München zu abgezockt und effektiv: 1:4-Niederlage beim Sonderzug-Auswärtsspiel

Ausgabe #23:

Die Eisbären Berlin haben das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beim EHC Red Bull München verloren. Am Freitagabend unterlagen die Berliner in der mit 10.000 Zuschauern (darunter mehr als 1.300 Eisbären-Fans) ausverkauften Münchner Olympiahalle dem Titelverteidiger verdient mit 1:4 (0:1,1:3,0:0). Dabei bekamen die Eisbären deutlich aufgezeigt, dass München eines der absoluten Spitzenteams in der Liga ist. Denn die Mannschaft von Coach Don Jackson machte aus wenig viel. Die Gastgeber brauchten nicht viele Chancen, denn wenn sie welche hatten, waren sie stets gefährlich und nutzten diese eiskalt und effektiv aus.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Um 19:30 Uhr begann das Spiel im Süden des Landes. Doch bereits elf Stunden vor dem ersten Bully machte sich der Großteil der Fans mit dem Sonderzug von Berlin-Lichtenberg aus auf den Weg Richtung München Ost, wo man schließlich kurz nach 17:00 Uhr ankam. Die Stimmung auf der Hinfahrt war fröhlich und ausgelassen. Praktisch so wie immer, wenn die Eisbären-Fans mit dem Sonderzug zu einem Auswärtsspiel anreisen.
Angekommen in München Ost wurde erst einmal mit lautstarken Gesängen auf sich aufmerksam gemacht. Sehr zur Freude der verdutzten Passanten am Bahnhof. Aber die Stimmung war sehr friedlich und es gab keine Vorfälle. Wir sind eben alle Eishockey-Fans.
Per U-Bahn und einmaligen Umsteigen ging es Richtung Olympiazentrum und von dort aus per Fußmarsch zur Olympiahalle. Und dann begann es auch schon, das Spitzenspiel zwischen dem zweimaligen Deutschen Meister und dem DEL-Rekordmeister.

Und die Partie begann anders als erwartet. Man hatte damit gerechnet, dass München mit viel Druck in

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die Partie starten und die Eisbären ins eigene Drittel drängen würden. Doch weit gefehlt. München gab zwar den ersten Torschuss der Partie ab, aber insgesamt war das Spiel der Mannschaft von Don Jackson auf überfallartige Konter ausgelegt. Die Gastgeber wollten hinten kompakt stehen und vorne immer wieder versuchen, Nadelstiche zu setzen. Die Eisbären waren im Auftaktdrittel die optisch gesehen spielbestimmende Mannschaft, die gefährlicheren Chancen verbuchte jedoch München für sich.
Knapp fünf Minuten waren gespielt, da bot sich den Eisbären die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Doch statt der erhofften frühen Führung gab es den überraschenden Rückstand. Die Eisbären verloren im eigenen Drittel die Scheibe, Steve Pinizzotto mit dem Pass auf Keith Aucoin und der nahm dieses „Geschenk“ dankend an – 0:1 (6.).
Das darf dir in so einem wichtigen Spiel natürlich nicht passieren.
Aber die Eisbären wirkten nicht lange geschockt, machten weiter das Spiel und kamen immer wieder zu guten Möglichkeiten. Aber München war bei seinen selten Auftritten im Berliner Drittel immer gefährlich. Beide Mannschaften hatten noch einmal je ein Powerplay in den ersten 20 Minuten, nutzten konnten es beide jedoch nicht. So lag München trotz weniger Spielanteile zur ersten Pause mit 1:0 vorne.

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Auch ins Mitteldrittel starten die Berliner besser und hatten gleich zwei gute Chancen durch Sean Backman. Und dann kam die vielleicht entscheidende Situation im Spiel. Denn die Eisbären hatten früh im Mitteldrittel ein doppeltes Powerplay für 39 Sekunden. Die Riesenchance zum Ausgleich. Aber die Eisbären wirkten nervös im Spielaufbau, ließen diese große Chance dadurch verstreichen, weil sie kaum für Gefahr sorgen konnten. Man versuchte es zwar mit Abschlüssen, aber da war jetzt keine Chance bei, wo man sagen würde, das war äußerst brenzlig für München. Die Hausherren hatten eher keine größeren Probleme, die Unterzahl schadlos zu überstehen.
Und was machte eigentlich München für die Offensive? Nach wie vor nicht viel, aber wenn, dann wurde es brenzlig vorm Tor von Petri Vehanen. So auch in der 31. Spielminute, als Michael Wolf klasse vor dem Tor angespielt wurde und nur noch den Schläger hinhalten musste – 0:2.
Aber die Eisbären hatten eine schnelle Antwort parat. Nur 55 Sekunden später war es Daniel Fischbuch, der vors Tor von Danny Aus den Birken zog und dort erfolgreich abschloss – 1:2 (32.).
Doch auch München antwortete darauf schnell, allerdings dauerte es gut zwei Minuten. Dafür war es ein Traumtor. Patrick Hager kam über rechts ins Angriffsdrittel, ließ dann Jonas Müller alt aussehen und umkurvte zu guter Letzt auch noch Vehanen, um dann eiskalt abzuschließen – 1:3 (33.). Ein Sahnetor von Hager, dass muss man neidlos anerkennen.
Und noch hatten die Eisbären dieses Drittel, in dem sie es nach wie vor nach vorne versuchten, aber nicht das nötige Quäntchen Glück hatten, nicht überstanden. Einen hatten die Hausherren noch zu bieten. München in Überzahl mit der Schusschance, Vehanen konnte die Scheibe nicht festhalten und Frank Mauer staubte locker zum 4:1 ab (39.).
München sorgte somit im Mitteldrittel für die Vorentscheidung und setzte gleichzeitig ein Ausrufezeichen im Hinblick auf die bevorstehenden Playoffs.

Zu Beginn des letzten Drittels kamen die Eisbären mit einem neuen Torhüter zurück auf das Eis.

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Marvin Cüpper stand nun für Petri Vehanen zwischen den Pfosten. Und er sollte auch gleich was zu tun bekommen, denn München früh im Schlussdrittel mit einem Powerplay und zwei guten Chancen. Aber insgesamt gesehen die Eisbären mit einem guten Penaltykilling, überstanden somit die Unterzahl schadlos.
Fortan zeigten sich die Eisbären weiterhin bemüht, versuchten viel nach vorne und kamen auch immer wieder zu guten Möglichkeiten. Aber das fehlende Quäntchen Glück zog sich durch die ganze Partie. Man konnte ihnen den Einsatz nicht absprechen, aber es fehlte eben das nötige Glück.
München spielte das souverän zu Ende, tat nicht mehr als nötig und brachte das 4:1 sicher über die Zeit und nahm die drei Punkte mit.

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Auch Spiel Zwei der DEL-Hauptrunde in München geht für die Eisbären verloren. Sie haben viel versucht, waren bemüht, brachten die Scheiben auch zum Tor. Aber dann verließ sie das Glück. Entweder stand Aus den Birken im Weg oder aber die Scheiben rauschten am Tor vorbei. Ein großer Knackpunkt war aber mit großer Wahrscheinlichkeit die vergebene Chance bei doppelter Überzahl zu Beginn des zweiten Drittels. Gelingt den Eisbären da der Ausgleich, kann es eine ganz andere Partie werden. So aber musste man sich München beugen und die drei Punkte im Süden lassen.
München spielte nicht so wie erwartet, zeigte aber dennoch seine ganze Klasse. Wann immer sie vor das Tor kamen, wurde es gefährlich. Und dann nutzten sie ihre Chancen eiskalt und effektiv, zeigten den Eisbären, wie es eine Spitzen-Mannschaft macht.
Kein Zweifel, die Eisbären gehören seit dieser Saison auch wieder zum Kreis der Spitzen-Mannschaften, nur zeigte sich gestern Abend, dass München noch einen Tick stärker und abgezockter als die Eisbären ist. Aber die entscheidende Phase der Saison kommt ja erst noch und erst dann wird abgerechnet.

Was den Sonderzug betrifft, sorgte die Niederlage jetzt für keine schlechte Stimmung auf der

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Rückfahrt. Denn insgesamt gesehen steht bei solchen Events immer der Spaß im Vordergrund. Dass man letztendlich auch einen Sieg der Eisbären sehen will, steht außer Frage. Aber trotz der Niederlage war die Rückfahrt, welche um 23:18 Uhr in München Ost begann, äußerst stimmungsvoll. Manche nutzten die Rückfahrt zum schlafen, andere jedoch um weiter zu feiern. Die Party ging bis in die frühen Morgenstunden, ehe der Sonderzug um kurz vor 7:30 Uhr das Ziel Berlin-Lichtenberg erreichte. Da war sie dann auch schon wieder vorbei, die Sonderzug-Fahrt 2018. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Organisatoren um Robert Papke. Wie immer habt Ihr einen Super Job gemacht. Weiter so!

Sonderzug-Auswärtsspiel in München: Die Eisbären bekommen von rund 1.300 Fans Unterstützung in der Olympiahalle

Morgen Abend steht das absolute Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Programm. Der Tabellenzweite empfängt den Tabellendritten zum Verfolgerduell. Der zweimalige Deutsche Meister empfängt den DEL-Rekordmeister. Der EHC Red Bull München empfängt die Eisbären Berlin zum „Hockey Halleluja“ in der großen und ausverkauften Münchner Olympiahalle. Ausverkauft auch deswegen, weil gut 1.300 Eisbären-Fans die lange Reise nach München mit auf sich nehmen, um die Berliner vor Ort lautstark zu unterstützen, damit man am Ende drei Punkte mit ins Gepäck tun kann.

Dass das nicht einfach werden wird, ist sicherlich allen klar. München ist einer der Top-Favoriten auf den Titelgewinn in dieser Saison. Aber wenn die bisherige Spielzeit eins gezeigt hat, dann, dass die Eisbären sich vor niemanden verstecken müssen. Auch nicht vor München. Auch die Mannschaft von Don Jackson ist schlagbar, aber natürlich muss da auch einiges zusammen kommen. Doch den Eisbären ist das zuzutrauen. Chefcoach Uwe Krupp sagte nicht ohne Grund nach dem heutigen Training, dass man 100 Prozent aufs Eis bringen müsse, um in München bestehen zu können.
Nach dem Dienstagsspiel gegen Schwenningen gab er noch einen ausführlicheren Ausblick auf das morgige Spiel auf der Pressekonferenz:

Wir müssen schnell zur Scheibe, müssen gute Entscheidungen treffen. Wir müssen in der Abwehr gut stehen. Insgesamt müssen wir die Sachen, die wir gegen Schwenningen in Ansätzen gezeigt haben, gegen München nochmal besser machen.

Die letzten beiden Auftritte der Eisbären geben zunächst aber mal nicht wirklich viel Hoffnung auf einen Sieg. Denn gegen Düsseldorf verlor man trotz einer 2:0-Führung und obwohl man nach 20 Minuten das Gefühl hatte, hier geht nichts mehr schief. Doch die Eisbären hörten auf zu spielen, die DEG wurde stärker und stärker, wollte den Sieg mehr und mehr und holte sich ihn am Ende auch.
Und selbst das 5:0 gegen Schwenningen darf nicht darüber hinweg täuschen, dass das Ergebnis eigentlich zu hoch ausgefallen ist. Das Spiel wurde mit drei Toren in 71 Sekunden entschieden. Davor war es eine eher langweilige Partie, in der es wenig Höhepunkte gab. Aber dann zeigten die Eisbären in fünf Minuten mal kurz, was passiert, wenn sie eiskalt sich jede bietende Chance nutzen.

Um in München zu bestehen, müssen die Eisbären von der ersten Sekunde an hellwach sein. Sie müssen hinten kompakt stehen, München nicht viel Raum für hochkarätige Chancen geben, sie zu Schüssen von außen zwingen. Und in der Offensive muss man wieder so eiskalt sein, wie in den 71 Sekunden gegen Schwenningen. Natürlich kann man München nicht komplett vom Tor fern halten, dafür sind sie einfach zu stark besetzt. Aber man kann ihnen die Lust am Spiel nehmen, dass frustriert sie und dann machen sie auch Fehler.

Beide Spiele boten bisher absolute Eishockey-Leckerbissen. In München gewannen die Hausherren mit 4:2, in Berlin setzten sich die Eisbären mit 5:4 n.P. durch. Aber beide Spiele waren beste Werbung für das deutsche Eishockey. Und so wird es auch morgen Abend wieder werden. Denn beide Mannschaften wollen vor den Playoffs noch einmal eine Duftmarke im direkten Duell setzen.

Allerdings sieht die Bilanz der Eisbären in München nicht gerade rosig aus, gingen doch acht der letzten neun Spiele in München verloren. Der einzige Sieg in diesem Zeitraum gelang im ersten Halbfinalspiel des letztjährigen Playoffs. Und auch diese Halbfinalserie bot Eishockey vom Feinsten und zeigte, dass die Eisbären München durchaus ärgern können. Und der diesjährige Kader ist noch einmal deutlich stärker besetzt als der vom letzten Jahr.

Und die Personallage vor dem Gipfeltreffen entspannt sich auch weiter. Es fehlen nach wie vor Danny Richmond und Florian Busch, trotzdem kann Uwe Krupp zwei Torhüter, sieben Verteidiger und zwölf Stürmer ins Rennen schicken. Dank der großen Kadertiefe der Eisbären in diesem Jahr.

Und es ist kein Geheimnis, dass die Unterstützung von so vielen Fans vor Ort noch einmal Extra-Kräfte bei der Mannschaft frei setzen wird. Vor allem bei Sonderzügen ist dies immer wieder der Fall. Gemeinsam kann man München das letzte Spiel in der großen Olympiahalle versauen und die drei Punkte mit in die Hauptstadt nehmen. Das ist das große Ziel der Eisbären und deren Fans. Gemeinsam sind wir stark. Lasst es uns morgen Abend in München beweisen und denen zeigen, wer die Nummer Eins in Eishockey-Deutschland wirklich ist.

Der Eisbären-Kader für das Spiel beim EHC Red Bull München am 05.01.2018:

Tor:

Marvin Cüpper , Petri Vehanen

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett, Constantin Braun

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, André Rankel, Thomas Oppenheimer, Louis-Marc Aubry, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Charlie Jahnke, Maximilian Adam (alle Weißwasser), Vincent Hessler (Oberkörper), Danny Richmond (Knie), Florian Busch (Schädelprellung)

5:2 – Eisbären holen dank einer ganz starken Mannschaftsleistung drei Punkte beim „Heimspiel“ in Wolfsburg

Ausgabe #12:

26 Hauptrunden-Heimspiele hat jede Mannschaft in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) normalerweise. Aber die Eisbären Berlin haben immer 28 Heimspiele, denn die beiden Auswärtsspiele bei den Grizzlys Wolfsburg kann man getrost als Heimspiele bezeichnen. So war es auch am heutigen Sonntag wieder, wo die Eis-Arena in Wolfsburg mit 4.503 Zuschauern ausverkauft meldete. Rund 1.000 Eisbären-Fans hatten sich von Berlin aus mit auf den Weg in die Autostadt gemacht und das Spiel somit mal wieder zu einem Heimspiel verwandelt. Neben dem Sieg auf den Rängen gab es dann auch noch den – viel wichtigeren – Sieg auf dem Eis. Mit 5:2 (0:0,2:0,3:2) setzten sich die Hauptstädter nämlich in Wolfsburg durch und reagierten somit bestmöglich auf die bittere Niederlage vom Freitagabend gegen die Iserlohn Roosters (2:3).

Starting-Six. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp musste neben Louis-Marc Aubry, Thomas Oppenheimer, Constantin Braun, Frank Hördler und Danny Richmond heute auch noch auf Blake Parlett verzichten, der aus persönlichen Gründen nicht mit in die Autostadt gereist war. Dafür kehrte Florian Busch zurück ins Team und ersetzte Parlett in der Defensive. Im Tor vertraute Krupp heute wieder Back-up Marvin Cüpper.

Hinein in die Partie, welche von Beginn an ein hohes Tempo hatte. Beide Mannschaften ohne Abtasten, es ging gleich gut zur Sache. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg Richtung Tor und versuchten zu Abschlüssen zu kommen. Beide Defensivreihen versuchten aber ebenso gut zu stehen und so wurden viele Schüsse schon vorher geblockt. Mit zunehmender Spieldauer im Auftaktdrittel wurden die Eisbären zwingender in ihren Aktionen, aber an Jerry Kuhn war zunächst kein vorbeikommen. Auch nicht im ersten Powerplay der Eisbären, was ganz einfach daran lag, dass man in diesem für keine Gefahr sorgen konnte.
In den zweiten zehn Minuten kamen dann aber auch die Wolfsburger immer besser ins Spiel und zu

Endstation Jerry Kuhn. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

guten Chancen. So lief Tyler Haskins in der 14. Spielminute alleine auf Marvin Cüpper zu, hatte diesen auch bereits ausgespielt, aber Micki DuPont rettete in höchster Not vor der Linie. Es war der Auftakt einer kurzen aber intensiven Wolfsburger Druckphase, in der sie auf das 1:0 drängten, aber an Cüpper nicht vorbei kamen.
Die Niedersachsen hatten im ersten Drittel dann gegen Ende auch noch die Chance in Überzahl zu agieren, wo sie auch für Gefahr sorgen konnten. Aber auch die Eisbären waren bei einem 2-auf-1-Konter gefährlich, als Florian Busch an Kuhn scheiterte. So stand es nach 20 Minuten 0:0 in der Autostadt.

Die ersten zehn Minuten des Mitteldrittels waren dann durch viele Strafzeiten auf beiden Seiten sehr zerfahren. So hatten mal die Wolfsburger ein Überzahlspiel, dann wieder die Eisbären, mal wurde aber auch 4-gegen-4 gespielt. Die beste Chance in dieser Zeit hatten dann die Eisbären nach 27 Spielminuten. Marcel Noebels war alleine auf dem Weg Richtung Kuhn, als er nur per Foul gestoppt werden konnte. Es gab folgerichtig Penalty für die Eisbären, welchen Noebels jedoch nicht verwandeln konnte.
Das Spiel wog weiter hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, aber die Defensivreihen machten es den Angreifern immer wieder schwer, eine richtig hochkarätige Chance herauszuarbeiten. Und dann waren da eben auch noch die beiden Torhüter Kuhn und Cüpper, die bei allem, was auf das Tor kam, zur Stelle waren.

Das zeichnet die Eisbären in dieser Saison aus. Nach Niederschlägen, wie dem 2:3 zu Hause gegen Iserlohn am Freitag, stehen die Jungs immer wieder auf und kommen gestärkt zurück. So auch heute in Wolfsburg. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Bis zur 35. Spielminute mussten die Zuschauern in der ausverkauften Eis-Arena in Wolfsburg auf einen Treffer warten. Dann fiel er endlich und zwar für die Eisbären. Konter der Eisbären, Jamie MacQueen über links ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass zu Daniel Fischbuch, welcher letztendlich einnetzen konnte – 1:0 für Berlin.
Und die Eisbären konnten kurz vor der zweiten Drittelpause ihre Führung sogar noch ausbauen. Nick Petersen mit dem Pass von hinter dem Tor auf Sean Backman, welcher den Puck auf das Tor bringen wollte, jedoch nur den Schläger eines Wolfsburgers traf, aber James Sheppard schaltete ganz schnell und sorgte für die 2:0-Führung. Welche allerdings erst nach einem elend langen Videobeweis gegeben wurde. So lagen die Hauptstädter nach 40 Minuten also mit 2:0 in Wolfsburg vorne.

Und im Schlussdrittel schockten die Eisbären die Hausherren nach nur 54 Sekunden erneut. Jamie MacQueen kam über rechts ins Angriffsdrittel, tankte sich klasse bis vor das Tor durch, wo er dann eiskalt abschloss – 3:0 (41.).
Nun sollte es also noch schwerer werden für die Wolfsburger, die aber kurze Zeit später ein Überzahlspiel hatten und da tatsächlich verkürzen konnten. Fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen James Sheppard hatte Jeff Likens von der blauen Linie erfolgreich abgezogen – 3:1 (44.).
Doch das interessierte die Eisbären relativ wenig, die gut vier Minuten später bei 4-gegen-4 den alten Drei-Tore-Abstand wieder herstellten. Marcel Noebels mit dem ganz genauen Pass von rechts quer rüber auf Jens Baxmann, welcher sich diese Chance nicht nehmen ließ und die Scheibe zum 4:1 ins Wolfsburger Tor zimmerte (48.).
Fortan die Wolfsburger zwar bemüht, hier noch einmal zurück zu kommen, aber die Eisbären machten

Mal wieder eine ganz starke Leistung der Nummer 39 Marvin Cüpper. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

es ihnen enorm schwer. Die Defensive stand sehr kompakt und griff den puckführenden Spieler immer sofort an, was Wolfsburg vor große Probleme stellte. Als Wolfsburg dann aber gut fünf Minuten vor dem Ende noch einmal in Powerplay agieren konnte, riskierte deren Coach Pavel Gross alles und nahm seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Wolfsburg somit mit zwei Mann mehr auf dem Eis und da gelang ihnen der 2:4-Anschlusstreffer. Robbie Bina sein Schuss ging noch neben das Tor, sprang aber von der Bande zurück. Cüpper wusste kurz nicht, wo der Puck war, was Kris Foucault ausnutzen konnte (55.).
Doch für mehr reichte es am Ende nicht mehr, denn 39 Sekunden vor dem Spielende erkämpfte Martin Buchwieser die Scheibe an der eigenen blauen Linie und ließ es sich nicht nehmen, das 5:2 selbst zu erzielen. Was zugleich der Endstand war.

Die Eisbären feiern den Auswärtssieg im Heimspiel in Wolfsburg mit den rund 1000 Eisbären-Fans. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Ein enorm wichtiger und vor allem verdienter Sieg. Die Eisbären trotzten den vielen Ausfällen und rückten mannschaftlich eng zusammen. Jeder kämpfte für jeden, die Mannschaft zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung und erzielte immer in den richtigen Momenten die Tore. In der Defensive arbeitete man heute enorm stark, setzte den puckführenden Spieler immer sofort unter Druck, was Wolfsburg vor große Probleme stellte und es ihnen schwer machte, sich gute Chancen herauszuspielen. Und falls doch was durchkam, war ja immer noch Marvin Cüpper da, der erneut eine klasse Partie ablieferte. Von daher war es ein Sieg der ganzen Mannschaft, jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, auch die Youngsters im Team. Ein rundum gelungener Sonntagnachmittag also in der Autostadt.

1:2 n.V. in Spiel Fünf: Playoff-Fight, Feueralarm, Klarer Punktsieg auf den Rängen, Saisonende

Ausgabe #31:

Aus und vorbei: Die DEL-Saison 2016/2017 ist für die Eisbären Berlin seit Sonntagabend beendet. Gut einen Monat später als noch während der Hauptrunde gedacht. Denn wer hätte noch zum Ende der Hauptrunde hin gedacht, dass unsere Jungs Anfang April noch Eishockey spielen würden? Wohl niemand, auch ich nicht. Und genau aus diesem Grund konnte man gestern Abend mit Stolz die Mannschaft in die Sommerpause verabschieden. Nicht für die Leistung in der Hauptrunde, über die sicherlich noch geredet werden muss. Nein, für die grandiosen Playoffs, in der die Mannschaft gezeigt hat, was alles möglich gewesen wäre. Letztendlich war München zwar die erwartete Nummer zu groß, aber man hat dem Top-Favoriten trotzdem alles abverlangt und vier von fünf Spielen knapp gehalten. Aber natürlich reichen je ein Treffer in vier von fünf Halbfinalspielen gegen München eben nicht aus, um ins Finale einzuziehen. Aber sie haben trotzdem alles gegeben, bis zum Ende mit viel Leidenschaft gekämpft und konnten so erhobenen Hauptes gestern Abend das Eis der Münchner Olympia-Eishalle verlassen.

Olympia-Eishalle München. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Unterstützt von rund 500 Fans in der ausverkauften Olympia-Eishalle in München entwickelte sich von Beginn an ein Playoff-Spiel auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften begannen Spiel Fünf äußerst engagiert, machten von Beginn an viel Druck. Die Hausherren machten dabei aber mehr Druck und erarbeiteten sich in der Anfangsphase auch ein Chancenplus, jedoch war Petri Vehanen immer wieder zur Stelle. Wie so oft in dieser Saison.
Fortan schaffte es München, immer wieder Lücken in der Berliner Defensive zu finden und konnten so einen 3-auf-1- und einen 2-auf-1-Konter fahren, aber Bruno Gervais und Jonas Müller waren im entscheidenden Moment zur Stelle und verhinderten somit den Rückstand.
Aber auch die Eisbären schafften es mit zunehmender Spieldauer immer wieder vor das Tor der Gastgeber, aber es musste ein Fehler der Münchner herhalten, um hier in Führung zu gehen. Daryl Boyle wollte das Spiel aus dem eigenen Drittel von hinter dem Tor aufbauen, sein Pass fiel jedoch direkt vor den Schläger von Laurin Braun. Die Nummer Zwölf der Eisbären ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und zog trocken ab, sein Schuss schlug hinter Danny Aus den Birken im Tor ein – 1:0 (14.).
Nach dem 1:0 waren nun die Gäste aus der Hauptstadt besser im Spiel und wollten hier gleich nachlegen. Und in Überzahl hatte man auch die Chance dazu. Im Vergleich zu Spiel Vier von Freitag in Berlin sah das Powerplay auch schon deutlich besser aus, aber erfolgreich war es trotzdem nicht. Dennoch nahmen die Berliner eine 1:0-Pausenführung mit in die Kabine.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte München dann selbst die Chance, in Überzahl auszugleichen. Aber

Powerplay für die Eisbären und Frank Hördler versucht es von der blauen Linie. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

das Penaltykilling der Eisbären leistete gute Arbeit und so überstand man das beste Powerplay der Liga schadlos.
Dann die Riesenchance für die Eisbären, hier nachzulegen. Nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge bekam Konrad Abeltshauser eine Spieldauer, Berliner fortan also fünf Minuten in Überzahl. Und die Eisbären machten Dampf, erspielten sich gute Chancen. Bruno Gervais scheiterte am Pfosten, Spencer Machacek direkt im Nachschuss. Die Eisbären zwischenzeitlich sogar für 56 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber diese große Chance auf das 2:0 vergaben sie.
Das Spiel nahm immer mehr an Fahrt auf, wurde immer intensiver und eines Playoff-Spiels mehr als würdig. Mitte des Spiels folgte dann auch noch ein schöner kleiner Kampf zwischen Michael Wolf und Micki DuPont. Das Spiel bot eben alles, was ein Playoff-Spiel ausmacht. Aus Berliner Sicht einzig mit dem Manko, dass man nicht das 2:0 nachlegen konnte. Und so passierte eben das, was immer im Sport passiert, wenn man seine Chancen nicht nutzt.
Frank Mauer lief einen Konter und ließ freistehend vor Petri Vehanen dem finnischen Goalie keine Chance – 1:1 (33.). Das erste Mal, dass es an diesem Sonntagnachmittag mal laut wurde in dieser Halle. Ansonsten waren nämlich nur die 500 Eisbären-Fans zu hören. Heimspiel-Atmosphäre in der Olympia-Eishalle.
Gegen Ende des Drittels noch einmal ein Powerplay für unsere Jungs, aber auch dieses blieb ungenutzt, weshalb es nach 40 Minuten 1:1-Unentschieden stand.

Endstation Petri Vehanen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein ins Schlussdrittel, wo beide Mannschaften gleich einmal die Chance hatten, in Überzahl das 2:1 zu erzielen. Beide Strafen resultierten aus einer Spielverzögerung, denn beide Mannschaften agierten nun mit einem aggressiven Forechecking, versuchten den Gegner so jeweils früh zu stören. Genutzt werden konnten die Überzahlspiele aber nicht, weiterhin stand es 1:1.
Dann lief die 48. Spielminute, als plötzlich eine Sirene in der Halle losging, man aber nicht wusste, was jetzt eigentlich passiert war. Das Spiel lief weiter, auf den Rängen wurde es unruhig und erneut ertönte die Sirene. Es war ein Feueralarm, der hinter dem Eisbären-Block ausgelöst wurde. Das Problem war nur, dass man die Ansagen in der Halle nicht wirklich verstand, die Tribüne hinter den Spielerbänken bereits geräumt wurde und wenig später auch die weiteren Blöcke, nur uns Berliner ließ man um Unklaren, was wir jetzt machen sollten. Auf meine Nachfrage bei einer Ordnerin, was wir nun tun sollten, meinte Sie nur „Keine Ahnung, wir bekommen keine Anweisung, weder die Ordner noch die Polizei“. Großes Kino, sämtliche Blöcke waren fast vollends geleert, nur der Gästeblock war zum Teil noch gefüllt. Mit der Krönung, dass man drin die Anweisung erhielt, die Halle zu verlassen, es vor den Blöcken gleichzeitig aber die Anweisung gab, alle wieder rein. Dafür, dass man in solchen Situationen die Ruhe bewahren muss, war das in München das reinste Chaos und nicht zu entschuldigen. Es hätte wer weiß was passieren können und der Notfallplan in München hat mehr als versagt, weil man weder die Ansagen über die Lautsprecher verstanden hatte noch von den Ordnern über den weiteren Vorgang informiert wurde. So etwas habe ich in etlichen Auswärtsfahrten, seit dem ich Fan bin – und das sind schon 22 Jahre – noch nicht erlebt. Ein Armutszeugnis für Red Bull München und deren Halle.
20 Minuten war die Partie unterbrochen, wir Berliner Fans nahmen es inzwischen mit Galgenhumor und forderten „Freibier für Alle“ und „Reißt die Hütte ab“. So nach und nach füllte sich die Arena wieder und es konnte weiter gespielt werden.
Fortan entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das Tor und wollten die Entscheidung erzwingen. Aber die größte Chance bot sich den Eisbären in den letzten zwei Minuten, als sie noch einmal in Überzahl agieren konnten. Und erneut konnten die Eisbären viel Druck erzeugen und sich auch Chancen erspielen, aber Danny Aus den Birken hielt seine Mannschaft im Spiel und rettete sie in die Verlängerung. Was ja in diesen Playoffs nichts Neues mehr für die Eisbären war.

Und in der Overtime entwickelte die Gastgeber dann doch schon einen ungeheuren Druck. Die Eisbären kamen zwar auch immer mal wieder vor das Tor von Aus den Birken, aber der Druck der Hausherren nahm schon sichtlich zu. Die Eisbären konnten sich aber noch einmal von dem Druck befreien und setzten München selbst noch einmal unter Druck, weshalb München sich nicht anders zu helfen wusste, als die Scheibe dreimal unerlaubt aus dem eigenen Drittel zu schießen. Da München daraufhin nicht wechseln durfte, nahm Coach Don Jackson eine Auszeit, um seiner Mannschaft eine Pause zu verschaffen.
70 Minuten waren gespielt, da kassierte Jonas Müller eine Strafe wegen Behinderung. Powerplay München, bisher überstanden die Eisbären die Unterzahlspiele alle schadlos. Aber dieses Unterzahlspiel sollte die Entscheidung bringen. München im Angriffsdrittel, mit dem Querpass auf den langen Pfosten, wo Michael Wolf lauerte und den Puck per Direktabnahme im Tor versenkte – 2:1 nach 71:16 Minuten. Vorbei war sie damit, die Saison der Eisbären Berlin. Aber noch nicht für uns Fans, denn was danach folgte, war großes Kino und nur ein erneuter Beweis, dass die Eisbären Berlin die geilsten Fans der Welt haben.

Die Partie endete gegen 19:45 am Sonntagabend in der Olympia-Eishalle und wir Fans standen noch bis 20:30 Uhr im Gästeblock und feierten die Eisbären für grandiose Playoffs, während sich die Blöcke der Münchner nach kurzer Feier mit der Mannschaft relativ schnell leerten. Unfassbar, dass man seine Halle nach dem Finaleinzug so schnell verlässt. Wir hätten den Finaleinzug gebührend gefeiert – IN DER ARENA! So war die Olympia-Eishalle fest in Berliner Hand und wir sangen und sangen und sangen. Immer weiter, ohne die Eisbären wollten wir die Heimreise nicht antreten. Und immer wieder kamen Spieler aus der Kabine und bedankten sich für die grandiose Unterstützung bei uns. Marcel Noebels, Micki DuPont und Charles Linglet kamen direkt vor den Block und ließen sich auch zu einer kurzen „La Ola“ überreden. Nicht selbstverständlich nach dem Saison-Aus, aber auch das sind eben die Eisbären. Und als wir immer noch nicht gehen wollten, kam Bruno Gervais direkt vor den Block. Er stand nicht auf dem Eis, nein, er kam direkt vor den Block und bedankte sich bei uns Fans für die grandiose Unterstützung, er meinte auch, wir seien die besten Fans der Welt und Berlin der beste Ort. Ob es Abschiedsworte der Nummer Drei waren? Man weiß es nicht, aber es war eine große Geste von Bruno Gervais.
Kurz nach 20:30 Uhr verließen wir sie dann doch, die Olympia-Eishalle in München. Mit einem weinenden (Saisonende) aber auch einem lachenden Auge, weil man mit Stolz in die Sommerpause gehen kann. Nicht wegen der Hauptrunde, nein, wegen der Playoffs, die uns alle so begeistert haben. Und die uns mehr als entschädigt haben für die grausame Vorrunde.

3:4 in Köln: Vorne zu viele Chancen vergeben – Hinten zu viele Fehler gemacht

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Die Eisbären Berlin haben das Auswärts-Wochenende mit einer weiteren Niederlage abgeschlossen. Dem 3:4 n.P. in Iserlohn folgte am Sonntagnachmittag eine 3:4 (2:3, 0:1, 1:0)-Niederlage bei den Kölner Haien. Ein bitterer Rückschlag im Kampf um das Heimrecht im Viertelfinale. Die Eisbären zeigten nach vorne kein schlechtes Spiel, hatten auch viele Chancen. Aber im Abschluss fehlte entweder die Genauigkeit oder das nötige Glück. Defensiv leistete man sich dagegen zu viele Fehler und vom Willen her war der Kölner Sieg dann durchaus verdient.

Foto: eisbaerlin.de/walker

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Bereits der Start ging in die Hose. Gerade einmal 58 Sekunden waren gespielt, da lagen die Domstädter bereits in Führung. Patrick Hager hatte Petri Vehanen überwunden – 1:0 (1.).
Das war natürlich ein perfekter Start der Hausherren, die Eisbären wirkten jedoch nicht geschockt und marschierten immer wieder Richtung Kölner Tor, zielten dann aber zumeist ungenau oder scheiterten an Gustav Wesslau im KEC-Tor. Im Spielaufbau leistete man sich zu viele Fehler und lud Köln somit zu Chancen ein, welche aber von Petri Vehanen zu Nichte gemacht wurden.
Die Eisbären im ersten Drittel mit einem klaren Übergewicht an Torschüssen (21:10), aber da es an der Genauigkeit haperte, waren die Schüsse meistens nicht wirklich gefährlich für die Haie.
In der achten Minute hatten die Berliner aber mal Glück im Abschluss. Ein Schuss von Jens Baxmann von der blauen Linie fand den Weg ins Tor und somit stand es 1:1. Erstmals konnten die rund 300 Eisbären-Fans unter den 13.922 Zuschauern in der Lanxess-Arena jubeln.
Aber die Gastgeber schlugen zurück – auch durch Fehler der Eisbären bedingt. Dragan Umicevic in der elften und

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Pascal Zerressen in der 13. Minuten schossen Köln mit 3:1 in Front und brachten die Arena zum Beben.
In der Schlussminute wurde es dann noch einmal turbulent. Zunächst sorgte Barry Tallackson in Überzahl 37 Sekunden vor der ersten Drittelpause für den 3:2-Anschlusstreffer, 15 Sekunden später gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Kölnern Nick Latta und Daniel Syvret sowie Eisbär Spencer Machacek.
Dann war das spektakuläre und am Ende doch sehr hitzige erste Drittel vorbei und die Haie führten durch eine eiskalte Chancenverwertung mit 3:2.

Auch im Mitteldrittel erwischten die Domstädter den besseren Start. In der 23. Spielminute sorgte Fredrik Eriksson für das 4:2 für Köln. Die Haie wirkten in diesem Drittel spritziger, entschieden die meisten Laufduelle klar für sich. Von den Schüssen her war es ein ausgeglichenes Drittel (11:11), aber die Qualität der Chancen war dann doch unterschiedlich. Während es bei den Eisbären weiterhin an der Genauigkeit haperte, sorgten die Haie für mächtig Gefahr vor Petri Vehanen. Einzig dem Finnen war es zu verdanken, dass es nur 4:2 nach 40 Minuten stand.

Im Schlussdrittel waren es zwei unterschiedliche zehn Minuten. In den ersten Minuten liefen die Eisbären kopflos an. Man hatte nicht das Gefühl, als ob hinter den Angriffen irgendein bestimmter Gameplan stecken würde. Erst in den letzten zehn Minuten nahm der Berliner Druck immer mehr zu und Köln konnte sich kaum noch befreien. Allgemein war von Köln im Schlussdrittel nicht mehr viel zu sehen, was auch die Schussstatistik von 4:16

Foto: eisbaerlin.de/walker

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aussagte.
Und in den letzten zehn Minuten hatten die Eisbären einige Hochkaräter an Chancen, nur wurden diese entweder kläglich vergeben oder aber Gustav Wesslau war zur Stelle.
Als Eisbären-Coach Uwe Krupp seinen Goalie Petri Vehanen zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis genommen hatte, gelang Marcel Noebels noch einmal der Anschlusstreffer zum 4:3 (59.).
Die Eisbären hatten nun noch 104 Sekunden für den Ausgleich Zeit und sie setzten auch sofort nach. Aber eine Strafe von Mark Olver wegen Stockschlags 22 Sekunden vor dem Spielende stoppte die Bemühungen der Eisbären und somit blieb es am Ende beim 3:4 aus Berliner Sicht.

Düsseldorf-Sonderzug-Wochenende: Dem Debakel vom Freitag folgte am Sonntag der Sieg dank einer überragenden Moral

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Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter der Fans der Eisbären Berlin. Denn die Berliner trafen gleich zweimal auf die Düsseldorfer EG. Am Freitagabend waren die Rheinländer in der Mercedes-Benz Arena zu Gast, gestern Nachmittag folgte dann das „Rückspiel“ in Düsseldorf, wo die Eisbären von ca. 1500 EHC-Fans unterstützt wurden. Das Wochenende bot einen ersten Vorgeschmack auf die im März beginnenden Play-Offs. Hart umkämpfte Spiele, viele Zweikämpfe, viele Nickligkeiten und auch eine Schlägerei auf dem Eis, miserable Schiedsrichter-Leistungen, spannende Spiele und zwei völlig unterschiedliche Leistungen der Eisbären Berlin. Um nur mal einen Auszug aus diesem Wochenende zu nennen.

Doch bevor die beiden Mannschaften zum ersten Mal die Schläger auf dem Eis kreuzten, gab es in Berlin noch eine Ehrung. Die erste Meistermannschaft von 1966 wurde geehrt. Die Gäste aus Düsseldorf erwiesen sich dabei jedoch als sehr unsympathisch, kamen sie doch während der Ehrung auf das Eis und kassierten dafür prompt ein gellendes Pfeifkonzert. Die Stimmung war also bereits vor dem Spiel aufgeheizt, sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen. Denn so etwas gehört sich nun einmal überhaupt nicht.

(Foto: eisbaerlin.de/Walker)

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Das erste Drittel bot dann wenig spielerische Highlights, Spielfluss kam überhaupt nicht auf, denn die Partie wurde sehr oft durch Nickligkeiten und Strafen unterbrochen. Die beiden Hauptschiedsrichter Willi Schimm und Simon Aicher hatten alle Hände voll zu tun und waren damit komplett überfordert. Sie ließen eine klare Linie vermissen, so dass die Spieler überhaupt nicht wussten, was nun erlaubt ist und was nicht. So kamen sich Spencer Machacek (Berlin) und Chris Minard (DEG) bei einer schönen Schlägerei etwas „näher“. Machacek ging als Sieger aus dem Kampf hervor.
Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste bereits mit 1:0 in Front. Manuel Strodel hatte in der achten Spielminute in Überzahl getroffen. Die DEG störte die Eisbären früh im Spielaufbau und provozierte somit Fehler. Die Eisbären kamen selten gefährlich vor das Tor, während die DEG bei ihren Aktionen in der Offensive durchaus immer wieder für Gefahr sorgten. Dennoch blieb es beim 0:1 nach den ersten 20 Minuten, welche übrigens satte 52 Minuten gedauert hatten.

Das zweite Drittel sollte dann deutlich schneller zu Ende gehen, denn die beiden Hauptschiedsrichter hatten sich

(Foto: eisbaerlin.de/Walker)

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gedacht, die Linie aus dem ersten Drittel nicht fortzufahren und alle Nickligkeiten unbestraft zu lassen. Lediglich zwei Strafen wurden nur ausgesprochen. Da soll sich mal einer auf die Schiedsrichter einstellen.
Aber so bekamen wir wenigstens endlich einmal Eishockey geboten. Und eine Berliner Mannschaft, die blitzschnell zum Ausgleich kam. Barry Tallackson, der sich an diesem Wochenende zum DEG-Schreck entwickeln sollte, hatte nach nur 24-Sekunden Ex-Eisbär Mathias Niederberger überwunden – 1:1 (21.). Jener Barry Tallackson war es auch, der nur vier Minuten später die Hausherren erstmals in Führung geschossen hatte – 2:1 (25.).
Die Eisbären waren in den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels die bessere Mannschaft, hatten Düsseldorf im Griff und führten nicht unverdient. Doch die Mannen von Coach Christof Kreutzer wurden in den letzten zehn Minuten minütlich stärker und schlugen zurück.
Ken Andre Olimb sorgte Mitte des Spiels für den 2:2-Ausgleich (31.). Und zwei Minuten vor dem Drittelende „spazierte“ Daniel Kreutzer durch die Defensive der Berliner und ließ auch Petri Vehanen im Tor keine Chance – 2:3 (38.). Das Tor hatte man so leicht her geschenkt. Das 2:3 war zugleich auch der Pausenstand in der Arena am Ostbahnhof.

(Foto: eisbaerlin.de/Walker)

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Was dann folgte, war wohl das schlechteste Drittel der Eisbären in dieser Saison. Das 2:3 kurz vor der Pause schien ihnen nicht gut getan zu haben, denn im letzten Drittel brach die Mannschaft komplett ein. Düsseldorf wurde es zu einfach gemacht, sie wurden förmlich zum Toreschießen eingeladen und nahmen diese Einladung dankend an. Aus neun Chancen machten sie vier Tore.
Innerhalb von 2:08 Minuten zogen die Rheinländer auf 6:2 davon. Bei den Gegentoren zeigten die Eisbären kaum Gegenwehr, machten der DEG förmlich den Weg frei zum Tor. Die ganze Vorstellung im letzten Drittel war einfach nur peinlich. Kein Einsatz, immer einen Schritt langsamer, kaum ein Pass kam an, vor dem Tor einfach zu harm- und ideenlos. Chefcoach Uwe Krupp reagierte und nahm Petri Vehanen nach dem 2:6 aus dem Tor, nur konnte der Finne am wenigsten für diesen Spielstand. Kevin Nastiuk kam ins Tor und musste anschließend auch noch ein Tor zum 2:7 hinnehmen. Die Eisbären zeigten keine Gegenwehr mehr und ließen sich einfach vorführen. Von den Rängen gab es nun Pfiffe gegen die Berliner, welche sie zu recht erhielten. Verlieren kann man immer mal ein Spiel, das gehört dazu. Aber dann muss die Leistung stimmen und die hat im letzten Drittel überhaupt nicht mehr gestimmt. Das war einfach nur peinlich, was unsere Jungs da boten. Folgerichtig war das 2:7 auch in der Höhe absolut verdient. Die Eisbären starteten also mit einem Dämpfer in das Düsseldorf-Wochenende und man musste nach diesem Spiel schlimmes für Sonntag befürchten. Die Mannschaft jedoch versprach sofortige Wiedergutmachung, schließlich reisten die Berliner per Sonderzug an. Continue reading

0:3 in Hamburg: Siegesserie gerissen – Eisbären ideen- und harmlos

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Die Siegesserie der Eisbären Berlin ist gerissen. Nach sechs Pflichtspielsiegen in Folge verloren die Eisbären am Sonntagnachmittag ihre DEL-Partie des 8. Spieltages bei den Hamburg Freezers verdient mit 0:3 (0:2, 0:0, 0:1). Im Vergleich zu den letzten Wochen waren die Eisbären nicht wieder zu erkennen. In der Defensive erschreckend harmlos, vorne einfach ideenlos, keine Zweikämpfe wurden angenommen, fast jedes Laufduell wurde verloren. Man musste an diesem Nachmittag einfach anerkennen, dass der Sieg der Freezers verdient war, denn sie waren halt abgeklärter und cleverer als die Berliner an diesem Sonntag.

Chefcoach Uwe Krupp nahm eine Änderung im Vergleich zur Ingolstadt-Partie vor. Kevin Nastiuk hütete anstatt Petri Vehanen das Tor und kam somit zu seinem Saisondebüt.

Warm up in Hamburg. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Warm up in Hamburg. (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Die Eisbären bekamen zwar gleich nach 65 Sekunden die Chance, in Überzahl zu spielen, aber es waren die Hamburger, die in diesem Powerplay die gefährlichere Mannschaft waren. Michael Davies vergab hauchdünn in Unterzahl. Die Hamburger waren die aktivere Mannschaft in der Anfangsphase und so war es kein Wunder, dass sie in den ersten fünf Minuten die Führung erzielen konnten. Jerome Flaake wurde im Slot angespielt, spielte Kevin Nastiuk aus und schob die Scheibe ins leere Tor – 1:0 (5.).
Die Eisbären waren fortan bemüht, ins Spiel zu kommen, aber es gelang ihnen nicht. In Scheibenbesitz wussten sie keine Idee, was sie als nächstes anstellen könnten. Das Spiel der Eisbären wirkte rat- und ideenlos. Wenn sie doch mal zum Abschluss kamen, waren es entweder Einzelaktionen oder aber die Schüsse waren zu harmlos. Von Hamburg war zwar nicht viel zu sehen, aber sie stellten sich halt einfach cleverer und abgezockter an als die Eisbären.
Als die Freezers in Überzahl waren, klingelte es ein zweites Mal im Kasten der Eisbären. Marcel Müller bekam im rechten Bullykreis stehend die Scheibe und zog ab, mit Erfolg – 2:0 (12.).
Danach das selbe Bild, die Eisbären zwar bemüht, vor das Tor zu kommen, nur es mangelte ihnen an Ideen. Zudem wirkten die Eisbären den Hausherren läuferisch klar unterlegen. Hamburg schien immer einen Tick schneller zu sein als die Berliner Spieler.
Tore sollten im Auftaktdrittel keine mehr fallen und so ging es mit einer verdienten Hamburger 2:0-Führung in die erste Drittelpause. Kurz nach der Schlusssirene gab es nochmal zwei kleine Meinungsverschiedenheiten, welche aber nicht der Rede wert waren. Continue reading

Vor dem 8. Spieltag: Als Tabellenführer zum Bruderduell nach Hamburg

200px-Hamburg-freezers_svg125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgMorgen Nachmittag steigt das erste Bruderduell zwischen den Hamburg Freezers und den Eisbären Berlin. Die Hauptstädter reisen dabei als Spitzenreiter und zudem mit sechs Pflichtspielsiegen in Folge im Gepäck in die Hansestadt. Die Freezers sind dagegen noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, sind aktuell nur Tabellenelfter und haben die letzten beiden Spiele verloren. 

Spiele zwischen den Eisbären und Hamburg sind immer von vielen Emotionen geprägt. Es geht immer hoch her, die Spiele sind hart umkämpft und die ein oder andere Rauferei ist auch stets dabei. Das wird auch morgen Nachmittag nicht anders sein. Zumal der „Liebling“ der Eisbären-Fans David Wolf morgen sein erstes Heimspiel seit seiner Rückkehr feiern wird. Es ist kein Geheimnis, dass Wolf kein Freund der Eisbären-Fans ist. Es wird also nicht nur auf dem Eis sondern auch auf den Rängen sehr hitzig zur Sache gehen. 

Die Eisbären gehen natürlich als Favorit in dieses Spiel. Die Mannschaft strotzt aktuell nur so vor Selbstvertrauen angesichts von sechs Pflichtspielsiegen in Serie. Die Berliner traten zuletzt mannschaftlich geschlossen auf, überzeugten durch eine geschlossene kämpferische Leistung, es half jeder jedem. In der Defensive und der Offensive treten die Eisbären zur Zeit sehr stark auf. Es muss aktuell nicht immer das große Tor-Spektakel sein. Vier der fünf Ligasiege in Folge endeten mit nur einem Tor Unterschied. In vier der fünf Spiele kassierten die Berliner nie mehr als zwei Gegentore. Nach dem Tor-Festival gegen Straubing (7:5) kassierte man in den drei Spielen danach nur noch ganze vier Gegentreffer. Weil die Eisbären sich zur Zeit auf ihre starke Defensive und den überragenden Goalie Petri Vehanen verlassen können. 

Spielszene aus dem letzten Auswärtsspiel der Eisbären Berlin bei den Hamburg Freezers am 18.01.2015 (Endstand: 4:1 für die Eisbären). (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Spielszene aus dem letzten Auswärtsspiel der Eisbären Berlin bei den Hamburg Freezers am 18.01.2015 (Endstand: 4:1 für die Eisbären). (Foto: eisbaerlin.de/Walker)

Chefcoach Uwe Krupp hat die Eisbären Berlin anscheinend zurück in die Erfolgsspur geführt. Sechs Siege nach sieben Spieltagen und Platz Eins in der Tabelle haben Euphorie in der Hauptstadt ausgelöst. Gestern konnte man schon wieder die ersten „Meister-Gesänge“ in der Arena am Ostbahnhof hören. Und selbstverständlich durfte gestern auch nicht „Die Nummer Eins das sind jetzt wir“ fehlen. So viel gute Laune bei den Spielern, Verantwortlichen und Fans hat man in den letzten beiden Jahren nur selten gesehen. Krupp hat einen großen Anteil am Aufschwung der Eisbären, setzt auf einen Mix von jungen und erfahrenen Spielern und legt das Hauptaugenmerk zur Zeit auf eine starke Defensive. Damit haben die Eisbären aktuell Erfolg. 

Morgen Nachmittag soll Ligasieg Nummer Sechs in Serie folgen. Doch einfach wird das in Hamburg nicht werden. Mit acht Punkten und Platz Elf nach sieben Spieltagen ist man in Hamburg nicht zufrieden. Gegen Berlin will man eine Erfolgsserie starten. Aber die Freezers werden auf einen wiedererstarkten Gegner aus Berlin treffen, der ihnen alles abverlangen wird. Wenn die Eisbären so wie zuletzt auftreten, wird es ganz schwer werden für Hamburg.

In der vergangenen Saison gewannen die Eisbären alle vier Bruderduelle. Von den letzten zehn Duellen insgesamt gegeneinander gewannen die Berliner sieben. Drei der letzten fünf Auswärtsspiele in der Hansestadt gingen an die Hauptstädter.   

Los geht es in der Barclaycard Arena morgen Nachmittag um 14:30 Uhr. Hauptschiedsrichter sind die Herren Haupt und Schukies. Für Unterstützung aus Berlin ist gesorgt, denn der Gästeblock ist restlos ausverkauft. Auch wir vom eisbaerlin.de-Fanclub werden live vor Ort sein.