Der Krupp-Effekt: Auch die Eisbären Berlin können die Kölner Haie nicht stoppen

In Köln werden sich die Verantwortlichen wohl gerade mächtig in den Hintern beißen. Sie werden sich immer wieder diese eine Frage stellen: Warum haben wir Uwe Krupp nicht schon früher verpflichtet? Der ehemalige Kölner und Berliner Chefcoach hat die Kölner Haie wieder zurück in die Erfolgsspur gebracht, die 17 Spiele andauernde Niederlagenserie beendet und seine ersten vier Spiele als neuer alter Trainer siegreich gestaltet. Einen Spieltag vor dem Ende der diesjährigen Hauptrunde haben die Domstädter nur noch vier Zähler Rückstand auf den Zehnten Augsburg, dort wo die Haie am Sonntag zu Gast sind. Es hätte DAS Endspiel um Platz Zehn sein können.

So haben die Haie ihr letztes Heimspiel der DEL-Saison 2019/2020 vor 16.137 Zuschauern in der Lanxess-Arena mit 5:3 (2:0,0:0,3:3) gegen die Eisbären Berlin gewonnen und einen versöhnlichen Abschied mit den eigenen Fans gefeiert. Die Hauptstädter hinterlassen dagegen weiterhin Fragezeichen so kurz vor dem Beginn der Playoffs.

Die Berliner, welche auf Justin Pogge, John Ramage und Maxim Lapierre freiwillig und auf PC Labrie (dritte Disziplinarstrafe) unfreiwillig verzichten mussten, fanden schwer ins Spiel, kamen erst im weiteren Spielverlauf besser ins Spiel und brachten sich im Schlussdrittel dann auch dreimal auf den Videowürfel. Aber in den gesamten 60 Minuten kassierte man erneut zu viele Strafzeiten, Jonas Müller sogar eine Spieldauer, welche allerdings gerechtfertigt war. Dabei hatte Chefcoach Serge Aubin nach dem Schwenningen-Spiel auf der Pressekonferenz noch gesagt, man müsse die Strafzeiten dringend reduzieren. Nur hat er das auch seiner Mannschaft gesagt? Dem Spiel zu Folge kann die Antwort nur nein lauten. Es muss die Frage gestellt werden, wie das erst werden soll, wenn es um richtig etwas geht? Sind wir mal ehrlich, das Spiel heute hatte für beide Mannschaften keine wirklich große Bedeutung. Ja, Köln wollte sich mit einem Sieg von den enttäuschten Fans verabschieden. Aber die Eisbären hatten eigentlich nur noch theoretische Chancen auf Platz Zwei oder Drei. Warum man dann also in so einer Partie derart viele Strafzeiten nimmt, muss man den Fans erst einmal erklären.

Den Beginn in dieses bedeutungslose Spiel verschlief man schon einmal. Köln kam frischer und aktiver aus der Kabine, bestimmte das Spiel in der Anfangsphase. Und schon nach drei Minuten ließ man die Haie-Fans ein erstes Mal an diesem Abend jubeln. Ex-Eisbär Alexander Oblinger machte die Scheibe hinter dem Tor fest, spielte sie vors Tor in den Slot, wo Zach Sill lauerte. Dieser hatte zu viel Platz, nahm den Pass direkt und nagelte den Puck unter die Latte – 0:1 (3.).
Die Hauptstädter hatten ihren ersten Abschluss nur eine Minute später, dieser hatte es aber in sich. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen, Louis-Marc Aubry fälschte den Schuss vor dem Tor noch ab und lenkte ihn so an die Latte. Glück für die Hausherren. Die bestimmten danach aber wieder das Geschehen auf dem Eis, störten die Berliner mit ihrem aggressiven Forechecking früh im Spielaufbau. Ihre Chancen konnten die Haie aber nicht nutzen.
Mitte des ersten Drittels wurden die Eisbären dann aktiver und etwas besser, aber Aubry scheiterte freistehend vor Hannibal Weitzmann am selbigen, James Sheppard schoss kurz danach knapp am Tor vorbei. Aber die Kölner hatten weiterhin die besseren Chancen. Freddy Tiffels verlud Sebastian Dahm im Eisbären-Tor, doch sein Schuss ging letztendlich nur an den Pfosten. Eine Minute später zielte Oblinger genauer. Die Domstädter kamen schnell ins Angriffsdrittel, Tiffels diesmal als Vorlagengeber mit dem Querpass auf Oblinger. Der nahm den Puck an und versenkte ihn eiskalt im Berliner Tor – 0:2 (14.).
Die Eisbären dann mal mit einer Überzahlgelegenheit gegen das schlechteste Unterzahlspiel der Liga, aber selbst dieses konnte man nicht überwinden. Doch eine Chance sollte sich den Eisbären noch bieten. Frank Hördler schickte kurz vor der Pause Lukas Reichel mit einem klasse Pass auf die Reise, Pascal Zerressen konnten den Youngster nur per Beinstellen stoppen. Die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Gordon Schukies entschieden folgerichtig auf Penalty, zu dem Reichel selbst antrat, aber an Hannibal Weitzmann im Kölner Tor scheiterte. So lagen die Berliner nach dem ersten Drittel mit 0:2 in Köln hinten.
Kapitän André Rankel mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten bei Magenta Sport:

Wir haben die ersten zehn Minuten nicht Eishockey gespielt. Wir waren nicht aggressiv genug, haben uns nicht unterstützt, sind nicht gelaufen. Wir wollten es ein bisschen zu einfach. Wir wollen uns gut auf die Playoffs vorbereiten, 40 Minuten heute und ein Spiel haben wir dafür noch Zeit. Du willst dich vorbereiten, willst im Rhythmus bleiben, die Kleinigkeiten richtig machen. Das haben wir in den ersten zehn Minuten nicht gemacht.

Ins Mitteldrittel fanden die Berliner dann besser als noch zu Beginn des Spiels. Sie waren präsenter und hatten Zug zum Tor. Doch danach nahm man wieder zu viele Strafzeiten. Genau das, was man eigentlich abstellen wollte, passierte heute schon wieder. In einem eigentlich bedeutungslosen Spiel.
Aber das Penaltykilling bewies einmal mehr, dass es sehr gut funktioniert. Und mit einem Mann weniger hatte man zum Beispiel auch Chancen, so traf Landon Ferraro bei einem Zwei-auf-Eins-Konter nur die Latte. Aber auch Köln hatte durchaus Chancen, die beste durch Colin Ugbekile, aber Sebastian Dahm war mit dem Schoner zur Stelle und parierte diesen Schuss sehr stark.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte Eisbären-Verteidiger Jonas Müller vollkommen zu Recht eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach einem Check gegen den Kopf des Kölner Verteidigers Kevin Gagné. Dieser Check könnte unter Umständen noch eine Sperre der DEL nach sich ziehen, was im Hinblick auf die Playoffs natürlich nicht so gut wäre. Aber das Penaltykilling der Eisbären funktionierte weiterhin, viel ließen sie nicht zu, auch nicht beim 72 Sekunden langen doppelten Unterzahlspiel.
Und vorne vergaben die Hauptstädter in diesem Drittel auch noch beste Möglichkeiten. Austin Ortega zum Beispiel, welcher völlig frei vor Weitzmann stand, sich die Ecke aussuchen konnte, aber drüber schoss. Und Marcel Noebels probierte es auf die kurze Ecke, aber Weitzmann parierte diesen Schuss irgendwie.
So stand es also auch nach 40 Minuten immer noch 2:0 für die Haie.

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Domstädter noch 50 Sekunden Überzahl von der Spieldauer gegen Müller, aber sie konnten keinen Nutzen daraus ziehen. Und dann waren die Eisbären plötzlich wieder im Spiel. Innerhalb von 79 Sekunden glichen die Berliner aus. Zunächst war es Leo Pföderl gewesen, der auf 1:2 verkürzen konnte (44.). Er hatte den Angriff selbst eingeleitet, nach einem Schuss von Frank Hördler legte Top-Scorer Marcel Noebels die Scheibe hoch zur blauen Linie, wo Mark Olver lauerte und abzog. Weitzmann konnte nicht festhalten und plötzlich lag die Scheibe vor der Torlinie, für Pföderl keine große Aufgabe, sie über selbige zu schießen.
Für den Ausgleich sorgte dann Youngster Sebastian Streu, welcher einen Querpass von Landon Ferraro direkt nahm – 2:2 (45.).
Die Eisbären also mit dem schnellen Doppelpack, doch die Hausherren waren keinesfalls geschockt, schlugen bei Vier-gegen-Vier auf dem Eis zurück. Moritz Müller hatte abgezogen, Jon Matsumoto fälschte vor dem Tor ab und der Puck rutschte Dahm durch. Zunächst hatten die Schiedsrichter auf dem Eis auf „kein Tor“ entschieden, revidierten diese Entscheidung dann aber und blieben nach Ansicht des Videobeweises auch dabei – 2:3 (48.).
Und Köln hätte nachlegen können, war erneut mit zwei Mann mehr auf dem Eis, wenn auch nur für 15 Sekunden. Aber sie nutzten erneut ein Powerplay nicht. Und so mussten sie sechs Minuten vor dem Ende des Spiels den erneuten Ausgleich hinnehmen. Florian Kettemer mit einem Sahne-Pass an den langen Pfosten, wo Sebastian Streu lauerte und zum 3:3 einnetzen konnte (54.). Der erste Doppelpack von Streu in der DEL. Herzlichen Glückwunsch dazu!
Aber den Doppelpack mit einem Sieg vergolden konnte Streu leider nicht. Weil die Eisbären ein Überzahlspiel ungenutzt ließen und direkt nach Ablauf des Powerplay abermals in Rückstand gerieten. Pascal Zerressen kam von der Strafbank zurück, marschierte über rechts ins Angriffsdrittel und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 3:4 (58.). Sebastian Dahm stand da viel zu weit vor seinem Tor und versuchte dann auch nicht mehr den Schuss zu halten. Das Ding muss er sich ankreiden lassen.
Nun nahmen die Dinge ihren Lauf. Auszeit von Serge Aubin und Goalie Dahm zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Haie eroberten die Scheibe und Ex-Eisbär Marcel Müller versenkte sie 94 Sekunden vor dem Ende im verwaisten Berliner Tor – 3:5 (59.).

Eine Niederlage, welche die Problemzonen der Eisbären vor dem Playoff-Start noch einmal aufgedeckt hat. Sie nehmen zu viele Strafzeiten, sie spielen nicht über 60 Minuten konzentriertes Eishockey, mal nutzen sie ihre Chancen eiskalt, mal nicht. Solche Fehler werden in den Playoffs gnadenlos bestraft.
Was wiederum Hoffnung macht, ist diese unglaubliche Moral der Eisbären. Diese hat man im Schlussdrittel wieder gesehen, als man ein 0:2 und 1:3 jeweils egalisierte. Aber durch individuelle Fehler gab man das Spiel dann doch noch aus der Hand. Insofern sollte dieses Spiel Warnung und Hoffnung zugleich sein. Wenn man die Sachen, die noch nicht rund laufen, abstellt, dann kann es weit gehen in den Playoffs. Denn egal wie es steht, diese Mannschaft gibt nie auf und kämpft immer bis zum bitteren Ende. Nur leider stellt sie sich manchmal auch selbst ein Bein und macht sich somit das Leben unnötig schwer.
Jetzt hat man noch ein Spiel, um an diesen Dingen zu feilen und dabei sollte man dieses Spiel auch wesentlich ernster nehmen als das heutige. Denn die Fischtown Pinguins Bremerhaven könnten im Viertelfinale der Gegner der Hauptstädter sein. Neben den Jungs von der Küste kommt übrigens nur noch die Düsseldorfer EG als Gegner in Frage.

Sebastian Streu war nach seinem ersten Doppelpack in der DEL natürlich glücklich, aber noch mehr hätte er sich über einen Sieg in der Domstadt gefreut:

Es ist schon ein schönes Gefühl, der erste Doppelpack in der DEL. Aber wir haben leider den Sieg nicht dazu geholt. Aber wir haben den vierten Platz gesichert und die letzten 40 Minuten gut gespielt. Doch die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen und uns somit selbst in den Fuß geschossen.

Ohne vier Leistungsträger in der Domstadt: Zu Gast bei den wiedererstarkten Kölner Haien

Morgen Abend reisen die Eisbären Berlin zum letzten Auswärtsspiel der diesjährigen Hauptrunde. Man ist dann ab 19:30 Uhr zu Gast bei den Kölner Haien, für welche es das letzte Heimspiel in dieser Saison sein wird. Wie allen bereits bekannt ist, hat der Traditionsklub die Playoffs verpasst. Weil man zu lange am Ex-Trainer Mike Stewart festgehalten hat. Denn was möglich gewesen wäre mit dieser Mannschaft, hat man in den letzten drei Spielen gesehen.

Seit der Rückkehr von Ex-Eisbären- und Ex-Köln-Coach Uwe Krupp haben die Domstädter kein Spiel mehr verloren. Drei Spiele, drei Siege und 12:3-Tore lautet die Bilanz seit Krupps Rückkehr. Der Coach hat damit die 17 Spiele andauernde Niederlagenserie beendet und Köln wieder zurück in die Erfolgsspur geführt. Zu spät, denn die Haie haben zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Playoffs verpasst. Somit geht es für Köln morgen Abend lediglich darum, sich anständig von ihren Fans zu verabschieden. Diese hat man in dieser Saison oft genug leiden lassen und will somit ein wenig Wiedergutmachung betreiben, wenn gleich diese eine Zeit lang dauern wird. Denn die Haie-Fans sind maßlos enttäuscht und das Vertrauen dieser zurückzugewinnen, wird einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Und um was geht es für die Eisbären morgen Abend? Wenn wir ehrlich sind, eigentlich nicht mehr um viel. Platz Zwei ist fünf Punkte und Platz Drei vier Punkte entfernt. Es müsste schon alles für die Hauptstädter laufen, damit sie in der Tabelle noch ein oder gar zwei Plätze nach oben klettern. Dass man bei den Verantwortlichen der Eisbären selbst nicht mehr daran glaubt, zeigt auch ein Blick auf den morgigen Kader.

Den dort fehlen gleich vier Leistungsträger, wenn gleich PC Labrie aufgrund seiner am Dienstag erhaltenen dritten Disziplinarstrafe automatisch gesperrt ist. Neben Labrie werden aber auch Goalie Justin Pogge, Verteidiger John Ramage und Stürmer Maxim Lapierre nicht dabei sein. Warum ließen die Eisbären unbeantwortet. Will man die drei Spieler nur schonen oder haben sie sich am Dienstag etwas zugezogen? In dieser Jahreszeit spricht man ja nicht mehr über Verletzungen, damit der Gegner dann nicht genau auf die verletzte Stelle des Spielers gehen kann.

Ersetzt werden Pogge, Ramage und Lapierre von Goalie Marvin Cüpper, Verteidiger Eric Mik und Stürmer Thomas Reichel. Somit wird also morgen Abend sehr wahrscheinlich Sebastian Dahm mal wieder zum Einsatz kommen. Ob das dann auch am Sonntag beim Heimspiel gegen Bremerhaven der Fall sein wird, steht noch nicht fest. Das wird kurzfristig entschieden, teilten die Eisbären mit. 

Trotzdem will Trainer Serge Aubin die letzten beiden Spiele gewinnen (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 05.03.2020):

Wir haben noch zwei Spiele, um besser zu werden. Ich erwarte, dass wir rausgehen und alles geben, um das Spiel zu gewinnen.

Aubin spricht es an, noch sind kleine Baustellen zu beheben, bis man bestmöglich vorbereitet in die Playoffs starten kann. Zum einen sollte man weiter an der Chancenverwertung feilen, da hat man immer noch Verbesserungsbedarf. Zudem muss das Powerplay noch gefährlicher werden. Ja, man hat dort zuletzt einige Tore erzielt, aber in den Playoffs muss es noch gefährlicher werden und man ließ in dieser Zeit trotzdem viele Überzahlspiele kläglich ungenutzt. Was dagegen gut lief, war das Penaltykilling. Doch damit dieses erst gar nicht zum Einsatz kommen muss, sollte man dringend an der Disziplin arbeiten. Denn die Eisbären haben zuletzt eindeutig zu viele Strafzeiten genommen, verbrachten einfach zu viel Zeit auf der Strafbank. Das muss besser werden, denn auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele und in den Playoffs wird jede noch so unnötige Strafzeit eiskalt bestraft. Und beim unnötigen Strafzeiten nehmen sind die Berliner ganz vorne mit dabei. 

Im Endeffekt muss man einfach spielen. Man sollte sich 60 Minuten, oder aber mehr, an den Spielplan halten, hinten so kompakt wie möglich stehen und vorne jede Scheibe aufs Tor bringen. Die sich bietenden Chancen sollte man dann natürlich so gut wie möglich ausnutzen. Und dann muss man von der Strafbank weg bleiben. Sein Spiel also so einfach wie möglich halten. Das Spiel gegen Köln wird dabei ein guter Härtetest, sind die Haie doch derzeit richtig gut drauf unter ihrem neuen alten Trainer Uwe Krupp und haben sie doch auch nichts mehr zu verlieren in dieser Saison. 

Die bisherigen drei Aufeinandertreffen in dieser Saison gingen alle in die Verlängerung. Die Eisbären gewannen zweimal (3:2 n.V. in Berlin und 4:3 n.V. in Köln), Köln einmal (5:4 n.V. in Berlin).

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Kölner Haien am 06.03.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Eric Mik, Jonas Müller, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Thomas Reichel, André Rankel, Landon Ferraro, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

Nicht zur Verfügung:

Justin Pogge, John Ramage, Pierre-Cédric Labrie, Maxim Lapierre, Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

5:1 vs. Schwenningen: Tore, Schlägereien, Party-Stimmung und Heimrecht im Viertelfinale gesichert

Ausgabe #29:

Mein erster Gedanke zum Spiel gegen Schwenningen war dieser gewesen: „An einem Dienstag gegen Schwenningen, das kann ja wieder ein typischer, langweiliger Dienstagabend werden„. Und nach dem ersten Drittel sah ich mich auch noch bestätigt. Aber danach bekamen die 9.511 Zuschauer in der kläglich besuchten Mercedes-Benz Arena doch noch einiges zu bieten. Mit 5:1 (1:0,4:0,0:1) fegten die Eisbären Berlin den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings aus der Arena am Ostbahnhof. Sechs Tore, schöne Schlägereien, 80 Strafminuten, eine für einen Dienstag überragende Partystimmung auf den Rängen gekrönt mit dem endgültigen sichern des Heimrechts im Viertelfinale. So ließ sich dieser Dienstagabend dann doch besser als erwartet aushalten und machte, entgegen aller Vermutungen, sogar schon Lust auf die bevorstehenden Playoffs. Welche die geilste Zeit des Jahres sind.

Bei den Eisbären kehrte Youngster Fabian Dietz zurück ins Line-up. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch Justin Pogge im Tor.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Die Ausgangslage war klar: Die Hausherren benötigten noch genau einen Punkt für das Heimrecht im Viertelfinale, während es für die Gäste maximal noch darum ging, den letzten Platz zu vermeiden. Das Spiel begann für einen Dienstag recht typisch. Kein schön anzusehendes Spiel, Fehlpässe auf beiden Seiten, aber auch Abschlüsse. Wenn gleich man die hundertprozentigen mit dem Fernglas suchen musste.
Dann aber mal ein Geistesblitz von Marcel Noebels, welcher die Scheibe quer rüber zu Leo Pföderl spielte. Die Nummer 93 nahm das Zuspiel humorlos an und hämmerte das Spielgerät ins Schwenninger Tor – 1:0 (9.).
Danach die Gäste aus dem Schwarzwald mit zwei ansehnlichen Angriffen, doch bei Justin Pogge war Endstation. Mehr interessantes passierte dann aber nicht mehr und wir näherten uns langsamen Schrittes der ersten Drittelpause. Zum Glück wollte man meinen, denn so richtig vom Hocker haute dieses Spiel niemanden in der Arena. Was aber zu erwarten war.

Aber das zweite Drittel entschädigte die Eisbären-Fans dann vollends. Die Hausherren zu Beginn in

Foto: eisbaerlin.de/netti

Überzahl, aus der kurze Zeit später eine doppelte wurde. Aber erst als die Schwäne wieder zu Viert waren, klingelte es erneut im Wild-Wings-Tor. Leo Pföderl hatte abgezogen, der scheidende Schwenninger Schlussmann Dustin Strahlmeier bekam die Scheibe nicht unter Kontrolle und Austin Ortega stocherte so lange nach, bis der Puck im Tor war – 2:0 (23.).
Es lief immer noch die 23. Spielminute, als die Tor-Musik der Hauptstädter erneut ertönte. Landon Ferraro kam mit viel Tempo ins Angriffsdrittel, suchte sich die Ecke aus, visierte sie an und schloss mustergültig ab – 3:0, nur 45 Sekunden später.
Jetzt hatten die Berliner mal kurz so richtig Lust auf Tore und so legten sie schnell nach. Strahlmeier wollte einen Puck vor seinem Tor klären, was ihm aber nicht gelang. Marcel Noebels war zur Stelle, spielte die Scheibe in den Slot, wo Leo Pföderl der Abnehmer war – 4:0 (25.).
Nun ließen die Gäste die Fäuste sprechen und wir bekamen den ersten Fight zu sehen. Es sollte nicht der Letzte an diesem Abend gewesen sein. Die Eisbären nahmen fortan Tempo aus dem Spiel, aber als sie erneut in Überzahl waren, schlug mal wieder Youngster Lukas Reichel zu. Frank Hördler spielte die Scheibe zu Reichel, welcher mit dem Rücken zum Tor stand. Die Nummer 44 der Eisbären wählte den schwierigen Weg, er zog einfach mit der Rückhand ab und schaute überhaupt nicht, wohin er da zielte. Trotzdem schlug die Scheibe im Schwenninger Tor ein – 5:0 (35.).
Schwenningen antwortete nun immer wieder mit kleineren Nickligkeiten. Allen Fans in der Arena war klar gewesen, dass es heute noch ordentlich scheppern würde auf dem Eis. Doch zunächst einmal durften alle Beteiligten ihre Köpfe abkühlen und in den Kabinen verschwinden.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Zum Schlussdrittel wechselte Wild-Wings-Coach Niklas Sundblad seinen Goalie. Dustin Strahlmeier nahm auf der Bank Platz, Michael Boehm stand fortan zwischen den Pfosten. Aber im letzten Drittel ging es mal wieder mit einem Fight weiter. Landon Ferraro schnappte sich Youngster Boaz Bassen und zeigte ihm mal, dass er sich besser nicht mit ihm oder irgendeinem anderen Eisbären anlegen sollte. Den Kampf verlor der Schwenninger eindeutig. Bassen hatte sich nämlich kurz zuvor mit John Ramage angelegt, sein Teamkollege Mark Fraser stürmte hinzu, was Ferraro zu viel war und so schnappte er sich Bassen und machte mit ihm kurzen Prozess. Unter tosendem Applaus der Eisbären-Fans, welche ihr Kommen an einem Dienstagabend inzwischen doch nicht bereut hatten.
Eine Minute hielten wir dann mal ohne Schlägerei durch, dann duellierten sich Ryan McKiernan und Ex-Eisbär Alex Weiß, der nach wie vor denkt, er wäre ein großer Fighter. Er hat es aber nach wie vor nicht drauf.
Ja, Eishockey wurde nebenbei auch noch gespielt und beide kamen auch zu Abschlüssen, aber das beherrschende Thema in den letzten 20 Minuten waren nun einmal die Schlägereien, welche sich eben bereits im Drittel zuvor angekündigt hatten. Mark Fraser war der nächste Schwenninger, der negativ auffiel. Er fuhr Youngster Fabian Dietz an der Bande übel zusammen, was ihm den Kontakt mit PC Labrie bescherte. Auf diesen hätte er sicherlich gerne verzichtet, denn dieses Duell verlor er eindeutig. Auch Labrie machte mit seinem Kontrahenten kurzen Prozess.
82 Sekunden fehlten Justin Pogge am Ende übrigens, um einen Shutout zu feiern. In Überzahl überwand Verteidiger Dylan Yeo den Berliner Goalie doch noch und sorgte somit für Schwenninger Ergebniskosmetik und den 5:1-Endstand. Mit diesem Sieg machten die Hausherren das Heimrecht im Viertelfinale endgültig perfekt. Die Fans feierten aber bereits das ganze Spiel über und sorgten für eine überragende Stimmung, was an einem Dienstag nicht normal ist. Vor allem nicht gegen Schwenningen.

Die Eisbären haben die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten letztendlich souverän gemeistert.

Foto: eisbaerlin.de/netti

Nach anfänglichen Problemen fand man im zweiten Drittel besser ins Spiel und sorgte früh im Mitteldrittel für die Entscheidung. Das Powerplay steuerte zwei Treffer zum Sieg herbei, was Trainer Serge Aubin sehr freuen wird. Was ihm aber nicht gefallen haben dürfte, sind die Undiszipliniertheiten in Sachen Strafzeiten, denn da nehmen die Eisbären zuletzt eindeutig zu viele. „Gerade in den Playoffs muss man die Zahl drastisch verringern„, sagte Serge Aubin auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Aber er sagte eben auch, dass man manchmal seinen Mann stehen muss und heute war so ein Spiel. Denn die Schwenninger fingen schon ordentlich an zu provozieren und die Eisbären ließen nach langer Zeit mal wieder mehrfach die Fäuste fliegen und zeigten den Gästen, dass sie sich die Provokationen besser gespart hätten.
Ansonsten sollte man diesen Sieg nicht überbewerten, denn Schwenningen ist nur mit einer Rumpftruppe angetreten und war keinesfalls der Gradmesser für die Playoffs. Dort warten andere Kaliber auf die Eisbären. Aber mit diesen Fans im Rücken und dem Heimrecht im Viertelfinale ist gegen jeden Gegner das Halbfinale drin.

2:1 n.V. in Wolfsburg! Marcel Noebels schießt die Eisbären zum wichtigen Auswärtssieg – Heimrecht im Viertelfinale so gut wie sicher

Top-Scorer Marcel Noebels brachte es vor dem Spiel auf den Punkt, als er über die bittere Niederlage gegen Düsseldorf und das heutige Spiel in Wolfsburg sprach:

Gegen Düsseldorf war es ein Geduldsspiel. Am Ende des Tages haben wir einen Fehler zu viel gemacht. Es war ein Spiel mit Playoff-Charakter. Hätten wir unsere Chancen genutzt, hätten wir besser dastehen können. Wir haben etwas gut zu machen. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Wenn wir unseren Spielplan durchziehen, haben wir eine gute Chance, hier als Eisbären Berlin das Spiel zu gewinnen.

Dass er dann ausgerechnet für den Auswärtssieg in der Autostadt sorgte, rundete dieses Statement natürlich ab. Denn der Top-Scorer der Eisbären schoss seine Mannschaft vor 4.503 Zuschauern in der Arena Wolfsburg in der 63. Spielminute zum 2:1-Sieg bei den Grizzlys Wolfsburg. Mit diesen zwei Punkten und der gleichzeitigen Niederlage der DEG in Bremerhaven bauten die Berliner ihren Vorsprung auf die Rheinländer wieder auf sechs Punkte aus. Da die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis nur noch maximal sechs Zähler holen kann, reicht den Eisbären also ein einziger Punkt, um das Heimrecht im Viertelfinale auch rein rechnerisch sicher zu machen. Dafür haben sie jetzt noch drei Spiele Zeit. Und durch den Sieg von Bremerhaven kommen nun auch die Pinguins wieder als möglicher Gegner der Eisbären im Viertelfinale in Frage, denn die Mannschaft von der Küste hat nur noch einen Zähler Rückstand auf die DEG. Somit könnte das letzte Hauptrunden-Heimspiel der Eisbären in einer Woche zur Generalprobe für das Viertelfinale werden, denn da trifft man ja bekanntlich auf die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.

Bei den Eisbären gab es eine Änderung im Vergleich zur 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG vom Freitagabend. Youngster Fabian Dietz sollte Spielpraxis beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse sammeln. Ansonsten blieb alles beim alten, so auch im Tor, wo erneut Justin Pogge zwischen den Pfosten stand.

Foto: ela on tour/britta

Wolfsburgs Chefcoach Pat Cortina hatte im Vorfeld der Partie davon gesprochen, dass er ein hartes Playoff-Spiel erwarten würde, in der beide Mannschaften ihr bestes Eishockey spielen wollen. Und die erste Minute des Spiels gab schon mal einen Vorgeschmack auf dieses Spiel. Die Eisbären mit dem ersten guten Angriff. Jonas Müller hatte von der blauen Linie abgezogen, Felix Brückmann im Wolfsburger Tor konnte nicht parieren und Leo Pföderl setzte am linken Pfosten nach, leider erfolglos. Direkt im Gegenzug Nick Jones mit einem Kracher von der blauen Linie, welcher am Pfosten des Berliner Tores landete.
Von Beginn an hatte die Partie also Fahrt aufgenommen, die Intensität stimmte und die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Im Laufe der ersten 20 Minuten erspielten sich die Niedersachsen ein Übergewicht. Mit einem aggressiven Forechecking störten sie immer wieder früh den Spielaufbau der Eisbären. Hinten standen die Grizzlys sehr kompakt und ließen wenig von Berlin zu. Und nach vorne waren schon einige gute Möglichkeiten der Wolfsburger dabei. Neben dem Pfostenschuss von Jones war die Chance von Fabio Pfohl noch mit die beste. Er setzte sich auf links klasse durch, kam zum Abschluss, aber Justin Pogges Fanghand schnallte blitzschnell hoch und im zweiten Versuch hatte der Berliner Goalie die Scheibe auch sicher in der Fanghand.
Die Eisbären hatten dann in der Schlussphase noch einmal die Chance in Überzahl, aber außer einem Onetimer von Austin Ortega, welchen Felix Brückmann sicher parieren konnte, kam nicht dabei heraus. Weil den Eisbären in der Powerplay-Formation auch die Bewegung fehlte, das war zu statisch und glich eher Stand-Hockey.
Mit dem Spielstand nach 20 Minuten konnte man aus Berliner Sicht sicherlich noch mit am besten leben, Wolfsburg dagegen hätte die Führung eigentlich verdient gehabt. Von den Eisbären musste ab dem zweiten Drittel also eine Leistungssteigerung kommen.

Und die sollte im Mitteldrittel auch kommen, zunächst jedoch musste man ein Unterzahlspiel

Foto: ela on tour/britta

überstehen. Ryan McKiernan wanderte in die Kühlbox, doch das Penaltykilling der Hauptstädter funktionierte sehr gut. Nachdem dann auch noch James Sheppard auf die Strafbank musste, waren die Hausherren für 33 Sekunden lang mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch die Berliner standen sehr gut in der Box, machten die Schusswege gut zu und überstanden somit diese brenzlige Situation schadlos.
Insgesamt nahm man in diesem Drittel zu viele Strafen. Ryan McKiernan ging erneut auf die Strafbank, aber wieder ein starkes Penaltykilling und beinahe die Führung in Unterzahl. Die Eisbären aggressiv in Unterzahl, Top-Scorer Marcel Noebels erkämpfte im gegnerischen Drittel stark die Scheibe, spielte sie rüber zu James Sheppard, welcher zum Abschluss kam, aber an Felix Brückmann scheiterte.
Mitte des zweiten Abschnitts folgte dann zur Abwechslung mal das erste Überzahlspiel der Eisbären in diesem Drittel. Und dieses sah deutlich besser aus als das erste, es war mehr Bewegung drin in der Formation der Gäste, sie kamen auch zu Abschlüssen, welche jedoch am Tor vorbei gingen. Marcel Noebels und Leo Pföderl verpassten das Tor knapp, Austin Ortega wollte zweimal einen Pass direkt nehmen, aber er schlug beide Mal über den Puck.
Doch das Powerplay gab den Eisbären einen Schub, auch die überstandenen Unterzahlspiele. Fortan die beste Phase der Berliner in diesem Spiel. Sie drängten Wolfsburg ins eigene Drittel und machten mächtig Druck. Sie hatten viel Zug zum Tor und kamen zu guten Chancen, einzig das Tor wollte ihnen nicht gelingen.
Als James Sheppard dann Fabio Pfohl per Beinstellen zu Fall brachte, entschieden die beiden Hauptschiedsrichter André Schrader und Marc Iwert auf Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Berlins Nummer 88. Aber auch hier ein sehr aggressives Forechecking der Eisbären, sie machten es den Autostädtern sehr schwer. Dennoch kamen die Mannen von Chefcoach Pat Cortina im Verlaufe der fünfminütigen Überzahl zu guten Möglichkeiten, aber Brent Aubin und Garrett Festerling scheiterten mit den besten Chancen am starken Justin Pogge.
Als sich alle schon auf die zweite Drittelpause einstimmten, passierte es doch noch. Die Eisbären vertändelten im eigenen Drittel den Puck, bekamen ihn nicht raus, Brent Aubin mit dem Querpass rüber zu Mathis Olimb, welcher kurz schaute, das Tor anvisierte, abzog und eiskalt vollendete – 1:0 (40.). Der Führungstreffer mit Ablauf des zweiten Drittels, weshalb die beiden Hauptschiedsrichter nochmal zum Videobeweis fuhren, um zu schauen, ob der Treffer noch in der regulären Spielzeit fiel. Dem war so und so nahmen die Hausherren eine wichtige 1:0-Führung mit in die Kabine. Ein Rückstand zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für die Eisbären, dessen Marschroute im letzten Drittel nun klar gewesen sein dürfte.

Foto: ela on tour/britta

Und die Chance zur Antwort bot sich früh im Schlussdrittel, als man gleich ein Powerplay hatte. Doch dort war es zunächst Ex-Eisbär Spencer Machacek, der eine gute Unterzahlchance für die Hausherren hatte. Kurz vor Ablauf des Überzahlspiels hatten die Eisbären dann aber doch noch eine richtig dicke Chance. John Ramage mit einem scharfen Pass vor das Tor, Youngster Lukas Reichel hielt die Kelle in den Pass und lenkte die Scheibe so an den Pfosten. Glück für die Gastgeber.
Die Eisbären nahmen aber weiterhin Strafen, aber auch das Penaltykilling war nach wie vor überragend, so überstand man auch das nächste Unterzahlspiel. Trotzdem sollte man sich so viele Strafen in Zukunft einfach nicht leisten, kosten sie doch zu viel Kraft und die Kräfte werden in den Playoffs benötigt.
Die Eisbären gaben nicht auf, spielten weiter nach vorne, aber Leo Pföderl scheiterte an Felix Brückmann, ebenso Landon Ferraro mit seinem Onetimer. Letzterer hatte aber Sekunden später die nächste Chance und diesmal saß sein Onetimer. André Rankel und Maxim Lapierre erkämpften die Scheibe hinter dem Tor, spielten sie in den Slot, wo Ferraro lauerte und eiskalt einnetzte – 1:1 (53.). Die Erleichterung war beim Jubel von Landon Ferraro deutlich zu sehen, er jubelte lautstark und befreiend Richtung Gästeblock.
Die Eisbären nun weiter am Drücker und Wolfsburg lud sie zu einer doppelten Überzahl ein, nachdem Mathias Olimb und Alexander Johansson kurz nacheinander in die Kühlbox wanderten. 1:34 Minuten hieß es nun doppelte Überzahl für die Eisbären und die Berliner nahmen eine Auszeit. Co-Trainer Craig Streu mit den letzten Anweisungen für dieses so wichtige Powerplay. Und da hatten die Eisbären dicke Möglichkeiten, aber auch großes Pech. Immer wieder stand Felix Brückmann im Weg. Es war zum verzweifeln. Zweimal hatte man Brückmann bereits geschlagen, aber da rettete jeweils der Pfosten für den Wolfsburger Goalie. Marcel Noebels hatte zweimal abgefeuert, zweimal traf er innerhalb weniger Sekunden nur das Aluminium.
Das 1:1 war für die Niedersachsen nun äußerst glücklich und schmeichelhaft. Aber auch den Hausherren bot sich exakt zwei Minuten vor dem Spielende noch einmal die Überzahlchance nach einer vollkommen unnötigen Strafzeit gegen John Ramage. Aber auch hier das Penaltykilling der Eisbären mit einem guten Job, so stand es nach 60 Minuten wie bereits am Freitagabend 1:1 und erneut musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

Und da war es in der 63. Spielminute Top-Scorer Marcel Noebels, welcher für die Entscheidung und den enorm wichtigen Zusatzpunkt sorgte. Leo Pföderl kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass auf Marcel Noebels. Der nahm die Scheibe an, schaute und wartete kurz, zog dann ab und die Scheibe schlug im kurzen Eck ein – 2:1. Der Jubel der Eisbären und deren Fans war entsprechend riesengroß, sicherte man sich damit doch so wie gut wie sicher das Heimrecht im Viertelfinale.

Die Eisbären wollten eine Antwort auf Freitag geben und nach zwei Niederlagen in Folge zurück in die

Foto: ela on tour/britta

Erfolgsspur finden. Das ist ihnen gelungen, wenn gleich das erste Drittel noch nicht darauf hin deutete. Da waren die Wolfsburger die bessere Mannschaften, hatten mehr vom Spiel, mehr Chancen und ließen hinten kaum etwas zu. Da hatten unsere Jungs Glück, dass es noch unentschieden stand. Aber ab dem zweiten Drittel fand man hinein ins Spiel, wurde immer stärker und erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Den Schock des Rückstandes mit der Pausensirene steckte man dann auch gut weg und im letzten Drittel spielte man immer weiter, drängte auf den Ausgleich und ließ sich auch nicht von den zahlreichen Paraden von Felix Brückmann oder aber den drei Pfostentreffern aus der Ruhe bringen, blieb geduldig und kam hochverdient zum Ausgleich. Weil man im Vergleich zum Düsseldorf-Spiel Geduld bewies. Ebenso in der Verlängerung, als Marcel Noebels den wichtigen Siegtreffer erzielte.
Mal wieder also ein Sieg der gesamten Mannschaft, welche geschlossen für den Sieg kämpfte. Justin Pogge hielt die Berliner vor allem im ersten Drittel im Spiel. Und das Penaltykilling der Eisbären hatte ebenso großen Anteil am Sieg, denn dieses leistete großartige Arbeit in den zahlreichen Unterzahlspielen. Trotzdem sollte man sich angewöhnen, die Strafbank in der nächsten Zeit verstärkt zu vermeiden. In den Playoffs kann jede Strafzeit das Spiel entscheiden. Und nicht immer kann man sich dann auf das starke Penaltykilling verlassen.

1:2 n.V. gegen Düsseldorf: Eisbären beißen sich an der besten Defensive der Liga die Zähne aus

Ausgabe #28:

Dieses Spiel hat bereits Lust auf die Playoffs gemacht. Da werden wir genau solche hart umkämpften und torarmen Spiele erleben. Und wenn man dort nicht über die gesamte Spielzeit fokussiert und frei von Fehlern ist, wird man den Preis dafür bezahlen. So hat es auch Eisbären-Chefcoach Serge Aubin gestern nach der 1:2-Heimniederlage n.V. gegen die Düsseldorfer EG gesehen. Er war zwar sehr, sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Mannschaft, aber bemängelte eben auch, dass man nicht über die 62 Minuten fokussiert war. Und in der Verlängerung traf man eine falsche Entscheidung, welche letztendlich zur Niederlage führte. Und dazu, dass die Rheinländer den Rückstand auf vier Zähler verkürzen konnten. Dennoch haben die Berliner nach wie vor alles in der eigenen Hand, schließlich steht ja noch das Nachholspiel gegen Schwenningen an. Wenn man dort gewinnt, sollte Platz Vier sicher sein. Aus dem gestrigen Spiel können die Eisbären auf jeden Fall viel lernen, wie es Serge Aubin sagte. Denn es war definitiv ein gutes Spiel der Eisbären, welche im weiteren Spielverlauf aber den Fuß vom Gas nahmen, wie es Aubin analysierte. Und genau das darfst du dir in den Playoffs nicht leisten. Denn dann zahlst du den schmerzhaften Preis dafür.

Die Eisbären vertrauten dem selben Team, welches am Sonntag in Nürnberg verloren hatte. Auch im Tor gab es keine Veränderung, weshalb davon auszugehen ist, dass für Aubin Justin Pogge als Nummer Eins in die Playoffs gehen wird.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären waren von der ersten Sekunde an hellwach und machten sehr deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Sie suchten sofort den Weg in Richtung Matthias Niederberger, der laut Gerüchten zufolge ja in der nächsten Saison wieder das Trikot mit dem Eisbärenkopf drüber ziehen wird, und nahmen ihn unter Beschuss. Aber da bewies er seine Klasse und ließ die Eisbären-Akteure reihenweise verzweifeln. Früh war er aber bereits einmal geschlagen, aber PC Labrie scheiterte mit seinem Kracher am Torgestänge.
Immer wieder kurbelten die Eisbären neue Angriffe an, während man hinten einen relativ ruhigen Abend im ersten Drittel verbrachte, da man sehr kompakt verteidigte und kaum etwas zu ließ. Einzig ein Konter der DEG rutschte mal durch, aber da war Justin Pogge zur Stelle. Die Chance hatte übrigens Charlie Jahnke, der im Rheinland richtig aufblüht und dort gute Leistungen zeigt. Was für ihn der Vorteil ist, erklärte sein aktueller Trainer Harold Kreis nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Er meinte, es sei für Jahnke ein Vorteil gewesen, dass die DEG so viele Verletzte zu beklagen hatte. Dadurch bekam er Eiszeit und konnte sich empfehlen, was bei Clubs mit 13,14,15 Stürmern natürlich schwerer gewesen wäre. In Düsseldorf scheint der Youngster sein Glück gefunden zu haben.
Es folgte das erste Berliner Überzahlspiel und da sah man schon, dass man unter der Woche dran gearbeitet hatte, aber trotzdem konnte man dieses nicht nutzen, obwohl man gute Möglichkeiten hatte.
Die DEG beendete das Auftaktdrittel dann mit einem Mann mehr und kam dadurch auch zu Möglichkeiten, aber am torlosen Ausgang des ersten Drittels sollte sich nichts mehr ändern.

Die Mannen von Chefcoach Harold Kreis hatten auch zu Beginn des zweiten Drittels noch Powerplay

Foto: eisbaerlin.de/walker

und sie nahmen den Schwung auch nach Ablauf des Powerplays mit. Sie wirkten deutlich wacher und bestimmten die Anfangsphase des zweiten Drittels. Das Bild glich dem des ersten Drittels, nur dass es dieses Mal die DEG war, die in Richtung des Tores vor der Fankurve Angriffe einleitete. Der Unterschied zum ersten Drittel war aber der, dass die Berliner ebenso Chancen hatten und es so ein Duell auf Augenhöhe war, in dem beide Mannschaften immer wieder Möglichkeiten hatten. Aber dennoch war deutlich anzumerken, dass die DEG es den Eisbären inzwischen schwerer machte, sich beste Chancen herauszuspielen, weil sie ihrem Namen der besten Defensive der Liga alle Ehre machten.
Die Gäste dann mal wieder mit einem Überzahlspiel, aber das Penaltykilling der Eisbären mit guter Arbeit, so überstand man diese Unterzahl schadlos. Auch die Hausherren im Anschluss nochmal mit einem Mann mehr, aber auch die Berliner blieben erfolglos in Überzahl. So warteten 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof also auch nach 40 Minuten noch auf den ersten Treffer der Partie.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel merkte man dann beiden Mannschaften an, dass sie hier nicht den entscheidenden Fehler machen wollten. Denn es war so ein Spiel, wo man davon ausgehen musste, dass ein Tor dieses entscheiden kann. Und dann ging die DEG in Führung. Weil die Eisbären die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel bekamen. Luke Adam behielt sie im Angriffsdrittel, schoss sie aufs Tor, wo Justin Pogge nur prallen lassen konnte. Wer stand goldrichtig zum Nachschuss vor dem Tor? Genau, Charlie Jahnke, er staubte zum 0:1 ab (50.). Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport und man stelle sich mal vor, dieser Charlie Jahnke hätte für die drei Punkte der DEG gesorgt.
Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass die Eisbären dann doch einmal ihr Powerplay nutzen konnten. Maxim Lapierre zog hinter das Tor, sah im Slot Mark Olver stehen und der ließ Matthias Niederberger keine Chance – 1:1 (55.).
Danach versuchten es beide Teams nochmal, aber beide Goalies ließen keinen Puck mehr durch. So ging es beim Stand von 1:1 in die Verlängerung.

Und in dieser passierte den Eisbären der Fehler, welchen Trainer Serge Aubin nach dem Spiel auf der

Foto: eisbaerlin.de/walker

Pressekonferenz ansprach. Man war für die ersten 40 Sekunden nicht am Puck, konnte das aber gut wegstecken. Dann aber entschieden sich seine Jungs falsch, denn laut Aubin hätten sie sich lieber erst einmal erholen sollen, statt noch einmal anzugreifen. So kam der Angriff, welcher letztendlich das Spiel entschied. Weil die Eisbären die Scheibe hinter dem eigenen Tor nicht festmachen konnten und weil vor dem Tor die Konzentration fehlte und Siegtorschütze Luke Adam gänzlich allein gelassen wurde. Nach dem die DEG den Puck hinter dem Tor verloren, danach aber zurück erkämpft hatte, folgte der Pass in den Slot, wo Adam nicht lange fackelte und die Arena am Ostbahnhof verstummen ließ – 1:2 (62.).

Während sich die DEG über die zwei enorm wichtigen Punkte freute, merkte man den Eisbären die Enttäuschung über die Niederlage an. Denn sie wussten, dass sie dieses Spiel eigentlich hätten gewinnen müssen. Im ersten Drittel dominierte man das Spielgeschehen und brachte die beste Defensive der Liga ein ums andere Mal in Verlegenheit. Aber entweder stand das Aluminium im Weg oder Matthias Niederberger. Ab dem zweiten Drittel verpasste man es, genau so weiter zu spielen. Man ließ Düsseldorf ins Spiel kommen und so wurde es ein offener Schlagabtausch. Das man im Schlussdrittel nach dem Rückstand noch den Weg zum Ausgleich fand, ehrt die Mannschaft wieder und zeugt von der großen Moral im Team. Aber in der Verlängerung entschieden sie sich falsch und wurden dafür bestraft.
Insofern ist dieses Spiel vielleicht genau das richtige Lehrbeispiel, wie man es in den Playoffs nicht machen darf. Da muss man genau so weiterspielen wie im ersten Drittel. Denn wenn man das gemacht hätte, wären die drei Punkte in Berlin geblieben. Aber lieber jetzt eine unnötige Niederlage gegen Düsseldorf als in der vermeintlichen Playoff-Viertelfinalserie…

Endspiel um Platz Vier: Mit einem Sieg gegen den möglichen Viertelfinal-Gegner Düsseldorf können die Eisbären das Heimrecht nahezu perfekt machen

Viele Menschen sehnen sich nach dem Frühling, der bald beginnen soll. Wir Eishockey-Fans sehnen uns dagegen auch nach der nächsten Jahreszeit. Und zwar den Playoffs, welche kurz bevor stehen. Vier Hauptrundenspieltage sind es noch, bis die Paarungen feststehen. Die Eisbären Berlin haben sogar noch fünf Spiele zu absolvieren, da es noch das Nachholspiel gegen Schwenningen gibt. Von welchem Platz aus der Hauptstadtclub ins Viertelfinale gehen wird, steht noch nicht hundertprozentig fest. Aber morgen Abend könnte es fast so weit sein. Denn ab 19:30 Uhr empfangen die Berliner die Düsseldorfer EG in der Arena am Ostbahnhof (Bully: 19:30 Uhr). Die Rheinländer stehen aktuell auf Platz Fünf, also einen Platz hinter den Eisbären und weisen fünf Zähler (85 Punkte Berlin/80 Punkte Düsseldorf) Rückstand auf. Dazu hat die DEG aber auch noch ein Spiel mehr absolviert. Sozusagen ist dieses Spiel morgen Abend also ein „Endspiel um Platz Vier„, denn bei einem Sieg hätte man acht Punkte Vorsprung und das Heimrecht im Viertelfinale nahezu sicher. Bei einer Niederlage müsste man weiterhin zittern, hat aber auch noch das Nachholspiel gegen Schwenningen in der Hinterhand.

Vieles deutet daraufhin, dass es morgen nicht das letzte Duell in dieser Saison zwischen den Berlinern und den Rheinländern sein wird. Denn die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis könnte sehr wahrscheinlich im Viertelfinale der Gegner der Eisbären sein. In dieser Hinsicht wird man also morgen bereits erste Duftmarken setzen und dem jeweiligen Gegner zeigen wollen, was ihm im möglichen Viertelfinale bevorstehen könnte. Und das Heimrecht in dieser möglichen Serie könnte Goldwert sein, hat doch in den bisherigen drei Duellen jeweils das Heimteam gewonnen – Düsseldorf mit 2:1 und 4:0, Berlin mit 3:1.

Und die Eisbären scheinen genau zur richtigen Zeit in Bestform zu kommen. Auch wenn es zuletzt nach fünf Siegen in Folge eine Niederlage in Nürnberg setzte, so sind die Eisbären auf dem richtigen Weg. Der Kader scheint so gut und vor allem tief besetzt wie schon lange nicht mehr. Man verfügt über vier Angriffsreihen, die ein Spiel entscheiden können. Dabei sticht natürlich die Paradereihe um James Sheppard, Leo Pföderl und Top-Scorer Marcel Noebels hervor. Und Pföderl ist voll des Lobes über seine Reihenpartner (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey NEWS Nr. 09 vom 25.02.2020):

Sie sind überragend. ‚Noebi‘ ist im Moment richtig stark unterwegs und momentan vielleicht der beste Spieler in der Liga. Und ‚Sheppi“‚ kann eigentlich auch alles, er kann hart spielen und hat eine gute Übersicht. Es macht Spaß mit den beiden.

Das Gute daran ist, dass die Eisbären nicht immer abhängig von dieser Reihe sind. Klar haben die Drei maßgeblichen Anteil an der guten Saison der Eisbären, haben sie über weite Strecken der Saison getragen, wie Trainer Serge Aubin kürzlich auf der Pressekonferenz sagte. Aber wenn die Drei sich mal eine Auszeit genehmigen, dann springen eben die drei anderen Reihen in die Bresche und richten das für die Mannschaft.
Und was auch ein Faustpfand für die Eisbären ist, sie haben eine unglaubliche Moral, geben nie auf und finden immer einen Weg, Spiele zu gewinnen. Auch wenn sie mal nicht so gut spielen oder sie Rückschläge kassieren. Dann hören sie nicht auf zu spielen oder an sich zu glauben, sondern machen immer weiter. Bis zur letzten Sekunde. All das ist auch ein Verdienst des neuen Trainerteams um Chefcoach Serge Aubin und seinen beiden Co-Trainern Gary Fleming und Craig Streu. Diese haben den Eisbären eine neue Identität verliehen und sie wieder zu einem Top-Team in der DEL gemacht, welches in den Playoffs definitiv ein Wörtchen mitreden kann und wird. Die Kritiker aus der Sommerpause dürften also verstimmt sein, denn Aubin leistet gute Arbeit und seine Verpflichtung war durchaus ein Glücksgriff von Sportdirektor Stéphane Richer.

Aber trotzdem liegen vor den Verantwortlichen der Eisbären noch kleine Baustellen, um bestmöglich in die Playoffs zu gehen. Und da ist allen voran das Powerplay zu nennen, welches zuletzt zwar Tore produzierte, aber dennoch das drittschlechteste der Liga ist. Nur, wenn dein Powerplay funktioniert und du von der Strafbank fern bleibst, kannst du in den Playoffs Erfolg haben. Die Disziplin ist angesprochen worden, auch da müssen sich die Eisbären zusammen reißen und von der Kühlbox weg bleiben, unnötige Strafen vermeiden. Auch die individuellen Fehler, welche durchaus immer noch im Spiel vorhanden sind, muss man abstellen, denn in den Playoffs wird jeder Fehler eiskalt bestraft.

Und man muss seine Chancen nutzen, an der Chancenverwertung müssen die Jungs auch noch arbeiten. Gegen Düsseldorf bekommt man da schon mal einen Vorgeschmack auf die Playoffs, verfügen die Rheinländer doch über die beste Defensive der Liga (107 Gegentore). Da wird es auch für den viertbesten Sturm der DEL nicht so einfach, Tore zu schießen. Umso wichtiger, dass man klug spielt, jede Scheibe zum Tor bringt und die wenigen sich bietenden Chancen eiskalt verwertet. Dann klappt es auch mit einem Sieg gegen zuletzt äußerst starke Düsseldorfer.

Denn die DEG überraschte am vergangenen Wochenende mit zwei Auswärtssiegen in Mannheim (6:2) und München (3:2). Sieben der letzten zehn Spiele hat die Mannschaft von Chefcoach Harold Kreis gewonnen. Und die beiden Siege beim Meister und Vizemeister haben für Aufsehen gesorgt und gezeigt, dass man die DEG keinesfalls unterschätzen soll. Auch nicht in den Playoffs, wenn sich diese beiden Mannschaften evtl. wieder gegenüber stehen werden.

Serge Aubin kann auf alle Spieler vom Nürnberg-Spiel zurückgreifen. Es fehlen lediglich die Langzeitverletzten Vincent Hessler, Florian Busch, Sean Backman und Constantin Braun. Ansonsten sind alle Spiele an Board und bereit für Düsseldorf.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am 28.02.2020 um 19:30 Uhr:

Tor:

Sebastian Dahm, Justin Pogge

Ersatz:

Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

Angriff:

Austin Ortega, Pierre-Cédric Labrie, André Rankel, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Fürs DNL-Team im Einsatz:

Eric Steffen

In Weißwasser:

Eric Mik, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Constantin Braun (Knie), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch

3:5 in Nürnberg: Ausgerechnet Ex-Eisbär Daniel Fischbuch beendet mit einem Hattrick die Siegesserie der Eisbären Berlin

Solche Geschichten schreibt eben nur der Sport: In Berlin konnte (durfte) Daniel Fischbuch nicht an seine Leistung aus Düsseldorfer Zeiten anknüpfen. Die Folge war, dass „Fischi“ vor dieser Saison nach Nürnberg wechselte. Und den heutigen Gegner der Eisbären Berlin, die Thomas Sabo Ice Tigers, schoss eben jener Daniel Fischbuch mit einem Hattrick zum 5:3 (1:0,2:0,2:3)-Heimsieg gegen seine Ex-Kollegen. Was ihm sicherlich eine Genugtuung gewesen sein dürfte. Damit beendete der ehemalige Berliner gleich einmal drei Serien der Eisbären: Zum einen war es die erste Niederlage für den Hauptstadtclub nach zuvor fünf Siegen in Folge. Ebenso war es die erste Auswärtsniederlage nach zuletzt fünf siegreichen Gastspielen. Und zum anderen sorgte er mit seinen drei Treffern für den ersten Saisonsieg der Ice Tigers gegen die Berliner. Ein rundum gelungener Nachmittag also für Daniel Fischbuch.

EHC-Chefcoach Serge Aubin hatte das selbe Personal wie beim Auswärtssieg in Augsburg dabei. Und auch auf der Torhüterposition änderte Aubin nichts, erneut stand also Justin Pogge zwischen den Pfosten.
Verteidiger Frank Hördler sagte vor dem Spiel, dass das Spiel in Augsburg viel Kraft gekostet hatte und dass man Nürnberg trotz drei Siegen in drei Spielen in dieser Saison nicht als Lieblingsgegner ansieht:

Es war ein gutes Spiel, ein hartes Spiel, welches viel Kraft gekostet hat. Lieblingsgegner würde ich nicht sagen. Es ist immer schwer gegen Nürnberg zu spielen, vor allem in Nürnberg. Beide Mannschaften sind ähnlich vom Spiel her, wir hatten auch ein bisschen Glück in den Spielen gehabt. Heute wird es ein hartes Spiel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Und den Start in dieses Spiel hatten sich die Hauptstädter sicherlich ganz anders vorgestellt. Keine zwei Minuten waren im Frankenland gespielt, da hatte der Großteil der 6.080 Zuschauer in der Arena Nürnberger Versicherungen bereits Grund zum Jubeln. Marcus Weber hatte von der blauen Linie abgezogen, Daniel Fischbuch hielt seine Kelle in den Schuss und sorgte per „Tip-in“ für die frühe Nürnberger Führung – 0:1 (2.).
Die Berliner aber keinesfalls geschockt, sie antworteten mit ihrer ersten Drangphase. Austin Ortega mit guten Möglichkeiten, Landon Ferraro kam per Nachschuss auch noch zu einer guten Chance, aber Niklas Treutle im Nürnberger Tor ließ nichts durch. Aus dieser Phase gingen die Berliner mit einem Powerplay heraus, denn Tim Bender kassierte zwei Minuten wegen Beinstellens. Aber das Powerplay der Gäste bleibt weiterhin das große Sorgenkind der Eisbären. Eine einzige gefährliche Chance durch PC Labrie hatte man, mehr sprang nicht heraus.
Die Partie war gut anzusehen, hatte ein hohes Tempo und es ging hin und her. Nun war mal wieder Fischbuch in Aktion, er prüfte Justin Pogge gleich zweimal, aber stets war Pogge der Sieger. Die Eisbären wären dann beinahe zum Ausgleich gekommen. Kapitän André Rankel hatte mit seinem Schuss die Maske von Treutle getroffen, von dort aus hoppelte der Puck Richtung Torpfosten, wo er letztendlich von Oliver Mebus in höchster Not weg geschlagen wurde.
Die Eisbären kamen aber selten zu solch guten Möglichkeiten. Zwar kombinierte man sich sehr gut bis vor das Tor, doch der letzte Pass kam zu selten an. Auch, weil Nürnberg sehr kompakt verteidigte und es den Mannen von Coach Serge Aubin somit sehr schwer machte.
Nürnberg zum Ende hin nochmal mit einem Powerplay, aber das beste Unterzahlspiel auf fremden Eis ließ außer einer Chance von Brandon Buck nichts gefährliches zu. Gefährlich wurde es erst wieder als Louis-Marc Aubry von der Strafbank zurückkehrte, die Scheibe bekam und alleine auf Treutle zu fuhr. Tom Gilbert folgte ihm und störte ihn beim Abschluss mit einem Stockschlag. Dafür bekam Gilbert eine Sekunde vor der ersten Drittelpause eine Strafzeit. Aubry kam dennoch zum Abschluss, aber Treutle parierte. So führten die Franken nach 20 Minuten mit 1:0 gegen Berlin.

Die Eisbären begannen den Mittelabschnitt also mit einem Mann mehr und da hatten sie gute

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Möglichkeiten, aber Marcel Noebels und Maxim Lapierre scheiterten. Und wie das dann eben so ist, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt, kassierst du hinten einen. Nürnberg mit dem schnellen Gegenangriff, Eugen Alanov ließ Florian Kettemer an der blauen Linie alt aussehen, hatte freie Bahn und ließ Justin Pogge keine Chance, obwohl Landon Ferraro ihm noch einen Stockschlag verpasste, wofür er in die Kühlbox gemusst hätte, wenn Alanov nicht getroffen hätte – 0:2 (24.).
Dann wieder die Eisbären ganz nahe dran am Ausgleich. Niklas Treutle war schon am Boden, was Aubry sah und zum Bauerntrick ansetzte. Und die Scheibe lag schon auf der Linie, als Treutle sie mit der Fanghand doch noch von der Linie fischen konnte.
Die Franken erhielten dann die nächste Chance, in Überzahl zu spielen. Zwar fanden sie in ihre Formation, doch machten die Eisbären das in der Box sehr gut und die Schusswege geschickt zu. Chancen gab es dann aber wieder bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis. Jack Skille scheiterte mit seinem Onetimer vom linken Bullykreis an Justin Pogge, dessen Fanghand blitzschnell hoch schnallte und den Puck weg fing. Auf der Gegenseite wurde Aubry vor dem Tor angespielt, war dort mutterseelenallein und hätte sich die Ecke aussuchen können. Er nutzte diese Riesenchance jedoch nicht, scheiterte an diesem Teufelskerl Niklas Treutle.
Im hochkarätige Torchancen vergeben gaben sich die Berliner heute die Klinke in die Hand. Powerplay Eisbären, James Sheppard, Marcel Noebels und PC Labrie hatten vorher schon gute Chancen vergeben. Letzterer hatte dann aber noch einmal eine Chance und dabei das leere Tor vor sich, doch die Scheibe flog am langen Pfosten vorbei.
Und so kam eben das, was halt passieren musste. Powerplay Nürnberg, Daniel Fischbuch mit dem Schuss, Andreas Eder stoppte die Scheibe vor Pogge, drehte sich um, zog nach rechts und netzte ein – 0:3 (37.).
So führten eiskalte Nürnberger nach 40 Minuten mit 3:0 gegen eigentlich gut spielende Eisbären, die aber an ihrer eigenen Chancenverwertung scheiterten. Die Marschroute für das letzte Drittel war laut Kai Wissmann daher diese:

Weitermachen, einfach weitermachen. Wir haben viele Chancen, müssen hinten besser stehen und vorne genauso weitermachen. Die Scheiben zum Tor bringen, dann gehen sie auch rein.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Und genau das machten sie im letzten Drittel auch und in Überzahl klingelte es dann auch endlich. Ryan McKiernan hatte zuvor noch den Pfosten getroffen, PC Labrie machte es wenige Sekunden später besser. Maxim Lapierre stand neben dem Tor und spielte die Scheibe zu Austin Ortega, welcher abzog, aber an Treutle scheiterte. Labrie war für den Rebound zur Stelle und dieses Mal versenkte er die Scheibe. Die Erleichterung war ihm bei seinem Torjubel anzusehen – 3:1 (46.).
Die Eisbären wollten nun nachlegen und setzten nach, aber Niklas Treutle stand ihnen immer wieder im Weg. Und auf der Gegenseite bekam Nürnberg nun Platz zum kontern. Will Acton scheiterte am Außennetz, Justin Pogge war bereits geschlagen und das Tor halb leer. Der nächste Angriff saß dann aber. Patrick Reimer mit einem klasse Pass aus dem eigenen Drittel in den Lauf von Daniel Fischbuch, welcher frei vor Pogge auftauchte und ihm keine Chance ließ – 4:1 (49.).
Aber auch jetzt steckten die Eisbären nicht auf, warfen weiterhin alles nach vorne und entwickelten jede Menge Druck. Welcher sich auszahlen sollte. Louis-Marc Aubry behauptete die Scheibe, spielte den No-Look-Rückhand-Pass in den Slot, wo Landon Ferraro lauerte, welcher per Onetimer auf 4:2 verkürzen konnte (53.). Mal wieder Ferraro gegen Nürnberg, sein Lieblingsgegner. Vor dem Spiel standen für ihn drei Tore und zwei Vorlagen gegen die Franken zu Buche.
Und diese Statistik baute er heute aus. Ihm gelang erneut ein Doppelpack gegen Nürnberg. Die Scheibe ging nach einem Schuss an die Bande hinter dem Tor, sprang von dort aus wieder zurück vor das Tor, wo Ferraro lauerte und zum 4:3 einnetzen konnte (56.).
Jetzt war alles drin, die Eisbären waren mächtig am Drücker, während Nürnberg stehend K.O. war. Die Eisbären riskierten alles, nahmen Goalie Justin Pogge zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, wollten den Ausgleich nun mit aller Macht erzwingen. Aber im eigenen Drittel erkämpfte Fischbuch die Scheibe an der Bande und schoss sie Richtung Berliner Tor, welches inzwischen verwaist war. Die Scheibe schlug ein und der Hattrick sowie der Nürnberger Sieg waren perfekt – 5:3 (59.).

Damit ist die Siegesserie der Eisbären vorbei. Dabei war es kein schlechtes Spiel, man hatte jede

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Menge gute Möglichkeiten, aber letztendlich scheiterte man an der eigenen Chancenverwertung. In den ersten 40 Minuten wollte keine Scheibe ins Tor gehen, trotz hochkarätiger Chancen. Manchmal spielte man es da aber auch einfach zu kompliziert, bekam den letzten Pass nicht hin. Dafür kämpfte man sich im Schlussdrittel noch einmal stark zurück und zeigte einmal mehr die klasse Moral, welche in dieser Mannschaft steckt. Die Jungs geben nie auf und geben bis zum Ende immer alles, um das Spiel zu gewinnen. Heute hat es eben nicht sein sollen.
Weil neben der bereits erwähnten Chancenverwertung auch das Powerplay weiterhin ein großes Sorgenkind der Eisbären bleibt. Gerade diese zwei Faktoren werden in den Playoffs wichtig sein. Da musst du deine Chancen eiskalt nutzen, so wie es Nürnberg heute gemacht hat. Und dann muss dein Powerplay hervorragend funktionieren. Und da stehen die Berliner in dieser Saison nicht ohne Grund auf dem zwölften Platz…

Doppelpacker Landon Ferraro mit seinem kurzen Fazit zum Spiel:

Wir haben gut gespielt, aber Niklas Treutle war ein absoluter Faktor in diesem Spiel.

Und Daniel Fischbuch freute sich natürlich über seinen Hattrick, aber auch über den Sieg gegen die Ex-Kollegen:

Ja sehr gut, abgesehen davon waren es drei wichtige Punkte für uns. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben es am Ende aber viel zu einfach für Berlin gemacht. Dadurch haben wir sie nochmal ran kommen lassen, das muss nicht sein. 

5:3 nach 1:3! Leo Pföderl schießt die Eisbären mit einem Hattrick zum fünften Sieg in Folge

Heute waren sie nicht so gut„, waren die Worte von Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nach dem Iserlohn-Spiel. Die Rede ist von der Top-Reihe der Eisbären Berlin, welche aus Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl besteht. Heute folgte die Antwort der Top-Reihe und die hatte es in sich. Mit 5:3 (1:2,2:1,2:0) gewannen die Hauptstädter ihr Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern. Vor 5.278 Zuschauern im altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion war Leo Pföderl mit drei Toren der Matchwinner. Marcel Noebels traf selbst einmal und legte zwei Tore auf, ebenso gelangen James Sheppard zwei Vorlagen. Mit dem fünften Sieg in Folge, was übrigens zum ersten Mal in dieser Saison geklappt hat, bauten die Berliner den Vorsprung auf Platz Fünf auf satte elf Zähler aus. Das Heimrecht im Viertelfinale ist also eigentlich nur noch reine Formsache.

Eisbären-Trainer Serge Aubin wechselte heute wieder den Torhüter. Justin Pogge kehrte ins Tor zurück, Sebastian Dahm musste wieder auf der Bank Platz nehmen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Die ersten drei Aufeinandertreffen mit Augsburg hatten die Eisbären gewonnen und auch das vierte Duell wollte man siegreich gestalten. Dementsprechend ging man engagiert zu Werke, störte den Augsburger Spielaufbau früh mit einem sehr aggressiven Forechecking. Aber die Panther fanden trotzdem einen Weg vor das Berliner Tor und kamen zu den ersten Abschlüssen der Partie. Und sie hatten auch die erste dicke Möglichkeit der Partie. 2-auf-1-Konter der Panther, Flip-Pass von der linken Seite von Sahir Gill an den langen Pfosten, wo Patrick McNeill lauerte, an die Scheibe kam und sie an den Pfosten setzte. Glück für die Eisbären.
Die fingen nun an, Strafzeiten zu kassieren. Jonas Müller war der erste Spieler, der in die Kühlbox musste. McNeill folgte auf Augsburger Seite nur wenige Sekunden später. Da aber auch Florian Kettemer auf Berliner Seite auf die Strafbank musste, hatten die Panther ein 4-gegen-3-Powerplay. Was zu einem 4-gegen-2-Powerplay wurde, denn Mark Olver blieb nach einem geblockten Schuss von Brady Lamb auf dem Eis liegen, hatte sichtlich starke Schmerzen und versuchte irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und das Eis zu verlassen. Und was machten die beiden Hauptschiedsrichter Lasse Kopitz und Andrew Wilk? Sie ließen weiterspielen, sehr zum Unmut der Berliner. Denn Augsburg nutzte das natürlich zur 1:0-Führung. AEV-Top-Scorer Drew LeBlanc mit dem Querpass von rechts auf Adam Payerl, Justin Pogge lag bereits auf dem Eis und so musste Payerl nur noch ins leere Berliner Tor einschießen (10.).
Es ging weiter mit den Strafen für die Eisbären, PC Labrie kassierte zwei Minuten wegen eines Late Hits. Zwar überstanden die Berliner das Unterzahlspiel schadlos, aber kaum war Labrie zurück klingelte es erneut im Tor. Wieder war es LeBlanc, der das Zuspiel gab und erneut war es Payerl, welcher per Onetimer von der blauen Linie auf 2:0 stellte (13.).
Wie war die Reaktion der Eisbären auf diesen Doppelschlag? Sie ließ nicht lange auf sich warten und war eiskalt. John Ramage mit dem Auge und dem Zuckerpass für Marcel Noebels am langen Pfosten, welcher per Tip-in auf 2:1 verkürzen konnte (14.).
Nun waren die Berliner besser im Spiel und hätten durch Austin Ortega beinahe den Ausgleich erzielt, aber er traf nur den Pfosten (17.). Danach nochmal Augsburg mit guten Möglichkeiten durch Scott Valentine und dann in Überzahl durch Payerl (2x) und Simon Sezemsky, aber es blieb bei der knappen 2:1-Führung der Hausherren. Eisbären-Verteidiger Florian Kettemer mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten im Interview bei Magenta Sport:

Die Strafen machen unser Spiel kaputt. Wir müssen von der Strafbank weg bleiben. Wir wissen, dass die Zuschauer hier laut sind und die Schiedsrichter beeinflussen. Wir gehen Wechsel für Wechsel, wollen produzieren und Tore machen.

Und die Chance sollte sich ihnen bieten, denn man hatte fast volle zwei Minuten zwei Mann mehr auf

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

dem Eis. Dass man aber das drittschlechteste Powerplay der Liga hat, wurde heute wieder deutlich. Zwar ließ man die Scheibe gut laufen, aber das nützt alles nichts, wenn sich kein Spieler mal traut, den Schuss abzugeben. So ließ man diese Top-Chance ungenutzt liegen. Weil man es zu kompliziert spielte.
Es folgte das nächste, einfache Powerplay, aber da lief man in einen Konter. Drew LeBlanc blockte einen Schuss von John Ramage und machte sich alleine auf den Weg Richtung Justin Pogge. Diesem ließ er keine Chance und vollende eiskalt zum 3:1 in Unterzahl (27.).
Aber auch davon ließen sich die Eisbären nicht aus der Ruhe bringen, hielten weiterhin am Gameplan fest und spielten ruhig weiter. Es folgte ein Bully im Angriffsdrittel, welches an die Eisbären ging. Ryan McKiernan zog rechts an der Bande stehend ab und die Scheibe segelte an Freund und Feind vorbei ins Augsburger Tor – 3:2 (31.).
Es folgte die stärkste Phase der Berliner, welche Augsburg ins eigene Drittel drängten und mächtig Druck machten. Sie wollten hier unbedingt den Ausgleich erzielen und dieser sollte ihnen auch gelingen. John Ramage hatte von der blauen Linie abgezogen, Leo Pföderl „parkte“ vor dem Tor und fälschte den Puck unhaltbar für Ex-Eisbären-Goalie Markus Keller ab – 3:3 (34.).
Die Eisbären sorgten für Ruhe im Curt-Frenzel-Stadion, doch die Augsburger suchten nach einer Antwort und hatten im Mitteldrittel noch zwei richtig gute Möglichkeiten. Scott Kosmachuk scheiterte mit seinem Onetimer von der blauen Linie an Pogge, Adam Payerl scheiterte am Außenpfosten. So stand es nach 40 Minuten 3:3-Unentschieden.
Augsburgs Top-Scorer Drew LeBlanc, welcher an allen drei Toren des AEV beteiligt war, war mit dem Mitteldrittel nicht so zufrieden:

Wir müssen aufpassen, nicht zu viele Strafen zu nehmen. Das 5-gegen-3 war zu viel, das kostet zu viel Kraft.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Dementsprechend engagiert kamen die Hausherren aus der Kabine und setzten durch John Rogl und Scott Kosmachuk die ersten Duftmarken. Es entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo, welches rauf und runter ging mit Chancen für beide Mannschaften. Die Intensität nahm noch mehr zu, die Zweikämpfe waren noch umkämpfter als ohnehin schon. Beide wollten den Sieg, den ersten Schritt in diese Richtung sollten die Eisbären machen.
Leo Pföderl kam mit viel Speed ins Angriffsdrittel, zog ab, doch die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor. Von dort sprang sie aber zurück und Pföderl reagierte blitzschnell und verwertete seinen eigenen Rebound – 4:3 (51.).
Die Berliner hatten das Spiel also komplett gedreht, Augsburg musste in der Schlussphase also kommen, um hier noch wichtige Zähler im Kampf um die Pre-Playoffs mitzunehmen. Aber sie kassierten eine Strafzeit, welche am Ende folgenschwer war. Denn dieses Mal nutzten die Berliner das Powerplay. Leo Pföderl kam an der rechten Bande an die Scheibe, zog vors Tor und schlenzte die Scheibe per Rückhand ins Tor, da sah Goalie Markus Keller gar nicht gut aus – 5:3 (54.).
Die Eisbären waren nun also auf die Siegerstraße eingebogen und ließen sich davon auch nicht mehr vertreiben. Augsburg versuchte zwar noch einmal alles, nahm auch den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und in der Schlussphase hatten sie auch nochmal ein, zwei gute Möglichkeiten, aber die Defensive der Eisbären um Goalie Justin Pogge ließ hier nichts mehr anbrennen und brachte das 5:3 über die Ziellinie.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin

Mal wieder haben die Eisbären einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen. Sie lagen durch einen Doppelschlag 0:2 zurück, fanden aber durch den 200. DEL-Scorerpunkt von Marcel Noebels schnell eine Antwort. Sie ließen sich dann auch nicht vom Weg abbringen, als sie eine doppelte Überzahl kläglich vergaben und wenig später einen Shorthander hinnehmen mussten. Sie behielten im Hexenkessel Curt-Frenzel-Stadion die Ruhe, denn das Stadion war entsprechend euphorisiert angesichts der überstandenen doppelten Unterzahl und dem Shorthander. Aber die Eisbären rissen sich zusammen, blieben von der Strafbank fern und fanden vorne einen Weg, Tore zu schießen. Und daran hatte heute mal wieder die Top-Reihe einen großen Anteil. Genau zur richtigen Zeit waren Noebels, Pföderl und Sheppard wieder da und führten die Eisbären zum fünften Sieg in Folge und zugleich auch fünften Auswärtssieg in Folge. Letzteres ist gefühlte Ewigkeiten her, um genauer zu sagen, es war in den Playoffs 2013, an deren Ende die siebte Meisterschaft stand.
Gutes Omen für die bevorstehenden Playoffs? Auf jeden Fall sollte keiner die Eisbären Berlin unterschätzen, sind die Berliner zur Zeit doch das heißeste Team der Liga und in den Playoffs ist dieser Mannschaft wirklich alles zuzutrauen. Sie finden derzeit immer einen Weg, Spiele zu gewinnen, egal wie das Spiel auch läuft. Alle vier Reihen können die Spiele entscheiden, man ist nicht mehr nur von einer Reihe abhängig. Der Kader scheint tief genug besetzt zu sein, die Reihen für die Playoffs gefunden und auf der Torhüter-Position verfügt man über ein starkes Torhüter-Duo mit Justin Pogge und Sebastian Dahm. Ja, beide haben durchaus noch Wackler dabei, aber sind die Leistungen zuletzt doch definitiv mehr gut als schlecht gewesen. Wenn gleich Justin Pogge wohl bei Trainer Serge Aubin die Nase im Kampf um die Nummer Eins im Tor vorne haben dürfte.
Doch diese Mannschaft versprüht so viel Spielfreude, sie harmonieren sehr gut zusammen, die Stimmung im Team ist super und mit jedem weiteren Sieg steigt das Selbstvertrauen. Die Eisbären scheinen gerade zur richtigen Zeit der Saison ihre Top-Form zu finden. Diese Mannschaft zu schlagen, wird alles andere als einfach. Nürnberg ist das nächste Team, was dies am Sonntag versuchen wird.

Augsburgs Stürmer Jakob Mayenschein mit seinem Fazit zum Spiel:

Wir haben nach dem 3:1 deutlich zu viele Strafen kassiert. Dadurch, dass wir zu viel Überzahl im ersten Drittel hatten, war es klar, dass sie im zweiten etwas kleinlicher pfeifen würden. Wir haben die Oberhand im zweiten Drittel verloren. Die Eisbären mit einer kämpferisch starken Leistung und am Ende mit mehr Körner als wird.

Und was sagte Matchwinner Leo Pföderl zum Spiel?

Die Augsburger haben auch gute Chancen gehabt, aber bei uns sind sie im letzten Drittel rein geflogen. Wir haben da vielleicht ein bisschen Glück gehabt. Wir haben uns nach dem ersten Drittel zusammengerissen. Was sind schon zwei Tore auswärts. Wir haben das dann gut gemacht und freuen uns über drei sehr schöne Auswärtspunkte. Wir wissen, dass wir über die Monate gut zusammen gewachsen und spielerisch besser geworden sind. Wir haben gegen die Mannschaften über uns gezeigt, dass wir mithalten und auch gewinnen können.

4:2 gegen Iserlohn: Wenn die Top-Reihe schwächelt, springen eben die anderen Reihen in die Bresche

Ausgabe #27:

Die Ausgeglichenheit der Angriffsreihen der Eisbären Berlin könnte zum größten Trumpf in den Playoffs werden. Waren die Berliner in den letzten Jahren meist abhängig von der einen Top-Reihe, um erfolgreich zu sein, so sind sie in diesem Jahr weitaus schwerer auszurechnen. Denn von allen vier Reihen geht inzwischen Gefahr aus, jede Reihe kann Tore schießen und somit Spiele entscheiden. Und es muss eben nicht immer die Top-Reihe um Marcel Noebels, James Sheppard und Leo Pföderl sein. Diese war laut Trainer Serge Aubin heute nicht so gut, haben die Mannschaft dafür aber über weite Strecken der Saison getragen. Und genau in solchen Momenten braucht man laut Aubin eben die anderen Mannschaftsteile, die dann in die Bresche springen und für den Sieg sorgen. So geschehen am Dienstagabend, als die Hauptstädter die Iserlohn Roosters mit 4:2 (1:1,2:0,1:1) besiegten und damit den vierten Erfolg in Serie feierten. Während die Top-Reihe blass blieb, traf aus allen anderen drei Angriffsreihen je ein Stürmer, Mark Olver dabei als Matchwinner sogar doppelt. So tief besetzt und schwer ausrechenbar waren die Berliner lange nicht mehr, was in Richtung Playoffs viel Hoffnung auf eine sehr lange Saison macht.

EHC-Chefcoach Serge Aubin nahm im Vergleich zum Mannheim-Spiel eine Änderung auf der Torhüterposition vor. Er gönnte Sebastian Dahm den Einsatz gegen seine Ex-Kollegen. Justin Pogge nahm demnach auf der Bank als Back-up Platz.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären hatten einen guten ersten Wechsel, wie Serge Aubin nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagen sollte, fanden danach aber lange nicht mehr ins Spiel. Iserlohn kam dagegen gut rein ins Spiel und konnte befreit aufspielen, ist die diesjährige Saison für die Sauerländer ja bereits Geschichte. Denn mit den Playoffs hat die Mannschaft von Trainer Jason O’Leary in diesem Jahr nichts zu tun. Und so gingen sie hier in der Hauptstadt früh in Führung. Michael Clarke hatte abgezogen, sein Schuss ging zwar an den Pfosten, rutschte aber von da an Dahms Schoner und von dort aus schließlich ins Tor – 0:1 (6.).
Jener Clarke war es auch, welcher dann die erste Strafzeit der Partie kassierte, aber das Powerplay der Hausherren war keine Erwähnung wert. Aber so langsam fanden die Gastgeber wieder zu ihrem Spiel und hätten Mitte des ersten Drittels beinahe den Ausgleich erzielt. Aber Sebastian Streu scheiterte am Pfosten und Kapitän André Rankel konnte den Nachschuss leider auch nicht versenken.
Aber die Eisbären kamen immer besser rein ins Spiel, hatten das nächste Powerplay, welches etwas besser aussah, aber auch keinen Erfolg brachte. Dieser sollte erst in Minute 15 folgen, als Florian Kettemer von der blauen Linie abgezogen hatte. Mark Olver fälschte den Schuss unhaltbar für IEC-Goalie Andreas Jenike ab und so stand es 1:1 in Berlin.
Anschließend noch einmal ein Powerplay für die Roosters, welches aber ebenso keinen Erfolg einbrachte. So stand es nach 20 Minuten trotz eines leichten Schussübergewichtes für Iserlohn 1:1-Unentschieden.

Die Eisbären fanden dann gut ins Mitteldrittel und prüften Jenike gleich ein paar Mal, aber der stand

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

sicher und ließ keine Scheibe durch. Dann zur Abwechslung mal wieder Iserlohn, welche erneut in Überzahl ran durften und durch Mike Halmo die beste Chance hatten, aber er scheiterte an Dahm.
Fortan nahm der Druck der Berliner zu und Mitte des Spiels belohnten sie sich dafür dann auch. Austin Ortega erkämpfte sich hinter dem Tor die Scheibe, brachte sich in Schussposition, zog ab und sorgte für die erstmalige Berliner Führung an diesem Abend – 2:1 (30.).
Iserlohn tat sich in dieser Phase schwer, die Eisbären machten das Spiel und konnten sogar die Führung ausbauen. In Überzahl spielte PC Labrie die Scheibe rüber zu Youngster Lukas Reichel, welcher nicht lange fackelte und eiskalt abschloss – 3:1 (37.). Was zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten war.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Gäste vom Seilersee fanden gut ins Schlussdrittel und prüften erneut ihren Ex-Kollegen Sebastian Dahm, aber der ließ nichts durch. Die Eisbären kamen auch zu Chancen, aber auch sie fanden keinen Weg vorbei am Iserlohner Schlussmann.
Trotz des Rückstandes gaben die Iserlohner nicht auf, versuchten weiter nach vorne zu spielen, doch da machten die Eisbären geschickt die Wege zu und ließen wenig hochkarätiges zu. Als noch zehn Minuten auf der Uhr waren, bot sich den Eisbären in Überzahl die Chance zur Entscheidung. Doch stattdessen verkürzten die Sauerländer in Unterzahl. Ex-Eisbär Jens Baxmann gewann einen Zweikampf gegen Marcel Noebels, schickte Alexej Dmitriev auf Reisen, welcher eiskalt abzog und zum 3:2 verkürzte (52.).
Iserlohn hatte nun also noch einmal Oberwasser und wollte nun auch den Ausgleich erzielen. Die Sauerländer mussten also hinten aufmachen, was den Eisbären Platz zum kontern gab. Doch diese spielten sie nicht sauber genug zu Ende, dafür hielten sie Iserohn vor dem eigenen Tor relativ gut aus der gefährlichen Zone fern. Die Roosters versuchten am Ende noch einmal alles, Torhüter raus und Auszeit. Doch das nutzten die Berliner durch Mark Olver zur endgültigen Entscheidung. Im Fallen drückte Olver die Scheibe über die Linie und konnte seinen zweiten Treffer an diesem Abend bejubeln – 4:2 (59.). Damit war die Partie entschieden und der vierte Sieg eingefahren.

Ein Sieg, welcher nicht unbedingt schön anzusehen war, aber damit war ja auch zu rechnen. Gegen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Iserlohn tat man sich in dieser Saison schon häufiger schwer und da war das Spiel keine Ausnahme. Die Roosters machten es den Eisbären nicht leicht, waren zu Beginn die bessere Mannschaft, aber je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahmen die Eisbären das Kommando. Wenn gleich Iserlohn durchaus immer mal wieder vor Sebastian Dahm auftauchte, nur so richtig brenzlig wurde es dann eben nicht oft. Die Eisbären boten nicht ihr bestes Eishockey, die Top-Reihe wurde kalt gestellt, aber trotzdem fand man einen Weg, dieses Spiel zu gewinnen. Weil eben die drei anderen Sturmreihen in die Bresche sprangen und das Spiel zu Gunsten der Eisbären entschieden. Wohl dem, der über solch ausgeglichene Sturmreihen verfügt.

4:3 n.V. gegen Mannheim: Austin Ortega führt die Eisbären zum Heimsieg gegen den Erzrivalen

Ausgabe #26:

Es gibt Siege, die schmecken Eisbären-Fans besonders gut. Richtig gut. Solche Siege wie gegen den Erzrivalen aus Mannheim nämlich und wenn man deren Fans dann auch noch den Sonderzug kaputt macht, ist es umso schöner. Heute Mittag war mal wieder einer dieser Tage. Die Adler Mannheim waren zu Gast in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena und wurden mit einer Niederlage Richtung Kurpfalz geschickt. Am Ende setzten sich die Eisbären Berlin mit 4:3 n.V. (1:1,2:1,0:1/1:0) gegen die Adler Mannheim durch und verteidigten damit souverän ihren vierten Platz in der DEL-Tabelle. Und sie setzten eine Duftmarke in Richtung Playoffs, wo man sich ja erneut treffen könnte. Wenn es nach Jonas Müller geht, dann am liebsten im Finale, wie er nach dem Spiel in der Mixed-Zone sagte.

Die Stimmung war gigantisch, auf beiden Seiten war die Unterstützung riesengroß. Die Eisbären wurden von ihren Fans lautstark unterstützt, die Adler hatten 1.100 Fans im Rücken, welche die Gäste ebenfalls lautstark supporteten. Aber es gab heute auch diesen einen Moment, in der die Arena am Ostbahnhof komplett still war. Das war vor dem ersten Bully, als es eine Schweigeminute für Dynamo-Legende „Hanne“ Frenzel gab, welcher diese Woche im Alter von 91 Jahren verstorben war. Ruhe in Frieden „Hanne“, wir werden Dich nie vergessen! Nach der Schweigeminute schallte Ihm zu Ehren ein sehr lautes „Dynamo“ durch der Arena!

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Ab da war dann aber wieder Stimmung auf beiden Seiten, der DEL-Klassiker war gestartet. Und die Gäste aus Mannheim erwischten den besseren Start, waren von Beginn an hellwach und dominierten die ersten Minuten. Sie suchten sofort den Weg Richtung Tor von Eisbären-Goalie Justin Pogge und gaben die ersten Schüsse des Spiels ab. Und dann bekamen sie innerhalb kürzester Zeit auch zwei Powerplays in Folge zugesprochen. Das zweite gar vier Minuten lang. Und dann ist es klar, dass man eine Top-Mannschaft wie Mannheim nicht gänzlich in Überzahl aus dem Spiel nehmen kann. Und so gingen die Kurpfälzer auch verdient im zweiten Überzahlspiel in Führung. Der Druck war einfach zu groß und Top-Scorer Borna Rendulic verwertete ein Zuspiel von Ex-Eisbär Mark Katic per Onetimer zum 0:1 (13.).
70 Sekunden lang konnten sich die Adler-Fans über die Führung ihrer Mannschaft freuen, dann schlugen die Hausherren eiskalt zu. Mark Olver kam an die Scheibe, zog ab und diese flog über die Fanghand von Adler-Goalie Johan Gustafsson ins Netz – 1:1 (14.). Die etwas überraschende Antwort der Berliner, aber den Fans war es egal.
Zum Ende hin die Eisbären dann mal in Überzahl und kurz vor der Pause sogar mit zwei Mann mehr. Nun waren die Hausherren kräftig am Drücker und hatten dicke Chancen, aber entweder war Johan Gustafsson zur Stelle oder seine Vorderleute retteten für den bereits geschlagenen Keeper. So endete ein hochinteressantes erstes Drittel mit Playoff-Charakter 1:1. Ein Drittel, welches Lust auf mehr machte,

Und im Mitteldrittel fanden diesmal die Eisbären besser ins Spiel, sie kamen zu guten Chancen. Einzig

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

an der Chancenverwertung mangelte es mal wieder. Und Mannheim? Die kamen einmal vors Tor und schon klingelte es wieder. Die Kurpfälzer konterten die Berliner aus. Phil Hungerecker mit dem Querpass auf Rendulic, welcher erneut zum Onetimer ausholte und Justin Pogge keine Chance ließ – 1:2 (24.).
Wieder Mannheim also vorne, aber die Eisbären hielten weiter gut dagegen und kamen erneut zurück. Kai Wissmann hatte von der blauen Linie abgezogen, statt die Scheibe abzufälschen, blieb sie vor PC Labrie liegen. Also drehte sich der bullige Stürmer kurz und zog ab, mit Erfolg, denn er netzte zum 2:2 ein (28.).
Die Partie wurde nun immer intensiver, die Zweikämpfe nahmen zu und beide Mannschaften ließen immer wieder ihre Klasse aufblitzen. Youngster Tim Stützle war auf einmal auf und davon, stand alleine vor Pogge, aber an diesem scheiterte er dann doch. Im Gegenzug jubelten die Eisbären auf dem Eis, aber es war nicht klar, ob es die Führung war. Denn es ging zum Videobeweis, nach welchem man dann aber auf Tor entschieden hatte. Rückkehrer Louis-Marc Aubry hatte abgezogen, Gustafsson konnte nicht festhalten und Austin Ortega war für den Rebound zur Stelle, schaltete am schnellsten und schob die Scheibe ins Mannheimer Tor – 3:2 (31.).
Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, es ging immer wieder rauf und runter mit Chancen für beide Mannschaften. Die beste aber hatten die Eisbären, als Ryan McKiernan am Pfosten scheiterte. So nahmen die Eisbären also eine knappe 3:2-Führung mit ins Schlussdrittel.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Auch im Schlussdrittel beide Mannschaften auf Augenhöhe. Aber dann zeigten sich die Unterschiede im Powerplay, einer Schwachstelle in der Berliner Mannschaft. Sie hatten zunächst das Überzahlspiel, aber mehr als ein Onetimer von Labrie war nicht drin. Kurz darauf die Mannheimer mit einem Mann mehr auf dem Eis und da zappelte der Puck mal wieder im Berliner Gehäuse. Und auch dieses Tor fiel nach dem Muster der ersten beiden Adler-Treffer: Querpass, Onetimer, Tor. Diesmal legte Joonas Lehtivuori für Matthias Plachta auf und der drosch die Scheibe ins Berliner Tor – 3:3 (51.).
Nun hatte Mannheim wieder Selbstvertrauen getankt und Borna Rendulic wollte seinen Hattrick, nur ihm stand die Latte im Weg. Was die Hauptschiedsrichter aber noch einmal per Videobeweis überprüften, dann aber bei ihrer „One-Ice-Entscheidung“ blieben.
Die Partie ging nun in die Crunch-Time und Mannheim erneut in Überzahl. Und der Druck war enorm, aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl trotz guter Chancen der Adler schadlos.
Die letzte Möglichkeit in der regulären Spielzeit hatten aber die Hausherren durch Maxim Lapierre, welcher frei vor Gustafsson auftauchte, aber am Mannheimer Schlussmann scheiterte. Somit nahmen beide Mannschaften einen Punkt mit und in der Verlängerung ging es nun um den für beide Teams wichtigen Zusatzpunkt.

Und da hatten die Eisbären gleich zu Beginn gute Möglichkeiten, aber das alte leidige Thema der

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Chancenverwertung war wieder aktuell. Dann kassierte Mannheims Top-Scorer Borna Rendulic eine Strafe und die Eisbären nun also mit 4-gegen-3 auf dem Eis. Powerplay für die Eisbären, eine Disziplin, wo sie in früheren Jahren mal für Angst und Schrecken sorgten. Aber seit Jahren ist es das Problemkind der Hauptstädter.
Aber ausgerechnet heute klappte es und dann auch noch in der Verlängerung. Top-Scorer Marcel Noebels mit dem Querpass und der kleine Wirbelwind Austin Ortega holte zum Schuss aus und beendete mit diesem das Spiel, denn die Scheibe flog ins Mannheimer Tor – 4:3 (63.).
Was folgte war riesengroßer Jubel auf dem Eis und den Rängen. Es war eben ein Sieg gegen Mannheim und diese schmecken bekannterweise sehr süß.

Und dieser Sieg war nicht unverdient, er war ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Diese fand schwer rein ins Spiel und hatte große Probleme mit den Gästen aus Mannheim, welche dann auch in Führung gingen. Aber die Eisbären blieben ruhig und kamen zum Ausgleich, welcher zu diesem Zeitpunkt natürlich glücklich war. Doch ab dem Mitteldrittel waren sie richtig da und zeigten Mannheim, was in ihnen steckt. Sie steckten die neuerlichen Rückstand weg und drehten die Partie. Auch der erneute Ausgleich der Adler im Schlussdrittel störte die Eisbären nicht, welche in der Verlängerung sich den enorm wichtigen Zusatzpunkt sicherten.
Der Einsatz, die Moral, der Wille, der Kampfgeist, das zusammen als Team kämpfen – all das war heute da. Jeder hat für Jeden gekämpft, alle vier Reihen können ein Spiel entscheiden, es muss nicht immer die vermeintliche Top-Reihe um Noebels, Sheppard und Pföderl sein. Und das macht die Eisbären so schwer auszurechnen, was gerade im Hinblick auf die Playoffs goldwert sein kann. Dass man nicht von dieser einen Reihe abhängig ist, sondern dass jede Reihe dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Die Reise der Eisbären Berlin in der Saison 2019/2020 kann also noch sehr lange gehen.