Die Eisbären gewinnen ihr vorletztes Heimspiel mit 5:4 und sichern sich somit souverän Platz 9 in der Tabelle

„I want it all and I want it now“ . Der Kulthit von Queen erklang vor dem Spiel in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena und machte Lust auf mehr. Durch die zwei zuletzt gewonnenen Auswärtsspiele war das Ziel klar. Ein Heimsieg musste her, um Platz neun für die Pre-Playoffs zu festigen.

Heute fehlten weiterhin verletzungsbedingt Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Florian Busch, Marvin Cüpper sowie Mark Cundari. Jens Baxmann war überzählig. Das Tor hütete wie auch schon zuletzt in Ingolstadt und Iserlohn  Kevin Poulin. Backup-Goalie war diesmal Tobias Ancicka.

Mit den Kölner Haien hatten die Haupstädter heute einen Gegner zu Gast, der zurecht in dieser Saison auf Tabellenplatz vier weilt und auch auswärts die drittbeste Mannschaft der Liga ist. Genau das sollten die Eisbären heute zu spüren bekommen…

Bereits in der ersten Minute musste Kai Wissmann wegen Beinstellens auf die Bank und die Gäste nutzten dies eiskalt aus. Sie bekamen die Scheibe nicht frei, Kevin Poulin wurde arg von Frederik Tiffles bedrängt, Ben Hanowski witterte den Nachschuss und versenkte den Puck im rechten Eck (0:1). Das war ein starker Beginn, doch Berlin wollte das so nicht hinnehmen und nutzte die Abwehrschwäche von Köln. Louis-Marc Aubry erwischte die Scheibe, kam über die rechte Seite, stoppte plötzlich ab, spielte in den Slot vom mitgefahrenen Micki DuPont und der versenkte den Puck unhaltbar für Gustaf Wesslau (1:1). Köln baute nach dem Ausgleich weiter Druck aus und Kevin Poulin bekam viel zu tun und parierte ordentlich. Bis zur neunten Minute. Pascal Zeressen passte auf den langen Pfosten und Jason Akeson erhöhte passiv mit seinem Schlittschuh zum 2:1. Das entschieden die Unparteilichen nach dem Videobeweis. Die Eisbären taten sich schwer ins Spiel zu finden, Kölns Defensive arbeitete gut und wenn die Domstädter torgefährlich wurden, dann uneinsehbar für den Berliner Goalie. Doch Berlin kämpfte. Daniel Fischbuch nutzte den Fehler im Kölner Spielaufbau aus, fing einen Aufbaupass ab und zog vors Tor. Diesen  Schuss entschärfte Wesslau zunächst. Doch in der 14. Spielminute spielte Austin Ortega  einen feinen Pass auf Aubry. Der schoss aus dem Slot und Wesslau rutschte der Puck durch (2:2). Doch das soll es noch nicht gewesen sein. Keine zwei Minuten später ließ Sebastian Uvira den Puck für Felix Schütz liegen, der zum 2:3 erhöhte. Die Eisbären danach noch mit ein paar Tormöglichkeiten, die aber ungefährlich für Wesslau waren.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Auch das zweite Drittel startete druckvoll aus Sicht der Gäste. Fabio Pfohl und Lucas Dumont nahmen Poulin gefährlich unter Beschuss, doch die Berliner Defensive störte rechtzeitig und holte zum Gegenschlag aus. In der 26. Minute  passte Collin Smith haargenau auf André Rankel, der nahm den Puck dankbar an und verwandelte diesen eiskalt (3:3). Die Berliner schienen erwacht zu sein, denn fortan kam der Druck von Seiten der Hauptstädter. Und wenn doch mal eine Scheibe durchkam, war Poulin zur Stelle. In der 36. Spielminute sollte es erneut André Rankel sein, der die Eisbären das erste Mal an diesem Abend in Führung bringen sollte. Jamie MacQueen legte mit der Rückhand quer auf den Kapitän und der netzte heute zum zweiten Mal ein (4:3) Der erste Doppelpack für ihn in dieser Saison. Köln schien wegen Führung der Eisbären verwirrt zu sein und leistete sich zusehends Fehler in der Defensive, welch die Eisbären für sich zu nutzten wussten. Zwei Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels spielte Austin Ortega die Scheibe aus dem eigenen Drittel, fand in Brandan Ranford einen dankbaren Abnehmer, der ihn passgenau auf Louis-Aubry spielte, der ihn unaufhaltsam versenkte (5:3). Somit ging ein straffreies zweites Drittel zu Ende.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Im letzten Drittel hieß es die Zwei-Tore- Führung zu halten, besser noch, auszubauen. Gleich zu Beginn nutzten die Berliner das erste Powerplay, um Wesslau ordentlich unter Beschuss zu nehmen. Die Eisbären jetzt mit viel Druck und Torgefahr, doch sowohl Aubry als auch Ranford scheiterten am Kölner Goalie. In der 51. Spielminute war die Scheibe im Netz, das Tor wurde aber nicht gegeben, weil die Schiedsrichter vorher das Spiel wegen eines hohen Stocks von Zerressen in Daniel Fischbuchs Gesicht abgepfiffen hatten. Leidtragender in dieser Szene war Charly Jahnke. Das zweite Powerplay konnte von den Eisbären dann nicht mehr genutzt werden. Stattdessen schien man sich mit dem Sieg in Sicherheit zu wiegen und zeigte einen kurzen Moment Schwäche, welche Köln sich zunutze machte. Tiffels erkämpfte sich den Puck, tanzte die gesamte Eisbärenverteidigung aus  und legte zurück zu Akeson. Der zog ab und verkürzte zum 5:4. Köln wollte nun scheinbar den Ausgleich, die Eisbären lauerten jedoch auf mögliche Konter. Köln nahm in der letzten Spielminute nach einer Auszeit den Torwart raus und versuchte nun mit sechs Mann die Berliner Defensive zu überwinden, ohne Erfolg.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Der dritte Sieg in Folge für die Eisbären, die scheinbar zur richtigen Zeit in Form kommen. Wenn gleich im ersten Drittel die Zeichen noch nicht auf Sieg standen. Zu viele unnötige Fehler ermöglichten es Köln immer wieder für Gefahr zu sorgen. Die Kaltschnäuzigkeit und die gnadenlose Effektivität der Eisbären hielt sie jedoch im Spiel. Und im zweiten Drittel reichten den Berliner zehn Torschüsse für drei Tore. Von dem Schock erholten sich die Domstädter nicht mehr.

Der Auftritt der Eisbären macht Hoffnung für die bevorstehenden Pre-Playoffs. Louis-Marc Aubry scort derweil wie er will, ebenso Austin Ortega. Und auch Kapitän André Rankel netzte gegen Köln erstmals in dieser Saison doppelt ein. Sind die Eisbären rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt in Top-Form? Das werden die Pre-Playoffs zeigen.