Aufholjad nicht geglückt: Eisbären verlieren mit 2:3 am Seilersee

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin eine Wundertüte in der diesjährigen DEL-Saison. Der Hauptstadt-Club konnte den Mannheim-Coup nicht vergolden, verlor am Freitagabend bei den Iserlohn Roosters mit 2:3 (0:1,1:2,1:0). Zwar hatten die Eisbären auch jede Menge Torchancen, nur diese konnten sie nicht nutzen. Und am Ende mangelte es an der nötigen Konzentration über die volle Spieldauer, weshalb man sich die Niederlage auch selbst zuzuschreiben hatte.

Eisbären-Chefcoach Clément Jodoin schickte das selbe Team ins Rennen, welches am Sonntag Mannheim mit 3:2 besiegen konnte. Somit stand also auch wieder Glücksbringer Kevin Poulin im Tor.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Die Eisbären fanden gut ins Spiel und erspielten sich auch gute Torchancen, aber am IEC-Goalie Niko Hovinen sollten sie an diesem Abend nicht nur einmal verzweifeln.
Aber auch Iserlohn kam gut ins Spiel und kam ebenso zu Torchancen und hatte zudem auch die ersten beiden Überzahlspiele im Auftaktdrittel. Florian Kettemer und Colin Smith kassierten die Strafen auf Seiten der Eisbären, die die beiden Unterzahlspiele jedoch schadlos überstanden.
Zum Ende des ersten Drittels bekamen dann auch die Eisbären die Möglichkeit, in Überzahl zu agieren und dabei waren sie auch sehr gefährlich, nur ein Tor wollte dabei nicht herausspringen.
Und als sich in der Eishalle am Seilersee alle schon auf den Pausensnack und ein Getränk freuten, klingelte es doch noch im Eisbären-Käfig. 22 Sekunden waren noch auf der Uhr, als sich Jon Matsumoto klasse durch tankte, Kevin Poulin umkurvte und den Schuss so lange hinaus zog, bis er Poulin erfolgreich bezwingen konnte – 0:1 aus Eisbären-Sicht (20.).
Das erste Drittel endete für die Eisbären also denkbar schlecht. Dennoch war Kapitän André Rankel im Interview bei Telekom Sport nicht unzufrieden:

Es ist ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Wir haben ein Fehler gemacht, der gleich zum Tor geführt hat. Wir haben die Chancen, wir treffen das Tor nur nicht. Wir müssen mehr Verkehr vor dem Tor erzeugen, dann gehen die Chancen auch rein.

Doch das Mitteldrittel begann für die Berliner erst einmal mit zwei Unterzahlspielen in Folge, James

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Sheppard und Danny Richmond suchten die Kühlbox am Seilersee auf. Die Hausherren machten gut Druck, aber Kevin Poulin hielt die Gäste von der Spree hier im Spiel.
Aber beim Doppelschlag der Sauerländer war auch der Berliner Goalie machtlos. Travis Turnbull machte sich mit der Scheibe aus dem eigenen Drittel heraus auf den Weg Richtung Berliner Tor, zündete den Turbo, zog ins Angriffsdrittel hinein, fuhr auf die rechte Seite und schloss diesen Alleingang eiskalt ab – 0:2 (29.).
Ganze 36 Sekunden später konnte Iserlohn erhöhen. Marco Friedrich scheiterte mit seinem Schuss frei vor Poulin noch an selbigen, Dylan Yeo staubte dann jedoch erfolgreich ab – 0:3 (29.).
Der Rückstand war deutlich, aber die Eisbären gaben nicht auf und machten mit zunehmender Spieldauer gehörig Druck auf das Iserlohner Tor. Die sahen sich einem Berliner Angriff nach dem anderen ausgesetzt, es hatte bei Fünf-gegen-Fünf fast den Anschein, als wären die Eisbären in Überzahl, so viel Druck entfachten sie auf das Tor der Roosters. Mit dem Anschlusstreffer sollte es aber bis 100 Sekunden vor der zweiten Drittelpause dauern. André Rankel hatte von der blauen Linie abgezogen, James Sheppard fälschte entscheidend ab und schon stand es nur noch 1:3, was zugleich auch der Pausenstand am Seilersee war.
Iserlohns Youngster Lean Bergmann mit seinem Fazit zu den zweiten 20 Minuten:

Die haben sehr viel Druck gemacht, aber wir haben auch ein bisschen schlechter gespielt als zuvor. Wir müssen wieder hinkommen, die kleinen Zweikämpfe im Drittel zu gewinnen. Die haben gemerkt, dass wir nach dem 3:0 zwei, drei Prozent nachgelassen haben und das wollten sie gleich nutzen.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Im Schlussdrittel wollten die Eisbären an die zweiten 20 Minuten anknüpfen und versuchten sofort nachzulegen. Aber sie konnten ihre Chancen einfach nicht nutzen bzw. Niko Hovinen im IEC-Tor war einfach zu stark an diesem Abend.
Iserlohn hatte sich aber nun besser auf den Berliner Druck eingestellt und stand hinten wesentlich besser und machte es den Eisbären mit zunehmender Spieldauer im Schlussdrittel das Leben sehr schwer. Und man selbst lauerte nun vermehrt auf Konter, um die Partie zu entscheiden. So sorgten die Hausherren immer wieder für Entlastung und Gefahr vor Kevin Poulin, der den Berlinern weiterhin die Chance gab, hier etwas mitzunehmen.
Die Zeit lief den Eisbären davon, 75 Sekunden vor dem Spielende nahmen die Eisbären ihren Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Eisbären versuchten nun also mit sechs Mann hier die Tore zu erzwingen.
Und 42 Sekunden vor der Schlusssirene eine ansehnliche Kombination über Marcel Noebels, Louis-Marc Aubry und André Rankel. Letzterer schloss diesen Angriff ab und brachte die Hoffnung bei den Eisbären wieder zurück – 2:3 (60.).
Die Eisbären versuchten es auch in den Schlusssekunden immer weiter, aber Niko Hovinen ließ keinen weiteren Puck mehr durch und sicherte seiner Mannschaft drei enorm wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze.

Wenn man nicht über 60 Minuten konzentriert zu Werke geht und sein Spiel durchzieht, dann kann man in dieser Liga auch keine Spiele gewinnen. Im ersten Drittel hatten beide Mannschaften ihre Chancen, doch nur Iserlohn konnte eine kurz vor dem ersten Pausenstee zum 1:0 nutzen. Da waren die Eisbären gedanklich wohl schon in der Kabine.
Die Konzentration fehlte auch beim Iserlohner Doppelschlag in der 29. Spielminute, als sie die Partie praktisch entschieden. Zwar rannten die Eisbären danach an und kamen auch noch einmal auf 2:3 heran, doch zu mehr sollte es am Ende nicht mehr reichen. Gerade im zweiten Drittel ließ man bei Druckphasen beste Möglichkeiten liegen, tat sich dann aber im letzten Drittel schwer, die kompakte Defensive der Roosters zu knacken. André Rankels Treffer zum 2:3 kam leider zu spät.
Eisbären-Stürmer Martin Buchwieser mit seiner schonungslosen Analyse nach den 60 Minuten am Seilersee:

Wir waren einfach kurz vor Ende des ersten Drittels unkonzentriert. Dann der schnelle Doppelschlag im zweiten Drittel, das hat uns einfach das Spiel gekostet. Wir waren dann für die Hälfte des Spiels besser als die, aber wir machen die Tore einfach nicht. Wir müssen unser komplettes Spiel über 60 Minuten abrufen, konzentrierter agieren und unsere Torchancen nutzen.