was Köln ein doppeltes Powerplay ermöglichte. Und das für satte 91 Sekunden. Diese Chance ließ sich Köln natürlich nicht nehmen und glich durch Patrick Russell tatsächlich noch aus – 5:5 (59.).
Dieser Schlussspurt der Haie sorgte für eine Verlängerung, die man bis zur 58. Spielminute nicht mehr für möglich gehalten hatte. Aber die Haie machten enormen Druck, von dem sich die Eisbären nicht mehr befreien konnten. Und da man zuvor die Entscheidung nicht erzwingen konnte, musste man sich vorerst mit einem Punkt begnügen.

In der Overtime bekam man dann aber die Chance zum Sieg auf dem Silbertablett serviert, da man ein Powerplay bekam. Und zweimal hatte man in dieser Partie ja schon mit einem Mann mehr getroffen, weshalb Trainer Éric Dubois die Auszeit nahm und Dan Lambert den Spielern letzte Anweisungen mit auf den Weg gab. Doch diese halfen nicht, denn die Haie überstanden diese Unterzahl ohne Gegentor. Da kein Treffer in den fünf Minuten fiel, kam es zum Penaltyschießen.

Erzielte im ersten DEL-Spiel direkt den Gamewinner im Penaltyschießen: Jean-Luc Foudy (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch in diesem kam es zur Verlängerung. Denn die ersten drei Schützen auf jeder Seite vergaben ihren Penalty jeweils. Erst der sechste Schütze auf Seiten der Eisbären sorgte für die Entscheidung. Und es war am Ende tatsächlich Neuzugang Jean-Luc Foudy, der als einziger Schütze seinen Penalty verwandelte. Somit sicherte er seiner neuen Mannschaft hier den wichtigen Zusatzpunkt.

3:4-Niederlage in Mannheim: Eisbären verspielen frühe 2:0-Führung und kassieren die erste Saisonniederlage

Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim knapp mit 3:4 (2:2, 0:1,1:1) verloren. Trotz eines Traumstarts und einer 2:0-Führung nach 120 Sekunden, verlor man am Ende beim Erzrivalen. Am Ende waren es zu viele einfache Fehler im Spiel, ein schwaches Powerplay im Vergleich zur CHL und zu ungenaue Abschlüsse in der Offensive.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Kapitän Kai Wissmann und Stürmer Freddy Tiffels zurückgreifen. Wissmann rückte direkt wieder an die Seite von Jonas Müller. Adam Smith rückte dafür an die Seite von Brandon Davidson. Mitch Reinke war als siebter Verteidiger dabei, Moritz Kretzschmar rotierte aus dem Kader raus.
Tiffels rückte direkt in die erste Reihe zu Liam Kirk und Ty Ronning. Gabriel Fontaine rotierte aus der Reihe raus und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Alles andere blieb unverändert.
Im Tor stand erneut Jack LaFontaine, Jonas Neffin saß als Back-up auf der Bank.

Es war das erste Aufeinandertreffen seit der Finalserie 2026, in der sich die Eisbären mit 4:1-Siegen durchgesetzt hatten. Im Vergleich zur Hauptrunde hatten die Berliner im Finale alle drei Auswärtsspiele gewonnen. In der Hauptrunde setzte es zwei derbe Niederlagen (1:7/5:8.) Welche Eisbären bekam man heute zu sehen: die aus den Playoffs oder die aus der Hauptrunde?

Jonas Müller eröffnete den DEL-Klassiker mit dem 1:0 nach 56 Sekunden. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach 120 Sekunden führen die Eisbären bereits mit 2:0 im Ufo

Furioser Start in der SAP Arena: Jonas Müller verwertete einen Zuckerpass von Ty Ronning und schoss die Scheibe ins leere Mannheimer Tor – 1:0 (1.). Ganze 56 Sekunden war die Partie gerade einmal alt gewesen.
Und es kam noch besser: 120 Sekunden waren gespielt, da traf Ty Ronning zum 2:0 (2.). Zweimal hatten die Hauptstädter auf ihren ehemaligen Goalie Jake Hildebrand geschossen, zweimal schlug es hinter ihm ein. Das hatte sich der Ex-Berliner sicherlich komplett anders vorgestellt.
Wie reagierten die Hausherren? Die schlugen nur 63 Sekunden später zurück und verkürzten durch Anthony Greco auf 1:2 (4.).
Aber nochmal zurück zu den Eisbären und dem Duo Infernale: Liam Kirk und Ty Ronning hatten schon wieder jeweils zwei Scorerpunkte eingefahren. Der britische Nationalstürmer Liam Kirk stockte sein Punktekonto damit auf bereits vier Punkte auf, Ronning auf fünf. Was für überragende Zahlen dieser beiden Ausnahmestürmer.
Danach hatten beide Mannschaften jeweils ein Powerplay. Während die Eisbären ihres nicht nutzen konnten, schlugen die Kurpfälzer zurück. Und wie sollte es in Überzahl auch anders sein: Matthias Plachta bekam die Scheibe am rechten Bullykreis und sein Onetimer schlug in der kurzen Ecke ein – 2:2 (10.).
Danach kehrte erst einmal Ruhe ein in den DEL-Klassiker nach dieser turbulenten Anfangsphase zwischen den beiden Erzrivalen. Bis zum Drittelende passierte nicht mehr fiel und so stand es 2:2 nach 20 Minuten.

Tom Kühnhackl brachte die Adler erstmals an diesem Nachmittag in Führung. (Archivfoto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim dreht das Spiel gegen Berlin

Auch das zweite Drittel begann rasant. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen dann schnell zu guten Abschlüssen. Doch sowohl Jake Hildebrand als auch Jack LaFontaine ließen zunächst keine weiteren Scheiben durch.
Bis zur 26. Spielminute, da spielte Max Calce einen sensationellen No-Look-Pass auf Tom Kühnhackl, der frei vor LaFontaine auftauchte und diesen eiskalt verlud – 2:3. Die Adler hatten also die Partie komplett gedreht.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben, Mannheim hatte aber leichte Vorteile. In der Schlussphase durften die Berliner nochmal in Überzahl ran, doch das funktionierte bis hierhin überhaupt nicht. Mannheim war in Unterzahl sogar gefährlicher als die Eisbären. Und auch die letzte dicke Chance gehörte den Hausherren. Luke Esposito tauchte frei vor LaFontaine auf, doch der neue Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand. So nahmen die Hauptstädter einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Manuel Wiederer traf erneut. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Schütz kontert Wiederer und entscheidet das Spiel

Auch im Schlussdrittel schenkten sich beide Mannschaften nichts. Keiner will dieses Prestige-Duell verlieren, dementsprechend engagiert spielten beide Teams hier. Mannheim bekam dann die Chance zur Vorentscheidung, als sie erneut in Überzahl ran durften. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Eric Hördler setzte stark nach und erkämpfte die Scheibe, Korbinian Geibel brachte die Scheibe aufs Tor, wo Manuel Wiederer entscheidend abfälschte und seinen ehemaligen Kollegen Hildebrand düpierte – 3:3 (49.).
Aber die Reaktion der Adler ließ nicht lange auf sich warten. Kaum waren die Eisbären wieder komplett, brachte Justin Schütz Mannheim per Abstauber wieder in Führung – 3:4 nur 69 Sekunden später (50.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, eine Antwort auf den Rückstand zu geben. Dafür hatte man auch ein Powerplay kurz danach, aber dieses wurde überhaupt nicht gefährlich. Auch in der Folge konnte man sich nicht mehr entscheidend festsetzen und verlor somit erneut ein Auswärtsspiel in der Hauptrunde in Mannheim. Aus diesem Spiel wird man definitiv lernen und es im nächsten Spiel besser machen.

4:2 vs. Straubing: Die Eisbären starten mit einem Heimsieg in die Ära nach Serge Aubin

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #3:

Der Titelverteidiger eröffnet die neue DEL-Saison mit einem Heimsieg. Gegen die Straubing Tigers setzten sich die Eisbären Berlin knapp mit 4:2 (1:0,2:0,1:2) durch, mussten am Ende aber nochmal um die ersten drei Punkte der neuen Saison zittern. Vermeintlich souverän führte man bis rund neun Minuten vor Spielende mit 3:0, ehe Straubing daraus nochmal eine richtig enge Kiste machte. Doch Eric Mik erstickte sämtliche Straubinger Hoffnung auf etwas Zählbares im Keim.

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten (saß noch eine Sperre aus der letzten Saison ab), weshalb Eric Mik an die Seite von Korbinian Geibel rückte. Alles andere blieb in der Defensive unverändert.
In der Offensive änderte sich lediglich etwas in der vierten Reihe, weil Mik zurück in die Abwehr rotierte. So standen nur Manuel Wiederer und Rihards Griva in der vierten Reihe.
Im Tor vertraute Dubois Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Alles war angerichtet für den DEL-Saisonstart: Die Eisbären Berlin empfingen die Straubing Tigers zur Neuauflage der letztjährigen Viertelfinalserie. Während die Hauptstädter in den Playoffs der Angstgegner der Niederbayern sind, waren die Tigers in der vergangenen Saison in der Hauptrunde der Angstgegner der Eisbären. Drei der vier Duelle gingen an Straubing – darunter auch beide Spiele hier in der Arena am Ostbahnhof. Setzte sich diese Serie auch in der neuen Saison fort oder konnten die Hauptstädter direkt das erste Spiel gegen Straubing für sich entscheiden?

Vor Spielbeginn wurde es aber zunächst einmal noch emotional, denn die Meisterschaft 2026 wurde gebührend gefeiert. Neben einem Video wurde natürlich wie gewohnt das bereits zwölfte Meisterbanner unter das Dach der Arena gezogen.

Der erste Torjubel der neuen DEL-Saison. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer eröffnet die neue DEL-Saison

Der Spielbeginn passte zur Stimmung in der Arena, wo beide Fanlager gegen Donnerstagsspiele protestierten. Diese sind den Fanszenen seit Jahren ein Dorn im Auge, weshalb bis zum ersten Powerbreak auf Stimmung verzichtet wurde. Die Straubinger Fans verließen sogar fast komplett den Gästeblock. Erst nach rund fünf Minuten musste Jack LaFontaine erstmals rettend eingreifen. Bis dahin war es noch recht ereignislos gewesen.
Man merkte beiden Mannschaften die Sommerpause noch so ein wenig an. Der Rost war noch nicht komplett runter und das Spiel wirkte bis hierhin sehr zäh. Immerhin kam aber nun wieder so ein wenig Eishockey-Feeling auf, als die Hartmut Nickel Kurve mit ihrem Support begann.
Die erste richtig gute Chance für die Eisbären gab es nach rund zwölf Minuten zu bestaunen. Ein schöner langer Aufbaupass, eine Ablage und Liam Kirk mit dem Schuss, doch Jakub Skarek lenkte die Scheibe über das Straubinger Tor. Kurz darauf leitete erneut ein langer Pass die nächste Chance ein, als Ty Ronning frei zum Abschluss kam. Doch auch der Berliner Torjäger konnte den neuen Straubinger Goalie nicht überwinden.
Ansonsten bestimmten vor allem Zweikämpfe das erste Drittel. Beide Teams kämpften verbissen um jede Scheibe. Doch drei Minuten vor der ersten Drittelpause fand Manuel Wiederer die Lücke in der Defensive der Niederbayern und versenkte die Scheibe im langen Eck – 1:0 (17.).
Kurz darauf hätten die Hausherren in Überzahl beinahe das 2:0 nach gelegt, doch die Tigers retteten sich mit dem knappen 0:1-Rückstand in die erste Drittelpause.

Das neue Meisterbanner hängt unter der Arena am Ostbahnhof. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Liam Kirk und Ty Ronning mischen Straubing auf

Im zweiten Drittel ging es ganz schnell. Über Jonas Müller und Ty Ronning kam die Scheibe zu Liam Kirk und der ließ sich nicht zweimal bitten – 2:0 (22.). Der britische Nationalstürmer knipste also direkt im ersten Spiel und zeigte, dass der Tor-Knoten auch mal ganz früh in der Saison platzen kann.
Die Niederbayern waren aber auf der Suche nach einer Antwort und bekamen die dicke Chance in doppelter Überzahl. Ganze 40 Sekunden war die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft mit zwei Mann mehr auf dem Eis und hatte das 2:1 auf dem Schläger. Doch Jack LaFontaine kratzte die Scheibe mit dem Schläger in letzter Sekunde von der Linie. Was für ein Save, der ihm natürlich viel Applaus von den Rängen einbrachte.
Und Straubing durfte direkt danach nochmal für 41 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren. Schwierige Phase für den DEL-Rekordmeister, der aber mit allem verteidigte, was ihm zur Verfügung stand. Dazu wuchs Neuzugang Jack LaFontaine im Tor über sich hinaus und strahlte dabei eine unglaubliche Ruhe aus. Ohne Gegentor kamen die Eisbären aus diesem Unterzahlspiel raus – überragend!
Dafür nutzten die Hauptstädter ihre Chancen. Zwei-auf-eins-Konter von Liam Kirk und Ty Ronning, Letzterer erhöhte schlussendlich auf 3:0 (37.). Gegen diese beiden Top-Stürmer sieht jede DEL-Defensive alt aus, wenn sie Tempo aufnehmen. Mit dieser beruhigenden Führung ging es anschließend in die Kabinen.

Weiß auch in der neuen Saison wo das Tor steht: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing macht es am Ende nochmal spannend

Im Schlussdrittel waren die Eisbären zunächst nicht nur auf Verwalten des Ergebnisses aus, sondern spielten weiterhin offensiv nach vorne. Defensiv ließ man nach wie vor nur wenig von den Gästen zu. Wenn doch ein Schuss durch kam, konnte man sich auf Jack LaFontaine verlassen, der ein mehr als gelungenes DEL-Debüt feierte.
Dennoch wurde es nichts mit einem Shutout, da Adrian Klein sich zu einfach vor das Tor spielen konnte und zum 3:1 verkürzte (51.). Wurde es hier nun also doch nochmal spannend? Die Chance für die Tigers war jedenfalls da, als man in der Schlussphase für etwas mehr als eine Minute ein Powerplay hatte. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor.
Dennoch musste man hier tatsächlich nochmal zittern. 3:48 Minuten vor dem Ende des Spiels gelang den Niederbayern das 3:2 durch Stefan Loibl (57.). Für ihre Passivität in dieser Phase wurden die Eisbären eiskalt bestraft.
Doch 68 Sekunden vor dem Ende des Spiels nutzte Eric Mik das leere Straubinger Tor zur Entscheidung aus – 4:2 (59.). Damit feierten die Berliner ein am Ende verdienten Heimsieg gegen die Tigers, der nur am Ende nochmal kurz ins Wanken geriet.

2:1 vs. Herning: Die Eisbären dominieren lange Zeit das Spiel, müssen am Ende aber nochmal um die drei Punkte zittern

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #2:

Die Eisbären Berlin sind wieder voll im Rennen um die Plätze in der KO-Runde der Champions Hockey League (CHL). Zwei Tage nach dem Heimsieg gegen den österreichischen Meister Graz gewann der deutsche Meister auch sein Heimspiel gegen den dänischen Meister Herning. Am Ende setzte man sich vor 3.315 Zuschauern im Wellblechpalast knapp und mit dem nötigen Quäntchen Glück mit 2:1 (0:0,2:0,0:1) durch und steht somit nun bei sechs Punkten aus vier Spielen.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Liam Kirk setzen, der zuletzt gegen Graz fehlte. Der britische Nationalstürmer rückte in die Reihe zu Gabriel Fontaine und Ty Ronning. Eric Hördler rotierte aus der Reihe raus und stürmte mit Andreas Eder und Leo Pföderl zusammen. Eric Mik rückte dafür wieder in die Verteidigung. Ansonsten blieb in der Offensive alles andere unverändert.
In der Defensive änderte Dubois an den Verteidiger-Pärchen nichts. Nur im Tor gab es eine Änderung. Dort stand heute Jonas Neffin zwischen den Pfosten, während Jack LaFontaine auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären ging es heute darum, den zweiten Sieg in Serie einzufahren und sich somit eine gute Ausgangslage für die letzten beiden Spiele im Oktober zu sichern. Gegen den dänischen Meister ging man als Favorit ins Spiel, hatte Herning doch seine ersten drei Spiele allesamt verloren und bisher nur einen Punkt eingefahren. Welcher Landesmeister behielt heute im altehrwürdigen Wellblechpalast die Oberhand?

Bekam gegen Herning den Start: Goalie Jonas Neffin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Eisbären beißen sich am dänischen Bollwerk die Zähne aus

Von Beginn an war es eine sehr hart umkämpfte Partie. Beide Mannschaften kämpften in den Zweikämpfen verbissen um jede Scheibe. Die Eisbären waren dabei die aktivere Mannschaft, die vermehrt den Weg vor das dänische Tor suchte. Doch bisher mangelte es noch an der Genauigkeit im Abschluss.
Herning bekam Mitte des ersten Drittels das erste Powerplay der Partie und konnte das Spiel mal auf andere Seite verlagern. Das taten die Dänen auch und kamen auch zu guten Abschlüssen, aber Jonas Neffin hatte damit keine größeren Probleme und somit blieb es weiterhin beim 0:0.
Danach wieder das selbe Bild wie zu Beginn: Die Hausherren spielten die Dänen im eigenen Drittel fest und ließen die Scheibe gut laufen. Aber nach wie vor fand man die Lücke im dänischen Bollwerk nicht und somit entwickelte sich hier ein echtes Geduldsspiel. Torlos endeten die ersten 20 Minuten.

Youngster Eric Hördler (rechts) überzeugte gegen Herning und erzielte zudem ein Tor. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Top-Scorer Leo Pföderl knackt das dänische Bollwerk

Auch zu Beginn des Mitteldrittels weiterhin Einbahnstraßen-Eishockey. Die Eisbären drängten weiter auf das 1:0, aber George Lago Bachmann Sörensen ließ nach wie vor keine Scheibe durch. Sein Gegenüber Jonas Neffin musste derweil die Konzentration hochhalten, da relativ wenig von Herning kam. Einmal wurden sie aber gefährlich, als Martin Brink Eskildsen vor seinem Tor auftauchte. Doch die neue Nummer 75 behielt in diesem Duell die Oberhand.
In Überzahl klingelte es dann aber endlich im dänischen Tor. Die Eisbären ließen die Scheibe geduldig laufen, Ty Ronning hatte aus dem hohen Slot abgezogen und vor dem Tor fälschte Top-Scorer Leo Pföderl unhaltbar ab – 1:0 (10.). Wahnsinn, diese Frühform der Nummer 93, der bereits zum dritten Mal an diesem Wochenende und insgesamt fünften Mal in der diesjährigen CHL-Saison traf.
Damit war der Bann gebrochen. Und die Eisbären legten kurze Zeit später nach. Eric Hördler setzte im Angriffsdrittel stark nach und vollendete seinen Alleingang mit dem Tor zum 2:0 (33.). Auf den Youngster sollte man diese Saison ganz genau achten, denn dem Sohn von Eisbären-Legende Frank Hördler wird der nächste Schritt in seiner Karriere zugetraut.
Im nächsten Powerplay hatte Neuzugang Tobias Krestan das 3:0 auf dem Schläger, aber er traf nur das Gestänge. So blieb es bei der mehr als verdienten 2:0-Führung nach 40 Minuten. Die Hausherren hatten hier alles im Griff.

Er trifft und trifft und trifft: Eisbären-Stürmer Leo Pföderl (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Coaches Challenge rettet am Ende den Sieg

Herning kam durchaus engagiert aus der Kabine und wollte hier den Anschlusstreffer markieren. Aber Jonas Neffin hatte etwas dagegen. Die Eisbären versuchten hingegen selbst für die Vorentscheidung zu sorgen und drängten auf das dritte Tor. So entwickelte sich ein letztes Drittel auf Augenhöhe, weil beide viel für das Spiel investierten.
Bis fünf Minuten vor dem Ende hielt die Eisbären-Defensive die Null, doch dann schlugen die Gäste in Überzahl zu. Hjalte Kruse Thomsen mit dem Anschlusstreffer – 2:1 (55.). Somit war hier also nochmal Spannung drin in diesem Spiel. Und mit gezogenem Torhüter und sechsten Feldspieler drängten die Dänen auch tatsächlich nochmal auf den Ausgleich. Dieser fiel 35,2 Sekunden vor dem Ende auch, aber Trainer Éric Dubois vermutete eine Torhüterbehinderung und nahm seine Coaches Challenge. Diese sollte Erfolg bringen, denn es lag tatsächlich eine Torhüterbehinderung vor, weshalb der Ausgleich aberkannt wurde. Glück für die Eisbären, welche in der Schlussphase einfach zu passiv agierten und dafür beinahe bestraft wurden. Am Ende kam man nochmal mit einem blauen Auge davon und behielt drei enorm wichtige Punkte in der Hauptstadt.

4:1-Heimsieg gegen Graz: Der doppelte Leo Pföderl führt die Eisbären zum ersten CHL-Sieg

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #1:

Perfekte Antwort auf das Schweiz-Wochenende: Die Eisbären Berlin sind in der Champions Hockey League (CHL) angekommen und haben ihren ersten Sieg gefeiert. Gegen den österreichischen Meister Graz 99ers feierte man einen souveränen 4:1-Heimsieg und sicherte sich damit die ersten drei Punkte in der CHL. Offensiv wusste man zu brillieren – vor allem Leo Pföderl mit zwei Toren. Defensiv wirkte man deutlich stabiler als noch in den beiden Spiel in Genf und Davos.

Eisbären-Trainer Éric Dubois stellte seine Reihe im Vergleich zum Spiel in Davos um. Kapitän Kai Wissmann bekam Korbinian Geibel an die Seite. Jonas Müller verteidigte dafür zusammen mit Adam Smith. Dessen Verteidigungspartner Mitch Reinke spielte zusammen mit Brandon Davidson. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei.
In der ersten Reihe bekamen Ty Ronning und Gabriel Fontaine Youngster Eric Hördler an die Seite gestellt. Liam Kirk, der in Davos in der Reihe stürmte, fehlte heute im Line-up. Den Platz von Hördler Junior in der Reihe mit Andreas Eder und Leo Pföderl nahm Allrounder Eric Mik ein. Der Rest blieb unverändert.
Im Tor startete Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Für beide Mannschaften ging es darum, den kompletten Fehlstart in die CHL zu vermeiden. Denn sowohl die Eisbären als auch Graz starteten mit zwei Niederlagen in die neue CHL-Saison. Wem gelang heute der Turnaround und wer musste die dritte Niederlage in Serie einstecken?

Leo Pföderl schnürte gegen Graz den Doppelpack. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Leo Pföderl weiterhin in erstaunlicher Frühform

Vom ersten Bully weg war sie wieder zu spüren, die einmalige Welli-Atmosphäre. Gänsehaut-Feeling im altehrwürdigen Wellblechpalast. Da flog fast das Dach weg, so laut war es hier. Davon beflügelt starteten die Eisbären sehr druckvoll ins Heimspiel und suchten immer wieder direkt den Abschluss. Selbst im ersten Powerplay der Gäste waren die Hausherren gefährlich.
Es dauerte bis zur zehnten Spielminute, ehe Top-Scorer Leo Pföderl den Abend eröffnete – 1:0. Erstaunliche Frühform von der Nummer 93, die dafür bekannt ist, erst mit etwas Anlauf seine Tor-Produktion zu starten. Bereits jetzt stand Pföderl bei drei Toren und einer Vorlage nach noch nicht einmal drei gespielten CHL-Spielen.
Defensiv wirkten die Berliner bis hierhin sehr stabil. Kein vergleich zur löchrigen Abwehr am vergangenen Wochenende in der Schweiz, als es satte 14-mal hinter Jack LaFontaine und Jonas Neffin einschlug. Man arbeitete hart vor dem eigenen Tor und unterstützte sich gegenseitig. Man merkte, dass man unter der Woche vor allem am Defensivverhalten im Training gearbeitet hat.
Vorne sorgte man weiterhin für viel Gefahr und konnte auch erhöhen. Markus Vikingstad mit dem satten Schuss zum 2:0 (19.). Damit noch nicht genug, denn dass das Powerplay derzeit sehr gut läuft, wollte man auch heute beweisen. 39,5 Sekunden vor der ersten Drittelpause legte Leo Pföderl das 3:0 nach (20.).
Neben dieser souveränen und beruhigenden Drei-Tore-Führung nahmen die Eisbären auch noch 58 Sekunden Powerplay mit ins zweite Drittel.

Gabriel Fontaine scheitert in dieser Szene an Graz-Keeper Nicolas Wieser (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ex-Augsburger Chris Collins überwindet Jack LaFontaine

Doch dieses konnte man zu Beginn des Mitteldrittels nicht nutzen. Ebenso wenig konnte Neuzugang Tobias Krestan seinen Alleingang nutzen. Nicolas Wieser im Grazer Tor gewann das Eins-gegen-eins-Duell. Was heute vor allem auffiel, war das starke Penalty Killing, bei dem die Berliner auch immer wieder gefährliche Konter fuhren. Und trotzdem kassierte man einen Gegentreffer in Unterzahl. Der ehemalige Augsburger Stürmer Chris Collins sorgte für den Grazer Anschlusstreffer in Überzahl – 3:1 (28.).
Davon beflügelt drängten die Gäste im Anschluss auf den zweiten Treffer. Die Eisbären wurden nun ordentlich in der eigenen Defensive beschäftigt – mehr als ihnen lieb war. In dieser Phase wurden vermehrt die Zweikämpfe verloren, was Trainer Dubois durchaus geärgert haben dürfte.
Danach war es eine hart umkämpfte Partie, in der es beiden Mannschaften nicht gelang, sich hochkarätige Chancen zu erspielen. Erst in der Schlussphase des zweiten Drittels erhöhten die Eisbären nochmal die Intensität und drängten auf den vierten Treffer. Dieser fiel nicht und somit nahm man eine 3:1-Führung mit in die Kabine.

Der Welli war mit 4.227 Zuschauern gut besucht und ausverkauft. Die Fans sorgten für das einmalige Welli-Feeling. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Eric Mik sorgt früh für die Vorentscheidung

35 Sekunden war das Schlussdrittel alt, da stellte Eric Mik den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Sein Nachschuss schlug im Grazer Tor ein und sorgte für den Traumstart ins letzte Drittel – 4:1 (41.).
Damit war die Partie hier im Endeffekt entschieden und die Luft so ein wenig raus aus dem Spiel. Bei Graz war dann auch Frust zu spüren, als Frank Hora und Eric Hördler in einem Gerangel mal kurz aneinander gerieten. Was den Berlinern ein Powerplay einbrachte, da Hora 2+2-Minuten bekam. Somit konnten die Hauptstädter weiter ihr bisher starkes Powerplay trainieren. Chancen erspielte man sich auch, aber man fand keinen Weg vorbei an Nicolas Wieser.
Defensiv ließ man in den letzten 20 Minuten auch nicht mehr viel anbrennen und rundete damit den Gesamteindruck von diesem Spiel ab. Selbst im letzten Powerplay der Partie von Graz überzeugten die Eisbären mit harter Arbeit aller Spieler inklusive Goalie LaFontaine.
Am Ende feierte man einen nie gefährdeten 4:1-Heimsieg, der Balsam für Eisbären-Seele war und die Hoffnung in der CHL weiter am Leben hält.

Trotz einer Saison mit vielen Hindernissen feiern die Eisbären Berlin am Ende ihre zwölfte deutsche Meisterschaft

Am Ende stehen doch wieder die Eisbären Berlin auf dem Thron der PENNY DEL und feiern ihre insgesamt zwölfte deutsche Meisterschaft. Doch an den zweiten Titel-Hattrick in der Vereinsgeschichte hatte nach diesem Saisonverlauf keiner gedacht. So groß waren die Personalsorgen im Team, zu wankend die Leistungen der Spieler auf dem Eis. Dazu eine Konkurrenz mit u.a. Köln, Mannheim und Straubing, welche in dieser Saison deutlich bessere Leistungen zeigten als die Berliner und sich somit berechtigte Hoffnungen machen durften, die Eisbären von ihrem Thron zu stoßen. Doch am Ende ist wieder alles beim Alten und die Eisbären Berlin feiern erneut die deutsche Meisterschaft. Wie es dazu kam, erfahrt ihr im nachfolgenden Saisonabschlussbericht.

Deutscher Meister 2026: Eisbären Berlin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Die Saison hatte noch gar nicht mal begonnen, da gab es bereits den ersten Rückschlag zu verkraften. Kapitän Kai Wissmann hatte sich schwer verletzt und sollte monatelang ausfallen. Damit musste man sich bereits früh vom ersten Saisonziel, der Champions Hockey League, verabschieden. Denn vor Beginn der CHL-Saison hatte man in Berlin das Ziel ausgegeben, den Titel zu gewinnen. Doch nach dem 3:0-Auftaktsieg in Hamar (Norwegen) setzte es in den restlichen fünf Spielen fünf Niederlagen, weshalb man am Ende 22. von insgesamt 24 Mannschaften wurde.

Trotz der Verletzungssorgen gelang der Saisonstart in der PENNY DEL mit einem 6:2-Heimsieg gegen Aufsteiger Dresden und einem 7:3-Auswärtssieg beim Vizemeister in Köln. Aber dann machte es sich bemerkbar, dass Trainer Serge Aubin teilweise nur drei Reihen zur Verfügung standen. Es setzte vier Niederlagen in Folge – darunter ein 1:7 im Skandalspiel in Mannheim und ein 1:5 in Bremerhaven.
Was man der Mannschaft aber nie absprechen konnte, war der Wille Spiele zu gewinnen. Das führte am Ende dazu, dass man im Oktober sechs Spiele in Serie gewann und damit die längste Siegesserie der bisherigen Saison aufstellte. Alles schien also wieder seinen gewohnten Lauf zu nehmen.

Absolvierte nur vier Spiele für die Eisbären Berlin: Patrick Khodorenko (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch die Verletztenmisere schlug ein ums andere Mal eiskalt zu. Wenn ein Spieler wieder zurückkehrte, verletzte sich ein anderer Spieler. Sportdirektor Stéphane Richer versuchte die Ausfälle zu kompensieren und verpflichtete Jean-Sébastien Dea und Patrick Khodorenko. Doch auch die beiden Neuzugänge blieben nicht vom Verletzungspech verschont und verletzten sich relativ schnell. Während Dea danach aber wenigstens weiterspielen konnte, war die Saison für Khodorenko (siehe Foto oben) nach nur vier Spielen, in denen er mit drei Scorerpunkten (ein Tor/zwei Assists) zu überzeugen wusste, bereits beendet.
Sportdirektor Richer sagte während der Saison, dass er solch ein Verletzungspech in seiner langen Eishockey-Karriere noch nie erlebt hat. Teilweise fielen bis zu acht Spieler aus. Nur ganze fünf Spieler konnten die gesamten 52 Hauptrundenspiele absolvieren.

Trainer Serge Aubin verwies immer wieder auf die Qualität im Kader und feierte am Ende seine fünfte Meisterschaft mit den Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Andere Vereine wären an diesen Personalproblemen vermutlich gescheitert und hätten sämtliche Saisonziele über Bord geworfen. Aber die Eisbären nutzten dieses Verletzungspech nie als Ausrede, wenn es mal nicht wie gewohnt lief. Vielmehr verwies Trainer Serge Aubin immer wieder darauf, dass man trotzdem genügend Qualität im Kader hat, um erfolgreich Eishockey zu spielen. Doch das klappte im weiteren Saisonverlauf eher selten, weshalb sich gute und schlechte Spiele ständig die Klinke in die Hand gaben. So mussten die Eisbären auch lange um die direkte Playoff-Qualifikation bangen. Denn immer wenn man dachte, jetzt haben sie den Turnaround geschafft, folgte im Spiel darauf eine unerklärliche Bruchlandung. Was aber auch damit zu tun hatte, dass einige Leistungsträger einfach nicht an ihre Form aus der Vorsaison anknüpfen konnten. Kurz vor Weihnachten präsentierten sich die Berliner dann auch noch als äußerst anfällig in der Defensive, als man bei vier Niederlagen in Serie 22 Gegentore kassierte. Jeweils acht davon kassierte man dabei bei den Auswärtsspielen in Ingolstadt und Mannheim.

Nach dem Ende der Hauptrunde feiern die Eisbären Berlin mit ihren Fans den erfolgreichen direkten Einzug in die Playoffs. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Kurz vor der Olympiapause gab es zwei sehr ernüchternde Auftritte in Frankfurt (1:4) und Augsburg (1:2), als man sich mit zwei Niederlagen in die Pause verabschiedete. Nach dieser wollte man noch einmal neu angreifen und gab Platz sechs und die direkte Viertelfinal-Qualifikation als Ziel aus. Die Chancen standen auch nicht schlecht, startete man doch direkt mit drei Heimspielen in Folge in den Hauptrundenendspurt. Doch die Eisbären konnten nur eins dieser drei Heimspiele gewinnen und verloren dabei auch das direkte Duell um Platz sechs gegen Bremerhaven mit 1:3. Platz sechs rückte in weite Ferne und im Umfeld der Eisbären freundete man sich bereits mit den Pre-Playoffs an. Da man dort selten großen Erfolg hatte, stellte man sich zudem auf ein schnelles Saisonende ein.
Doch auf einmal sah man eine komplett andere Mannschaft auf dem Eis. Auf einmal wurde füreinander gekämpft, man verteidigte leidenschaftlich vor dem eigenen Tor, spielte diszipliniert und nutzte die Chancen eiskalt. Das führte am Ende zur zweitlängsten Siegesserie der Hauptrunde, denn die Eisbären gewannen die letzten fünf Ligaspiele mit einer Bilanz von 20:9-Toren. Die Berliner waren also rechtzeitig vor den Playoffs in Form gekommen, was die Konkurrenz in der PENNY DEL natürlich auch so wahrgenommen hatte.

Jonas Stettmer spielte herausragende Playoffs und wurde am Ende zurecht als Final-MVP ausgezeichnet. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Doch dann folgte das erste Viertelfinalspiel am Pulverturm bei den Straubing Tigers, wo man nach gerade einmal 117 Sekunden mit 0:3 hinten lag. An diesem Abend glaubten wohl die wenigsten Fans an die erfolgreiche Titelverteidigung ihrer Eisbären. Mit 1:5 ging Spiel eins verloren und es lag nun am Trainerteam um Serge Aubin, die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen. Gesagt, getan. Die Eisbären gewannen danach drei Spiele in Folge und überzeugten dabei vor allem auch defensiv, da man in diesen drei Spielen nur vier Gegentore kassierte. Nach einer Overtime-Niederlage am Pulverturm zogen die Eisbären durch einen 6:5-Heimsieg nach Verlängerung erneut ins Halbfinale ein.

Jonas Müller (rechts) war in der Halbfinalserie gegen Köln einer der Garanten für den erneuten Finaleinzug. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Dort traf man auf den Hauptrundensieger und großen Titel-Favoriten aus Köln. Auch vor dieser Playoff-Serie rechneten viele Fans wieder damit, dass jetzt aber diese Saison zu Ende gehen würde. Die Domstädter waren besser besetzt als die Eisbären und hatten in Janne Juvonen zudem den Spieler und Torhüter des Jahres im Team. Doch bereits im ersten Halbfinalspiel wurde deutlich, dass auch Juvonen nur mit Wasser kocht. Nach 40 Minuten und fünf Gegentoren war der Arbeitstag für ihn beendet. Jonas Stettmer gewann Spiel eins gegen Juvonen deutlich. Bemerkenswert war in diesem Spiel auch der Auftritt von Moritz Kretzschmar, der nicht nur sein erstes DEL-Tor erzielte, sondern daraus auch direkt den ersten Doppelpack in der PENNY DEL machte.
In Spiel zwei folgte dann aber der nächste Rückschlag in den Playoffs. Nach einer 1:0-Führung nach Drittel eins, fielen die Eisbären im zweiten Drittel komplett auseinander. Diesmal war es Jonas Stettmer, der ausgewechselt wurde. Köln gewann dieses Spiel am Ende deutlich mit 5:1.
In der Folge gewannen beide Teams weiterhin ihre Heimspiele, wobei gerade Spiel vier in Köln der nächste Rückschlag für Berlin bedeuten sollte. Die 3:4-Niederlage nach Verlängerung war schon bitter genug, aber viel schlimmer war die Verletzung von Jake Hildebrand beim Gegentor zum 2:3. Danach war für die Nummer 30 das Spiel und die Saison beendet. Somit musste Jonas Stettmer wieder zwischen die Pfosten kommen. Mit dem gebürtigen Straubinger im Tor gewannen die Berliner Spiel fünf zuhause mit 5:2 und zogen in Spiel sechs nach einem 4:1-Sieg erneut ins Finale ein.

Schrieb in der Finalserie Geschichte, als er als erster Verteidiger in einer DEL-Finalserie einen Hattrick erzielte: Eric Mik (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort wartete mit Mannheim der Erzrivale auf die Eisbären. Erneut verglich man wieder beide Mannschaften und kam erneut zur Erkenntnis, dass auch die Kurpfälzer der vermeintliche Favorit in dieser Finalserie sind. Doch bereits Drittel eins zeigte dann ganz deutlich, wer hier mehr Qualität im Kader hat und diese auch zu nutzen weiß. Mannheim machte zwar das Spiel und hatte einige Abschlüsse, aber die Eisbären machten aus sechs Schüssen drei Tore. Am Ende stand ein deutlicher 7:3-Auswärtssieg und erstmals in dieser Saison kam den Fans in der Hauptstadt das Wort Meisterschaft in den Kopf. Erst recht, als man auch noch Spiel zwei und drei in einer derart beeindruckenden Manier jeweils mit 5:1 für sich entscheiden konnte. Gerade Spiel drei in der Quadrate-Stadt bleibt dabei im Kopf, als Eric Mik Eishockey-Geschichte schrieb. Mik ist der erste Verteidiger, dem ein Hattrick in einer DEL-Finalserie gelang. Und das als Verteidiger in Mannheim beim Erzrivalen. Mehr Demütigung geht nicht.
Als sich alle schon auf die Meisterparty in der Hauptstadt einstellten, spielten die Mannheimer den Party-Crasher und gewannen Spiel vier in Berlin mit 4:3 n.V. Doch damit sorgten die Adler nur für die noch größere Demütigung, denn so musste sich die Fans der Mannheimer die Meisterparty des Erzrivalen aus Berlin direkt in der eigenen Arena anschauen. Durch einen 4:1-Auswärtssieg machten die Eisbären nämlich den Titel-Hattrick perfekt.

Verteidiger Les Lancaster überzeugte am Ende als Torjäger. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und das nach einer Saison, die mehr Tiefen als Höhen hatte. Wo die Eisbären ein Abo darauf hatten, dass sich Spieler immer wieder verletzen. Trainer Serge Aubin stand vor der Mammutaufgabe, geeignete Reihen zu finden, um erfolgreich zu sein. Doch auch er musste immer wieder umdenken, als wieder ein Spieler ausfiel. Doch was auch mit zum Erfolg zählt ist der Fakt, dass die Eisbären im Gegensatz zum Vorjahr nicht nur aus Ty Ronning unf Leo Pföderl bestanden, welche die Berliner im Jahr zuvor fast im Alleingang zur elften deutschen Meisterschaft geschossen hatten. Diesmal kann man mehrere Spieler aufzählen:

Jonas Stettmer, der nach schwachem Saisonstart im Saisonverlauf immer besser wurde und den auch die „Degradierung“ in Spiel zwei in Köln nicht aus der Bahn warf. Am Ende wuchs Stettmer über sich hinaus, führte die Eisbären zur Meisterschaft und schnappte sich auch noch die Auszeichnung als Final-MVP.

Les Lancaster, der in München überhaupt nicht berücksichtig wurde und auch zu Beginn in der Hauptstadt nicht so recht funktionieren wollte. Aber wenn die vielen Personalprobleme ein Gutes hatten, dann war es der Fakt, dass Aubin Lancaster in den Sturm stellte, wo er seine Stärken erst komplett ausspielen konnte. An der Seite von Manuel Wiederer und Eric Hördler entwickelte sich Lancaster zum Torjäger.

Jonas Müller, der in den Playoffs sein Torjäger-Gen gefunden hat und gerade in der Halbfinalserie gegen Köln der Garant für den Finaleinzug war. Am Ende kam Müller auf starke 13 Scorerpunkte (fünf Tore/acht Assists).

Eric Mik, der ebenso mit fünf Toren zu überzeugen wusste und dessen Hattrick in Mannheim für immer einen Platz in der Berliner Vereinsgeschichte haben wird.

Marcel Noebels stellte in den Playoffs nochmal seine Stärke unter Beweis. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Und ein Marcel Noebels, der zu Beginn der Saison noch so ein wenig auf der Suche nach seinem Platz im Kader war. Die Nummer 92 fand sich in den hinteren Reihen, aber manchmal sogar auch auf der Tribüne wieder. In den Playoffs wuchs Noebels aber über sich hinaus und wurde mit 14 Scorerpunkten (fünf Tore/neun Assists) drittbester Scorer der Eisbären in den Playoffs.

Man könnte noch mehr Spieler aufzählen. Aber alleine die genannten Spieler zeigen, wie unberechenbar die Eisbären in den Playoffs waren. Am Ende ging von allen Spielern Gefahr aus, weshalb sich Straubing, Köln und Mannheim nie darauf einstellen konnten. In jedem Spiel drückte ein anderer Spieler dem Spiel seinen Stempel auf. Satte 21 Spieler (inklusive Jonas Stettmer!) scorten in den Playoffs, 18 davon erzielten mindestens ein Tor. Das führte am Ende dazu, dass die Eisbären Berlin in einer Saison voller Hürden trotzdem wieder auf dem Thron stehen. Was aber auch ein Verdienst von Trainer Serge Aubin ist, der seine Bilanz in den Playoffs auf 15 erfolgreiche Serien in Folge ausbaute. In der entscheidenden Phase packte er den richtigen Gameplan aus, welchen seinen Spieler am Ende perfekt umsetzten.

Somit ist diese Saison am Ende als ein wahres Meisterstück zu beschreiben. Denn trotz aller Widrigkeiten haben sich die Eisbären Berlin am Ende erneut die deutsche Meisterschaft gesichert. Nie war es einfacher, den DEL-Rekordmeister zu stürzen. Aber erneut hat es keiner geschafft. Und erneut war es Straubing, das kleine Straubing, welches am Ende der stärkste Konkurrent war. Die Niederbayern machten es den Berlinern wie bereits im Vorjahr am schwersten, scheiterten aber am Ende mal wieder an ihrem „Berlin-Trauma“ oder aber am „Jonas-Stettmer-Trauma“.

4:1 in Spiel fünf! Die Eisbären Berlin sind zum zwölften Mal Deutscher Meister!

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #50:

Playoff-Finale-Endstand: 1:4 (3:7/1:5/1:5/4:3 n.V./1:4)

Was zum Jahreswechsel und auch zur Olympiapause noch unmöglich schien, ist am Ende doch Wirklichkeit geworden: Die Eisbären Berlin trotzten sämtlichen Verletzungspech und feierten nun doch noch ihre zwölfte deutsche Meisterschaft. Im fünften Finalspiel setzten sich die Hauptstädter mit 4:1 durch und sicherten sich damit zum dritten Mal in Folge die DEL-Meisterschaft. Eine, die das Prädikat Meisterstück erhält. Denn es war, neben 2012, die unerwartete Meisterschaft. Aber einmal mehr zeigte sich, dass die Eisbären eine echte Playoff-Mannschaft sind, gegen die es kaum möglich ist, vier Spiele in einer Serie zu gewinnen. Und gegen Serge Aubin kann man erst recht keine Playoff-Serie gewinnen, denn der Berliner Trainer feierte in seiner 15. Playoff-Serie mit den Eisbären den 15. Seriensieg. Was für unglaubliche Zahlen. Was für ein unglaublicher Trainer. Was für ein unglaubliches Team.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zu Spiel vier am Donnerstagabend nur auf einer Position. Adam Smith und Mitch Reinke tauschten die Verteidigerpärchen. Smith verteidigte an der Seite von Jonas Müller, Reinke an der Seite von Niemeläinen. Alles andere blieb unverändert.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim musste gewinnen, um Spiel sechs in der Hauptstadt zu erzwingen, während die Berliner heute den zweiten Matchpuck hatten, um die zwölfte deutsche Meisterschaft perfekt zu machen. Spielten die Kurpfälzer erneut den Party-Crasher oder sorgten die Eisbären für die Demütigung beim Erzrivalen? Denn wer will schon seinen Erzfeind in eigener Arena zusehen, wie er die Meisterschaft feiert.

Erzielte das wichtige 1:0 im ersten Drittel in Mannheim: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Ekstase in Mannheim, wo die Fans bereits vor dem ersten Bully alle standen. In der Kurpfalz waren die Adler-Fans heiß auf Finalspiel fünf. Und direkt war hier Feuer drin. Liam Kirk hatte die ersten beiden guten Abschlüsse, doch Zach Solow hatte die erste dicke Chance der Partie. Aber Jonas Stettmer blieb cool und fischte die Scheibe locker runter.
Die erwartete Mannheimer Drangphase blieb aus, weil die Eisbären den Spielaufbau der Adler durch ihr aggressives Forechecking früh störten. Dazu waren es die Mannen von Serge Aubin, welche hier dem 1:0 näher waren als die Hausherren. Diese hatten zwar auch ihre Abschlüsse, aber die der Eisbären waren in der ersten Phase des Spiels gefährlicher.
Danach entwickelte sich die erwartet hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Erzrivalen. Den Adlern bot sich dann die erste Chance in Powerplay zu spielen, als Les Lancaster auf die Strafbank musste. Die Special Teams können in so einer Finalserie ein entscheidender Faktor sein. Und schon wurde es laut im Ufo, das muss man zugeben. Aber genauso schnell war es auch wieder ruhig, als man das erste Powerplay nicht nutzen konnte und sich beinahe noch den Shorthander gefangen hätte.
Eine Minute vor dem Ende des ersten Drittels wurde es dafür im Gästeblock laut. Freddy Tiffels eroberte ganz stark die Scheibe, brachte sie weiter zu Ty Ronning, welcher das wichtige 1:0 erzielte. Das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt für die Eisbären, denn diese Führung nahm der Titelverteidiger mit in die erste Drittelpause.

Jonas Stettmer zeigte erneut eine überragende Vorstellung im Eisbären-Tor. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Der nächste Nackenschlag folgte unmittelbar nach Wiederbeginn. 77 Sekunden waren gespielt, da landete der Onetimer von Liam Kirk im leeren Adler-Tor – 2:0 (22.).
Mannheim hätte schnell eine Antwort finden können. Zweimal vergaben sie danach eine gute Chance, danach vertändelten sie ein Zwei-auf-null auf klägliche Weise. Die Eisbären waren wieder im Kopf der Kurpfälzer angekommen. Erst recht, als sie auch das nächste Unterzahlspiel ohne Gegentor überstanden.
Mannheim ließ aber nicht locker und hatte in dieser Phase für meinen Geschmack zu viele Spielanteile und Chancen, aber Jonas Stettmer bewarb sich mit Nachdruck für die MVP-Auszeichnung in den diesjährigen Playoffs. Die Eisbären liefen dem Spiel in diesen Momenten so ein wenig hinterher.
Das eine Zwei-Tore-Führung kein beruhigendes Polster ist, hatte man ja erst kürzlich in Spiel vier gesehen, als man am Ende noch eine 3:1-Führung verspielte. Und auch heute häuften sich in dieser Phase die Mannheimer Abschlüsse, doch bisher war kein vorbeikommen an Jonas Stettmer. Der Straubinger Junge wuchs einmal mehr über sich hinaus und wurde prompt von den eigenen Fans gefeiert.
Kurz vor der zweiten Drittelpause ließen die Eisbären dann aber die vermeintliche Vorentscheidung liegen und nahmen somit die 2:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Am Ende jubelten erneut die Eisbären Berlin. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel blieb der zu erwartende Ansturm der Hausherren aus, weil die Eisbären das hinten gut verteidigten und selbst nach vorne spielten, um für die endgültige Entscheidung in dieser Finalserie zu sorgen. Man hatte aus der verspielten 3:1-Führung von Spiel vier gelernt.
Ty Ronning versteckte sich in den letzten Spielen zunehmend, heute war der kleine Wirbelwind aber wieder voll da. Es lief der 44. Spielminute, da hämmerte die Nummer neun die Scheibe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag ins Tor und schraubte das Ergebnis auf 3:0 hoch.
Mit diesem Treffer hatte man hier den Stecker aus der SAP-Arena gezogen – zumindest bei den meisten Adler-Fans. Im Gästeblock hingegen fingen bereits die Vorbereitungen zur Meisterparty an. Auch bei den Fans hatte man während dieser Seuchen-Saison bei weitem nicht mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft gerechnet. Auch der Schreiberling selbst oder aber wir als Podcast-Team haben niemals damit gerechnet, weil uns schlichtweg die Überzeugung fehlte, wie diese Mannschaft das noch schaffen will. Lange Zeit war es ja auch mehr als fraglich, ob man es überhaupt direkt in die Playoffs schaffen würde oder man nicht doch den ungeliebten Umweg über die Pre-Playoffs hätte gehen müssen. Doch die Eisbären fanden genau zur richtigen Zeit ihre Top-Form und beendeten die Hauptrunde mit starken fünf Siegen in Serie. Damit hatte man ein erstes Zeichen im Vorfeld der Playoffs an die Konkurrenz gesendet. In den Playoffs erwiesen sich die Berliner dann mal wieder als das allseits gefürchtete Playoff-Monster, welches erst Straubing, dann Köln und am Ende schließlich auch noch den Erzrivalen Mannheim aus dem Weg räumte und sich so am Ende die zwölfte Meisterschaft schnappte.
Aber nochmal zurück zum heutigen Spiel, wo Mannheim am Ende nochmal alles versuchte und Dallas Eakins auch seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch die Eisbären verteidigten das mit enorm viel Leidenschaft zu Ende und wollten ihrem Meister-Goalie die Krönung des Shutouts im entscheidenden Finalspiel ermöglichen. Er selbst arbeitete auch selbst daran, als er einen Penalty von Luke Esposito hielt. Was hat der Junge für Nerven, unglaublich! Am Ende wurde es ein 4:1-Auswärtssieg (Eric Mik traf ins leere Mannheimer Tor/Marc Michaelis machte in Überzahl den Shutout von Jonas Stettmer kaputt), welcher der Startschuss für eine lange Partynacht werden sollte. Die Eisbären krönten sich auf dem Eis des Erzrivalen Adler Mannheim und holten die dritte Meisterschaft in Folge. Eine bittere Demütigung für die Kurpfälzer, welche aber neidlos anerkennen müssen, dass die Eisbären Berlin ihnen in Sachen DEL-Titeln immer mehr enteilen. Die Adler-Fans zeigten nach der Schlusssirene ihre hässliche Seite, als sie den neuen Deutschen Meister ausbuhten. Anstand wird in der Quadratestadt eben klein geschrieben…

3:4 nach Verlängerung: Die Eisbären verspielen eine 3:1-Führung und lassen den ersten Matchpuck ungenutzt

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #49:

Playoff-Finale-Stand: 3:1 (7:3/5:1/5:1/3:4 n.V.)

Ist das bitter! Die Eisbären Berlin verlieren Spiel vier der Finalserie mit 3:4 nach der zweiten Overtime und verpassen damit die erste Chance, die erneute Titelverteidigung perfekt zu machen. Im letzten Drittel lag man bereits mit 3:1 vorne, doch dann drehten die Adler nochmal auf und erkämpften sich die Verlängerung. In dieser waren die Eisbären die dominante Mannschaft, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Am Ende gelang Mannheim der goldene Treffer, der die Serie zurück nach Mannheim bringt.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf den gesperrten Kapitän Kai Wissmann verzichten. Dessen Platz neben Jonas Müller nahm Mitch Reinke ein. Den Platz von Reinke neben Adam Smith nahm Markus Niemeläinen ein, welcher durch den Ausfall von Wissmann zurück ins Line-up kam. Alles andere blieb unverändert. Warum auch etwas ändern, schließlich hatte dieses Team eine souveräne 3:0-Führung in der Finalserie herausgespielt.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären waren einen Sieg von der zwölften Meisterschaft entfernt. Mannheim musste gewinnen, um die vorzeitige Sommerpause abzuwenden. Gab es am Ende die große Party in der Hauptstadt oder spielten die Kurpfälzer den Party-Crasher?

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

57 Sekunden war das Spiel alt, da hatte Ty Ronning den ersten Alleingang, scheiterte aber an Johan Mattsson, welcher heute für Maxi Franzreb im Tor stand. Aber auch Mannheim hatte direkt die erste gute Chance durch Matthias Plachta, aber auch Jonas Stettmer war von Beginn an hellwach.
Insgesamt war es ein munterer Beginn ins vierte Finalspiel. Kein Abtasten, beide Mannschaften suchten direkt den Weg vor das gegnerische Tor. Was aber auch zu erwarten war, schließlich musste Mannheim heute gewinnen, während die Eisbären den Sack vor den eigenen Fans zu machen wollte.
Die Gäste hatten früh das erste Powerplay im Spiel, doch die Eisbären überstanden dieses ohne größere Probleme. Mannheim blieb aber dran und war zu Beginn die aktivere Mannschaft. Doch die Berliner blieben konzentriert und ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Trotzdem fanden die Hausherren noch nicht zu ihrem gewohnten Offensivspiel aus den ersten drei Spielen. Da half auch das erste Powerplay nicht.
Danach blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Teams schenkten sich nichts, die Zweikämpfe waren dementsprechend hart umkämpft. Aber man merkte dem Spiel an, was hier auf dem Spiel stand, weshalb beide Teams noch nicht ins letzte Risiko gingen.
Kurz vor Ende hatten die Berliner durch Marcel Noebels das 1:0 auf dem Schläger, als er frei vor Mattsson zum Abschluss kam, doch die Nummer 92 konnte diese dicke Chance nicht nutzen. So blieb es beim 0:0 nach spannenden 20 Minuten.

Les Lancaster (links) eröffnete Finalspiel vier mit dem 1:0 im zweiten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im zweiten Drittel durften die Eisbären erneut in Überzahl ran und diesmal schlug es im Adler-Tor ein. „Connor McLancaster“ mit dem 1:0 für die Eisbären, welches das Arenadach abheben ließ (23.). Diese Torgefährlichkeit der Verteidiger ist brutal und findet man so in dieser Liga kein zweites Mal.
Nun waren die Gäste gefordert, wollten sie nicht in die vorzeitige Sommerpause gehen. Doch diese rückte immer näher, denn Liam Kirk legte das 2:0 nach (28.). Der Weg für Mannheim wurde also immer weiter, während die Eisbären dem 12. Titelgewinn sehr nahe kamen.
Die Kurpfälzer hatten Mitte des Spiels das nächste Powerplay und damit die große Chance auf den Anschlusstreffer, der das Spiel hier nochmal spannend machen würde. Und dieser fiel auch. Nicolas Mattinen mit dem trockenen Schuss von der blauen Linie zum 2:1 (32.).
Alexander Ehl hätte fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels das Spiel wieder von vorne beginnen lassen können, als er frei zum Abschluss kam. Jonas Stettmer war aber zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Marcel Noebels das halbleere Tor vor Augen, doch auch diese Chance ließ er ungenutzt.
Ebenso ungenutzt ließen die Hauptstädter in Powerplay in der Schlussphase des Mitteldrittels. Auch Andy Eder hatte das 3:1 auf der Kelle, scheiterte aber mit seinem Tip-in-Versuch an Mattsson. So blieb es bei der knappen 2:1-Führung nach 40 Minuten.

Pure Erleichterung nach dem 3:1 durch Markus Vikingstad. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten beide Mannschaften je eine Minute lang Powerplay, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Sieben Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hob das Dach zum dritten Mal an diesem Abend ab. Markus Vikingstad stellte auf 3:1 und brachte seine Mannschaft noch näher an den DEL-Pokal ran (47.). Nun waren die Adler gefordert, wollten sie die Finalserie nochmal in die Kurpfalz bringen. Doch es fiel schwer daran zu glauben, wenn man alle bisherigen Spiele betrachtet. Doch sie bekamen nochmal die Chance auf dem Silbertablett serviert, denn Markus Niemeläinen musste nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank. Die Eisbären warfen alles rein und verteidigten das enorm leidenschaftlich, trotzdem kassierte man in der 53. Spielminute den 3:2-Anschlusstreffer durch Zach Solow, der erfolgreich abstaubte.
Nun war hier also wieder Spannung drin im vierten Finalspiel und Mannheim hatte weiterhin Powerplay, da das Tor noch innerhalb der ersten Strafzeit fiel. Und Mannheim hatte Blut geleckt und wollte in Überzahl den Ausgleich erzielen, scheiterte aber an Teufelskerl Jonas Stettmer im Berliner Tor. Die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne ein weiteres Gegentor.
Die Partie steuerte immer mehr auf ihren Höhepunkt und die Crunchtime zu. Die Stimmung war überragend und das auf beiden Seiten. Die Spannung war zum Greifen nah und nun begann sie, die Zeit des Fingernägelkauen. Vor allem deswegen, weil Mannheim nochmal die zweite Luft bekam und die Berliner ins eigene Drittel drängte. Hut ab vor der Moral der Mannschaft von Trainer Dallas Eakins, die Spiel vier zur spannendsten der gesamten Finalserie machten. Erst recht, als Alexander Ehl drei Minuten vor dem Ende zum 3:3 traf (57.). Dieser Treffer sorgte für pure Ekstase im Gästeblock, während der Treffer für die Eisbären-Fans ein Stimmungsdämpfer war.
Denn nun begann die Partie wieder von vorne und das Momentum war auf Seiten der Adler. Die Eisbären rannten in dieser Phase dem Spiel nur hinterher und wirkten angeknockt. Und beinahe hätte es den Lucky Punch durch die Adler gegeben, die nach Ablauf der Schlusssirene das vermeintliche 4:3 erzielten. Zum Glück für die Eisbären war die Zeit aber bereits abgelaufen, weshalb Spiel vier in die Verlängerung ging.

Ty Ronning konnte nicht glauben, dass die Eisbären in der ersten Overtime kein Tor erzielt haben trotz klarer Überlegenheit. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Dort entschied ein Tor über Meisterschaft und Sommerpause oder Spiel fünf in Mannheim. Spannender kann ein mögliches entscheidendes Finalspiel nicht sein. Die Eisbären waren zu Beginn die aktivere und gefährlichere Mannschaft und schnupperten mehrmals am Siegtreffer. Trainer Serge Aubin schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Jungs waren nun wieder deutlich besser drin im Spiel. Und die Overtime bestimmte letztendlich nur Berlin, was aber fehlte, war das erlösende Tor. Johan Mattsson ließ einfach keine Scheibe durch. Mannheim tauchte zwar auch ab und zu mal vor Jonas Stettmer auf, doch so gefährlich wie vor dem eigenen Tor wurde es nicht.
Zwei Minuten waren noch auf der Uhr, da hatten alle Eisbären-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch das Gestänge rettete für Mannheim. Und so endete die erste Overtime torlos und die Nerven wurden hier weiter strapaziert.

Keine zwei Minuten waren in der zweiten Overtime gespielt, da war Jean-Sébastien Dea nah dran am 4:3, doch sein Schuss ging denkbar knapp am Pfosten vorbei. Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, kassiert hinten einen. In der 84. Spielminute sorgte Luke Esposito für die Entscheidung und schickte die Serie zurück in die Kurpfalz. Dort haben die Berliner erneut die Chance, die Titelverteidigung perfekt zu machen.

5:1 in Spiel drei: Die Eisbären feiern den nächsten Kantersieg und sichern sich den Matchpuck

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #48:

Playoff-Finale-Stand: 0:3 (3:7/1:5/1:5)

Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Schritt von der erneuten Titelverteidigung entfernt. Auch Spiel drei der Finalserie gewann der DEL-Rekordmeister bei den Adler Mannheim mit 5:1 und sicherte sich damit den Matchpuck. Auch in Spiel drei fand die Mannschaft von Trainer Dallas Eakins kein Gegenmittel gegen brutal effiziente und abgezockte Eisbären.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hat seine Top-Reihen gefunden und änderte daher nichts am Line-up. Warum auch, lief es doch in den ersten beiden Finalspielen hervorragend.

Die Ausgangslage war klar: Mannheim wollte und musste eine Reaktion zeigen, um nicht die dritte Niederlage in Folge zu kassieren. Die Eisbären hingegen wollten genau den dritten Sieg in Serie einfahren, um sich den Matchpuck zu sichern. Gaben die Adler heute ein Lebenszeichen in der Finalserie ab oder feierten die Eisbären im dritten Spiel den dritten Sieg?

Erneut konnten die Mannheimer Jonas Stettmer nur einmal überwinden. Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Spiel begann denkbar schlecht aus Eisbären-Sicht. 21 Sekunden waren gespielt, da war das Spiel für Kapitän Kai Wissmann nach einem Check gegen den Kopf von Maximilian Heim beendet. Da auch Dan Renouf mit auf die Strafbank musste, folgte das erste Powerplay der Kurpfälzer erst nach Ablauf der Strafe gegen die Nummer vier. Aber die Adler nahmen aus diesem Start viel Schwung mit und spielten druckvoll nach vorne. Marc Michaelis belohnte die Hausherren mit dem frühen 1:0 und sorgte so direkt für Hoffnung im Ufo (3.).
Die Eisbären schüttelten sich einen kurzen Moment, zogen danach aber ihren Gameplan strikt durch. So entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie auf Augenhöhe, in der es rasant hin und her ging. Die Eisbären fanden Mitte des ersten Drittels die Antwort durch Eric Mik – 1:1 (11.). Die Vorlage kam von Leo Pföderl, der damit seinen 30. Finalscorerpunkt einfuhr. Was für eine Statistik der Nummer 93!
Danach spielten beide Teams weiter offensiv nach vorne und kamen zu guten Chancen, doch sowohl Maximilian Franzreb auf Mannheimer Seite als auch Jonas Stettmer auf Berliner Seite ließen keine weiteren Scheiben ins Tor, weshalb es nach 20 Minuten 1:1 stand.

Les Lancaster erzielte am Ende den Gamewinner. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel drehten die Eisbären die Partie dann komplett. Im Anschluss an eine Drangphase brachte Torjäger Les Lancaster die Berliner erstmals an diesem Abend in Führung – 2:1 (25.).
Mannheim ließ in der Folge ein Powerplay ungenutzt und konnte auch danach weitere Chancen nicht nutzen, weil die Endstation immer wieder Jonas Stettmer hieß. Egal, was Mannheim versuchte, der Straubinger Junge war zur Stelle und ließ die Mannheimer Spieler reihenweise verzweifeln.
Und die Eisbären? Die erwiesen sich einmal mehr als äußerst effizient vor dem Tor und erhöhten vor der zweiten Drittelpause auf 3:1. Freddy Tiffels behauptete die Scheibe sehr stark, spielte sie dann mit der Hacke (!) weiter zu Leo Pföderl, welcher erneut Mik in Szene setzte. Der Verteidiger hatte heute Bock auf Toreschießen und erzielte bereits sein zweites Tor an diesem Abend. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Eric Mik schrieb DEL-Geschichte als erster Verteidiger, dem ein Hattrick in der Finalserie gelang. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel dominierten die Eisbären das Spiel weiterhin nach Belieben. Mannheim fiel nichts ein und musste hinten aufpassen, dass sie sich nicht das nächste Gegentor fingen. Unterstützung von den Rängen kam auch kaum noch, da sich viele Adler-Fans schon wieder auf den Heimweg gemacht hatten – wie in Spiel eins. Mitte des letzten Drittels gingen die nächsten Fans, als Eric Mik DEL-Geschichte schrieb. Die Nummer 12 erhöhte auf 4:1 und ist somit der erste Verteidiger, der einen Hattrick in einer DEL-Finalserie feierte (51.). Unglaublich, in diesen Playoffs funktioniert einfach alles. Mal treffen die Verteidiger, mal die Stürmer. Von allen vier Reihen geht große Gefahr aus. Jeder Spieler kann das Spiel entscheiden.
Nur 14 Sekunden später dachte sich Liam Kirk, dass hier auch mal ein Stürmer wieder treffen sollte und sorgte für den 5:1-Endstand (52.). Der Rest war Party pur im Gästeblock, während die noch da gebliebenen Adler-Fans ihre Mannschaft nochmal etwas feierten.
Aber was sagt man zu diesen Eisbären? Nach der Hauptrunde hatte niemand mit der erneuten Finalteilnahme gerechnet. Die Personalprobleme setzten sich in den Playoffs fort und am Ende fehlten satte fünf Spieler. Ausfälle, die eine Mannschaft normalerweise nicht wegstecken kann. Weil dort auch wichtige Leistungsträger dabei waren. Und heute fiel dann nach 21 Sekunden auch noch Wissmann aus und die Eisbären rannten einem 0:1-Rückstand hinterher. Beste Vorzeichen also für Mannheim, um den ersten Sieg in der Finalserie zu feiern. Aber da hatten sie die Rechnung ohne die Eisbären gemacht, welche erneut mit großer Leidenschaft kämpften und sich am Ende den Sieg auch redlich verdienten. Eric Mik hatten die Kurpfälzer sicherlich auch nicht auf ihrer Bingo-Karte, dass er heute gleich dreimal treffen würde.
Diese Mannschaft lässt sich von keinen Widrigkeiten stoppen und in jedem Spiel drückt ein anderer Spieler dem Spiel den Stempel auf. Das macht es Mannheim so schwer, ein Gegenmittel zu finden. Dieses muss Dallas Eakins am Donnerstag aber finden, denn bei einer weiteren Niederlage droht bereits die Vizemeisterschaft, während die Eisbären Berlin kurz vor dem Gewinn der 12. deutschen Meisterschaft stehen. Und das nach dieser Saison mit mehr Tiefen als Höhen. Nie war es für die DEL-Konkurrenz einfacher, die Eisbären vom Thron zu stoßen. Und am Ende nutzen sie nicht einmal das aus. Auch das spricht nicht gerade für die Konkurrenz, aber umso mehr für die Eisbären und vor allem für Trainer Serge Aubin. Der Berliner Trainer steht vor seiner 15. erfolgreichen Playoff-Serie. Auch das wäre eine Serie für die Ewigkeit.