Auswärts fühlen sich die Eisbären eben wohler – 5:4 n.P. dank des doppelten Jamie MacQueen!

Was zu Hause nicht klappt, gelingt auf fremden Eis. Die Eisbären Berlin haben am Tag vor Heiligabend ihr Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG mit 5:4 n.P. (1:2,2:1,1:1/0:0,1:0) für sich entschieden und somit für ein versöhnlichen Wochenendabschluss gesorgt. Die Eisbären zeigten vor 8.782 Zuschauern im ISS-Dome eine starke Leistung, ließen sich dieses Mal auch nicht von Rückschlägen aus der Ruhe bringen und verdienten sich somit am Ende die zwei Punkte, welche Balsam für die geschundene Eisbären-Seele sind. 

Bei den Eisbären fehlten heute neben Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver auch noch Mark Cundari und Florian Kettemer, bei denen die Diagnose noch aussteht.

Düsseldorf erwischte den besseren Start. 90 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Berliner Gehäuse. Jaedon Descheneau setzte sich klasse über rechts durch, spielte die Scheibe an den langen Pfosten, wo Philip Gogulla angerauscht kam und zum 0:1 einnetzen konnte.
Doch die Eisbären schlugen zurück. Nach einem Gewühl vor dem DEG-Tor entschieden die beiden Hauptschiedsrichter Schrader und Smetana auf Penalty für die Gäste aus Berlin, Jamie MacQueen nutzte diese Chance zum Ausgleich – 1:1 (4.).
Es ging hier auf und ab, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive und kamen auch zu guten Torchancen. Ein interessant anzusehendes Spiel. Es folgten dann Strafen auf beiden Seiten, dabei aber mehr für die Eisbären. Doch so gut beide auch in Überzahl spielten, Tore sollten dabei nicht fallen. Erst nach einer nicht genutzten Überzahlgelegenheit schlug die DEG zu. Alex Barta mit dem Zuspiel auf Braden Pimm, doch Kevin Poulin parierte sehr stark, war dann aber bei Gogullas Nachschuss machtlos, worüber er sich auch maßlos ärgerte – 1:2 (19.). Das war zugleich auch der Pausenstand.
Daniel Fischbuch mit seinem Fazit nach 20 Minuten bei Telekom Sport:

Es geht auf und ab. Wir müssen schauen, dass wir von der Strafbank wegbleiben. Wir wollen weiter schnell und hart spielen.

Die Eisbären gleich zu Beginn des zweiten Drittels mit einem Überzahlspiel, welches sie aber nicht nutzen konnten. Danach eine hart umkämpfte Partie, beide Teams konzentrierten sich auf ihre Defensive, wollten nicht mehr so viele Chancen zulassen.
Die Eisbären dann aber mal mit einem klasse Forechecking, James Sheppard erkämpfte die Scheibe hinter dem Düsseldorfer Tor, spielte sie zu Marcel Noebels, welcher den Puck zurück legte zu André Rankel, der zog ab, sein Schläger zerbrach, doch der Puck hoppelte ins Tor – 2:2 (26.).
Die DEG danach bemüht, zurückzuschlagen, aber die Defensive der Eisbären stand sehr gut und machte es der DEG schwer. Und wenn doch was durch kam, war Kevin Poulin zur Stelle.
Sieben Minuten vor der zweiten Drittelpause Powerplay Berlin, eine klasse Kombination sorgte dann für die erstmalige Berliner Führung. Jamie MacQueen verteilte die Scheibe an der blauen Linie zu James Sheppard, der runter zur Torlinie auf Marcel Noebels, der mit dem Pass in den Slot. Da blieb die Scheibe hängen, James Sheppard sah dies und schloss eiskalt ab – 3:2 (34.).
Fortan die DEG mit einigen Fehlern in der Defensive, was den Eisbären hundertprozentige Chancen ermöglichte, aber Marcel Noebels und Martin Buchwieser vergaben diese großen Chancen. Das sollte sich rächen, denn in der letzten Spielminute des Mitteldrittels bekamen die Gäste die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Kevin Marshall zog von der blauen Linie ab und die Scheibe flog an Freund und Feind vorbei ins Berliner Tor – 3:3 (40.).
Unentschieden also nach 40 Minuten. Leon Niederberger mit seinem Fazit nach 40 Minuten:

Wir müssen schauen, dass wir defensiv einfacher spielen. Wir sind definitiv nicht zufrieden mit unserer Defensivleistung. Aber wir sind froh, mit einem 3:3 ins letzte Drittel gehen zu können.

Im letzten Drittel kassierten die Eisbären bereits nach 17 Sekunden eine Strafzeit, die DEG also relativ früh mit dem nächsten Powerplay, welcher aber ungenutzt blieb. 45 Minuten waren gespielt, da hatte Patrick Buzas zwei gute Chancen, einmal parierte Kevin Poulin, beim zweiten Mal stand der Pfosten im Weg.
Drei Minuten später halfen jedoch weder Poulin noch der Pfosten. Jonas Müller mit dem Puckverlust an der Bande im eigenen Drittel, die Scheibe kam in den Slot zu Jaedon Deschenau, welcher frei vor Poulin sich die Ecke aussuchen konnte – 3:4 (48.).
Die Chancenverwertung drohte den Eisbären hier zum Verhängnis zu werden. Aber ihre Moral war heute einfach überragend. Als die Eisbären in Überzahl waren, brachten sie zunächst nichts zu Stande. Doch dann Louis-Marc Aubry mit dem Pass auf Brendan Ranford in die Rundung, der zog vor das Tor und hob die Scheibe über den DEG-Goalie Frederik Pettersson-Wentzel hinweg ins Tor – 4:4 (53.).
Auch danach beide Mannschaften weiterhin bemüht, aber ein weiterer Treffer in diesem offenen Schlagabtausch sollte nicht mehr fallen, weshalb es in die Verlängerung ging.

Da auch diese ohne Entscheidung blieb, musste das Penaltyschießen entscheiden. Während bei der DEG alle Schützen vergaben, tanzte Jamie MacQueen den DEG-Goalie eiskalt aus und verwandelte den entscheidenden Penalty zum 5:4-Auswärtssieg bei den Rheinländern. MacQueen eröffnete also auf Berliner Seite den Torreigen mit einem Penaltytor und beendete dann das Spiel auch mit einem solchen Tor.

Das tut der Eisbären-Seele gut. Sie kehren mit zwei Punkten im Gepäck zurück nach Berlin und können somit mit ein bisschen Freude im Gesicht Weihnachten feiern. Und der Sieg war keinesfalls unverdient, die Mannschaft kämpfte über 65 Minuten verbissen, kämpfte mannschaftlich geschlossen um jeden Zentimeter Eis, setzte die DEG immer wieder früh unter Druck und ließ sich auch von Rückständen nicht aus der Ruhe bringen. Selbst, als man im zweiten Drittel beste Möglichkeiten ungenutzt ließ und die DEG etwas glücklich ausgleichen konnte und dann im Schlussdrittel sogar wieder in Führung ging, ließ die Mannschaft die Köpfe nicht hängen und kämpfte sich wieder zurück ins Spiel und gewann dieses am Ende auch noch. Was ein Sieg der Moral, des unbändigen Willens war, die Rückreise mit etwas Zählbarem anzutreten. Das hat geklappt, nun gilt es, eine solche Leistung am Mittwoch mal wieder vor heimischen Publikum abzurufen, damit Bremerhaven nicht die sechste Mannschaft sein wird, die drei Punkte aus Berlin entführen kann.

Marcel Noebels mit seinem Statement zum Spiel:

Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben viel investiert, sind viel gelaufen, das haben wir Freitag aber auch schon gemacht. Nur heute haben wir uns dafür aber auch belohnt.