2:1 n.V. in Wolfsburg! Marcel Noebels schießt die Eisbären zum wichtigen Auswärtssieg – Heimrecht im Viertelfinale so gut wie sicher

Top-Scorer Marcel Noebels brachte es vor dem Spiel auf den Punkt, als er über die bittere Niederlage gegen Düsseldorf und das heutige Spiel in Wolfsburg sprach:

Gegen Düsseldorf war es ein Geduldsspiel. Am Ende des Tages haben wir einen Fehler zu viel gemacht. Es war ein Spiel mit Playoff-Charakter. Hätten wir unsere Chancen genutzt, hätten wir besser dastehen können. Wir haben etwas gut zu machen. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Wenn wir unseren Spielplan durchziehen, haben wir eine gute Chance, hier als Eisbären Berlin das Spiel zu gewinnen.

Dass er dann ausgerechnet für den Auswärtssieg in der Autostadt sorgte, rundete dieses Statement natürlich ab. Denn der Top-Scorer der Eisbären schoss seine Mannschaft vor 4.503 Zuschauern in der Arena Wolfsburg in der 63. Spielminute zum 2:1-Sieg bei den Grizzlys Wolfsburg. Mit diesen zwei Punkten und der gleichzeitigen Niederlage der DEG in Bremerhaven bauten die Berliner ihren Vorsprung auf die Rheinländer wieder auf sechs Punkte aus. Da die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis nur noch maximal sechs Zähler holen kann, reicht den Eisbären also ein einziger Punkt, um das Heimrecht im Viertelfinale auch rein rechnerisch sicher zu machen. Dafür haben sie jetzt noch drei Spiele Zeit. Und durch den Sieg von Bremerhaven kommen nun auch die Pinguins wieder als möglicher Gegner der Eisbären im Viertelfinale in Frage, denn die Mannschaft von der Küste hat nur noch einen Zähler Rückstand auf die DEG. Somit könnte das letzte Hauptrunden-Heimspiel der Eisbären in einer Woche zur Generalprobe für das Viertelfinale werden, denn da trifft man ja bekanntlich auf die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.

Bei den Eisbären gab es eine Änderung im Vergleich zur 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG vom Freitagabend. Youngster Fabian Dietz sollte Spielpraxis beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse sammeln. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch im Tor, wo erneut Justin Pogge zwischen den Pfosten stand.

Foto: ela on tour/britta

Wolfsburgs Chefcoach Pat Cortina hatte im Vorfeld der Partie davon gesprochen, dass er ein hartes Playoff-Spiel erwarten würde, in der beide Mannschaften ihr bestes Eishockey spielen wollen. Und die erste Minute des Spiels gab schon mal einen Vorgeschmack auf dieses Spiel. Die Eisbären mit dem ersten guten Angriff. Jonas Müller hatte von der blauen Linie abgezogen, Felix Brückmann im Wolfsburger Tor konnte nicht parieren und Leo Pföderl setzte am linken Pfosten nach, leider erfolglos. Direkt im Gegenzug Nick Jones mit einem Kracher von der blauen Linie, welcher am Pfosten des Berliner Tores landete.
Von Beginn an hatte die Partie also Fahrt aufgenommen, die Intensität stimmte und die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Im Laufe der ersten 20 Minuten erspielten sich die Niedersachsen ein Übergewicht. Mit einem aggressiven Forechecking störten sie immer wieder früh den Spielaufbau der Eisbären. Hinten standen die Grizzlys sehr kompakt und ließen wenig von Berlin zu. Und nach vorne waren schon einige gute Möglichkeiten der Wolfsburger dabei. Neben dem Pfostenschuss von Jones war die Chance von Fabio Pfohl noch mit die beste. Er setzte sich auf links klasse durch, kam zum Abschluss, aber Justin Pogges Fanghand schnallte blitzschnell hoch und im zweiten Versuch hatte der Berliner Goalie die Scheibe auch sicher in der Fanghand.
Die Eisbären hatten dann in der Schlussphase noch einmal die Chance in Überzahl, aber außer einem Onetimer von Austin Ortega, welchen Felix Brückmann sicher parieren konnte, kam nicht dabei heraus. Weil den Eisbären in der Powerplay-Formation auch die Bewegung fehlte, das war zu statisch und glich eher Stand-Hockey.
Mit dem Spielstand nach 20 Minuten konnte man aus Berliner Sicht sicherlich noch mit am besten leben, Wolfsburg dagegen hätte die Führung eigentlich verdient gehabt. Von den Eisbären musste ab dem zweiten Drittel also eine Leistungssteigerung kommen.

Und die sollte im Mitteldrittel auch kommen, zunächst jedoch musste man ein Unterzahlspiel

Foto: ela on tour/britta

überstehen. Ryan McKiernan wanderte in die Kühlbox, doch das Penaltykilling der Hauptstädter funktionierte sehr gut. Nachdem dann auch noch James Sheppard auf die Strafbank musste, waren die Hausherren für 33 Sekunden lang mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch die Berliner standen sehr gut in der Box, machten die Schusswege gut zu und überstanden somit diese brenzlige Situation schadlos.
Insgesamt nahm man in diesem Drittel zu viele Strafen. Ryan McKiernan ging erneut auf die Strafbank, aber wieder ein starkes Penaltykilling und beinahe die Führung in Unterzahl. Die Eisbären aggressiv in Unterzahl, Top-Scorer Marcel Noebels erkämpfte im gegnerischen Drittel stark die Scheibe, spielte sie rüber zu James Sheppard, welcher zum Abschluss kam, aber an Felix Brückmann scheiterte.
Mitte des zweiten Abschnitts folgte dann zur Abwechslung mal das erste Überzahlspiel der Eisbären in diesem Drittel. Und dieses sah deutlich besser aus als das erste, es war mehr Bewegung drin in der Formation der Gäste, sie kamen auch zu Abschlüssen, welche jedoch am Tor vorbei gingen. Marcel Noebels und Leo Pföderl verpassten das Tor knapp, Austin Ortega wollte zweimal einen Pass direkt nehmen, aber er schlug beide Mal über den Puck.
Doch das Powerplay gab den Eisbären einen Schub, auch die überstandenen Unterzahlspiele. Fortan die beste Phase der Berliner in diesem Spiel. Sie drängten Wolfsburg ins eigene Drittel und machten mächtig Druck. Sie hatten viel Zug zum Tor und kamen zu guten Chancen, einzig das Tor wollte ihnen nicht gelingen.
Als James Sheppard dann Fabio Pfohl per Beinstellen zu Fall brachte, entschieden die beiden Hauptschiedsrichter André Schrader und Marc Iwert auf Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Berlins Nummer 88. Aber auch hier ein sehr aggressives Forechecking der Eisbären, sie machten es den Autostädtern sehr schwer. Dennoch kamen die Mannen von Chefcoach Pat Cortina im Verlaufe der fünfminütigen Überzahl zu guten Möglichkeiten, aber Brent Aubin und Garrett Festerling scheiterten mit den besten Chancen am starken Justin Pogge.
Als sich alle schon auf die zweite Drittelpause einstimmten, passierte es doch noch. Die Eisbären vertändelten im eigenen Drittel den Puck, bekamen ihn nicht raus, Brent Aubin mit dem Querpass rüber zu Mathis Olimb, welcher kurz schaute, das Tor anvisierte, abzog und eiskalt vollendete – 1:0 (40.). Der Führungstreffer mit Ablauf des zweiten Drittels, weshalb die beiden Hauptschiedsrichter nochmal zum Videobeweis fuhren, um zu schauen, ob der Treffer noch in der regulären Spielzeit fiel. Dem war so und so nahmen die Hausherren eine wichtige 1:0-Führung mit in die Kabine. Ein Rückstand zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für die Eisbären, dessen Marschroute im letzten Drittel nun klar gewesen sein dürfte.

Foto: ela on tour/britta

Und die Chance zur Antwort bot sich früh im Schlussdrittel, als man gleich ein Powerplay hatte. Doch dort war es zunächst Ex-Eisbär Spencer Machacek, der eine gute Unterzahlchance für die Hausherren hatte. Kurz vor Ablauf des Überzahlspiels hatten die Eisbären dann aber doch noch eine richtig dicke Chance. John Ramage mit einem scharfen Pass vor das Tor, Youngster Lukas Reichel hielt die Kelle in den Pass und lenkte die Scheibe so an den Pfosten. Glück für die Gastgeber.
Die Eisbären nahmen aber weiterhin Strafen, aber auch das Penaltykilling war nach wie vor überragend, so überstand man auch das nächste Unterzahlspiel. Trotzdem sollte man sich so viele Strafen in Zukunft einfach nicht leisten, kosten sie doch zu viel Kraft und die Kräfte werden in den Playoffs benötigt.
Die Eisbären gaben nicht auf, spielten weiter nach vorne, aber Leo Pföderl scheiterte an Felix Brückmann, ebenso Landon Ferraro mit seinem Onetimer. Letzterer hatte aber Sekunden später die nächste Chance und diesmal saß sein Onetimer. André Rankel und Maxim Lapierre erkämpften die Scheibe hinter dem Tor, spielten sie in den Slot, wo Ferraro lauerte und eiskalt einnetzte – 1:1 (53.). Die Erleichterung war beim Jubel von Landon Ferraro deutlich zu sehen, er jubelte lautstark und befreiend Richtung Gästeblock.
Die Eisbären nun weiter am Drücker und Wolfsburg lud sie zu einer doppelten Überzahl ein, nachdem Mathias Olimb und Alexander Johansson kurz nacheinander in die Kühlbox wanderten. 1:34 Minuten hieß es nun doppelte Überzahl für die Eisbären und die Berliner nahmen eine Auszeit. Co-Trainer Craig Streu mit den letzten Anweisungen für dieses so wichtige Powerplay. Und da hatten die Eisbären dicke Möglichkeiten, aber auch großes Pech. Immer wieder stand Felix Brückmann im Weg. Es war zum verzweifeln. Zweimal hatte man Brückmann bereits geschlagen, aber da rettete jeweils der Pfosten für den Wolfsburger Goalie. Marcel Noebels hatte zweimal abgefeuert, zweimal traf er innerhalb weniger Sekunden nur das Aluminium.
Das 1:1 war für die Niedersachsen nun äußerst glücklich und schmeichelhaft. Aber auch den Hausherren bot sich exakt zwei Minuten vor dem Spielende noch einmal die Überzahlchance nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen John Ramage. Aber auch hier das Penaltykilling der Eisbären mit einem guten Job, so stand es nach 60 Minuten wie bereits am Freitagabend 1:1 und erneut musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

Und da war es in der 63. Spielminute Top-Scorer Marcel Noebels, welcher für die Entscheidung und den enorm wichtigen Zusatzpunkt sorgte. Leo Pföderl kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass auf Marcel Noebels. Der nahm die Scheibe an, schaute und wartete kurz, zog dann ab und die Scheibe schlug im kurzen Eck ein – 2:1. Der Jubel der Eisbären und deren Fans war entsprechend riesengroß, sicherte man sich damit doch so wie gut wie sicher das Heimrecht im Viertelfinale.

Die Eisbären wollten eine Antwort auf Freitag geben und nach zwei Niederlagen in Folge zurück in die

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Erfolgsspur finden. Das ist ihnen gelungen, wenn gleich das erste Drittel noch nicht darauf hin deutete. Da waren die Wolfsburger die bessere Mannschaften, hatten mehr vom Spiel, mehr Chancen und ließen hinten kaum etwas zu. Da hatten unsere Jungs Glück, dass es noch unentschieden stand. Aber ab dem zweiten Drittel fand man hinein ins Spiel, wurde immer stärker und erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Den Schock des Rückstandes mit der Pausensirene steckte man dann auch gut weg und im letzten Drittel spielte man immer weiter, drängte auf den Ausgleich und ließ sich auch nicht von den zahlreichen Paraden von Felix Brückmann oder aber den drei Pfostentreffern aus der Ruhe bringen, blieb geduldig und kam hochverdient zum Ausgleich. Weil man im Vergleich zum Düsseldorf-Spiel Geduld bewies. Ebenso in der Verlängerung, als Marcel Noebels den wichtigen Siegtreffer erzielte.
Mal wieder also ein Sieg der gesamten Mannschaft, welche geschlossen für den Sieg kämpfte. Justin Pogge hielt die Berliner vor allem im ersten Drittel im Spiel. Und das Penaltykilling der Eisbären hatte ebenso großen Anteil am Sieg, denn dieses leistete großartige Arbeit in den zahlreichen Unterzahlspielen. Trotzdem sollte man sich angewöhnen, die Strafbank in der nächsten Zeit verstärkt zu vermeiden. In den Playoffs kann jede Strafzeit das Spiel entscheiden. Und nicht immer kann man sich dann auf das starke Penaltykilling verlassen.

1:2 n.V. gegen Düsseldorf: Eisbären beißen sich an der besten Defensive der Liga die Zähne aus

Ausgabe #28:

Dieses Spiel hat bereits Lust auf die Playoffs gemacht. Da werden wir genau solche hart umkämpften und torarmen Spiele erleben. Und wenn man dort nicht über die gesamte Spielzeit fokussiert und frei von Fehlern ist, wird man den Preis dafür bezahlen. So hat es auch Eisbären-Chefcoach Serge Aubin gestern nach der 1:2-Heimniederlage n.V. gegen die Düsseldorfer EG gesehen. Er war zwar sehr, sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Mannschaft, aber bemängelte eben auch, dass man nicht über die 62 Minuten fokussiert war. Und in der Verlängerung traf man eine falsche Entscheidung, welche letztendlich zur Niederlage führte. Und dazu, dass die Rheinländer den Rückstand auf vier Zähler verkürzen konnten. Dennoch haben die Berliner nach wie vor alles in der eigenen Hand, schließlich steht ja noch das Nachholspiel gegen Schwenningen an. Wenn man dort gewinnt, sollte Platz Vier sicher sein. Aus dem gestrigen Spiel können die Eisbären auf jeden Fall viel lernen, wie es Serge Aubin sagte. Denn es war definitiv ein gutes Spiel der Eisbären, welche im weiteren Spielverlauf aber den Fuß vom Gas nahmen, wie es Aubin analysierte. Und genau das darfst du dir in den Playoffs nicht leisten. Denn dann zahlst du den schmerzhaften Preis dafür.

Die Eisbären vertrauten dem selben Team, welches am Sonntag in Nürnberg verloren hatte. Auch im Tor gab es keine Veränderung, weshalb davon auszugehen ist, dass für Aubin Justin Pogge als Nummer Eins in die Playoffs gehen wird.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären waren von der ersten Sekunde an hellwach und machten sehr deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Sie suchten sofort den Weg in Richtung Matthias Niederberger, der laut Gerüchten zufolge ja in der nächsten Saison wieder das Trikot mit dem Eisbärenkopf drüber ziehen wird, und nahmen ihn unter Beschuss. Aber da bewies er seine Klasse und ließ die Eisbären-Akteure reihenweise verzweifeln. Früh war er aber bereits einmal geschlagen, aber PC Labrie scheiterte mit seinem Kracher am Torgestänge.
Immer wieder kurbelten die Eisbären neue Angriffe an, während man hinten einen relativ ruhigen Abend im ersten Drittel verbrachte, da man sehr kompakt verteidigte und kaum etwas zu ließ. Einzig ein Konter der DEG rutschte mal durch, aber da war Justin Pogge zur Stelle. Die Chance hatte übrigens Charlie Jahnke, der im Rheinland richtig aufblüht und dort gute Leistungen zeigt. Was für ihn der Vorteil ist, erklärte sein aktueller Trainer Harold Kreis nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Er meinte, es sei für Jahnke ein Vorteil gewesen, dass die DEG so viele Verletzte zu beklagen hatte. Dadurch bekam er Eiszeit und konnte sich empfehlen, was bei Clubs mit 13,14,15 Stürmern natürlich schwerer gewesen wäre. In Düsseldorf scheint der Youngster sein Glück gefunden zu haben.
Es folgte das erste Berliner Überzahlspiel und da sah man schon, dass man unter der Woche dran gearbeitet hatte, aber trotzdem konnte man dieses nicht nutzen, obwohl man gute Möglichkeiten hatte.
Die DEG beendete das Auftaktdrittel dann mit einem Mann mehr und kam dadurch auch zu Möglichkeiten, aber am torlosen Ausgang des ersten Drittels sollte sich nichts mehr ändern.

Die Mannen von Chefcoach Harold Kreis hatten auch zu Beginn des zweiten Drittels noch Powerplay

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und sie nahmen den Schwung auch nach Ablauf des Powerplays mit. Sie wirkten deutlich wacher und bestimmten die Anfangsphase des zweiten Drittels. Das Bild glich dem des ersten Drittels, nur dass es dieses Mal die DEG war, die in Richtung des Tores vor der Fankurve Angriffe einleitete. Der Unterschied zum ersten Drittel war aber der, dass die Berliner ebenso Chancen hatten und es so ein Duell auf Augenhöhe war, in dem beide Mannschaften immer wieder Möglichkeiten hatten. Aber dennoch war deutlich anzumerken, dass die DEG es den Eisbären inzwischen schwerer machte, sich beste Chancen herauszuspielen, weil sie ihrem Namen der besten Defensive der Liga alle Ehre machten.
Die Gäste dann mal wieder mit einem Überzahlspiel, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit, so überstand man diese Unterzahl schadlos. Auch die Hausherren im Anschluss nochmal mit einem Mann mehr, aber auch die Berliner blieben erfolglos in Überzahl. So warteten 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof also auch nach 40 Minuten noch auf den ersten Treffer der Partie.

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Im letzten Drittel merkte man dann beiden Mannschaften an, dass sie hier nicht den entscheidenden Fehler machen wollten. Denn es war so ein Spiel, wo man davon ausgehen musste, dass ein Tor dieses entscheiden kann. Und dann ging die DEG in Führung. Weil die Eisbären die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel bekamen. Luke Adam behielt sie im Angriffsdrittel, schoss sie aufs Tor, wo Justin Pogge nur prallen lassen konnte. Wer stand goldrichtig zum Nachschuss vor dem Tor? Genau, Charlie Jahnke, er staubte zum 0:1 ab (50.). Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport und man stelle sich mal vor, dieser Charlie Jahnke hätte für die drei Punkte der DEG gesorgt.
Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass die Eisbären dann doch einmal ihr Powerplay nutzen konnten. Maxim Lapierre zog hinter das Tor, sah im Slot Mark Olver stehen und der ließ Matthias Niederberger keine Chance – 1:1 (55.).
Danach versuchten es beide Teams nochmal, aber beide Goalies ließen keinen Puck mehr durch. So ging es beim Stand von 1:1 in die Verlängerung.

Und in dieser passierte den Eisbären der Fehler, welchen Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auf der

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Pressekonferenz ansprach. Man war für die ersten 40 Sekunden nicht am Puck, konnte das aber gut wegstecken. Dann aber entschieden sich seine Jungs falsch, denn laut Aubin hätten sie sich lieber erst einmal erholen sollen, statt noch einmal anzugreifen. So kam der Angriff, welcher letztendlich das Spiel entschied. Weil die Eisbären die Scheibe hinter dem eigenen Tor nicht festmachen konnten und weil vor dem Tor die Konzentration fehlte und Siegtorschütze Luke Adam gänzlich allein gelassen wurde. Nach dem die DEG den Puck hinter dem Tor verloren, danach aber zurück erkämpft hatte, folgte der Pass in den Slot, wo Adam nicht lange fackelte und die Arena am Ostbahnhof verstummen ließ – 1:2 (62.).

Während sich die DEG über die zwei enorm wichtigen Punkte freute, merkte man den Eisbären die Enttäuschung über die Niederlage an. Denn sie wussten, dass sie dieses Spiel eigentlich hätten gewinnen müssen. Im ersten Drittel dominierte man das Spielgeschehen und brachte die beste Defensive der Liga ein ums andere Mal in Verlegenheit. Aber entweder stand das Aluminium im Weg oder Matthias Niederberger. Ab dem zweiten Drittel verpasste man es, genau so weiter zu spielen. Man ließ Düsseldorf ins Spiel kommen und so wurde es ein offener Schlagabtausch. Das man im Schlussdrittel nach dem Rückstand noch den Weg zum Ausgleich fand, ehrt die Mannschaft wieder und zeugt von der großen Moral im Team. Aber in der Verlängerung entschieden sie sich falsch und wurden dafür bestraft.
Insofern ist dieses Spiel vielleicht genau das richtige Lehrbeispiel, wie man es in den Playoffs nicht machen darf. Da muss man genau so weiterspielen wie im ersten Drittel. Denn wenn man das gemacht hätte, wären die drei Punkte in Berlin geblieben. Aber lieber jetzt eine unnötige Niederlage gegen Düsseldorf als in der vermeintlichen Playoff-Viertelfinalserie…

Endspiel um Platz Vier: Mit einem Sieg gegen den möglichen Viertelfinal-Gegner Düsseldorf können die Eisbären das Heimrecht nahezu perfekt machen

Viele Menschen sehnen sich nach dem Frühling, der bald beginnen soll. Wir Eishockey-Fans sehnen uns dagegen auch nach der nächsten Jahreszeit. Und zwar den Playoffs, welche kurz bevor stehen. Vier Hauptrundenspieltage sind es noch, bis die Paarungen feststehen. Die Eisbären Berlin haben sogar noch fünf Spiele zu absolvieren, da es noch das Nachholspiel gegen Schwenningen gibt. Von welchem Platz aus der Hauptstadtclub ins Viertelfinale gehen wird, steht noch nicht hundertprozentig fest. Aber morgen Abend könnte es fast so weit sein. Denn ab 19:30 Uhr empfangen die Berliner die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof (Bully: 19:30 Uhr). Die Rheinländer stehen aktuell auf Platz Fünf, also einen Platz hinter den Eisbären und weisen fünf Zähler (85 Punkte Berlin/80 Punkte Düsseldorf) Rückstand auf. Dazu hat die DEG aber auch noch ein Spiel mehr absolviert. Sozusagen ist dieses Spiel morgen Abend also ein „Endspiel um Platz Vier„, denn bei einem Sieg hätte man acht Punkte Vorsprung und das Heimrecht im Viertelfinale nahezu sicher. Bei einer Niederlage müsste man weiterhin zittern, hat aber auch noch das Nachholspiel gegen Schwenningen in der Hinterhand.

Vieles deutet daraufhin, dass es morgen nicht das letzte Duell in dieser Saison zwischen den Berlinern und den Rheinländern sein wird. Denn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis könnte sehr wahrscheinlich im Viertelfinale der Gegner der Eisbären sein. In dieser Hinsicht wird man also morgen bereits erste Duftmarken setzen und dem jeweiligen Gegner zeigen wollen, was ihm im möglichen Viertelfinale bevorstehen könnte. Und das Heimrecht in dieser möglichen Serie könnte Goldwert sein, hat doch in den bisherigen drei Duellen jeweils das Heimteam gewonnen – Düsseldorf mit 2:1 und 4:0, Berlin mit 3:1.

Und die Eisbären scheinen genau zur richtigen Zeit in Bestform zu kommen. Auch wenn es zuletzt nach fünf Siegen in Folge eine Niederlage in Nürnberg setzte, so sind die Eisbären auf dem richtigen Weg. Der Kader scheint so gut und vor allem tief besetzt wie schon lange nicht mehr. Man verfügt über vier Angriffsreihen, die ein Spiel entscheiden können. Dabei sticht natürlich die Paradereihe um James Sheppard, Leo Pföderl und Top-Scorer Marcel Noebels hervor. Und Pföderl ist voll des Lobes über seine Reihenpartner (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey NEWS Nr. 09 vom 25.02.2020):

Sie sind überragend. ‚Noebi‘ ist im Moment richtig stark unterwegs und momentan vielleicht der beste Spieler in der Liga. Und ‚Sheppi“‚ kann eigentlich auch alles, er kann hart spielen und hat eine gute Übersicht. Es macht Spaß mit den beiden.

Das Gute daran ist, dass die Eisbären nicht immer abhängig von dieser Reihe sind. Klar haben die Drei maßgeblichen Anteil an der guten Saison der Eisbären, haben sie über weite Strecken der Saison getragen, wie Trainer Serge Aubin kürzlich auf der Pressekonferenz sagte. Aber wenn die Drei sich mal eine Auszeit genehmigen, dann springen eben die drei anderen Reihen in die Bresche und richten das für die Mannschaft.
Und was auch ein Faustpfand für die Eisbären ist, sie haben eine unglaubliche Moral, geben nie auf und finden immer einen Weg, Spiele zu gewinnen. Auch wenn sie mal nicht so gut spielen oder sie Rückschläge kassieren. Dann hören sie nicht auf zu spielen oder an sich zu glauben, sondern machen immer weiter. Bis zur letzten Sekunde. All das ist auch ein Verdienst des neuen Trainerteams um Chefcoach Serge Aubin und seinen beiden Co-Trainern Gary Fleming und Craig Streu. Diese haben den Eisbären eine neue Identität verliehen und sie wieder zu einem Top-Team in der DEL gemacht, welches in den Playoffs definitiv ein Wörtchen mitreden kann und wird. Die Kritiker aus der Sommerpause dürften also verstimmt sein, denn Aubin leistet gute Arbeit und seine Verpflichtung war durchaus ein Glücksgriff von Sportdirektor Stéphane Richer.

Aber trotzdem liegen vor den Verantwortlichen der Eisbären noch kleine Baustellen, um bestmöglich in die Playoffs zu gehen. Und da ist allen voran das Powerplay zu nennen, welches zuletzt zwar Tore produzierte, aber dennoch das drittschlechteste der Liga ist. Nur, wenn dein Powerplay funktioniert und du von der Strafbank fern bleibst, kannst du in den Playoffs Erfolg haben. Die Disziplin ist angesprochen worden, auch da müssen sich die Eisbären zusammen reißen und von der Kühlbox weg bleiben, unnötige Strafen vermeiden. Auch die individuellen Fehler, welche durchaus immer noch im Spiel vorhanden sind, muss man abstellen, denn in den Playoffs wird jeder Fehler eiskalt bestraft.

Und man muss seine Chancen nutzen, an der Chancenverwertung müssen die Jungs auch noch arbeiten. Gegen Düsseldorf bekommt man da schon mal einen Vorgeschmack auf die Playoffs, verfügen die Rheinländer doch über die beste Defensive der Liga (107 Gegentore). Da wird es auch für den viertbesten Sturm der DEL nicht so einfach, Tore zu schießen. Umso wichtiger, dass man klug spielt, jede Scheibe zum Tor bringt und die wenigen sich bietenden Chancen eiskalt verwertet. Dann klappt es auch mit einem Sieg gegen zuletzt äußerst starke Düsseldorfer.

Denn die DEG überraschte am vergangenen Wochenende mit zwei Auswärtssiegen in Mannheim (6:2) und München (3:2). Sieben der letzten zehn Spiele hat die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis gewonnen. Und die beiden Siege beim Meister und Vizemeister haben für Aufsehen gesorgt und gezeigt, dass man die DEG keinesfalls unterschätzen soll. Auch nicht in den Playoffs, wenn sich diese beiden Mannschaften evtl. wieder gegenüber stehen werden.

Serge Aubin kann auf alle Spieler vom Nürnberg-Spiel zurückgreifen. Es fehlen lediglich die Langzeitverletzten Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Ansonsten sind alle Spiele an Board und bereit für Düsseldorf.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am 28.02.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Ersatz:

Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

3:5 in Nürnberg: Ausgerechnet Ex-Eisbär Daniel Fischbuch beendet mit einem Hattrick die Siegesserie der Eisbären Berlin

Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport: In Berlin konnte (durfte) Daniel Fischbuch nicht an seine Leistung aus Düsseldorfer Zeiten anknüpfen. Die Folge war, dass „Fischi“ vor dieser Saison nach Nürnberg wechselte. Und den heutigen Gegner der Eisbären Berlin, die Thomas Sabo Ice Tigers, schoss eben jener Daniel Fischbuch mit einem Hattrick zum 5:3 (1:0,2:0,2:3)-Heimsieg gegen seine Ex-Kollegen. Was ihm sicherlich eine Genugtuung gewesen sein dürfte. Damit beendete der ehemalige Berliner gleich einmal drei Serien der Eisbären: Zum einen war es die erste Niederlage für den Hauptstadtclub nach zuvor fünf Siegen in Folge. Ebenso war es die erste Auswärtsniederlage nach zuletzt fünf siegreichen Gastspielen. Und zum anderen sorgte er mit seinen drei Treffern für den ersten Saisonsieg der Ice Tigers gegen die Berliner. Ein rundum gelungener Nachmittag also für Daniel Fischbuch.

EHC-Chefcoach Serge Aubin hatte das selbe Personal wie beim Auswärtssieg in Augsburg dabei. Und auch auf der Torhüterposition änderte Aubin nichts, erneut stand also Justin Pogge zwischen den Pfosten.
Verteidiger Frank Hördler sagte vor dem Spiel, dass das Spiel in Augsburg viel Kraft gekostet hatte und dass man Nürnberg trotz drei Siegen in drei Spielen in dieser Saison nicht als Lieblingsgegner ansieht:

Es war ein gutes Spiel, ein hartes Spiel, welches viel Kraft gekostet hat. Lieblingsgegner würde ich nicht sagen. Es ist immer schwer gegen Nürnberg zu spielen, vor allem in Nürnberg. Beide Mannschaften sind ähnlich vom Spiel her, wir hatten auch ein bisschen Glück in den Spielen gehabt. Heute wird es ein hartes Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Und den Start in dieses Spiel hatten sich die Hauptstädter sicherlich ganz anders vorgestellt. Keine zwei Minuten waren im Frankenland gespielt, da hatte der Großteil der 6.080 Zuschauer in der Arena Nürnberger Versicherungen bereits Grund zum Jubeln. Marcus Weber hatte von der blauen Linie abgezogen, Daniel Fischbuch hielt seine Kelle in den Schuss und sorgte per „Tip-in“ für die frühe Nürnberger Führung – 0:1 (2.).
Die Berliner aber keinesfalls geschockt, sie antworteten mit ihrer ersten Drangphase. Austin Ortega mit guten Möglichkeiten, Landon Ferraro kam per Nachschuss auch noch zu einer guten Chance, aber Niklas Treutle im Nürnberger Tor ließ nichts durch. Aus dieser Phase gingen die Berliner mit einem Powerplay heraus, denn Tim Bender kassierte zwei Minuten wegen Beinstellens. Aber das Powerplay der Gäste bleibt weiterhin das große Sorgenkind der Eisbären. Eine einzige gefährliche Chance durch PC Labrie hatte man, mehr sprang nicht heraus.
Die Partie war gut anzusehen, hatte ein hohes Tempo und es ging hin und her. Nun war mal wieder Fischbuch in Aktion, er prüfte Justin Pogge gleich zweimal, aber stets war Pogge der Sieger. Die Eisbären wären dann beinahe zum Ausgleich gekommen. Kapitän André Rankel hatte mit seinem Schuss die Maske von Treutle getroffen, von dort aus hoppelte der Puck Richtung Torpfosten, wo er letztendlich von Oliver Mebus in höchster Not weg geschlagen wurde.
Die Eisbären kamen aber selten zu solch guten Möglichkeiten. Zwar kombinierte man sich sehr gut bis vor das Tor, doch der letzte Pass kam zu selten an. Auch, weil Nürnberg sehr kompakt verteidigte und es den Mannen von Coach Serge Aubin somit sehr schwer machte.
Nürnberg zum Ende hin nochmal mit einem Powerplay, aber das beste Unterzahlspiel auf fremden Eis ließ außer einer Chance von Brandon Buck nichts gefährliches zu. Gefährlich wurde es erst wieder als Louis-Marc Aubry von der Strafbank zurückkehrte, die Scheibe bekam und alleine auf Treutle zu fuhr. Tom Gilbert folgte ihm und störte ihn beim Abschluss mit einem Stockschlag. Dafür bekam Gilbert eine Sekunde vor der ersten Drittelpause eine Strafzeit. Aubry kam dennoch zum Abschluss, aber Treutle parierte. So führten die Franken nach 20 Minuten mit 1:0 gegen Berlin.

Die Eisbären begannen den Mittelabschnitt also mit einem Mann mehr und da hatten sie gute

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Möglichkeiten, aber Marcel Noebels und Maxim Lapierre scheiterten. Und wie das dann eben so ist, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt, kassierst du hinten einen. Nürnberg mit dem schnellen Gegenangriff, Eugen Alanov ließ Florian Kettemer an der blauen Linie alt aussehen, hatte freie Bahn und ließ Justin Pogge keine Chance, obwohl Landon Ferraro ihm noch einen Stockschlag verpasste, wofür er in die Kühlbox gemusst hätte, wenn Alanov nicht getroffen hätte – 0:2 (24.).
Dann wieder die Eisbären ganz nahe dran am Ausgleich. Niklas Treutle war schon am Boden, was Aubry sah und zum Bauerntrick ansetzte. Und die Scheibe lag schon auf der Linie, als Treutle sie mit der Fanghand doch noch von der Linie fischen konnte.
Die Franken erhielten dann die nächste Chance, in Überzahl zu spielen. Zwar fanden sie in ihre Formation, doch machten die Eisbären das in der Box sehr gut und die Schusswege geschickt zu. Chancen gab es dann aber wieder bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis. Jack Skille scheiterte mit seinem Onetimer vom linken Bullykreis an Justin Pogge, dessen Fanghand blitzschnell hoch schnallte und den Puck weg fing. Auf der Gegenseite wurde Aubry vor dem Tor angespielt, war dort mutterseelenallein und hätte sich die Ecke aussuchen können. Er nutzte diese Riesenchance jedoch nicht, scheiterte an diesem Teufelskerl Niklas Treutle.
Im hochkarätige Torchancen vergeben gaben sich die Berliner heute die Klinke in die Hand. Powerplay Eisbären, James Sheppard, Marcel Noebels und PC Labrie hatten vorher schon gute Chancen vergeben. Letzterer hatte dann aber noch einmal eine Chance und dabei das leere Tor vor sich, doch die Scheibe flog am langen Pfosten vorbei.
Und so kam eben das, was halt passieren musste. Powerplay Nürnberg, Daniel Fischbuch mit dem Schuss, Andreas Eder stoppte die Scheibe vor Pogge, drehte sich um, zog nach rechts und netzte ein – 0:3 (37.).
So führten eiskalte Nürnberger nach 40 Minuten mit 3:0 gegen eigentlich gut spielende Eisbären, die aber an ihrer eigenen Chancenverwertung scheiterten. Die Marschroute für das letzte Drittel war laut Kai Wissmann daher diese:

Weitermachen, einfach weitermachen. Wir haben viele Chancen, müssen hinten besser stehen und vorne genauso weitermachen. Die Scheiben zum Tor bringen, dann gehen sie auch rein.

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Und genau das machten sie im letzten Drittel auch und in Überzahl klingelte es dann auch endlich. Ryan McKiernan hatte zuvor noch den Pfosten getroffen, PC Labrie machte es wenige Sekunden später besser. Maxim Lapierre stand neben dem Tor und spielte die Scheibe zu Austin Ortega, welcher abzog, aber an Treutle scheiterte. Labrie war für den Rebound zur Stelle und dieses Mal versenkte er die Scheibe. Die Erleichterung war ihm bei seinem Torjubel anzusehen – 3:1 (46.).
Die Eisbären wollten nun nachlegen und setzten nach, aber Niklas Treutle stand ihnen immer wieder im Weg. Und auf der Gegenseite bekam Nürnberg nun Platz zum kontern. Will Acton scheiterte am Außennetz, Justin Pogge war bereits geschlagen und das Tor halb leer. Der nächste Angriff saß dann aber. Patrick Reimer mit einem klasse Pass aus dem eigenen Drittel in den Lauf von Daniel Fischbuch, welcher frei vor Pogge auftauchte und ihm keine Chance ließ – 4:1 (49.).
Aber auch jetzt steckten die Eisbären nicht auf, warfen weiterhin alles nach vorne und entwickelten jede Menge Druck. Welcher sich auszahlen sollte. Louis-Marc Aubry behauptete die Scheibe, spielte den No-Look-Rückhand-Pass in den Slot, wo Landon Ferraro lauerte, welcher per Onetimer auf 4:2 verkürzen konnte (53.). Mal wieder Ferraro gegen Nürnberg, sein Lieblingsgegner. Vor dem Spiel standen für ihn drei Tore und zwei Vorlagen gegen die Franken zu Buche.
Und diese Statistik baute er heute aus. Ihm gelang erneut ein Doppelpack gegen Nürnberg. Die Scheibe ging nach einem Schuss an die Bande hinter dem Tor, sprang von dort aus wieder zurück vor das Tor, wo Ferraro lauerte und zum 4:3 einnetzen konnte (56.).
Jetzt war alles drin, die Eisbären waren mächtig am Drücker, während Nürnberg stehend K.O. war. Die Eisbären riskierten alles, nahmen Goalie Justin Pogge zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, wollten den Ausgleich nun mit aller Macht erzwingen. Aber im eigenen Drittel erkämpfte Fischbuch die Scheibe an der Bande und schoss sie Richtung Berliner Tor, welches inzwischen verwaist war. Die Scheibe schlug ein und der Hattrick sowie der Nürnberger Sieg waren perfekt – 5:3 (59.).

Damit ist die Siegesserie der Eisbären vorbei. Dabei war es kein schlechtes Spiel, man hatte jede

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Menge gute Möglichkeiten, aber letztendlich scheiterte man an der eigenen Chancenverwertung. In den ersten 40 Minuten wollte keine Scheibe ins Tor gehen, trotz hochkarätiger Chancen. Manchmal spielte man es da aber auch einfach zu kompliziert, bekam den letzten Pass nicht hin. Dafür kämpfte man sich im Schlussdrittel noch einmal stark zurück und zeigte einmal mehr die klasse Moral, welche in dieser Mannschaft steckt. Die Jungs geben nie auf und geben bis zum Ende immer alles, um das Spiel zu gewinnen. Heute hat es eben nicht sein sollen.
Weil neben der bereits erwähnten Chancenverwertung auch das Powerplay weiterhin ein großes Sorgenkind der Eisbären bleibt. Gerade diese zwei Faktoren werden in den Playoffs wichtig sein. Da musst du deine Chancen eiskalt nutzen, so wie es Nürnberg heute gemacht hat. Und dann muss dein Powerplay hervorragend funktionieren. Und da stehen die Berliner in dieser Saison nicht ohne Grund auf dem zwölften Platz…

Doppelpacker Landon Ferraro mit seinem kurzen Fazit zum Spiel:

Wir haben gut gespielt, aber Niklas Treutle war ein absoluter Faktor in diesem Spiel.

Und Daniel Fischbuch freute sich natürlich über seinen Hattrick, aber auch über den Sieg gegen die Ex-Kollegen:

Ja sehr gut, abgesehen davon waren es drei wichtige Punkte für uns. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben es am Ende aber viel zu einfach für Berlin gemacht. Dadurch haben wir sie nochmal ran kommen lassen, das muss nicht sein. 

5:3 nach 1:3! Leo Pföderl schießt die Eisbären mit einem Hattrick zum fünften Sieg in Folge

Heute waren sie nicht so gut„, waren die Worte von Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nach dem Iserlohn-Spiel. Die Rede ist von der Top-Reihe der Eisbären Berlin, welche aus Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl besteht. Heute folgte die Antwort der Top-Reihe und die hatte es in sich. Mit 5:3 (1:2,2:1,2:0) gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern. Vor 5.278 Zuschauern im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion war Leo Pföderl mit drei Toren der Matchwinner. Marcel Noebels traf selbst einmal und legte zwei Tore auf, ebenso gelangen James Sheppard zwei Vorlagen. Mit dem fünften Sieg in Folge, was übrigens zum ersten Mal in dieser Saison geklappt hat, bauten die Berliner den Vorsprung auf Platz Fünf auf satte elf Zähler aus. Das Heimrecht im Viertelfinale ist also eigentlich nur noch reine Formsache.

Eisbären-Trainer Serge Aubin wechselte heute wieder den Torhüter. Justin Pogge kehrte ins Tor zurück, Sebastian Dahm musste wieder auf der Bank Platz nehmen.

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Die ersten drei Aufeinandertreffen mit Augsburg hatten die Eisbären gewonnen und auch das vierte Duell wollte man siegreich gestalten. Dementsprechend ging man engagiert zu Werke, störte den Augsburger Spielaufbau früh mit einem sehr aggressiven Forechecking. Aber die Panther fanden trotzdem einen Weg vor das Berliner Tor und kamen zu den ersten Abschlüssen der Partie. Und sie hatten auch die erste dicke Möglichkeit der Partie. 2-auf-1-Konter der Panther, Flip-Pass von der linken Seite von Sahir Gill an den langen Pfosten, wo Patrick McNeill lauerte, an die Scheibe kam und sie an den Pfosten setzte. Glück für die Eisbären.
Die fingen nun an, Strafzeiten zu kassieren. Jonas Müller war der erste Spieler, der in die Kühlbox musste. McNeill folgte auf Augsburger Seite nur wenige Sekunden später. Da aber auch Florian Kettemer auf Berliner Seite auf die Strafbank musste, hatten die Panther ein 4-gegen-3-Powerplay. Was zu einem 4-gegen-2-Powerplay wurde, denn Mark Olver blieb nach einem geblockten Schuss von Brady Lamb auf dem Eis liegen, hatte sichtlich starke Schmerzen und versuchte irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und das Eis zu verlassen. Und was machten die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Andrew Wilk? Sie ließen weiterspielen, sehr zum Unmut der Berliner. Denn Augsburg nutzte das natürlich zur 1:0-Führung. AEV-Top-Scorer Drew LeBlanc mit dem Querpass von rechts auf Adam Payerl, Justin Pogge lag bereits auf dem Eis und so musste Payerl nur noch ins leere Berliner Tor einschießen (10.).
Es ging weiter mit den Strafen für die Eisbären, PC Labrie kassierte zwei Minuten wegen eines Late Hits. Zwar überstanden die Berliner das Unterzahlspiel schadlos, aber kaum war Labrie zurück klingelte es erneut im Tor. Wieder war es LeBlanc, der das Zuspiel gab und erneut war es Payerl, welcher per Onetimer von der blauen Linie auf 2:0 stellte (13.).
Wie war die Reaktion der Eisbären auf diesen Doppelschlag? Sie ließ nicht lange auf sich warten und war eiskalt. John Ramage mit dem Auge und dem Zuckerpass für Marcel Noebels am langen Pfosten, welcher per Tip-in auf 2:1 verkürzen konnte (14.).
Nun waren die Berliner besser im Spiel und hätten durch Austin Ortega beinahe den Ausgleich erzielt, aber er traf nur den Pfosten (17.). Danach nochmal Augsburg mit guten Möglichkeiten durch Scott Valentine und dann in Überzahl durch Payerl (2x) und Simon Sezemsky, aber es blieb bei der knappen 2:1-Führung der Hausherren. Eisbären-Verteidiger Florian Kettemer mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport:

Die Strafen machen unser Spiel kaputt. Wir müssen von der Strafbank weg bleiben. Wir wissen, dass die Zuschauer hier laut sind und die Schiedsrichter beeinflussen. Wir gehen Wechsel für Wechsel, wollen produzieren und Tore machen.

Und die Chance sollte sich ihnen bieten, denn man hatte fast volle zwei Minuten zwei Mann mehr auf

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dem Eis. Dass man aber das drittschlechteste Powerplay der Liga hat, wurde heute wieder deutlich. Zwar ließ man die Scheibe gut laufen, aber das nützt alles nichts, wenn sich kein Spieler mal traut, den Schuss abzugeben. So ließ man diese Top-Chance ungenutzt liegen. Weil man es zu kompliziert spielte.
Es folgte das nächste, einfache Powerplay, aber da lief man in einen Konter. Drew LeBlanc blockte einen Schuss von John Ramage und machte sich alleine auf den Weg Richtung Justin Pogge. Diesem ließ er keine Chance und vollende eiskalt zum 3:1 in Unterzahl (27.).
Aber auch davon ließen sich die Eisbären nicht aus der Ruhe bringen, hielten weiterhin am Gameplan fest und spielten ruhig weiter. Es folgte ein Bully im Angriffsdrittel, welches an die Eisbären ging. Ryan McKiernan zog rechts an der Bande stehend ab und die Scheibe segelte an Freund und Feind vorbei ins Augsburger Tor – 3:2 (31.).
Es folgte die stärkste Phase der Berliner, welche Augsburg ins eigene Drittel drängten und mächtig Druck machten. Sie wollten hier unbedingt den Ausgleich erzielen und dieser sollte ihnen auch gelingen. John Ramage hatte von der blauen Linie abgezogen, Leo Pföderl „parkte“ vor dem Tor und fälschte den Puck unhaltbar für Ex-Eisbären-Goalie Markus Keller ab – 3:3 (34.).
Die Eisbären sorgten für Ruhe im Curt-Frenzel-Stadion, doch die Augsburger suchten nach einer Antwort und hatten im Mitteldrittel noch zwei richtig gute Möglichkeiten. Scott Kosmachuk scheiterte mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Pogge, Adam Payerl scheiterte am Außenpfosten. So stand es nach 40 Minuten 3:3-Unentschieden.
Augsburgs Top-Scorer Drew LeBlanc, welcher an allen drei Toren des AEV beteiligt war, war mit dem Mitteldrittel nicht so zufrieden:

Wir müssen aufpassen, nicht zu viele Strafen zu nehmen. Das 5-gegen-3 war zu viel, das kostet zu viel Kraft.

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Dementsprechend engagiert kamen die Hausherren aus der Kabine und setzten durch John Rogl und Scott Kosmachuk die ersten Duftmarken. Es entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo, welches rauf und runter ging mit Chancen für beide Mannschaften. Die Intensität nahm noch mehr zu, die Zweikämpfe waren noch umkämpfter als ohnehin schon. Beide wollten den Sieg, den ersten Schritt in diese Richtung sollten die Eisbären machen.
Leo Pföderl kam mit viel Speed ins Angriffsdrittel, zog ab, doch die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie aber zurück und Pföderl reagierte blitzschnell und verwertete seinen eigenen Rebound – 4:3 (51.).
Die Berliner hatten das Spiel also komplett gedreht, Augsburg musste in der Schlussphase also kommen, um hier noch wichtige Zähler im Kampf um die Pre-Playoffs mitzunehmen. Aber sie kassierten eine Strafzeit, welche am Ende folgenschwer war. Denn dieses Mal nutzten die Berliner das Powerplay. Leo Pföderl kam an der rechten Bande an die Scheibe, zog vors Tor und schlenzte die Scheibe per Rückhand ins Tor, da sah Goalie Markus Keller gar nicht gut aus – 5:3 (54.).
Die Eisbären waren nun also auf die Siegerstraße eingebogen und ließen sich davon auch nicht mehr vertreiben. Augsburg versuchte zwar noch einmal alles, nahm auch den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und in der Schlussphase hatten sie auch nochmal ein, zwei gute Möglichkeiten, aber die Defensive der Eisbären um Goalie Justin Pogge ließ hier nichts mehr anbrennen und brachte das 5:3 über die Ziellinie.

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Mal wieder haben die Eisbären einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen. Sie lagen durch einen Doppelschlag 0:2 zurück, fanden aber durch den 200. DEL-Scorerpunkt von Marcel Noebels schnell eine Antwort. Sie ließen sich dann auch nicht vom Weg abbringen, als sie eine doppelte Überzahl kläglich vergaben und wenig später einen Shorthander hinnehmen mussten. Sie behielten im Hexenkessel Curt-Frenzel-Stadion die Ruhe, denn das Stadion war entsprechend euphorisiert angesichts der überstandenen doppelten Unterzahl und dem Shorthander. Aber die Eisbären rissen sich zusammen, blieben von der Strafbank fern und fanden vorne einen Weg, Tore zu schießen. Und daran hatte heute mal wieder die Top-Reihe einen großen Anteil. Genau zur richtigen Zeit waren Noebels, Pföderl und Sheppard wieder da und führten die Eisbären zum fünften Sieg in Folge und zugleich auch fünften Auswärtssieg in Folge. Letzteres ist gefühlte Ewigkeiten her, um genauer zu sagen, es war in den Playoffs 2013, an deren Ende die siebte Meisterschaft stand.
Gutes Omen für die bevorstehenden Playoffs? Auf jeden Fall sollte keiner die Eisbären Berlin unterschätzen, sind die Berliner zur Zeit doch das heißeste Team der Liga und in den Playoffs ist dieser Mannschaft wirklich alles zuzutrauen. Sie finden derzeit immer einen Weg, Spiele zu gewinnen, egal wie das Spiel auch läuft. Alle vier Reihen können die Spiele entscheiden, man ist nicht mehr nur von einer Reihe abhängig. Der Kader scheint tief genug besetzt zu sein, die Reihen für die Playoffs gefunden und auf der Torhüter-Position verfügt man über ein starkes Torhüter-Duo mit Justin Pogge und Sebastian Dahm. Ja, beide haben durchaus noch Wackler dabei, aber sind die Leistungen zuletzt doch definitiv mehr gut als schlecht gewesen. Wenn gleich Justin Pogge wohl bei Trainer Serge Aubin die Nase im Kampf um die Nummer Eins im Tor vorne haben dürfte.
Doch diese Mannschaft versprüht so viel Spielfreude, sie harmonieren sehr gut zusammen, die Stimmung im Team ist super und mit jedem weiteren Sieg steigt das Selbstvertrauen. Die Eisbären scheinen gerade zur richtigen Zeit der Saison ihre Top-Form zu finden. Diese Mannschaft zu schlagen, wird alles andere als einfach. Nürnberg ist das nächste Team, was dies am Sonntag versuchen wird.

Augsburgs Stürmer Jakob Mayenschein mit seinem Fazit zum Spiel:

Wir haben nach dem 3:1 deutlich zu viele Strafen kassiert. Dadurch, dass wir zu viel Überzahl im ersten Drittel hatten, war es klar, dass sie im zweiten etwas kleinlicher pfeifen würden. Wir haben die Oberhand im zweiten Drittel verloren. Die Eisbären mit einer kämpferisch starken Leistung und am Ende mit mehr Körner als wird.

Und was sagte Matchwinner Leo Pföderl zum Spiel?

Die Augsburger haben auch gute Chancen gehabt, aber bei uns sind sie im letzten Drittel rein geflogen. Wir haben da vielleicht ein bisschen Glück gehabt. Wir haben uns nach dem ersten Drittel zusammengerissen. Was sind schon zwei Tore auswärts. Wir haben das dann gut gemacht und freuen uns über drei sehr schöne Auswärtspunkte. Wir wissen, dass wir über die Monate gut zusammen gewachsen und spielerisch besser geworden sind. Wir haben gegen die Mannschaften über uns gezeigt, dass wir mithalten und auch gewinnen können.

4:2 gegen Iserlohn: Wenn die Top-Reihe schwächelt, springen eben die anderen Reihen in die Bresche

Ausgabe #27:

Die Ausgeglichenheit der Angriffsreihen der Eisbären Berlin könnte zum größten Trumpf in den Playoffs werden. Waren die Berliner in den letzten Jahren meist abhängig von der einen Top-Reihe, um erfolgreich zu sein, so sind sie in diesem Jahr weitaus schwerer auszurechnen. Denn von allen vier Reihen geht inzwischen Gefahr aus, jede Reihe kann Tore schießen und somit Spiele entscheiden. Und es muss eben nicht immer die Top-Reihe um Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl sein. Diese war laut Trainer Serge Aubin heute nicht so gut, haben die Mannschaft dafür aber über weite Strecken der Saison getragen. Und genau in solchen Momenten braucht man laut Aubin eben die anderen Mannschaftsteile, die dann in die Bresche springen und für den Sieg sorgen. So geschehen am Dienstagabend, als die Hauptstädter die Iserlohn Roosters mit 4:2 (1:1,2:0,1:1) besiegten und damit den vierten Erfolg in Serie feierten. Während die Top-Reihe blass blieb, traf aus allen anderen drei Angriffsreihen je ein Stürmer, Mark Olver dabei als Matchwinner sogar doppelt. So tief besetzt und schwer ausrechenbar waren die Berliner lange nicht mehr, was in Richtung Playoffs viel Hoffnung auf eine sehr lange Saison macht.

EHC-Chefcoach Serge Aubin nahm im Vergleich zum Mannheim-Spiel eine Änderung auf der Torhüterposition vor. Er gönnte Sebastian Dahm den Einsatz gegen seine Ex-Kollegen. Justin Pogge nahm demnach auf der Bank als Back-up Platz.

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Die Eisbären hatten einen guten ersten Wechsel, wie Serge Aubin nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagen sollte, fanden danach aber lange nicht mehr ins Spiel. Iserlohn kam dagegen gut rein ins Spiel und konnte befreit aufspielen, ist die diesjährige Saison für die Sauerländer ja bereits Geschichte. Denn mit den Playoffs hat die Mannschaft von Trainer Jason O’Leary in diesem Jahr nichts zu tun. Und so gingen sie hier in der Hauptstadt früh in Führung. Michael Clarke hatte abgezogen, sein Schuss ging zwar an den Pfosten, rutschte aber von da an Dahms Schoner und von dort aus schließlich ins Tor – 0:1 (6.).
Jener Clarke war es auch, welcher dann die erste Strafzeit der Partie kassierte, aber das Powerplay der Hausherren war keine Erwähnung wert. Aber so langsam fanden die Gastgeber wieder zu ihrem Spiel und hätten Mitte des ersten Drittels beinahe den Ausgleich erzielt. Aber Sebastian Streu scheiterte am Pfosten und Kapitän André Rankel konnte den Nachschuss leider auch nicht versenken.
Aber die Eisbären kamen immer besser rein ins Spiel, hatten das nächste Powerplay, welches etwas besser aussah, aber auch keinen Erfolg brachte. Dieser sollte erst in Minute 15 folgen, als Florian Kettemer von der blauen Linie abgezogen hatte. Mark Olver fälschte den Schuss unhaltbar für IEC-Goalie Andreas Jenike ab und so stand es 1:1 in Berlin.
Anschließend noch einmal ein Powerplay für die Roosters, welches aber ebenso keinen Erfolg einbrachte. So stand es nach 20 Minuten trotz eines leichten Schussübergewichtes für Iserlohn 1:1-Unentschieden.

Die Eisbären fanden dann gut ins Mitteldrittel und prüften Jenike gleich ein paar Mal, aber der stand

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sicher und ließ keine Scheibe durch. Dann zur Abwechslung mal wieder Iserlohn, welche erneut in Überzahl ran durften und durch Mike Halmo die beste Chance hatten, aber er scheiterte an Dahm.
Fortan nahm der Druck der Berliner zu und Mitte des Spiels belohnten sie sich dafür dann auch. Austin Ortega erkämpfte sich hinter dem Tor die Scheibe, brachte sich in Schussposition, zog ab und sorgte für die erstmalige Berliner Führung an diesem Abend – 2:1 (30.).
Iserlohn tat sich in dieser Phase schwer, die Eisbären machten das Spiel und konnten sogar die Führung ausbauen. In Überzahl spielte PC Labrie die Scheibe rüber zu Youngster Lukas Reichel, welcher nicht lange fackelte und eiskalt abschloss – 3:1 (37.). Was zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten war.

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Die Gäste vom Seilersee fanden gut ins Schlussdrittel und prüften erneut ihren Ex-Kollegen Sebastian Dahm, aber der ließ nichts durch. Die Eisbären kamen auch zu Chancen, aber auch sie fanden keinen Weg vorbei am Iserlohner Schlussmann.
Trotz des Rückstandes gaben die Iserlohner nicht auf, versuchten weiter nach vorne zu spielen, doch da machten die Eisbären geschickt die Wege zu und ließen wenig hochkarätiges zu. Als noch zehn Minuten auf der Uhr waren, bot sich den Eisbären in Überzahl die Chance zur Entscheidung. Doch stattdessen verkürzten die Sauerländer in Unterzahl. Ex-Eisbär Jens Baxmann gewann einen Zweikampf gegen Marcel Noebels, schickte Alexej Dmitriev auf Reisen, welcher eiskalt abzog und zum 3:2 verkürzte (52.).
Iserlohn hatte nun also noch einmal Oberwasser und wollte nun auch den Ausgleich erzielen. Die Sauerländer mussten also hinten aufmachen, was den Eisbären Platz zum kontern gab. Doch diese spielten sie nicht sauber genug zu Ende, dafür hielten sie Iserohn vor dem eigenen Tor relativ gut aus der gefährlichen Zone fern. Die Roosters versuchten am Ende noch einmal alles, Torhüter raus und Auszeit. Doch das nutzten die Berliner durch Mark Olver zur endgültigen Entscheidung. Im Fallen drückte Olver die Scheibe über die Linie und konnte seinen zweiten Treffer an diesem Abend bejubeln – 4:2 (59.). Damit war die Partie entschieden und der vierte Sieg eingefahren.

Ein Sieg, welcher nicht unbedingt schön anzusehen war, aber damit war ja auch zu rechnen. Gegen

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Iserlohn tat man sich in dieser Saison schon häufiger schwer und da war das Spiel keine Ausnahme. Die Roosters machten es den Eisbären nicht leicht, waren zu Beginn die bessere Mannschaft, aber je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahmen die Eisbären das Kommando. Wenn gleich Iserlohn durchaus immer mal wieder vor Sebastian Dahm auftauchte, nur so richtig brenzlig wurde es dann eben nicht oft. Die Eisbären boten nicht ihr bestes Eishockey, die Top-Reihe wurde kalt gestellt, aber trotzdem fand man einen Weg, dieses Spiel zu gewinnen. Weil eben die drei anderen Sturmreihen in die Bresche sprangen und das Spiel zu Gunsten der Eisbären entschieden. Wohl dem, der über solch ausgeglichene Sturmreihen verfügt.

4:3 n.V. gegen Mannheim: Austin Ortega führt die Eisbären zum Heimsieg gegen den Erzrivalen

Ausgabe #26:

Es gibt Siege, die schmecken Eisbären-Fans besonders gut. Richtig gut. Solche Siege wie gegen den Erzrivalen aus Mannheim nämlich und wenn man deren Fans dann auch noch den Sonderzug kaputt macht, ist es umso schöner. Heute Mittag war mal wieder einer dieser Tage. Die Adler Mannheim waren zu Gast in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena und wurden mit einer Niederlage Richtung Kurpfalz geschickt. Am Ende setzten sich die Eisbären Berlin mit 4:3 n.V. (1:1,2:1,0:1/1:0) gegen die Adler Mannheim durch und verteidigten damit souverän ihren vierten Platz in der DEL-Tabelle. Und sie setzten eine Duftmarke in Richtung Playoffs, wo man sich ja erneut treffen könnte. Wenn es nach Jonas Müller geht, dann am liebsten im Finale, wie er nach dem Spiel in der Mixed-Zone sagte.

Die Stimmung war gigantisch, auf beiden Seiten war die Unterstützung riesengroß. Die Eisbären wurden von ihren Fans lautstark unterstützt, die Adler hatten 1.100 Fans im Rücken, welche die Gäste ebenfalls lautstark supporteten. Aber es gab heute auch diesen einen Moment, in der die Arena am Ostbahnhof komplett still war. Das war vor dem ersten Bully, als es eine Schweigeminute für Dynamo-Legende „Hanne“ Frenzel gab, welcher diese Woche im Alter von 91 Jahren verstorben war. Ruhe in Frieden „Hanne“, wir werden Dich nie vergessen! Nach der Schweigeminute schallte Ihm zu Ehren ein sehr lautes „Dynamo“ durch der Arena!

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Ab da war dann aber wieder Stimmung auf beiden Seiten, der DEL-Klassiker war gestartet. Und die Gäste aus Mannheim erwischten den besseren Start, waren von Beginn an hellwach und dominierten die ersten Minuten. Sie suchten sofort den Weg Richtung Tor von Eisbären-Goalie Justin Pogge und gaben die ersten Schüsse des Spiels ab. Und dann bekamen sie innerhalb kürzester Zeit auch zwei Powerplays in Folge zugesprochen. Das zweite gar vier Minuten lang. Und dann ist es klar, dass man eine Top-Mannschaft wie Mannheim nicht gänzlich in Überzahl aus dem Spiel nehmen kann. Und so gingen die Kurpfälzer auch verdient im zweiten Überzahlspiel in Führung. Der Druck war einfach zu groß und Top-Scorer Borna Rendulic verwertete ein Zuspiel von Ex-Eisbär Mark Katic per Onetimer zum 0:1 (13.).
70 Sekunden lang konnten sich die Adler-Fans über die Führung ihrer Mannschaft freuen, dann schlugen die Hausherren eiskalt zu. Mark Olver kam an die Scheibe, zog ab und diese flog über die Fanghand von Adler-Goalie Johan Gustafsson ins Netz – 1:1 (14.). Die etwas überraschende Antwort der Berliner, aber den Fans war es egal.
Zum Ende hin die Eisbären dann mal in Überzahl und kurz vor der Pause sogar mit zwei Mann mehr. Nun waren die Hausherren kräftig am Drücker und hatten dicke Chancen, aber entweder war Johan Gustafsson zur Stelle oder seine Vorderleute retteten für den bereits geschlagenen Keeper. So endete ein hochinteressantes erstes Drittel mit Playoff-Charakter 1:1. Ein Drittel, welches Lust auf mehr machte,

Und im Mitteldrittel fanden diesmal die Eisbären besser ins Spiel, sie kamen zu guten Chancen. Einzig

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an der Chancenverwertung mangelte es mal wieder. Und Mannheim? Die kamen einmal vors Tor und schon klingelte es wieder. Die Kurpfälzer konterten die Berliner aus. Phil Hungerecker mit dem Querpass auf Rendulic, welcher erneut zum Onetimer ausholte und Justin Pogge keine Chance ließ – 1:2 (24.).
Wieder Mannheim also vorne, aber die Eisbären hielten weiter gut dagegen und kamen erneut zurück. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen, statt die Scheibe abzufälschen, blieb sie vor PC Labrie liegen. Also drehte sich der bullige Stürmer kurz und zog ab, mit Erfolg, denn er netzte zum 2:2 ein (28.).
Die Partie wurde nun immer intensiver, die Zweikämpfe nahmen zu und beide Mannschaften ließen immer wieder ihre Klasse aufblitzen. Youngster Tim Stützle war auf einmal auf und davon, stand alleine vor Pogge, aber an diesem scheiterte er dann doch. Im Gegenzug jubelten die Eisbären auf dem Eis, aber es war nicht klar, ob es die Führung war. Denn es ging zum Videobeweis, nach welchem man dann aber auf Tor entschieden hatte. Rückkehrer Louis-Marc Aubry hatte abgezogen, Gustafsson konnte nicht festhalten und Austin Ortega war für den Rebound zur Stelle, schaltete am schnellsten und schob die Scheibe ins Mannheimer Tor – 3:2 (31.).
Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, es ging immer wieder rauf und runter mit Chancen für beide Mannschaften. Die beste aber hatten die Eisbären, als Ryan McKiernan am Pfosten scheiterte. So nahmen die Eisbären also eine knappe 3:2-Führung mit ins Schlussdrittel.

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Auch im Schlussdrittel beide Mannschaften auf Augenhöhe. Aber dann zeigten sich die Unterschiede im Powerplay, einer Schwachstelle in der Berliner Mannschaft. Sie hatten zunächst das Überzahlspiel, aber mehr als ein Onetimer von Labrie war nicht drin. Kurz darauf die Mannheimer mit einem Mann mehr auf dem Eis und da zappelte der Puck mal wieder im Berliner Gehäuse. Und auch dieses Tor fiel nach dem Muster der ersten beiden Adler-Treffer: Querpass, Onetimer, Tor. Diesmal legte Joonas Lehtivuori für Matthias Plachta auf und der drosch die Scheibe ins Berliner Tor – 3:3 (51.).
Nun hatte Mannheim wieder Selbstvertrauen getankt und Borna Rendulic wollte seinen Hattrick, nur ihm stand die Latte im Weg. Was die Hauptschiedsrichter aber noch einmal per Videobeweis überprüften, dann aber bei ihrer „One-Ice-Entscheidung“ blieben.
Die Partie ging nun in die Crunch-Time und Mannheim erneut in Überzahl. Und der Druck war enorm, aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl trotz guter Chancen der Adler schadlos.
Die letzte Möglichkeit in der regulären Spielzeit hatten aber die Hausherren durch Maxim Lapierre, welcher frei vor Gustafsson auftauchte, aber am Mannheimer Schlussmann scheiterte. Somit nahmen beide Mannschaften einen Punkt mit und in der Verlängerung ging es nun um den für beide Teams wichtigen Zusatzpunkt.

Und da hatten die Eisbären gleich zu Beginn gute Möglichkeiten, aber das alte leidige Thema der

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Chancenverwertung war wieder aktuell. Dann kassierte Mannheims Top-Scorer Borna Rendulic eine Strafe und die Eisbären nun also mit 4-gegen-3 auf dem Eis. Powerplay für die Eisbären, eine Disziplin, wo sie in früheren Jahren mal für Angst und Schrecken sorgten. Aber seit Jahren ist es das Problemkind der Hauptstädter.
Aber ausgerechnet heute klappte es und dann auch noch in der Verlängerung. Top-Scorer Marcel Noebels mit dem Querpass und der kleine Wirbelwind Austin Ortega holte zum Schuss aus und beendete mit diesem das Spiel, denn die Scheibe flog ins Mannheimer Tor – 4:3 (63.).
Was folgte war riesengroßer Jubel auf dem Eis und den Rängen. Es war eben ein Sieg gegen Mannheim und diese schmecken bekannterweise sehr süß.

Und dieser Sieg war nicht unverdient, er war ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Diese fand schwer rein ins Spiel und hatte große Probleme mit den Gästen aus Mannheim, welche dann auch in Führung gingen. Aber die Eisbären blieben ruhig und kamen zum Ausgleich, welcher zu diesem Zeitpunkt natürlich glücklich war. Doch ab dem Mitteldrittel waren sie richtig da und zeigten Mannheim, was in ihnen steckt. Sie steckten die neuerlichen Rückstand weg und drehten die Partie. Auch der erneute Ausgleich der Adler im Schlussdrittel störte die Eisbären nicht, welche in der Verlängerung sich den enorm wichtigen Zusatzpunkt sicherten.
Der Einsatz, die Moral, der Wille, der Kampfgeist, das zusammen als Team kämpfen – all das war heute da. Jeder hat für Jeden gekämpft, alle vier Reihen können ein Spiel entscheiden, es muss nicht immer die vermeintliche Top-Reihe um Noebels, Sheppard und Pföderl sein. Und das macht die Eisbären so schwer auszurechnen, was gerade im Hinblick auf die Playoffs goldwert sein kann. Dass man nicht von dieser einen Reihe abhängig ist, sondern dass jede Reihe dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Die Reise der Eisbären Berlin in der Saison 2019/2020 kann also noch sehr lange gehen.

2:0-Auswärtssieg in Krefeld: Eisbären holen drei wichtige Punkte und bauen Vorsprung auf Bremerhaven aus

So kann man aus der Länderspielpause kommen: Die Eisbären Berlin haben den Hauptrunden-Endspurt mit einem Sieg begonnen. Bei den Krefeld Pinguinen setzte sich der Hauptstadtclub vor 4.993 Zuschauern in der YAYLA Arena mit 2:0 (1:0,1:0,0:0) durch und holte somit drei wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier. Ein sehr souveräner und solider Auftritt genügte, um die Punkte aus der Seidenstadt zu entführen. Allerdings gab es auch einen großen Chancenwucher, weshalb der Sieg auf jeden Fall auch hätte höher ausfallen können. 

Eisbären-Coach Serge Aubin musste auf Constantin Braun verzichten, konnte dafür aber auf Louis-Marc Aubry zurückgreifen. Im Tor vertraute er wieder Justin Pogge, welcher heute seinen ersten Shutout in der DEL feiern sollte.

Es war das Duell des besten Top-Scorers der Liga, Chad Costello (46 Scorerpunkte), gegen den drittbesten Scorer, Marcel Noebels (42). Und der Respekt beider Spieler vorm jeweils anderen waren groß. So sagte Costello über Noebels zum Beispiel:

Er ist sehr gefährlich, ein sehr großer und robuster Spieler. Wir wollen ihn heute aus dem Scoreboard raushalten.

Und Noebels über Costello:

Er hat die letzten Jahre seinen Platz in den Top-10 gefunden. Er ist eiskalt vor dem Tor und hat ein gutes Auge für seine Mitspieler. Wir wollen ihn heute aus dem Spiel nehmen.

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Nun aber hinein ins Spiel. Krefeld war von Beginn an hellwach und hatte schon in der ersten Minute die dicke Chance zum 1:0, aber die Scheibe ging nur an den Pfosten. Die Seidenstädter mit einem sehr schwungvollen Beginn. Die Erleichterung über die Rettung des Traditionsvereins war den Spielern sichtlich anzumerken, sie spielten befreit auf.
Nach drei Minuten bot sich den Hausherren schon die erste Chance in Überzahl zu agieren. Eine Disziplin, wo es in den letzten beiden Spielen mit vier Toren sehr gut beim KEV lief. Auch in diesem Überzahlspiel hatte man zwei, drei gefährliche Schüsse, aber mehr war es am Ende dann auch nicht.
Fünf Minuten waren gespielt, als es erneut „Peng“ am Berliner Gestänge machte, Garrett Noonan hatte abgezogen. Kurz darauf das erste Powerplay für die Berliner, welches aber nicht wirklich für Gefahr sorgte.
Dennoch kamen die Eisbären fortan besser ins Spiel, mussten aber erneut in Unterzahl ran, nachdem Kapitän André Rankel für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Dort aber hatten die Eisbären eine gute Chance, als Maxim Lapierre und Landon Ferraro einen 2-auf-1-Angriff fuhren, Lapierre sich für den Abschluss entschied und damit an Oskar Östlund scheiterte.
Je länger das Auftaktdrittel dauerte, desto mehr drückten die Berliner dem Spiel ihren Stempel auf. Es folgte eine Drangphase zwischen der 12. und 13. Minute, nach dieser fiel dann auch der Führungstreffer. Krefeld bekam den Puck im Slot nicht weg, KEV-Verteidiger Alex Trivellato legte den Puck direkt auf die Kelle von Sebastian Streu und der zog eiskalt ab – 1:0 (13.). Das vierte Saisontor des Youngsters.
Auch danach die Gäste von der Spree weiterhin offensiv ausgerichtet, standen hinten sehr kompakt und ließen kaum noch etwas vom KEV zu. Die Hausherren wären kurz vor der ersten Pause dann aber beinahe noch zum Ausgleich gekommen, aber Top-Scorer Chad Costello bekam die Scheibe vor dem Tor nicht richtig unter Kontrolle und so wurde es nur halb gefährlich für die Eisbären, welche die 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause nahmen.
Ex-Eisbär Laurin Braun mit seinem Statement zum ersten Drittel bei Magenta Sport:

Wir sind gut rein gekommen, haben dann aber den Faden verloren und uns einlullen lassen. Dadurch haben wir dann das Tor bekommen.

Im zweiten Drittel gehörte die erste gefährliche Szene den Gästen, als Rückkehrer Aubry von rechts

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scharf vor das Tor passte, Landon Ferraro die Kelle hin hielt, aber an Östlund scheiterte. Krefeld kam zum ersten Abschluss nach einem Puckverlust der Eisbären im eigenen Drittel. Und im kurz darauf folgenden Powerplay hatte Vincent Saponari die dicke Chance, aber er scheiterte mit seinem Versuch aus dem Slot an Justin Pogge.
Von nun an hatten die Gäste aus der Hauptstadt das Geschehen komplett im Griff, hielten das Spiel vom eigenen Tor fern, setzten vorne immer wieder Akzente und hatten gute Chancen. Einzig an der Chancenverwertung mangelte es. Aber doch sollte das 2:0 fallen. KEV-Goalie Oskar Östlund konnte einen Schuss nur prallen lassen, Kapitän André Rankel schaltete am schnellsten und erhöhte auf 2:0 (34.).
Es ging anschließend weiterhin nur in eine Richtung, die Eisbären hatten die Zügel fest in der Hand. Krefeld kam einfach nicht hinein ins Spiel und so dominierten die Eisbären mit 21:4-Torschüssen das Mitteldrittel mehr als deutlich. Und kurz vor der zweiten Pause hätte Austin Ortega bei einem 3-auf-1-Konter beinahe noch das 3:0 erzielt, aber sein Schuss landete am Pfosten. So blieb es also beim 2:0 nach 40 Minuten.
Torschütze André Rankel mit seinem Statement nach dem zweiten Drittel im Interview bei Magenta Sport:

Wir haben das Spiel momentan unter Kontrolle. Wir müssen weiter geradlinig spielen, nicht zu verspielt sein. Sie warten auf Fehler von uns und Konter, die dürfen wir ihnen nicht geben. Wir müssen im letzten Drittel unsere Chancen nutzen und körperlich zulegen.

Foto: ela on tour

Im letzten Drittel sollte sich am Spielverlauf auch nichts mehr ändern. Krefeld tat sich weiter schwer und wenn sie mal zu Chancen kamen, vergaben sie diese kläglich. So geschehen in Minute 44, als Kai Hospelt bei einem Konter des KEV zum Abschluss kam, aber knapp am Tor vorbei schoss.
Die Eisbären anschließend mit einem Powerplay, aber da wurde es nur einmal gefährlich, ansonsten kamen die Pässe nicht an. Gefährlich wurde es dann aber noch einmal Mitte des letzten Drittels nach einem Scheibenverlust der Pinguine im eigenen Drittel. Landon Ferraro und Austin Ortega scheiterten aber an Oskar Östlund.
Danach plätscherte das Spiel nur noch so vor sich hin. Die Krefelder konnten nicht und die Eisbären mussten nicht unbedingt etwas für das Spiel tun. Ein weiteres Powerplay vergaben die Krefelder kläglich, auf der anderen Seite vergaben Maxim Lapierre, James Sheppard und André Rankel weitere gute Möglichkeiten. Am 2:0-Sieg sollte das aber nichts mehr ändern.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe in Krefeld souverän gelöst, hätten bei einer besseren Chancenverwertung auch höher gewinnen können wenn nicht sogar müssen. Aber positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass man hinten sehr kompakt stand und kaum etwas zu ließ, das Spiel ab Mitte des Spiels vollkommen unter Kontrolle hatte und sich Chancen erspielte. Wenn man eben etwas kritisieren muss, dann die wie bereits erwähnte

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schlechte Chancenverwertung und auch wieder das schlechte Powerplay, welches im Hinblick auf die Playoffs definitiv besser werden muss. Da kann es spielentscheidend sein.
Aber eins war dennoch zu sehen, was im Vergleich zur Vergangenheit schon besser war: Man nahm ein vermeintlich schwachen Gegner nicht auf die leichte Schulter, spielte konzentriert und hielt sich an den Gameplan. Den Schwung aus diesem Spiel kann man nun mit in das wichtigste Spiel des Wochenendes nehmen, denn am Sonntagmittag geht es bekanntlich gegen den Erzrivalen Adler Mannheim und um weitere wichtige Punkte im Kampf um Platz Vier. Der heutige Spieltag verlief in dieser Hinsicht aus Eisbären-Sicht schon einmal perfekt, verloren doch die direkten Konkurrenten Bremerhaven und Düsseldorf, weshalb der Vorsprung auf Platz Fünf auf vier Punkte angewachsen ist.

Doch trotz des Auswärtssieges war Torschütze Sebastian Streu im Interview nach dem Spiel bei Magenta Sport nicht vollkommen zufrieden:

Wir haben die ersten 40 Minuten ganz stark gespielt. Aber in den letzten 20 Minuten haben wir aufgehört zu spielen. Wir können es auf jeden Fall viel besser. Wir haben heute nur 40 Minuten gut gespielt, aber dennoch war es ein Sieg und zwar ein sehr wichtiger. Wir wollen in den Top-4 bleiben.

In Krefeld und gegen Mannheim: Hinein in den Hauptrunden-Endspurt

Jetzt geht es in die Crunch-Time der diesjährigen Hauptrunde der DEL-Saison 2019/2020. Mit dem Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen morgen Abend startet für die Eisbären Berlin das zehn Spiele umfassende Restprogramm bis zum Ende der Hauptrunde. Es wird mal wieder eines dieser Wochenenden der Gegensätze sein. Schließlich trifft man am Wochenende neben dem Kellerkind Krefeld am Sonntagmittag auch noch auf das Top-Team der Adler Mannheim. Das werden also zwei komplett unterschiedliche Spiele werden, denn für Krefeld geht es nicht mehr wirklich um die Playoffs und Mannheim kämpft genau wie Berlin noch um jeden Punkt im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition für die bevorstehenden Playoffs.

Serge Aubin hat dennoch großen Respekt vor dem morgigen Gegner Krefeld (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 13.02.2020):

Krefeld ist eine offensiv sehr gefährliche Mannschaft. Sie brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu erzielen. Ich freue mich wirklich darauf, unser Team zu sehen, wie es eine sehr solide defensive Partie abliefert, sehr viel Schlittschuh läuft und den Gegner unter Druck setzt.

Beide Mannschaften werden morgen Abend zum letzten Mal in dieser Saison aufeinander treffen. Bisher spricht die Bilanz mit 2:1-Siegen für Berlin, welche das erste Heimspiel mit 6:2 und das erste Gastspiel in der Seidenstadt mit 4:1 gewannen, dafür aber im zweiten Heimspiel an der Spree von den Pinguinen mit 5:1 abgeschossen wurden. Da ist also noch eine Rechnung offen, welche man mit großer Wahrscheinlichkeit begleichen möchte.
Man darf gespannt sein, wie Krefeld in dieses Spiel gehen wird, geht es doch für sie eigentlich um rein gar nichts mehr angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Platz Zehn, welcher für die Pre-Playoffs berechtigen würde. Die Eisbären hingegen werden klar fokussiert in dieses Spiel gehen, geht es doch darum, im Kampf mit Bremerhaven und Düsseldorf Platz Vier und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale abzusichern. Geht man also mit der nötigen Konzentration in dieses Spiel, nimmt Krefeld auch wirklich ernst und hält 60 Minuten konstant an seinem Gameplan fest, dann sollten die drei Punkte im Gepäck mit zurück in die Hauptstadt reisen.
Aufpassen und in den Griff bekommen müssen die Eisbären vor allem die beiden Angreifer Chad Costelle (46 Scorerpunkte) und Daniel Pietta (42). Wenn die Eisbären diese beiden Spieler aus dem Spiel nehmen, dann sollte es mit dem Sieg klappen.

Das komplette Gegenteil wird dann die Partie am Sonntagmittag (Achtung: Bully um 13:15 Uhr!!!) gegen den Erzrivalen Adler Mannheim werden. Dort wird man eine mehr als hart umkämpfte Partie auf Playoff-Niveau erleben. Beide Mannschaften kämpfen um wichtige Punkte und werden diese nicht kampflos herschenken. Alleine schon aus diesem Grund wird uns da ein hochinteressantes Spiel mit Playoff-Charakter erwarten. Aber natürlich auch aufgrund der Geschichte dieser beiden Traditionsvereine, denn es ist kein Geheimnis, dass sich Berlin und Mannheim auf keinen Fall mögen. Was für noch mehr Würze in diesem ohnehin schon wichtigen Spiel sorgen wird.
In diesem Duell kann man durchaus davon ausgehen, dass das Aufeinandertreffen am Sonntag noch nicht das letzte in dieser Saison sein wird. In den Playoffs könnten sich die Wege dieser beiden Mannschaften durchaus erneut kreuzen. Und die bisherige Hauptrunden-Bilanz spricht mit 2:1-Siegen für Mannheim. Die Adler gewannen beide Heimspiele (4:1/7:3), verloren dafür aber das erste Spiel in Berlin deutlich mit 5:1. Sie werden am Sonntag also auf Wiedergutmachung aus sein.
Bei den Kurpfälzern muss man natürlich auf jede Menge Spieler aufpassen, denn sie verfügen über richtig gute Spieler in ihren Reihen. Zum Beispiel Verteidiger Mark Katic mit satten 31 Scorerpunkten oder aber den Stürmern Borna Rendulic (42), Ben Smith (41), Andrew Desjardins, Jan-Mikael Järvinen (beide 38) und Matthias Plachta (37).
Vorsicht ist also geboten, aber gleiches gilt natürlich auf für Mannheim, denn die Eisbären verfügen aktuell über die Top-Reihe Leo Pföderl, James Sheppard und Marcel Noebels, die im Moment alles kurz und klein schießt.

Gucken wir in die Statistik, sind Punkte morgen Abend in Krefeld definitiv garantiert. Denn seit September 2015 traten die Eisbären nur einmal die Heimreise ohne Punkte im Gepäck an. Und auch Punkte gegen Mannheim sind im Bereich des Möglichen, haben die Berliner doch seit 2017 viermal zu Hause fünf oder sogar mehr Treffer gegen die Kurpfälzer erzielt. Die Aussichten auf dieses Wochenende sehen also schon einmal gut aus, nun liegt es an den Spielern, diese auch in Punkte umzuwandeln.

Und im Hinblick auf die Schlussphase der diesjährigen DEL-Hauptrunde ist es von enormer Bedeutung, dass Stürmer Louis-Marc Aubry wieder zur Verfügung steht. Er wird dem Kader noch mehr Tiefe verleihen und den Berlinern noch mehr Möglichkeiten in der Offensive geben. Sie sind also noch schwerer auszurechnen als ohnehin schon.
Weiterhin fehlen werden hingegen Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Dafür kehrt Goalie Marvin Cüpper am Samstag nach seiner Leihe zu Kooperationspartner Weißwasser zurück in die Hauptstadt.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen am 14.02.2020:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Marvin Cüpper, Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

„Im Dialog mit…“ Kai Wissmann und Ryan McKiernan

Die Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorbei und ab Freitagabend jagen die Eisbären Berlin wieder dem Puck hinterher. Mit dem Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen beginnt der Hauptrunden-Endspurt mit noch genau zehn Punktspielen bis zu den Playoffs. In diesen wollen die Eisbären natürlich so viele Punkte wie möglich holen, um dann bestmöglich in die Playoffs zu starten. Bevor es aber soweit ist, stand heute Abend erst einmal noch ein lockeres Beisammensein im Loretta statt, wo nach langer Zeit mal wieder die Veranstaltung „Im Dialog mit…“ statt fand. Zu Gast waren diesmal die beiden Verteidiger der Berliner Kai Wissmann und Ryan McKiernan. Für alle, die heute Abend nicht dabei sein konnten, fassen wir den Abend noch einmal kurz zusammen und geben Euch einen Einblick in die äußerst interessanten Antworten der beiden Jungs.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der Abend begann mit einer Schnell-Fragerunde, sozusagen dem Warm-up, wie es im Eishockey nun einmal üblich ist. Schon da bekam man interessante Antworten, wie zum Beispiel, dass die beiden Jungs Leo Pföderl Karten für ein Metallica-Konzert schenken würden, Florian Kettemer wiederum Karten für ein Helene Fischer Konzert. Für Austin Ortega wäre es demnach ein Tanzkurs. Die kleine Schnell-Fragerunde lockerte die beiden Verteidiger erst einmal auf und sorgte durchaus für lustige Antworten. Wie das Beispiel Charlie Jahnke zeigt, dem Kai Wissmann unbedingt einen Wecker schenken würde, da er ständig verschläft. Aber natürlich ging es auch um ernstere Fragen und Antworten.

Ryan McKiernan kam ja vor der Saison von der Düsseldorfer EG nach Berlin, kam aber bereits vorher gut in Europa herum. Er spielte vor seinem Engagement in Deutschland bereits in Schweden und Österreich. Die Nummer 58 wurde auf die Unterschiede in Sachen Eishockey in diesen drei Ländern angesprochen:

Eishockey in Europa ist natürlich anders als in den USA, man muss besser Eislaufen. Es gibt natürlich auch einen Unterschied zwischen den Ländern. Ich glaube, dass Eishockey in Deutschland ist besser als in Österreich und als in der zweiten schwedischen Liga. Ich finde es toller in Österreich oder Deutschland zu spielen, aber nicht so in Schweden, weil es in Deutschland und Österreich eine Mischung aus Spielern aus den USA und deutschen oder österreichischen Spielern gibt. In Schweden war ich fast alleine als ausländischer Spieler. Ich hatte zwar ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Teamkameraden, aber in die Kultur des Landes rein zu kommen, war etwas schwierig, weil ich keine weiteren Ausländer an meiner Seite hatte.

Kai Wissmann dagegen erlebte seinen Durchbruch in Berlin und ist seitdem dort auch glücklich. Die Nummer Sechs sprach über seine Anfangszeit und wie er es zum Profi in der Hauptstadt geschafft hat:

Es war natürlich auch nicht einfach. Ich glaube meine ersten paar Spiele habe ich noch mit 17 gemacht, aufgrund von vielen Verletzungen natürlich. Aber dadurch konnte man sich natürlich empfehlen und ich denke, so geht es bei den meisten los. Dass es dann so geklappt hat und ich mit 18,19 noch mehr spielen konnte und seitdem hier spiele, darauf bin ich schon sehr stolz.

Kommen wir aber wieder zurück zu McKiernan, den Neu-Eisbär. Warum wechselte dieser so sympathische und für die Eisbären-Verteidigung so wichtige Spieler überhaupt vom Rhein an die Spree. Was waren die Gründe für diesen Wechsel?

Ich wollte für eine Mannschaft spielen, die jedes Jahr die Chance hat, eine Meisterschaft zu gewinnen. Ich komme aus einer großen Stadt und ich liebe große Städte. Als ich gehört hatte, dass Berlin an mir interessiert war, dass machte mich sehr glücklich. Ich wollte natürlich schon seit ein paar Jahren in Berlin spielen und jetzt bin ich sehr, sehr stolz und glücklich, dass ich hier bin.

In so einer Mannschaft spielen natürlich immer viele verschiedene Nationalitäten zusammen. Kai Wissmann wurde darauf angesprochen, dass es ja früher eher eine Trennung zwischen deutschen und ausländischen Spielern gegeben hatte. Wie sieht es denn eigentlich in diesem Jahr damit aus?

Ja, dieses Jahr ist schon auffällig, dass wir alle gut miteinander auskommen. Auch gerade in der Kabine, auf dem Eis, beim Training, wir haben alle Spaß zusammen. Egal ob der Lukas jetzt 17 ist und ein älterer Spieler 35, jeder wird integriert und aufgenommen. Das Alter ist völlig egal.

Was in einem Eishockey-Team natürlich von enormer Bedeutung ist, ist der Torhüter. Und da haben die Berliner ja seit diesem Jahr mit Justin Pogge einen neuen Goalie zwischen den Pfosten stehen. Und dieser ist ja für seine Ausflüge aus dem Tor bekannt. Wie geht man als Verteidiger eigentlich damit um. Kai Wissmann findet das gar nicht mal so schlecht:

Ja, er spielt auf jeden Fall einen etwas anderen Stil als Sebastian Dahm. Vor allem geht er immer sehr gerne aus dem Tor. In jeder Situation eigentlich, in der er kann, spielt er den Puck. Und das ist für uns als Verteidiger natürlich gut, weil er stoppt ihn oft und so kommen die Gegner erst gar nicht in den Forecheck gegen uns. Für uns ist es dann wichtig, dass wir ihm nicht entgegen laufen sondern dass wir uns in den beiden Ecken anbieten, ihm somit zwei Optionen geben. Wenn dann der gegnerische Stürmer auf den Torhüter läuft, hat er eigentlich immer eine Option, einem der beiden Verteidiger den Puck zuzuspielen. Wenn der Torwart natürlich nicht so raus kommt, dann müssen wir halt ein bisschen die Laufwege verändern und daran mussten wir uns am Anfang gewöhnen und auch mit Pogge kommunizieren, damit wir ihn nicht in Schwierigkeiten bringen und er uns nicht. Das haben wir dann gut hinbekommen.

Vor dem Torhüter ist dann aber auch die Verteidigung enorm wichtig. Und da machen die Eisbären in dieser Saison einen stabileren Eindruck, obwohl sie da einige Veränderungen hatten. Wie lange dauert es denn dann eigentlich, bis man sich dann als Defensive wieder findet. Kai Wissmann dazu:

Klar, wir haben dafür die Vorbereitung. Aber das ist ein Prozess und der hört eigentlich nie auf. Der geht nach wie vor und wird auch nie enden. Das ist bei den Gegnern ja genauso. Und ich denke, es ist auch gar nicht schlecht, wenn immer mal ein paar neue Spieler kommen, ein bisschen frischen Wind rein bringen. Und dieses Jahr waren die neuen Spieler für uns sehr gut und ja, jetzt hoffen wir, dass wir noch besser werden.

Nicht nur die Spieler sind neu, nein, auch das Trainerteam und dass damit verbundene neue System von Serge Aubin. Wie gefällt den beiden Jungs denn eigentlich sein offensiv ausgerichtetes System? Kai Wissmann findet es sehr gut:

Ich finde das System sehr gut. Wir haben es ja dann, als wir viele Verletzte hatten, auch ein bisschen umgestellt, aufgrund der wenigen Spieler die wir hatten. Davor waren wir noch aggressiver und dann haben wir ein bisschen mehr die Mitte verteidigt und jetzt im letzten Spiel, als wir wieder ein volles Line-up hatten, sind wir wieder zum aggressiven zurückgegangen. Also mir persönlich gefällt das aggressive sehr gut, dass auch wir Verteidiger schon vorne angreifen können und nicht nur zurück stehen und die Mitte halten.

Ryan McKiernan bestätigte das mit einem lockeren „Genau“. Die Jungs sind sich halt einig, harmonieren eben sehr gut zusammen. Harmonisch geht es zwischen Berlin und Mannheim aber überhaupt nicht zu. Aber genau Mannheim ist am Sonntag der Gegner im ersten Heimspiel nach der Länderspielpause. Wissen die Spieler eigentlich von der Rivalität zwischen den beiden Teams? Kai Wissmann hat das bereits früh zu Hause in Schwenningen mitbekommen:

Also ich weiß es sehr sicher. Ich wusste es auch schon, bevor ich für die Eisbären gespielt habe. Damals habe ich noch in Schwenningen mit meiner Familie auf der Couch das DEL-Finale angeschaut, als die Eisbären das noch wahnsinnig gedreht haben am Ende in Mannheim. Also mir ist es durchaus vorher schon bewusst gewesen, dass da eine ganz besondere Würze im Spiel ist. Ich freue mich auf das Spiel und wir wollen natürlich wie im letzten Heimspiel gewinnen. Eindeutig gewinnen.

Und wie sieht es Ryan McKiernan?

Ich weiß, dass das Spiel für uns sehr wichtig ist. Aber persönlich bestreite ich jedes Spiel wie ein neues Spiel. Wir kämpfen, wir wollen unser bestes Eishockey spielen. Natürlich, gegen Mannheim müssen wir etwas schneller mit dem Puck spielen, mehr aggressiv spielen. Aber die nächsten zehn Spiele sind alle wichtig.

Gegen Mannheim wird es bestimmt auch wieder „Trash-Talk“ zwischen den Spielern geben. Aber was genau sagen sich die Jungs da unten auf dem Eis dann eigentlich? Ryan McKiernan mit einer lustigen Antwort dazu:

Ja wir fragen, wie es ihrer Mutter geht und wie es ihnen seit dem letzten Match geht, als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Nein. Jeder Spieler ist da anders. Es entsteht viel aus der jeweiligen Situation heraus.

Die größte Überraschung bei den Eisbären in dieser Saison ist definitiv der erst 17-jährige Lukas Reichel, welcher nach der Saison sehr wahrscheinlich ganz früh im NHL-Draft gezogen und dessen Zukunft dann wohl in den Staaten liegen wird. Wie finden die beiden Jungs das überhaupt? Kai Wissmann über Lukas Reichel:

Ich freu mich sehr, dass wir Lukas im Team haben. Es macht Spaß, ihm im Training zu beobachten, auch im Vergleich zur Saisonvorbereitung, wie weit er jetzt schon ist im Vergleich zum ersten Training mit uns. In dem Alter kann man solche Schübe machen, das ist gigantisch. Ich freue mich sehr, dass er bei uns spielt, dass er auch so viel Eiszeit kriegt und sich entwickeln kann. Und ja, ich drücke ihm die Daumen für den NHL-Draft.

Und Ryan McKiernan wird nach dem NHL-Draft eine Party zusammen mit PC Labrie, Maxim Lapierre und Louis-Marc Aubry für Lukas Reichel schmeißen:

Ich finde Lukas unglaublich. Wie Kai schon gesagt hat, er ist seit dem ersten Training so viel besser geworden. Es macht den Eindruck, dass es Lukas sehr leicht fällt, Eishockey zu spielen. Er beherrscht dieses Spiel mit einer großen Leichtigkeit, was ihm später helfen wird, mit dem Druck, der später kommen wird, umzugehen und diesem Stand zu halten. Ich bin sehr glücklich für ihn, der NHL-Draft wird in Montreal im Juni sein und ja, ich, Lapierre, PC und Louis-Marc werden danach eine Party für ihn machen.

Kommen wir aber wieder zurück zu dieser Saison und einer großen Thematik bei den Fans. Wie erklären Kai Wissmann und Ryan McKiernan die unterschiedlichen Leistungen gegen die Top-Teams und die vermeintlichen kleinen Teams. Ryan McKiernan versucht es, zu erklären:

Das ist eines der schwersten Dinge in einer Saison. Dein bestes Eishockey spielen und alles geben auch gegen die nicht so guten Mannschaften. Es ist mental schwer. Aber wir versuchen es, besser zu machen. Weil wir brauchen alle Punkte in den letzten zehn Spielen. Schade, dass es passiert ist, aber in den letzten Spielen müssen wir mental da sein.

Kai Wissmann ergänzte:

Man darf auch nicht vergessen, dass der Gegner auch her kommt, um das Spiel zu gewinnen. Also die kommen nicht mit der Einstellung, okay, wir schenken den Sieg hier her in Berlin, Kaffee-Fahrt, wir haben eh keine Chance. Und jetzt zum Beispiel gegen Schwenningen zu Hause. Die haben sehr defensiv gespielt, haben es uns auch dadurch schwer gemacht. Die haben nach vorne eigentlich nicht viel versucht. Und wir haben die ganze Zeit Puckbesitz gehabt, haben versucht und gemacht. Aber wir sind halt nicht in die Mitte rein gekommen, weil sie die gut verteidigt haben. Dann ist es am Ende halt so ein Geduldspiel, was für die Fans nicht so schön zum anschauen ist, weil es vielleicht auch langweilig ist. Aber wir dürfen dann halt nicht die Geduld verlieren und schon zu viel in den ersten 20 Minuten erzwingen. Weil dann kann das auch ganz schnell nach hinten losgehen mit Kontern gegen uns. Und so wie jetzt gegen Schwenningen haben wir es ja gezeigt. Wie ist es ausgegangen, 2:0, ich weiß es gar nicht mehr. 2:1, also wir haben es gewonnen und das ist halt das Wichtigste, was zählt. Aber es ist eben der Sport, es ist schwer zu erklären. Wir machen es auf jeden Fall nicht mit Absicht.

Was für Spieler immer sehr besonders ist, ist da erste Spiel beim Ex-Verein. Wie war es denn für Ryan McKiernan, das erste Auswärtsspiel in Düsseldorf?

Es war sehr seltsam und sehr besonders, weil man die Spieler sehr gut kennt. Man weiß, wie gut sie sind. Dieses Umschalten auf der ist ja jetzt mein Gegner und ich betrachte ihn so wie jeden anderen Gegner auch, das dauert einen kleinen Moment. Das dauert ein Spiel. Das erste Spiel gegen dein ehemaliges Team ist seltsam, aber danach ist es wie jedes andere Spiel.

Und mit welchen Spielern würden sie gerne zusammenspielen? Die Antwort war bei beiden gleich, denn beide nannten ihren aktuellen Partner. Kai Wissmann:

Ich würde da so wählen, wie ich jetzt spiele. Mit Frank, das finde ich sehr gut. Wir harmonieren denke ich sehr gut, wir kommen gut aus der eigenen Zone raus mit unseren Pässen. Wir reden auch auf der Bank und ich bin sehr zufrieden, wie es ist.

Ryan McKiernan:

Ich bin auch zufrieden. Ich spiele gerne mit Kettemer. Er läuft sehr gut Schlittschuh. Wir haben eine gute Kommunikation auf dem Eis. Ich finde, dass die drei Verteidigerreihen und die Forward-Reihe, jetzt wo wir gesund sind, perfekt sind.