1:5 in Spiel eins der Viertelfinalserie! Die Eisbären erleben ein Debakel am Pulverturm

Playoff-Viertelfinale – Stand: 1:0 (5:1)

Das hatten sich die Eisbären Berlin ganz anders vorgestellt: Nach fünf Siegen in Serie kam man mit viel Selbstvertrauen ins erste Viertelfinalspiel bei den Straubing Tigers. Doch am Ende erlebte man ein Debakel am Pulverturm und geriet arg unter die Räder. Am Ende setzte es eine hochverdiente 1:5-Niederlage, welche einige Fragen offen ließ. Doch letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Serie, dennoch erwartet man am Freitagabend in Spiel zwei eine deutliche Leistungssteigerung der Eisbären. Denn bei einer weiteren Niederlage stehen die Eisbären schon mit dem Rücken zur Wand.

Eisbären-Trainer Serge Aubin ließ auch im ersten Viertelfinalspiel sein Line-up unverändert. Warum sollte er dieses auch ändern, hatte der Titelverteidiger doch rechtzeitig zum Ende der Hauptrunde seine Form wiedergefunden und fünf Siege in Folge eingefahren. Das Jonas Stettmer das Tor hüten würde, war bereits vorher bekannt, da Jake Hildebrand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht.

Die Ausgangslage war klar: Es war Spiel eins der Viertelfinalserie zwischen den Niederbayern und den Hauptstädtern. Für beide Mannschaften ist das kein Neuland mehr, schließlich ist es bereits die sechste Playoff-Serie zwischen beiden Teams. Die ersten fünf Serien gingen allesamt an die Eisbären, welche überhaupt erst zum zweiten Mal nicht das Heimrecht in einer Serie gegen Straubing haben. Behielten die Eisbären im „Hexenkessel Pulverturm“ ihre Nerven im Griff und holten sich direkt das Heimrecht oder gab es im ersten Spiel nichts zu holen?

Satte dreimal durften die Straubing Tigers im ersten Drittel jubeln. Ein Auftaktdrittel zum vergessen für die Eisbären. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

43 Sekunden waren gespielt, da sorgte Tim Fleischer für den Traumstart der Niederbayern. Die Zuordnung in der Berliner Defensive stimmte für einen Moment nicht, was die Hausherren zur frühen Führung ausnutzten.
Und es sollte noch schlimmer kommen. Drei-auf-zwei-Konter der Tigers, welche die Scheibe wie am Schnürchen liefen lassen und durch Tyler Madden nach 88 Sekunden auf 2:0 stellten. Die zweite Minute war noch nicht mal zu Ende gespielt, da traf Tim Brunnhuber zum 3:0. Die Scheibe prallte von der Bande zurück vor das Tor, wo Brunnhuber lauerte und problemlos einnetzte. 1:57 Minuten waren da gerade einmal gespielt.
Die Eisbären hatten kurz darauf das erste Powerplay und somit die Chance zur schnellen Antwort. Aber die Verunsicherung war der Berliner Mannschaft deutlich anzumerken. So blieb die erste Überzahl ungenutzt.
Gerade die Anfangsphase muss man in Straubing überstehen, denn der Pulverturm kann ein richtiger Hexenkessel werden. Und die schnelle 3:0-Führung sorgte genau dafür und für die Eisbären galt es nun, so langsam aber sicher einen Fuß auf das Eis zu bekommen. Denn während sich die Tigers in einen wahren Rausch spielten, wirkten die Berliner komplett neben der Spur.
Danach wurden die ersten „Nettigkeiten“ ausgetauscht und zwischen Yannick Veilleux und Adrian Klein gab es den ersten Fight in dieser Serie zu sehen. So heizte man die Atmosphäre in Straubing nur noch mehr auf, womit man sich auch keinen Gefallen getan hat.
Die Niederbayern waren den Hauptstädtern in allen Belangen überlegen und sorgten durch Konter immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Jonas Stettmer. Das schafften die Eisbären bei ihren Angriffen nur zu selten. Die Schüsse stellten Henrik Haukeland kaum vor Probleme.
Straubing war dann ganz nah dran am 4:0, der Pfosten rettete für die Eisbären. Diese mussten in der Schlussphase noch ein Powerplay der Tigers überstehen, was ihnen zum Glück gelang. Danach durften sich die Berliner in der ersten Drittelpause erstmal sammeln, denn das war schon ein denkwürdiges erstes Drittel aus Berliner Sicht. Aber noch waren mindestens 40 Minuten zu spielen.

Ein Bild mit Symbol-Charakter: Jubelnde Straubinger und die Eisbären am Boden. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch es wurde auch im zweiten Drittel nicht besser. 2:18 Minuten dauerte es, da erhöhten die Niederbayern auf 4:0. Die Scheibe wurde im Fallen zu Danjo Leonhardt gespielt, welcher Jonas Stettmer zum vierten Mal an diesem Abend überwinden konnte (23.). Das ging eindeutig zu einfach, wie Straubing sich dort vor das Tor spielen konnte und dann diese Chancen auch eiskalt verwertete. Was aber auch daran lag, dass die Verteidigung einfach nicht anwesend war.
Es war schon erstaunlich, wie sehr die Pause die Eisbären verunsichert hatte. Denn davor hatte man jene Eisbären-Mannschaft gesehen, welche man diese Saison gerne öfters gesehen hätte. Aber heute war es jene Mannschaft, welche man über 47 Hauptrundenspiele zu sehen bekam. Straubing hingegen tat die Pause sehr gut, denn die Tigers hatten am letzten Hauptrundenwochenende satte 16 Gegentreffer kassiert.
Was auch zu sehen war: Wie viel Platz Straubing im Angriffsdrittel hatte. Das Zweikampfverhalten der Berliner war einfach sehr schlecht. Problemlos konnten sich die Tigers die Scheibe hin und her passen, ohne entscheidend gestört zu werden.
Das Bemühen war den Berlinern fortan nicht abzusprechen. Man schaffte es auch mal, sich im Straubinger Drittel festzusetzen, dort fand man aber die Lücke in der Tigers-Defensive nicht. Straubing machte die Räume gut zu und hielt die Eisbären vor allem außen. Das spielte die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft sehr stark und stellte die Berliner so vor sehr große Probleme.
Insgesamt hatten die Niederbayern hier alles im Griff und fuhren auch immer wieder gefährliche Konter. Das bekamen die Eisbären überhaupt nicht in den Griff. Dieses Spiel bot den Verantwortlichen der Eisbären bereits jetzt schon jede Menge Videomaterial, um etliche Verbesserungen vorzunehmen. In diesem Spiel galt es nun vor allem, ein anständiges Schlussdrittel zu spielen, um doch noch mit einem etwas guten Gefühl aus diesem Spiel zu gehen. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel in dieser Viertelfinalserie und noch waren 20 Minuten zu spielen.

Die Viertelfinalserie zwischen Straubing und Berlin ist hart umkämpft. (Foto von Alex Butscher / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch daran sollte man in diesem Spiel einfach nicht denken. Zu einfacher Scheibenverlust der Eisbären, schneller Konter der Tigers und Nicholas Halloran erhöhte auf 5:0 nach 70 Sekunden im Schlussdrittel. Es war ein gebrauchter Abend in Spiel eins für die Eisbären. Und vor allem kamen die Eisbären immer völlig verschlafen in Drittel eins, zwei und drei. Während Straubing komplett bereit für die Playoffs war, wirkten die Eisbären komplett neben sich.
Nach dem fünften Straubinger Treffer war natürlich die Luft raus aus dem Spiel. Die Tigers schraubten einen Gang zurück, während die Eisbären in den Zweikämpfen nochmal eine Duftmarke setzen wollten. Manuel Wiederer übertrieb es dabei mit einem Check gegen den Kopf, hatte aber Glück, dass es nur eine zwei Minuten Strafzeit gab.
Fünf Minuten vor dem Ende gab es dann aber doch noch das Erfolgserlebnis für die Gäste. Kai Wissmann brachte die Scheibe in Überzahl von der blauen Linie Richtung Tor, wo sie noch entscheidend abgefälscht wurde – 5:1. Zumindest schaffte man es also doch noch, Henrik Haukeland einmal zu bezwingen, was sicherlich auch wichtig für den Kopf war. Mehr Positives gab es aber nicht von diesem Spiel zu berichten. Nun heißt es aus Berliner Sicht das Kurzzeitgedächtnis zu aktivieren und dieses Spiel so schnell wie möglich zu vergessen. Denn am Freitagabend geht es in Berlin wieder bei 0:0 los.

Serge Aubin: „Die alte Eisbären-DNA ist wieder da“

In den Playoffs der PENNY DEL ist es fast schon Tradition geworden, dass die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers aufeinander treffen. Wie im Vorjahr treffen beide Mannschaften auch in dieser Saison wieder im Viertelfinale aufeinander – diesmal allerdings mit dem Heimrecht für die Niederbayern. Es wird dann bereits die sechste Playoff-Serie zwischen diesen beiden Mannschaften sein. Bisher stets mit dem besseren Ende für den Hauptstadtclub.

In der Saison 2011/2012 trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander. Am Ende setzten sich die Eisbären mit 3:1-Siegen durch. Größter Aufreger damals war ein Check vom jetzigen Co-Trainer André Rankel gegen Daniel Sparre, welcher eine Sperre von zehn Spielen nach sich zog.
In der Saison 2016/2017 standen sich beide Teams in der ersten Playoff-Runde gegenüber. Erneut hatten die Berliner das bessere Ende auf ihrer Seite und setzten sich mit 2:0-Siegen durch. Jamie MacQueen entschied die Serie damals mit dem Siegtreffer nach 104 Minuten in Spiel zwei.
In der Saison 2018/2019 trafen sich beide Teams erneut in der ersten Playoff-Runde, wobei dieses Mal die Tigers Heimrecht hatten. Aber erneut endete die Serie mit 2:0-Siegen für die Eisbären.
In der Saison 2023/2024 standen sich die beiden Mannschaften im Halbfinale gegenüber. Die Hauptstädter gewannen die Serie damals zwar mit 4:1, doch so deutlich waren die Spiele am Ende nicht. Zwei Spiele gingen in die Verlängerung, beide Male gewannen die Berliner. Spiel zwei am Pulverturm endete damals erst nach 110:40 Minuten. Dieses Spiel und Spiel fünf entschied jeweils Ty Ronning. In Spiel fünf traf er jedoch bereits nach 67 Minuten.
Auch im Vorjahr standen sich beide Teams im Viertelfinale gegenüber. Die Eisbären gewannen die Serie mit 4:1. Doch auch diese Serie war keinesfalls so deutlich, wie es das Serienergebnis vermuten lässt. Straubing war insgesamt gesehen die bessere Mannschaft, haderte aber am Ende mit der eigenen Chancenverwertung. Wäre die besser gewesen, hätte die Serie auch anders ausgehen können.

Zum sechsten Mal stehen sich die Eisbären Berlin und die Straubing Tigers in den Playoffs gegenüber. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

In diesem Jahr gehen die Niederbayern aber als Favorit in die Viertelfinalserie mit dem DEL-Rekordmeister. Mit 101 Punkten beendete die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft die Hauptrunde auf Platz drei. Die Eisbären wurden mit 85 Punkten Sechster. 180 Tore hat Straubing erzielt, die Eisbären kommen auf 171 Tore. 150 Gegentore haben die Tigers kassiert, die Eisbären 157 Gegentore. Mit 22,60 Prozent Erfolgsquote hatten die Niederbayern das fünftbeste Powerplay. Die Eisbären hingegen hatten mit 16,03 Prozent das schlechteste Powerplay der Liga. Auch in Unterzahl ist Straubing das bessere Team. Mit 80,00 Prozent hatte man das sechstbeste Penalty Killing. Die Eisbären waren in dieser Disziplin mit 77,97 Prozent auf Rang acht.

Hat noch keine Playoff-Serie mit den Eisbären Berlin verloren: Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Respekt vor den Niederbayern ist groß und Trainer Serge Aubin erwartet auch eine harte Serie:

Wir wissen, dass es eine harte Serie gegen Straubing wird. Grundsätzlich ist es aber egal, gegen wen wir spielen. Wir fokussieren uns auf uns selbst und wollen unser Hockey aufs Eis bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir in jedem Spiel gute Chancen, als Sieger vom Eis zu gehen. In jeder Serie wird es immer Schlüsselmomente geben, die das Momentum auf die eine oder andere Seite wechseln lassen. Wir hoffen natürlich, dass diese am Ende für uns ausschlaggebend sein werden. Wir bereiten uns auf sieben Spiele vor.

Auch Kapitän Kai Wissmann weiß um die Stärke der Tigers, sieht aber trotzdem gute Chancen für seine Mannschaft:

Wir kennen uns ganz gut aus den letzten Jahren. Straubing ist eine gute und spielstarke Mannschaft, die auch sehr hart arbeitet. Wir müssen uns Spiel durchziehen, defensiv hart verteidigen, so wie wir es jetzt auch gemacht haben. Und vorne haben wir genug Qualität, dass wir unser Tor machen.

Trotz überschaubaren finanziellen Mitteln hat sich Straubing zu einem Top-Team in der PENNY DEL entwickelt, welches jedes Jahr für Furore sorgt und die großen Teams immer wieder ärgert. Für Trainer Serge Aubin ist der Erfolg der Niederbayern keine Überraschung:

Ich bin darüber nicht überrascht. Wenn man sich die letzten sechs, sieben Jahre anschaut, war Straubing fast immer unter den Top-6. Es ist extrem hart umkämpft, unter die ersten sechs Teams in der Tabelle zu kommen. Sie spielen über einen langen Zeitraum konstant sehr gut. Wir gehen davon aus, dass sie gegen uns ihr bestes Hockey spielen werden. Aber das denken sie umgekehrt auch von uns. Sie haben die Saison vor uns abgeschlossen und dafür gebührt ihnen der Respekt. Aber jetzt geht es wieder bei 0:0 los.

Dass seine Mannschaft rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt die Kurve bekommen hat und wieder das Eisbären-Hockey zeigt, freut den Coach natürlich. Aber dass das im Team steckt, war ihm über die gesamte Spielzeit bewusst:

Es war keine Überraschung für mich, aber ich war froh zu sehen, dass die Jungs die Kurve rechtzeitig bekommen haben. Ich freue mich sehr darüber, wie die Jungs zuletzt gespielt haben. Die Jungs waren wirklich ehrlich zu sich selbst und wussten, dass sie eine Schippe drauflegen mussten. Wir haben unser Spiel einfach gehalten, einen guten Forecheck gespielt und Schüsse geblockt. Das ist wieder das typische Eisbären-Hockey. Ich wusste während der Saison immer, dass die Mannschaft dazu in der Lage ist. Dass man das jetzt so kurz vor Ende der Hauptrunde geschafft hat, ist natürlich ein sehr gutes Timing. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und es mit in die Playoffs nehmen. Wenn man so spielt, wird man belohnt. Es ist die alte Eisbären-DNA, die jetzt wieder da ist.

Ab Dienstag, den 24.03.2026, wird man sehen, ob die Eisbären an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können oder nicht. Zwar geht man für mich nicht als Favorit in die Viertelfinalserie, aber trotzdem weiß jeder, dass die Eisbären ein Playoff-Monster sein können. Und wenn der Titelverteidiger mal in Fahrt kommt, wird es schwer, ihn viermal zu besiegen. Gleichzeitig weiß man aber auch, wie schwer und ungemütlich es ist, im Eisstadion am Pulverturm zu spielen. Doch Sportdirektor Stéphane Richer gibt das Motto für die Playoffs vor:

Wenn du in den Playoffs gewinnen willst, musst du jedes Team schlagen!

Vier Siege in Folge: Serge Aubin, Kai Wissmann und Eric Hördler erklären den Aufschwung der Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin haben bisher keine leichte Saison erlebt. Viele Verletzungen haben den Verlauf der Hauptrunde geprägt. Morgen endet die Hauptrunde der DEL-Saison 2025/2026 mit dem Heimspiel gegen Red Bull München. Die Berliner gehen dabei als Sechster in das Rennen um das letzte direkte Viertelfinalticket. Zwei Zähler beträgt der Vorsprung auf Konkurrent Bremerhaven, der mit dem sportlichen Absteiger Dresden jedoch die vermeintlich einfachere Aufgabe vor der Brust hat. Doch die Hauptstädter sind rechtzeitig zu den bevorstehenden Playoffs in Form gekommen und haben erstmals seit Mitte Oktober wieder vier Spiele am Stück gewonnen. Doch wie erklärt man sich beim Hauptstadtclub diesen Aufschwung? Trainer Serge Aubin hat die Antwort:

Wir halten das Spiel einfach und nicht zu kompliziert. Wir versuchen nicht zwangsläufig in jedem Shift ein Tor zu erzielen. Wir gehen sehr früh in den Forecheck, was sehr gut funktioniert. Wir nehmen dem Gegner Raum und Zeit weg. Zudem können wir mit vier vollen Reihen spielen.

Auch Kapitän Kai Wissmann betont, dass man zur Zeit viel einfacher spielt als davor:

Wir spielen ein bisschen einfacher durch die neutrale Zone und ein bisschen geradliniger nach vorne. Wir wollen unseren Forecheck nutzen, weil das eigentlich immer unsere Stärke war. Durch unseren harten Forecheck gehen wir dem Gegner immer auf die Nerven. Zudem sind wir eng am Mann und geben ihnen wenig Raum und Zeit. Ich denke, dass wir das seit der Pause sehr gut umsetzen.

Kapitän Kai Wissmann (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Pause ist ein gutes Stichwort. Seitdem haben die Eisbären fünf der sieben Spiele gewonnen und liegen in diesem Zeitraum auf Platz drei. Nur Straubing und München haben eine bessere Punkteausbeute als der Titelverteidiger. Für den Hauptstadtclub kam die Pause zum richtigen Zeitpunkt, wie Trainer Aubin verrät:

Die ganze Saison war von vielen Verletzungen geprägt. Von daher war es gut für die Jungs, mal weg zu kommen und sich nicht um Eishockey kümmern zu müssen. So kam man auf andere Gedanken und konnte auch mal die Stadt verlassen. Das war für alle wie ein Neustart. Wir wissen aber, dass noch viel auf uns wartet und wir noch besser spielen können.

Trainer Serge Aubin (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Doch der aktuelle Weg scheint der richtige zu sein. Denn der Spaß am Eishockey ist wieder zurück gekommen, wie Stürmer Eric Hördler sagt:

Zuletzt haben wir einfach und hart gespielt. Wir haben gezeigt, dass wir so noch spielen können. Diese Spiele haben wieder Spaß gemacht, weil wir wieder unser Hockey gespielt haben. Genauso müssen wir weiterspielen.

Gerade Hördler Junior und seine Reihe haben einen großen Anteil am Aufschwung. Zusammen mit Manuel Wiederer und Les Lancaster sorgte Eric Hördler zuletzt für Aufsehen auf dem Eis. Die Nummer 77 versucht das zu erklären:

Die Chemie zwischen uns ist sehr gut. Der Les ist ein brutaler Goalscorer geworden. Also ich habe noch nie so einen Verteidiger im Sturm gesehen. Das macht natürlich viel aus, wenn er da einen nach dem anderen einklinkt. Es macht brutal viel Spaß mit denen zusammenzuspielen. Wir spielen sehr einfach, arbeiten hart und daraus resultieren dann gute Ergebnisse.

Stürmer Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Für Trainer Serge Aubin ergeben sich dadurch natürlich viel mehr Möglichkeiten im Spielverlauf:

Die Drei harmonieren sehr gut und haben eine gute Chemie. Les Lancaster macht einen fantastischen Job. Manuel Wiederer und Eric Hördler verstehen einfach ihre Rolle, die sie in dieser Reihe erfüllen. Eric hat gegen Mannheim einen wichtigen Beitrag zum 1:0 geleistet. Ich habe überhaupt keine Sorge, diese Reihe auf das Eis zu schicken. Das gibt mir mehr Möglichkeiten.

Zudem dürfte auch eine große Rolle spielen, dass das Trainerteam seine vier Reihen gefunden hat. Denn in den letzten Spielen wurde nicht mehr rotiert. Die Mannschaft spielt sich immer mehr in Playoff-Form und dürfte so wieder für jede Mannschaft ein sehr unbequemer Gegner werden. Die Eisbären Berlin sind bereit für das erste Endspiel der Saison gegen München. Mit einem Sieg würde man das direkte Viertelfinalticket buchen.

4:2-Heimsieg gegen Mannheim: Die Eisbären feiern den vierten Sieg in Serie und haben die direkte Playoff-Qualifikation vor Augen

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #37:

Die Siegesserie der Eisbären Berlin geht auch gegen den Erzrivalen weiter. Gegen die Adler Mannheim feierten die Berliner am Ende einen verdienten 4:2-Heimsieg und gewannen damit auch das vierte Spiel in Folge. Die Hauptstädter scheinen also tatsächlich rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt ihre Top-Form zu erreichen, welche sie zur einer sehr unbequemen Mannschaft in den Playoffs macht.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up erneut nicht. Warum auch, hatte dieses Team doch zuletzt mehr als überzeugt und vor allem beim 1:0-Auswärtssieg in Köln mit großer Leidenschaft begeistert. Mit diesem Team will man es nun auch direkt ins Viertelfinale schaffen und den Umweg Pre-Playoffs vermeiden.

Wo wir bei der Ausgangslage wären. Während die Mannheimer bereits das Heimrecht für das Viertelfinale sicher hatten und nur noch um die Platzierungen spielten, ging es für die Eisbären um wichtige Punkte im Kampf um Platz sechs. Vor dem Spiel lag man zwei Zähler vor dem Konkurrenten aus Bremerhaven, welcher heute zeitgleich in Nürnberg ran musste. Bei einem Sieg der Eisbären und einer Niederlage der Pinguins, würde bereits heute Abend die direkte Viertelfinal-Qualifikation feststehen. Gab es am Ende Grund zum Feiern oder steht am Sonntag der absolute Showdown im Heimspiel gegen München bevor?

Kai Wissmann sorgte für die frühe 1:0-Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn in den DEL-Klassiker. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und sorgten bereits in der Anfangsphase für die ersten gefährlichen Abschlüsse. Beide Goalies mussten also vom ersten Bully weg hellwach sein.
Sieben Minuten waren gespielt, da erklang zum ersten Mal an diesem Abend „Viva la vida“. Eric Hördler behauptete überragend die Scheibe im Zweikampf, spielte sie dann hoch zum Kapitän Kai Wissmann, welcher zu viel Zeit und Platz hatte und die Scheibe im Mannheimer Tor versenkte – 1:0.
Die Antwort der Kurpfälzer ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Justin Schütz stellte auf 1:1 (9.). Kurz zuvor hatten die Berliner die Chance zum 2:0 ungenutzt gelassen. Was für ein Auftakt in das Duell der beiden Erzrivalen.
Die Eisbären zeigten im ersten Drittel schöne Kombinationen, welche an die letzten Jahre erinnerten und welche wir in dieser Saison bisher noch nicht so häufig zu sehen bekamen. Auch heute waren die Eisbären wieder konzentriert bei der Sache und fingen die Aufbaupässe der Adler ab.
Während die Eisbären am 2:1 arbeiteten, fiel es auf der anderen Seite. Mannheim fuhr den gefühlt zweiten Angriff und stocherte am Ende die Scheibe zum 2:1 über die Linie. Marc Michaelis war der Torschütze (15.).
Im ersten Powerplay der Partie hatten die Hausherren die Chance zum Ausgleich, spielten es am Ende aber zu ungenau und so verpuffte diese Chance. So lag man nach dem ersten Drittel mit 1:2 hinten, obwohl man die aktivere Mannschaft war. Die Adler erwiesen sich bis hierhin aber als die effektivere Mannschaft.

Der neue Torjäger Les Lencaster (rechts) sorgte für die 3:2-Führung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im zweiten Drittel waren die Eisbären die Mannschaft, welche das Spiel bestimmten und auf das 2:2 drängten. Man spielte es sehr geduldig und wurde dafür belohnt. Yannick Veilleux sorgte nach 24 Minuten für den erneuten Ausgleich.
Mitte des zweiten Drittels wurden dann natürlich auch „Zärtlichkeiten“ ausgetauscht. Leon Gawanke rammte Manuel Wiederer so lange den Schläger in den Rücken, bis es dem Berliner Stürmer reichte. Aber natürlich gab es für beide nur fünf Minuten wegen Fighting. Warum auch dem Mannheimer Verteidiger zwei Minuten wegen Verursachung des Fights geben. Typisch Andre Schrader mal wieder…
In der Folge mussten die Eisbären zweimal nacheinander in Unterzahl ran, überstanden aber beide Unterzahlspiele dank einer überragenden Leidenschaft. Das war ganz starke Teamarbeit von allen Spielern inklusive Jonas Stettmer auf dem Eis.
In den letzten vier Minuten des zweiten Drittels durften die Eisbären dann für vier Minuten mit einem Mann mehr ran. Und das nutzten die Berliner durch ihren neuen Torjäger Les Lancaster aus und drehten die Partie wieder zurück – 3:2 (38.). Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Zeigte auch heute wieder eine sehr starke Leistung: Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim kam wild entschlossen aus der Kabine und wollte den Ausgleich erzielen, aber Jonas Stettmer war hellwach und hielt sein Tor sauber. Die Eisbären kamen aber relativ schnell auch wieder ins Spiel und drängten ihrerseits auf das vierte Tor.
Die Partie lebte im Schlussdrittel vor allem von der Spannung. Rund neun Minuten vor dem Ende des dritten Drittels durften die Mannheimer erneut in Überzahl ran und hatten somit die Chance zum Ausgleich. Doch erneut spielten die Eisbären ganz stark in Unterzahl und überstanden auch diese schadlos und konnten somit weiterhin vom wichtigen Heimsieg gegen den Erzrivalen träumen.
Es stand nun eine extrem spannende Schlussphase bevor. Mannheim machte hinten auf, um hier noch einen Zähler zu sichern. Das wollten die Berliner mit ihren Kontern jedoch verhindern. Als Mannheim den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, nutzten das die Eisbären durch Marcel Noebels zur Entscheidung – 4:2 (58.). Damit feierten die Berliner den vierten Sieg in Serie und behielten die Pole Position im Kampf um Platz sechs gegenüber Bremerhaven. Der Traum von der direkten Playoff-Qualifikation lebt mehr denn je.

Die Eisbären Berlin melden sich mit einem wichtigen 5:2-Sieg in Dresden im Kampf um Platz sechs zurück

WalkersBaerenNews 2025/2026 – Ausgabe – #34:

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes von drei Auswärtsspielen in Folge gewonnen. Beim sportlichen Absteiger Dresdner Eislöwen setzten sich die Berliner verdient mit 5:2 durch und verkürzten dadurch den Rückstand auf Bremerhaven auf einen Punkt. Zwar war es erneut kein fehlerfreier Auftritt der Eisbären, aber zumindest ein konzentrierter über 60 Minuten.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste mit Mitch Reinke und Lean Bergmann auf die nächsten verletzten Spieler verzichten. Dafür rückte Eric Mik an die Seite von Markus Niemeläinen, während Adam Smith zurück in den Kader rotierte und an der Seite von Korbinian Geibel verteidigte.
Auch in der Offensive gab es Reihenumstellungen. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Reihe. Marcel Noebels, Rückkehrer Jean-Sébastien Dea und Liam Kirk stürmten in der zweiten Reihe. Yannick Veilleux, Markus Vikingstad und Andreas Eder spielten in der dritten Reihe. Und die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Manuel Wiederer und Les Lancaster. Moritz Kretzschmar war zusätzlich mit im Line-up.
Und im Tor stand natürlich Jonas Stettmer, während Lennart Neiße als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Die Ausgangslage war klar: Für Dresden war die Saison sportlich gelaufen, trotzdem wollte man diese anständig zu Ende spielen. Für die Eisbären hingegen ging es noch um Platz sechs und die direkte Playoff-Qualifikation. Dafür braucht es aber Siege und den ersten wollte man in Dresden einfahren.

Les Lancaster tritt immer mehr als Torjäger in Erscheinung. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Hinein ins Spiel und dort machten die Eisbären von Beginn an deutlich, dass sie sich hier heute etwas vorgenommen hatten. Es dauerte keine zwei Minuten, da setzte Leo Pföderl Ty Ronning in Szene und der netzte ein zum 1:0.
Die Berliner wirkten von Beginn an sehr konzentriert und griffig in den Zweikämpfen. Zweikämpfe war auch das Stichwort, denn das Spiel war hart umkämpft. Wenn man bei den Eisbären zuletzt etwas kritisieren konnte, dann war es die Chancenverwertung. Doch im ersten Drittel war diese herausragend. Denn Les Lancaster stellte in der neunten Minute auf 2:0. Nach einem gewonnenen Bully stand er derart frei, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zu treffen. Das ging so schnell, dass wir es im Gästeblock gar nicht mitbekommen haben.
Die Eislöwen gaben aber nicht auf und wurden im Verlaufe des ersten Drittels immer mutiger. Das erste Powerplay der Partie bot die erste Chance zum Anschlusstreffer, doch die Eisbären überstanden die erste Unterzahl schadlos. Jedoch nicht das erste Drittel ohne Gegentor. Die Eisbären waren zu weit aufgerückt und luden Dresden zum Konter ein. Sebastian Gorcik verwertete diesen und sorgte 24 Sekunden vor der ersten Drittelpause für Hoffnung in Elbflorenz – 2:1.

Während Kai Wissmann (links) traf, lieferte sich Korbi Geibel (rechts) eine Schlägerei. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Ein bisschen Nostalgie gab es in der Drittelpause, denn „Quaster“ von den Puhdys trat mit „Alt wie ein Baum“ auf. Emotional ging es weiter, denn in der 22. Spielminute wurde Tobi Eder gedacht, der an diesem Tag Geburtstag gehabt hätte. Wir vermissen dich, Tobi!
Sportlich gesehen legten die Hauptstädter nach. Der Kapitän selbst übernahm die Verantwortung und stellte auf 3:1 (26.).
Aber Ruhe kam trotzdem nicht rein, weil sich die Hausherren nicht aufgaben und auch ihre Chancen hatten. So blieb es eine enge Partie. Und diese sollte noch enger werden. Denn die Eislöwen ließen die Scheibe sehr gut laufen und am Ende musste Tomas Andres sie nur noch ins leere Tor schießen – 2:3 (35.).
Ein bisschen aus dem Nichts gab es dann kurz vor der zweiten Drittelpause noch einen Faustkampf zwischen Matthias Pischoff und Korbinian Geibel. Die Nummer 40 ist dafür ja nun weniger bekannt, hielt sich aber tapfer in diesem Fight. Anschließend war Drittelpause und die Eisbären lagen weiterhin mit einem Tor vorne.

Traf am Geburtstag seinen verstorbenen Bruders: Andreas Eder. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Einen klaren Punktsieg hatten derweil die Eisbären-Fans gefeiert, denn diese hatten das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht. Was aber nichts Neues ist, wenn die Eisbären auswärts von über 500 Fans unterstützt werden.
Im letzten Drittel wollten die Eisbären alle Zweifel am Ausgang dieses Spiels beseitigen und erhöhten dafür nochmal das Tempo. Und dann wurde es erneut emotional. Es lief die 48. Spielminute und Andreas Eder erhöhte am Geburtstag von Tobi Eder auf 4:2. Solche Geschichten schreibt nur der Sport!
Nur 26 Sekunden später sorgte Jonas Müller für die endgültige Entscheidung, als er zum 5:2 traf (49.).
Danach spielten es die Eisbären souverän zu Ende. Dresden versuchte zwar nochmal zum Anschlusstreffer zu kommen, aber letztendlich brannte hier nichts mehr an. Für die Eisbären waren es zum einen extrem wichtige drei Punkte, zum anderen war dieser Sieg aber auch wichtig für das Selbstvertrauen. Nichtsdestotrotz darf man aber nicht den Fehler machen, den Sieg zu hoch zu hängen. Denn es war am Ende „nur“ Dresden, was gar nicht negativ klingen soll. Aber von den verbleibenden vier Hauptrundenspielen treffen die Eisbären noch auf Köln, Mannheim und München. In diesen Spielen muss die Mannschaft von Trainer Serge Aubin ihr bestes Eishockey über 60 Minuten abrufen, die Fehler weiter abstellen und offensiv die Chancen eiskalt verwerten. Denn da warten andere Kaliber auf die Berliner. Bevor es aber gegen die drei genannten Teams geht, folgt am Freitagabend noch das Gastspiel im Frankenland bei den Nürnberg Ice Tigers.

2:5-Niederlage in Wolfsburg: Rückschlag im Kampf um Platz Sechs – Sorgen um Blaine Byron

Die Eisbären Berlin haben eine dicke Chance liegen gelassen. Mit einem Sieg bei den Grizzlys Wolfsburg hätte man Platz sieben fast schon sichern können. Doch nach einer verdienten 2:5-Niederlage hat man statt elf Punkten nur noch fünf Zähler Vorsprung auf die Niedersachsen. So sollte man statt Platz sechs ins Ziel zu nehmen lieber erst einmal dafür sorgen, dass man Platz sieben sichert. Und in Berlin ist in dieser Saison nur eins konstant: die Inkonstanz.

Heute war es endlich so weit: Nach neunmonatiger Verletzungspause kehrte Kapitän und Leistungsträger Kai Wissmann zurück ins Line-up von Eisbären-Trainer Serge Aubin. Und natürlich verteidigte er zusammen mit seinem angestammten Partner Jonas Müller. Markus Niemeläinen bekam Eric Mik an die Seite und Korbinian Geibel spielte erneut zusammen mit Adam Smith. Mitch Reinke war heute überzählig, da Jake Hildebrand zurück ins Tor kehrte. In der Offensive ließ Aubin alles gleich, was es so oft in dieser Saison noch nicht gab. Aber wenn man zuletzt vier der letzten fünf Spiele gewinnt, kann man die Reihen eben auch mal zusammen lassen.

Die Berliner trafen heute auf ihren Lieblingsgegner, denn gegen Wolfsburg gewann man sechs der letzten sieben Spiele. Und mit einem Sieg in der Autostadt könnte man den Abstand auf elf Zähler vergrößern, womit man zumindest Platz sieben fast schon sicher hätte. Aber das eigentliche Ziel ist natürlich Platz sechs und die damit verbundene direkte Playoff-Qualifikation. Anders herum müsste man bei einer Niederlage den Blick auch wieder nach unten und Richtung Pre-Playoffs richten.

Es war eine sehr hart umkämpfte Partie zwischen Wolfsburg und Berlin. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Früh im Spiel gab es gleich das Duell der Gegensätze: Das zweitschlechteste Powerplay forderte das beste Unterzahlspiel der Liga. Oder anders gesagt: Die Eisbären hatten das erste Überzahlspiel der Partie und sofort war Kai Wissmann wieder mit auf dem Eis als Denker und Lenker. Und sofort merkte man dem Powerplay der Eisbären an, dass der Kapitän zurück war. Denn man setzte sich die kompletten zwei Minuten im Wolfsburger Drittel fest und machte gehörig Druck, aber Dustin Strahlmeier ließ sich nicht überwinden.
Direkt danach hatten die Berliner das nächste Powerplay, doch da gab es direkt die nächste Hiobsbotschaft. Blaine Byron musste mit starken Schmerzen vom Eis. Sowohl in dieser Szene als auch kurz zuvor eine Aktion gegen Yannick Veilleux hätten mit Strafen belegt werden können. Unverständlich, warum die beiden Hauptschiedsrichter das übersehen hatten. Wolfsburg spielte da etwas zu überhart. Auch wenn viel auf dem Spiel steht, waren beide Aktionen absolut unnötig.
Auch im Spiel gab es den Rückschlag, denn Wolfsburg ging völlig überraschend in Führung. Gemel Smith wird zwar gestört, kommt aber dennoch zum Abschluss und die Scheibe fliegt abgefälscht von Eric Mik glücklich ins Tor – 0:1 (11.).
Danach entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie. Die Eisbären wollte eine Antwort auf den Rückstand geben, aber die Grizzlys standen jetzt sehr kompakt vor dem eigenen Tor.
Und vorne erwiesen sich die Niedersachsen als sehr effektiv, denn Tyler Gaudet erhöhte in der 17. Spielminute auf 2:0. Aber Ty Ronning gab nur acht Sekunden später die richtige Antwort und stellte auf 2:1.
Nur kurze Augenblicke später hätte Eric Hördler die Partie wieder von vorne beginnen lassen, aber sein Schuss ging leider nur an den Pfosten. So stand es nach 20 sehr ereignisreichen Minuten 1:2 aus Sicht der Eisbären.

Die Grizzlys hatten viel Grund zur Freude im Spiel gegen die Eisbären. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

36 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da übernahm Kai Wissmann sofort die Verantwortung und glich zum 2:2 aus. Was für ein Comeback des Kapitäns!
Danach entwickelte sich ein munteres hin und her. Wolfsburg wollte eine Reaktion auf den Ausgleich zeigen, während die Eisbären das Spiel komplett drehen wollten. Die Autostädter waren es, welche ihre Reaktion zeigten. Julian Chrobot brachte die Scheibe von rechts scharf vor das Tor, wo Youngster Timo Ruckdäschel Wolfsburg wieder in Front brachte – 2:3 (28.).
Nur 41 Sekunden später erhöhte Justin Feser auf 4:2 und wie. Er brachte die Scheibe von hinter dem Tor an den Rücken von Hildebrand und von dem ging sie letztendlich über die Linie. Stark gemacht von Feser.
Nun waren die Hauptstädter wieder gefordert, wollten sie dieses Spiel hier noch erfolgreich zu Ende bringen. Aber die Eisbären waren viel mehr in der eigenen Defensive beschäftigt, weil Wolfsburg jetzt ganz klar das Momentum auf seiner Seite hatte. Die Grizzlys konnten die Scheibe auch gut laufen lassen, weil die Eisbären gefühlt immer einen Schritt zu weit weg waren von ihrem Gegenspieler.
Die Berliner taten sich schwer, vorne für Torgefahr zu sorgen. Einzig Freddy Tiffels schnupperte mal kurz am Anschlusstreffer. Auf Wolfsburger Seite vergab Matt White einen Alleingang und somit die mögliche Vorentscheidung in diesem Duell. So nahmen die Hausherren eine 4:2-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Fünfmal schlug es hinter Jake Hildebrand ein. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel mussten die Eisbären zunächst ein Unterzahlspiel überstehen, taten dies aber ohne größere Probleme. In der Folge bissen sich die Eisbären die Zähne an der Wolfsburger Defensive aus. Und Wolfsburg? Die wurden immer wieder zu Kontern eingeladen und einen davon nutzte Bobby Lynch zum 5:2 (50.). Die Zuordnung in der Defensive stimmte überhaupt nicht.
Damit war hier natürlich die Luft raus aus dem Spiel, denn die Berliner machten auch nicht den Eindruck, dass sie hier noch drei Tore aufholen würden. Eine richtige Schlussoffensive der Eisbären gab es aber auch nicht. Was aber auch daran lag, dass die Grizzlys das sehr gut verteidigten.
Stattdessen hatten die Gastgeber durch Hayhurst die Chance zum 6:2, der Pfosten stand aber im Weg. So verloren die Hauptstädter am Ende verdient mit 2:5 und müssen nun statt sich um Platz sechs zu kümmern, eher wieder nach hinten blicken. Denn Wolfsburg ist nur noch fünf Punkte entfernt. Und der Auftritt der Eisbären lässt weiterhin viele Fragen offen. Man schafft es nach wie vor nicht, ein gutes Spiel konstant über 60 Minuten durchzuziehen. Man leistet sich defensiv einfach viel zu viele Fehler. Offensiv fehlte die Durchschlagskraft. Konstant ist eigentlich nur die Inkonstanz der Eisbären. Und viel Zeit ist nicht mehr, um dem Szenario Pre-Playoffs aus dem Weg zu gehen. Denn an diese Lotterie haben die Berliner keine so guten Erinnerungen.

Öffentliches Training vor 1.500 Fans: Die Eisbären legen wieder los und geben die Meisterschaft als Saisonziel aus

Es ist August und der Sommer nimmt nochmal Fahrt auf. Aber das interessiert die Eisbären-Fans nur am Rande, denn die neue Saison kommt mit großen Schritten immer näher. Am Samstag fand die traditionelle Saisoneröffnungsfeier auf dem Uber Platz statt. Heute folgte dann das ebenso traditionelle öffentliche Training im altehrwürdigen Wellblechpalast vor 1.500 Zuschauern, welche für eine überragende Stimmung sorgten. Eine, die Neuzugang Markus Vikingstad nur aus den Heimspielen in Bremerhaven kennt:

Das erste Training hier war super. Die Halle ist genauso groß wie in Bremerhaven, aber solch eine Stimmung beim Training habe ich dort nie erlebt.

Markus Vikingstad im Interview bei der Saisoneröffnungsfeier. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der 25-jährige Norweger, der auch den deutschen Pass besitzt, kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und freut sich auf seine Zeit in Berlin. Von der Stadt hat er bereits ein bisschen gesehen, aber die Stadt ist sehr groß, weshalb er noch einiges zu entdecken hat. Sportlich bringt er auf jeden Fall die richtigen Ziele mit:

Man ist hier, um zu gewinnen. Ich freue mich jetzt darauf, jeden Tag hart zu arbeiten und der Mannschaft weiterzuhelfen.

Markus Vikingstad beschreibt sich selbst als Zwei-Wege-Spieler, der offensiv und defensiv spielen kann, ein stabiler Center ist und vor allem gut am Bullypunkt ist. Eine Schwachstelle bei den Eisbären im letzten Jahr.

Kapitän Kai Wissmann will mit den Eisbären Berlin erneut das letzte Spiel der Saison gewinnen. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Neben dem Norweger sind mit Lennart Neiße, Moritz Kretzschmar (DNL) und Andreas Eder nur drei weitere Spieler neu im Team, was Kapitän Kai Wissmann als großen Vorteil für die neue Saison ansieht:

Unser Team hat sich nicht wirklich verändert und somit sind wir eingespielt, was auf jeden Fall sehr gut sein sollte. Jeder Spieler kennt das System. Natürlich haben wir eine sehr kurze Vorbereitung im Hinblick auf die ersten Vorbereitungsspiele. Da spielen wir gleich gegen tschechische Teams, die dann schon vier oder fünf Spiele auf dem Buckel haben, während wir unser erstes Spiel bestreiten. Aber das wissen wir und wir versuchen einfach wieder zu unserem Spiel zu finden, um dann Stück für Stück voranzukommen. Die Mannschaft ist gut besetzt.

Zwei der vier Neuzugänge kennt die Nummer sechs bereits sehr gut und beschreibt sie so:

Andy kenne ich schon sehr lange, er ist ja auch mein Jahrgang. Wir haben schon in den ganzen Nachwuchs-Nationalmannschaften zusammen gespielt und früher als Kinder gegeneinander. Er ist ein super Spieler. Gegen Markus habe ich auch schon viel gespielt. Er ist ein unangenehmer Spieler, um gegen ihn zu spielen. Beide tun unserer Mannschaft sehr gut.

Viele Fans fragen sich, ob noch etwas auf dem Transfermarkt passiert und die Eisbären personell nochmal nachlegen. Sportdirektor Stéphane Richer sieht derzeit keinen Handlungsbedarf und will maximal noch tätig werden, wenn sich ein Spieler verletzt. Ansonsten bekommt jeder Spieler eine Chance, sich zu zeigen. Und auch Trainer Serge Aubin ist mit dem vorhandenen Kader mehr als zufrieden und meint, dass er alle Spieler hat, die er benötigt. 

Trainer Serge Aubin ist vom Fitnesszustand seiner Mannschaft begeistert. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Heute Abend konnten sich die Fans ein erstes Bild vom neuen Team machen und haben dort sicherlich auch schon die Intensität auf dem Eis bemerkt, aber auch die gute Laune im Team gesehen. Nach dem Training überraschte Trainer Aubin dann mit einer Aussage, welche die Konkurrenz durchaus schocken dürfte:

Wir sind definitiv fitter als letztes Jahr, was mich wirklich beeindruckt.

Das nach zwei gewonnenen Meisterschaften in Folge zu sagen, kann man schon als Ansage an die Konkurrenz auffassen. Natürlich ist es aber auch kein Geheimnis, dass die Meisterschaft auch in dieser Saison nur über die Eisbären geht. Weil sie eben den Kern der Mannschaft zusammengehalten haben und sich punktuell verstärkt haben. Die Spieler wissen genau, was zu tun ist, um am Ende den Meisterpokal zu gewinnen. Und so sind die Ansagen von Kai Wissmann und Andreas Eder auch sehr forsch formuliert. Wissmann sagte:

Wir wollen das letzte Spiel gewinnen, das ist ganz klar!

Und Andy Eder ergänzte:

Wir wollen Meister werden!

Dem schließen sich die Fans natürlich an. Und das die Vorfreude auf die neue Saison steigt, hat spätestens das vergangene Wochenende mit Saisoneröffnung und öffentlichem Training gezeigt. Mannschaft und Fans sind heiß auf die neue Saison und Titel Nummer zwölf.

Andreas Eder gibt die Meisterschaft als Saisonziel aus. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Stéphane Richer: „Serge Aubin ist für mich der beste Trainer in Europa“

Die Eisbären Berlin sind erneut Deutscher Meister und holten damit bereits zum elften Mal den Pokal in der PENNY DEL. Damit setzte sich die Serie also auch diesmal fort. Denn wenn die Berliner Deutscher Meister werden, dann immer mindestens zweimal hintereinander. Zwischen 2011 und 2013 gelang den Hauptstädtern sogar der Titel-Hattrick. Damit sind die Eisbären natürlich mit Abstand DEL-Rekordmeister.

Vierfacher Meistertrainer in der DEL: Serge Aubin (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Zum Einen sprach das Gesetz der Serie vor den Playoffs dafür, dass die Berliner am Ende erneut den Pokal in die Höhe stemmen können. Zum anderen wäre da Serge Aubin zu nennen, der sich nun vierfacher Meistertrainer mit den Eisbären Berlin nennen darf. Der 50-jährige Kanadier hat noch keine Playoff-Serie mit dem Hauptstadtclub in der DEL verloren. Seine Zahlen sind überragend: Zwölf Serien hat Aubin mit den Eisbären in Folge gewonnen. Dabei absolvierten die Berliner 50 Spiele und verloren nur ganze elf Spiele. Was ist das Geheimnis des Berliner Erfolgscoach:

Wir ändern unsere Herangehensweise über die gesamte Saison nicht. Wir schauen immer nur von Tag zu Tag. Es ist egal, ob es ein Dienstagsspiel im November oder ein Finalspiel am Freitag ist. Das ist unsere und meine Philosophie.

Für die Eisbären kann man nur hoffen, dass der Kanadier noch lange als Coach hinter der Bande steht. Die Konkurrenz hingegen wird hoffen, dass es nicht der Fall sein wird. Sportdirektor Stéphane Richer adelte seinen Trainer nach dem Gewinn der Meisterschaft:

Serge Aubin ist für mich der beste Trainer in Europa. Er weiß immer, welche Knöpfe er drücken muss, er redet mit den Jungs und gibt den jungen Spielern eine Chance. Man sieht, welchen Schritt zum Beispiel Eric Hördler in den Playoffs gemacht hat.

Hat das Team wieder perfekt zusammengestellt: Sortdirektor Stéphane Richer (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Serge Aubin wird an der Bande auch nie laut, er ist stets sehr ruhig und analysiert das Spiel auf seine Art und Weise. Er trifft fast immer die richtigen Entscheidungen und weiß, welche Reihen am besten harmonieren. Nicht selten stellte er diese während des Spiels auch um, wenn er es für nötig hielt. Kapitän Kai Wissmann lobt seinen Trainer in den höchsten Tönen:

Serge Aubin hat ein sehr gutes Verständnis vom Eishockey, auch auf der Bank. Er kann immer reagieren, wenn der Gegner etwas umstellt. Er sieht das so schnell wie wahrscheinlich kein anderer. Und trotz allen Systemen und Vorschriften, die wir haben, gibt er uns genug Freiräume, um kreativ zu sein. Gerade in der Offensive.

Kai Wissmann lobte seinen Trainer Serge Aubin in den höchsten Tönen (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Aubin ist zudem auch ein Trainer, der auch knifflige Entscheidungen trifft, die andere Trainer wahrscheinlich so nicht getroffen haben. Wer erinnert sich da nicht zurück an den Playoff-Start, als Serge Aubin sich für Jonas Stettmer und gegen seinen letztjährigen Meister-Goalie Jake Hildebrand entschieden hatte. Der Erfolg gab dem Kanadier recht, denn Stettmer war am Ende der Garant für den Halbfinaleinzug. Ohne ihn hätte die Viertelfinalserie gegen Straubing auch anders ausgehen können. Aubin hat es aber geschafft, beide Goalie bei Laune zu halten und ab dem Halbfinale brauchte er dann auch Jake Hildebrand, da Jonas Stettmer sich verletzt hatte. Hildebrand kam zurück und lieferte eine überragende Leistung, welche man ihm nach der Hauptrunde nicht zugetraut hatte. Aber er ist eben ein Playoff-Goalie und hat nun bereits drei Meisterschaften in Deutschland gewonnen. Einmal mit Frankfurt in der DEL2 und nun zweimal mit den Eisbären in der DEL.

Kai Wissmann lobte die Einstellung beider Goalies am Ende der Finalserie:

Beide Goalies haben überragend gehalten. Jonas hat die Entscheidung vom Trainer erhalten, im Viertelfinale zu starten. Jake war letztes Jahr unser Meister-Goalie und hat sich darüber nicht einmal beschwert oder versucht, schlechte Stimmung zu machen. Charakterlich einfach unglaublich. Danach war es genau umgekehrt. Jake hat die Halbfinalserie brutal gehalten und dann ist er drin geblieben. Auch Jonas hat sich dann nicht beschwert sondern sich in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Die Eisbären Berlin sind einfach zu beneiden. Sei es wegen dem Trainer, wegen der beiden Goalies oder schlichtweg wegen diesen überragenden Spielern, welche die persönlichen Erfolge hinten angestellt und für den Teamerfolg alles gegeben haben. Vier Meisterschaften in den letzten fünf Jahren sprechen für sich. Und auch der Fakt, dass man aus dem einen Jahr, als man kurzzeitig im Abstiegskampf war, die richtigen Schlüsse gezogen hat. Die Konkurrenz muss verdammt viel investieren, um die Eisbären in Zukunft vom Thron zu stoßen. Und so lange Serge Aubin Trainer in Berlin ist, sind Meisterschaften ja eigentlich sowieso schon vorprogrammiert.

5:1! Die Eisbären sichern sich den Matchpuck und Ty Ronning den DEL-Rekord

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #51:

Halbfinalspiel 3 (Stand: 3:0)

Matchpuck! Die Eisbären Berlin sind nur noch einen Sieg vom erneuten Finaleinzug entfernt. Am Sonntagnachmittag gewann der Titelverteidiger auch Spiel drei der Halbfinalserie gegen die Adler Mannheim mit 5:1 (1:0,2:0,2:1). Die Berliner Defensive war erneut überragend, während die Offensive vorne wie gewohnt ablieferte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin konnte heute wieder auf Blaine Byron zurückgreifen, der nach Verletzung wieder fit war. Er rückte für Youngster Matej Leden in die vierte Reihe zu Eric Hördler und Manuel Wiederer. Alles andere blieb unverändert. Somit stand also auch heute wieder Jake Hildebrand im Tor und Linus Vieillard saß als Back-up auf der Bank. Jonas Stettmer war weiterhin nicht fit.

Der Druck für Mannheim war vor diesem Spiel schon enorm hoch, denn die Eisbären konnten heute vor den eigenen Fans bereits den Matchpuck holen. Und bisher bissen sich die Adler an der Eisbären-Defensive die Zähne aus. Die Eisbären spielten bisher sehr abgezockt und clever – eben wie ein absoluter Titel-Kandidat. Holten die Berliner heute den dritten Sieg oder gelang Mannheim der erste Sieg in dieser Halbfinalserie?

Die nächste sensationelle Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch heute gab es vor dem Spiel wieder eine sensationelle Choreo der Hartmut-Nickel-Kurve. Ihr übertrefft euch immer wieder, Jungs und Mädels. Einfach nur überragend!

Ein historischer Moment: Die Eisbären bejubeln das 1:0 durch Leo Pföderl. Die Vorlage kam von Ty Ronning, der damit im 22. Spiel in Folge gepunktet hat – neuer DEL-Rekord. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Von Beginn an war es wieder eine sehr intensive und rasante Partie. Die Zweikämpfe erwartungsgemäß hart umkämpft, jeder Check wurde zu Ende gefahren. Immer wieder gab es auch kleine Nickligkeiten, was ebenfalls zu erwarten war in dieser Serie. Man mag sich eben nicht, aber man respektiert sich.
In Überzahl hatten die Gäste die dicke Chance, aber die Rechnung ohne Jake „The Wall“ Hildebrand gemacht, der die Schoner ganz stark ausfuhr.
Kurz darauf dann wieder die Eisbären mit einem Mann mehr und da klingelte es endlich. Lange musste er warten, aber heute war es endlich so weit. Leo Pföderl mit seinem ersten Playoff-Tor zum 1:0 (16.). Die Vorlage kam von Ty Ronning, der damit auch im 22. Spiel in Folge gepunktet hat und somit neuer Rekordhalter in der PENNY DEL ist. Herzlichen Glückwunsch zu dieser unfassbaren Serie, Ty! Wahrscheinlich würde selbst das ihn nicht zum „Spieler des Jahres“ machen. Auch wenn es Leo Pföderl ebenso verdient hat, ist diese Wahl nach wie vor nicht nachvollziehbar.
Ein weiteres Powerplay zum Drittelende hin ließen die Berliner dann jedoch ungenutzt und nahmen somit die knappe aber verdiente 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

War auch heute wieder „The Wall“: Jake Hildebrand (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch im Mitteldrittel ging es weiter hart umkämpft zur Sache. Mannheim wieder sehr bemüht, aber nach wie vor ohne den Schlüssel, um das Defensiv-Bollwerk des Rekordmeisters zu knacken. Nach über sieben Dritteln erst ein Tor gegen Jake Hildebrand erzielt, das zeigt, wie überragend die Defensivarbeit der Hauptstädter in der Halbfinalserie bisher war.
Nach vorne ging von den Eisbären im zweiten Drittel bis dato nicht viel, man konzentrierte sich vermehrt auf die eigene Defensive.
Als man dann aber mal wieder vorne auftauchte, klingelte es umgehend. Blaine Byron und Eric Hördler setzten Kai Wissmann in Szene, der Kapitän hatte zu viel Platz und erhöhte auf 2:0 (32.). Neben der überragenden Defensive ist auch die Effektivität und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor mit ein Grund für die Berliner Dominanz in dieser Serie.
Nach dem zweiten Treffer hatten die Eisbären das Spiel wieder besser im Griff und ließen zweimal das 3:0 liegen. In der Schlussphase des Mitteldrittels durften die Hauptstädter nochmal in Überzahl ran und prompt fiel das 3:0. Freddy Tiffels fuhr bis zur Grundlinie vor und passte dann direkt auf die Kelle von Ty Ronning, welcher sich nicht zweimal bitten ließ (39.). Mit dieser doch sehr beruhigenden Führung ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Dieser Mann ist nicht zu stoppen: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Schlussdrittel das gleiche Bild wie in den 40 Minuten zuvor: Mannheim lief an, scheiterte aber immer wieder an Jake Hildebrand. Erneut eine überragende Performance von „The Wall“.
In Überzahl bot sich den Eisbären dann die Chance zur endgültigen Entscheidung, aber diesmal konnte man das Powerplay nicht nutzen.
Mitte des dritten Drittels belohnten sich die Adler dann aber doch und Austin Ortega verkürzte auf 3:1 und sorgte erst für das zweite Mannheimer Tor in dieser Halbfinalserie (51.).
Wurde es nun also doch nochmal spannend in diesem dritten Spiel? Mannheim versuchte natürlich nochmal alles und machte hinten auf, was den Eisbären wiederum Platz zum kontern gab. Eine spannende Schlussphase war jedenfalls vorprogrammiert.
Erst recht, als Dallas Eakins 4:30 Minuten vor dem Ende seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zog und somit All-in ging. Was blieb ihm auch anders übrig, es drohte schließlich die dritte Niederlage im dritten Spiel gegen den Erzrivalen. Und noch viel schlimmer: die elfte Niederlage in Folge. Leo Pföderl machte am Ende den Deckel drauf und stellte auf 4:1 (57.).
Mannheim hatte aber in der Folge nochmal ein Powerplay und zog Arno Tiefensee erneut vom Eis. Man versuchte es also mit zwei Mann mehr. Doch ein weiterer Treffer sollte den Kurpfälzern nicht gelingen. Dafür trafen die Eisbären auch noch ein fünftes Mal und zum zweiten Mal ins leere Tor – Yannick Veilleux mit dem 5:1 (60.). Damit sicherten sich die Hauptstädter den Matchpuck und können am Dienstag den erneuten Finaleinzug perfekt machen.

4:3 nach 83:08 Minuten: Korbinian Geibel schießt die Eisbären zum Sieg in Straubing

WalkersBaerenNews 2024/2025: Ausgabe – #47:

Viertelfinalspiel 4 (Stand 1:3)

Die Playoff-Serie zwischen den Eisbären Berlin und den Straubing Tigers hat schon so viele Geschichten geschrieben und am Sonntagnachmittag kam ein weiteres Kapitel dazu. Die Eisbären gewannen ein hart umkämpftes viertes Viertelfinalspiel im ausverkauften Eisstadion am Pulverturm mit 4:3 nach zweiter Verlängerung und sicherten sich dabei den Matchpuck. Dabei hätte das Spiel auch heute wieder in Richtung der Niederbayern gehen können, die enorm viel Druck entfachten und insgesamt 59 Torschüsse auf das Tor von Jonas Stettmer abgaben. Am Ende haderte die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft erneut mit der Chancenverwertung. Dieselbe Problematik sorgte bereits in der letztjährigen Halbfinalserie für das Aus der Tigers.

Eisbären-Trainer Serbe Aubin musste heute neben dem gesperrten Jonas Müller auch noch auf Markus Niemeläinen (angeschlagen) verzichten. Norwin Panocha rückte dafür ins Line-up. Das führte zu drei neuen Verteidiger-Pärchen: Wissmann/Panocha, Geibel/Smith, Galipeau/Mik.
In der Offensive blieb nur die Youngster-Reihe zusammen. Die ersten drei Reihen wurden komplett neu zusammengestellt. Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning bildeten die erste Formation. Liam Kirk, Gabriel Fontaine und Yannick Veilleux stürmten in der zweiten Reihe. Marcel Noebels, Zach Boychuk und Manuel Wieder standen in der dritten Reihe.
Im Tor stand auch im vierten Spiel Jonas Stettmer, Jake Hildebrand nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Es stand ein heikles Spiel für die Eisbären bevor. Straubing hatte die dicke Chance die Serie vor eigenem Publikum auszugleichen und aus der Best-of-seven-Serie eine Best-of-three-Serie zu machen. Die Eisbären wollten das jedoch vermeiden und sich stattdessen den Matchpuck erspielen. Wer hatte das bessere Ende auf seiner Seite?

Auch heute war es wieder eine hart umkämpfte Partie zwischen Straubing und den Eisbären. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Die Eisbären mussten früh das erste Unterzahlspiel überstehen. Es sollte nicht das letzte sein, denn die beiden Hauptschiedsrichter Roma Gofman und André Schrader hatten eine sehr einseitige Linie an den Tag gelegt. Daher gehe ich bereits jetzt schon darauf ein, denn auch wenn man einige Strafen gegen die Berliner sicherlich geben kann, dann fiel die Einseitigkeit der Strafenverteilung mehr als auf. Gleichwertige oder schlimmere Vergehen von Straubing wurden einfach übersehen. So kann man ein Playoff-Spiel am Ende entscheiden beeinflussen und genau das sollte nicht das Ziel der PENNY DEL sein. Auf einem anderen Blatt steht aber natürlich, dass man die zahlreichen Unterzahlspiele auch besser verteidigen kann, was leider nicht so gut klappte wie im ersten Unterzahlspiel. Aber mehr dazu im weiteren Verlauf des Spielberichtes.
Die Eisbären schockten in der siebten Spielminute die Tigers-Fans mit dem 1:0. Gabriel Fontaine mit dem Querpass auf Liam Kirk und der sorgte für die so wichtige 1:0-Führung.
Und diese konnte die Berliner Mitte des ersten Drittels sogar noch ausbauen. In Überzahl ließ man die Scheibe sehr gut laufen und am Ende war der DEL-Top-Scorer der Hauptrunde Ty Ronning zur Stelle und erhöhte auf 2:0 (11.).
Die Niederbayern wirkten keinesfalls geschockt und suchten ihrerseits immer wieder den Weg Richtung Jonas Stettmer, aber der Straubinger Junge ließ sich in den ersten 20 Minuten nicht überwinden, weshalb die Berliner dank ihrer gnadenlosen Effizienz vor dem Tor (sechs Torschüsse) hier mit 2:0 führten.

Zeigte auch heute wieder eine sehr starke Leistung: Goalie Jonas Stettmer (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Zu Beginn des zweiten Drittels Straubing mal wieder in Überzahl und diesmal schlugen die Tigers zu. Nach einer feinen Kombination war Josh Melnick der Torschütze, der damit die Hoffnung an den Pulverturm wieder zurück brachte – 1:2 (23.).
Fortan war es weiterhin eine sehr hart umkämpfte Partie, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive, Straubing war dabei aber die deutlich aktivere und gefährlichere Mannschaft. Aber als die Niederbayern erneut in Überzahl waren, kassierten sie ausgerechnet durch Kapitän Kai Wissmann den Shorthander nach klasse Zuspiel von Liam Kirk – 3:1 (35.). Wissmann vollendete in Stürmer-Manier. Sollte also mal Not in der Offensive herrschen, Kai Wissmann könnte auch im Sturm aushelfen.
In der Schlussphase bekamen die Hausherren nochmal ein Powerplay und die Eisbären verteidigten mit großer Leidenschaft, aber vier Sekunden vor der zweiten Drittelpause fand Tim Fleischer genau die Lücke am langen Pfosten und sorgte so für den 3:2-Anschlusstreffer der Tigers. Danach ging es auch in die zweite Drittelpause.

Justin Scott schickte die Partie mit seinem Tor zum 3:3 in die Verlängerung. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im letzten Drittel war es dann gefühlt ein Spiel auf ein Tor und zwar auf das von Jonas Stettmer. Die Niederbayern erhöhten nochmal deutlich die Schlagzahl und setzten die Eisbären immer wieder unter Druck. Mehrfach wurde es brenzlig vor dem Berliner Tor und die beiden Hauptschiedsrichter hatten durch ihre einseitige Strafenverteilung natürlich einen großen Anteil daran. Dem Dauerdruck der Tigers konnten die Berliner so nur bis zur 51. Spielminute Stand halten. Justin Scott zog vor das Tor und fand dort die klitzekleine Lücke zwischen Pfosten und Jonas Stettmer und ließ die Partie wieder von vorne losgehen – 3:3 (51.).
Der Pulverturm war nun natürlich noch lauter als ohnehin schon. Sowohl die Tigers-Fans als auch die Eisbären-Fans gaben dem Playoffspiel den mehr als würdigen Rahmen. Das war einfach eine gigantische Stimmung von beiden Fanlagern.
Fortan wollten die Tigers das Spiel komplett drehen, fanden aber keinen Weg vorbei an Jonas Stettmer. Die Eisbären tauchten auch nur noch selten vor dem Straubinger Tor auf und so ging es in die Verlängerung. Ist ja in Playoff-Serien zwischen den beiden Teams nichts neues. Und bisher hatten am Ende immer die Eisbären einen Grund zum jubeln.

Auch in der Overtime waren die Gastgeber die gefährlichere Mannschaft und hatten durch Michael Connolly die dicke Chance zur Entscheidung, aber er scheiterte mit seinem Alleingang am heute überragend haltenden Jonas Stettmer. In der Schlussphase der ersten Overtime wurde es dann nochmal richtig brenzlig, denn Straubing durfte – oh Wunder – in Überzahl ran. Aber die Eisbären mit einem richtig starken Penalty Killing und so ging es beim Stand von 3:3 in die zweite Overtime.

War am Ende der Matchwinner in der 84. Spielminute: Verteidiger Korbinian Geibel (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Diese sollte jedoch nur 3:08 Minuten dauern. Und da kam der taktische Schachzug von Trainer Serge Aubin. Er brachte die vierte Reihe auf das Eis, Matej Leden spielte das Bully, gewann es und Korbinian Geibel zog ab. Der Rest war pure Ekstase – auf dem Eis und auf den Rängen. Die Spieler und Fans bejubelten den 4:3-Overtimesieg ausgelassen. Damit erspielten sich die Berliner den Matchpuck und können am Dienstagabend in der Arena am Ostbahnhof den Halbfinaleinzug perfekt machen. Aber einfach wird es nicht werden, denn Straubing wird auch da wieder alles rein werfen und den Eisbären das Leben so schwer wie möglich machen. Wenn sie aber auch dann wieder mit der eigenen Chancenverwertung hadern, könnte am Dienstagabend gefeiert werden.