Playoff-Halbfinale – Stand: 2:2 (3:6/5:1/2:4/4:3 n.V.)


Die Halbfinalserie ist nun eine Best-of-three-Serie: Die Eisbären Berlin verlieren nämlich Spiel vier der Halbfinalserie bei den Kölner Haien mit 3:4 nach Verlängerung. Es war ein echter Playoff-Fight auf Augenhöhe. Beide Teams hatten ihre Chancen, am Ende war es aber Dominik Bokk, der seinen Ex-Verein gleich zweimal ärgerte.
Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute auf Stürmer Lean Bergmann verzichten, für den die laufende Saison verletzungsbedingt beendet ist und der auch den Start der kommenden Saison verpassen wird. Für ihn rückte Norwin Panocha ins Line-up. In der Defensive blieben die Verteidiger-Pärchen unverändert. Panocha war als siebter Verteidiger dabei.
In der Offensive blieben die ersten beiden Reihen gleich. Eric Hördler nahm derweil den Platz von Bergmann in der Reihe mit Leo Pföderl und Markus Vikingstad ein. Den Platz von Hördler junior nahm Moritz Kretzschmar ein, der an der Seite von Manuel Wiederer und Lennard Nieleck stürmte.
Im Tor stand erneut Jake Hildebrand, während Jonas Stettmer als Back-up auf der Bank Platz nahm.
Die Ausgangslage war klar: Die Domstädter standen unter Druck. Bei einer weiteren Niederlage würde man am Freitag mit einem 1:3-Rückstand in der Serie nach Berlin reisen. Das wollte Köln vor eigenem Publikum unbedingt vermeiden. Die Eisbären hingegen wollten genau jenen Matchpuck erspielen, um am Freitag vor den eigenen Fans den erneuten Finaleinzug zu feiern. Denn das ist dann das letzte Heimspiel für die Berliner, ehe Spiel sechs und sieben in Köln stattfinden würden. Holten sich die Haie den erneuten Serienausgleich oder sicherten sich die Hauptstädter den Matchpuck?

Ty Ronning sorgte für das wichtige 1:1 im ersten Drittel. (Foto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Blitzstart für die Haie, die nach gerade einmal 42 Sekunden mit 1:0 in Führung gingen. Frederik Storm war der Torschütze. Das war genau der Start, den die Eisbären nicht haben wollten. Viel mehr wollte man selbst in Führung gehen.
In der Folge hatten die Domstädter zwei weitere dicke Chancen in der Anfangsphase. Einmal rutschte die Scheibe knapp am Tor vorbei, einmal rettete das Gestänge. Mit dem schnellen Umschaltspiel der Hausherren hatten die Eisbären große Probleme.
Auch im ersten Powerplay der Partie schnupperten die Kölner mehrfach am zweiten Tor. Die Haie zeigten die erhoffte Reaktion auf Spiel drei in Berlin, während die Eisbären überhaupt nicht an ihre Leistung vom Sonntag anknüpfen konnten. Einzig Goalie Jake Hildebrand war schon wieder in Normalform unterwegs, während die anderen Spieler noch überhaupt nicht drin waren im Spiel.
Kurz darauf hatten die Eisbären ihr erstes Powerplay und prompt stellten sie den Spielverlauf auf den Kopf. Ty Ronning mit dem überraschenden 1:1-Ausgleich (14.).
Nach dem Treffer waren die Eisbären plötzlich drin im Spiel und drängten auf das zweite Tor. Das Momentum hatte durch den Ausgleich die Seiten gewechselt. Und die Haie mussten erneut in Unterzahl ran. Doch in dieser hatte Maxi Kammerer die dicke Chance zur erneuten Kölner Führung, doch Hildebrand vereitelte seinen Alleingang. Ohne Hildebrand hätten die Eisbären hier deutlich mehr Gegentreffer kassiert. So blieb es beim 1:1 nach 20 Minuten.

Eisbären-Goalie Jake Hildebrand verletzte sich beim Gegentor zum 2:3 und musste anschließend in die Kabine. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Im zweiten Drittel erwischten diesmal die Eisbären den Traumstart. 20 Sekunden dauerte es nur, ehe Kapitän Kai Wissmann auf 2:1 stellte (21.). Die Eisbären hatten das Spiel also tatsächlich gedreht.
Aber die Domstädter schlugen schnell zurück. Zwei-auf-eins-Angriff und Tanner Kero stellte auf 2:2 (24.). Die Eisbären waren in diesem Spiel zu anfällig für Konter der Haie, diesmal schlug es hinten auch ein.
Mit dem Treffer wechselte direkt wieder das Momentum auf die Seite der Haie, welche danach eine gute Phase hatten. Jake Hildebrand musste wieder hellwach sein. Aber so ging es das ganze Spiel, immer wieder hatten beide Teams ihre starken Phasen in der Offensive. Es ging munter hin und her.
Und Köln drehte das Spiel zurück. Dominik Bokk tunnelte Jake Hildebrand und stellte auf 3:2 (33.). Beim Spagat verletzte sich Hildebrand und musste gestützt vom Eis gefahren werden. Wie bitter kann eine Saison bitte verlaufen? Nach Lean Bergmann der nächste Spieler, der sich zu den anderen Langzeitverletzten gesellt. Jonas Stettmer kam somit wieder ins Tor.
Fortan blieb es ein echter Playoff-Fight. Die Eisbären suchten die schnelle Antwort, fanden sie aber nicht und so nahm man einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Liam Kirk schickte das Spiel in die Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Das letzte Drittel begann diesmal nicht mit einem Blitzstart, auch wenn die Eisbären eine dicke Chance durch Andreas Eder hatten. Aber Janne Juvonen war hellwach und parierte dessen Schuss.
Die Eisbären waren danach auf der Suche nach der Lücke in der Kölner Defensive. Doch die Haie boten diese nicht an und drängten die Berliner Spieler nach außen und machten die gefährlichen Räume vor dem Tor zu. Aber gleiches galt auch für die Defensive der Eisbären.
Mitte des letzten Drittels hatte dann Gregor MacLeod die Vorentscheidung auf dem Schläger, doch Jonas Stettmer hielt seine Mannschaft im Spiel.
Die Eisbären hatten dann wieder ein Powerplay und zum zweiten Mal schlug man in diesem zu. Leo Pföderl und Ty Ronning scheiterten bereits an Jane Juvonen, Liam Kirk zielte dann ganz genau – 3:3 (52.).
Nun ging die Partie wieder von vorne los und der Druck wechselte auf die Seite der Domstädter, die den Matchpuck der Eisbären abwehren und die Serie definitiv wieder nach Hause holen wollten. Die Spannung war zum Greifen nah. Und Köln bekam vier Minuten vor dem Ende ein Powerplay und damit die dicke Chance zur erneuten Führung. Doch die Eisbären überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor.
Es blieb bis zum Ende der regulären Spielzeit beim 3:3 und somit ging es erstmals in dieser Halbfinalserie in die Verlängerung.

Ex-Eisbär Dominik Bokk entschied das vierte Halbfinalspiel in der Overtime. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Auch die Overtime war an Dramatik nicht zu überbieten. Ein echter Playoff-Fight, in dem es hin und her ging. Beide Teams hatten ihre Chancen, doch beide Goalies waren weiterhin hellwach. Es war eine hart umkämpfte Partie, jeder Zweikampf wurde äußerst intensiv geführt.
Leo Pföderl und Liam Kirk hatten die Entscheidung auf dem Schläger, kamen aber nicht an Janne Juvonen vorbei. Auf der Gegenseite war es Dominik Bokk, der Ex-Eisbär, der in der 78. Spielminute dieses vierte Halbfinalspiel entschied – 3:4. Nun heißt es Mund abputzen und nach vorne schauen. Denn der Druck wechselt nach Berlin, die am Freitag ihr letztes Heimspiel in dieser Serie gewinnen müssen, um mit einem Matchpuck nach Köln zu fahren. Heute waren es Kleinigkeiten, die dieses Spiel entschieden haben.




































