4:3 n.P. gegen Iserlohn: Gelungener Jahresauftakt dank Jamie MacQueen und Maximilian Franzreb

 

Ausgabe #21:

Die Eisbären Berlin haben einen gelungenen Start ins Eishockeyjahr 2019 gefeiert. Vor 9.791 Zuschauern gewannen die Hauptstädter das erste Heimspiel des neuen Jahres gegen die Iserlohn Roosters knapp mit 4:3 n.P. (1:1,2:2,0:0/0:0,1:0) und sicherten sich somit zwei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze. Beide Mannschaften lieferten sich eine unterhaltsame Partie, in der es auf und ab ging, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, am Ende aber hatten die Hausherren das bessere Ende auf ihrer Seite.

Und das, obwohl die Eisbären ohne Mark Cundari, Kai Wissmann, Florian Kettemer, Thomas Oppenheimer, Florian Busch und Mark Olver antreten mussten. Kapitän André Rankel absolvierte sein 800. DEL-Spiel, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem Jubiläum, Ranks. Verteidiger Eric Mik (18 Jahre) absolvierte dagegen aufgrund der Personalprobleme in der Defensive heute sein erstes DEL-Spiel. Und im Tor begann Maximilian Franzreb.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Genug der statistischen Sachen, hinein ins erste Spiel des neuen Jahres. Von Beginn an war es eine hart umkämpfte Partie, in der beide Mannschaften den Weg in die Offensive suchten, sich aber noch keine hochkarätigen Torchancen erarbeiten konnten. Iserlohn hatte dann früh das erste Powerplay des Spiels, doch das Penaltykilling, eine der Problemzonen gegen Ingolstadt im letzten Spiel des alten Jahres, machte einen guten Job und so überstanden die Hausherren die erste Unterzahl des neuen Jahres schadlos.
Und nach zwölf Minuten konnten die Eisbären dann einen Angriff erfolgreich abschließen. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Louis-Marc Aubry, der fuhr auf Iserlohns Goalie Hovinen zu und brachte die Scheibe an ihm vorbei ins Tor – 1:0 (12.).
Doch die Führung hielt keine zwei Minuten. Marco Friedrich kam ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe quer rüber zu Dylan Yeo und der zögerte nicht lange und hämmerte den Puck in die Maschen – 1:1 (13.).
Dann auch mal die Eisbären in Überzahl, aber auch sie bekamen kein Tor zu Stande, weshalb es nach 20 Minuten 1:1 in Berlin stand.

Das zweite Drittel bot dann ein Chancen-Spektakel. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier

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und hatten teils richtig gute Möglichkeiten, Iserlohn war dabei sogar einen Tick überlegen gewesen. Vier Tore bekamen die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof in den zweiten 20 Minuten zu sehen und sie waren gleichmäßig verteilt.
Die Eisbären waren schon zuvor am Drücker, konnten Hovinen aber erst in der 27. Spielminute erneut überwinden. Brendan Ranford wurde von den Beinen geholt, die Schiedsrichter zeigten bereits Strafe an, als sich Jonas Müller ein Herz fasste und den Puck aus einiger Entfernung per Schlagschuss ins Iserlohner Tor beförderte – 2:1 (27.).
Die Führung gab den Berlinern aber nicht das nötige Selbstvertrauen, im Gegenteil, Iserlohn wurde stärker und wollte hier sofort den Ausgleich erzielen. Was ihnen auch gelang. Jordan Smotherman fuhr in die Drittelmitte des Angriffsdrittel und zog ab, Maximilian Franzreb war bei diesem Schuss machtlos gewesen – 2:2 (29.).
Und nur 62 Sekunden später lagen die Sauerländer überraschend vorne. Justin Florek kam ungestört im Slot zum Abschluss, Franzreb saß bereits auf dem Hosenboden und konnte den Einschlag nicht verhindern – 2:3 (30.).
Doch nur 42 Sekunden später jubelten schon wieder die Eisbären. Sean Backman scheiterte mit seinem Versuch, die Scheibe lag am rechten Pfosten frei, was Micki DuPont sah, angerauscht kam und den Puck ins Netz beförderte – 3:3 (31.).
Iserlohn dann nochmal mit zwei Überzahlspielen. Im ersten hatte Marcel Noebels per Konter die Chance zum Shorthander, er scheiterte jedoch an Hovinen. Im zweiten Powerplay bewies Maxi Franzreb, dass er ein richtig guter Goalie ist und so überstanden die Eisbären beide Unterzahlspiele schadlos. Generell kassierten die Berliner keinen Treffer in Unterzahl, was eine deutliche Steigerung zum Ingolstadt-Spiel darstellte.
3:3 stand es nach dem zweiten Drittel, es hätte gut und gerne auch 4:4 oder 5:5 stehen können.

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Iserlohn kam besser ins Schlussdrittel und hatte gute Möglichkeiten, die Eisbären kamen aber nach und nach wieder besser ins Spiel und ebenso zu guten Torchancen. Beide Mannschaften machten deutlich, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten und dafür taten die Spieler alles Mögliche. Nur die beiden Goalies hatten etwas dagegen, sie wollten keinen weiteren Gegentreffer mehr zulassen. Auch je ein Überzahlspiel konnten die Eisbären und Iserlohn nicht nutzen, weshalb es nach 60 Minuten beim Stand von 3:3. zur Punkteteilung kam.

Es folgte die Verlängerung, in der die Eisbären kurze Zeit in Überzahl ran durften, aber dann auch noch eine Strafe kassierten und die numerische Überzahl also nicht nutzen konnten. Es sollte also zum Penaltyschießen kommen.

Und dort wurden Goalie Maxi Franzreb und Stürmer Jamie MacQueen zu den Matchwinnern. Franzreb ließ keinen Penalty durch und MacQueen sorgte für die Entscheidung und den Zusatzpunkt der Eisbären.

Die Eisbären haben sich den Sieg hart erarbeitet. Sie trafen auf einen Gegner auf Augenhöhe, beide

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Teams versuchten alles, um dieses Spiel für sich zu entscheiden. Beide Mannschaften lagen mal vorne, doch immer wieder konnten beide Mannschaften zurückschlagen. Jedes Team hatte immer eine Phase, wo sie richtig gut Druck machten. Die Eisbären mit leichten Vorteilen im ersten und letzten Drittel, Iserlohn im Mitteldrittel. Die Eisbären haben versucht, ihr Spiel über die gesamte Spielzeit durchzuziehen. Ja, das Spiel war auch nicht fehlerfrei aber sie versuchen sich in kleinen Schritten nach vorne zu verbessern und ein Sieg gegen Iserlohn im Penaltyschießen und zwei Punkte sind da schon einmal ein kleiner Anfang. Nur muss man jetzt nachlegen und mal eine Siegesserie starten, denn sonst war dieser Sieg am Ende auch nur wieder ein laues Lüftchen. Aber es waren Ansätze dabei, die Hoffnung machen und daran gilt es nun anzuknüpfen.

Gastbeitrag – Hannes‘ Analyse: Das Problem mit der Disziplin

Auch im neuen Jahr wird die erst kurz vor dem Jahreswechsel gestartete Gastbeitrag-Serie „Hannes‘ Analyse“ fortgesetzt. Im ersten Teil kümmerte sich Hannes um Sean Backman, warum es beim Torjäger der vergangenen Saison bisher nicht so läuft. Und wie Ihr sicher alle mitbekommen habt, fing Backman anschließend mit dem Tore schießen an.
Vielleicht klappt das ja auch mit dem Thema des zweiten Gastbeitrages von Hannes (diesmal mit freundlicher Unterstützung von Anne 😉 ), in dem es um das Problem mit der Disziplin geht. Hier kommen die Gedanken dazu von Hannes von der Eisbären Sektion Nord:

“Der Hauptgrund ist die Disziplin. Wir bekommen zu viele Strafen. Das geht schon so seit dem Beginn des Trainingscamps. In unseren Testspielen haben wir bereits zu viele Strafen kassiert und ich sagte dem Team, eines Tages wird es euch weh tun – und das war heute Abend”.

Dies waren die Worte von Ex-Coach Clement Jodoin nach der 3:5 Niederlage im CHL Auftakt gegen den EV Zug vom 31. August 2018, sie könnten aber auch vom letzten Spiel gegen Ingolstadt stammen.

Kaum eine Floskel wird im Eishockey so oft verwendet, wie “Wir müssen von der Strafbank wegbleiben”. Gibt man diese Aussage in die Google-Suche ein, bekommt man über 2.700 Ergebnisse angezeigt. Das Eine ist die Erkenntnis, dass die eigene Mannschaft zu viel Zeit auf der Strafbank verbringt, das Andere aber die Arbeit daran, die Anzahl der Strafzeiten zu verringern. Daran krankt es auch vier Monate nach dem ersten Pflichtspiel der Saison erneut bei den Eisbären.

Strafzeiten

Bereits 171 Unterzahlsituationen mussten die Eisbären in der aktuellen Spielzeit überstehen. Das sind die zweitmeisten der Liga. Nur die Iserlohn Roosters saßen häufiger auf der Strafbank.
Im Schnitt spielen die Eisbären 07:30 Minuten pro Spiel in Unterzahl. Nur zwei Teams spielen länger Unterzahl, Iserlohn und München.

Beide Teams kassierten ähnlich viele Strafen wie die Eisbären (Iserlohn eine mehr, München sechs weniger), spielen aber durch ein besseres Penalty Killing häufiger die vollen zwei bzw. fünf Minuten der Strafen aus. Zeit, die man in Unterzahl verbringt, ist in der Regel Zeit, in der man auch nur schwer ein eigenes Tor schießen kann. Den Eisbären verbleiben also im Schnitt nur 52:30 Minuten, um ein Tor zu schießen, während Nürnberg mehr als 54 Minuten Zeit hat. Klar, es gibt die Möglichkeit auch in Unterzahl Tore zu erzielen, haben Iserlohn (4) und München (7) auch getan, die Eisbären sind in dieser Spielzeit allerdings noch torlos in Unterzahl.

Auf der anderen Seite haben die Eisbären aktuell mit 18,95% das viertbeste Powerplay der Liga – sie spielen nur zu selten in Überzahl.

Blickt man auf die Differenz aus Powerplay- und Unterzahlsituationen, stehen die Eisbären mit dem drittschlechtesten Wert der Liga dar (153x Powerplay zu 171x Unterzahl).

Durch die hohe Differenz zwischen Unter- und Überzahlsituationen können die Eisbären die Strafzeiten auch nicht ausreichend kompensieren. Das Torverhältnis der Special Teams, also aus Über- und Unterzahl, beträgt +/- 0. Damit sind die Eisbären nur auf Platz 10 der Liga.

Nur durch ein solides, aber auch nicht überragendes Penalty Killing konnten die Eisbären den Schaden durch Strafen in Grenzen halten. Mit 84,21% liegen sie derzeit auf Platz sechs der Liga. Was das Team aber besonders hart trifft, ist der Punkt, dass von den momentan 27 Gegentoren, die man in Unterzahl kassiert hat, sieben sogenannte Game Winning Goals für den Gegner waren. Jedes vierte Gegentor in Unterzahl ist also statistisch maßgeblich verantwortlich für eine Niederlage, fast jede zweite Niederlage (7 von 15) resultierte aus einem Gegentor in Unterzahl. In dieser unrühmlichen Statistik führen die Eisbären zusammen mit Ingolstadt die Liga an.

Besserung war in Sicht – dann kam Richer

Clement Jodoin hatte anfangs Schwierigkeiten, die Disziplin des Teams in den Griff zu bekommen. Zu Beginn der Saison saßen die Eisbären teilweise im Schnitt mehr als 6x/Spiel auf der Strafbank. Doch anscheinend hatte er einen Weg gefunden, die Anzahl der Strafen zu reduzieren – und zwar konstant über die letzten 14 Spieltage seiner Amtszeit.

Unter Stephane Richer hat sich die Anzahl der Strafzeiten wieder deutlich erhöht, obwohl der Vergleich auf Grund der wenigen Spiele unter Richer noch mit Vorsicht zu genießen ist. Die Mannschaft sitzt seitdem Richer Chefcoach ist im Schnitt 5,4x pro Spiel auf der Strafbank. Und wenn das Penalty Killing auf einmal nicht mehr funktioniert, erlebt man ein Spiel wie am Sonntag gegen Ingolstadt. Von vier Powerplaysituationen nutzten die Panther drei, inklusive des Game Winning Goals von Darin Olver knapp vier Minuten vor Schluss. Daniel Fischbuchs messerscharfe Analyse: Man hätte von der Strafbank wegbleiben müssen.

2:4 gegen Ingolstadt: Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele

 

Ausgabe #20:

Nichts wurde es mit dem versöhnlichen Jahresabschluss der Eisbären Berlin. Die Hauptstädter verloren das letzte Heimspiel und insgesamt das letzte Spiel des Jahres 2018 gegen den ERC Ingolstadt. Vor ausverkauftem Haus verloren die Berliner mit 2:4 (1:1,1:0,0:3) und blieben damit am letzten Wochenende des Jahres ohne Sieg. Dabei haben die Eisbären keinesfalls schlecht gespielt, nur gewinnst du eben keine Spiele auf der Strafbank.

Trainer Stéphane Richer konnte wieder auf Jonas Müller und André Rankel zurückgreifen. Beide hatten in München am Freitag noch gefehlt. Im Tor stand wieder die Lebensversicherung Kevin Poulin.

Vor dem Spiel wurde Oldie Micki DuPont noch für sein am Freitag absolviertes 400. DEL-Spiel geehrt. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an unsere Nummer 25 und einen großen Respekt für das, was er da in dieser Saison in seinem Alter noch alles leistet, das ist der pure Wahnsinn.
Hinein ins Spiel, in dem die Eisbären früh in Überzahl ran durften, diese Chance aber nicht zu nutzen wussten. Beide Mannschaften fanden gut ins Spiel, es entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, in der sich beide Mannschaften gute Chancen heraus spielten.

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Mitte des ersten Drittels die Eisbären mit einem Unterzahlspiel und in diesem gelang ihnen der vermeintliche Führungstreffer. Louis-Marc Aubry kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte die Scheibe in den Slot zu Marcel Noebels, welcher abzog. ERCI-Goalie Timo Pielmeier legte sich den Puck dann irgendwie selbst ins Tor, dachten jedenfalls alle in der Arena und auch die TV-Bilder deuteten darauf hin. Doch die beiden Hauptschiedsrichter Christoffer Hurtik und Markus Schütz entschieden auf dem Eis zunächst auf „kein Tor“ und zeigten sofort Videobeweis an. Bei Ansicht des Videobeweises hätten die Hauptschiedsrichter nun erkennen müssen, dass der Puck über der Linie war, um ihre Entscheidung auf dem Eis zu überstimmen. Doch sie waren sich nicht so sicher und blieben daher bei ihrer Entscheidung „kein Tor„. Was zu einem gellenden Pfeifkonzert in der Arena am Ostbahnhof führte. Erst recht, als die Szene auch noch auf dem Videowürfel eingespielt wurde.
Und es sollte in diesem Powerplay noch schlimmer kommen, denn die Schanzer erzielten danach das 0:1. Ville Koistinen hatte von der blauen Linie abgezogen, Mike Collins sein Arbeitsgerät in den Schuss gehalten und schon stand es 0:1 aus Berliner Sicht (11.).
Aber die Eisbären schlugen noch im ersten Drittel zurück. André Rankel hatte abgezogen, Pielmeier ließ nur prallen. James Sheppard sah dies, passte die Scheibe quer rüber zu Jamie MacQueen, welcher nur noch ins leere Tor einschießen brauchte – 1:1 (17.).
92 Sekunden vor der ersten Drittelpause die Eisbären noch einmal mit der dicken Chance für Kapitän André Rankel, welcher vor dem Tor von James Sheppard angespielt wurde, jedoch scheiterte. So stand es 1:1 nach 20 Minuten an der Spree.

Die Eisbären kamen wild entschlossen zurück auf das Eis und suchten sofort den Weg Richtung

Foto: eisbaerlin.de/walker

Gäste-Tor. Und die dritte Chance im Mitteldrittel schlug dann auch im ERCI-Gehäuse ein. Oldie Micki DuPont schlenzte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor und Sean Backman fälschte unhaltbar für Pielmeier ab – 2:1 (22.).
Fortan beide Mannschaften immer wieder mit guten Situationen im Angriffsdrittel, kamen immer wieder aussichtsreich zum Abschluss, aber weitere Treffer sollten in diesem Drittel nicht mehr fallen. Auch, weil André Rankel fünf Minuten vor der zweiten Pause am Pfosten scheiterte.

Im Schlussdrittel die Eisbären weiter am Drücker und mit guten Chancen, einzig Timo Pielmeier war der Spielverderber. Er ließ keine weitere Scheibe mehr durch, ließ die Eisbären also reihenweise verzweifeln.

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Und Ingolstadt? Die warteten einfach darauf, dass die Eisbären weiter unnötige Strafzeiten nehmen. Neun Minuten vor dem Spielende sorgte ein weiteres Powerplay für den Ausgleich. Brett Olson behielt im Gewühl die Übersicht und netzte zum 2:2 ein (51.).
Es folgte die nächste Strafe gegen die Hausherren und dann trumpfte ein Ex-Eisbär groß auf. Im ersten Versuch scheiterte Darin Olver noch an einem Gegenspieler, den Nachschuss setzte er über Kevin Poulin ins Berliner Tor – 2:3 (56.).
Die Schanzer Panther hatten die Partie also mit dem dritten Powerplaytreffer gedreht. Die Eisbären versuchten aber noch einmal alles. Auszeit und Torwart raus, sechster Feldspieler aufs Eis. Und 54 Sekunden vor dem Ende hatte Kapitän André Rankel DIE Riesenchance zum Ausgleich, er kam freistehend im Slot zum Abschluss, aber Timo Pielmeier war zur Stelle und entschärfte diese dicke Chance.
Und zehn Sekunden später sorgte Mike Collins mit dem Emty-Net-Goal für die Entscheidung an diesem Abend und die drei Punkte für die Schanzer Panther aus Ingolstadt.

Eine unnötige Niederlage. Weil man bei Fünf-gegen-Fünf wieder gutes Eishockey gespielt hat und auch gute Chancen hatte, diese aber nicht nutzen konnte. Denn entweder stand Timo Pielmeier im Weg oder der Pfosten oder aber man zielte nicht genau genug. Und dann kassierte man mal wieder unnötige Strafzeiten und verlor somit letztendlich das Spiel, denn Ingolstadt erzielte drei seiner vier Tore in Überzahl.
Folgerichtig enttäuscht und sauer war Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auf der Pressekonferenz auch gewesen. Er fand, dass seine Jungs bei Fünf-gegen-Fünf zwei klasse Spiele abgeliefert haben an diesem Wochenende, man sich aber durch unnötige Strafzeiten um die Punkte gebracht hat. Daran will man in Zukunft arbeiten, damit das nicht nochmal vorkommt.

An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Vielen Dank für Eure Treue im Jahr 2018. Ich hoffe, Ihr lest unsere Berichte auch in 2019 wieder so zahlreich und kommentiert sie auf unseren sozialen Netzwerken. Wir vom eisbaerlin.de-Team wünschen Euch und Euren Familien und Freunden einen guten Rutsch ins neue Jahr, wir sehen uns alle gesund und munter am Mittwoch in der Arena am Ostbahnhof wieder.

3:4 n.P. in München: Eisbären mit starker kämpferischer Leistung, welche am Ende einen Punkt beim Meister bringt

Nach zwei Siegen in Folge hat es die Eisbären Berlin bereits wieder erwischt. Beim letzten Auswärtsspiel des Jahres verloren die Eisbären beim Deutschen Meister in der Final-Neuauflage mit 3:4 n.P. (1:0,2:2,0:1/0:0,0:1). 6.142 Zuschauer sahen ein packendes Eishockeyspiel in München, an deren Ende die Gäste zweimal zwei Tore vorne lagen, am Ende aber doch das Eis als Verlierer verließen. Aber immerhin sicherte man sich einen Punkt beim Meister und punktete somit zum dritten Mal in Folge.

Im 400. DEL-Spiel von Verteidiger Micki DuPont fehlten den Eisbären heute neben Mark Cundari, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Florian Kettemer und Mark Olver auch noch Jonas Müller und André Rankel. Somit die Eisbären also nur mit zwölf Stürmern und fünf Verteidigern. Im Tor stand wieder Kevin Poulin.

Hinein in ein erstes Drittel, was fast ausnahmslos den Hausherren gehörte. Die Eisbären hatten zwar früh in der Partie das erste Powerplay des Spiels, konnten dieses jedoch nicht nutzen. Danach zogen die Münchner ihr Spiel auf, machten jede Menge Druck, sodass es bei 5-gegen-5 wie ein Powerplay aussah. Kevin Poulin bekam einiges zu tun, entschärfte aber jede Münchner Torchance und ließ die Spieler der Gastgeber damit verzweifeln.
Und was machten die Eisbären? Die sorgten mit einem ihrer nur vier Torschüsse im Auftaktdrittel für die komplett überraschende Führung. Louis-Marc Aubry brachte die Scheibe vor das Tor, dort wurde sie von Münchens Verteidiger Andrew Bodnarchuk abgefälscht, landete schließlich am langen Pfosten bei Sean Backman, welcher zum 1:0 einnetzen konnte (15.). Was die Analyse von Hannes über Sean Backman nicht so alles auslösen kann, traf die Nummer 61 der Eisbären doch auch schon am Mittwoch beim Heimsieg gegen Bremerhaven.
Danach machten es die Eisbären besser, ließen kaum noch etwas zu und nahmen die 1:0-Führung mit in die Kabine.

Das zweite Drittel begann der Meister in Überzahl, aber München fand weiterhin keinen Weg vorbei an Kevin Poulin, das Powerplay war jetzt aber auch nicht so gefährlich. Wie man sein Überzahlspiel nutzt, machten dann die Hauptstädter vor. Marcel Noebels mit dem klasse Pass auf Sean Backman, welcher abzog, jedoch an Danny Aus den Birken scheiterte. James Sheppard nahm die Scheibe auf, zog nach links außen und spielte Aus den Birken aus, hob den Puck schlussendlich mit der Rückhand ins Tor – 2:0 (27.).
Das zweite Drittel bot nun Eishockey auf Augenhöhe, beide Mannschaften spielten sich Chancen heraus und konnten diese manchmal auch nutzen. So tauchte nämlich München in der 33. Spielminute auch erstmals an diesem Abend auf der Anzeigetafel auf. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Ryan Button spielte die Scheibe zu Andreas Eder, welcher kurz schaute und dann abzog – 2:1.
Frank Mauer hätte dann fünf Minuten vor der zweiten Pause beinahe das 2:2 erzielt, als er alleine vor Kevin Poulin auftauchte, doch der Berliner Goalie hatte etwas dagegen und entschärfte diese brenzlige Situation.
Fast im Gegenzug die Eisbären mit dem 3:1. James Sheppard zog Richtung Tor und dann auch ab, Jamie MacQueen stand goldrichtig, um den Abstauber am linken Pfosten eiskalt zu verwerten (36.).
Beide Teams dann noch einmal mit einem Powerplay. Während die Eisbären ihr Überzahlspiel nicht nutzen konnten, schlug Justin Shugg nach nur sechs Sekunden eiskalt zu – 3:2 (39.). Was zugleich auch der Pausenstand in München nach 40 Minuten war.

Auch das Schlussdrittel begannen die Eisbären in Unterzahl, welche sie trotz guter Münchner Chancen schadlos überstanden. München übernahm danach wieder mehr und mehr das Kommando, drängte vermehrt auf den Ausgleich, die Eisbären versuchten stets bei Entlastungsangriffen für Gefahr zu sorgen. Und Aubry hatte dabei sicherlich die dickste Möglichkeit, als er praktisch das halbleere Tor vor sich hatte nach einem Zuckerpass von Brendan Ranford, doch Aus den Birken war mit dem Schoner zur Stelle.
Die Eisbären nahmen weiter Strafen und sie hielten dem Münchner Druck bis drei Minuten vor der Schlusssirene Stand. Dann sorgte eine Kombination über Mark Voakes, Matt Stajan und Trevor Parkes für den mittlerweile verdienten 3:3-Ausgleich (57.). Es sollte hier also in die Verlängerung gehen.

Und in dieser beide Mannschaften mit guten Möglichkeiten, aber die beiden Goalies wollten es unbedingt zum absoluten Showdown kommen lassen. Und in diesem hatte Danny Aus den Birken am Ende das bessere Ende auf seiner Seite. Während auf Münchner Seite Michael Wolf und Trevor Parkes trafen, verwandelte bei den Eisbären einzig Sean Backman seinen Penalty. Somit kassierten die Eisbären im fünften Penaltyschießen der Saison die erste Niederlage.

Eine Niederlage, die der Mannschaft sicher weh tut. Da lieferst du beim Meister ein klasse Auswärtsspiel ab, trotz den ganzen Personalproblemen und führst zweimal mit zwei Toren. Und dann kannst du dich am Ende doch nur mit einem Punkt belohnen. Was aber eben auch an der Qualität des Meisters liegt, welcher vor allem im ersten und letzten Drittel gehörig Druck auf das Eisbären-Tor machte und sich am Ende die Verlängerung auch redlich verdiente. Denn was die Torschüsse und Chancen anging, war München klar im Vorteil. Penaltyschießen ist dann eben reine Glückssache und da hatten die Gastgeber heute eben mehr Glück als die Eisbären.
Andererseits hatten die Eisbären ihre Chancen, das Spiel zu gewinnen. Nur waren sie eben dann doch nicht in allen Situationen so eiskalt und effektiv wie bei den drei Toren. Aber wir sehen endlich wieder kämpfende Eisbären, die bis zum Ende alles geben und die einen Punkt beim Meister geholt haben, welcher am Ende noch Goldwert sein kann.

Final-Neuauflage in München: Eisbären wollen den dritten Sieg in Folge einfahren

Ist sie vorbei, die Krise bei den Eisbären Berlin? Geht man rein nach den Ergebnissen, würde man sagen, es sieht wieder besser für die Hauptstädter aus. 5:4 n.P. in Düsseldorf gewonnen, beim 5:3 gegen Bremerhaven die fünf Spiele andauernde Niederlagenserie auf eigenem Eis beendet. Doch spielerisch hat die Mannschaft nach wie vor viel Luft nach oben, doch sind sicherlich schon wieder gute Ansätze zu sehen, denn geschenkt bekommen haben die Eisbären beide Siege nicht.

In beiden Spielen mussten die Spieler bis zur letzten Sekunde hart arbeiten, um die Spiele erfolgreich zu beenden. Vor allem kämpferisch haben die Eisbären überzeugen können, sie zeigten den unbändigen Willen, die Spiele gewinnen zu wollen. Zwischenzeitliche Rückschläge brachten sie kurz aus der Ruhe, aber nicht zum Fallen. Beide Spiele hätten auch die Gegner gewinnen können und wäre den Eisbären das Pech der letzten Wochen weiter treu geblieben, wären diese beiden Duelle auch an Düsseldorf und Bremerhaven gegangen. Aber das Glück vor dem eigenen aber auch gegnerischen Tor kehrte zurück. Und zudem präsentierte man sich in den beiden Spielen auch als eiskalt vor dem Tor, brachte viel mehr Scheiben gefährlich zum Tor und hatte vor allem immer wieder einen Spieler vorm Torhüter stehen, um ihm die Sicht zu nehmen.

Aber es wurde eben auch deutlich, dass die Eisbären bei Gegentoren immer noch ins Wanken geraten. Gerade gestern gegen Bremerhaven wurde es deutlich, als man scheinbar sicher früh mit 3:0 führte, doch Bremerhaven ließ die Eisbären mit dem Anschlusstreffer wieder zittern und war plötzlich die spielbestimmende Mannschaft. Aber während die Eisbären in den Wochen zuvor danach wieder komplett eingebrochen wären, zeigte sich gestern die kämpferische Seite. Die Jungs haben hart gearbeitet, haben versucht, dagegen zu halten, haben versucht, das Spiel zu gewinnen. Bremerhaven machte es den Eisbären nicht einfach, immer wieder musste Maxi Franzreb im Tor, gerade im zweiten Drittel, retten. Man stelle sich mal vor, die Eisbären hätten keine so starken zwei Goalies, wo würden die Eisbären in der Tabelle dann nur stehen? Sicherlich auf keinem Pre-Playoff-Platz.

Die zuletzt gezeigten Leistungen machen Mut, zeigen, dass die Eisbären wieder Tore schießen können, dass sie wieder auf eigenem Eis gewinnen können und das Rückschläge sie zwar kurz aus der Bahn werfen, man dann aber wieder geschlossen um den Sieg kämpft. Aber es wurde auch erneut deutlich, wie leicht die gegnerischen Spieler manchmal ins Angriffsdrittel der Eisbären kommen, wie oft sie alleine auf Kevin Poulin oder aber gestern Abend Maxi Franzreb zulaufen können. Daran müssen die Eisbären arbeiten. Sie müssen ein gesundes Maß aus guter Defensive und starker Offensive finden. Im Moment, also in den letzten beiden Spielen, half die starke Offensive, die manchmal schwache Defensive vergessen zu machen und gab dem Team somit die Möglichkeit, die Spiele zu gewinnen. Aber man sollte die Torhüter mehr unterstützen, damit solche Alleingänge nicht mehr so oft passieren werden.

Das nächste schwere Spiel wartet bereits morgen Abend auf die Eisbären Berlin. Dann geht es ab 19:30 Uhr beim Deutschen Meister EHC Red Bull München zur Sache. Beide bisherigen Aufeinandertreffen in dieser Saison gingen an München – 4:2 in Berlin, 3:1 in München. Und München spielte zuletzt sehr gerne auf eigenem Eis gegen die Eisbären, gewann man doch sieben der letzten neun Heimspiele.
Was den Eisbären aber Hoffnung machen kann? Zum einen die Tatsache, dass man die letzten beiden Spiele gegen Top-6-Teams gewonnen hat und München zählt dazu. Zum anderen der Fakt, dass die Eisbären auswärts vier der letzten fünf Spiele gewinnen konnten. Die Gegner? Ingolstadt, Mannheim, Köln und Düsseldorf. Alles besser platzierte Teams als die Eisbären. Und München ist ebenso besser platziert als die Berliner.

5:3 gegen Bremerhaven! Die Eisbären beenden die Niederlagenserie auf eigenem Eis

 

Ausgabe #19:

Zum Abschluss von Weihnachten 2018 haben die Eisbären das beste Geschenk noch parat gehabt. Sie gewannen ihr Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven vor 13.412 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof mit 5:3 (3:1,0:1,2:1) und beendeten damit die fünf Spiele andauernde Niederlagenserie in der eigenen Arena. Doch bevor der Sieg unter Dach und Fach war, mussten die Berliner 60 Minuten hart arbeiten, um starke Bremerhavener in die Knie zu zwingen.

Bei den Eisbären fehlten auch gegen Bremerhaven wieder Mark Cundari, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Florian Kettemer und Mark Olver. Dafür gab es im Tor einen Wechsel, Maximilian Franzreb durfte heute den Eisbären-Käfig hüten, Kevin Poulin bekam eine Pause von Trainer Stéphane Richer.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Hinein ins Spiel, in dem beide Mannschaften gleich den Gang in die Offensive suchten, es aber die Eisbären waren, die den Abend eröffneten. Florian Busch brachte die Scheibe vor das Tor, von wo sie abgefälscht ins Tor ging. Ex-Eisbären-Goalie Tomas Pöpperle hatte da keine Chance gehabt – 1:0 (6.).
Nur eine Minute später hatte Bremerhaven die große Chance zum Ausgleich, als Chad Nehring alleine auf Franzreb zulief, die Scheibe jedoch neben das Tor setzte.
Beide Mannschaften hatten ihre Chancen in diesem Auftaktdrittel, aber nur die Eisbären waren es, die ihre eiskalt nutzen konnten. Es lief die 12. Spielminute, als Martin Buchwieser an Pöpperle scheiterte, die Scheibe lag aber frei am rechten Pfosten. James Sheppard sah dies, schnappte sich die Scheibe, kurvte per Bauerntrick rum ums Tor und schob den Puck ins Tor – 2:0.
Auch nach dem zweiten Eisbären-Treffer wieder ein Alleingang der Gäste, diesmal versuchte es Friesen, aber Franzreb war zur Stelle. Und als die Eisbären danach in Überzahl waren, schepperte es so richtig im Tor von Pöpperle. Jonas Müller hatte mal zum Schuss ausgeholt und die Scheibe ins Bremerhavener Tor gehämmert – 3:0 (15.). Danach war der Arbeitstag von Tomas Pöpperle zu Ende, Jaroslav Hübl kam für ihn ins Tor.
Das war wie ein Weckruf für die Gäste, die drei Minuten vor der ersten Pause verkürzen konnte. Chad Nehring bekam die Scheibe, wurde nicht angegriffen, zog ab und der Puck ging über Franzrebs Fanghand ins Tor – 3:1 (17.). Nehring sorgte somit für den Pausenstand nach 20 Minuten in Berlin.

Im Mitteldrittel fand Bremerhaven dann immer besser ins Spiel und hatte auch relativ früh im zweiten

Foto: eisbaerlin.de/walker

Drittel ein Überzahlspiel. In dem die Eisbären mit der großen Chance in Unterzahl, doch Florian Busch vergab diese. Und im Gegenzug mit Ablauf der Strafe konnte Bremerhaven erneut verkürzen. Mike Hoeffel spielte die Scheibe vom rechten Bullykreis in den Slot, wo Carson McMillan den Puck unhaltbar für Franzreb abfälschte – 3:2 (28.).
Auch danach die Gäste weiterhin am Drücker, von den Eisbären kam nicht viel in den zweiten 20 Minuten. Bremerhaven war am Drücker, die Gäste bestimmten das Spielgeschehen, die Eisbären waren immer einen Schritt langsamer, brachten die 3:2-Führung jedoch mit in die zweite Drittelpause, was man auch Maximilian Franzreb zu verdanken hatte, der einige klasse Paraden bei hatte.

Foto: eisbaerlin.de/walker

18 Sekunden war der Schlussabschnitt erst alt, da schockten die Eisbären Bremerhaven. Jaroslav Hübl konnte einen Schuss nur prallen lassen, Sean Backman nahm den Abstauber auf und versenkte die Scheibe im Tor – 4:2 (41.). Der Treffer wurde allerdings noch einmal wegen einer möglichen Torhüterbehinderung überprüft, anschließend aber gegeben.
Aber Bremerhaven ließ nicht locker und die Eisbären halfen auch noch mit. Mark Zengerle mit dem Pass in den Slot, Louis-Marc Aubry lenkte die Scheibe mit dem Schlittschuh jedoch unglücklich ins eigene Tor – 4:3 (44.).
Fortan war es ein Spiel, welches hin und her ging, jedoch ohne die großen zwingenden Torchancen. Bremerhaven versuchte am Ende noch einmal alles, nahm eine Auszeit und den Goalie vom Eis, nur das nutzten die Eisbären in Person von Aubry, welcher die Scheibe von Marcel Noebels zugespielt bekam und keine große Mühe hatte, die Scheibe im verwaisten Bremerhavener Tor unterzubringen – 5:3 (59.). Das Spiel war damit durch und der erste Heimsieg nach fünf Niederlagen in Folge eingefahren.

Und dieser Sieg tut so gut und war er doch der Lohn harter Arbeit. Zwar dachten alle nach dem frühen

Foto: eisbaerlin.de/walker

3:0, das Ding hier ist gelaufen. Aber Bremerhaven steckte nicht auf, bewies einmal mehr, dass in dieser Saison mit ihnen zu rechnen ist und kämpfte sich zurück ins Spiel. Aber die Eisbären ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen, sie machten die Tore immer zum richtigen Zeitpunkt und hatten hinten auch Glück, dass Maximilian Franzreb heute so stark war. Der Sieg kam dank einer mannschaftlich geschlossenen Leistung zu Stande, die Spieler ließen die Köpfe nach dem schwachen zweiten Drittel nicht hängen und schockten Bremerhaven früh im letzten Drittel. Dadurch zogen sie den Gästen letztendlich den Zahn. Zwar versuchten die Pinguins im letzten Drittel noch einmal alles, aber die Defensive der Berliner ließ nicht mehr viel zu und so feierten die Eisbären den zweiten Sieg in Folge. Vielleicht ja der Beginn einer längeren Siegesserie.

Einziger Wermutstropfen ist die mögliche Verletzung von Kapitän André Rankel, welcher mit Oberkörper-Problemen das Spiel vorzeitig beenden musste. Genauere Erkenntnisse über die Schwere der Verletzung soll es morgen geben.

Gastbeitrag: Hannes‘ Analyse

Einleitung:

Die Kritik an Mannschaft und Trainerteam nahm in den letzten Wochen drastisch zu und gipfelte in der Entlassung des Cheftrainers Clement Jodoin. Doch viele Kritikpunkte, gerade in den Kommentarspalten von Facebook und Co., sind unsachlich oder oberflächlich. Ich nehme dies als Anlass, einmal genauer hinzuschauen und mich zu fragen, warum es in der Mannschaft nicht so funktioniert wie gewünscht und was eigentlich von dieser Mannschaft zu erwarten ist. Den Start mache ich mit Sean Backman. Hier lagen die Erwartungen besonders hoch, da der teaminterne Topscorer der letzten Saison nicht in die Saison zu kommen scheint.

Sean Backman

Sean Backman war letzte Saison Topscorer der Eisbären. Doch diese Saison leidet der Kanadier unter akuter Ladehemmung. Wir haben uns auf die Suche nach den Gründen gemacht

      1. Schussquote und Schussposition

Backman gab bis dato in dieser Saison die zweitmeisten Schüsse auf das gegnerische Tor ab (86). Nur Micki DuPont schießt fast schon traditionell häufiger (99). Die Schussquote liest sich für einen vermeintlichen Topstürmer aber katastrophal. Bei einer Schussquote von 5,81% haben derzeit nur Buchwieser, Fischbuch und Smith als Stürmer mit mind. 15 gespielten Spielen eine schlechtere Schussquote als der letztjährige Toptorschütze. Hinzu kommt, dass Backman all seine Tore bisher im Powerplay geschossen hat.

Seine Schüsse gibt Backman hauptsächlich aus dem Slot ab, also aus dem Bereich direkt vor dem Tor, der als gefährlichster Bereich in der Angriffszone gilt. Die Aussagekraft der Schussquote wird nochmals deutlicher, wenn man bedenkt, dass bspw. Brandon Ranford ebenfalls einen Großteil seiner Schüsse und Tore aus dem Slot erzielt und hier eine Erfolgsquote von 15,87% aufweist. Dass sich Backmans Schussquote aber wieder annähernd auf die Quote aus der letzten Saison erhöhen wird, ist zu bezweifeln. In seiner Zeit in der AHL hatte er nicht eine Saison eine Schussquote von über 10%, in seiner ersten Saison für die Eisbären lag er aber bei über 14%.


2.Nick Petersen

Nick Petersen spielte in der letzten Saison eine tragende Rolle. Er war teamintern zweitbester Scorer der Hauptrunde und agierte in der Reihe mit Backman und Sheppard hauptsächlich als Spielmacher. Von Backmans 24 Toren bereitete Petersen 9 direkt vor. Sein Abgang hat ohne Zweifel ein Loch bei den Eisbären hinterlassen. Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass aus der letztjährigen Paradereihe nur Backman strauchelt. James Sheppard hat diese Saison einen Punkteschnitt von 0,7 Pkt/Spiel (Vgl. 2017/2018 0,63 Pkt/Spiel). Bei ihm scheint es also im Gegensatz zu Sean Backman keine direkte Abhängigkeit zu Nick Petersen zu geben. Gleichzeitig konnte den beiden aber kein gleichwertiger Spielmacherersatz an die Seite gestellt werden. Weder MacQueen, noch Rankel, die in dieser Saison am häufigsten neben Sheppard und Backman gespielt haben, konnten Backman so in Szene setzen wie Petersen.

3. Wer ist der “echte” Sean Backman?

Als Anhänger der Eisbären ist man verwöhnt worden vom 2017/2018er Sean Backman. Da kommt jemand aus Nordamerika und wird prompt in der ersten Saison Topscorer des Teams. Umso heftiger ist die Kritik an ihm in dieser Saison. Doch ein Blick in Backmans AHL Jahre zeigen, dass er keinesfalls der Typ Scorer ist, als der er sich in seiner DEL Premierensaison präsentierte. Backman machte in der AHL im Schnitt 0,46 Pkt/Spiel. In seiner ersten DEL Saison verbuchte er 0,86 Pkt/Spiel. Mit den 0,41 Pkt/Spiel aus dieser Saison gleicht er sich also seinen AHL Werten an. Backmans Scoringeigenschaften unterlagen im Übrigen schon immer heftigen Schwankungen, so rangierte seine Punktausbeute zwischen 0,27 Pkt/Spiel (2011/2012 für die Bridgeport Sound Tigers) und 0,81 Pkt/Spiel (2015/2016 für die Ontario Reign). So schade es ist, wir werden uns wohl damit abfinden müssen, dass die vergangene Saison ein Ausreißer nach oben in der Karriere des Sean Backman war. Genauso gut ist es aber möglich, dass die aktuelle Saison ein Ausreißer nach unten ist. Man wäre sicherlich zufrieden, wenn Backman konstant 0,6 – 0,7 Punkte pro Spiel machen würde.

     4. Das Fazit

Backman hat für seine Verhältnisse in der vergangenen Saison overperformed. Seinen Platz in der Topreihe neben James Sheppard musste er konsequenterweise im ersten Spiel unter Stephane Richer abgeben, dort stürmten gegen Augsburg bereits Jamie MacQueen und Florian Busch, gegen die DEG rückte Fischbuch für Busch in die Reihe.

Im Powerplay bleibt Backman aber weiterhin eine Waffe, deswegen wird er weiterhin auch Eiszeit in den Special Teams, vor allem in Überzahl bekommen. Sollte seine Ausbeute im 5-gegen-5 aber weiterhin so dürftig sein, wird er sich langfristig, wie bereits gegen die DEG, in Reihe 3 oder 4 des Lineups wiederfinden.

Auswärts fühlen sich die Eisbären eben wohler – 5:4 n.P. dank des doppelten Jamie MacQueen!

Was zu Hause nicht klappt, gelingt auf fremden Eis. Die Eisbären Berlin haben am Tag vor Heiligabend ihr Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG mit 5:4 n.P. (1:2,2:1,1:1/0:0,1:0) für sich entschieden und somit für ein versöhnlichen Wochenendabschluss gesorgt. Die Eisbären zeigten vor 8.782 Zuschauern im ISS-Dome eine starke Leistung, ließen sich dieses Mal auch nicht von Rückschlägen aus der Ruhe bringen und verdienten sich somit am Ende die zwei Punkte, welche Balsam für die geschundene Eisbären-Seele sind. 

Bei den Eisbären fehlten heute neben Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver auch noch Mark Cundari und Florian Kettemer, bei denen die Diagnose noch aussteht.

Düsseldorf erwischte den besseren Start. 90 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Berliner Gehäuse. Jaedon Descheneau setzte sich klasse über rechts durch, spielte die Scheibe an den langen Pfosten, wo Philip Gogulla angerauscht kam und zum 0:1 einnetzen konnte.
Doch die Eisbären schlugen zurück. Nach einem Gewühl vor dem DEG-Tor entschieden die beiden Hauptschiedsrichter Schrader und Smetana auf Penalty für die Gäste aus Berlin, Jamie MacQueen nutzte diese Chance zum Ausgleich – 1:1 (4.).
Es ging hier auf und ab, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive und kamen auch zu guten Torchancen. Ein interessant anzusehendes Spiel. Es folgten dann Strafen auf beiden Seiten, dabei aber mehr für die Eisbären. Doch so gut beide auch in Überzahl spielten, Tore sollten dabei nicht fallen. Erst nach einer nicht genutzten Überzahlgelegenheit schlug die DEG zu. Alex Barta mit dem Zuspiel auf Braden Pimm, doch Kevin Poulin parierte sehr stark, war dann aber bei Gogullas Nachschuss machtlos, worüber er sich auch maßlos ärgerte – 1:2 (19.). Das war zugleich auch der Pausenstand.
Daniel Fischbuch mit seinem Fazit nach 20 Minuten bei Telekom Sport:

Es geht auf und ab. Wir müssen schauen, dass wir von der Strafbank wegbleiben. Wir wollen weiter schnell und hart spielen.

Die Eisbären gleich zu Beginn des zweiten Drittels mit einem Überzahlspiel, welches sie aber nicht nutzen konnten. Danach eine hart umkämpfte Partie, beide Teams konzentrierten sich auf ihre Defensive, wollten nicht mehr so viele Chancen zulassen.
Die Eisbären dann aber mal mit einem klasse Forechecking, James Sheppard erkämpfte die Scheibe hinter dem Düsseldorfer Tor, spielte sie zu Marcel Noebels, welcher den Puck zurück legte zu André Rankel, der zog ab, sein Schläger zerbrach, doch der Puck hoppelte ins Tor – 2:2 (26.).
Die DEG danach bemüht, zurückzuschlagen, aber die Defensive der Eisbären stand sehr gut und machte es der DEG schwer. Und wenn doch was durch kam, war Kevin Poulin zur Stelle.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause Powerplay Berlin, eine klasse Kombination sorgte dann für die erstmalige Berliner Führung. Jamie MacQueen verteilte die Scheibe an der blauen Linie zu James Sheppard, der runter zur Torlinie auf Marcel Noebels, der mit dem Pass in den Slot. Da blieb die Scheibe hängen, James Sheppard sah dies und schloss eiskalt ab – 3:2 (34.).
Fortan die DEG mit einigen Fehlern in der Defensive, was den Eisbären hundertprozentige Chancen ermöglichte, aber Marcel Noebels und Martin Buchwieser vergaben diese großen Chancen. Das sollte sich rächen, denn in der letzten Spielminute des Mitteldrittels bekamen die Gäste die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Kevin Marshall zog von der blauen Linie ab und die Scheibe flog an Freund und Feind vorbei ins Berliner Tor – 3:3 (40.).
Unentschieden also nach 40 Minuten. Leon Niederberger mit seinem Fazit nach 40 Minuten:

Wir müssen schauen, dass wir defensiv einfacher spielen. Wir sind definitiv nicht zufrieden mit unserer Defensivleistung. Aber wir sind froh, mit einem 3:3 ins letzte Drittel gehen zu können.

Im letzten Drittel kassierten die Eisbären bereits nach 17 Sekunden eine Strafzeit, die DEG also relativ früh mit dem nächsten Powerplay, welcher aber ungenutzt blieb. 45 Minuten waren gespielt, da hatte Patrick Buzas zwei gute Chancen, einmal parierte Kevin Poulin, beim zweiten Mal stand der Pfosten im Weg.
Drei Minuten später halfen jedoch weder Poulin noch der Pfosten. Jonas Müller mit dem Puckverlust an der Bande im eigenen Drittel, die Scheibe kam in den Slot zu Jaedon Deschenau, welcher frei vor Poulin sich die Ecke aussuchen konnte – 3:4 (48.).
Die Chancenverwertung drohte den Eisbären hier zum Verhängnis zu werden. Aber ihre Moral war heute einfach überragend. Als die Eisbären in Überzahl waren, brachten sie zunächst nichts zu Stande. Doch dann Louis-Marc Aubry mit dem Pass auf Brendan Ranford in die Rundung, der zog vor das Tor und hob die Scheibe über den DEG-Goalie Frederik Pettersson-Wentzel hinweg ins Tor – 4:4 (53.).
Auch danach beide Mannschaften weiterhin bemüht, aber ein weiterer Treffer in diesem offenen Schlagabtausch sollte nicht mehr fallen, weshalb es in die Verlängerung ging.

Da auch diese ohne Entscheidung blieb, musste das Penaltyschießen entscheiden. Während bei der DEG alle Schützen vergaben, tanzte Jamie MacQueen den DEG-Goalie eiskalt aus und verwandelte den entscheidenden Penalty zum 5:4-Auswärtssieg bei den Rheinländern. MacQueen eröffnete also auf Berliner Seite den Torreigen mit einem Penaltytor und beendete dann das Spiel auch mit einem solchen Tor.

Das tut der Eisbären-Seele gut. Sie kehren mit zwei Punkten im Gepäck zurück nach Berlin und können somit mit ein bisschen Freude im Gesicht Weihnachten feiern. Und der Sieg war keinesfalls unverdient, die Mannschaft kämpfte über 65 Minuten verbissen, kämpfte mannschaftlich geschlossen um jeden Zentimeter Eis, setzte die DEG immer wieder früh unter Druck und ließ sich auch von Rückständen nicht aus der Ruhe bringen. Selbst, als man im zweiten Drittel beste Möglichkeiten ungenutzt ließ und die DEG etwas glücklich ausgleichen konnte und dann im Schlussdrittel sogar wieder in Führung ging, ließ die Mannschaft die Köpfe nicht hängen und kämpfte sich wieder zurück ins Spiel und gewann dieses am Ende auch noch. Was ein Sieg der Moral, des unbändigen Willens war, die Rückreise mit etwas Zählbarem anzutreten. Das hat geklappt, nun gilt es, eine solche Leistung am Mittwoch mal wieder vor heimischen Publikum abzurufen, damit Bremerhaven nicht die sechste Mannschaft sein wird, die drei Punkte aus Berlin entführen kann.

Marcel Noebels mit seinem Statement zum Spiel:

Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben viel investiert, sind viel gelaufen, das haben wir Freitag aber auch schon gemacht. Nur heute haben wir uns dafür aber auch belohnt. 

1:2 gegen Augsburg: Auch der neue Trainer Stéphane Richer kann den Heimfluch nicht brechen

 

Ausgabe #18:

Im Moment würde wahrscheinlich jede DEL-Mannschaft sehr gerne in Berlin antreten. Denn dort verteilen die Eisbären Berlin seit Wochen artig Geschenke zu Weihnachten, das fünfte Präsent ging am Freitagabend vor 10.587 Zuschauern an die Augsburger Panther, welche ihr Auswärtsspiel in der Hauptstadt mit 2:1 (2:0,0:1,0:0) gewannen und den Eisbären damit die fünfte Heimniederlage (!) in Folge beifügten. Da half also auch der Trainerwechsel unter der Woche nichts mehr. Clément Jodoin wurde ja bekanntlich entlassen, Stéphane Richer hat vorübergehend übernommen. Aber heute hat man gesehen, dass es sicherlich nicht am Trainer gelegen hat. Aber so ein Trainer entlässt sich natürlich einfacher als ein ganzes Team.

Richer nahm gleich einmal kleine Änderungen im Kader vor. Mark Cundari rückte wieder in den Kader, dafür saß Danny Richmond als überzähliger Importspieler auf der Tribüne. Vincent Hessler half in Weißwasser aus, dafür kehrte Charlie Jahnke zurück ins Line-up. Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver fehlten weiterhin. Kevin Poulin, welcher seinen Arbeitsplatz am Dienstag wutentbrannt verlassen hatte, stand wieder von Beginn an im Eisbären-Käfig.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären kamen in den ersten Minuten gut aus der Kabine, man merkte ihnen an, dass sie sich hier etwas vorgenommen hatten. Sie suchten sofort den Weg in die Offensive und prüften sogleich auch AEV-Goalie Olivier Roy. Augsburg brauchte einen Moment, um ebenfalls ins Spiel zu finden und von da an war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem es hin und her ging, jedoch ohne die großen hundertprozentigen Torchancen.
Als die Gäste erstmals in Überzahl agieren konnten, schlugen sie eiskalt zu. Matt White setzte Matt Fraser in Szene und der brachte die Panther in Front – 0:1 (13.).
Spätestens nach diesem Tor merkte man den Eisbären die Verunsicherung wieder an, von da an ging nach vorne nichts mehr, es häuften sich die Fehlpässe und einen genauen Plan konnte man wieder nicht erkennen. Und zu allem Überfluss gab es dann auch noch das nächste Überzahlspiel der Fuggerstädter.
Daniel Schmölz zog in diesem ab, Jens Baxmann fälschte unglücklich ab und die Scheibe trudelte Kevin Poulin durch die Schoner – 0:2 (17.).
Die Eisbären zum Ende hin dann zwar auch noch mit einem Powerplay, aber dieses hatte die Bezeichnung nicht verdient. Mit 0:2 ging es also nach 20 Minuten in die erste Drittelpause.

Die Fans nahmen das Ganze übrigens inzwischen mit Humor, man forderte einen neuen Trainer, ganz

Foto: eisbaerlin.de/walker

neue Spieler oder aber sogar die Juniors. Was soll man in dieser Zeit auch sonst machen, man kann das Ganze nur noch mit Humor nehmen. Im zweiten Drittel sollte das jetzt nicht unbedingt besser werden. Das, was die Eisbären da auf dem Eis anboten, war schon nicht mehr wirklich schön gewesen. Zu viele unnötige Scheibenverluste, Probleme bei der Puckannahme, Probleme beim Schlittschuhlaufen. Irgendetwas war immer. Aber Augsburg stand hinter auch verdammt gut, machte es den Hausherren somit äußerst schwer. Augsburg lauerte indes vermehrt auf Konter, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden.
Zum Ende des Mitteldrittels gelang es den Eisbären dann aber doch einmal, so etwas wie eine Drangphase aufzubauen, sie setzten Augsburg unter Druck und hatten auch Chancen. Eine davon, ein Schuss von André Rankel von der blauen Linie, konnte Louis-Marc Aubry in der 39. Spielminute abfälschen – 1:2. Was zugleich auch der Pausenstand war.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Berliner übrigens bereits ohne zwei Verteidiger. Mark Cundari und Florian Kettemer verletzten sich während des Spiels am Knie bzw. Fuß und konnten selbiges nicht mehr fortsetzen. Gute Besserung an dieser Stelle, wollen wir mal hoffen, dass es bei beiden Spielern nichts schlimmes ist. Kettemer spielt nämlich eine sehr gute Saison bisher und Cundari hatte heute gute Ansätze bei, war dabei aktiver als Danny Richmond in seinen letzten Spielen.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das letzte Drittel zeigte dann bemühte Eisbären, die hier wirklich den Ausgleich erzielen wollten. Sie gaben alles, kämpften, aber man merkte ihnen trotzdem die Verunsicherung und das fehlende Selbstvertrauen an, es klappte bei weitem nicht alles, aber das Bemühen kann man ihnen nicht absprechen. Irgendetwas war einfach immer. Entweder blockten die Augsburger Spieler den Schuss, oder der Schläger zerbrach oder Olivier Roy war zur Stelle. Oder aber die Scheiben sprangen einfach ungünstig. Würde es bei den Eisbären laufen, wären all diese Sachen besser gelaufen und es wären Tore gefallen, aber wenn es mal nicht läuft, dann aber so richtig. Und bei den Eisbären läuft es zur Zeit überhaupt nicht, das wurde heute noch einmal mehr als deutlich. Was sie auch versuchten, es klappte nicht und der Frust im Team wird sichtbar immer größer. Es blieb bis zur Schlusssirene beim 1:2.

So langsam fällt einem nichts mehr dazu ein. Die Eisbären kassieren die fünfte Heimniederlage in Folge. Ja, sie begannen äußerst schwungvoll, aber kaum bekommen sie ein Gegentor, ist die Verunsicherung wieder da und sie ergeben sich ihrem Schicksal. Über weite Strecken wirkte das einfach ideenlos, mutlos, kraftlos, teilweise auch lustlos. Aber dann hatten sie eben auch wieder Phasen dabei, in denen man deutlich sah, wie bemüht sie waren, aber es fehlte im Abschluss eben an einigen Dingen, die eben gegen dich laufen, wenn es gerade nicht gut läuft.
Was man in dieser Saison schon so lange vermisst, ist mal ein Eisbären-Spiel, in dem sie über 60 Minuten gutes Eishockey zeigen, bis zur Schlusssirene kämpfen und sich am Ende mit drei Punkten belohnen. Die Spiele, welche genau so abliefen, kann man vermutlich an einer Hand abzählen. Den Eisbären mangelt es daran, konstant gute Leistungen über einen längeren Zeitraum zu bringen. Im Moment ist man lediglich konstant inkonstant.
Die Verantwortlichen der Eisbären wollten mit dem Trainerwechsel sicherlich die Talfahrt beenden und die Wende zum Guten einleiten. Im ersten Spiel ist dieses Unterfangen noch nicht gelungen und es gibt sicherlich nicht wenige Fans, die sich darüber freuen. Denn die Misere an Clément Jodoin festzumachen, wäre zu einfach gewesen. Nur kann man eben kein ganzes Team austauschen und dann muss in solchen Situationen meistens der Trainer seinen Stuhl räumen. Dass nicht alle Fans damit zufrieden waren, zeigte sich heute bei der Vorstellung von Stéphane Richer, als man vereinzelte Pfiffe in der Arena am Ostbahnhof hören konnte.

Nach vier Heim-Niederlagen in Folge: Eisbären wollen mit neuem Trainer den Heimfluch brechen

Wenn morgen Abend um 19:30 Uhr der erste Puck in der Arena am Ostbahnhof eingeworfen wird und die Partie der Eisbären Berlin gegen die Augsburger Panther beginnt, wird es hinter der Bande der Eisbären einen neuen Chefcoach geben. Nach der 2:5-Niederlage gegen Nürnberg am Dienstag reagierten die Eisbären-Verantwortlichen und entließen Trainer Clément Jodoin nach der vierten Heimpleite in Folge. Übergangsweise soll nun Stéphane Richer das Team trainieren und morgen Abend gibt Richer sein Trainer-Debüt für die Eisbären. 

Viele Fans hatten sich dieses Szenario lange gewünscht, dennoch kam diese Meldung gestern Abend doch etwas überraschend, ist man doch solches Vorgehen bei den Eisbären keinesfalls gewohnt gewesen in letzter Zeit. Jeff Tomlinson war der letzte EHC-Coach, dem ebenfalls kurz vor Weihnachten gekündigt wurde. Doch sonst war so etwas bei den Eisbären in den letzten Jahren nie der Fall gewesen. Auch ein Grund dafür, weshalb man in dieser Zeit sieben Meisterschaften feiern konnte. 

Dass es nun ausgerechnet Clément Jodoin trifft, ist der übliche Werdegang im Sport. Du kannst eben kein ganzes Team austauschen, denn sind wir mal ehrlich, wir alle wissen nicht, was Jodoin den Spielern immer vor den Spielen und während des Trainings gesagt hat. Vielleicht hatte er ja den perfekten Plan, nur waren es am Ende die Spieler, die diesen nicht umsetzen konnten oder sogar wollten. Die aktuelle Misere ist an vielen Stellen festzumachen, mir würden da so einige Leistungsträger einfallen, die ihrer Normalform meilenweit hinterher hängen, aber der Trainer ist wohlmöglich der Letzte, der Schuld an diesem ganzen Dilemma trägt. Viel mehr scheint es im Hintergrund der Eisbären so manchen Machtkampf zu geben, welchen wir nicht mitbekommen. Und dass es in den letzten Jahren seit der siebten Meisterschaft überhaupt nicht mehr rund läuft in Berlin, das weiß jeder. Die Vizemeisterschaft im letzten Jahr war da einfach nur ein positiver Ausrutscher gewesen. 

Ob nun mit Richer alles besser wird, weiß keiner. Ebenso, wer jetzt als Nachfolger von Jodoin präsentiert wird. Eins ist aber Fakt, die Ausrede, es habe am Trainer gelegen, kann nun keiner mehr bringen. Ab morgen sind alle Spieler gefordert, ihre beste Leistung über 60 Minuten abzurufen. Und diese wird auch nötig sein, will man das Überraschungsteam der Liga in die Knie bezwingen. Denn Augsburg spielt eine sehr starke Saison bisher, da muss vieles positiv bei den Eisbären laufen, damit man Augsburg schlagen kann. Aber um das zu schaffen, braucht man erst einmal eine Portion Selbstvertrauen und daran hat es der Mannschaft zuletzt gemangelt. Ebenso an der Selbsteinschätzung, gab doch Florian Busch nach dem Nürnberg-Spiel schonungslos zu, man habe sich selbst überschätzt und den Gegner unterschätzt. Wer so an die Sache gegen Augsburg heran geht, wird am Ende sein blaues Wunder erleben. Gegen den AEV muss man eine Top-Leistung abrufen, will man die Fuggerstädter mit einer Niederlage auf die Heimreise schicken und damit den Heimfluch besiegen. 

Natürlich kann man morgen Abend von Richer noch keine Wunderdinge erwarten, aber dennoch hat er schon ein bisschen was geändert (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 20.12.2018):

Wir haben ein paar Kleinigkeiten geändert. Wir haben noch nicht entschieden, wie und wer morgen spielen wird. Wir entscheiden das morgen. Meine ganze Konzentration richtet sich jetzt auf die Mannschaft, mehr Konstanz reinzubringen und Spiele zu gewinnen.

Vielleicht erhält ja so auch ein Mark Cundari morgen Abend mal wieder Eiszeit, er wäre sicherlich ein guter Ersatz für Danny Richmond, der zur Zeit nicht zu überzeugen weiß. Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver. Marvin Cüpper ist wieder fit, wird aber vorerst zu den Lausitzer Füchsen wechseln, um dort die nötige Spielpraxis zu sammeln. 

Beide Mannschaften treffen zum dritten Mal in dieser Saison aufeinander. Die ersten beiden Duelle fanden im Curt-Frenzel-Stadion statt. Berlin gewann 2:1 n.V., Augsburg 3:0. 

Der voraussichtliche Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Augsburger Panther am 21.12.2018 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser, Hamburg oder die U18-Nationalmannschaft im Einsatz:

Marvin Cüpper, Tobias Ancicka, Jake Ustorf, Vincent Hessler, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel