Nächste Heim-Klatsche: Eisbären verlieren 1:4 gegen den Vorletzten Wolfsburg

 

Ausgabe #15:

Heute vor einer Woche gelang den Eisbären Berlin der Auswärts-Coup in Mannheim, als man 18 Sekunden vor dem Ende durch ein Tor von Florian Busch im Mannheimer Ufo mit 3:2 gewann. Eine Woche später sind die Eisbären endgültig wieder auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Der 2:3-Niederlage vom Freitagabend in Iserlohn folgte heute Nachmittag ein 1:4 (0:0,1:2,0:2) gegen den Tabellenvorletzten Grizzlys Wolfsburg. Es war die zweite derbe Heimniederlage in Folge, zuvor hatte man ja bereits mit 0:4 gegen Köln verloren. Die Quittung bekam die Mannschaft nach der Schlusssirene, als den Spielern ein gellendes Pfeifkonzert entgegen schlug, so laut, wie es in der Arena am Ostbahnhof wohl noch nie oder aber nur sehr, sehr selten zu hören war. Die meisten der 13.418 Zuschauer waren sichtlich unzufrieden mit der Leistung der Eisbären.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Dabei begannen die unveränderten Eisbären sehr stark und vor allem äußerst druckvoll in die Partie gegen die Niedersachsen. Die Eisbären legten wie die Feuerwehr los und hätten bereits nach 41 Sekunden in Führung gehen können, doch Micki DuPont setzte seinen Schuss von der blauen Linie leider nur an den Pfosten. Wolfsburg hatte in den Anfangsminuten arge Probleme, das Tempo der Hausherren mitzugehen. Mit dem ersten Powerplay des Spiels wurden die Wolfsburger dann aber auch aktiver und suchten selbst den Weg in die Offensive, die Unterzahl überstanden die Berliner jedoch schadlos.
Fortan weiterhin die Gastgeber die spielbestimmende Mannschaft, immer wieder suchten sie den Weg zum Tor von David Leggio, immer wieder probierten sie es, aber im Abschluss fehlte den Eisbären das nötige Glück, so dass es nach 20 guten Minuten 0:0 stand, äußerst schmeichelhaft für Wolfsburg.

Dafür belohnten sich die Hausherren dann aber in der 23. Spielminute. Jonas Müller hatte von der

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blauen Linie Maß genommen und schon stand es 1:0 für Berlin.
Kurz darauf Wolfsburg mit einem weiteren Überzahlspiel, welches die Eisbären zwar überstanden, doch nur wenige Augenblicke später schlug der Puck doch hinter Kevin Poulin ein. Sebastian Furchner hatte abgezogen, Wade Bergmann abgefälscht und Kevin Poulin war da machtlos gewesen – 1:1 (26.).
Es ergab sich aber relativ schnell die Chance für die Eisbären, wieder in Führung zu gehen. Gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit hatten die Eisbären zwei Mann mehr auf dem Eis. Aber sie spielten es zu kompliziert, taten sich sehr schwer, die drei Wolfsburger zu überwinden. Die standen aber auch sehr gut und machten die Schusswege immer zu. Aber trotzdem, zweimal zwei Mann mehr auf dem Eis und es kommt zu keinerlei Torgefahr, das ist einfach zu wenig von den Eisbären, die es einfach zu schön spielen wollten.
Die Eisbären also zu umständlich in der Defensive und Wolfsburg lauerte auf seine Chancen, welche kamen. Und dann bekamen sie auch noch einen Penalty zugesprochen, welchen Cole Cassels eiskalt versenkte – 1:2 (36.). Wolfsburg hatte die Partie mit wenigen Chancen gedreht.
Dieser Spielstand spielte der Mannschaft aus der Autostadt natürlich in die Karten, nun konnten sie sich noch mehr auf die Defensive konzentrieren als es ohnehin schon der Fall war. Und so standen sie mit fünf Mann in der neutralen Zone und machten den Eisbären somit das Leben schwer. Die Eisbären verzweifelten so langsam aber sicher und der Frust wurde größer und größer.
Mit einem 1:2-Rückstand ging es in die zweite Drittelpause, es waren also noch 20 Minuten Zeit, die Niederlage abzuwenden.

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Doch Wolfsburg war es gewesen, welches mit viel Elan und Engagement ins Schlussdrittel ging. Und das zahlte sich in der 42. Spielminute aus. Brent Aubin spielte Kevin Poulin aus, passte die Scheibe rüber zu Nick Latta, welcher nur noch einnetzen musste – 1:3.
Und es sollte noch bitterer kommen. Überzahl Eisbären und Wolfsburg gelingt der Shorthander. Chaos vor Kevin Poulin, welcher am Boden lag, Jason Jaspers stocherte nach und letztendlich war es der Schlittschuh von Florian Kettemer, welcher den Puck ins Berliner Tor lenkte – 1:4 (48.).
Damit war die Partie hier entschieden. Wolfsburg zog sich mehr und mehr zurück, die Eisbären rannten planlos an, fanden keine Idee gegen das Wolfsburger Abwehrbollwerk, verzettelten sich in zu vielen Einzelaktionen statt mannschaftlich geschlossen zu versuchen, einen Weg zu finden, in dieses Spiel zurückzufinden. Der Unmut auf den Rängen wurde größer und größer, den Eisbären hallten Gesänge wie „Aufwachen, Aufwachen„, „Hallo Eisbären, hallo Eisbären, schlaft ihr noch, schlaft ihr noch, seht ihr nicht die Tore, seht ihr nicht die Tore, 1:4, 1:4“ oder aber „Wir wollen die Eisbären sehen“ entgegen. Nach Ende der Partie und ertönen der Schlusssirene gab es ein gellendes Pfeifkonzert für die Mannschaft, welche die Fans ein zweites Mal in Folge auf dem eigenen Eis enttäuschten.

Die Eisbären bleiben weiterhin die Wundertüte der Liga. Da ringt man Mannheim nach einem klasse Spiel und einer sehr starken Leistung in deren Halle nieder und geht mit viel Selbstvertrauen in die Spiele gegen die beiden schlechter platzierten Teams aus Iserlohn und Wolfsburg. Und dann denkt man, da reicht halbe Kraft und ein, zwei gute Drittel aus, um die Siege und Punkte mitzunehmen. Aber weit gefehlt, für diese Denkweise wurden die Eisbären Freitag und heute bestraft.
Man fing zwar äußerst gut und druckvoll an, konnte im ersten Drittel nur seine Chancen nicht nutzen. Dann geht man in Führung und bekommt das 2:0 praktisch auf dem Silbertablett serviert mit zwei aufeinanderfolgenden doppelten Überzahlspielen, aber die Eisbären konnten in diesen Situation keinerlei Gefahr entwickeln, stattdessen konnte Wolfsburg zweimal eiskalt zuschlagen und zeigen, wie man seine Chancen effektiv nutzt.
Das man den Start ins letzte Drittel bei einem 1:2-Rückstand dermaßen verpennt und prompt das 1:3 kassiert, passte dann einfach in das heutige Bild der Mannschaft, welche als solche nicht auftrat und einige Leistungsträger sich hinterfragen müssen, ob das, was sie auf dem Eis zeigen, überhaupt ausreichend ist für die DEL. Denn da laufen einige ihre Form meilenweit hinterher und der heutige Absturz auf Platz Acht war die Folge. Wer weiß, wo die Eisbären stehen würden, wenn man im Tor nicht Kevin Poulin stehen hätte, der der Mannschaft schon in so manchem Spiel den Arsch gerettet hat. Es ist an der Zeit, dass die Eisbären aufwachen und endlich wieder ihre Form finden, denn Konstanz ist für die Eisbären in dieser Saison ein Fremdwort. Und die Geduld der Fans ist auch so gut wie aufgebraucht.

Aufholjad nicht geglückt: Eisbären verlieren mit 2:3 am Seilersee

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin eine Wundertüte in der diesjährigen DEL-Saison. Der Hauptstadt-Club konnte den Mannheim-Coup nicht vergolden, verlor am Freitagabend bei den Iserlohn Roosters mit 2:3 (0:1,1:2,1:0). Zwar hatten die Eisbären auch jede Menge Torchancen, nur diese konnten sie nicht nutzen. Und am Ende mangelte es an der nötigen Konzentration über die volle Spieldauer, weshalb man sich die Niederlage auch selbst zuzuschreiben hatte.

Eisbären-Chefcoach Clément Jodoin schickte das selbe Team ins Rennen, welches am Sonntag Mannheim mit 3:2 besiegen konnte. Somit stand also auch wieder Glücksbringer Kevin Poulin im Tor.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Die Eisbären fanden gut ins Spiel und erspielten sich auch gute Torchancen, aber am IEC-Goalie Niko Hovinen sollten sie an diesem Abend nicht nur einmal verzweifeln.
Aber auch Iserlohn kam gut ins Spiel und kam ebenso zu Torchancen und hatte zudem auch die ersten beiden Überzahlspiele im Auftaktdrittel. Florian Kettemer und Colin Smith kassierten die Strafen auf Seiten der Eisbären, die die beiden Unterzahlspiele jedoch schadlos überstanden.
Zum Ende des ersten Drittels bekamen dann auch die Eisbären die Möglichkeit, in Überzahl zu agieren und dabei waren sie auch sehr gefährlich, nur ein Tor wollte dabei nicht herausspringen.
Und als sich in der Eishalle am Seilersee alle schon auf den Pausensnack und ein Getränk freuten, klingelte es doch noch im Eisbären-Käfig. 22 Sekunden waren noch auf der Uhr, als sich Jon Matsumoto klasse durch tankte, Kevin Poulin umkurvte und den Schuss so lange hinaus zog, bis er Poulin erfolgreich bezwingen konnte – 0:1 aus Eisbären-Sicht (20.).
Das erste Drittel endete für die Eisbären also denkbar schlecht. Dennoch war Kapitän André Rankel im Interview bei Telekom Sport nicht unzufrieden:

Es ist ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Wir haben ein Fehler gemacht, der gleich zum Tor geführt hat. Wir haben die Chancen, wir treffen das Tor nur nicht. Wir müssen mehr Verkehr vor dem Tor erzeugen, dann gehen die Chancen auch rein.

Doch das Mitteldrittel begann für die Berliner erst einmal mit zwei Unterzahlspielen in Folge, James

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Sheppard und Danny Richmond suchten die Kühlbox am Seilersee auf. Die Hausherren machten gut Druck, aber Kevin Poulin hielt die Gäste von der Spree hier im Spiel.
Aber beim Doppelschlag der Sauerländer war auch der Berliner Goalie machtlos. Travis Turnbull machte sich mit der Scheibe aus dem eigenen Drittel heraus auf den Weg Richtung Berliner Tor, zündete den Turbo, zog ins Angriffsdrittel hinein, fuhr auf die rechte Seite und schloss diesen Alleingang eiskalt ab – 0:2 (29.).
Ganze 36 Sekunden später konnte Iserlohn erhöhen. Marco Friedrich scheiterte mit seinem Schuss frei vor Poulin noch an selbigen, Dylan Yeo staubte dann jedoch erfolgreich ab – 0:3 (29.).
Der Rückstand war deutlich, aber die Eisbären gaben nicht auf und machten mit zunehmender Spieldauer gehörig Druck auf das Iserlohner Tor. Die sahen sich einem Berliner Angriff nach dem anderen ausgesetzt, es hatte bei Fünf-gegen-Fünf fast den Anschein, als wären die Eisbären in Überzahl, so viel Druck entfachten sie auf das Tor der Roosters. Mit dem Anschlusstreffer sollte es aber bis 100 Sekunden vor der zweiten Drittelpause dauern. André Rankel hatte von der blauen Linie abgezogen, James Sheppard fälschte entscheidend ab und schon stand es nur noch 1:3, was zugleich auch der Pausenstand am Seilersee war.
Iserlohns Youngster Lean Bergmann mit seinem Fazit zu den zweiten 20 Minuten:

Die haben sehr viel Druck gemacht, aber wir haben auch ein bisschen schlechter gespielt als zuvor. Wir müssen wieder hinkommen, die kleinen Zweikämpfe im Drittel zu gewinnen. Die haben gemerkt, dass wir nach dem 3:0 zwei, drei Prozent nachgelassen haben und das wollten sie gleich nutzen.

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Im Schlussdrittel wollten die Eisbären an die zweiten 20 Minuten anknüpfen und versuchten sofort nachzulegen. Aber sie konnten ihre Chancen einfach nicht nutzen bzw. Niko Hovinen im IEC-Tor war einfach zu stark an diesem Abend.
Iserlohn hatte sich aber nun besser auf den Berliner Druck eingestellt und stand hinten wesentlich besser und machte es den Eisbären mit zunehmender Spieldauer im Schlussdrittel das Leben sehr schwer. Und man selbst lauerte nun vermehrt auf Konter, um die Partie zu entscheiden. So sorgten die Hausherren immer wieder für Entlastung und Gefahr vor Kevin Poulin, der den Berlinern weiterhin die Chance gab, hier etwas mitzunehmen.
Die Zeit lief den Eisbären davon, 75 Sekunden vor dem Spielende nahmen die Eisbären ihren Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Eisbären versuchten nun also mit sechs Mann hier die Tore zu erzwingen.
Und 42 Sekunden vor der Schlusssirene eine ansehnliche Kombination über Marcel Noebels, Louis-Marc Aubry und André Rankel. Letzterer schloss diesen Angriff ab und brachte die Hoffnung bei den Eisbären wieder zurück – 2:3 (60.).
Die Eisbären versuchten es auch in den Schlusssekunden immer weiter, aber Niko Hovinen ließ keinen weiteren Puck mehr durch und sicherte seiner Mannschaft drei enorm wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze.

Wenn man nicht über 60 Minuten konzentriert zu Werke geht und sein Spiel durchzieht, dann kann man in dieser Liga auch keine Spiele gewinnen. Im ersten Drittel hatten beide Mannschaften ihre Chancen, doch nur Iserlohn konnte eine kurz vor dem ersten Pausenstee zum 1:0 nutzen. Da waren die Eisbären gedanklich wohl schon in der Kabine.
Die Konzentration fehlte auch beim Iserlohner Doppelschlag in der 29. Spielminute, als sie die Partie praktisch entschieden. Zwar rannten die Eisbären danach an und kamen auch noch einmal auf 2:3 heran, doch zu mehr sollte es am Ende nicht mehr reichen. Gerade im zweiten Drittel ließ man bei Druckphasen beste Möglichkeiten liegen, tat sich dann aber im letzten Drittel schwer, die kompakte Defensive der Roosters zu knacken. André Rankels Treffer zum 2:3 kam leider zu spät.
Eisbären-Stürmer Martin Buchwieser mit seiner schonungslosen Analyse nach den 60 Minuten am Seilersee:

Wir waren einfach kurz vor Ende des ersten Drittels unkonzentriert. Dann der schnelle Doppelschlag im zweiten Drittel, das hat uns einfach das Spiel gekostet. Wir waren dann für die Hälfte des Spiels besser als die, aber wir machen die Tore einfach nicht. Wir müssen unser komplettes Spiel über 60 Minuten abrufen, konzentrierter agieren und unsere Torchancen nutzen.

Nach Mannheim-Coup: Eisbären wollen in Iserlohn und gegen Wolfsburg nachlegen

Wenn die Eisbären-Fans heute an die 60. Spielminute vom vergangenen Sonntag in Mannheim zurückdenken, bekommen Sie ein breites Grinsen im Gesicht. Warum? Ganz klar, denn 18,1 Sekunden vor dem Spielende schoss Florian Busch die Eisbären Berlin zum überraschenden aber keinesfalls unverdienten 3:2-Auswärtssieg in Mannheim und versetzte die Adler-Fans und deren Mannschaft in eine Schockstarre, war es doch zugleich die dritte Niederlage für die Kurpfälzer in Folge. Für die Eisbären war es dagegen die richtige Antwort auf das 0:4-Debakel gegen Köln, auf die völlig indiskutable Leistung gegen die Domstädter, als die Mannschaft ein Komplett-Ausfall war. 

Bei aller Freude über den 3:2-Coup in Mannheim darf man aber nicht vergessen, dass dieser Sieg nur halb so viel wert ist, wenn man jetzt am Wochenende nicht nachlegt und diesen Auswärtssieg vergoldet. Am Wochenende geht es mit Iserlohn (11.) und Wolfsburg (13.) gegen zwei Mannschaften, die hinter den Berlinern in der Tabelle stehen. Dennoch sollten die Eisbären beide Mannschaften nicht unterschätzen, das weiß auch EHC-Chefcoach Clément Jodoin, der im Vorfeld der Partie am Seilersee morgen Abend folgendes sagte (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 06.12.2018):

Iserlohn ist eine gute, offensive Mannschaft, die viele Tore schießt, aber auch einige Tore
abgibt. Dort ist es immer sehr schwer zu spielen. Wir haben auf einigen Gebieten bereits einen guten Standard erreicht, müssen uns aber insgesamt noch weiterentwickeln.

Die Eisbären sollten an die letzten beiden Drittel aus Mannheim anknüpfen, als die Mannschaft geschlossen für den Erfolg gekämpft hat. Da hat Jeder für Jeden gekämpft, die Spieler gaben keinen Puck verloren, gingen keinem Zweikampf aus dem Weg und haben immer an den Sieg geglaubt und diesen Willen auf dem Eis auch vermittelt. Gekrönt wurde diese klasse Moral mit dem Siegtreffer durch Buschi 18,1 Sekunden vor dem Ende. Dieser Erfolg sollte der Mannschaft nun Auftrieb geben, um wieder eine Siegesserie zu starten. Zwar gewann man vier der letzten fünf Spiele, aber auch wenn Siege dabei waren, spielerisch konnten die Eisbären nicht immer überzeugen und nach wie vor fehlt in einem Großteil der Spiele das System, was hinter dem Spiel der Eisbären steckt. Jedenfalls erkennt man kaum eins.

Morgen Abend treten die Eisbären bei den Iserlohn Roosters (Bully: 19:30 Uhr) an, welche aktuell auf dem elften Tabellenplatz stehen. Die Sauerländer stellen mit 81 Toren den zweitbesten Angriff der Liga, mit 94 Gegentoren aber auch die zweitschlechteste Defensive der DEL. Am Seilersee ist es aber immer schwer zu spielen, auch in dieser Saison wieder. Nur vier der zwölf Heimspiele haben die Sauerländer verloren, den Eisbären steht also eine schwere Aufgabe bevor. Doch die letzten beiden Auswärtsspiele am Seilersee gingen an die Eisbären, die letztmals 2008/2009 drei Siege in Folge nach regulärer Spielzeit in Iserlohn feierten. 

Am Sonntag sind dann ab 14:00 Uhr die Grizzlys Wolfsburg in der Mercedes-Benz Arena zu Gast. Ein Team, welches bisher eine absolut verkorkste Saison erlebt. Nach dem Weggang von Trainer Pavel Gross im Sommer läuft es beim Playoff-Dauergast der letzten Jahre überhaupt nicht rund, die Niedersachsen hängen am Tabellenende fest und es scheint fast so, als ob die Serie der Playoff-Teilnahmen der Wolfsburg in dieser Saison ein jähes Ende finden wird, denn der Rückstand auf Platz Zehn beträgt bereits jetzt schon 14 Zähler. Und auswärts läuft für Wolfsburg in dieser Saison bisher überhaupt nichts zusammen, man gewann nur eins von bisher 14 Gastspielen. Und nun tritt man in Berlin an, die nur drei von zwölf Heimspielen in dieser Saison bisher verloren haben. Zudem hat Wolfsburg die letzten sieben Auswärtsspiele in der Hauptstadt verloren. Gute Aussichten sind etwas anders für die Mannschaft aus der Autostadt.

Eisbären-Coach Clément Jodoin muss erneut auf Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver verzichten. Zudem ist der Einsatz von Jamie MacQueen fraglich, für ihn würde Charlie Jahnke ins Line-up rücken.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters am 07.12.2018:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Tobias Ancicka, Konstantin Kessler, Jake Ustorf, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel

3:2 in Mannheim: Florian Busch versenkt 18 Sekunden vor dem Ende das Mannheimer Ufo – Kevin Poulin mit einer überragenden Leistung im Tor

Es gibt Spiele und Siege, die bedeuten Spielern und Fans besonders viel. Heute Nachmittag war wieder so ein Spiel. Die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin trafen zum ewig jungen DEL-Klassiker aufeinander. 12.678 Zuschauer waren dabei Zeuge eines hochklassigen und spektakulären Eishockeyspiels zwischen zwei absoluten Top-Mannschaften in der Liga. Am Ende entschieden die Eisbären das 129. Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften mit 3:2 (0:1,2:0,1:1) für sich und holten sich in diesem Duell den 64. Sieg und haben nun einen Sieg mehr als die Adler in dieser Statistik aufzuweisen.

Die Eisbären traten mit dem selben Team wie am Freitagabend gegen Köln an. Martin Buchwieser sagte vor dem Duell gegen den Spitzenreiter bei Telekom Sport:

Wir glauben immer an uns. Sonst würden wir ja auch nicht antreten. Wir wissen, dass wir sie schlagen können, aber auch, dass es ein hartes Stück Arbeit wird. 

Beide Mannschaften hatten etwas gut zu machen. Mannheim hatte die letzten beiden Spiele verloren, die Eisbären kassierten am Freitagabend auf eigenem Eis eine 0:4-Klatsche gegen Köln nach einer sehr schwachen und ernüchternden Leistung. Die Partie nahm sofort Fahrt auf, hatte ein hohes Tempo und war hart umkämpft.
Die erste Chance des Spiels hatten die Eisbären. Florian Busch wurde mit einem langen Pass auf die Reise geschickt, die Nummer 26 der Berliner tauchte frei vor Chet Pickard auf, umkurvte den Adler-Goalie, scheiterte aber am Pfosten.
Danach lief die Partie minutenlang ohne Unterbrechung durch, es ging hin und her. Nach acht Minuten kassierten die Gäste die erste Strafe durch James Sheppard, doch die Unterzahl überstanden die Berliner schadlos. Aber dafür klingelte es nach der Unterzahl im EHC-Tor. Brendan Mikkelson kam über links Richtung Tor, zog nach außen und Kevin Poulin rechnete mit dem Schuss. Doch Mikkelson mit dem Bauerntrick, er fuhr rum ums Berliner Tor, Kevin Poulin kam so schnell nicht mehr rüber auf die andere Seite und Mikkelson versenkte die Scheibe im leeren Berliner Tor – 0:1 aus Eisbären-Sicht (10.).
Mannheim wollte direkt nachlegen, Markus Eisenschmid wurde zwei Minuten später im Slot angespielt, stand völlig frei, scheiterte aber an Poulin. Danach ein guter Wechsel der Kurpfälzer, in dem sie zwei, drei gute Chancen hatten, doch Kevin Poulin stemmte sich als einziger Eisbär gegen einen möglichen höheren Rückstand.
Fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die zweite Strafe gegen die Berliner, dieses Mal traf es Marcel Noebels. Mannheim in diesem Powerplay mit drei gefährlichen Schüssen auf das Tor, aber auch hier war Poulin mal wieder zur Stelle.
Auch eine Minute vor dem Drittelende war jener Poulin mal wieder der Fels in der Brandung. David Wolf mit einem satten Handgelenkschuss, aber die Fanghand von Kevin Poulin ging blitzschnell hoch und der Puck landete im Fanghandschuss des Berliner Torhüters.
Das erste Drittel beendeten die Eisbären mit einem Powerplay, welches sie mit ins Mitteldrittel nahmen, und mit einem 0:1-Rückstand. Eisbären-Kapitän André Rankel mit seinem Fazit zum ersten Drittel in Mannheim bei Telekom Sport:

Es ist ein extrem schnelles Spiel. Es geht auf und ab. Es macht Spaß, hier zu spielen. Wir spielen weitaus besser und aggressiver als zuletzt. Aber wir müssen die unnötigen Strafen weglassen.

63 Sekunden standen noch auf der Powerplayuhr für die Eisbären zu Beginn des zweiten Drittels. Und sie schlugen mal wieder in Überzahl zu. James Sheppard zog ab, Chet Pickard ließ die Scheibe nach vorne prallen, Sean Backman war zur Stelle und staubte eiskalt ab – 1:1 nach 50 Sekunden im Mitteldrittel.
Es war weiterhin eine sehr intensive Partie, welche hart umkämpft war und ein hohes Tempo hatte. Es ging hin und her.
Mitte des zweiten Drittels Mannheim mit einer Strafe gegen David Wolf und die Eisbären mit zwei guten Chancen in Überzahl. Micki DuPont scheiterte an Chet Pickard. Und Jamie MacQueen probierte es auch, sein Schuss wurde von Thomas Larkin abgefälscht, Pickard konnte ihn irgendwie parieren, der Puck drohte aber hinter dem Adler-Goalie ins Tor zu fliegen. Brendan Mikkelson roch den Braten und schoss die Scheibe aus der Gefahrenzone.
Fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause die nächste Strafe gegen die Adler, dieses Mal traf es Phil Hungerecker und in diesem Überzahlspiel hatten beide Mannschaften Chancen. Florian Kettemer scheiterte an Pickard und Brendan Ranford schoss knapp am Tor vorbei. Dann vertändelte Jamie MacQueen im eigenen Drittel leichtfertig die Scheibe, Brent Raedeke kam an selbige und zum Abschluss, aber Kevin Poulin, der im zweiten Drittel nicht mehr so viel zu tun hatte, war zur Stelle.
Zwei Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts Mannheim mit einer dummen Strafe. Frank Hördler mit einem sauberen und fairen Check, doch Markus Eisenschmid sah das anders und setzte zum Revanche-Foul an und kassierte dafür eine Zwei-Minuten-Strafe wegen eines Bandenchecks. Und im darauffolgenden Überzahlspiel trafen die Eisbären gleich zweimal. Beim ersten Mal war es Danny Richmond, doch Colin Smith behinderte Adler-Goalie Chet Pickard entscheidend und so wurde der Treffer nach Ansicht des Videobeweises nicht gegeben. Die Eisbären waren davon aber unbeeindruckt und trafen eben wenige Sekunden später. Micki DuPont und Jamie MacQueen mit einem Doppelpass und MacQueen anschließend mit dem Onetimer von der blauen Linie – 2:1 (39.).
Jamie MacQueen, der somit für den Pausenstand nach 40 Minuten sorgte, sagte zum zweiten Drittel folgendes:

Wir haben dran geglaubt und wollten intensiver spielen. Das haben wir hin bekommen.

Das letzte Drittel begann aus Eisbären-Sicht denkbar schlecht. Mannheim gewann das Bully und Thomas Larkin fuhr vom Mittelkreis aus Richtung Tor von Kevin Poulin, zog ab und nach nur acht Sekunden im Schlussdrittel stand es 2:2 zwischen Mannheim und Berlin.
Mannheim hatte sich hier viel für den Schlussabschnitt vorgenommen und hätte zwei Minuten später bei einem 2-auf-1-Konter beinahe das 3:2 nachgelegt. Luke Adam mit dem Querpass auf Ben Smith, der zögerte mit dem Abschluss, Poulin lag schon am Boden und parierte dennoch Smith seinen Schuss. Wenige Sekunden später Fehler der Eisbären und Garrett Festerlng frei vor Poulin, doch der Berliner Goalie war erneut der Sieger in diesem Duell.
Mannheim musste fortan eine Unterzahl überstehen und tat dies sehr gut, die Adler blockten die Schussversuche der Eisbären sehr stark.
Aber auch die Eisbären wollten hier den Sieg in Mannheim holen. Neun Minuten vor dem Ende Frank Hördler mit einem guten Pass vor das Tor, Jamie MacQueen hielt den Schläger hin, doch der Puck ging knapp am Tor vorbei. Im Gegenzug gewann Mannheim die Scheibe hinter dem Berliner Tor, spielte sie schnell in den Slot, wo Markus Eisenschmid nicht lange fackelte, doch Kevin Poulin entschärfte den Onetimer problemlos.
Das Spiel wurde immer spannender, beide Mannschaften drängten auf den wohlmöglich entscheidenden Führungstreffer. Und dann kassierte Danny Richmond knapp drei Minuten vor dem Ende eine unnötige Strafzeit, Mannheim also kurz vor Schluss mit der großen Chance in Überzahl. Und die Adler machten ordentlich Druck, belagerten das Tor von Kevin Poulin, aber der hatte hier keine Lust, einen weiteren Gegentreffer hinzunehmen und entschärfte alle brenzligen Situationen.
Die Sekunden vergingen und alles sah nach der Verlängerung aus, doch dann hatten die Eisbären noch einen Angriff. Danny Richmond kam auf der linken Seite an die Scheibe, spielte sie rüber zu James Sheppard, der ließ nur kurz abtropfen zu Florian Busch, welcher den Puck mit einem klasse Handgelenkschuss aus dem Slot in den Winkel schoss – 3:2 18 Sekunden vor dem Ende für die Eisbären. Da die Scheibe direkt wieder aus dem Tor sprang, fuhren die beiden Hauptschiedsrichter erneut zum Videobeweis, welcher aber nicht lange dauern sollte, da der Puck klar im Netz war.
Mannheim nahm zwar noch den Goalie raus, aber es half alles nichts mehr. Die Eisbären holten sich hier die drei Punkte und fügten Mannheim nicht nur die dritte Niederlage in Folge zu. Nein, sie beendeten so ganz nebenbei auch die unglaubliche Serie von Mannheims Goalie Chet Pickard, der zuvor alle neun Ligaspiele gewonnen hatte.

Das war ein komplett anderer Auftritt der Eisbären heute Nachmittag. Die Mannschaft zeigte eine klasse Leistung, trat geschlossen als Team auf und jeder kämpfte für jeden. Der unbedingte Wille, hier etwas mitzunehmen, war spätestens ab dem zweiten Drittel zu sehen. Denn im ersten waren die Kurpfälzer doch noch die klar bessere Mannschaft, da hatte man es Kevin Poulin zu verdanken, dass es nur 0:1 stand. Der Goalie hat mal wieder ein überragendes Spiel abgeliefert und überhaupt erst dafür gesorgt, dass man 18 Sekunden vor dem Ende noch den Siegtreffer markieren konnte.
Aber die Eisbären waren ab dem zweiten Drittel auf Augenhöhe mit den Mannheimern, im zweiten Drittel dabei sogar die bessere Mannschaft. Beide Mannschaften boten beste Werbung für den Eishockey-Sport, beide wollten das Spiel gewinnen. Alle kämpften verbissen um jeden Zentimeter Eis, kein Zweikampf wurde verloren gegeben. Kein Vergleich zum Auftritt der Eisbären am Freitag gegen Köln. Heute haben sie Wiedergutmachung betrieben und bewiesen, dass sie es können und gezeigt, was sie drauf haben. Das war ein Sieg dank der unglaublichen Moral und des unbändigen Willens der Eisbären, Mannheim in deren Arena in die Knie zu zwingen. Chapeau dafür!

Adler-Stürmer David Wolf zog nach dem Spiel folgendes Fazit: 

Man muss gegen die Top-5-Mannschaften immer bereit sein, dass waren wir die letzten 20 Sekunden nicht. Klar tut es im ersten Moment weh, aber wir haben trotzdem gut gespielt.

Und Sieg-Torschütze Florian Busch meinte, dass Mannheim eben nicht immer gewinnen kann:

Mannheim gegen Berlin ist immer laufstark und intensiv. Wir haben von vornherein gewusst, dass es auf und ab gehen würde, dass es hitzig werden würde. Mannheim hat eine sehr starke Mannschaft und sie spielen eine absolut überragende Saison. Aber man kann nicht jedes Spiel gewinnen. 

0:4-Klatsche gegen Köln: Emotionsloser Auftritt der Eisbären Berlin beendet die drei Spiele andauernde Siegesserie

 

Ausgabe #14:

13.930 Zuschauer sind voller Hoffnung am Freitagabend in die Arena am Ostbahnhof gegangen. Sie alle hofften, dass die drei Spiele andauernde Siegesserie fortgesetzt wird und man den vierten Sieg in Folge einfahren würde. Doch am Ende verließen die Eisbären-Fans die Mercedes-Benz Arena vollkommen enttäuscht, denn die Eisbären Berlin konnten im Spiel gegen die Kölner Haie nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen in Ingolstadt und gegen Straubing anknüpfen, boten den Zuschauern eine sehr ernüchternde und fast schon peinliche Vorstellung, welche am Ende mit 0:4 (0:3,0:0,0:1) ausging. Damit hatte keiner gerechnet. Weder die Fans noch Spieler und Trainer. Sie alle waren nach diesen 60 Minuten völlig ratlos und enttäuscht.

Trainer Clément Jodoin hatte sogar das Gefühl, er sei beim Freitagabend-Hockey mit Freunden gewesen, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte. „Denn es sind keine Pässe gelungen und auch das physische Element hat irgendwie gefehlt„, führte Jodoin weiter aus.
Stürmer Marcel Noebels lieferte nach dem Spiel eine schonungslose Analyse, war vollkommen angefressen und enttäuscht von seiner eigenen Leistung und der seiner Kollegen. Alle hatten das Gefühl, man hätte zwei Schritte nach vorne gemacht. Aber nach dem heutigen Spiel sprach Noebels davon, dass er viel mehr das Gefühl hatte, man habe acht Schritte zurück gemacht. Noebels sagte weiter, dass man heute auch zweimal 60 Minuten hätte weiterspielen können, ohne dabei auch nur ein Tor zu schießen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel begann aus Eisbären-Sicht schon nicht gut. 82 Sekunden war die Partie gerade einmal alt, da kassierte Frank Hördler bereits die erste Strafe der Partie. Doch die Eisbären überstanden diese erste Unterzahl noch schadlos. Mitte des ersten Drittels hatten dann auch die Berliner mal eine Überzahl, aber auch diese blieb ungenutzt.
In den zweiten zehn Minuten verloren die Eisbären dann das Spiel. Innerhalb von 5:09 Minuten schossen die Haie drei Tore und sorgten so für eine 3:0-Führung nach 20 Minuten und lange Gesichter bei den Eisbären und deren Anhang. Jason Akeson hatte in einer Überzahl für Köln abgezogen, Kevin Poulin ließ die Scheibe prallen und Alexander Oblinger nahm den Puck aus der Luft direkt und schoss ihn ins Eisbären-Gehäuse. Die beiden Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Lasse Kopitz schauten sich die Szene aber sicherheitshalber noch einmal im Videobeweis an, sahen da aber, dass kein hoher Stock vorlag und so stand es 0:1 aus Berliner Sicht (15.).
In der 17. Spielminute dann ein richtig krummes Ding. Alexander Sulzer hatte von der blauen Linie abgezogen, Kai Hospelt hielt seine Kelle in den Schuss, der somit die Richtung änderte und Kevin Poulin auf dem falschen Fuß erwischte. Die Scheibe rutschte durch Poulins Schoner durch ins Tor – 0:2.
Und zum Drittelende hin noch einmal ein Powerplay für die Gäste und im Abschluss waren sie heute einfach eiskalt. Sebastian Uvira wurde freigespielt und der erhöhte auf 3:0 für Köln (20.).

Zu Beginn des zweiten Drittels stand dann Maximilian Franzreb im Eisbären-Tor, Trainer Clément

Foto: eisbaerlin.de/walker

Jodoin wollte ein Zeichen setzen und die Mannschaft aufwecken. Klappte nur nicht wirklich. Denn die Eisbären fanden einfach nicht zu ihrem Spiel bzw. in dieses Spiel hinein. Ein Fehlpass jagte den nächsten. Vor dem eigenen Tor klafften zu große Lücken, zu oft standen die Kölner frei vor Maximilian Franzreb. Mit Verteidigung hatte das wenig zu tun.
Bezeichnend dafür eine Szene in der 26. Spielminute, als Mike Zalewski vor dem Tor ungestört dreimal zum Schuss kommen konnte, zum Glück hielt Franzreb alle seine Versuche.
Egal, was die Eisbären nach vorne versuchten, es führte zu kaum etwas. Sie fanden einfach kein Mittel gegen sehr gut stehende Kölner. Köln hatte keine großen Probleme die Angriffe der Eisbären zu entschärfen. Auch Gustaf Wesslau hatte selten Probleme mit den Schüssen der Eisbären.
Und hinten lud man Köln immer wieder ein, sich Chancen zu erspielen. Die Haie-Spieler wurden fast schon durchgewunken, die Eisbären ließen Zweikampf-Härte vermissen. Das einzig Positive an den zweiten 20 Minuten war der Fakt, dass man ohne Gegentor geblieben war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Schlussdrittel begann mit einer guten Eisbären-Chance, Brendan Ranford scheiterte aber am Pfosten. Die Eisbären anschließend fast vier Minuten mit einem Mann mehr, aber selbst da bekam man nichts auf die Reihe. Köln machte es den Eisbären sehr schwer, da auch nur eine Lücke in der Defensive zu finden.
Die Eisbären rannten an, allerdings kopf- und planlos. Köln konzentrierte sich im Schlussdrittel auf seine Defensive, wollte das souverän zu Ende spielen und vorne vielleicht noch den einen Konter zu Ende fahren. Und Köln sollte seine eine Chance zum Tor noch bekommen und nutzen. Colby Genoway mit dem Querpass vor das Tor, wo Alexander Oblinger verwandeln konnte – 0:4 (54.).
Mehr passierte danach nicht mehr, Köln brachte das 4:0 souverän über die Zeit und beendete damit die Siegesserie der Eisbären.

Das war nichts. Die Eisbären, die lt. André Rankel voller Vorfreude auf den DEL-Klassiker gegen Köln waren, blieben heute Abend alles schuldig. Von der ersten Sekunde an war das kein guter Auftritt der Hauptstädter, Köln machte von Beginn an deutlich, dass sie dieses Spiel hier gewinnen wollten. Und die Domstädter mussten sich dafür kein Bein ausreißen, die Eisbären machten es ihnen nicht allzu schwer. Köln war abgezockt und eiskalt vor dem Tor, hatte dabei auch das nötige Quäntchen Glück wie beim 2:0. Und hinten standen die Kölner sehr kompakt und ließen den Eisbären nicht den Hauch einer Chance.
Man hatte die Eisbären auf einem guten Weg gedacht, auch nach dem gestrigen Training hatte ich ein gutes Gefühl. Aber alles, was im Training so super klappte, funktionierte heute im Spiel überhaupt nicht, wie Clément Jodoin nach dem Spiel auf der PK sagte. Das war schon ein erschreckend schwacher Auftritt der Eisbären, sehr ernüchternd. Und die nächste Aufgabe wird noch viel schwerer, geht es doch am Sonntagnachmittag zu den Adlern nach Mannheim. Mit der Leistung von heute holt man sich dort die nächste Klatsche ab.

Kapitän André Rankel vor dem DEL-Klassiker gegen Köln: „Wir sind voller Vorfreude auf morgen“

Keine Zeit zum Verschnaufen für die Eisbären Berlin. Dienstagabend standen die Berliner noch gegen die Straubing Tigers (4:0) auf dem Eis der Arena am Ostbahnhof, morgen Abend stehen unsere Jungs erneut auf dem heiligen Eis der Mercedes-Benz Arena. Ab 19:30 Uhr kreuzen die Eisbären die Schläger mit den Kölner Haien. Ein wahrer DEL-Klassiker erwartet die Fans da und wie man hört, erwarten die Eisbären sogar ein fast ausverkauftes Haus. Ein würdiger Rahmen für diesen Klassiker. Tabellarisch gesehen ist es das Duell des Fünften gegen den Siebten, zwei Zähler haben die Eisbären Vorsprung auf die Haie, welche sogar noch ein Spiel mehr als die Eisbären absolviert haben. Mit einem Sieg könnten die Eisbären also erneut einen Konkurrenten distanzieren.

Und momentan läuft es ja auch richtig gut beim Hauptstadt-Club. Drei Siege in Folge feierten die Eisbären und konnten dabei vor allem in den letzten beiden Spielen spielerisch und kämpferisch sehr überzeugen. Aber es gibt trotzdem noch Verbesserungsbedarf, wie Kapitän André Rankel heute nach dem Vormittagstraining sagte:

Wir gehen mit den gleichen Erwartungen wie immer ins Spiel. Ob es jetzt gut läuft oder nicht so gut läuft. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen. Wir haben noch einige Dinge, wo wir uns verbessern wollen, trotzdem es gut läuft und das haben wir jetzt im Training gemacht. Man darf nie zufrieden sein, man hat immer Kleinigkeiten, die man verbessern kann. Wir sind jetzt voller Vorfreude auf morgen.

Und mit Köln kommt ein Team nach Berlin, welches in den letzten vier Spielen stets gepunktet hat. Zwei Siege und zwei Niederlagen stehen in diesem Zeitraum für die Domstädter zu Buche. Eisbären-Chefcoach Clément Jodoin sagte im Vorfeld des Köln-Spiels (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 29.11.2018):

Köln ist ein gutes Team und hat zuletzt stark gespielt. Wir haben das Hinspiel 2:3 verloren. Für uns geht es nach den letzten guten Spielen darum, weiter hart zu arbeiten und sich nicht zufrieden zurückzulehnen.

Ein Grund, weshalb es zuletzt so gut läuft, ist u.a. auch Brendan Ranford, der am Dienstag einen Doppelpack gegen Straubing erzielte und in den letzten drei Spielen insgesamt viermal ins gegnerische Tor traf. Was auch daran liegt, das Trainer Jodoin die Reihen ein wenig umgestellt hat. Ranford spielt derzeit mit Kumpel Colin Smith und Martin Buchwieser in einer Reihe. Buchwieser wurde darauf nach dem Training heute angesprochen und auch gefragt, was seine Rolle in der Reihe ist:

Ich probiere einfach mein Spiel zu spielen. Wie immer eigentlich, dass ich den Jungs Raum schaffe. Dass sie nach vorne einfach ihre Freiheiten haben. Was ja bis jetzt ganz gut geklappt hat. Der „Rans“ hat ja jetzt die letzten drei Spiele ich glaub vier oder fünf Tore geschossen. Wir haben als Reihe gute Chancen gehabt und Glück gehabt, dass es bis jetzt ganz gut funktioniert. 

Der Eisbären-Kader wird sich im Vergleich zum Dienstagspiel nur auf der Back-up-Position verändern. Maximilian Franzreb sitzt statt Tobias Ancicka auf der Bank. Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver fehlen weiterhin.

Gegen Köln tat sich Berlin zuletzt enorm schwer, gewann nur eins der letzten fünf Heimspiele. Diese Serie dürfte morgen Abend gerne mal verbessert werden. Und so wie die Eisbären zur Zeit drauf sind, ist mit einem Sieg auch durchaus zu rechnen. Unterschätzen sollte man den KEC aber nicht. 

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Kölner Haie am 30.11.2018:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Tobias Ancicka, Konstantin Kessler, Jake Ustorf, Charlie Jahnke, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel

Florian Kettemer: „Ein Gefühl von Hockey-Heimat“

Es war die Nachricht des gestrigen Abends in der Arena am Ostbahnhof. Als Stadionsprecher Uwe Schumann wie vor jedem Heimspiel die Fans in der Arena zum Heimspiel begrüßte und sich auf dem Weg zur Fankurve machte, hatte er einen Zettel in der Hand und bat kurz um Ruhe, um eine wichtige Information bekannt zu geben. Es war jene, auf die die Fanszene der Eisbären seit Tagen und Wochen sehnsüchtig gewartet hatte. Der am Freitag auslaufende Vertrag von Verteidiger Florian Kettemer (Foto) wurde bis zum Ende der Saison 2019/2020 verlängert. Der Jubel in der Arena fiel erwartungsgemäß groß aus, fast hatte man das Gefühl, wir hätten soeben die achte Deutsche Meisterschaft gewonnen. Aber das zeigt eben nur, welchen Status Florian Kettemer trotz seiner erst vier Monate in Berlin bei den EHC-Fans eingenommen hat. In dieser kurzen Zeit ist er zum absoluten Publikumsliebling aufgestiegen. Die Fans lieben Kettemer und Kettemer liebt die Fans. Er war natürlich sehr froh, dass die Verlängerung nun durch war, wie er nach dem Spiel in der Mixed-Zone sagte:

Ich bin sehr, sehr glücklich, ganz klar. Erstmal möchte ich mich auch bei den anderen Mannschaften für die Angebote bedanken und die Wertschätzung, die Sie mir entgegen gebracht haben. Was Sie aber nicht hatten, das muss ich ganz klar sagen, waren die Fans. Wie die Fans sich in letzter Zeit für mich eingesetzt und mir gezeigt haben, wie sehr Sie mich hier in Berlin sehen wollen, das hat mich sehr berührt und hat mir einfach ein Gefühl von Hockey-Heimat gegeben.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Kettemer, der bei den Eisbären das Trikot mit der Nummer 69 trägt und welches in den nächsten Wochen sicherlich zum Verkaufsschlager im Fanshop werden wird, ist aktuell der drittbeste Scorer im Eisbären-Team. Und das als Verteidiger. In bisher 22 Spielen hat Kettemer bereits acht Tore erzielt, fünf davon waren spielentscheidend, bei den drei Penaltysiegen war er der Siegtorschütze. Zudem hat er auch schon sechs Tore vorbereitet, kommt also auf insgesamt 14 Scorerpunkte bisher. Er spielt bisher seine absolut stärkste und beste Saison aller Zeiten. Aber er ist auch ein Gewinner-Typ, kam er doch im Sommer aus München und wurde mit den Red Bulls in den letzten drei Jahren Deutscher Meister. Ein Ziel, welches er nun auch mit den Eisbären verfolgt:

Ich bin die letzten drei Jahre Deutscher Meister geworden, das ist ein Mannschaftssport und ich weiß, was es bedeutet, Deutscher Meister zu werden. Dafür gebe ich alles, das wieder zu holen, das ist unbeschreiblich. Und das ist auch unser Ziel diese Saison.

Von der Meisterschaft ist man aber noch sehr weit entfernt, die Saison ist gerade mal fast zur Hälfte rum und die Eisbären stehen auf einem guten fünften Platz und kommen derzeit nach schwachem Start so langsam aber sicher immer besser in Fahrt, haben die letzten drei Spiele in Folge gewonnen. Florian Kettemer dazu:

Die Saison ist einfach ein Prozess, da muss man einfach Wege finden. Und das tun wir, wir gehen von Spiel zu Spiel, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Klar, wir schauen uns auch die Spiele an, wenn es mal nicht so gut läuft, das wird dann auch angesprochen. Ich denke, wir kommen jetzt immer besser in Fahrt. 

Und genau das ist der richtige Ansatz, immer nur von Spiel zu Spiel denken. Und die Fehler, die man macht, ansprechen und versuchen abzustellen. Das hat man in dieser Saison zwar schon sehr oft von den Eisbären-Spielern gehört, nur zu selten folgten den Worten auch Taten auf dem Eis. Aber in den letzten beiden Spielen hat man eine deutliche Leistungssteigerung gesehen. Das Team hat geschlossen als solches gekämpft, hat stark verteidigt, stand sehr gut in Unterzahl und hat seine Chancen eiskalt genutzt. Und durch Siege steigt das Selbstvertrauen der Spieler und im Moment dürften die Eisbären davon einiges haben, angesichts der kleinen aber wichtigen Siegesserie.

Und da jetzt auch noch ihre Geheimwaffe Florian Kettemer in Berlin bleibt, dürfte den Gegnern in den nächsten Wochen wieder Angst und Bange werden. Denn Kettemer ist ja wie bereits erwähnt der Spezialist für die Game-Winning-Goals. Und Kettemer, der im Sommer seine Karriere eigentlich beendet hatte, dann aber das Angebot aus Berlin bekam, hat im Moment einfach nur richtig viel Spaß am Eishockey:

Ich hab grad super viel Spaß. Ich bin hier her gekommen, um Berlin auch zu helfen. Das geht jetzt weiter. Ich kenn das Gefühl Deutscher Meister zu werden, so bin ich auch her gekommen. Ich geh von Spiel zu Spiel, will jedes Spiel gut spielen, will mich verbessern. 

 

Party-Stimmung bei den Eisbären: Dritter Sieg in Folge, Poulin-Shutout, Ranford-Doppelpack und Kettemer bleibt

 

Ausgabe #13:

Die Eisbären Berlin bleiben in der Erfolgsspur. Am Dienstagabend gewannen sie vor 7.610 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena ihr Heimspiel gegen die Straubing Tigers mit 4:0 (2:0,1:0,1:0) und feierten damit den dritten Sieg in Folge. Der Schlüssel zum Sieg war der, dass die Eisbären ihre Chancen eiskalt nutzten, während Straubing das nicht tat, was aber auch am mal wieder sehr starken Kevin Poulin lag, welcher sich dadurch seinen zweiten Shutout der Saison auch redlich verdiente.

Bei den Eisbären fehlten auch heute wieder Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver verletzungsbedingt. Mark Cundari musste als überzähliger Importspieler auf die Tribüne.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Noch bevor der erste Puck eingeworfen wurde, brandete schon riesiger Jubel auf den Rängen der sehr schlecht besuchten Arena am Ostbahnhof auf. Stadionsprecher Uwe Schumann verkündete vor Spielbeginn die frohe Botschaft, dass der Vertrag von Verteidiger Florian Kettemer (endlich) verlängert wurde. Die Nummer 69 spielt nun bis zum Ende der Saison 2019/2020 für den DEL-Rekordmeister. Wie ich finde, eine absolut richtige und längst überfällige Entscheidung des Managements der Eisbären. Kettemer (Foto) ist bisher der Top-Neuzugang der Eisbären.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Hinein in eine Partie zweier Tabellennachbarn. Und von Beginn an merkte man, dass sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegneten. Beide Teams traten hier mit breiter Brust an und genauso spielten sie auch. Das erste Drittel war gut anzuschauen, beiden boten gutes Eishockey und suchten immer wieder den Abschluss vor dem gegnerischen Tor. Es sollte aber bis zur elften Spielminute dauern, ehe die Eisbären-Fans erstmals an diesem Abend jubeln konnten. Jonas Müller setzte sich klasse durch und zog vor das Tor, zog dann ab und die Scheibe rutschte Tigers-Goalie Sebastian Vogl durch die Schoner – 1:0.
Und die Hausherren machten daraus einen Doppelschlag. Colin Smith fuhr ums Straubinger Tor, spielte die Scheibe an den langen Pfosten, wo sein Kumpel Brendan Ranford lauerte. Und der hatte keine große Mühe, die Scheibe im Tigers-Tor unterzubringen – 2:0 (12.). Das dritte Tor der Nummer Zehn im dritten Spiel in Folge. So langsam aber sicher kommt Ranford immer besser in Fahrt.
Straubing kam eigentlich gut ins Spiel, war auf Augenhöhe, aber der Doppelschlag schockte sie natürlich, weshalb Coach Tom Pokel erst einmal eine Auszeit nahm. Was auch half, denn einen weiteren Gegentreffer mussten die Niederbayern im ersten Drittel nicht hinnehmen und lagen somit mit 0:2 nach 20 Minuten in Berlin hinten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Zu Beginn des Mitteldrittels hätte Straubing beinahe verkürzt, aber Steven Seigo traf nur den Pfosten, was in der spärlich besetzten Arena am Ostbahnhof bis unters Dach zu hören war. 33 Sekunden später klingelte es stattdessen mal wieder im Tor der Gäste. Florian Kettemer brachte die Scheibe Richtung Slot, Martin Buchwieser hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss. Danach lag die Scheibe frei rum und Brendan Ranford sagte „Danke“ und erhöhte auf 3:0 (23.).
Danach konzentrierten sich die Eisbären auf die Defensive und lauerten auf Fehler der Niederbayern, um anschließend zu kontern. Straubing dominierte das Spiel und nahm das Tor von Kevin Poulin mächtig unter Beschuss. Straubing hatte dabei auch zwei Überzahlspiele, aber was sie auch versuchten, entweder war Kevin Poulin zur Stelle oder die Defensive der Eisbären warf sich in die Schüsse. Die Mannschaft verteidigte das Tor mannschaftlich geschlossen und nahm somit die 3:0-Führung mit in die Kabine.

Selbes Bild im Schlussdrittel. Berlin war weiterhin um die Defensive bemüht, tat nach vorne nicht mehr

Foto: eisbaerlin.de/walker

als notwendig. Straubing rannte weiter an, versuchte wirklich alles und zeigte hier ein gutes Auswärtsspiel. Aber gegen Kevin Poulin im Eisbären-Tor kamen sie einfach nicht an. Auch bei einem weiteren Überzahlspiel gelang den Niederbayern nicht der eigentlich mittlerweile verdiente Anschlusstreffer.
Ihr Powerplay nutzten dann aber die Berliner kurz vor Ende der Partie. Sean Backman scheiterte am Pfosten, Jamie MacQueen verwertete den Abpraller und traf zum 4:0-Endstand (57.).
Nach dem Treffer lagen die Nerven bei den Gästen völlig blank. Statt um den Puck beim Bully zu kämpfen schlug Mitchell Heeard mit dem Schläger nur auf Colin Smith ein, in der Folge mischten sich Spieler beider Mannschaften ein und es entstand eine wüste Schlägerei, an deren Ende die Tigers in Person von Sena Acolatse und Mitchell Heard wie von Sinnen auf alles und jeden einschlugen, am Ende nur von den beiden Linesmen gerade so zurückgehalten werden konnte. Selbst Kevin Poulin versuchte, Heard zurückzuhalten. Während Sena Acolatse und Mitchell Heard zu Recht je eine Spieldauer kassierten, kamen bei den Eisbären Brendan Ranford und Martin Buchwieser mit 2+2+10-Minuten gut bei weg. Diese Schlägerei sorgte am Ende übrigens dafür, dass Eisbären-Coach Clément Jodoin noch nach der Schlusssirene so aufgebracht war, dass er seinen Co-Trainer Gerry Fleming zur PK schickte, um dort nichts falsches zu sagen. Aber auch Gerry Fleming machte seinen Unmut über diese Aktion der Tigers deutlich, denn es gehört sich nicht, in so einer Situation kurz vor Schluss beim Spielstand von 4:0 zwei Tough Guys auf’s Eis zu schicken. Straubings Coach Tom Pokel wiederum war da anderer Meinung, denn er fand, wenn sich nach Heards Stockschlag am Bully keiner einmischt, eskaliert das Ganze nicht so.
Das folgende Powerplay blieb übrigens ungenutzt, Daniel Fischbuch hätte drei Sekunden vor Ende beinahe noch das 5:0 erzielt, doch die Latte stand ihm im Weg. Somit blieb es beim 4:0-Heimsieg der Eisbären.

Die Eisbären haben erneut dank ihrer Chancenverwertung gewonnen. Sie haben die Tore genau zu den richtigen Zeitpunkten gemacht. Das erste Drittel war ausgeglichen, per Doppelschlag legten die Eisbären dann zwei Tore vor. Zu Beginn des Mitteldrittels traf Straubing nur den Pfosten, im Gegenzug erhöhten die Berliner auf 3:0. Straubing rannte zwar weiter an und hatte auch jede Menge Chancen, aber die Eisbären verteidigten das ganz stark und vor allem mannschaftlich geschlossen. Und ansonsten war ja hinten noch Kevin Poulin da, der wie immer zur Stelle war, wenn es mal brenzlig wurde. Erneut ein ganz starkes Spiel der Nummer 40 im Eisbären-Tor.
Aber auch Brendan Ranford muss man mal hervorheben. Vier Tore in den letzten drei Spielen zeigen deutlich den Aufwärtstrend bei der Nummer Zehn. Zu Beginn seiner Zeit hatte ich ihn mal beim Training beobachtet und schon da war zu sehen, dass er im Zusammenspiel mit Colin Smith den Eisbären weiterhelfen kann. Doch er fand nur schwer in die Saison hinein, hat aber weiter hart an sich gearbeitet und nun zahlt sich sein Einsatz endlich aus. Brendan Ranford ist endlich in Berlin angekommen. Und die Eisbären scheinbar endgültig in dieser Saison, denn in der Tabelle hat man sich nun schon auf Platz Fünf verbessert.

Morgen Heimspiel gegen Straubing: Das nächste Duell gegen einen direkten Konkurrenten für die Eisbären

Die Wochen mit Duellen gegen direkte Konkurrenten geht für die Eisbären Berlin auch morgen Abend weiter. Ab 19:30 Uhr sind die Straubing Tigers zu Gast in der Mercedes-Benz Arena. Dann trifft der Tabellensechste auf den Tabellensiebten. Nur ein Punkt trennt beide Mannschaften, die Niederbayern haben aber bereits ein Spiel mehr absolviert. 

Und mit Straubing treffen die Eisbären auf ein Team, welches wie die Eisbären drei der vier Spiele nach der Länderspielpause gewonnen hat. Und am Wochenende ließen die Tigers mit einem 7:2-Heimsieg gegen Ingolstadt und einem 3:1 in Düsseldorf aufhorchen. Auch die Eisbären gewannen die letzten beiden Spiele gegen die selben Gegner, taten sich aber gerade gegen die DEG zwei Drittel enorm schwer und fanden erst im letzten Drittel das Glück vor dem Tor. Mit dem 4:2-Auswärtssieg in Ingolstadt war Trainer Clément Jodoin dann aber wieder sehr zufrieden:

Ich habe den Spielern gesagt: Ich ziehe meinen Hut vor euch. Der Einsatz war da, die Einstellung stimmte und wir haben unsere Torchancen genutzt. Es war ein sehr enges Spiel, da kann es den Unterschied machen, wenn man seine Special Teams nutzt. 

Genau so, wie die Eisbären gestern in Ingolstadt spielten, müssen sie nun auch gegen Straubing spielen. Mit dem selben Einsatz, mit der selben Aggressivität in den Zweikämpfen und mit dem starken Penaltykilling, wenn gleich man viel mehr darauf achten sollte, weniger Strafen zu nehmen. Und vor dem Tor sollte man erneut seine Chancen nutzen und die Tore zum richtigen Zeitpunkt machen. 

Unterschätzen sollte man Straubing auf jeden Fall nicht, die Tigers spielen eine richtig gute Saison und sind wie bereits eingangs erwähnt zur Zeit richtig gut drauf. Und auch bei der einzigen Niederlage nach der Länderspielpause zeigten die Niederbayern eine gute Leistung und verloren nur ganz knapp mit 3:4 beim dreimaligen Meister in München. Das wird eine ganz harte Nuss für die Eisbären morgen Abend.

Aber die Arena am Ostbahnhof erwies sich zuletzt als Festung, gewann man doch die letzten fünf Heimspiele in Folge und verlor in dieser Saison insgesamt erst zwei Heimspiele. Also auch Straubing sollte die Eisbären nicht unterschätzen. Beide Mannschaften kommen mit dem Rückenwind von zwei Siegen in dieses Spiel, da erwartet uns morgen eine sehr interessante und spannende Partie auf Augenhöhe. 

Big Points: Eisbären siegen dank starkem Schlussdrittel mit 4:2 beim direkten Konkurrenten Ingolstadt

Fünf-Punkte-Wochenende für die Eisbären Berlin. Der Hauptstadt-Club setzte sich am Sonntagnachmittag mit 4:2 (1:2,1:0,2:0) beim direkten Konkurrenten ERC Ingolstadt durch und setzte sich somit in diesem Sechs-Punkte-Spiel durch. Denn bei einer Niederlage wären die Eisbären sieben Punkte hinter Ingolstadt gewesen, nun ist es nur noch ein Punkt Rückstand.

Keine Änderung im Team der Eisbären, man trat mit dem selben Kader an, wie beim 3:2-Sieg n.P. gegen Düsseldorf. Somit stand also auch wieder Kevin Poulin im Bären-Käfig. 

Verteidiger Jonas Müller sagte vor dem Spiel in Ingolstadt:

Wir versuchen, einen besseren Start zu haben. Auch wenn wir in Führung gehen, wollen wir diese halten und nicht wieder danach einbrechen und dem Gegner Chancen geben. Wir müssen unsere Chancen nutzen, die wir bekommen.

Und einen guten Start erwischten die Eisbären, aber auch die Ingolstädter. Vom ersten Bully weg war die Partie sehr intensiv geführt, hatte ein hohes Tempo, es ging hin und her, beide Mannschaften überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Torabschluss. Die erste dicke Chance hatten dann die Hauptstädter nach fünf Minuten, als Ingolstadt einen Fehler im Aufbau machte, die Scheibe am Ende zu Louis-Marc Aubry kam, doch der nur den linken Pfosten traf.
Sieben Minuten waren rum, da kassierten die Berliner durch Maximilian Adam die erste Strafzeit der Partie. Und Ingolstadt und Berlin stellen die beiden besten Überzahlspiele der Liga, die Schanzer Panther haben dabei aktuell sogar das beste Powerplay. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte sehr gut und so überstand das Team von Trainer Clément Jodoin die Unterzahl schadlos.
Unterzahl überstanden und kurze Zeit später das 1:0 erzielt. Florian Kettemer bekam an der blauen Linie die Scheibe, tankte sich auf der rechten Seite klasse durch, spielte den Querpass vor das Tor, wo Brendan Ranford keine Probleme hatte, die Scheibe im leeren Tor zu versenken (10.).
Doch die Hausherren zeigten sich überhaupt nicht geschockt, glichen nur 76 Sekunden später zum 1:1 aus. Fehler im Spielaufbau der Eisbären, Tyler Kelleher kam über rechts ins Angriffsdrittel und zog vom rechten Bullykreis ab, die Scheibe ging zwischen kurzen Pfosten und Kevin Poulin ins Tor (12.).
Nur eine Minute später hätten die Panther nach einem klasse Angriff beinahe direkt nachgelegt, aber Brett Olson scheiterte an Kevin Poulin. Danach hatten die Berliner ihr erstes Powerplay und da hatten die Eisbären gute Möglichkeiten, aber Frank Hördler und Jamie MacQueen schossen über bzw. neben das Tor, Sean Backman und Micki DuPont scheiterten an Jochen Reimer.
Zwei Minuten vor der ersten Drittelpause die Hausherren mit einem blitzsauberen Angriff aus dem eigenen Drittel heraus. Ryan Garbutt wurde an der egnerischen blauen Linie angespielt, blieb kurz stehen, ließ somit den Eisbären-Verteidiger aussteigen, spielte den Pass an den langen Pfosten zu Patrick Cannone, welcher Kevin Poulin umkurvte und zum 2:1 einnetzen konnte. Ein ganz starkes Tor der Ingolstädter.
Kurz vor der ersten Pause kassierten die Gastgeber aber noch einmal eine Strafe, sodass die Eisbären das Mitteldrittel beim Stand von 1:2 in Überzahl begannen.
Eisbären-Youngster Vincent Hessler mit seinem Fazit zum ersten Drittel bei Telekom Sport:

Auf jeden Fall ein schnelles Spiel bisher. Ingolstadt macht viel Druck zum Tor, wir aber auch. Wir wollen im zweiten Drittel zurückschlagen und ausgleichen.

Und das Powerplay nutzten die Eisbären auch sofort. Ingolstadt wollte die Scheibe aus dem Drittel heraus bringen, doch Jamie MacQueen fing den Pass ab. Er spielte die Scheibe an die blaue Linie zu Micki DuPont, der passte weiter zu Sean Backman, welcher direkt abzog und von der linken Seite per Onetimer zum 2:2 ausgleichen konnte (22.).
Auch danach war weiterhin viel Tempo im Spiel, beide Mannschaften suchten weiterhin den Weg zum Tor und dann auch den Abschluss.
Ingolstadt dann mal wieder mit einem Powerplay und zwei guten Möglichkeiten durch Brett Olson, doch beide Male parierte Kevin Poulin stark. Als die Eisbären in Überzahl waren, hatte Brendan Ranford eine gute Chance, schoss aber knapp am Tor vorbei. Jamie MacQueen scheiterte nach Ablauf der Strafe zweimal an Jochen Reimer.
Mitte des zweiten Drittels die Schanzer Panther mit einer guten Phase und guten Möglichkeiten, Kevin Poulin musste da einige Male für die Eisbären retten. Danach wieder Chancen für beide Teams, aber ein weiterer Treffer sollte nicht fallen. Obwohl Ingolstadt noch zweimal in Überzahl ran durfte, aber die Eisbären heute in Unterzahl sehr gut standen und nichts zu ließen.
Ex-Eisbär Laurin Braun, Stürmer des ERC Ingolstadt, daher auch mit seinem schonungslosen Fazit nach den nicht genutzten Powerplays:

Wir spielen einfach zu kompliziert. Wir müssen einfach gegen die Eisbären spielen.

Im letzten Drittel merkte man beiden Teams sofort an, dass sie hier den Führungstreffer erzielen wollten. Sofort wurde das Tor wieder unter Beschuss genommen, Ingolstadt hatte dabei die beste Chance durch Patrick Cannone. Er kam im Slot zum Abschluss, doch Kevin Poulin stand ihm im Weg.
Dann konnten die Eisbären ihr Powerplay trainieren, denn sie waren u.a. 1:09 Minuten in doppelter Überzahl. Und Colin Smith hatte dabei die beste Chance, hatte das leere Tor vor Augen, traf dieses aber aus spitzem Winkel nicht. Als Ingolstadt die doppelte Unterzahl überstanden hatte, kam Ryan Garbutt von der Strafbank, lief alleine auf Kevin Poulin zu, scheiterte aber am Pfosten.
Es folgte das nächste Eisbären-Powerplay. Aber auch dieses konnten die Gäste von der Spree nicht nutzen. Als Thomas Greilinger wieder zurück auf das Eis kam, klingelte es dann aber doch noch im ERC-Tor. Colin Smith spielte Louis-Marc Aubry vor dem Tor an, der scheiterte an Jochen Reimer, doch Frank Hördler staubte eiskalt ab – 3:2 (48.).
Ingolstadt versuchte nun natürlich alles, aber die Eisbären-Defensive machte es den Schanzern nicht leicht. Als Ingolstadt sieben Minuten vor dem Ende des Spiels in Überzahl agieren durfte, wurde es zwar gefährlich, aber die Schüsse gingen meist am Tor von Kevin Poulin vorbei.
Ingolstadt rannte die Zeit davon, Trainer Doug Shedden riskierte noch einmal alles und nahm 100 Sekunden vor dem Ende der Partie Goalie Jochen Reimer zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und wenige Sekunden später hatten die Hausherren auch gleich zwei dicke Chancen, aber Kevin Poulin war mal wieder mit einem sensationellen Save zur Stelle.
46 Sekunden waren noch auf der Uhr, da verlor Tyler Kelleher die Scheibe an der Mittellinie, André Rankel sagte danke und zog von der Mittellinie ab – 4:2 (60.). Das Spiel war damit entschieden und die drei Punkte für die Eisbären eingefahren.

Und das waren drei enorm wichtige Punkte für die Hauptstädter, die somit den Rückstand auf Ingolstadt auf einen Zähler verkürzen konnten. Zwei Drittel lang war es ein Spiel auf Augenhöhe, ein Duell, wo beide Mannschaften immer wieder gute Phasen mit guten Chancen hatten. Der Unterschied war da, dass die Eisbären einmal in Überzahl trafen, Ingolstadt aber nicht. Und im letzten Drittel überstand Ingolstadt zwar drei Strafen hintereinander und hatte zwischendurch einen Pfostenschuss, aber die Eisbären erwiesen sich als eiskalt vor dem Tor und gingen durch Frank Hördler in Führung. Am Ende ließ man nicht mehr viel zu und machte durch André Rankel den Deckel drauf. Eine ganz starke Teamleistung führte zu drei enorm wichtigen Punkten, die wichtig für das Selbstvertrauen der Spieler sind.

Verteidiger Frank Hördler, der mit dem 3:2 den Siegtreffer erzielte, mit seinem Fazit zum Spiel:

Es war allgemein ein ganz gutes Spiel, es ging hin und her. Beide Mannschaften haben gut gespielt und viele Chancen gehabt. Beide Torhüter waren gut. Wir hatten mehr Aggressivität als zuletzt drin, waren früher dran gewesen, das hat sich ausgezahlt.