Vier Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin stehen auf dem zweiten Tabellenplatz. Drei Siege aus vier Spielen bei 14:8-Toren und neun Punkten sind eine erste Bilanz, die sich sehen lässt. Und trotzdem sind sie in der Hauptstadt noch längst nicht zufrieden mit dem bisher Gezeigten, denn Luft nach oben ist noch deutlich vorhanden. Noch konnte die Mannschaft ihren Gameplan nicht über die volle Spieldauer durchziehen, hatte meistens nur 20 oder 40 Minuten gutes Eishockey gespielt. Defensiv ließ man Petri Vehanen zu oft im Stich, doch der finnische Goalie erwies sich in dieser Saison schon das ein oder andere Mal als unbezwingbare finnische Mauer. Und auf Vehanen wird es auch am Wochenende ankommen, wenn für die Eisbären der erste echte Härtetest bevorsteht mit Spielen gegen Köln (Freitag/19:30 Uhr) und in München (Sonntag/14:00 Uhr).
Da wird man das erste Mal sehen, wo die Berliner wirklich stehen und wie gut dieses Team schon drauf ist und zusammen harmoniert. Denn mit Köln und München trifft man auf zwei Titel-Favoriten, mit München sogar auf den Top-Favoriten und Titelverteidiger sowie Meister der vergangenen beiden Jahre. EHC-Stürmer Thomas Oppenheimer weiß um die Schwere der Aufgaben am Wochenende und dass man noch einiges verbessern muss im eigenen Spiel (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.09.2017):
Wir können mit den ersten vier Spielen durchaus zufrieden sein. Wir wissen auch, dass wir noch eine ordentliche Portion Arbeit vor uns haben und wollen das gleich morgen angehen. Sicher ist, wir müssen defensiv verantwortlicher spielen und können uns nicht immer nur auf unseren Torwart verlassen.
Mit den Kölner Haien trifft man morgen Abend auf den Tabellenvierten. Die Domstädter haben am vergangenen Sonntag gegen Nürnberg beim 2:3 die erste Saison-Niederlage kassiert. Auch die Eisbären kassierten ihre bisher einzige Niederlage gegen Nürnberg und auch die Berliner kassierten diese nach einer vorherigen 2:0-Führung. War das Toreschießen in der letzten Saison noch eins der großen Probleme der Haie, haben sie das in diesem Jahr bisher abstellen können. 15 Tore in vier Spielen sind durchaus zufriedenstellend. Und die Auftritte der Haie waren das bisher auch. Am ersten Spieltag tat man sich gegen Bremerhaven zu Hause noch schwer und gewann erst nach Verlängerung 5:4, danach folgten zwei souveräne Siege in Wolfsburg (4:2 ) und gegen Iserlohn (4:1), ehe es die bereits angesprochene Niederlage gegen den Tabellenführer Nürnberg gab. Köln wird also morgen Abend auf Wiedergutmachung aus sein, die Eisbären sollten gewarnt sein.

In den letzten beiden Jahren Deutscher Meister und in der diesjährigen CHL-Saison auf Erfolgskurs – die Stimmung beim EHC Red Bull München sollte eigentlich super sein. Doch nach bisher vier Spielen und zwei Niederlagen sowie Platz Sieben mit nur 6 Punkten ist die Stimmung beim Team von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson alles andere als rosig. Am 01. Spieltag mühte man sich beim letztjährigen Tabellenletzten Krefeld zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung, dann folgte eine bittere 0:4-Heimniederlage gegen den ERC Ingolstadt sowie ein 3:1-Heimsieg gegen Schwenningen und eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung beim Vizemeister Grizzlys Wolfsburg, welche damit den ersten Saisonsieg feierten. Knappe und sehr mühsame Siege gegen die vermeintlichen Außenseiter der Liga und zwei Niederlagen gegen zwei Top-Teams der DEL. Am Wochenende wartet erneut so eine Konstellation auf München mit den Duellen bei Außenseiter Iserlohn und gegen Top-Team Berlin. Man darf gespannt sein, wie München dieses Mal die Spiele angehen wird.
Schauen wir einmal in die Statistik-Bücher zu den beiden Duellen der Eisbären am Wochenende. Gegen die Kölner Haie verlor man die letzten drei Heimspiele in Folge, konnte davor aber fünf der letzten sechs Heimspiele für sich entscheiden.
Ernüchternd sieht die Bilanz in München aus, wo die Eisbären nur eins der letzten acht Gastspiele für sich entscheiden konnten. Und beim 2:1-Sieg im Halbfinale der letzten Saison setzte man sich auch erst nach Verlängerung durch. Und noch schlimmer: In fünf der acht Partien erzielten die Eisbären höchstens ein Tor. Es wird höchste Zeit, beide Statistiken aufzubessern.
Wenn bis morgen Abend nichts mehr passiert, werden die Eisbären mit dem selben Kader wie gegen Wolfsburg und Straubing antreten. Stürmer Sven Ziegler ist zwar fit, würde aber, wenn es keine Änderung im Kader gibt, erneut nur auf der Tribüne Platz nehmen dürfen.
Der voraussichtliche Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Kölner Haie am 22.09.2017:
Tor:
Petri Vehanen, Marvin Cüpper
Abwehr:
Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett
Angriff:
Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels
Nicht zur Verfügung:
Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke (alle Weißwasser), Vincent Hessler (DNL), Constantin Braun

Die Partie wird morgen wie immer von Telekom Eishockey übertragen. Dazu zeigt auch Sport 1 die Partie Köln vs. Berlin live im Free-TV. Sendebeginn bei Telekom Eishockey ist 16:30 Uhr.
Immerhin tut sich der morgige Gegner Nürnberg auf eigenem Eis sehr schwer, gewann nur drei von sieben Heimspielen und holte nur 10 von möglichen 21 Punkten. Die Franken stehen punktgleich vor den Eisbären dank der deutlich besseren Tordifferenz, zudem hat Nürnberg aber auch noch zwei Spiele weniger als die Eisbären absolviert. Und in Nürnberg taten sich die Berliner zuletzt sehr schwer, gewannen nur zwei der letzten neun Auftritte im Frankenland. Das letzte Spiel in Nürnberg gewannen die Eisbären allerdings mit 2:1. Und das erste Duell in dieser Saison gewannen die Eisbären auf eigenem Eis mit 3:2 n.P.
Zum Abschluss der Auswärtstour geht es am Dienstagabend zu den Krefeld Pinguinen, die aktuell mit 19 Punkten Zehnter der DEL-Tabelle sind. Ein Sieg dort ist durchaus drin, hat Krefeld doch erst eins von bisher acht (!) Heimspielen gewinnen können. Drei der letzten fünf Auftritte im KönigPalast konnten die Eisbären für sich entscheiden. In der letzten Saison gewann man beide Duelle in der Seidenstadt (2:1 n.V./3:2). Das erste Duell in dieser Saison ging jedoch an Krefeld, mit 3:1 setzten sich die Pinguine in Berlin durch. Eine weitere Niederlage gegen Krefeld sollte man sich nicht leisten, da die Pinguine hinter den Eisbären in der Tabelle stehen und somit näher heran rücken würden an die Berliner.