4:2 gegen Straubing! Eisbären ziehen mit sechstem Sieg in Folge ins Playoff-Viertelfinale ein

 

Ausgabe #29:

Eisbären-Trainer Stéphane Richer sagte vor dem Spiel, er erwarte erneut ein enges Spiel und hoffe darauf, dass das glücklichere Ende wieder auf Seiten der Eisbären sei. Er sollte mit beiden Aussagen recht behalten. Die Eisbären gewannen auch Spiel Zwei der Pre-Playoff-Serie gegen die Straubing Tigers und zogen dank des 4:2 (2:0,1:1,1:1)-Heimsieges ins Playoff-Viertelfinale ein. Und auch wenn es das Ergebnis vielleicht nicht vermuten lässt, es war das erwartet enge Spiel. Straubing zeigte eine klasse Auswärtspartie, brachte sich aber letztendlich durch individuelle Fehler um den Erfolg und ein mögliches drittes und alles entscheidendes Spiel am Pulverturm. 

Foto: eisbaerlin.de/niklas

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Berlin hatte sieben der letzten acht Spiele gewonnen, Straubing vier der letzten fünf Auswärtsspiele verloren. Aber die Tigers mussten heute natürlich hier gewinnen, sonst droht das frühe Aus in den Pre-Playoffs.
Den Start hatten sich die Niederbayern aber sicher anders vorgestellt. Keine zwei Minuten waren gespielt, da klingelte es bereits erstmals im Tor von Jeff Zatkoff. Ein überragendes Zuspiel von Sean Backman, der auf der rechten Seite stand, in den Slot zu Marcel Noebels und der versenkte die Scheibe eiskalt per Rückhand – 1:0 (2.). Dem Treffer war ein Wechselfehler der Gäste hervor gegangen, deshalb standen gleich zwei Eisbären-Spieler frei vor dem Tor.
Aber Straubing war keinesfalls geschockt, spielte munter nach vorne und hatte durch Michael Connolly nur eine Minute später die dicke Möglichkeit zum Ausgleich, aber Kevin Poulin war zur Stelle.
Beide Mannschaften gingen nun ein hohes Tempo, es ging hin und her, beide Teams suchten sofort den Torabschluss und erspielten sich gute Chancen, überbrückten schnell die neurale Zone, Unterbrechungen waren zu Beginn sehr selten gewesen.
Die erste Strafe der Partie folgte in der 14. Spielminute, als James Sheppard in die Kühlbox musste. Kevin Poulin bewahrte die Eisbären mehrfach vor dem möglichen Ausgleich.
Powerplay nicht genutzt und dann eiskalt ausgekontert. Schneller Angriff der Eisbären, Micki DuPont mit dem klasse Aufbaupass auf rechts außen zu Colin Smith, der passte die Scheibe haargenau vor das Tor zu Jamie MacQueen, welcher seinem Bewacher Frederik Eriksson entwischt war. Und die Nummer 17 spitzelte den Puck mit seinem Schläger über die Linie – 2:0 (18.).
Zum Ende hin die Berliner noch einmal mit einem Überzahlspiel, welches sie jedoch bis zum Ende des Auftaktdrittels nicht nutzen konnten. Mit 2:0 gingen die Eisbären, welche mit dem selben Team wie in Spiel Eins antraten, in die erste Drittelpause.
Ex-Eisbär und Straubing-Stürmer Sven Ziegler mit seinem Statement zum ersten Drittel:

Wir haben uns vorgenommen, sicher hinten heraus zu spielen und keine Fehler zu machen. Doch genau diese haben wir gemacht und Berlin nutzt so was eiskalt aus. Das hat unseren Gameplan schon so ein bisschen über den Haufen geworfen.

Doch aufgeben gibt es bei den Niederbayern nicht. Das Team von Trainer Tom Pokel kam engagiert

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aus der Kabine und wollte das vorzeitige Saisonende hier noch abwenden. Und früh bot sich den Gästen die Chance, in Überzahl zu agieren. Und da hatten die Tigers zwei, drei gute Chancen, aber nutzen konnten sie diese nicht. Louis-Marc Aubry hatte sogar eine gute Unterzahlchance.
In der 25. Spielminute belohnten sich die Gäste dann aber doch für ihren Aufwand. Steven Seigo hatte von der blauen Linie abgezogen, Sandro Schönberger parkte vor Poulin und fälschte die Scheibe unhaltbar für diesen ab – 2:1.
Die Tigers waren nun besser drin im Spiel, die Eisbären hielten aber gut dagegen. Beide konzentrierten sich auf ihre Defensive, ließen nun wenig klare Chancen zu. Straubing lauerte hier nach wie vor auf die Chance zum Ausgleich.
Doch diese Hoffnung wurde in der 31. Spielminute zu Nichte gemacht. Florian Kettemer hatte von der blauen Linie abgezogen und André Rankel unhaltbar für Zatkoff abgefälscht – 3:1.
Dieser Treffer hatte die Mannschaft von Coach Tom Pokel sichtlich geschockt. Fortan kam wenig nach vorne von den Niederbayern, dafür umso mehr von den Eisbären. Die nun richtig druckvoll in ihren Offensivaktionen waren, sich gute Chancen herausspielten und durchaus hätten höher führen können als „nur“ 3:1 nach 40 Minuten.
Florian Kettemer war zufrieden mit dem Spiel, gab aber als Marschroute für das letzte Drittel heraus, dass man keinesfalls das Ergebnis verwalten wolle:

Wir führen, dass war auch unser Ziel. Wir wollten mit einer Führung ins letzte Drittel gehen. Wir werden jetzt aber keinesfalls das Ergebnis verwalten und defensiver spielen. Wir wollen genauso weiter spielen, weiter Druck machen, Tore schießen. Wir wollen einfach Spaß am Hockey haben.

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Und den Spaß merkte man dem Team von Chefcoach Stéphane Richer auch an. Die Freude am Eishockey ist in den letzten Wochen dank der Erfolgsserie wieder zurückgekehrt. Und vier Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hatten die Eisbären die große Chance, in Überzahl das Spiel zu entscheiden. Und Chancen waren da, es wurde gefährlich vor dem Tor von Jeff Zatkoff, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. Doch auch Straubing hatte in Unterzahl durch Stefan Loibl eine gute Chance gehabt, daber auch er bekam den Puck nicht im Tor untergebracht.
Beide Mannschaften suchten fortan den Weg nach vorne, suchten den Weg zum Tor und auch den Abschluss. Berlin wollte die Entscheidung, Straubing den Anschlusstreffer.
Und Berlin gelang der vierte Treffer. James Sheppard setzte sich auf der linken Seite klasse durch, schüttelte den Tigers-Verteidiger stark ab, zog vor das Tor und brachte die Scheibe irgendwie im Fallen über die Torlinie – 4:1 (51.). Eine ganz starke Aktion der Nummer 88, gekrönt mit einem Tor.
Und die Eisbären wollten die letzten Zweifel am Sieg beseitigen. Austin Ortega setzte sich auf rechts klasse durch, brachte den Puck an den langen Pfosten, wo Aubry lauerte, aber Zatkoff parierte stark.
Und direkt im Gegenzug hauchte Stephan Daschner den Niederbayern wieder neues Leben ein. Am rechten Bullykreis wurde er angespielt, Ortega warf sich in die Schussbahn, doch Daschner verzögerte und verzögerte, wartete auf den perfekten Moment, in dem Poulin keine Sicht hatte. Mit Erfolg, sein Schuss schlug im Berliner Tor ein – 4:2 (54.).
Auf einmal war Straubing wieder da, drängte auf das Berliner Tor. Der Glaube an sich selbst war wieder da. Und Tom Pokel nahm 3:14 Minuten vor dem Spielende eine Auszeit, welche Ex-Eisbär und Co-Trainer Rob Leask nutzte, um dem Team die letzten Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Zudem blieb Jeff Zatkoff gleich auf der Bank, da das Bully vor Kevin Poulin statt fand. Und Straubing machte gehörig Druck, setzte die Eisbären im eigenen Drittel fest. Die Eisbären wackelten, sie fielen aber nicht. Straubing hatte beste Möglichkeiten, aber es gelang ihnen kein weiterer Treffer mehr, weshalb die Eisbären das 4:2 über die Zeit brachten und den Einzug ins Viertelfinale perfekt machten.

Wer hätte das vor einem Monat noch gedacht? Die Eisbären im Viertelfinale, das war zum damaligen

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Zeitpunkt einfach unglaubwürdig. Zu grausam waren die Leistungen der Eisbären in der Hauptrunde, mansehnte sich ein schnelles Saisonende nach der Hauptrunde herbei.
Und nun? Nun haben die Eisbären sechs Siege in Folge gefeiert, gewannen acht der letzten neun Spiele und sind derzeit richtig gut in Form. Und zwar genau zum richtigen Zeitpunkt der Saison, den Playoffs. Und in den Playoffs spielt keiner gerne gegen die Eisbären. In dieser Form schon einmal gar nicht.
Kapitän André Rankel war nach dem Spiel rundum zufrieden:

Das war ein sehr gutes Spiel über 60 Minuten. Wir sind sehr zufrieden, es heute geschafft zu haben. Wir wollten am Sonntag nicht noch einmal nach Straubing fahren. Das war eine super Teamleistung heute, angefangen beim Torhüter bis zum letzten Stürmer. Es ist egal, gegen wen es jetzt geht. Wir müssen uns auf uns konzentrieren.

Pre-Playoff-Endstand: Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 2:0 (3:2 n.V.,/4:2)

Vierter Sieg in Folge! Eisbären zur richtigen Zeit in Bestform?

 

#Ausgabe 28:

Immer wieder wird gesagt, die 52 Hauptrundenspiele sind nur das Vorspiel für die Playoffs, die Kür einer jeden DEL-Saison. Egal, welchen Platz du nach der Hauptrunde belegst, in den Playoffs kann jeder Deutscher Meister werden, denn da werden die Karten neu gemischt. An diese Weisheit scheinen sich derzeit die Eisbären Berlin zu erinnern, die scheinbar genau zum richtigen Zeitpunkt ihre Form wieder gefunden haben und zum Abschluss der Hauptrunde 2018/2019 mit vier Siegen in Folge die längste Siegesserie der Saison hingelegt haben. Und von den letzten sieben Spielen gewannen die Berliner nun deren sechs, man ist zum richtigen Zeitpunkt der Saison heiß gelaufen und dass die Hauptstädter ein unbequemer Gegner in den Playoffs sein können, hat sich auch schon herum gesprochen. Jedenfalls starten die Eisbären nun mit sehr viel Selbstvertrauen in die Pre-Playoffs, dafür haben die letzten Spiele gesorgt.

Ohne Marvin Cüpper, Mark Cundari, Thomas Oppenheimer, Florian Busch, Jens Baxmann und Mark Olver gelang den Eisbären ein verdientes 2:0 (0:0,1:0,1:0) gegen die Düsseldorfer EG. Somit legten die Eisbären zum Hauptrunden-Abschluss nochmal ein Sechs-Punkte-Wochenende hin, ein äußerst seltenes Erlebnis in der diesjährigen Hauptrunde. Aber auch ein Indiz dafür, dass die Mannschaft seit der Februar-Pause richtig gut in Tritt gekommen ist und auf einmal ihr Potential jede Woche aufs Neue abruft und Erfolgserlebnisse feiert. Und jeder Sieg lässt das Selbstvertrauen steigern und so lässt es sich doch gut in die Pre-Playoffs starten, wo nun die Straubing Tigers warten. Ein äußerst unbequemer Gegner, ein Angstgegner der Eisbären, wo man zuletzt noch 3:7 unter die Räder kam. Nun besteht also die Chance auf die Revanche. Und die Eisbären sind heiß darauf.

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Gleich früh im Heimspiel gegen Düsseldorf bietet sich den Eisbären die Chance in Überzahl zu agieren. Nach bereits 33 Sekunden suchte Ken-Andre Olimb den Weg in die Kühlbox. Während die Eisbären in sieben der letzten acht Heimspiele kein Powerplaytreffer erzielten, stellt die DEG das beste Unterzahlteam der Liga. Die Chancen der Eisbären, ihre Negativserie zu Hause in Überzahl zu beenden standen also schlecht. Und so überstand die DEG die Unterzahl auch schadlos. Zwar fanden die Hausherren ihre Formation, aber die DEG stellte die Schusswege gut zu.
Fortan gehörten die ersten zehn Minuten aber den Gästen. Sie spielten druckvolles Eishockey und suchten immer wieder den Weg Richtung Kevin Poulin im Bären-Tor. Doch Jaedon Deschenau, Calle Ridderwall und Ken-Andre Olimb vergaben hochkarätige Torchancen, scheiterten an Poulin.
Die Eisbären kamen erst in den zweiten zehn Minuten besser ins Spiel, bauten mehr Druck auf und gaben jede Menge Torschüsse ab. Allerdings waren die Schüsse bei weitem nicht so gefährlich wie die der DEG. Die beste Chance hatten die Berliner zwei Minuten vor der ersten Pause, als der DEG ein Fehler im Spielaufbau unterlief, Marcel Noebels an die Scheibe kam, sie zu Sean Backman durchsteckte, welcher vor dem Tor zum Abschluss kam, aber an Matthias Niederberger scheiterte.
So endete das erste Drittel in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena torlos, trotz eines Schussübergewichtes der Eisbären, aber die Schüsse der DEG waren weitaus gefährlicher.

Das zweite Drittel begann mit zwei kompakten Defensivreihen. Beide

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Mannschaften versuchten immer wieder Wege durch die Abwehrreihen zu finden. Nur selten waren diese Versuche von Erfolg gekrönt. Mal wieder musste ein individueller Fehler her, um eine gute Chance zu kreieren. Der DEG unterlief im Spielaufbau dieser Fehler, Daniel Fischbuch mit dem Zuspiel auf Martin Buchwieser, doch auch er fand in Niederberger seinen Meister, der Düsseldorfer Goalie mit einem klasse Save.
Mitte des Spiels nahmen die Rheinländer die nächste Strafe der Partie und dieses Mal war die beste Unterzahl der DEL machtlos. Und es war kein Wunder, dass Louis-Marc Aubry den Torreigen eröffnen sollte. Die Nummer 41 hat derzeit einen Lauf und holte seinen 17. Scorerpunkt im achten Spiel in Folge. Aubry und Brandon Ranford spielten Doppelpass, Ranford scheiterte an Niederberger, dieser wurde anschließend von seinem Mitspieler behindert. Aubry sah die Scheibe frei liegen und schob sie über die Linie – 1:0 (30.). Die beiden Hauptschiedsrichter Bauer und Iwert überprüften den Treffer nochmal, aber gaben anschließend den Treffer, da die Torhüterbehinderung vom DEG-Verteidiger ausging.
Düsseldorf danach mit wütenden Angriffen, wollte sofort den Ausgleich erzielen, aber die Eisbären-Defensive ließ wenig zu und wenn war Poulin zur Stelle.
Die Eisbären anschließend mit weiteren Chancen, aber es blieb beim 1:0 nach 40 Minuten. Frank Hördler fand im Pauseninterview, dass sich die Berliner ins Spiel rein gearbeitet haben und der Treffer die Folge des Drucks auf das DEG-Tor waren.

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Das letzte Drittel begann mit einer frühen Unterzahl der Eisbären und da zeigten sie ein bärenstarkes Penaltykilling, ließen das Powerplay der DEG gar nicht zur Geltung kommen.
Fortan wog das Spiel hin und her, aber beide Defensivreihen standen weiterhin sehr kompakt und ließen kaum Lücken für Schüsse. Man vermisste so eine richtige Schlussoffensive der Rheinländer, die zwar viel versuchten, aber die Eisbären-Abwehr stand felsenfest. Fünf Minuten vor dem Ende wurde es nochmal gefährlich. Manuel Strodel schoss, die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor und sprang auf der anderen Seite wieder zurück vor das Tor, wo Patrick Buzas lauerte, aber auch an Poulin scheiterte.
Vier Minuten vor Spielende die DEG erneut in Überzahl, aber die Eisbären halt wieder mit einem bockstarken Unterzahlspiel, störten die Gäste schon in der neutralen Zone.
Alles, was Düsseldorf versuchte, half nicht. Weder die Auszeit noch Goalie vom Eis. Im Gegenteil, das nutzten die Berliner durch Aubry zum 2:0. Aubry kam im Fallen noch an den Puck und so ging die Scheibe von der Mittellinie aus ins Tor – 43 Sekunden vor dem Ende der 18. Scorerpunkt von Aubry in den letzten acht Spielen. Damit war die Partie hier auch durch und die drei Punkte eingetütet.

Ein verdienter Sieg der Hausherren. Nur zehn Minuten lang taten sie sich schwer und überließen den Rheinländern das Spiel, danach fand man besser ins Spiel, wenn gleich die Schüsse noch harmlos waren. Aber ab dem zweiten Drittel spielte man aus einer kompakten Defensive heraus und erarbeitete sich gute Chancen. Dass es dann Aubry war, der eine davon nutzen konnte, passt derzeit in das Bild des zur Zeit überragend spielenden Louis-Mar Aubry, dessen Reihe um Ranford und Austin Ortega im Moment die Paradereihe der Berliner darstellt. Auf die Drei wird es auch in den Pre-Playoffs nun ankommen. In Top-Form sind sie auf jeden Fall, genau wie die gesamte Mannschaft aktuell. Warum das derzeit so ist? Martin Buchwieser hat da eine Antwort parat:

Wir haben seit der Februar-Pause deutlich besseres Eishockey gespielt. Die Verletzten haben einen großen Anteil daran, aber generell hat sich die Mannschaft deutlich gesteigert.

Die Eisbären gewinnen ihr vorletztes Heimspiel mit 5:4 und sichern sich somit souverän Platz 9 in der Tabelle

„I want it all and I want it now“ . Der Kulthit von Queen erklang vor dem Spiel in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena und machte Lust auf mehr. Durch die zwei zuletzt gewonnenen Auswärtsspiele war das Ziel klar. Ein Heimsieg musste her, um Platz neun für die Pre-Playoffs zu festigen.

Heute fehlten weiterhin verletzungsbedingt Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Florian Busch, Marvin Cüpper sowie Mark Cundari. Jens Baxmann war überzählig. Das Tor hütete wie auch schon zuletzt in Ingolstadt und Iserlohn  Kevin Poulin. Backup-Goalie war diesmal Tobias Ancicka.

Mit den Kölner Haien hatten die Haupstädter heute einen Gegner zu Gast, der zurecht in dieser Saison auf Tabellenplatz vier weilt und auch auswärts die drittbeste Mannschaft der Liga ist. Genau das sollten die Eisbären heute zu spüren bekommen…

Bereits in der ersten Minute musste Kai Wissmann wegen Beinstellens auf die Bank und die Gäste nutzten dies eiskalt aus. Sie bekamen die Scheibe nicht frei, Kevin Poulin wurde arg von Frederik Tiffles bedrängt, Ben Hanowski witterte den Nachschuss und versenkte den Puck im rechten Eck (0:1). Das war ein starker Beginn, doch Berlin wollte das so nicht hinnehmen und nutzte die Abwehrschwäche von Köln. Louis-Marc Aubry erwischte die Scheibe, kam über die rechte Seite, stoppte plötzlich ab, spielte in den Slot vom mitgefahrenen Micki DuPont und der versenkte den Puck unhaltbar für Gustaf Wesslau (1:1). Köln baute nach dem Ausgleich weiter Druck aus und Kevin Poulin bekam viel zu tun und parierte ordentlich. Bis zur neunten Minute. Pascal Zeressen passte auf den langen Pfosten und Jason Akeson erhöhte passiv mit seinem Schlittschuh zum 2:1. Das entschieden die Unparteilichen nach dem Videobeweis. Die Eisbären taten sich schwer ins Spiel zu finden, Kölns Defensive arbeitete gut und wenn die Domstädter torgefährlich wurden, dann uneinsehbar für den Berliner Goalie. Doch Berlin kämpfte. Daniel Fischbuch nutzte den Fehler im Kölner Spielaufbau aus, fing einen Aufbaupass ab und zog vors Tor. Diesen  Schuss entschärfte Wesslau zunächst. Doch in der 14. Spielminute spielte Austin Ortega  einen feinen Pass auf Aubry. Der schoss aus dem Slot und Wesslau rutschte der Puck durch (2:2). Doch das soll es noch nicht gewesen sein. Keine zwei Minuten später ließ Sebastian Uvira den Puck für Felix Schütz liegen, der zum 2:3 erhöhte. Die Eisbären danach noch mit ein paar Tormöglichkeiten, die aber ungefährlich für Wesslau waren.

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Auch das zweite Drittel startete druckvoll aus Sicht der Gäste. Fabio Pfohl und Lucas Dumont nahmen Poulin gefährlich unter Beschuss, doch die Berliner Defensive störte rechtzeitig und holte zum Gegenschlag aus. In der 26. Minute  passte Collin Smith haargenau auf André Rankel, der nahm den Puck dankbar an und verwandelte diesen eiskalt (3:3). Die Berliner schienen erwacht zu sein, denn fortan kam der Druck von Seiten der Hauptstädter. Und wenn doch mal eine Scheibe durchkam, war Poulin zur Stelle. In der 36. Spielminute sollte es erneut André Rankel sein, der die Eisbären das erste Mal an diesem Abend in Führung bringen sollte. Jamie MacQueen legte mit der Rückhand quer auf den Kapitän und der netzte heute zum zweiten Mal ein (4:3) Der erste Doppelpack für ihn in dieser Saison. Köln schien wegen Führung der Eisbären verwirrt zu sein und leistete sich zusehends Fehler in der Defensive, welch die Eisbären für sich zu nutzten wussten. Zwei Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels spielte Austin Ortega die Scheibe aus dem eigenen Drittel, fand in Brandan Ranford einen dankbaren Abnehmer, der ihn passgenau auf Louis-Aubry spielte, der ihn unaufhaltsam versenkte (5:3). Somit ging ein straffreies zweites Drittel zu Ende.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Im letzten Drittel hieß es die Zwei-Tore- Führung zu halten, besser noch, auszubauen. Gleich zu Beginn nutzten die Berliner das erste Powerplay, um Wesslau ordentlich unter Beschuss zu nehmen. Die Eisbären jetzt mit viel Druck und Torgefahr, doch sowohl Aubry als auch Ranford scheiterten am Kölner Goalie. In der 51. Spielminute war die Scheibe im Netz, das Tor wurde aber nicht gegeben, weil die Schiedsrichter vorher das Spiel wegen eines hohen Stocks von Zerressen in Daniel Fischbuchs Gesicht abgepfiffen hatten. Leidtragender in dieser Szene war Charly Jahnke. Das zweite Powerplay konnte von den Eisbären dann nicht mehr genutzt werden. Stattdessen schien man sich mit dem Sieg in Sicherheit zu wiegen und zeigte einen kurzen Moment Schwäche, welche Köln sich zunutze machte. Tiffels erkämpfte sich den Puck, tanzte die gesamte Eisbärenverteidigung aus  und legte zurück zu Akeson. Der zog ab und verkürzte zum 5:4. Köln wollte nun scheinbar den Ausgleich, die Eisbären lauerten jedoch auf mögliche Konter. Köln nahm in der letzten Spielminute nach einer Auszeit den Torwart raus und versuchte nun mit sechs Mann die Berliner Defensive zu überwinden, ohne Erfolg.

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Der dritte Sieg in Folge für die Eisbären, die scheinbar zur richtigen Zeit in Form kommen. Wenn gleich im ersten Drittel die Zeichen noch nicht auf Sieg standen. Zu viele unnötige Fehler ermöglichten es Köln immer wieder für Gefahr zu sorgen. Die Kaltschnäuzigkeit und die gnadenlose Effektivität der Eisbären hielt sie jedoch im Spiel. Und im zweiten Drittel reichten den Berliner zehn Torschüsse für drei Tore. Von dem Schock erholten sich die Domstädter nicht mehr.

Der Auftritt der Eisbären macht Hoffnung für die bevorstehenden Pre-Playoffs. Louis-Marc Aubry scort derweil wie er will, ebenso Austin Ortega. Und auch Kapitän André Rankel netzte gegen Köln erstmals in dieser Saison doppelt ein. Sind die Eisbären rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt in Top-Form? Das werden die Pre-Playoffs zeigen.

6:3 im „Sechs-Punkte-Spiel“: Eisbären machen großen Schritt Richtung Pre-Playoff – Louis-Marc Aubry mit fünf Torvorlagen

 

Ausgabe #27:

Das wir das noch erleben dürfen: Die Eisbären Berlin feiern zwei Siege und legen somit erst das dritte „Sechs-Punkte-Wochenende“ der Saison hin. Aber der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, sicherte man sich dieses doch im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn. Vor ausverkauftem Haus setzten sich die Berliner in der Arena am Ostbahnhof gegen die Krefeld Pinguine mit 6:3 (1:1,1:2,4:0) durch und machten damit einen großen Schritt Richtung Pre-Playoffs, verbesserten sich dabei sogar noch auf Platz Neun in der Tabelle. Und das alles vor den Augen der Eisbären-Legenden Mikael Wahlberg, Pelle Svensson, Leif Carlsson, Derek Mayer und Mikael Wahlberg. War schön, die alten Helden mal wieder zu sehen. Und am Ende haben sie ja sogar Glück gebracht.

Bei den Eisbären fehlten heute Marvin Cüpper, Mark Cundari, Thomas Oppenheimer, Daniel Fischbuch und Mark Olver sowie die Youngsters Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Kapitän André Rankel kehrte in den Kader zurück. Und im Bären-Gehäuse stand erneut Kevin Poulin.

KEV-Goalie Dimitri Pätzold in Erwartung eines Eisbären-Torschusses. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Das Spiel begann gleich einmal mit einem schnellen Überzahlspiel für die Hausherren nach einer Strafe gegen Krefeld wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Und die Eisbären mit einem guten Powerplay, sie machten ordentlich Druck und prüften gleich einmal KEV-Goalie Dimitri Pätzold, welcher jedoch nichts durch ließ.
Auch weiterhin die Berliner am Drücker, Krefeld brauchte ein wenig, um ins Spiel zu finden, als sie das taten, war es ein Spiel, welches hin und her ging. Und dennoch fiel der Krefelder Führungstreffer relativ überraschend. Chad Costello mit dem Querpass auf Daniel Pietta und der ließ sich nicht zweimal bitten und überwand Kevin Poulin – 0:1 (10.).
Der Rückstand schockte die Eisbären kurz, Krefeld versuchte nachzulegen, das gelang ihnen jedoch nicht, dafür sorgten die Berliner für den Ausgleich. 14 Minuten waren gespielt, da zappelte die Scheibe erstmals an diesem Nachmittag im Tor. Louis-Marc Aubry mit dem Pass an den langen Pfosten, wo Neuzugang Austin Ortega mit dem Knie zur Stelle war und den Puck über die Linie drückte – 1:1. Sein dritter Scorerpunkt im zweiten Spiel und zugleich sein erstes DEL-Tor.
Ortega und Brandon Ranford anschließend noch einmal mit zwei Chancen, aber es blieb letztendlich beim 1:1 nach 20 Minuten. Nach der Schlusssirene gerieten Daniel Pietta und Colin Smith noch aneinander und tauschten ein paar Nettigkeiten aus.,was beiden Spielern 2+2-Minuten einbrachte.

Den besseren Start ins zweite Drittel hatten die Seidenstädter. Travis Ewanyk kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte jede Menge Platz und Zeit, zog auf Höhe des Bullypunktes ab, tunnelte Kevin Poulin und schon lag der KEV wieder vorne – 1:2 (22.). Poulin sah dabei gar nicht gut aus.
Die Eisbären fortan bemüht, den Ausgleich zu erzielen, aber Krefeld stand hinten sehr kompakt, ließ nur wenig zu. Den Eisbären mangelte es an Ideen, meistens waren es Einzelaktionen, welche etwas brachten. Aber Team-Aktionen gab es kaum welche zu bestaunen. Auch leistete man sich zu viele

Das Spiel war hart umkämpft, man merkte, dass beide Teams wussten, worum es hier ging. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Fehler, unnötige Scheibenverluste.
Aber die Eisbären fanden dann doch ein Mittel gegen die Defensive der Pinguine. Aubry mit dem Pass auf Jamie MacQueen, welcher in Überzahl mal zum Schlagschuss ausholte und die schwarze Hartgummischeibe ins Krefelder Tor hämmerte – 2:2 (32.).
Die Freude über den Ausgleich währte jedoch nur ganze 39 Sekunden, dann schlug Pietta wieder zu. Chad Costello mit dem Pass an den langen Pfosten, Poulin kam nicht schnell genug rüber und Pietta netzte einhändig ein – 2:3 (32.).
Aber die Eisbären ließen sich nicht unterkriegen, hätten durch Aubry beinahe den Ausgleich erzielt, der Pfosten verhinderte den dritten Eisbären-Treffer jedoch. Martin Buchwieser probierte es auch, sein Schuss verfehlte das Tor nur denkbar knapp.
Krefeld nahm das 3:2 mit in die zweite Drittelpause, bevor beide Mannschaften aber die Kabine aufsuchen konnten, gerieten James Sheppard und Torsten Ankert noch aneinander, Ankert bekam zwei Minuten mehr als Sheppard und somit starteten die Hausherren mit einem Powerplay ins Schlussdrittel.

Das Powerplay konnten die Eisbären aber nicht nutzen, doch in der 47. Spielminute klingelte es dann doch im Krefelder Tor. Florian Kettemer schlenzte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Pätzold und der Puck schlug im Eck ein – 3:3.
Nun wollten die Eisbären noch mehr, vor allem der kleine wendige Austin Ortega, der innerhalb weniger Sekunden zwei dicke Chancen hatte. Es brauchte aber ein Überzahlspiel, um erstmals in diesem Spiel in Führung zu gehen. Krefeld mit zwei Strafen innerhalb von nur drei Sekunden, Jamie MacQueen bekam die Scheibe und hatte sich wohl für heute vorgenommen, Schlagschüsse zu üben. Denn er zog noch einmal härter als bei seinem ersten Treffer ab und hatte natürlich auch diesmal wieder Erfolg – 4:3 (54.).

Torjubel der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären waren nun richtig gut drin im Spiel, beherrschten das Geschehen und konnten sogar nachlegen. Jonas Müller auf Marcel Noebels und der lenkte die Scheibe ins Tor – 5:3 (56.).
Krefeld probierte am Ende noch einmal alles, nahm den Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und eine Auszeit, aber das nutzte Austin Ortega für seinen zweiten Treffer, als er von links mit der Rückhand die Scheibe im verwaisten Krefelder Tor versenken konnte – 6:3 (60.). Ich brauch wohl nicht erwähnen, dass Louis-Marc Aubry das Tor vorbereitete, es war seine fünfte Vorlage an diesem Nachmittag gewesen.
Danach war die Partie vorbei und zur Abwechslung gab es mal kein Austausch weiterer Nettigkeiten sondern die Spieler beider Mannschaften reichten sich artig die Hände nach dem Spielende.

Ein enorm wichtiger Sieg für die Eisbären, aber sie haben es mal wieder äußerst spannend gemacht. Sie haben gut ins Spiel rein gefunden, ordentlich Druck gemacht und Chancen gehabt, aber dann ging Krefeld überraschend in Führung. Was die Eisbären schon schockte, aber sie spielten weiter nach vorne und konnten die drei Krefelder Führungen immer wieder kontern. Man musste immer wieder hinterherlaufen, aber bewies am Ende Moral und konnte sich dank eines furiosen letzten Drittels doch noch die drei Punkte sichern. Was man vor allem der Ranford-Aubry-Ortega Reihe zu verdanken hatte,

Austin Ortega bei seiner ersten Ehrenrunde in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

denn Austin Ortega mit zwei Toren und einer Vorlage sowie Louis-Marc Aubry mit fünf Torvorlagen waren die Matchwinner am Ende. Ortega hat in zwei Spielen deutlich bewiesen, dass er die erhoffte Verstärkung ist und dass er dem Team sehr weiterhelfen kann. Die Reihe harmoniert sehr gut zusammen, was Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auch auf der PK sagte. Aber er lobte auch Ortegas Einsatz, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. 
Zwar lief auch heute längst nicht alles rund, vor allem im zweiten Drittel waren zu viele unnötige Fehler dabei, das muss man abstellen. Aber was gefallen hat, man hat sich von den Rückschlägen in Form von Gegentoren nie aus der Ruhe bringen lassen und im letzten Drittel einen Weg gefunden, die kompakte Krefelder Defensive doch noch zu knacken. Man ist dran geblieben und hat nicht aufgegeben, ist nach den Gegentoren nicht in sich zusammengefallen. Vielleicht erleben wir ja nun doch einmal den Start einer längeren Siegesserie, den zweiten Erfolg feierte man ja nun schon in Serie. Weitere Siege sind gerne gesehen.

In Schwenningen und gegen Krefeld: Mit Verstärkung in den Hauptrunden-Endspurt

Die Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorbei, morgen Abend geht es für die Eisbären Berlin wieder zurück auf das Eis. Der Hauptrunden-Endspurt wird mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings (Morgen, 19:30 Uhr)  eingeläutet. Fortgesetzt wird dieser mit dem enorm wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn, die Krefeld Pinguine (So., 17:00 Uhr). Zwei Spiele, in denen es für die Eisbären um sehr wichtige Punkte im Kampf um Platz Zehn geht. Dabei steht vor allem das Heimspiel gegen den KEV im Mittelpunkt, stehen die Seidenstädter doch aktuell nur fünf Zähler hinter den Eisbären.

Treffen am Sonntag zum Endspiel im Kampf um Platz Zehn aufeinander – Eisbären vs. Krefeld (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und diese Partie ist nicht nur sozusagen ein vorgezogenes Endspiel im Kampf um Platz Zehn, nein, es ist auch ein Krisen-Duell. Denn bei beiden Teams lief es zuletzt überhaupt nicht. Die Eisbären verloren neun der letzten zehn Ligaspiele, Krefeld kassierte gar acht Niederlagen in Folge. Selbstvertrauen haben beide Mannschaften nicht, aber beide wissen, was am Sonntag auf dem Spiel stehen wird. Vom Charakter her ist das ein Playoff-Spiel, spielerisch werden beide Teams aber sicher kein Playoff-Niveau erreichen können. Vor allem der Kampf wird im Mittelpunkt stehen.

Doch bevor es zu diesem Endspiel um Platz Zehn kommt, müssen die Hauptstädter am Freitagabend beim Tabellenletzten in Schwenningen ran. Dort sollten die Eisbären natürlich auch schon drei Punkte einfahren. Die Wild Wings haben nach einem kurzen Zwischenhoch inzwischen auch wieder zwei Niederlagen am Stück eingefahren. Und die Bilanz in eigener Halle gegen Berlin ist nicht gerade rosig, verlor der SERC doch zwölf der 14 Gastspiele gegen die Hauptstädter. Auf viele Tore sollten sich die Zuschauern auch nicht einstellen, fielen doch in den letzten vier Spielen in Schwenningen nur acht Treffer zwischen beiden Teams. Dreimal behielten die Eisbären die Oberhand (1:0 n.P., 2:1, 1:0), einmal Schwenningen (2:1).

Gerade in der entscheidenden Saisonphase lichtet sich das Eisbären-Lazarett. Die Verletzten-Misere in dieser Saison ist schon einfach unglaublich, wenn gleich sie nicht als Ausrede für die Katastrophen-Saison her halten darf und auch nicht tut, wie die Verantwortlichen immer wieder betonen. Zum Glück kann Trainer Stéphane Richer jedoch morgen auf drei Rückkehrer und einen Neuzugang zurückgreifen.
In der Defensive steht Florian Kettemer wieder zur Verfügung. Und im Sturm kehren Louis-Marc Aubry und James Sheppard zurück ins Line-up. Aber die Beiden sind nicht die einzigen Spieler, welche die Offensive verstärken. Auch Neuzugang Austin Ortega wird in Schwenningen sein DEL-Debüt feiern und dem Kader der Berliner mehr Tiefe verleihen.

Durch die vier Änderungen Kader werden die beiden Youngsters Maximilian Adam und Vincent Hessler wieder für Weißwasser auflaufen. Was vielen Fans sicherlich nicht unbedingt gefallen wird, dass man die jungen Spieler, die sich während der großen Personalprobleme so ins Zeug gelegt hatten, nun wieder zum Kooperationspartner abschiebt.

Doch egal, welche Spieler morgen Abend auflaufen werden. Das Ziel können nur drei Punkte sein. Die Eisbären stehen unter Druck, stecken in einer großen Krise, aus welcher sie nur mit positiven Ergebnissen wieder herauskommen können. Richer sagte im Vorfeld der Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 14.02.2019):

Wir haben eine sehr intensive und gute Trainingswoche gehabt. Jetzt fangen unsere Playoffs an. Wir müssen uns auf jedes der letzten sieben Spiele wie auf ein Playoff-Spiel vorbereiten. Wir müssen morgen von der ersten Sekunde an mit dem Kopf da und bereit sein.

Reden konnten die Eisbären in dieser Saison schon viel, nur zu selten folgten den Worten am Ende auch taten und zurück blieben immer wieder enttäuschte Eisbären-Fans. Hat man während der Länderspielpause nun den Ernst der Lage verstanden und wird dementsprechend auftreten? Die Antwort darauf können die Jungs morgen ab 19:30 Uhr auf dem Eis der Helios-Arena geben.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings am 15.02.2019 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Constantin Braun

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Austin Ortega, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, André Rankel, Mark Cundari, Jake Ustorf (alle verletzt)

Für das DNL-Team oder Weißwasser im Einsatz:

Tobias Ancicka, Thomas Reichel, Lukas Reichel, Cedric Schiemenz, Vincent Hessler, Maximilian Adam

Selbstbedienungsladen Arena am Ostbhanhof: Die Eisbären verlieren das vierte Heimspiel in Folge und bleiben dabei zum dritten Mal ohne eigenen Treffer

 

Ausgabe #26:

Es gab mal Zeiten, da waren die Eisbären extrem heimstark und die Arena am Ostbahnhof eine uneinnehmbare Festung. Doch das muss sehr lange her sein. Im Moment verkommt die Mercedes-Benz Arena viel mehr zu einem Selbstbedienungsladen, wo sich jeder Gegner drei Punkte mitnehmen kann. Am Sonntagnachmittag verloren die Eisbären Berlin auch das vierte Heimspiel in Folge. Die Augsburger Panther setzten sich vor ausverkauftem Haus mit 1:0 (0:0,1:0,0:0) durch und sorgten dafür, dass die Eisbären nun bei drei der vier Niederlagen ohne eigenen Treffer blieben und nur ganze zwei Tore (!) in den letzten vier Heimspielen geschossen haben. Und das ist einfach nur mehr als peinlich, gerade für eine Mannschaft, wie es die Eisbären mal waren bzw. sein wollen.

Bei den Eisbären kehrte Verteidiger Danny Richmond zurück in den Kader und nach zwei Spielen als Back-up auf der Bank kehrte Kevin Poulin zurück ins Bären-Tor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Heimspiel gegen München hatten die Eisbären den Start komplett verschlafen und nach nicht einmal sieben Minuten schon mit 0:3 hinten gelegen. Heute klappte das schon besser, wenn gleich Augsburg dennoch den besseren Start hinlegte. Von Beginn an drückte der AEV aufs Tempo und hatte früh zwei richtig gute Chancen, doch Kevin Poulin war zur Stelle. Und auf der Gegenseite hatte Jamie MacQueen eine richtig gute Chance, welche Olivier Roy im AEV-Tor mit einem klasse Save zu Nichte machte.
Nach guten ersten zehn Minuten der Augsburger mit guten Chancen kamen die Eisbären in den letzten zehn Minuten besser ins Spiel hinein, versuchten auch, sich Chancen zu erspielen, aber die Panther-Defensive machte es den Eisbären schwer, drängte sie immer wieder nach außen und zwang sie somit auch zu Schüssen von außen, was dann kaum Gefahr brachte. Nur selten kamen die Eisbären von der blauen Linie oder im Slot zum Abschluss.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten, statistisch gesehen mit mehr Torschüssen für die Eisbären, was aber keinesfalls Hochkaräter waren.

Augsburg kam bärenstark aus der Kabine und belagerte das Eisbären-Tor, Kevin Poulin konnte sich

Foto: eisbaerlin.de/walker

ein ums andere mal auszeichnen und verhinderte mehrfach den Rückstand, welcher inzwischen absolut verdient gewesen wäre.
Die Eisbären dann mal mit einem Powerplay und der Möglichkeit, sich vom Druck der Fuggerstädter zu befreien, klappte jedoch nur bedingt, denn das Powerplay war keinesfalls gut gewesen. Und kaum war Augsburg wieder komplett, klingelte es im Berliner Gehäuse. Thomas Holzmann mit dem Pass von rechts außen vor das Tor, wo Sahir Gill am langen Pfosten lauerte und zum 0:1 einnetzen konnte (29.).
Auch danach Augsburg weiter am Drücker, sie waren die aktivere Mannschaft und hatten richtig gute Chancen. Aber Kevin Poulin machte immer wieder eine klasse Figur und ließ die Panther-Spieler reihenweise verzweifeln.
Als Augsburg zum Drittelende hin in Überzahl war, hatten die Eisbären bei zwei Kontern ihre gefährlichsten Aktionen im Mitteldrittel. Aber Florian Busch und Jamie MacQueen scheiterten jeweils im Abschluss, der Erste scheiterte an Roy, der Zweite schoss knapp am Tor vorbei.
So blieb es beim 0:1 nach 40 Minuten und die Hausherren konnten sich bei ihrem Goalie bedanken, dass es nur ein Tor Rückstand war, denn Augsburg hätte hier gut und gerne 3:0 oder gar 4:0 führen können.

Foto: eisbaerlin.de/walker

So war aber für das Schlussdrittel noch alles offen und die Eisbären noch im Spiel. Und man merkte den Eisbären im Schlussdrittel auch an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie berannten das Augsburger Tor, aber die Defensive der Panther war nur schwer zu knacken. Immer wieder warfen sich die Augsburger Spieler in die Schüsse. Wenn die Eisbären es doch einmal bis in die Drittelmitte schafften und zum Abschluss kamen, ging der Puck entweder knapp drüber oder vorbei oder landete im Fanghandschuh von Olivier Roy. Es war zum verzweifeln, die Eisbären gaben sich ja im letzten Drittel Mühe, mussten aber bei Augsburger Gegenangriffen immer wieder aufpassen, nicht das zweie Gegentor zu kassieren.
Und meistens versuchte man es vor dem Tor zu kompliziert, statt einfach zu spielen. Aber so ist das eben, wenn man in einer Krise steckt und es überhaupt nicht läuft. Dann denkt man zu viel nach und entscheidet sich instinktiv immer falsch. Hast du Scheiße am Schläger…
Egal, was die Eisbären auch versuchten, am Ende verteidigten die Augsburger das knappe 1:0 bis zum Spielende und nahmen die drei Punkte mit nach Hause.

Die Eisbären scheinen es zum Ende der Saison tatsächlich noch zu schaffen, die einst sicher geglaubte Pre-Playoff-Qualifikation noch zu verspielen. Mit der Niederlage  gegen die Panther rutschte man auf Platz Zehn ab und hat auf den Elften Krefeld nur noch fünf Zähler Vorsprung, der nächste Heim-Gegner sind übrigens die Pinguine, die können also schon einmal drei Punkte mehr einplanen, denn in Berlin gibt’s die Punkte gerade auf dem Silbertablett serviert. Wer will nochmal, wer hat noch nicht…
Zwei Drittel taten sich die Eisbären gegen eine starke Augsburger Defensive sehr schwer, kamen meistens nur von außen zum Abschluss und konnten so für keinerlei Gefahr sorgen. Im letzten Drittel drückte man dann noch einmal auf das Tempo und hatte durchaus gute Möglichkeiten, aber im Abschluss fehlt den Jungs momentan das nötige Quäntchen Glück. „Aber so ist das eben, wenn du im Tabellenkeller stehst„, so analysierte Martin Buchwieser das Spiel nach der Schlusssirene.
Dass Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auf der PK davon gesprochen hat, es war ein gutes Spiel zweier Mannschaften, lässt einen dann nur noch kopfschüttelnd zurück. Und auch die Tatsache, dass er darauf hofft oder viel mehr spekuliert, dass nach der Länderspielpause drei bis vier Spieler wieder zurückkommen und dann alles besser wird, lässt einen nur noch schmunzeln. Die verletzten Spieler werden nicht sofort wieder auf Betriebstemperatur sein und somit nur bedingt eine Verstärkung für die Eisbären darstellen. Aber in Berlin redet man sich derzeit ja alles schön und träumt vermutlich auch daran, dass man bei erfolgreicher Qualifikation für die Pre-Playoffs diese übersteht und dann in den Playoffs noch für Furore sorgen wird. Träume muss man haben, aber lassen wir die Verantwortlichen in der Eisbären-Etage mal weiter träumen und wecken sie dabei nicht auf.

2:6 gegen Meister München: Eisbären verschlafen den Start komplett – Münchens Youngsters schießen die Eisbären ab

 

Ausgabe #25:

Am Sonntagnachmittag beendeten die Eisbären Berlin die Niederlagenserie mit einem 5:4-Auswärtssieg in Bremerhaven, doch bereits am Dienstagabend setzte es gleich die nächste Niederlage. Vor 11.492 Zuschauen setzte es in der Arena am Ostbahnhof eine verdiente 2:6 (0:3,1:1,1:2)-Niederlage gegen den Deutschen Meister und CHL-Finalisten EHC Red Bull München. Dabei war die Partie bereits nach 6:23 Minuten entschieden, denn da führte die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson schon 3:0.

Keine Änderung im Eisbären-Kader im Vergleich zum Bremerhaven-Spiel, die verletzten Spieler fehlten nach wie vor und auch gegen München stand Maximilian Franzreb im Berliner Tor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Nur allzu lang sollte sein Arbeitstag nicht werden. Denn München spielte zwar keinesfalls groß auf, aber konnte die Eisbären in den ersten zehn Minuten leicht und locker abschießen, denn die Hauptstädter verschliefen den Start komplett.
Frank Mauer hätte schon in der dritten Minute die Führung für die Gäste erzielen können, scheiterte jedoch mit seinem Alleingang an Franzreb. Fünf Sekunden später spielte Mauer einen klasse Querpass auf Youngster Maximilian Daubner, welcher keine Mühe hatte, seinen Namensvetter im Eisbären-Tor zu überwinden – 0:1 (3.).
55 Sekunden später schlug es erneut hinter Franzreb ein. Andreas Eder zog vom linken Bullykreis ab und überwand damit Maximilian Franzreb zum zweiten Mal an diesem Abend – 0:2 (4.).
Eisbären-Coach Stéphane Richer nahm daraufhin erst einmal eine Auszeit, was aber auch nicht viel half. Eine Bruder-Kombination führte zum 0:3. Tobias mit dem Querpass auf Andreas, der mit dem Onetimer ins Berliner Tor (7.).
Danach war der Arbeitstag von Maximilian Franzreb beendet, er verließ unter „Franzreb, Franzreb-Rufen“ das Eis, Kevin Poulin kam für ihn ins Tor.
München ließ es nun locker angehen, nicht, dass sie zuvor 100 Prozent gegeben hätten, denn dann wäre es noch schlimmer geworden für die Eisbären. Aber dadurch, dass es die Eisbären München so leicht machten, hatten diese keine großen Probleme, die Tore zu erzielen. Als sie locker ließen, tauchten die Eisbären in der Offensive auf und hatten auch Chancen, aber Danny Aus den Birken ließ im Auftaktdrittel keinen Puck durch, weshalb München souverän und hochverdient mit 3:0 nach 20 Minuten vorne lag.

Das Mitteldrittel begannen die Eisbären sehr druckvoll und äußerst engagiert, es wurde wohl laut in der

Foto: eisbaerlin.de/walker

Kabine nach diesen katastrophalen ersten 20 Minuten. Sean Backman und Florian Busch setzten Marcel Noebels in Szene, welcher aus der Drittelmitte vollenden konnte – 1:3 (22.). Sein 50. DEL-Tor, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.
Und der Anschlusstreffer gab den Eisbären noch mehr Rückenwind und das sah auf einmal wirklich wie Eishockey aus. Sie setzten sich fest und kamen zu Chancen, aber sie schafften es nicht, Aus den Birken ein zweites Mal zu überwinden. Dabei hätten sich die Hausherren den zweiten Treffer mehr als verdient gehabt.
Und München? Die nutzten genau zur Spielmitte einen individuellen Fehler zum 4:1 aus. Matt Stajan alleine vor Kevin Poulin, welchem er keine Chance ließ und zum vierten Münchner Treffer einnetzen konnte (30.).
München wurde danach wieder aktiver und spielte wieder mehr nach vorne. Was auch daran lag, dass sie nach einer berechtigten Spieldauer gegen Frank Hördler fünf Minuten in Überzahl agieren konnten, was aber nicht wirklich gefährlich für die Eisbären wurde, weshalb es nach 40 Minuten 1:4 stand. Zwar kein schlechtes Drittel der Eisbären, aber der Rückstand betrug nach wie vor noch drei Tore.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das letzte Drittel plätscherte zunächst nur so vor sich hin, ehe es dann doch auf einmal aufregend wurde. Unterzahlkonter der Eisbären, Marcel Noebels mit dem Schuss und Florian Busch war letztendlich als Letzter am Puck und drückte die Scheibe irgendwie über die Linie – 2:4 (45.). Der erste Unterzahltreffer der Berliner in dieser Saison. Das beenden von Serien ging also nahtlos weiter.
Sollte jemand auf den Rängen nun auf die Aufholjagd gehofft haben, so wurde er von München schnell aus all seinen Träumen gerissen. Maximilian Daubner mit dem Schuss von der blauen Linie, welcher sein Ziel erreichen sollte – 2:5 (47.).
Fortan die Eisbären immer wieder nach vorne bemüht, aber ohne zwingende Ideen gegen eine kompakte Münchner Defensive. Und die Gäste aus Bayern fuhren immer wieder gefährliche Konter, einen davon konnten sie auch noch nutzen. Matt Stajan legte quer in den Slot und Konrad Abeltshauser klinkte die schwarze Hartgummischeibe im Tor ein – 2:6 (52.).
Mehr passierte anschließend nicht mehr, Berlin konnte nicht mehr zeigen und München musste nicht mehr zeigen, die drei Punkte waren ihnen schon sicher gewesen.

Wie hatte ich am Sonntag noch so schön geschrieben? Die Eisbären sollten an den Sieg in Bremerhaven anknüpfen, denn bei einer Niederlage gegen den Deutschen Meister wäre der Dreier an der Küste nichts mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und genau so sollte es kommen. Statt voller Euphorie angesichts der beendeten Niederlagenserie in das Heimspiel gegen München zu starten, wo man nach dem 0:7-Debakel gegen Mannheim eh noch etwas gut zu machen hatte, verschlief man den Start komplett und lag nach nicht einmal sieben Minuten schon mit 0:3 hinten. So kannst du kein Heimspiel starten, somit hat man sich früh aller Siegchancen beraubt. Man konnte nur von Glück reden, dass München mit angezogener Handbremse gespielt hatte und sich nicht in einen Rausch spielen wollte, denn dann wäre es ganz übel für die Eisbären ausgegangen. So aber konnte man im Mitteldrittel dank einer guten Phase noch einmal Hoffnung auf ein gute Ende schöpfen, machte sich diese aber durch individuelle Fehler selbst kaputt.
Aber hat wirklich einer daran geglaubt, dass man den Meister schlagen würde? Ich überhaupt nicht, aber mit einem anderen Auftritt hatte ich schon gerechnet. Aber man sollte derzeit rein gar nichts von den Eisbären erwarten. Die haben heute zumindest aufgezeigt bekommen, wie weit sie von der DEL-Spitze inzwischen entfernt sind. Ein mit halber Kraft spielender Deutscher Meister zerlegt die Eisbären in deren Halle mit 6:2, mehr muss man über den aktuellen Leistungsstand der Eisbären nicht sagen. Am Sonntag sollte man dann aber Wiedergutmachung betreiben, wenn gleich den Fans das inzwischen auch egal ist, denn die feierten ihre eigene Party auf den Rängen, interessierten sich nicht wirklich für das Geschehen auf dem Eis.

0:7 gegen Mannheim: Der absolute Tiefpunkt der Saison ist erreicht – Fans fordern Trainer-Rauswurf

 

Ausgabe #23:

Puh, was soll man dazu noch sagen? Man hat ja damit rechnen können, dass es gegen die Adler Mannheim eine Niederlage setzen würde, aber dass diese gleich so hoch ausfallen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Doch am Ende verloren die Eisbären Berlin in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof gegen den Spitzenreiter der DEL sage und schreibe mit 0:7 (0:2,0:2,0:3). Es war die fünfte Niederlage in Folge und die siebte aus den letzten acht Spielen. Stefan Ustorf sprach nach dem Spiel beim Fantalk vom absoluten Tiefpunkt, welchen man nun erreicht hat. Und ein Ende dieser Misere ist keinesfalls abzusehen, denn nichts macht derzeit Hoffnung auf Besserung.

Und der Unmut der Fans machte sich vor allem im letzten Drittel deutlich. Schon vor dem Spiel gab es deutliche Pfiffe bei der Vorstellung von Trainer Stéphane Richer, im letzten Drittel wurde lautstark sein Rauswurf gefordert. Zudem können nach Meinung der Fans alle außer Kevin Poulin gehen, wenn gleich ich hier noch einmal explizit darauf hinweisen möchte, dass damit keinesfalls die jungen Spieler der Eisbären gemeint sind, viel mehr geht es um die etatmäßigen Leistungsträger, von denen in dieser Saison kaum etwas zu sehen ist und wo gerade jetzt in der so schwierigen Situation keiner mal das Heft des Handelns in die Hand nimmt und versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Viel mehr nimmt man die Ergebnisse regungslos hin. Was uns Fans dann im letzten Drittel auch nicht mehr interessierte, denn die Fankurve drehte sich um und schaute der Darbietung auf dem Eis nicht mehr länger zu, warum auch, die „Mannschaft“ auf dem Eis hatte sich ja bereits längst aufgegeben und sich ihrem Schicksal ergeben. Von Aufbäumen, Kampfgeist, Wille oder ähnlichem war jedenfalls nichts zu spüren. Und nach der Schlusssirene wurde den Spielern auch deutlich gemacht, dass sie sich schnellstmöglich vom Eis machen sollten, denn das Fass ist endgültig übergelaufen und die Eisbären enttäuschten einmal mehr ihre treuen Fans, die irgendwann auch einmal das Recht haben, ihren Unmut lautstark zu äußern. Und dass das nach einem 0:7 gegen den Erzrivalen Mannheim passiert, ist wohl mehr als verständlich.
Klar kannst du immer ein Spiel verlieren, auch gegen Mannheim, wenn denn die Leistung stimmt, aber die Spieler haben sich nach den Gegentoren aufgegeben und ihrem Schicksal ergeben und das ist in dieser Situation nicht akzeptabel. Kevin Poulin und die jungen Burschen konnten einem leid tun, denn die haben sich wenigstens noch den Hintern aufgerissen und alles gegeben, was man von den eigentlichen Leistungsträgern nicht behaupten kann, die verstecken sich weiterhin und hinken ihren eigentlichen Leistungen meilenweit hinterher.

Kommen wir aber mal zum Spiel, in welchem den Eisbären gleich zehn Spieler fehlten. Dadurch kam der erst 17-jährige Nino Kinder zu seinem DEL-Debüt. Auch Cedric Schiemenz stand wieder im Kader der Eisbären. Das Tor hütete erneut Kevin Poulin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären spielten eigentlich kein schlechtes erstes Drittel, hatten am Ende des Auftaktdrittels mehr Torschüsse zu verbuchen und insgesamt fünf richtig dicke Möglichkeiten gehabt. Doch Maximilian Adam, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels und Jamie MacQueen scheiterten entweder am starken Adler-Goalie Chet Pickard oder schossen hauchdünn am Mannheimer Tor vorbei. Die Eisbären hatten sich hier definitiv viel vorgenommen und das konnte man über weite Strecken des ersten Drittels auch sehen.
Umso überraschender, dass dann ausgerechnet Mannheim in Führung gehen sollte. Zehn Minuten waren gespielt, als Kevin Poulin den ersten Adler-Schuss noch abwehren konnte, der Puck danach im Gewühl vor dem Eisbären-Tor verschwand, aus welchem letztlich Garrett Festerling als Nutznießer hervor trat und die Scheibe im Berliner Tor versenken konnte – 0:1 (10.). Die Mannheimer Führung aus dem Nichts heraus.
Und wie so oft in letzter Zeit verunsicherte ein Gegentor die Eisbären komplett, die zwar weiterhin nach vorne aktiv waren und besagte Großchancen hatten, sich aber auch sehr unsicher zeigten und zu viele leichte Fehler machten. So konnte Mannheim relativ leicht und locker durch David Wolf auf 2:0 erhöhen (13.).
Das war schon komisch gewesen, die Eisbären machten eigentlich ein gutes Spiel, hatten Chancen, aber Mannheim eiskalt und effektiv vor dem Tor, eben im Stile einer Spitzen-Mannschaft, lagen hier mit 2:0 nach 20 Minuten vorne. Ja, eine Spitzen-Mannschaft waren auch mal die Eisbären, aber das ist gefühlt Ewigkeiten her.

Die Hauptstädter begannen das Mitteldrittel in Überzahl, wobei man dass auf dem Eis nicht wirklich merkte, denn sie konnten für keinerlei Gefahr sorgen. Generell war das ein eher harmloses Eisbären-Drittel, sie kamen nie wirklich ins Spiel, wirkten ideen- und lustlos, spielten nicht unbedingt als Mannschaft zusammen.
Mannheim fand im zweiten Drittel besser zu seinem Spiel und wurde nun deutlich stärker und machte

Foto: eisbaerlin.de/walker

mehr Druck auf das Eisbären-Tor. Und der Druck sollte sich genau zur Hälfte des Spiels auszahlen. Zwei-auf-Eins-Konter der Kurpfälzer, Ben Smith mit dem Querpass auf Luke Adam und der tunnelte Kevin Poulin – 0:3 (30.).
Was die Eisbären auch versuchten, es wirkte irgendwie planlos. Das waren alles nur so halbherzige Aktionen, die Jungs versuchten irgendwie etwas auf die Reihe zu bekommen, die Verunsicherung spielte da sicherlich auch eine Rolle und auch die vielen verletzten Spieler. Aber das darf nicht als Hauptgrund gelten, gerade dann müssen die übrig gebliebenen Leistungsträger sich mehr zeigen, dass Team führen und sie dazu anspornen, zu kämpfen. Aber die einzigen Spieler, die gekämpft haben, waren die Youngsters und Kevin Poulin. Der Rest wirkte einfach nur lust- und ratlos.
Und Mannheim? Da durfte selbst Denis Reul per Rückhand (!) treffen, was eigentlich schon alles über das Spiel aussagt, wenn ein Denis Reul sogar Tore schießen darf – 0:4 (37.).
Kurz darauf war dann übrigens die Partie von Louis-Marc Aubry beendet, der nach einem Stockschlag eine Spieldauer kassierte. Es sollte die letzte Aktion im Mitteldrittel sein, welches beim Stand von 0:4 aus Eisbären-Sicht zu Ende ging.

Das letzte Drittel begannen die Berliner mit zwei Mann weniger auf dem Eis und da sollte es erneut im Berliner Tor klingeln. Zunächst Poulin noch mit einem Big Save gegen Chad Kolarik, doch wenig später war erneut David Wolf der Torschütze, der in Überzahl auf 5:0 erhöhen konnte (42.).

Foto: eisbaerlin.de/walker

Das Spiel war natürlich längst entschieden, die Stimmung in der Arena dafür umso besser. 41 Minuten lang wurde auf Trommeln, Fahnen, Banner und weitere Dinge verzichtet, um darauf aufmerksam zu machen, wie es in der Arena am Ostbahnhof in Zukunft aussehen könnte, wenn der Fanbogen nicht mehr ist. Umso lauter wurde es die letzten 19 Minuten und dabei war fast allen Fans der Spielstand egal, es wurde gesungen, gehüpft, gefeiert, die ganze Halle hüpfte und hatte Spaß. Wozu sich auch den Wochenendstart von einer Mannschaft, die als solche nicht mehr auftritt, vermiesen lassen. Dann wenigstens Spaß mit Freunden haben und feiern, was das Zeug hält.
Auf dem Eis gab es eh nichts mehr schönes zu bestaunen, viel mehr wurden die Adler-Tore, sechs und sieben lautstark bejubelt und nach dem 0:7 „nur noch drei“ skandiert. Man nahm das alles nur noch mit einer gehörigen Portion Humor, wenn gleich auch viel Wut mit dabei war, gerade als es gegen den Trainer/Sportdirektor Stéphane Richer ging.
Ben Smith (55./PP) und Brendan Mikkelsson (56.) sorgten für den Endstand von 0:7 in der Mercedes-Benz Arena. Das Grauen hatte endlich ein Ende gefunden und wir Fans wurden erlöst, die Spieler bekamen danach die volle Breitseite der Wut zu spüren und wurden förmlich vom Eis gebrüllt. In Berlin stehen harte Zeiten bevor.

Nur wird man jetzt endlich in der Chefetage der Eisbären reagieren? Jetzt, wo laut Stefan Ustorf der absolute Tiefpunkt erreicht ist? Wird man nun einen neuen Trainer präsentieren, evtl. noch einen neuen Spieler verpflichten? Würde ein Trainerwechsel oder ein Transfer überhaupt noch Sinn machen, wenn die „Mannschaft“ als solche längst nicht mehr auftritt und die Lustlosigkeit Spiel für Spiel deutlich heraus hängen lässt? Die einzigen Spieler, die sich gegen Mannheim richtig rein gehangen haben, waren die jungen Burschen und Goalie Kevin Poulin. Nino Kinder hätte beinahe in seinem ersten DEL-Spiel ein Tor erzielt, Maxi Adam verzog im ersten Drittel denkbar knapp. Und Kevin Poulin hielt, was zu halten war, man merkte ihm im Mitteldrittel nach den nächsten beiden Gegentreffern deutlich die Wut über seine Mitspieler an, sein Kopfschütteln in Richtung der Team-Kollegen sagte alles darüber aus, was er derzeit denkt. Es wäre ein Wunder, wenn Kevin Poulin sich das nächste Saison weiterhin an tun würde.
Zumal keiner weiß, ob es den längst überfälligen Umbruch im Eisbären-Team geben wird oder nicht.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Und mit Umbruch ist nicht nur das Team auf dem Eis gemeint, auch das Team hinter dem Team sollte schleunigst ausgetauscht werden, denn die Herrschaften in der Führungsetage haben den Verein gegen die Wand gefahren und das über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich und nun hat man es geschafft, den Verein an den absoluten Tiefpunkt zu bringen und daran trägt u.a. auch Stéphane Richer eine Hauptschuld mit. Er ist schließlich bestens dafür bekannt, Vereine gegen die Wand zu fahren, ich sage nur Hamburg Freezers. Nur sieht er anscheinend noch keine Schuld bei sich und auf die Frage, ob er denn mit den beiden Posten Trainer und Sportdirektor überfordert wäre, antwortete er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit Nein. Mehr muss man dazu wohl auch nicht sagen. Er klammert sich immer noch an die positiven Dinge, wenn gleich er zu gab, dass er enttäuscht und sauer war nach dem Spiel, nicht von den jungen sondern von den erfahrenen Spielern, welche die Fehler gemacht haben. Aber er meinte auch, man hoffe nach wie vor auf die Rückkehr der Verletzten. Nur dass es dann auf einmal besser wird und die anderen wieder ihre Eishockey-Qualität wieder finden, glaubt er doch wohl selbst nicht ernsthaft.
Man würde sich wünschen, dass bei den Eisbären nun etwas passiert nach diesem Debakel. Aber wie bereits oben erwähnt, was würde das jetzt noch bringen? Die Saison ist eh im Eimer, wenn es ganz schlimm läuft, müssen wir uns die Pre-Playoffs noch an tun, aber dann ist diese Katastrophen-Saison endlich vorbei und dann MUSS man im Verein auf allen Ebenen aufräumen und ein rund erneuertes Team auf dem Eis und an der Bande und auf der Chefetage zusammenstellen. Denn sonst treibt man den Untergang des Traditionsklubs Eisbären Berlin weiter voran, wenn gleich man laut Stefan Ustorf bereits heute am absoluten Tiefpunkt angekommen ist.
Die einst ruhmreichen Eisbären Berlin, vor denen sich alle in der DEL fürchteten, sind jedenfalls Geschichte. Im Moment freut sich eher jeder Gegner darauf, gegen Berlin spielen zu dürfen. Und der Niedergang tut im Moment nur den Fans weh, aber nicht denjenigen, die das auf dem Eis zu verantworten haben. Da bekommt man eher das Gefühl, als wäre denen alles egal und sie hoffen, es ist bald Urlaub. Den Eindruck vermitteln jedenfalls ganz viele Spieler und das macht den treuen Eisbären-Fan einfach nur traurig.

0:1 n.P. gegen Straubing: Die Eisbären enttäuschen mal wieder ihre Fans

 

Ausgabe #22:

Mit einem Heimsieg sind die Eisbären Berlin ins neue Jahr gestartet, doch die Freude darüber hielt nicht lange an. Denn schon im zweiten Heimspiel des Jahres hinterließen die Eisbären mal wieder einen enttäuschenden Eindruck und verloren gegen die Straubing Tigers am Ende vor 13.619 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof mit 0:1 n.P. (0:0,0:0,0:0/0:0,0:1) und treten somit weiterhin auf der Stelle in der DEL-Tabelle.

Die Eisbären auch diesmal ohne Mark Cundari, Kai Wissmann, Florian Kettemer, Thomas Oppenheimer und Mark Olver. Im Tor stand diesmal Kevin Poulin.

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Hinein in ein erstes Drittel, welches viel Kampf, aber auch viel Krampf bot. Ein schönes oder tolles Eishockeyspiel, wie es Straubings Coach Tom Pokel fand, war es jedenfalls nicht. Also für meinen Geschmack, aber ich denke mal, dass ich mit dieser Meinung nicht so ganz alleine da stehe.
Die Eisbären hatten im ersten Drittel zwei Überzahlspiele, doch in diesen bekamen sie es hin, für überhaupt keine Gefahr zu sorgen. Straubing hingegen war bei seinem einzigen Powerplay im Auftaktdrittel wesentlich gefährlicher, hatte kurz vor dem Ende aber Pech, dass der Pfosten im Weg stand. Das hätte die Führung sein können, die auch keinesfalls so unverdient gewesen wäre, denn Straubing wirkte im ersten Drittel frischer und aktiver als die Eisbären. Deren Chefcoach Stéphane Richer war mit der Leistung seiner Jungs auch nicht zufrieden und machte seinen Unmut in der Kabine auch deutlich, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte.

Im zweiten Drittel fanden die Eisbären dann besser ins Spiel und so entwickelte sich ein Duell auf

Foto: eisbaerlin.de/walker

Augenhöhe. Beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg in die Offensive, konnten sich dabei durchaus gute Chancen erspielen und auch immer mal wieder für kurze Phasen den Gegner in deren Drittel einschnüren. Aber beide Goalies wollten an diesem Abend einfach keinen Puck durchlassen. Und wenn sie doch einmal geschlagen waren, dann rettete für beide Goalies im Mitteldrittel die Latte oder der Pfosten.
Aber was in diesem Drittel auch auffiel, die Eisbären mit zu vielen unnötigen Scheibenverlusten, die es Straubing immer wieder ermöglichten, einen neuen Angriff zu starten. Die Verunsicherung der Berliner war deutlich zu spüren und zu sehen. Auch nach 40 Minuten warteten die Fans immer noch auf den ersten Treffer in diesem Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im Schlussdrittel waren die Eisbären dann die Mannschaft, die aufs „Tempo“ drückte. Die Eisbären wollten im Schlussdrittel das Tor erzwingen, suchten immer wieder den Abschluss, nur zu selten waren diese Schüsse dann auch gefährlich. Entweder machten die Straubinger die Schusswege so gut zu, dass sie die Eisbären zu ungefährlichen Schüssen nach außen drängten oder aber Jeff Zatkoff im Tigers-Tor hatte freie Sicht oder aber die Scheiben gingen neben das Tor.
Von Straubing kam im letzten Drittel dann nicht mehr so viel, weil die Eisbären eben das Spiel bestimmten und Straubing hinten immer wieder festsetzten. Aber wenn sie zu Chancen kamen, war entweder der Pfosten im Weg oder Kevin Poulin rettete in höchster Not. Der einzige Eisbär, der in dieser Saison Konstanz an den Tag legt im Vergleich zu seinen Teamkollegen.
Es blieb beim 0:0 nach 60 Minuten, beide Teams sicherten sich also einen Punkt und es ging in die Verlängerung.

Aber diese blieb eher unspektakulär, Straubing in der letzten Minute noch einmal mit einem Powerplay, aber die Unterzahl überstanden die Hausherren schadlos und so ging auch das zweite Heimspiel des neuen Jahres ins Penaltyschießen.

Nur dieses Mal hatten die Gäste aus Niederbayern das bessere Ende auf ihrer Seite. Die ersten drei Schützen vergaben jeweils, wobei Jeremy Williams fast die Entscheidung erzielt hätte, doch er traf nur die Latte. Es ging in die nächste Runde und da liefen Jamie MacQueen und Jeremy Williams erneut an, Letzterer traf als einziger Schütze und sicherte Straubing somit den Zusatzpunkt, der enorm wichtig im Kampf um einen direkten Playoff-Platz ist.

In dieser Saison werden wir wohl kein Offensiv-Festival der Eisbären mehr erleben. Vielmehr arbeitet diese Mannschaft derzeit Eishockey als dass sie es spielt und das sieht nicht immer schön aus und führt auch nicht immer zum Erfolg. Und konstant spielt sie auch nicht, mal haben sie Spiele bei, wo man denkt, dass war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, nur um im nächsten Spiel fünf Schritte wieder zurückzugehen.
Rein von der Tabelle gesehen ist ein Top-6-Platz bei nur sechs Zählern Rückstand nach wie vor im Bereich des Möglichen und ein Pre-Playoff-Platz so gut wie sicher bei 15 Punkten Vorsprung auf Platz Elf, da die Konkurrenz dahinter schwächelt. Aber will man mit so einer Leistung überhaupt Playoffs spielen bzw. hätte man da überhaupt eine Chance? Ich sage zu Beidem nein, denn was die Eisbären in dieser Saison ihren Fans anbieten, ist viel zu oft eine große Enttäuschung und hat nichts mit dem zu tun, was die Eisbären spielen wollen und wo sie sich selbst sehen. Platz Neun entspricht nicht den Ansprüchen der Eisbären-Verantwortlichen, dabei ist Platz Neun aber nur möglich, weil mit Goalie Kevin Poulin wenigstens ein Eisbär sich in jedem Spiel den Hintern aufreißt, um dem Team eine Siegchance zu geben. Nur wenn die Jungs da vorne nicht mitziehen und ihr Trikot viel mehr lustlos über das Eis spazieren fahren, dann braucht man sich am Ende nicht wundern, wenn man keine Tore schießt und am Ende als Verlierer das Eis verlässt.
Spätestens jetzt sollten die Verantwortlichen der Eisbären gemerkt haben, dass es gewiss nicht an Clément Jodoin gelegen hat, dass diese Saison bisher so miserabel läuft, aber Fehler einzugestehen war noch nie eine Stärke der Eisbären. Hier sonnt man sich vielmehr noch in der letzten Saison, in der man den achten Meistertitel nur knapp verpasst hatte. Dass man da aber auch schon einige Sachen bei hatte, die nicht so gut liefen, vergisst man aber bei den Verantwortlichen und zudem setzte man ja Chefcoach Uwe Krupp vor die Tür, der sicherlich gerne weitergemacht hätte in Berlin, aber dass es im Inneren der Eisbären seit Jahren nicht rund läuft, weiß man nicht erst seit dieser Saison. So lange man aber in Berlin nicht mal anfängt, zu handeln, werden solche Leistungen wie in diesem Jahr uns auch in den nächsten Jahren bevorstehen, die Frage ist dann nur, wie lange sich dass die Fans in Berlin noch mit anschauen. Die Zuschauerzahlen sind schon jetzt rückläufig. Die Eisbären spielen die Arena leer.

4:3 n.P. gegen Iserlohn: Gelungener Jahresauftakt dank Jamie MacQueen und Maximilian Franzreb

 

Ausgabe #21:

Die Eisbären Berlin haben einen gelungenen Start ins Eishockeyjahr 2019 gefeiert. Vor 9.791 Zuschauern gewannen die Hauptstädter das erste Heimspiel des neuen Jahres gegen die Iserlohn Roosters knapp mit 4:3 n.P. (1:1,2:2,0:0/0:0,1:0) und sicherten sich somit zwei wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze. Beide Mannschaften lieferten sich eine unterhaltsame Partie, in der es auf und ab ging, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, am Ende aber hatten die Hausherren das bessere Ende auf ihrer Seite.

Und das, obwohl die Eisbären ohne Mark Cundari, Kai Wissmann, Florian Kettemer, Thomas Oppenheimer, Florian Busch und Mark Olver antreten mussten. Kapitän André Rankel absolvierte sein 800. DEL-Spiel, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem Jubiläum, Ranks. Verteidiger Eric Mik (18 Jahre) absolvierte dagegen aufgrund der Personalprobleme in der Defensive heute sein erstes DEL-Spiel. Und im Tor begann Maximilian Franzreb.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Genug der statistischen Sachen, hinein ins erste Spiel des neuen Jahres. Von Beginn an war es eine hart umkämpfte Partie, in der beide Mannschaften den Weg in die Offensive suchten, sich aber noch keine hochkarätigen Torchancen erarbeiten konnten. Iserlohn hatte dann früh das erste Powerplay des Spiels, doch das Penaltykilling, eine der Problemzonen gegen Ingolstadt im letzten Spiel des alten Jahres, machte einen guten Job und so überstanden die Hausherren die erste Unterzahl des neuen Jahres schadlos.
Und nach zwölf Minuten konnten die Eisbären dann einen Angriff erfolgreich abschließen. Marcel Noebels mit dem Zuspiel auf Louis-Marc Aubry, der fuhr auf Iserlohns Goalie Hovinen zu und brachte die Scheibe an ihm vorbei ins Tor – 1:0 (12.).
Doch die Führung hielt keine zwei Minuten. Marco Friedrich kam ins Angriffsdrittel, legte die Scheibe quer rüber zu Dylan Yeo und der zögerte nicht lange und hämmerte den Puck in die Maschen – 1:1 (13.).
Dann auch mal die Eisbären in Überzahl, aber auch sie bekamen kein Tor zu Stande, weshalb es nach 20 Minuten 1:1 in Berlin stand.

Das zweite Drittel bot dann ein Chancen-Spektakel. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier

Foto: eisbaerlin.de/walker

und hatten teils richtig gute Möglichkeiten, Iserlohn war dabei sogar einen Tick überlegen gewesen. Vier Tore bekamen die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof in den zweiten 20 Minuten zu sehen und sie waren gleichmäßig verteilt.
Die Eisbären waren schon zuvor am Drücker, konnten Hovinen aber erst in der 27. Spielminute erneut überwinden. Brendan Ranford wurde von den Beinen geholt, die Schiedsrichter zeigten bereits Strafe an, als sich Jonas Müller ein Herz fasste und den Puck aus einiger Entfernung per Schlagschuss ins Iserlohner Tor beförderte – 2:1 (27.).
Die Führung gab den Berlinern aber nicht das nötige Selbstvertrauen, im Gegenteil, Iserlohn wurde stärker und wollte hier sofort den Ausgleich erzielen. Was ihnen auch gelang. Jordan Smotherman fuhr in die Drittelmitte des Angriffsdrittel und zog ab, Maximilian Franzreb war bei diesem Schuss machtlos gewesen – 2:2 (29.).
Und nur 62 Sekunden später lagen die Sauerländer überraschend vorne. Justin Florek kam ungestört im Slot zum Abschluss, Franzreb saß bereits auf dem Hosenboden und konnte den Einschlag nicht verhindern – 2:3 (30.).
Doch nur 42 Sekunden später jubelten schon wieder die Eisbären. Sean Backman scheiterte mit seinem Versuch, die Scheibe lag am rechten Pfosten frei, was Micki DuPont sah, angerauscht kam und den Puck ins Netz beförderte – 3:3 (31.).
Iserlohn dann nochmal mit zwei Überzahlspielen. Im ersten hatte Marcel Noebels per Konter die Chance zum Shorthander, er scheiterte jedoch an Hovinen. Im zweiten Powerplay bewies Maxi Franzreb, dass er ein richtig guter Goalie ist und so überstanden die Eisbären beide Unterzahlspiele schadlos. Generell kassierten die Berliner keinen Treffer in Unterzahl, was eine deutliche Steigerung zum Ingolstadt-Spiel darstellte.
3:3 stand es nach dem zweiten Drittel, es hätte gut und gerne auch 4:4 oder 5:5 stehen können.

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Iserlohn kam besser ins Schlussdrittel und hatte gute Möglichkeiten, die Eisbären kamen aber nach und nach wieder besser ins Spiel und ebenso zu guten Torchancen. Beide Mannschaften machten deutlich, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten und dafür taten die Spieler alles Mögliche. Nur die beiden Goalies hatten etwas dagegen, sie wollten keinen weiteren Gegentreffer mehr zulassen. Auch je ein Überzahlspiel konnten die Eisbären und Iserlohn nicht nutzen, weshalb es nach 60 Minuten beim Stand von 3:3. zur Punkteteilung kam.

Es folgte die Verlängerung, in der die Eisbären kurze Zeit in Überzahl ran durften, aber dann auch noch eine Strafe kassierten und die numerische Überzahl also nicht nutzen konnten. Es sollte also zum Penaltyschießen kommen.

Und dort wurden Goalie Maxi Franzreb und Stürmer Jamie MacQueen zu den Matchwinnern. Franzreb ließ keinen Penalty durch und MacQueen sorgte für die Entscheidung und den Zusatzpunkt der Eisbären.

Die Eisbären haben sich den Sieg hart erarbeitet. Sie trafen auf einen Gegner auf Augenhöhe, beide

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Teams versuchten alles, um dieses Spiel für sich zu entscheiden. Beide Mannschaften lagen mal vorne, doch immer wieder konnten beide Mannschaften zurückschlagen. Jedes Team hatte immer eine Phase, wo sie richtig gut Druck machten. Die Eisbären mit leichten Vorteilen im ersten und letzten Drittel, Iserlohn im Mitteldrittel. Die Eisbären haben versucht, ihr Spiel über die gesamte Spielzeit durchzuziehen. Ja, das Spiel war auch nicht fehlerfrei aber sie versuchen sich in kleinen Schritten nach vorne zu verbessern und ein Sieg gegen Iserlohn im Penaltyschießen und zwei Punkte sind da schon einmal ein kleiner Anfang. Nur muss man jetzt nachlegen und mal eine Siegesserie starten, denn sonst war dieser Sieg am Ende auch nur wieder ein laues Lüftchen. Aber es waren Ansätze dabei, die Hoffnung machen und daran gilt es nun anzuknüpfen.