Nach vier Heim-Niederlagen in Folge: Eisbären wollen mit neuem Trainer den Heimfluch brechen

Wenn morgen Abend um 19:30 Uhr der erste Puck in der Arena am Ostbahnhof eingeworfen wird und die Partie der Eisbären Berlin gegen die Augsburger Panther beginnt, wird es hinter der Bande der Eisbären einen neuen Chefcoach geben. Nach der 2:5-Niederlage gegen Nürnberg am Dienstag reagierten die Eisbären-Verantwortlichen und entließen Trainer Clément Jodoin nach der vierten Heimpleite in Folge. Übergangsweise soll nun Stéphane Richer das Team trainieren und morgen Abend gibt Richer sein Trainer-Debüt für die Eisbären. 

Viele Fans hatten sich dieses Szenario lange gewünscht, dennoch kam diese Meldung gestern Abend doch etwas überraschend, ist man doch solches Vorgehen bei den Eisbären keinesfalls gewohnt gewesen in letzter Zeit. Jeff Tomlinson war der letzte EHC-Coach, dem ebenfalls kurz vor Weihnachten gekündigt wurde. Doch sonst war so etwas bei den Eisbären in den letzten Jahren nie der Fall gewesen. Auch ein Grund dafür, weshalb man in dieser Zeit sieben Meisterschaften feiern konnte. 

Dass es nun ausgerechnet Clément Jodoin trifft, ist der übliche Werdegang im Sport. Du kannst eben kein ganzes Team austauschen, denn sind wir mal ehrlich, wir alle wissen nicht, was Jodoin den Spielern immer vor den Spielen und während des Trainings gesagt hat. Vielleicht hatte er ja den perfekten Plan, nur waren es am Ende die Spieler, die diesen nicht umsetzen konnten oder sogar wollten. Die aktuelle Misere ist an vielen Stellen festzumachen, mir würden da so einige Leistungsträger einfallen, die ihrer Normalform meilenweit hinterher hängen, aber der Trainer ist wohlmöglich der Letzte, der Schuld an diesem ganzen Dilemma trägt. Viel mehr scheint es im Hintergrund der Eisbären so manchen Machtkampf zu geben, welchen wir nicht mitbekommen. Und dass es in den letzten Jahren seit der siebten Meisterschaft überhaupt nicht mehr rund läuft in Berlin, das weiß jeder. Die Vizemeisterschaft im letzten Jahr war da einfach nur ein positiver Ausrutscher gewesen. 

Ob nun mit Richer alles besser wird, weiß keiner. Ebenso, wer jetzt als Nachfolger von Jodoin präsentiert wird. Eins ist aber Fakt, die Ausrede, es habe am Trainer gelegen, kann nun keiner mehr bringen. Ab morgen sind alle Spieler gefordert, ihre beste Leistung über 60 Minuten abzurufen. Und diese wird auch nötig sein, will man das Überraschungsteam der Liga in die Knie bezwingen. Denn Augsburg spielt eine sehr starke Saison bisher, da muss vieles positiv bei den Eisbären laufen, damit man Augsburg schlagen kann. Aber um das zu schaffen, braucht man erst einmal eine Portion Selbstvertrauen und daran hat es der Mannschaft zuletzt gemangelt. Ebenso an der Selbsteinschätzung, gab doch Florian Busch nach dem Nürnberg-Spiel schonungslos zu, man habe sich selbst überschätzt und den Gegner unterschätzt. Wer so an die Sache gegen Augsburg heran geht, wird am Ende sein blaues Wunder erleben. Gegen den AEV muss man eine Top-Leistung abrufen, will man die Fuggerstädter mit einer Niederlage auf die Heimreise schicken und damit den Heimfluch besiegen. 

Natürlich kann man morgen Abend von Richer noch keine Wunderdinge erwarten, aber dennoch hat er schon ein bisschen was geändert (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 20.12.2018):

Wir haben ein paar Kleinigkeiten geändert. Wir haben noch nicht entschieden, wie und wer morgen spielen wird. Wir entscheiden das morgen. Meine ganze Konzentration richtet sich jetzt auf die Mannschaft, mehr Konstanz reinzubringen und Spiele zu gewinnen.

Vielleicht erhält ja so auch ein Mark Cundari morgen Abend mal wieder Eiszeit, er wäre sicherlich ein guter Ersatz für Danny Richmond, der zur Zeit nicht zu überzeugen weiß. Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver. Marvin Cüpper ist wieder fit, wird aber vorerst zu den Lausitzer Füchsen wechseln, um dort die nötige Spielpraxis zu sammeln. 

Beide Mannschaften treffen zum dritten Mal in dieser Saison aufeinander. Die ersten beiden Duelle fanden im Curt-Frenzel-Stadion statt. Berlin gewann 2:1 n.V., Augsburg 3:0. 

Der voraussichtliche Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Augsburger Panther am 21.12.2018 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser, Hamburg oder die U18-Nationalmannschaft im Einsatz:

Marvin Cüpper, Tobias Ancicka, Jake Ustorf, Vincent Hessler, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel