4:6-Niederlage in Bremerhaven: Zu viele unnötige Fehler führen am Ende zur Niederlage und den Absturz auf Platz sieben

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #27:

Die Eisbären Berlin haben das so wichtige Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:6 (1:2,3:1,0:3) verloren und mussten damit dem heutigen Gegner Platz sechs überlassen. Mal wieder waren die Berliner nicht bereit und haben vor allem ihren Worten vor dem Spiel keine Taten folgen lassen. Zu viele unnötige Fehler und zu komplizierte Angriffe. Was mir nach wie vor auffällt, die Eisbären spielen zu selten als Team und verzetteln sich in Einzelaktionen. Einige Leistungsträger laufen ihrer Normalform hinterher, man hat nach wie vor zu viele Passagiere im Team, wie es Serge Aubin immer beschreibt. Goalie Jake Hildebrand im Tor ist die ärmste Sau und wenn man Liam Kirk nicht hätte, würde es vermutlich noch düsterer aussehen. Da treffen die Aussagen von Serge Aubin und Marcel Noebels von vergangener Woche mehr denn je zu, als beide unabhängig voneinander sagten, dass man nur gemeinsam aus diesem Schlamassel herauskommt und einer alleine nicht reicht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste im Vorfeld die nächsten Hiobsbotschaften verkraften, gaben die Berliner doch die Ausfälle von den Stürmern Manuel Wiederer und Markus Vikingstad bekannt. Die Seuche zieht sich gefühlt durch die komplette Saison der Eisbären. So kam es natürlich zu Veränderungen im Line-up.
In der Defensive kehrte Jonas Müller nach seiner Sperre zurück und verteidigte an der Seite von Adam Smith. Die anderen beiden Verteidiger-Pärchen blieben unverändert. Norwin Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieb die Pföderl-Kirk-Tiffels-Reihe zusammen. In der zweiten Reihe bekamen Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea Yannick Veilleux an die Seite gestellt. Die dritte Reihe bildeten Eric Hördler, Blaine Byron und Lean Bergmann. Die vierte Reihe bestand aus Matej Leden, Andreas Eder und Les Lancaster.
Jake Hildebrand hütete das Tor, während Jonas Stettmer erneut nur der Platz als Back-up auf der Bank blieb.

Colt Conrad war einer der auffälligsten Spieler von Bremerhaven. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war beiden Mannschaften anzumerken, was hier auf dem Spiel stand. Dementsprechend hart umkämpft und taktisch geprägt war die Partie. Beide Mannschaften versuchten zunächst einmal defensiv sicher zu stehen und so wenig Fehler wie möglich zu machen. Man fuhr zwar auch Angriffe, die Schüsse stellten beide Goalies aber vor keine großen Probleme.
In solch engen Duellen entscheiden dann meistens die Special Teams und so verwunderte es auch nicht, dass das 1:0 in Überzahl fallen sollte. Lean Bergmann kassierte die erste Strafzeit der Partie, Bremerhaven hatte das erste Powerplay und schlug nach gerade einmal zehn Sekunden zu. Die Pinguins fanden direkt ihre Formation, sahen die Lücken in der Berliner Defensive und Alex Friesen sorgte für das 1:0 (12.).
Nach dem Gegentreffer merkte man den Eisbären wieder die pure Verunsicherung an. Bremerhaven wollte den Schwung des Führungstreffers nutzen und deckte die Abwehrschwächen der Berliner schonungslos auf. Die Eisbären mit zu wenig Bewegung, Bremerhaven überspielte die Abwehr mit einem einfachen Pass und Colt Conrad erhöhte auf 2:0 (16.). Das ging viel zu einfach und es ist auch nicht das erste Mal. Solche zu einfachen Gegentreffer schluckte man zuletzt immer wieder. Man lernt einfach nicht daraus und begeht diese Fehler immer wieder.
Die Berliner gaben aber nur 24 Sekunden später die richtige Antwort. Liam Kirk schloss seinen Angriff blitzsauber ab und brachte die Eisbären zurück ins Spiel – 2:1 (17.).
Dieser Treffer gab den Eisbären nochmal neuen Schwung und man spielte druckvolle letzte Minuten, konnte sich aber nicht mit dem Ausgleich belohnen.

Im Moment die Lebensversicherung der Eisbären Berlin: Liam Kirk (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Dieser gelang den Hauptstädtern dann aber nach nur 37 Sekunden im Mitteldrittel. Und wo würden die Eisbären stehen, wenn sie diesen genialen Briten nicht in ihren Reihen hätten? Liam Kirk glich zum 2:2 aus und ließ die Partie wieder von vorne beginnen (21.).
Aber die Eisbären konnten das Momentum nicht für sich nutzen und kassierten viel zu schnell wieder das 2:3. Miha Verlic ließ die Pinguins wieder jubeln und sorgte für Frust bei den Eisbären-Fans, welche heute übrigens mit vier Bussen und etlichen Selbstfahrern angereist waren und somit für einen überragenden Support gesorgt hatten (24.).
Bremerhaven war in der Folge die gefährlichere Mannschaft und hätte durchaus nachlegen können, ließen ihre Chancen jedoch ungenutzt. Lean Bergmann versuchte seine Mannschaft dann mit einem Faustkampf gegen Justin Büsing wachzurütteln. Was Wirkung zeigte, denn nur 30 Sekunden später gelang den Eisbären der Ausgleich zum 3:3. Und wer konnte nur treffen? Natürlich! Liam Kirk machte seinen Hattrick perfekt (36.)
In der Schlussphase drehten die Eisbären dann etwas überraschend die Partie und gingen erstmals in Führung. Andreas Eder schloss einen Konter eiskalt ab – 4:3 (37.). Damit lagen die Berliner nach 40 Minuten vorne, was aus Sicht von Trainer Aubin unverdient war. Das sagt eigentlich schon alles über das Spiel aus.

Im Moment die ärmste Sau im Team: Goalie Jake Hildebrand (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Diese Führung, mit der man ins Schlussdrittel startete, hätte der Mannschaft doch nun Aufschwung geben müssen und man hätte diesen im letzten Drittel sehen müssen. Aber die Berliner tauchten einfach zu selten vor dem Tor von Leon Hungerecker auf, während Bremerhaven immer mehr den Druck erhöhte. Folgerichtig fiel das 4:4 durch Ziga Jeglic, der das auch überragend gemacht hatte – muss man einfach mal anerkennen (45.).
Die Hausherren erhöhten fortan den Druck und setzten die Berliner mit aggressiven Forechecking immer wieder stark unter Druck. Während Bremerhavens Angriffe gefühlt immer gefährlich waren, verzettelten sich die Eisbären in ihren Angriffen in Einzelaktionen. Zu oft verpasste man den richtigen Zeitpunkt zum Passen oder zum Abschluss, drehte im Angriff wieder ab und fuhr planlos hinter das Tor. Da merkte man deutlich, dass dieser Mannschaft ein Plan fehlt, wie man für Torgefahr sorgen kann. Bremerhaven hatte es ja vorgemacht.
Als sich alle schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, schockten die Pinguins die Eisbären. Colt Conrad setzte sich trotz Druck vom Gegner stark durch, legte die Scheibe schlau auf Nicolas Krämmer ab, welcher sie über die Linie stolperte – 4:5 (58.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, zogen ihren Goalie zu Gunsten des sechsten Feldspielers vom Eis, was Bremerhaven jedoch zur Entscheidung ausnutzte. Nino Kinder hatte abgezogen, Lean Bergmann wollte auch mal Torhüter „spielen“ und fälschte die Scheibe entscheidend ab – 4:6 (59.). Geht Bergmann da nicht in den Schuss, geht die Scheibe vermutlich vorbei. Aber das passt eben ins Bild der zu einfachen Fehler im Spiel der Eisbären, womit man immer wieder für Gegentore sorgt. Man weiß um dieses Problem, spricht die Fehler immer wieder an und sagt, dass man daran arbeitet und es dann besser macht. Doch die Mannschaft lässt diesen Worten einfach zu selten Taten auf dem Eis folgen. Und das nervt mich persönlich einfach zu sehr. Heute hatte man die dicke Chance, Bremerhaven vorerst auf Abstand zu halten und leistet sich dann wieder einmal diese unnötigen Fehler.
Ich habe nichts gegen Niederlagen, weil sie zum Sport dazugehören. Aber es kommt immer wieder auf das Wie an und das stört mich einfach. 22 Gegentore in den letzten drei Auswärtsspielen sind einfach zu viel. Man schenkt diese Gegentore immer wieder zu leicht her. Man unterstützt sich einfach zu selten auf dem Eis. Auch die Kommunikation untereinander war schon mal deutlich besser.
Gefühlt hat diese Mannschaft mit nur drei Reihen besser gespielt als jetzt mit vier Reihen. Das Fehlen von Spielern wie Kai Wissmann und Ty Ronning wiegt dann doch zu sehr. Aber man selbst sagt immer wieder, dass man sich darauf nicht ausruhen will und man genügend Spieler im Kader hat, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Doch im Moment sind es einfach zu viele Passagiere im Team und ein Liam Kirk alleine kann dich nicht auf Dauer retten.
Nach dem Spiel liest man dann wieder die selben Worte vom Trainer und fühlt sich an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Weil es immer wieder dieselben Floskeln sind, man dann aber nur in einem Spiel eine Verbesserung sieht. Im nächsten Spiel verfällt man wieder in den alten Trott. Ich bin gespannt, wie man auf das heutige Spiel in den beiden Heimspielen am Wochenende reagieren wird. Die Mannschaft muss nun langsam mal Taten folgen lassen, sonst geht der Blick in der Tabelle nur noch nach hinten, aber nicht mehr nach vorne.

5:2-Heimsieg gegen Nürnberg: Die Eisbären zeigen eine starke Reaktion und beenden die Niederlagenserie

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #26:

Die Eisbären Berlin haben eine Reaktion nach zuletzt vier Niederlagen in Serie gezeigt und einen 5:2-Kantersieg gegen die Nürnberg Ice Tigers gefeiert. Der DEL-Rekordmeister brillierte mit tollen Spielzügen in der Offensive und überzeugte mit starker Defensivarbeit. Darauf muss man in den nächsten Spielen aufbauen und vor allem daran anknüpfen, um die lang ersehnte Siegesserie zu starten. Mit Bremerhaven wartet am Dienstag bereits der nächste direkte Konkurrent, wo ein Sieg sehr wichtig wäre

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zum Heimspiel gegen Wolfsburg nur minimal. Eric Mik verteidigte an der Seite von Korbinian Geibel, Les Lancaster zusammen mit Adam Smith. In der Offensive tauschten Blaine Byron und Markus Vikingstad die Reihen. Byron rückte als Center in die Reihe zu Jean-Sébastien Dea und Marcel Noebels, Vikingstad in die Reihe zu Yannick Veilleux und Eric Hördler. In der vierten Reihe kehrte Matej Leden zurück in den Kader und stürmte an der Seite von Lean Bergmann und Andreas Eder.

Für die Eisbären ging es heute darum, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. Die Top-5 scheinen unerreichbar, stattdessen ist der Vorsprung auf die Teams hinter den Berliner zusammen geschrumpft und der heutige Gegner Nürnberg nur noch vier Zähler entfernt. Daher war diese Partie heute besonders wichtig, da man mit einem Sieg einen direkten Konkurrenten auf Abstand halten konnte. Bei einer Niederlage wäre der Vorsprung aber nur noch ein Punkt. Und generell wäre es für das Selbstvertrauen wichtig, nach vier Niederlagen in Serie mal wieder einen Sieg zu holen.

Les Lancaster nach seinem ersten Tor im Trikot der Eisbären Berlin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Vor dem Spiel wurde erst einmal noch Verteidiger Marco Nowak nach 713 DEL-Spielen verabschiedet. Die ehemalige Nummer acht wechselt bekanntlich in die Geschäftsstelle der Eisbären. Herzlichen Glückwunsch zu einer einmaligen Karriere Marco und viel Erfolg bei deiner neuen Aufgabe!
Die Eisbären hatten sich viel vorgenommen für dieses Spiel und kamen druckvoll aus der Kabine. Dennoch merkte man in den Angriffen, dass derzeit das Selbstvertrauen fehlt, was nicht verwunderlich ist. Eric Hördler hatte nach rund vier Minuten die erste Top-Chance, als er alleine auf Niklas Treutle zu fuhr, ihn aber nicht überwinden konnte. Wenige Sekunden später Gewühl vor dem Nürnberger Tor und am Ende war es Verteidiger Les Lancaster, der mit dem 1:0 sein erstes Tor im Eisbären-Trikot erzielte (4.).
Die dezimierte Nürnberger Mannschaft hatte sichtbar Probleme mit der druckvollen Spielweise der Berliner. Das führte am Ende auch zur ersten Strafzeit der Partie und somit dem ersten Powerplay, welches die Hausherren nach gerade einmal sechs Sekunden nutzen konnten. Liam Kirk erhöhte auf 2:0 (7.).
Traumstart der Eisbären, welche die erhoffte Reaktion auf das Spiel gegen Wolfsburg zeigten. Danach tauchten aber auch die Franken erstmals vor dem Tor von Jake Hildebrand auf, wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Nach einer Schlägerei zwischen Evan Barratt und Blaine Byron hatten die Gäste aber ihr erstes Powerplay, da Byron zusätzlich zwei Minuten wegen Stockschlags kassierte. Aber das Penalty Killing der Hauptstädter funktionierte sehr gut und so überstand man die erste Unterzahl ohne große Probleme.
Die Brisanz der Partie merkte man an den vielen Nickligkeiten nach Abpfiff. Marcus Weber und Lean Bergmann waren die nächsten Spieler, die aneinander gerieten. Die Eisbären nahmen eine 2:0-Führung mit in die Kabine, aber auch die Erkenntnis, dass noch nicht alles wieder rund läuft. Aber der erste Schritt war gemacht.

Zwischendurch wurde es auch ruppig zwischen Berlin und Nürnberg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel legte Freddy Tiffels das 3:0 nach. Er schnappte sich die Scheibe an der blauen Linie, fuhr auf Treutle zu und ließ ihn klasse aussteigen. Starkes Tor von der Nummer 95 (23.)!
Die Berliner hatten hier alles im Griff. Nürnberg hatte große Probleme mit der Spielweise der Eisbären und war zumeist einen Schritt langsamer als die Berliner. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Nürnberger Tor. Die Offensive der Eisbären kreierte gefährliche Chancen, während die Defensive hinten sehr kompakt stand und wenig Lücken ließ.
Als Nürnberg in Überzahl war, hätten sie mal für Entlastung sorgen können, aber die Berliner fuhren den Konter, zogen in diesem eine Strafzeit für Nürnberg und hatten durch Liam Kirk sogar die Chance zum Shorthander, welchen man jedoch nicht nutzen konnte. Man hatte aber noch 90 Sekunden Powerplay, nachdem man wieder komplett war. Man ließ die Scheibe zwar gut laufen, verpasste aber den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss.
Rund fünf Minuten vor dem Ende erhöhten die Gastgeber dann aber auf 4:0. Blaine Byron scheiterte noch, aber Jean-Sebastien Dea drückte die Scheibe über die Linie (35.).
Genau so ein Spiel braucht es in so einer Phase mal, wo man sich den Frust von der Seele schießen und neuen Selbstvertrauen tanken kann. Dennoch muss man es richtig einschätzen und berücksichtigen, dass Nürnberg nur mit drei Reihen gespielt hat. Und trotzdem muss man seine Chancen dann erst einmal nutzen.
Nutzen war auch das Stichwort für Nürnberg, die im Powerplay auf 4:1 verkürzten. Owen Headrick hatte die Scheibe an der blauen Linie für Evan Barratt liegen lassen und der schlenzte sie ins Tor – 4:1 (37.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die Kabine, die Eisbären nahmen zudem noch 66 Sekunden Powerplay mit ins letzte Drittel.

Jean-Sébastien Dea feiert das Tor zum 4:0. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Kapital konnte man daraus aber nicht schlagen. Trotz der souveränen Führung hieß es weiterhin, die Konzentration hochzuhalten. Das taten die Berliner einmal nicht, vertändelten vor dem eigenem Tor die Scheibe, was Nürnberg eine gute Chance bescherte. Jake Hildebrand war aber hellwach und parierte den Nürnberger Schuss.
In der 45. Spielminute beseitigten die Eisbären auch die letzten Zweifel am heutigen Sieg. Liam Kirk traf bereits zum zweiten Mal an diesem Abend – 5:1. Kurz darauf hatten die Eisbären beste Chancen in Überzahl für Treffer Nummer sechs, aber Niklas Treutle hatte etwas dagegen.
Die Partie plätscherte danach so vor sich hin, bis fünf Minuten vor dem Ende. Da verkürzte Greg Meireles für die Gäste auf 5:2, was den Nürnberger Anhang nochmal kurz aufweckte, denn die waren inzwischen komplett verstummt und verfolgten das Geschehen regungslos im Gästeblock. Manche Fans hatten diesen aber auch schon vorher verlassen. Nach dem Treffer gab es dann aber doch nochmal Gesänge von den Fans der Franken.
Die Eisbären-Fans feierten derweil den Heimsieg ihrer Mannschaft und somit einen versöhnlichen Ausklang aus dem Heimspieljahr 2025. In den folgenden Spielen gilt es nun daran anzuknüpfen.

1:2-Niederlage gegen Wolfsburg: Pfiffe nach der vierten Niederlage in Serie!

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #25:

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 1:2 verloren und kassierten damit die vierte Niederlage in Folge. Die Eisbären leisteten sich erneut zu viele Fehler und wirkten im Offensivspiel zu fahrig, spielten es schlichtweg zu kompliziert und unterstützten sich auch nicht gegenseitig. So muss man mehr denn je den Blick nach unten in der Tabelle richten. Bis zur Olympiapause folgen die Spiele jetzt Schlag auf Schlag und die Eisbären müssen zusehen, dass sie wieder in die Erfolgsspur finden, sonst gibt es ein böses Erwachen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste auf den gesperrten Jonas Müller verzichten, dafür kehrte Markus Niemeläinen ins Line-up zurück. Der Finne nahm auch direkt den Platz neben Mitch Reinke in der Verteidigung ein. Adam Smith verteidigte zusammen mit Korbinian Geibel und Les Lancaster mit Eric Mik. Norwin Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
Auch in der Offensive gab es Umstellungen. Liam Kirk und Freddy Tiffels bekamen Leo Pföderl als Center in die Reihe gestellt. Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea bekamen Markus Vikingstad als Center in die Reihe gestellt. Die dritte Reihe wurde komplett neu zusammengestellt und bestand aus Yannick Veilleux, Blaine Byron und Eric Hördler. Andreas Eder und Lean Bergmann standen dazu als Stürmer im Kader.
Im Tor stand Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären war es ein wichtiges Spiel, denn man traf mit Wolfsburg auf einen direkten Konkurrenten, der nur noch zwei Plätze und sechs Punkte hinter den Berlinern war. Mit einem Sieg würde man die Niedersachsen auf Abstand halten, während man bei einer Niederlage den Atem der Grizzlys deutlich im Nacken spüren würde. Hielt die Serie der Eisbären, welche die letzten fünf Duelle mit Wolfsburg gewannen, oder endete sie am zweiten Weihnachtsfeiertag?

Ex-Eisbär Spencer Machacek traf zum 1:1 in Berlin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Munterer Beginn ins Spiel. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und suchten immer wieder den Abschluss auf das Tor. Beide Defensivreihen wirkten dabei noch nicht so richtig sortiert und ließen ordentlich Lücken. Aber noch konnten sowohl die Eisbären als auch Wolfsburg diese Lücken nicht nutzen.
Nach dem Powerbreak erhöhten die Hausherren den Druck und wurden zielstrebiger im Abschluss, aber noch war Dustin Strahlmeier nicht zu überwinden. Jedenfalls bis zur 12. Spielminute, dann ließ Wolfsburg zu viel Platz, welchen Liam Kirk zu nutzen wusste. Im Rücken der Abwehr ließ sich der Brite zurückfallen und schloss am Ende eiskalt ab – 1:0.
Doch die Niedersachsen antworteten relativ schnell. Tyler Gaudet ließ die Scheibe klug für Spencer Machacek liegen und der überwand Jake Hildebrand zum 1:1 (15.). Angedeutet hatte sich der Ausgleich jedoch nicht, denn eher waren die Eisbären am zweiten Tor dran, dann unterlief ihnen aber der entscheidende Fehler. So begann die Partie wieder von vorne.
Die Grizzlys hatten dann das erste Powerplay und da war Vorsicht geboten. Zum einen, weil Wolfsburg das drittbeste Team in Überzahl ist und zum anderen, weil die Eisbären am Dienstag gleich vier Gegentore in Unterzahl kassiert hatten. Aber heute überstand man die erste Unterzahl schadlos.
Kurz vor der ersten Drittelpause durften dann die Eisbären in Überzahl heran. Das zweitschlechteste Überzahlspiel forderte das beste Unterzahlspiel. Bis zur Pausensirene konnten es die Eisbären nicht nutzen, nahmen aber neben dem 1:1 noch 71 Sekunden Überzahl mit in die Kabine.

Justin Feser überwindet Jake Hildebrand zum 1:2. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

In den 71 Sekunden sah man, warum das eine Team so schlecht in Überzahl und das andere so gut in Unterzahl ist. Da haben die Eisbären noch jede Menge Arbeit vor sich, um dort wieder eine gefährliche Mannschaft zu werden.
Die Eisbären wirkten zu Beginn des Mitteldrittels noch im Tiefschlaf, denn man war gefühlt einen Schritt langsamer als Wolfsburg und leistete sich in der Defensive teils haarsträubende Fehler.
Generell war es aber ein Drittel mit Fehlern auf beiden Seiten. Sowohl den Hausherren als auch den Gästen fehlte es an der nötigen Sicherheit im eigenen Spiel.
Mitte des zweiten Drittels sorgte Rückkehrer Markus Niemeläinen für die vermeintliche 2:1-Führung, aber nach Ansicht des Videobeweises entschieden die beiden Hauptschiedsrichter auf Torhüterbehinderung und gaben den Treffer nicht.
Ein Scheibenverlust der Eisbären im Spielaufbau führte zum Konter der Gäste, welchen Justin Feser eiskalt verwertete – 1:2 (34.). So einfach darfst du die Tore nicht herschenken, wie es die Eisbären zuletzt immer wieder tun.
Wenn die Eisbären Angriffe fuhren, wurde es viel zu oft zu kompliziert und der letzte Pass kam nicht an, weil er einfach schlecht gespielt wurde.
Die Niedersachsen durften in der letzten Minute nochmal in Überzahl ran, konnten diese aber bis zum Drittelende nicht nutzen. 75 Sekunden Überzahl nahmen die Grizzlys neben der 2:1-Führung aber noch mit in die Kabine.

Es war eine hart umkämpfte Partie zwischen den beiden Tabellennachbarn Berlin und Wolfsburg. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im Schlussdrittel konnten die Gäste das Powerplay nicht nutzen und ließen die Eisbären somit im Spiel. Von denen war aber eine Leistungssteigerung nötig, wollte man die Punkte hier in Berlin behalten.
Doch diese kam bisher nicht. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Tor von Jake Hildebrand. Aber auch nur, weil die Eisbären zu halbherzig verteidigten und die Zweikämpfe nicht richtig annahmen. Das man überhaupt noch im Spiel war, hatte man Wolfsburg zu verdanken, die hier definitiv nicht deutlich besser waren. Die Niedersachsen machten halt nicht mehr als nötig. Top-Teams wie Mannheim oder Ingolstadt hätten den Eisbären bei der Spielweise schon die Bude vollgeschossen. Und das sollte eigentlich große Sorgen machen.
Das galt aber auch für den Auftritt der Eisbären, die sich weiterhin sehr schwer taten gegen kompakt stehende Wolfsburger. Es mangelte am nötigen Selbstvertrauen vor dem Tor. Die Pässe wurden zu spät gespielt, die Abschlüsse genau dann gesucht, wenn man sie nicht hätte nehmen müssen. Es wurde einfach zu kompliziert gespielt und falsche Entscheidungen getroffen, es mangelte an der Unterstützung untereinander. Man lief nicht in die freien Räume. Man könnte noch viel mehr aufzählen, aber das alleine reichte schon, um zu sehen, dass derzeit viel im Argen liegt beim Hauptstadtclub.
Sieben Minuten vor dem Ende durften die Eisbären in Überzahl ran und hatten somit die Chance zum Ausgleich. Aber auch da fehlte es einfach an der Bewegung. Der puckführende Spieler hatte Probleme, eine geeignete Anspielstation zu finden. Wolfsburg verteidigte das aber auch sehr gut und überstand die Unterzahl daher schadlos.
Den Hausherren rannte die Zeit davon und eine Schlussoffensive deutete sich nicht an. Knapp eine Minute vor dem Ende des Spiel zog Trainer Aubin seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers, doch auch das half nicht mehr. Die Eisbären kassierten gegen Wolfsburg die vierte Niederlage in Serie, was am Ende zu den ersten Pfiffen in der Uber Arena führte. In Berlin wird es langsam aber sicher unruhig, schließlich ist über die Hälfte der Saison gespielt und die Eisbären wieder mit vier Reihen unterwegs. Aber auf dem Eis sieht man vor allem eins: pure Verunsicherung!

5:8 in Mannheim! Die Eisbären erneut mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel und mangelnder Disziplin

So haben sich das die Eisbären Berlin sicherlich nicht vorgestellt: Einen Abend vor Heiligabend kassiert der DEL-Rekordmeister eine derbe 5:8-Niederlage beim Erzrivalen Adler Mannheim. Die zweite in der Höhe auf fremden Eis in Folge. Und erneut hat man sich gefühlt wieder selbst geschlagen. Zu viele Fehler und unnötige Strafzeiten in den falschen Momenten werden von einem Top-Team wie es Mannheim nun mal ist, eiskalt bestraft. Von einem Top-Team sind die Eisbären derzeit meilenweit entfernt und das Interview von Freddy Tiffels nach dem Spiel lässt zudem tief blicken und erahnen, dass derzeit alles andere als eitel Sonnenschein in der Kabine der Eisbären herrscht

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute Stürmer Manuel Wiederer nicht zur Verfügung. Dessen Platz neben Lean Bergmann und Andreas Eder nahm Verteidiger Les Lancaster ein. Der verteidigte gegen Köln noch an der Seite von Adam Smith, das tat heute Norwin Panocha. Ansonsten gab es nur noch eine weitere Änderung und die gab es im Tor: Jake Hildebrand stand im Tor, Jonas Stettmer nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war wieder Zeit für den DEL-Klassiker zwischen Berlin und Mannheim. Dieses Duell hat bereits unzählige Geschichten geschrieben – sowohl auf als auch neben dem Eis. Auch in dieser Saison gab es schon wieder einigen Gesprächsstoff. In den ersten beiden Aufeinandertreffen in dieser Saison gewann stets das Heimteam. An das erste Duell in Mannheim hatten die Berliner jedoch keine guten Erinnerungen, kam man doch mit 1:7 unter die Räder. Konnte man sich dafür heute revanchieren oder gab es die nächste Niederlage in der Kurpfalz?

Das Bild zum ersten Drittel. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Nach gerade einmal 1:54 Minuten gab es die erste Schlägerei und natürlich war Yannick Veilleux involviert, der besonders „beliebt“ in Mannheim ist. Tobias Fohrler war sein Kontrahent und am Ende durften beide für fünf Minuten in die Kühlbox. Damit war natürlich zu rechnen heute nach der Vorgeschichte. Beide gerieten abseits des Spielgeschehens aneinander und lieferten sich eine handfeste Schlägerei. Vermutlich hatte man sich Veilleux absichtlich ausgesucht, wundern würde es mich nicht, so wie Fohrler danach auf der Mannheimer Bank gefeiert wurde.
Spielerisch setzten die Hauptstädter das erste Highlight. Die Eisbären konnten sich im Angriffsdrittel festsetzen und gingen durch Blaine Byron vermeintlich in Führung. Doch der Treffer wurde aberkannt, da eine klare Kick-Bewegung vorlag und somit zurecht aberkannt wurde.
Aber die Eisbären waren die spielbestimmende Mannschaft und sorgten immer wieder für Gefahr vor Maximilian Franzreb. Doch das 1:0 gelang den Hausherren. Konter der Adler, Jake Hildebrand konnte den ersten Schuss nicht parieren und wusste für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist. Zach Solow wusste es und drückte sie über die Linie (13.). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich dieser Treffer nicht angedeutet.
Aber es sollte noch schlimmer kommen. Mannheim nahm den Schwung des Führungstreffers mit, setzte sich im Drittel der Eisbären fest und erhöhte auf 2:0. Leo Gawanke hatte von der blauen Linie abgezogen und Maximilian Heim erfolgreich abgefälscht (15.).
Wie reagierten die Eisbären auf diesen Doppelschlag der Adler? Mit dem Anschlusstreffer nur 14 Sekunden später. Leo Pföderl mit der Rückhand von hinter dem Tor an den Schoner von Franzreb, wovon der Puck letztendlich ins Tor ging – 2:1 (15.).
Wenn Eisbären-Spiele derzeit eins nicht sind, dann langweilig. 13 Tore in Ingolstadt, sieben Tore gegen Köln und hier auch schon wieder drei nach noch nicht mal einem kompletten Drittel. Und es war ja noch lange nicht Schluss. Nun waren wieder die Kurpfälzer dran. Zach Solow behauptete die Scheibe ganz stark, brachte sie dann rüber zu Kris Bennett, der auf 3:1 stellte (17.).
Ein Wechselfehler der Eisbären (der dritte in Serie) sorgte für das erste Powerplay der Adler, welches Nicolas Mattinen zu nutzen wusste – 1:4 (19.). Puh, nach gutem Start fielen die Eisbären komplett auseinander und lagen deutlich hinten. Gefühlt war jeder Adler-Schuss ein Tor, weshalb das nächste Debakel in Mannheim drohte.

Kein schöner Anblick für Eisbären-Fans: Jubelnde Adler-Spieler (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Eisbären noch Powerplay, aber das man dieses nicht nutzen konnte, braucht man in dieser Saison auch nicht extra erwähnen. Danach hatten die Adler ein Powerplay und die Chance auf 5:1 davonzuziehen. Doch Lean Bergmann und Blaine Byron fuhren den Angriff und Letzterer verkürzte per Shorthander auf 4:2 (23.).
Es ging weiter mit den Strafzeiten, diesmal waren wieder die Adler an der Reihe und die Eisbären durften erneut in Überzahl ran. Für 53 Sekunden war es sogar ein doppeltes Powerplay, welches die Berliner zwar nicht nutzen konnten, aber eine Sekunde nachdem Mannheim wieder zu viert war, schlug Liam Kirk in einfacher Überzahl zu – 4:3 (28.).
Danach waren wieder die Adler ein Mann mehr auf dem Eis und dort schlugen sie zum 5:3 zu. Gewühl vor Jake Hildebrand und Matthias Plachta behielt die Übersicht (30.). Acht Tore zur Hälfte des Spiels, den Fans wurde hier einiges geboten einen Tag vor Heiligabend. Die beiden Trainer dürften derweil graue Haare bekommen haben bei dem Spielverlauf.
Die Eisbären hatten danach ihre Nerven nicht im Griff und kassierten weiterhin fleißig Strafen. Jonas Müller durfte vorzeitig duschen gehen nach einem unnötigen Check gegen die Bande. Die Spieldauer hatte er sich auch mehr als verdient. Trainer Serge Aubin dürften die Disziplinlosigkeiten seiner Mannschaft aber überhaupt nicht gefallen haben. Denn man kämpfte sich zurück ins Spiel, nahm sich durch dumme Strafzeiten aber selbst wieder raus aus dem Spiel.
Denn Mannheim wusste dieses Powerplay zu nutzen. Anthony Greco machte das halbe Dutzend voll und erzielte den dritten Powerplay-Treffer an diesem Abend – 6:3 (33.). Und noch waren über drei Minuten Powerplay auf der Uhr. Und daher war ein weiterer Treffer vorprogrammiert, Justin Schütz stellte auf 7:3 (34.). Mehr Gegentreffer kassierte man in den fünf Minuten zum Glück nicht.
Aber es war bereits das zweite Auswärtsspiel in Folge mit je vier Gegentoren in Unterzahl, was für eine Spitzenmannschaft einfach zu schlecht ist. Das beste an dem zweiten Drittel war die Schlusssirene, was einer Erlösung für die Eisbären-Fans gleich kam.

Zu Beginn des Spiels lieferten sich Tobias Fohrler und Yanncik Veilleux eine wilde Schlägerei. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Für das Schlussdrittel gab es eigentlich nur die Hoffnung, dass es nicht zweistellig in Mannheim wird. Denn das wäre die Höchststrafe für die Eisbären-Fans.
Die Berliner hatten früh im dritten Drittel das nächste Powerplay, konnten dieses aber nicht nutzen, um zu verkürzen. Die Eisbären blieben aber danach weiterhin bemüht und spielten offensiv nach vorne. Man wollte zumindest das Schlussdrittel für sich entscheiden, um wenigstens noch ein kleines positives Erfolgserlebnis zu haben.
Liam Kirk arbeitete daran, denn er traf zum zweiten Mal an diesem Abend in Überzahl – 7:4 (52.). Kurz zuvor liefen die Adler aber mit zwei Mann alleine auf das Berliner Tor zu, in Unterzahl, was einfach nicht geht. Zum Glück trafen die Mannheimer nur den Pfosten, das wäre die Krönung an diesem Abend gewesen.
In der Schlussphase hatten die Eisbären das nächste Powerplay und in diesem erzielten sie tatsächlich ihr drittes Powerplaytor. Eine klasse Kombination schloss Mitch Reinke mit dem Treffer zum 7:5 ab (56.).
Ging hier also doch noch was? Nein, weil man sich wieder selbst um die Aufholjagd brachte. Lean Bergmann mit der Strafzeit, welche die Schlussoffensive der Berliner verhinderte. Es passte zum gesamten Spielverlauf, denn wann immer man drauf und dran war, nahm man sich selbst durch unnötige Strafen aus dem Spiel. Immerhin kassierte man keinen weiteren Gegentreffer in Unterzahl.
Den kassierte man dann aber kurz vor Spielende, als Alexander Ehl die Scheibe im leeren Berliner Tor unterbrachte. Somit verloren die Berliner das zweite Auswärtsspiel in Folge mit 5:8. Mal wieder hat man sich am Ende selbst geschlagen, wie bereits in Ingolstadt. Aus diesem Spiel müssen die Eisbären ihre Lehren ziehen und es in Zukunft endlich besser machen. Und vor allem sollte man so langsam aber sicher wieder anfangen zu punkten, denn die Teams hinter den Eisbären rücken immer näher, während man für die Teams vor sich mittlerweile ein Fernglas braucht.

5:8-Niederlage! Die Eisbären verlieren das Tor-Festival in Ingolstadt

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #23:

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt mit 5:8 (2:3,2:2,1:2) verloren und damit verpasst, den Abstand nach oben zu verkürzen. Trotz der Niederlage war es kein schlechtes Spiel der Berliner, was alleine die fünf Tore beweisen, welche du in Ingolstadt erst einmal schießen musst. Aber letztendlich hatte man das Spiel auf der Strafbank verloren, denn alleine vier Gegentreffer kassierte man mit einem Mann weniger. In den acht Spielen zuvor war man gänzlich ohne Gegentor in Unterzahl geblieben.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stellte sein Line-up minimal um. Während im Tor erneut Jake Hildebrand stand und die Verteidiger-Pärchen unverändert blieben, gab es kleinere Umstellungen in der Offensive. Jean-Sébastien Dea rückte in die Reihe von Marcel Noebels und Yannick Veilleux. Blaine Byron rotierte aus dieser Reihe heraus und stürmte in der vierten Reihe zusammen mit Eric Hördler und Norwin Panocha, der zurück im Line-up war. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.

Die Eisbären standen vor einer enorm schweren Aufgabe, hatte doch der ERCI seine letzten 13 Heimspiele in Serie gewonnen. Die Berliner hingegen waren weiterhin auf der Suche nach einer konstanten Leistung und dem Start einer Siegesserie. Gelang dies in Ingolstadt oder waren die Schanzer am Ende doch zu stark?

Sammelte vier Scorerpunkte gegen die Eisbären Berlin: Riley Sheen (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Hauptstädter kamen stark aus der Kabine und gingen nach gerade einmal 68 Sekunden mit 1:0 in Führung. Eric Mik hatte abgezogen, Markus Vikingstad stand vor dem Tor und fälschte entscheidend ab (2.).
Und es sollte noch besser kommen. Die Eisbären fingen einen Aufbaupass der Schanzer ab, Liam Kirk mit dem Zuspiel für Freddy Tiffels und der erhöhte mit der zweiten Chance auf 2:0 (4.). Ingolstadt war wohl mit den Gedanken noch beim CHL-Aus in Göteborg unter der Woche.
Doch als die Hausherren das erste Powerplay der Partie hatten, meldeten sie sich auch in diesem Spiel an. Riley Sheen hatte Maß genommen und Jake Hildebrand erstmals an diesem Abend überwunden – 2:1 (7.). Damit war die gegentorlose Serie in Unterzahl nach acht Partien zu Ende. Und Ingolstadt war nun richtig on Fire und durfte nach einem Wechselfehler der Eisbären erneut in Überzahl ran. Und in diesem legten die Schanzer das 2:2 durch Peter Abbandonato nach (9.).
Doch damit noch nicht genug der Aufholjagd. Die Berliner hatten Austen Keating im Slot komplett alleine gelassen, was der dankend annahm und die Panther erstmals in diesem Spiel in Führung brachte – 2:3 (10.).
Was für ein furioser Start in dieses Spiel. Für die Zuschauer sicherlich ein Spektakel, für die Trainer sorgte die Defensive beider Mannschaften aber eher für neue graue Haare. Die zweiten zehn Minuten des Auftaktdrittels waren dann bei weitem nicht mehr so spektakulär, Chancen hatten beide Mannschaften aber dennoch. Weitere Tore sollten jedoch nicht fallen, weshalb die Eisbären mit einem knappen 2:3-Rückstand in die Kabine gingen.

Setzte seinen Scoringstreak auch in Ingolstadt fort: Yannick Veilleux, der zweimal traf (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des Mitteldrittels mussten die Eisbären noch ein Unterzahlspiel überstehen, was ihnen auch gelang. Und dann war es mal wieder Zeit für ein Yannick-Veilleux-Tor, der immer wichtiger für die Berliner wird, was sich auch in seiner Eiszeit widerspiegelt – 3:3 (29.).
Aber die Schanzer konnten relativ schnell darauf antworten, hatten beim erneuten Führungstreffer in Überzahl auch etwas Glück. Eric Hördler bekam die Scheibe ins Gesicht, fuhr direkt vom Eis, was aber dafür sorgte, dass die Eisbären unsortiert waren. Alex Breton war das egal, er hämmerte die Scheibe ins Berliner Tor – 3:4 (30.).
Die Hauptstädter ließen sich aber auch davon nicht aus der Ruhe bringen, spielten weiter nach vorne, scheiterten aber immer wieder an Brett Brochu. Doch als die Eisbären in Überzahl waren, schlug Veilleux zum zweiten Mal zu – 4:4 (35.).
Es war inzwischen ein sehr kurzweiliges Spiel, welches viel Spaß machte – trotz der Gegentore. Aber das Tor-Festival war ja noch lange nicht zu Ende und Alex Breton dachte sich, was Yannick Veilleux kann, kann er auch. In Stürmer-Manier ließ er die Berliner stehen und überwand Jake Hildebrand ebenfalls zum zweiten Mal in diesem Drittel – 4:5 (39.). Damit ging es anschließend auch in die Kabinen.

Sammelte fünf Scorerpunkte gegen die Eisbären Berlin: Alex Breton (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Noch war hier aber nichts verloren, denn die Mannschaft von Trainer Serge Aubin machte ein starkes Auswärtsspiel – mal abgesehen von den zu vielen Strafen. Liam Kirk schnupperte früh am erneuten Ausgleich, das Gestänge hatte aber etwas dagegen. Wenig später war der Goalgetter aber erfolgreich und stellte auf 5:5 (47.).
Dieses Spiel ging also wieder von vorne los. Es war kein Spiel für schwache Nerven und gerade der Autor dieser Zeilen hatte sich für seine Rückkehr in den Fanblock das richtige Spiel ausgesucht. Die Stimme suche ich übrigens auch einen Tag nach dem Spiel immer noch. Nur gut, dass ich am Sonntag wieder artig oben auf der Pressetribüne sitze und die Stimme schonen kann.
Immer, wenn Hoffnung im Eisbären-Block aufkam, zerstörten die Schanzer diese. Auch diesmal hielt der Ausgleich nicht lange, denn Top-Torjäger Riley Barber sammelte den Abstauber ein und traf zum 5:6 (49.).
Ingolstadt zog wenig später aber den Stecker, denn natürlich legten die Hausherren in Überzahl nach. Riley Sheen schloss eine klasse Kombination ab und erzielte das vierte Powerplaytor in dieser Partie – 5:7 (50.). Das starke Powerplay der Panther musste man neidlos anerkennen. Aber so fällt die Analyse des Spiels natürlich auch leicht, denn verloren wurde die Partie am Ende auf der Strafbank.
Die Eisbären waren danach durchaus bemüht, konnten aber keinen richtigen Druck mehr auf das Tor von Brett Brochu entwickeln. Die Schanzer spielten das aber auch souverän zu Ende, hatten sie doch einen neuen Vereinsrekord vor Augen. Ingolstadt feierte nämlich den 14. Heimsieg in Serie – Glückwunsch an dieser Stelle zu diesen Meilenstein! Austen Keating schloss zehn Sekunden vor dem Ende das Tor-Festival ab und traf zum Endstand von 8:5 für die Panther.
Trotz der Niederlage wurden die Eisbären mit viel Applaus verabschiedet, was verständlich war nach einem insgesamt guten Auftritt. Und bei Fünf-gegen-Fünf war man die bessere Mannschaft. Aus dem Spiel wird man die richtigen Lehren ziehen und es in den nächsten beiden Spielen vor Heiligabend gegen Köln und Mannheim besser machen wollen.

2:0-Heimsieg gegen Schwenningen! Veilleux-Serie geht weiter und Dea mit zwei Assists bei Rückkehr

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #22:

Die Eisbären Berlin haben das Wochenende mit einem Heimsieg abgeschlossen. Gegen die Schwenninger Wild Wings setzte man sich am Ende hochverdient mit 2:0 (1:0,1:0,0:0) durch und hielt damit den Anschluss an die oberen Tabellenplätze. Die Berliner zeigten endlich mal wieder über die volle Spielzeit ein gutes Spiel, ließen hinten nichts zu und erspielten sich vorne einige gute Torchancen. Einzig die Chancenverwertung war heute nicht gut. Aber am Ende des Tages zählen die drei Punkte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin stand heute der zuletzt lange verletzte Stürmer Jean-Sébastien Dea wieder zur Verfügung. Für ihn rotierte Norwin Panocha raus aus dem Kader. Das führte natürlich zu Veränderungen im Line-up. Manuel Wiederer rückte in die Defensive und bildete dort zusammen mit Eric Mik ein Verteidigerpaar. Die anderen beiden Verteidiger-Pärchen hießen Mitch Reinke/Jonas Müller sowie Adam Smith/Les Lancaster.
In der Offensive blieb einzig die Reihe um Yannick Veilleux, Blaine Byron und Marcel Noebels zusammen. Freddy Tiffels und Leo Pföderl bekamen heute Liam Kirk als Center in die Reihe. Dafür stürmte Markus Vikingstad zusammen mit Andreas Eder und Lean Bergmann. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Rückkehrer Dea, Matej Leden und Eric Hördler. 
Im Tor blieb alles unverändert. Jake Hildebrand stand zwischen den Pfosten, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Für die Eisbären ging es erneut darum, endlich mal wieder die eigene Leistung konstant über 60 Minuten abzurufen. Das war zuletzt nicht der Fall gewesen und vor allem fiel vermehrt auf, dass man große Probleme im zweiten Drittel hatte. Konnte man das heute im Heimspiel gegen Schwenningen abstellen oder grüßte erneut täglich das Murmeltier?

Bereitete die ersten beiden Eisbären-Tore vor: Rückkehrer Jean-Sébastien Dea (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach eineinhalb Minuten wären die Berliner beinahe in Führung gegangen. Vor dem Tor von Joacim Eriksson entstand ein Gewühl, die Eisbären versuchten mehrmals die Scheibe im Gäste-Tor unterzubringen, doch das gelang nicht.
Die Berliner waren die dominante Mannschaft in der Anfangsphase, nur beim Abschluss fehlte es der Mannschaft von Serge Aubin noch am nötigen Schussglück. Die Hauptstädter hatten sich aber sichtbar viel vorgenommen für dieses Heimspiel, nur konnte man sich für den Aufwand noch nicht belohnen. Was aber nicht verwunderlich ist, stand doch mit Joacim Eriksson jener Goalie im Tor, gegen den sich die Eisbären immer wieder schwer tun.
In den letzten fünf Minuten des ersten Drittels hatten dann die Gäste das erste Powerplay der Partie. Die Eisbären hatten sich aber zuletzt deutlich verbessert gezeigt in Unterzahl, weshalb man in den letzten sieben Spielen keinen Gegentreffer mehr in Unterzahl kassiert hatte. Diese Serie setzte sich auch im ersten Unterzahlspiel in dieser Partie fort.
Kurz darauf durften die Eisbären erstmals in Überzahl ran. Keine Paradedisziplin der Berliner in dieser Saison, doch heute klingelte es im Tor der Wild Wings. Rückkehrer Dea mit dem Auge für Liam Kirk, welcher komplett frei stand und so problemlos zum 1:0 traf (18.). Das war zugleich auch der Pausenstand in der Hauptstadt. Angesichts von 12:0-Torschüssen eine sehr dünne Führung.

Hatte einen verhältnismäßig ruhigen Arbeitstag gegen schwache Schwenninger Wild Wings: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Gäste hatten zu Beginn des zweiten Drittels noch ein Powerplay, doch auch in diesem konnten sie für keinerlei Gefahr sorgen. Die Eisbären hatten kurz darauf einen Mann mehr auf dem Eis, konnten für etwas mehr Gefahr vor dem Tor sorgen, jedoch nutzen konnten es die Berliner auch nicht.
Es war weiterhin eine einseitige Partie, was 17:1-Torschüsse auch belegten. Von Schwenningen kam rein gar nichts. Das Beste aus Sicht der Wild Wings war der Spielstand, was jedoch auch ein Kritikpunkt an den Eisbären war, die in dieser Partie einfach deutlich höher hätten führen müssen. Denn so blieb es natürlich ein Spiel mit dem Feuer, weil ein gelungener Angriff der Wild Wings hätte hier zum Ausgleich führen können.
Die Chance dazu hatten die Schwenninger im nächsten Powerplay rund sieben Minuten vor Ende des zweiten Drittels. Und in diesem hatte Kyle Platzer tatsächlich die dicke Chance zum 1:1, aber Jake Hildebrand fischte dessen Onetimer weg.
In der Schlussphase legten die Eisbären das 2:0 nach. Erneut war es Dea, der das Tor mit vorbereitet hatte. Am Ende war es Yannick Veilleux, der traf und somit seinen Scoringstreak auf acht Spiele ausbaute (37.). Die 2:0-Führung nahmen die Hausherren anschließend mit in die Kabine.

Yannick Veilleux (links) scorte auch im achten Ligaspiel in Folge. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel hatten die Eisbären früh die Chance zur Vorentscheidung, als man erneut ein Mann mehr auf dem Eis hatte. Doch man ließ diese Chance ungenutzt und so blieb es zumindest vom Spielstand her noch etwas spannend. Denn ein schnelles Schwenninger Tor hätte hier nochmal neue Spannung reingebracht. Aber dafür hätten die Wild Wings auch nach vorne spielen müssen, was sie nicht taten. Wenn es gefährlich wurde, dann vor dem Tor der Gäste.
Die Berliner erspielten sich in der Folge weiterhin beste Torchancen, aber es blieb heute das große Manko, dass man daraus zu wenig Kapital schlug. Trotzdem war es aber nach langer Zeit endlich mal wieder ein konstant guter Auftritt über 60 Minuten, weil man vor allem auch hinten nichts Gefährliches der Gäste zuließ.
Die Partie plätscherte am Ende ereignislos aus. Von den Eisbären kam fortan nicht mehr als nötig war und von Schwenningen war es heute einfach kein guter Auftritt. So stand am Ende der dritte Heimsieg in Serie für die Eisbären.

5:3! Doppelpack von Andreas Eder beim glanzlosen Heimsieg gegen Iserlohn

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #20:

Die Eisbären Berlin haben das erste von zwei Heimspielen an diesem Wochenende gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters feierte man am Ende einen 5:3-Heimsieg. Doch komplett überzeugen konnten die Hauptstädter nicht, verspielten zwischenzeitlich mal wieder eine Zwei-Tore-Führung und hatten ein Problem mit der Chancenverwertung. Im Schlussdrittel zog man das Spiel dann doch noch auf sein Seite, trotzdem sind die Eisbären derzeit weit davon entfernt, ein Top-Team in der PENNY DEL zu sein.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte sein Line-up nur minimal. Da Matej Leden nicht dabei war, rückte Marcel Noebels in die dritte Reihe zu Lean Bergman und Blaine Byron. Eric Hördler rotierte aus dieser Reihe raus und stand mit Manuel Wiederer in der vierten Reihe. Im Tor stand Jake Hildebrand.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären gingen als klarer Favorit gegen den Tabellenvorletzten ins Spiel. Aber genau darin lag heute die Gefahr. Denn gegen die vermeintlich kleinen Teams haben sich die Eisbären in der Vergangenheit öfters mal schwer getan. Nahmen die Eisbären Iserlohn heute ernst oder gab es am Ende ein böses Erwachen?

War im ersten Drittel zur Stelle, als er gebraucht wurde: Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein schlechtes Omen? Vor dem Spiel läuft normalerweise die Einlaufshow der Eisbären Berlin, doch heute streikte die Technik und somit gab es nur die legendäre Eisbären-Hymne zu hören.
Iserlohn brauchte ganze 18 Sekunden, da fuhren Daniel Fischbuch und Taro Jentzsch einen Zwei-auf-eins-Konter und es wurde erstmals gefährlich vor dem Berliner Tor. Jake Hildebrand war zum Glück schon hellwach und verhinderte den frühen Rückstand gegen die Sauerländer.
Nachdem Iserlohn das erste Powerplay vergab, gingen die Hausherren in Führung. Yannick Veilleux, der auch die erste Strafzeit kassierte hatte, staubte erfolgreich ab – 1:0 (6.).
Mehr Highlights bot dieses Spiel aber auch nicht. Beide Teams mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel. Hochkarätige Torchancen suchte man vergeblich. Beide Goalies wurden so vor keine größeren Probleme gestellt.
Lange Zeit plätscherte das erste Drittel so vor sich hin. Dann hatten die Eisbären mal kurz eine gute Phase, ehe Iserlohn Jake Hildebrand zu zwei starken Paraden zwang. In Überzahl schlugen dann die Eisbären fünf Sekunden vor der ersten Drittelpause durch Andreas Eder zu – 2:0 (20.). Die Verteidigung der Roosters machte es den Berlinern aber auch sehr leicht. Mit dem 2:0 ging es anschließend in die Kabine.

Stellte auch gegen Iserlohn seine aktuelle Torgefahr unter Beweis: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Iserlohn arbeitete im zweiten Drittel am Anschlusstreffer, fand aber erneut in Jake Hildebrand seinen Meister. Doch in der 24. Spielminute war auch der Berliner Goalie geschlagen, als der Querpass auf Ex-Eisbär Daniel Fischbuch kam und der das leere Tor vor sich hatte – 2:1.
Doch die Antwort der Eisbären dauerte nicht lange. Liam Kirk bewies erneut seine derzeitige Top-Form und düpierte Hane zum 3:1 (26.). Allerdings hatte der Brite auch zu viel Platz und so etwas lässt sich die Nummer 94 nicht nehmen.
Auch danach blieb es ein eher durchschnittliches DEL-Spiel. Die großen Highlights fehlten auf beiden Seiten. Iserlohns Defensive wirkte ein ums andere Mal unsicher. Die Eisbären konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Fast aus dem Nichts verkürzten die Sauerländer rund drei Minuten vor dem Ende auf 3:2. Robin Norell wurde nicht wirklich angegriffen und hatte daher keine große Mühe, den Puck im Tor zu versenken.
Direkt im Gegenzug war Marcel Noebels frei durch, doch er scheiterte an Hane. So eine Chance in einem vom Spielstand her engen Spiel kann man auch mal nutzen. Doch so ein wenig passte diese Szene zur Saison von der Nummer 92.
Wenn man vorne seine Chancen nicht nutzt und auch aus den Patzern der Roosters kein Kapital schlägt, fängt man sich hinten einen. Kyle Wood stellte in der Schlussminute auf 3:3 (40.). Absolut unnötig, wie die Berliner die 3:1-Führung aus der Hand gegeben haben. So ging man mit einem Unentschieden in die zweite Drittelpause.

Freddy Tiffels scheitert in Unterzahl mit seinem Alleingang an Hendrik Hane. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel musste nun eine Reaktion der Eisbären kommen. In der Kabine dürfte es sicherlich auch laut geworden sein, denn Trainer Serge Aubin konnte nicht zufrieden sein. Und in Überzahl hätte Marcel Noebels beinahe die schnelle Antwort gegeben, doch er scheiterte an der Latte. Das Glück haftet bisher nicht am Schläger vom zweimaligen DEL-Spieler des Jahres. Gerade in solchen Spielen kann die Kaltschnäuzigkeit den Unterschied machen. Die Eisbären hatten sie bis hierhin nicht.
In Unterzahl hatte Freddy Tiffels die nächste XXL-Chance, doch Hendrik Hane gewann das Eins-gegen-Eins-Duell und hielt seiner Mannschaft weiterhin das Unentschieden fest.
Es blieb weiterhin das Drittel der Strafzeiten, denn nun waren wieder die Eisbären im Powerplay. Doch es sah weiter unbeholfen aus, was die Berliner in Überzahl spielten. Ja, man brachte die Scheiben auf das Tor und doch wirkte es teilweise sehr hektisch, was man versuchte.
Rund neun Minuten vor dem Ende sorgte Leo Pföderl dann für die erste Erleichterung auf den Rängen der Arena am Ostbahnhof. Sein Onetimer schlug hinter Hane ein und die Eisbären führten wieder – 4:3 (52.). Endgültig den Deckel auf dieses Spiel machte dann Andreas Eder drauf. Er wurde vor dem Tor angespielt und musste nur noch seine Kelle hinhalten – 5:3 (55.).
So sind die Eisbären am Ende nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen und haben vor allem gesehen, dass man jeden Gegner über die gesamte Spielzeit ernst nehmen sollte, sonst gewinnt man auch gegen die Kellerkinder der PENNY DEL nicht so einfach.

6:1-Auswärtssieg in Wolfsburg: Eine ganz starke Mannschaftsleistung führt zu drei Punkten in der Autostadt

WalkersBaerenNews 2025/2026Ausgabe – #18:

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel beim Lieblingsgegner Grizzlys Wolfsburg verdient mit 6:1 (2:0,1:0,3:1) gewonnen und damit die richtige Reaktion auf die ersten beiden Drittel in Ingolstadt gezeigt. Über 60 Minuten war es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Defensiv stand man sehr kompakt, während man offensiv zu alter Torgefahr zurückfand. So hält man einen Konkurrenten in der Tabelle vorerst auf Abstand.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up im Vergleich zum Auswärtsspiel in Ingolstadt. Im Tor stand heute Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer auf der Bank Platz nahm. Die Verteidiger-Pärchen blieben gleich. Die erste Reihe bildeten Liam Kirk, Andreas Eder und Leo Pföderl. Die zweite Reihe bestand aus Freddy Tiffels, Markus Vikingstad und Yannick Veilleux. Eric Hördler, Blaine Byron und Lean Bergmann stürmten in der dritten Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Marcel Noebels, Manuel Wiederer und Matej Leden.

Die Eisbären trafen mit Wolfsburg heute auf einen Gegner, der zuletzt zweimal 4:0 gewonnen hatte. Die Eisbären hingegen waren so ein wenig auf der Suche nach ihrer Form. Einem desaströsen Auftritt gegen München folgte eine ganz starke Leistung in Straubing. Doch direkt danach konnte man in Ingolstadt nur im letzten Drittel sein gewohntes Eisbären-Hockey spielen. Welche Eisbären bekam man heute zu sehen?

Liam Kirk traf gleich zweimal im ersten Drittel und somit auch im dritten Spiel in Folge. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an entwickelte sich eine rasante Partie. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und brachten die Scheiben direkt auf das gegnerische Tor. Und nach rund vier Minuten waren es die Eisbären, welche in Führung gingen. Liam Kirk setzte stark nach und drückte die Scheibe über die Linie – 1:0 (4.). Das dritte Spiel in Folge mit einem Kirk-Treffer. Der Brite läuft so langsam aber sicher heiß. Nach zwei Zu-Null-Siegen musste Dustin Strahlmeier also mal wieder hinter sich greifen.
Auch danach blieb es ein wildes Spiel. Die Eisbären wirkten heute von Beginn an wach und entschieden viele Zweikämpfe für sich. Durchaus etwas, was Trainer Serge Aubin zuletzt kritisierte. Das führte dazu, dass man immer wieder für Gefahr vor dem Wolfsburger Tor sorgen konnte. Aber auch die Grizzlys hatten ihre offensiven Momente. So entwickelte sich hier eine muntere und sehr kurzweilige Partie.
Defensiv wirkten die Berliner sehr konzentriert und machten die gefährlichen Räume zu. Offensiv zog man immer wieder gefährliche Spielzüge auf, wirkte dabei aber manchmal auch etwas zu verspielt.
64 Sekunden vor dem Ende stellten die Eisbären dann aber doch auf 2:0. Erneut war es Liam Kirk gewesen. Wenn es einmal läuft, dann läuft es eben. Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die erste Drittelpause.

Bekam im Mitteldrittel einiges zu tun: Eisbären-Goalie Jake Hildebrand. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel begannen die Grizzlys in Überzahl, konnten dieses trotz bester Chancen aber nicht nutzen. Kurz darauf folgte direkt das nächste Wolfsburger Powerplay, diesmal bekamen es die Eisbären aber besser verteidigt und ließen kaum etwas Gefährliches zu.
Die Hausherren wirkten in der Anfangsphase aktiver, wollten den Anschlusstreffer erzielen, aber die Berliner standen defensiv weiterhin sehr kompakt und gaben wenig ab. Nach vorne ging zu Beginn des zweiten Drittels nicht so viel von den Eisbären, was aber angesichts des Spielstandes auch nicht verwunderlich war.
Der Druck der Gastgeber wurde in der Folge größer, die Chancen zwingender, aber Jake Hildebrand war weiterhin hellwach und ließ keine Scheibe durch. Und die Eisbären? Die präsentierten sich anschließend als äußerst effektiv und gnadenlos vor dem Tor. Freddy Tiffels behauptete ganz stark die Scheibe, spielte sie zu Markus Vikingstad und der stellte in der 32. Spielminute auf 3:0. Ein Tor des unbändigen Willens der Eisbären. Genau das, was Trainer Aubin zuletzt vermisst hat. Umso mehr dürfte ihn dieser Auftritt heute gefreut haben. Und natürlich fiel dieser Treffer genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der Wolfsburger Anschlusstreffer lag schon so ein bisschen in der Luft.
Rund fünf Minuten vor dem Ende bot sich den Niedersachsen in Überzahl die Chance zum Anschlusstreffer, denn die Eisbären kassierten eine Strafzeit wegen Spielverzögerung. Wolfsburg fand die Formation, ließ die Scheibe gut laufen und suchte auch den Abschluss. Aber die Eisbären verteidigten das heute extrem stark und hatten immer einen Schläger dazwischen.
Zum Ende hin hatten die Eisbären Powerplay. Man ließ die Scheibe geduldig laufen, verpasste es aber, im entscheidenden Moment zum Abschluss zu kommen. So blieb dieses Überzahlspiel ungenutzt und man führte nach 40 Minuten mit 3:0.

Die Wolfsburger bejubeln den Anschlusstreffer zu Beginn des dritten Drittels. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Im letzten Drittel war aber nochmal mit einer aufopferungsvoll kämpfenden Wolfsburger Mannschaft zu rechnen. Und so verwunderte es auch nicht, dass Justin Feser früh dank einer starken Einzelaktion auf 1:3 verkürzen konnte (42.).
Dieser Treffer gab den Gastgebern aber nochmal kurz Rückenwind und die Grizzlys blieben dran. Jake Hildebrand war in dieser Phase nun mehr denn je gefordert und bisher war er auch der erwartet sichere Rückhalt im Berliner Tor.
Wie reagiert man auf einen Gegentreffer? Genau, mit dem 4:1. Freddy Tiffels überwand Dustin Strahlmeier und stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her (47.). Nach diesem Treffer waren die Eisbären wieder am Drücker und wollten das Spiel endgültig entscheiden. Andreas Eder tat dies sieben Minuten vor dem Ende. Wolfsburg griff nicht richtig an und so hatte Eder keine große Mühe, die Scheibe an Strahlmeier vorbei ins Tor zu schießen – 5:1.
Die Eisbären hatten also die erhoffte Reaktion auf die ersten beiden Drittel in Ingolstadt gezeigt und heute mal wieder über 60 Minuten eine starke und konzentrierte Leistung abgeliefert. Defensiv ließ man wenig Gefährliches der Niedersachsen zu, offensiv kreierte man eine Vielzahl an Chancen und nutzte diese dann auch sehr effektiv. Nun gilt es für die Berliner, diese Leistung konstant in den nächsten Spielen abzurufen. Denn genau das war zuletzt das große Problem, denn die Leistungen schwankten arg von Spiel zur Spiel.
In der Schlussminute machten die Eisbären dann das halbe Dutzend noch voll. Mitch Reinke mit dem 6:1 in Überzahl. An so einem Abend klappt es selbst im Powerplay. Ganz starke Leistung, Jungs. Am Sonntag sollte man gegen die Kölner Haie genau daran anknüpfen, dann kann man mal eine Siegesserie starten.

2:5-Niederlage in Ingolstadt: Ein gutes Drittel reicht in der PENNY DEL nicht aus

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt verdient mit 2:5 (0:1,0:2,2:2) verloren. Man konnte in den ersten 40 Minuten nicht an die Leistung aus dem Straubing-Spiel anknüpfen und ging somit mit einer 0:3-Hypothek ins Schlussdrittel. Dort konnte man dann wieder überzeugen, Druck aufbauen und auf 2:3 verkürzen. Wenn Freddy Tiffels seine Chance nutzt, kann man das Spiel sogar komplett drehen. Am Ende kassierte man aber noch zwei Empty-Netter und hat einmal mehr gesehen, dass nur ein gutes Drittel in dieser engen Liga bei weitem nicht ausreicht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin vertraute dem selben Line-up wie beim 4:2-Sieg am Sonntagnachmittag in Straubing. Somit stand also auch heute wieder Jonas Stettmer zwischen den Pfosten.

Für die Eisbären stand eine denkbar schwere Aufgabe an, musste man doch beim aktuell heißesten Team der Liga antreten. Ingolstadt hatte die letzten acht Spiele in Folge gewonnen und von den bisherigen zehn Heimspielen auch nur eins verloren. Das war am 1. Spieltag gegen Iserlohn, seitdem folgten neun Heimsiege in Serie. Konnten die Berliner die Serien der Schanzer beenden und nach dem 3:0-Heimsieg im ersten Duell auch das zweite Spiel gegen Ingolstadt gewinnen?

Früh im Spiel hatten die Ingolstädter Grund zum Jubeln. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach gerade einmal 25 Sekunden kassierte Mitch Reinke die erste Strafzeit und ermöglichte den Hausherren damit das erste Powerplay der Partie. Aber die Eisbären ließen kaum etwas zu und überstanden das erste Unterzahlspiel somit schadlos.
Ein Turnover von Yannick Veilleux sorgte dann aber für den frühen Rückstand. Veilleux muss die Scheibe eigentlich nur aus dem eigenen Drittel raus bringen, vertändelt sie aber und so hatte Top-Torschütze Riley Barber leichtes Spiel – 0:1 (5.). Jonas Stettmer wurde am kurzen Pfosten überrascht.
Die Eisbären fanden hier überhaupt nicht rein ins Spiel und kassierten zudem früh die zweite Strafzeit der Partie. Immerhin überstand man aber auch dieses Unterzahlspiel ohne Gegentor, doch man musste schleunigst wieder disziplinierter zu Werke gehen.
Ingolstadt dominierte das Spiel von Beginn an, spielte ein aggressives Forechecking, womit sie die Berliner immer wieder zu Fehlern im Spielaufbau zwangen. Dadurch konnte man sich beste Chancen erspielen, Jonas Stettmer verhinderte einen möglichen höheren Rückstand.
Nach dem ersten Powerbreak hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay und traten so erstmals offensiv in Erscheinung. Zu einem Tor reichte es aber trotzdem nicht. Aber die Berliner waren besser drin im Spiel.
Ein mögliches 2:0 der Schanzer Panther wurde zurecht aberkannt, da Daniel Schmölz die Scheibe per Kick-Bewegung ins Tor befördert hatte. Ingolstadt lauerte in dieser Phase auf Konter und schaltete dann blitzschnell um.
In der Schlussphase nahm Ingolstadt zwei weitere Strafzeiten und ermöglichte den Hauptstädtern zwischenzeitlich ein doppeltes Powerplay für 16 Sekunden. Liam Kirk hatte den Ausgleich auf dem Schläger, doch sein Schuss ging nur an die Latte. Somit blieb es beim knappen 0:1-Rückstand aus Berliner Sicht nach 20 Minuten.

In dieser Szene verhinderte Jonas Stettmer das 0:3. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Das Mitteldrittel begann mit dem nächsten Nackenschlag für die Eisbären. Und erneut war man selbst schuld daran. Austen Keating sah, dass Jonas Stettmer zu weit drüben stand und nahm dieses „Geschenk“ dankend an – 0:2 nach nur 36 Sekunden im Mitteldrittel. Das Ding geht klar auf die Kappe von Stettmer, der es auch selbst wusste und sich darüber maßlos ärgerte.
Danach dominierten die Hausherren das Spiel wieder ganz klar. Die Scheibe lief wie am Schnürchen, man wirbelte gehörig über das Eis und stellte die Eisbären so vor große Probleme. Wenn die Berliner in der Offensive auftauchten, tat man sich schwer, die Lücke zu finden.
Philipp Krauß schnupperte Mitte des zweiten Drittels am 3:0, seine Scheibe blieb aber kurz vor der Linie neben dem Pfosten liegen. Glück für die Eisbären.
Danach war es eine sehr zerfahrene Partie mit vielen Unterbrechungen. So ein richtiger Spielfluss wollte nicht mehr aufkommen.
Drei Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels fuhren die Schanzer mal wieder einen gefährlichen Angriff. Philipp Krauß scheiterte noch an Jonas Stettmer, doch Kenny Agostino staubte erfolgreich ab – 0:3 (37.). Dabei blieb es bis zur zweiten Drittelpause. Die Eisbären konnten bisher nicht an den Auftritt vom Sonntag anknüpfen und fanden kein Mittel gegen das Top-Team der Liga.

Im Schlussdrittel kamen die Eisbären nochmal auf 2:3 heran. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Keine zwei Minuten waren im letzten Drittel gespielt, da sendete Blaine Byron ein Lebenszeichen – 1:3 (42.).
Die Eisbären blieben danach dran und wollten noch mehr. Abgeschenkt hatten die Berliner das Spiel noch nicht, aber der Weg war noch weit, wenn man etwas Zählbares aus Ingolstadt mitnehmen wollte. Die Hausherren mussten derweil ihren Goalie tauschen. Devin Williams verließ in der 45. Spielminute das Eis, Nico Pertuch kam für ihn ins Tor.
Und der musste in der 50. Spielminute hinter sich greifen. Liam Kirk traf erneut und verkürzte auf 3:2. Auf einmal war das hier wieder eine sehr spannende Partie, in der für die Eisbären plötzlich wieder alles möglich war. Von Ingolstadt kam nach vorne kaum etwas.
Das letzte Drittel war natürlich mal wieder ein Beweis für die starke Moral der Eisbären, welche 40 Minuten kein gutes Spiel gezeigt hatten. Und trotzdem gab man nicht auf und verkürzte in den ersten zehn Minuten auf 2:3. Vier Minuten vor dem Ende hatten die Gäste den Ausgleich auf dem Schläger, aber Freddy Tiffels bekam die Scheibe nicht im leeren Tor unter.
In der Schlussphase investierten beide Mannschaften nochmal alles. Ingolstadt wollte die Entscheidung und hatte die dicke Chance durch Philipp Krauß, aber Stettmer war zur Stelle. Die Eisbären zogen kurz darauf Stettmer vom Eis, was jedoch Peter Abbandonato zum 4:2 nutzte (59.). Als Stettmer erneut vom Eis war, schlug auch noch Alex Breton zu – 2:5, sieben Sekunden vor dem Ende. Damit wurde die Aufholjagd der Eisbären am Ende nicht belohnt. Aber ein gutes Drittel reicht eben nicht aus, um in dieser Liga erfolgreich zu sein.

4:2-Auswärtssieg in Straubing: Liam Kirk und der Ketchupflaschen-Effekt

Trainer Serge Aubin hatte nach der Niederlage gegen München eine Reaktion seiner Mannschaft gefordert und diese hat sie am Sonntag geliefert. Die Eisbären Berlin feierten einen überraschend deutlichen 4:2-Auswärtssieg bei den Straubing Tigers. Matchwinner war ganz klar Liam Kirk mit einem Hattrick. Beim Briten gab es heute den Ketchupflaschen-Effekt, nachdem es bei ihm zuletzt vor dem Tor so gar nicht laufen wollte. Dazu trafen die Berliner auch in Überzahl. Ein rundum gelungener Nachmittag also am Straubinger Pulverturm.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Stürmer Ty Ronning (angeschlagen) verzichten. Dadurch stellte er sein Line-up komplett um. Angefangen im Tor, wo fast schon erwartungsgemäß Jonas Stettmer den Start gegen Straubing bekam. Gegen die Niederbayern sah der gebürtige Straubinger immer sehr gut aus. Jake Hildebrand bekam eine Pause und nahm als Back-up auf der Bank Platz.
In der Defensive sahen die drei Verteidiger-Pärchen wie folgt aus: Jonas Müller/Mitch Reinke – Eric Mik/Adam Smith – Norwin Panocha/Les Lancaster.
In der Offensive stürmten Liam Kirk, Andreas Eder und Lean Bergmann in der ersten Reihe. Freddy Tiffels, Markus Vikingstad und Leo Pföderl bildeten die zweite Reihe. Manuel Wiederer kehrte in die Offensive zurück und war der Center der dritten Reihe zwischen Eric Hördler und Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bestand aus Marcel Noebels, Blaine Byron und Matej Leden.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären trafen auf das Top-Team der Liga, welches von bisher zehn Heimspielen nur eins verloren hatte. Dreimal kassierte man zuhause kein Gegentor, viermal nur ein Gegentor. Keine einfache Aufgabe also für die Berliner, von denen Trainer Aubin eine andere Einstellung als zuletzt forderte. Es ist nun an der Zeit, das eigene Level weiter hochzufahren. Klappte es heute ausgerechnet beim Liga-Primus oder setzte es die nächste Niederlage?
Grund zum Feiern hatte Stürmer Freddy Tiffels, der am Pulverturm sein 400. DEL-Spiel absolvierte. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, Freddy!

Beendete in Straubing seine Torflaute: Liam Kirk (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Keine zwei Minuten waren gespielt, da überraschte Straubing die Eisbären mit einem feinen Pass von hinten raus auf Tyler Madden, der frei vor Stettmer auftauchte und dem Berliner Goalie keine Chance ließ – 0:1 (2.).
Genau der Start, den du in Straubing nicht haben willst. Aber früh bot sich den Gästen die Chance zum Ausgleich, denn man bekam das erste Powerplay. Zuletzt lief es dort aber überhaupt nicht, doch heute fand man direkt in die Formation und ließ die Scheibe sehr gut und vor allem geduldig laufen. Zum Torerfolg reichte es aber dennoch nicht, aber zumindest sah das Überzahlspiel schon besser aus als am Freitag. Auch nach dem Powerplay blieben die Eisbären am Drücker.
Jonas Stettmer ermöglichte Straubing dann das erste Powerplay, aber das Penalty Killing der Berliner zeigte sich auch verbessert und überstand die erste Unterzahl relativ problemlos. Kaum waren die Eisbären wieder komplett, nutzten sie einen Konter durch Liam Kirk zum 1:1 (13.). Damit traf der Brite erstmals seit dem 21. September wieder in einem Ligaspiel für die Eisbären. Seine letzten beiden Treffer resultierten aus dem Penaltyschießen.
Auch das zweite Powerplay der Eisbären sah sehr vielversprechend aus und sorgte für Gefahr vor Henrik Haukeland. Leider konnte man es aber erneut nicht nutzen. So blieb es beim 1:1 nach einem sehr guten ersten Drittel der Eisbären, welche die bessere Mannschaft waren. Aber bei Straubinger Kontern war stets Vorsicht geboten.

Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel zwischen Straubing und Berlin. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären schockten die Tigers früh im Mitteldrittel. Lean Bergmann brachte die Scheibe auf das Tor, Haukeland bekam sie nicht unter Kontrolle und Liam Kirk staubte ab – 2:1 (22.). Damit passierte genau das, was Aubin zuletzt angekündigt hatte. Wenn Kirk mal wieder trifft, werden die Scheiben danach auch wieder einfacher reingehen. Heute platzte die Ketchupflasche und die Nummer 94 legte sein zweites Tor direkt nach.
Fortan wurde das Spiel hitziger. Inzwischen hat ja auch dieses Duell genügend Geschichten in der DEL geschrieben. Beide Teams ließen anschließend je ein Powerplay ungenutzt.
In der zweiten Hälfte des Mitteldrittels erspielten sich beide Mannschaften richtig gute Torchancen und sorgten somit immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, welcher jedoch ohne weitere Tore blieb. Die Eisbären nahmen also die knappe 2:1-Führung mit in die zweite Drittelpause. Nur 2:1, weil Liam Kirk die XXL-Chance freistehend vor Haukeland in der Schlussminute liegen ließ.

Die Eisbären Berlin bejubeln einen verdienten Auswärtssieg beim Tabellenführer in Straubing. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel ließen die Eisbären erst zwei gute Chancen liegen, aber aller guten Dinge sind ja auch drei. Mitch Reinke mit dem Hammer von oben zum 3:1 (44.).
Nun war der Liga-Primus gefordert, wollte er die zweite Heimniederlage in dieser Saison noch abwenden. Aber die Eisbären spielten das weiterhin sehr gut und standen defensiv sehr kompakt. Straubing tat sich schwer und fand kein Mittel dagegen.
Nach dem Powerbreak waren die Eisbären erneut in Überzahl und endlich konnte man auch dort wieder treffen. Und es konnte nur Liam Kirk sein, der auch dort den Bann brach. Mit seinem dritten Treffer stellte er auf 4:1 (52.). Was für ein Spiel von Kirk!
Straubing gab das Spiel aber noch nicht verloren und verkürzte durch Nicolas Beaudin auf 2:4 (54.). Die Niederbayern warfen nun nochmal alles rein und setzten die Eisbären unter Druck. Trainer Craig Woodcroft nahm zudem seine Auszeit und seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Aber die Eisbären verteidigten das mit großer Leidenschaft zu Ende und feierten einen am Ende wichtigen und verdienten Auswärtssieg beim Tabellenführer. Weil man zurück zu den Basics gefunden hat und wieder Eisbären-Hockey gespielt hat. Genau das, was Trainer Aubin gefordert hatte. Daran gilt es nun am Mittwoch in Ingolstadt anzuknüpfen, denn die haben zuletzt acht Siege in Serie gefeiert. Die nächste schwere Aufgabe also für den Hauptstadtclub.