Sonderzug-Auswärtsspiel in München: Die Eisbären bekommen von rund 1.300 Fans Unterstützung in der Olympiahalle

Morgen Abend steht das absolute Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Programm. Der Tabellenzweite empfängt den Tabellendritten zum Verfolgerduell. Der zweimalige Deutsche Meister empfängt den DEL-Rekordmeister. Der EHC Red Bull München empfängt die Eisbären Berlin zum „Hockey Halleluja“ in der großen und ausverkauften Münchner Olympiahalle. Ausverkauft auch deswegen, weil gut 1.300 Eisbären-Fans die lange Reise nach München mit auf sich nehmen, um die Berliner vor Ort lautstark zu unterstützen, damit man am Ende drei Punkte mit ins Gepäck tun kann.

Dass das nicht einfach werden wird, ist sicherlich allen klar. München ist einer der Top-Favoriten auf den Titelgewinn in dieser Saison. Aber wenn die bisherige Spielzeit eins gezeigt hat, dann, dass die Eisbären sich vor niemanden verstecken müssen. Auch nicht vor München. Auch die Mannschaft von Don Jackson ist schlagbar, aber natürlich muss da auch einiges zusammen kommen. Doch den Eisbären ist das zuzutrauen. Chefcoach Uwe Krupp sagte nicht ohne Grund nach dem heutigen Training, dass man 100 Prozent aufs Eis bringen müsse, um in München bestehen zu können.
Nach dem Dienstagsspiel gegen Schwenningen gab er noch einen ausführlicheren Ausblick auf das morgige Spiel auf der Pressekonferenz:

Wir müssen schnell zur Scheibe, müssen gute Entscheidungen treffen. Wir müssen in der Abwehr gut stehen. Insgesamt müssen wir die Sachen, die wir gegen Schwenningen in Ansätzen gezeigt haben, gegen München nochmal besser machen.

Die letzten beiden Auftritte der Eisbären geben zunächst aber mal nicht wirklich viel Hoffnung auf einen Sieg. Denn gegen Düsseldorf verlor man trotz einer 2:0-Führung und obwohl man nach 20 Minuten das Gefühl hatte, hier geht nichts mehr schief. Doch die Eisbären hörten auf zu spielen, die DEG wurde stärker und stärker, wollte den Sieg mehr und mehr und holte sich ihn am Ende auch.
Und selbst das 5:0 gegen Schwenningen darf nicht darüber hinweg täuschen, dass das Ergebnis eigentlich zu hoch ausgefallen ist. Das Spiel wurde mit drei Toren in 71 Sekunden entschieden. Davor war es eine eher langweilige Partie, in der es wenig Höhepunkte gab. Aber dann zeigten die Eisbären in fünf Minuten mal kurz, was passiert, wenn sie eiskalt sich jede bietende Chance nutzen.

Um in München zu bestehen, müssen die Eisbären von der ersten Sekunde an hellwach sein. Sie müssen hinten kompakt stehen, München nicht viel Raum für hochkarätige Chancen geben, sie zu Schüssen von außen zwingen. Und in der Offensive muss man wieder so eiskalt sein, wie in den 71 Sekunden gegen Schwenningen. Natürlich kann man München nicht komplett vom Tor fern halten, dafür sind sie einfach zu stark besetzt. Aber man kann ihnen die Lust am Spiel nehmen, dass frustriert sie und dann machen sie auch Fehler.

Beide Spiele boten bisher absolute Eishockey-Leckerbissen. In München gewannen die Hausherren mit 4:2, in Berlin setzten sich die Eisbären mit 5:4 n.P. durch. Aber beide Spiele waren beste Werbung für das deutsche Eishockey. Und so wird es auch morgen Abend wieder werden. Denn beide Mannschaften wollen vor den Playoffs noch einmal eine Duftmarke im direkten Duell setzen.

Allerdings sieht die Bilanz der Eisbären in München nicht gerade rosig aus, gingen doch acht der letzten neun Spiele in München verloren. Der einzige Sieg in diesem Zeitraum gelang im ersten Halbfinalspiel des letztjährigen Playoffs. Und auch diese Halbfinalserie bot Eishockey vom Feinsten und zeigte, dass die Eisbären München durchaus ärgern können. Und der diesjährige Kader ist noch einmal deutlich stärker besetzt als der vom letzten Jahr.

Und die Personallage vor dem Gipfeltreffen entspannt sich auch weiter. Es fehlen nach wie vor Danny Richmond und Florian Busch, trotzdem kann Uwe Krupp zwei Torhüter, sieben Verteidiger und zwölf Stürmer ins Rennen schicken. Dank der großen Kadertiefe der Eisbären in diesem Jahr.

Und es ist kein Geheimnis, dass die Unterstützung von so vielen Fans vor Ort noch einmal Extra-Kräfte bei der Mannschaft frei setzen wird. Vor allem bei Sonderzügen ist dies immer wieder der Fall. Gemeinsam kann man München das letzte Spiel in der großen Olympiahalle versauen und die drei Punkte mit in die Hauptstadt nehmen. Das ist das große Ziel der Eisbären und deren Fans. Gemeinsam sind wir stark. Lasst es uns morgen Abend in München beweisen und denen zeigen, wer die Nummer Eins in Eishockey-Deutschland wirklich ist.

Der Eisbären-Kader für das Spiel beim EHC Red Bull München am 05.01.2018:

Tor:

Marvin Cüpper , Petri Vehanen

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett, Constantin Braun

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, André Rankel, Thomas Oppenheimer, Louis-Marc Aubry, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Charlie Jahnke, Maximilian Adam (alle Weißwasser), Vincent Hessler (Oberkörper), Danny Richmond (Knie), Florian Busch (Schädelprellung)