0:4-Klatsche gegen Köln: Emotionsloser Auftritt der Eisbären Berlin beendet die drei Spiele andauernde Siegesserie

 

Ausgabe #14:

13.930 Zuschauer sind voller Hoffnung am Freitagabend in die Arena am Ostbahnhof gegangen. Sie alle hofften, dass die drei Spiele andauernde Siegesserie fortgesetzt wird und man den vierten Sieg in Folge einfahren würde. Doch am Ende verließen die Eisbären-Fans die Mercedes-Benz Arena vollkommen enttäuscht, denn die Eisbären Berlin konnten im Spiel gegen die Kölner Haie nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen in Ingolstadt und gegen Straubing anknüpfen, boten den Zuschauern eine sehr ernüchternde und fast schon peinliche Vorstellung, welche am Ende mit 0:4 (0:3,0:0,0:1) ausging. Damit hatte keiner gerechnet. Weder die Fans noch Spieler und Trainer. Sie alle waren nach diesen 60 Minuten völlig ratlos und enttäuscht.

Trainer Clément Jodoin hatte sogar das Gefühl, er sei beim Freitagabend-Hockey mit Freunden gewesen, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte. „Denn es sind keine Pässe gelungen und auch das physische Element hat irgendwie gefehlt„, führte Jodoin weiter aus.
Stürmer Marcel Noebels lieferte nach dem Spiel eine schonungslose Analyse, war vollkommen angefressen und enttäuscht von seiner eigenen Leistung und der seiner Kollegen. Alle hatten das Gefühl, man hätte zwei Schritte nach vorne gemacht. Aber nach dem heutigen Spiel sprach Noebels davon, dass er viel mehr das Gefühl hatte, man habe acht Schritte zurück gemacht. Noebels sagte weiter, dass man heute auch zweimal 60 Minuten hätte weiterspielen können, ohne dabei auch nur ein Tor zu schießen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel begann aus Eisbären-Sicht schon nicht gut. 82 Sekunden war die Partie gerade einmal alt, da kassierte Frank Hördler bereits die erste Strafe der Partie. Doch die Eisbären überstanden diese erste Unterzahl noch schadlos. Mitte des ersten Drittels hatten dann auch die Berliner mal eine Überzahl, aber auch diese blieb ungenutzt.
In den zweiten zehn Minuten verloren die Eisbären dann das Spiel. Innerhalb von 5:09 Minuten schossen die Haie drei Tore und sorgten so für eine 3:0-Führung nach 20 Minuten und lange Gesichter bei den Eisbären und deren Anhang. Jason Akeson hatte in einer Überzahl für Köln abgezogen, Kevin Poulin ließ die Scheibe prallen und Alexander Oblinger nahm den Puck aus der Luft direkt und schoss ihn ins Eisbären-Gehäuse. Die beiden Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Lasse Kopitz schauten sich die Szene aber sicherheitshalber noch einmal im Videobeweis an, sahen da aber, dass kein hoher Stock vorlag und so stand es 0:1 aus Berliner Sicht (15.).
In der 17. Spielminute dann ein richtig krummes Ding. Alexander Sulzer hatte von der blauen Linie abgezogen, Kai Hospelt hielt seine Kelle in den Schuss, der somit die Richtung änderte und Kevin Poulin auf dem falschen Fuß erwischte. Die Scheibe rutschte durch Poulins Schoner durch ins Tor – 0:2.
Und zum Drittelende hin noch einmal ein Powerplay für die Gäste und im Abschluss waren sie heute einfach eiskalt. Sebastian Uvira wurde freigespielt und der erhöhte auf 3:0 für Köln (20.).

Zu Beginn des zweiten Drittels stand dann Maximilian Franzreb im Eisbären-Tor, Trainer Clément

Foto: eisbaerlin.de/walker

Jodoin wollte ein Zeichen setzen und die Mannschaft aufwecken. Klappte nur nicht wirklich. Denn die Eisbären fanden einfach nicht zu ihrem Spiel bzw. in dieses Spiel hinein. Ein Fehlpass jagte den nächsten. Vor dem eigenen Tor klafften zu große Lücken, zu oft standen die Kölner frei vor Maximilian Franzreb. Mit Verteidigung hatte das wenig zu tun.
Bezeichnend dafür eine Szene in der 26. Spielminute, als Mike Zalewski vor dem Tor ungestört dreimal zum Schuss kommen konnte, zum Glück hielt Franzreb alle seine Versuche.
Egal, was die Eisbären nach vorne versuchten, es führte zu kaum etwas. Sie fanden einfach kein Mittel gegen sehr gut stehende Kölner. Köln hatte keine großen Probleme die Angriffe der Eisbären zu entschärfen. Auch Gustaf Wesslau hatte selten Probleme mit den Schüssen der Eisbären.
Und hinten lud man Köln immer wieder ein, sich Chancen zu erspielen. Die Haie-Spieler wurden fast schon durchgewunken, die Eisbären ließen Zweikampf-Härte vermissen. Das einzig Positive an den zweiten 20 Minuten war der Fakt, dass man ohne Gegentor geblieben war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Schlussdrittel begann mit einer guten Eisbären-Chance, Brendan Ranford scheiterte aber am Pfosten. Die Eisbären anschließend fast vier Minuten mit einem Mann mehr, aber selbst da bekam man nichts auf die Reihe. Köln machte es den Eisbären sehr schwer, da auch nur eine Lücke in der Defensive zu finden.
Die Eisbären rannten an, allerdings kopf- und planlos. Köln konzentrierte sich im Schlussdrittel auf seine Defensive, wollte das souverän zu Ende spielen und vorne vielleicht noch den einen Konter zu Ende fahren. Und Köln sollte seine eine Chance zum Tor noch bekommen und nutzen. Colby Genoway mit dem Querpass vor das Tor, wo Alexander Oblinger verwandeln konnte – 0:4 (54.).
Mehr passierte danach nicht mehr, Köln brachte das 4:0 souverän über die Zeit und beendete damit die Siegesserie der Eisbären.

Das war nichts. Die Eisbären, die lt. André Rankel voller Vorfreude auf den DEL-Klassiker gegen Köln waren, blieben heute Abend alles schuldig. Von der ersten Sekunde an war das kein guter Auftritt der Hauptstädter, Köln machte von Beginn an deutlich, dass sie dieses Spiel hier gewinnen wollten. Und die Domstädter mussten sich dafür kein Bein ausreißen, die Eisbären machten es ihnen nicht allzu schwer. Köln war abgezockt und eiskalt vor dem Tor, hatte dabei auch das nötige Quäntchen Glück wie beim 2:0. Und hinten standen die Kölner sehr kompakt und ließen den Eisbären nicht den Hauch einer Chance.
Man hatte die Eisbären auf einem guten Weg gedacht, auch nach dem gestrigen Training hatte ich ein gutes Gefühl. Aber alles, was im Training so super klappte, funktionierte heute im Spiel überhaupt nicht, wie Clément Jodoin nach dem Spiel auf der PK sagte. Das war schon ein erschreckend schwacher Auftritt der Eisbären, sehr ernüchternd. Und die nächste Aufgabe wird noch viel schwerer, geht es doch am Sonntagnachmittag zu den Adlern nach Mannheim. Mit der Leistung von heute holt man sich dort die nächste Klatsche ab.