Vorschau auf die Viertelfinalserie der Eisbären Berlin gegen die Iserlohn Roosters

Premiere in der PENNY DEL: Erstmals treffen die Eisbären Berlin und die Iserlohn Roosters in den Playoffs aufeinander. Während die Qualifikation der Hauptstädter schon seit einigen Wochen fest stand, sicherten sich die Sauerländer gestern Nachmittag dank eines 3:0-Heimsieges gegen den ERC Ingolstadt den vierten Platz im Norden und damit das letzte Playoff-Ticket in dieser Gruppe. Dort bekommen es die Sauerländer nun also mit dem DEL-Rekordmeister zu tun.

In der diesjährigen Hauptrunde standen sich beide Mannschaften viermal gegenüber. Die Eisbären gewannen drei dieser vier Duelle und verloren nur das erste Aufeinandertreffen am Seilersee mit 2:5. Danach folgte im zweiten Duell ein 4:2-Heimsieg, im dritten Vergleich ein 4:1-Auswärtssieg und zum Abschluss ein 5:2-Heimsieg an der Spree. Doch diese drei Siege zählen in der Playoff-Serie nicht mehr, wie Trainer Serge Aubin im Vorfeld sagte:

Die Hauptrunde ist vorbei, jetzt beginnt alles wieder von vorne. Unsere drei Siege gegen Iserlohn in dieser Saison haben keinerlei Bedeutung mehr. In der kurzen Best-of-Three-Serie kann alles passieren. In einer Best-of-Seven-Serie setzt sich normalerweise am Ende immer die bessere Mannschaft durch. In diesem Jahr sind Überraschungen möglich. Wenn du das erste Spiel verlieren solltest, stehst du direkt mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen aufpassen und von Anfang an voll da sein.

Aubin spricht ihn an, den diesjährigen Playoff-Modus, in dem alles passieren kann. Normalerweise wird dieser Modus nur in den Pre-Playoffs gespielt, doch in dieser Corona-Saison musste die PENNY DEL den Modus ändern, um überhaupt eine Saison über die Bühne zu bekommen. Die Spieler wissen aber, worauf sie sich in dieser kurzen Serie einstellen müssen. Jonas Müller dazu:

In den Playoffs und bei Best-of-Three ist alles möglich, da kann immer eine Überraschung passieren. Wir müssen auf alles gefasst sein. Wir müssen darauf gefasst sein, dass wir mal hinten liegen, dass wir uns da dann auch zurück kämpfen können.

Doch egal, wie kurz diese Playoffs auch sind, eine Sache ist bei allen acht Teams gleich: Die Vorfreude auf die Playoffs, schließlich musste man zwei Jahre auf diesen Moment warten. Wenn gleich es mit Fans in den Arenen umso schöner wäre. Aber in dieser Zeit müssen wir eben alle da durch und die Spieler werden trotzdem alles auf dem Eis geben. Denn alle Mannschaften wissen auch, so eine günstige Gelegenheit, die Meisterschaft zu gewinnen, wird wohl so schnell nicht mehr kommen. Ganze sechs Siege sind nötig, um am Ende den DEL-Pokal in die Höhe zu stemmen. Jonas Müller dazu:

Ich glaube, die Vorfreude ist bei jedem riesig. Gerade mit letztem Jahr, dass direkt davor abgesagt worden ist. Jetzt braucht man eigentlich nur sechs Siege und dann kann man den Pott hochhalten. Ich denke, wir haben wie letztes Jahr wieder eine starke Mannschaft zusammen. Wir müssen einfach unser Spiel spielen und dann wissen wir, dass wir jeden schlagen können.

Einfach wird die Serie gegen die Sauerländer aber nicht. Schließlich hat die Mannschaft von Trainer Brad Tapper die wohl gefährlichste Reihe der gesamten PENNY DEL. Joe Whitney ist mit 45 Scorerpunkten (21 Tore/24 Assists) Top-Scorer der gesamten Liga, Casey Bailey mit 44 Punkten (20/24) der drittbeste Scorer und Alexandre Grenier komplettiert die Top-10 als Achter mit 39 Punkten (12/27). Diese Reihe müssen die Eisbären in den Griff bekommen, will man in dieser Serie erfolgreich sein.

Doch verstecken müssen sich die Eisbären nicht, haben doch auch sie offensivstarke Angreifer im Kader. Allen voran natürlich Marcel Noebels, der bei 42 Scorerpunkten (6/36) steht und damit fünftbester Scorer der PENNY DEL ist. Dicht gefolgt von Matt White mit 39 Punkten (19/20) als Siebter. Etwas abgeschlagen als 28. der Scorerwertung, dafür aber umso torgefährlicher ist Kris Foucault mit 30 Scorerpunkten, davon satte 18 Tore.

Von beiden Offensivreihen geht also durchaus Torgefahr aus, aber bei beiden Mannschaften gibt es auch Verteidiger, die bereits doppelt gepunktet haben. Bei den Berlinern ragt dabei natürlich Ryan McKiernan mit 25 Punkten (7/18) heraus. Zweitbester Verteidiger bei den Eisbären ist Jonas Müller mit 15 Punkten (7/8). Gerade die vielen Tore der Berliner Nummer 18 stechen dabei ins Auge, kannte man Müller doch selten als so torgefährlich. Was aber für die Playoffs von großem Vorteil sein kann. Kapitän Frank Hördler kommt auf 13 Punkte (3/10). Und auch John Ramage mit elf Vorlagen und Simon Després mit zehn Scorerpunkten (3/7) haben in der Hauptrunde zweistellig gepunktet.

Bei den Roosters sind es genau vier Defender, welche über zehn Punkte gesammelt haben. Robert Raymond ist mit 14 (2/12) der beste Verteidiger der Sauerländer, dicht gefolgt von Ryan Johnston mit 13 (3/10), Ryan O’Connor mit zwölf (3/9) und Griffin Reinhart mit elf Scorerpunkten (3/8).

Auf zwei Leute wird es in dieser kurzen Serie jedoch besonders ankommen – und zwar auf die beiden Goalies. Mathias Niederberger gegen Andreas Jenike heißt das Duell zwischen den Pfosten. Und nach der Hauptrunde hat der Berliner Goalie knapp die Nase vorne, kommt auf eine Fangquote von 92,24 Prozent, auf einen Gegentorschnitt von 2,13 pro Spiel sowie satte fünf Shutouts.
Sein Gegenüber Jenike wehrte 92 Prozent aller Schüsse in der Hauptrunde ab, kam auf einen Gegentorschnitt von 2,72 pro Spiel und feierte drei Shutouts.

Kommen wir zu den Special Teams, welche in dieser Viertelfinalserie auch entscheidend sein können. In Überzahl haben die Eisbären klar die Nase vorne (23,57 Prozent zu 19,48 Prozent), in Unterzahl dagegen sind die Roosters im Vorteil (83,13 Prozent zu 81,44 Prozent). Doch für beide Mannschaften wird die Devise lauten: „Von der Strafbank fernbleiben, denn auf dieser hat noch kein Team ein Spiel gewonnen.“

Zum Abschluss kommen wir noch zur Chancenverwertung, wo die Roosters die Nase vorne haben. Iserlohn nutzt 10,97 Prozent seiner Chancen aus, bei Berlin sind es nur 10,1 Prozent. Es wird also darauf ankommen, wer seine Chancen besser und effektiver nutzt. Viele Chancen wird es vielleicht gar nicht geben, wenn beide Teams sich auf die Defensive konzentrieren. Wobei ich mir das bei den Eisbären und Iserlohn irgendwie nicht vorstellen kann, sind doch beide Mannschaften dafür bekannt, ihre Heimspiele wie die Feuerwehr zu beginnen.

Blickt man auf die aktuelle Form, sind die Roosters besser in Fahrt. Denn während Iserlohn vier seiner letzten fünf Spiele gewann, waren es bei den Eisbären nur deren zwei Siege. Das Momentum gehört also der Mannschaft von Brad Tapper.

Fazit:

Wer hat am Ende die Nase vorne und zieht ins Halbfinale ein? Die Eisbären werden natürlich versuchen, den Heimvorteil zu nutzen, schließlich war man auf eigenem Eis enorm heimstark. Gewinnt man beide Heimspiele, gewinnt man die Serie.
Mit Mathias Niederberger verfügen die Hauptstädter auf der Torhüterposition über den stärkeren Goalie. Auch in Sachen Produktivität der Verteidiger sehe ich die Eisbären leicht im Vorteil. In der Offensive dagegen müssen es die Berliner schaffen, die Top-Reihe um Joe Whitney auszuschalten, denn diese Reihe kann diese Serie wenn nötig im Alleingang entscheiden. Insofern ist es natürlich schade, dass die Berliner Top-Reihe durch die Verletzung von Leo Pföderl gesprengt wurde. Und nach den neuen Reihen-Zusammenstellungen wartet man bei den Eisbären noch auf eine so starke Reihe wie die von Iserlohn. Insofern sehe ich Iserlohn in der Offensive im Vorteil.
Das Berliner Powerplay, welches zuletzt schwächelte, könnte ein Faktor sein. Wenn man dort zurück zu alter Stärke findet und das Penaltykilling weiterhin so stark funktioniert, könnten die Eisbären auch durch die Special Teams diese Serie entscheiden.
Die Form aber und das Selbstvertrauen spricht jedoch für Iserlohn, die bereits im Wettkampf-Modus sind. Während die Eisbären die letzten Spiele zum testen und Spieler schonen nutzten, musste Iserlohn bis zum letzten Spieltag um sein Playoff-Ticket kämpfen. Die Frage wird also sein, wie schnell die Eisbären in diesen Wettkampf-Modus kommen. Zumal der Druck klar bei ihnen liegt. Denn verlieren sie das erste Spiel, droht am Donnerstag am Seilersee das Saisonende.
Finden die Eisbären morgen direkt in den Playoff-Modus und können die Top-Reihe der Iserlohner kalt stellen, dann rechne ich mit einem 2:0-Seriensieg der Eisbären. Gelingt es ihnen nicht, dann könnte am Donnerstag die starke Hauptrunde nur noch Schall und Rauch sein.

5:6 n.P. in Augsburg: Generalprobe vorm Playoff-Start geht schief, aber Eisbären zeigen Comeback-Qualitäten

Die Generalprobe ist schief gegangen: Am letzten Spieltag der Hauptrunde verloren die Eisbären Berlin bei den Augsburger Panthern mit 5:6 n.P. (0:3,2:0,3:2/0:0,0:1). Somit blieb man an diesem Wochenende sieglos und geht mit denkbar ungünstigen Vorzeichen in die Playoffs. Ein Sieg hätte dem Selbstvertrauen gut getan, aber die Niederlage hatte man sich letztendlich selbst zuzuschreiben. Man fand erst im zweiten Drittel ins Spiel, nur da stand es schon 0:3. Letztendlich gibt zumindest die Comeback-Qualität der Eisbären Hoffnung für die Playoff-Serie gegen die Iserlohn Roosters. 

Jonas Müller sah das Spiel in Augsburg heute nochmal als guten Test an:

Heute ist nochmal ein guter Test gegen Augsburg. Wir haben zwar viele junge Spieler dabei, die sich da auch nochmal gut zeigen können und wir wollen trotzdem nochmal alles geben und zeigen wie wir spielen können und uns bereit machen für Dienstag.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin verzichtete wie bereits am Freitag auf Goalie Mathias Niederberger und Kapitän Frank Hördler. Heute wurde zudem auch noch Marcel Noebels geschont. Und so gab es in Augsburg erneut Änderungen in den Angriffsreihen. Sebastian Streu und Parker Tuomie bekamen heute Kapitän PC Labrie an die Seite, Mark Olver, der am Freitag noch zwischen Streu und Tuomie gespielt hatte, ersetzte Marcel Noebels in der Reihe mit Kris Foucault und Lukas Reichel. Nino Kinder und Fabian Dietz, welche gegen Mannheim noch eine Reihe mit Labrie bildeten, bekamen einen Debütanten in ihre Formation. Paul Reiner, eigentlich Verteidiger, spielte in der vierten Reihe. Auch in der Defensive gab es zwei Änderungen. Jonas Müller spielte an der Seite von John Ramage und Simon Després mit Ryan McKiernan. Gion Ulmer und Korbinian Geibel waren erneut im Line-up. Einige Änderungen also bei den Eisbären Berlin heute. Doch im Tor blieb alles beim alten, Tobias Ancicka hütete erneut das Berliner Tor.

Schongang der Eisbären

Die Ausgangslage war klar, sportlich ging es um nicht mehr viel. Augsburg hatte keine Chance mehr auf die Playoffs und Berlin war sicher Erster im Norden. Einzig im Gesamtranking der Liga ging es für die Eisbären noch um Platz Zwei, welcher nicht unwichtig in den Playoffs sein wird.
Und die Hausherren kamen schwungvoll in die Partie, wollten sich hier ordentlich aus dieser Saison verabschieden. Doch Tobias Ancicka ließ keinen Puck durch. Die Eisbären kamen nach rund drei Minuten erstmals vor das Augsburger Tor, Kris Foucault mit zwei guten Möglichkeiten und auch Youngster Korbinian Geibel mit einem Schuss von der blauen Linie.
Der erste Treffer fiel dann nach einem Fehler von Lukas Reichel. Konter der Eisbären, Reichel entschied sich für den Pass, der jedoch ins Leere ging. Drew LeBlanc marschierte über rechts ins Angriffsdrittel, sah, das Spencer Abbott zugestellt war und schloss alleine ab. Die Scheibe schlug im langen Eck ein – 0:1 (6.).
Auch fortan weiterhin ein munteres Spiel, in dem es hin und her ging. Beide Teams suchten immer wieder die Abschlüsse. Diese sollte es auch im ersten Powerplay der Fuggerstädter geben, als Mark Olver auf der Strafbank saß. Und schon klingelte es erneut im Berliner Tor. Augsburgs Top-Scorer David Stieler per Nachschuss zum 0:2 (10.) Die Berliner Defensive schaute dabei nur zu.
Augsburg blieb auch nach dem zweiten Treffer am Drücker, störte die Berliner immer wieder früh im Spielaufbau und kam meist als Sieger aus den Zweikämpfen an der Bande heraus. Die Eisbären hatte aber immer mal kleinere Phasen, wo sie sich im Augsburger Drittel aufhielten, ohne dabei jedoch eine hochkarätige Chance zu erspielen.
Diese erspielten sich die Hausherren, die sich äußerst effektiv und vor allem eiskalt vor dem Tor zeigten. Spencer Abbott mit dem Pass von hinter dem Tor hoch in den Slot, wo Danny Kristo der Nutznießer war – 0:3 (16.).
Die Eisbären vor allem in der Defensive heute nicht ganz bei der Sache. Da stimmte sehr oft die Zuordnung nicht, man war zu weit weg von den Gegenspielern. Und Augsburg nutzte das heute eben ganz stark aus. Aber es war eben auch der Tatsache geschuldet, dass man Verletzungen vor dem Playoff-Start vermeiden wollten. So endete das erste Drittel mit einem 0:3-Rückstand für die Eisbären.

Die Eisbären geben eine Antwort

Das zweite Drittel begann mit einer Strafzeit gegen die Hausherren, Danny Kristo musste in die Kühlbox. Für die Eisbären also die Chance in Überzahl zurück in dieses Spiel zu kommen. Und auswärts hat man ja das beste Powerplay der PENNY DEL. Das bewiesen sie hier auch. Simon Després schweißte die Scheibe ins lange Eck. Després und Giovanni Fiore spielten den Doppelpass und der Verteidiger schloss dann vom linken Bullykreis erfolgreich ab – 1:3 (23.).
Die Eisbären blieben auch danach am Drücker, fortan entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie. Die Eisbären arbeiteten am zweiten Tor. Und dieses gelang ihnen auch. Zwei-auf-Eins von Sebastian Streu und Parker Tuomie, Streu spielte die Scheibe rüber zu Tuomie und der netzte ein – 2:3 (28.). Hervorgegangen war ein gewonnener Zweikampf an der Bande in der neutralen Zone, Streu schnappte sich die Scheibe und der Rest ist bekannt. Die Hauptstädter waren wieder zurück im Spiel.
Augsburg tat sich schwer im Mitteldrittel und kam erst acht Minuten vor der zweiten Drittelpause mal zu einer längeren Phase im Berliner Drittel, an deren Ende Tobias Ancicka die Scheibe sicher parierte.
Direkt danach kassierte Marco Sternheimer die nächste Augsburger Strafzeit und den Eisbären bot sich nun also die zweite Powerplay-Chance. Würde es genau so enden wie das erste Überzahlspiel? Ein, zwei Chancen waren zwar da, aber diesmal konnte man das Powerplay nicht nutzen.
Matt White hätte dann beinahe das 3:3 erzielt, aber Markus „Krake“ Keller fuhr seine Fanghand auf und kratzte die Scheibe von der Linie. Ganz starker Save vom Augsburger Schlussmann! Gleiches galt im Gegenzug auch für Tobias Ancicka im Duell gegen Adam Payerl.
In den letzten zwei Minuten Augsburg dann nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafzeit gegen Fabian Dietz. Doch Thomas Holzmann beendete dieses, nachdem er Jonas Müller angriff, der zuvor Drew LeBlanc hart aber nicht unfair in die Bande gecheckt hatte. Somit ging mit Vier-gegen-Vier weiter und einem anschließendem Berliner Powerplay für ganze 90 Sekunden.
Doch dieses Drittel endete dann erstmal mit einer 3:2-Führung für Augsburg. Aber Berlin hatte ja noch Überzahl zu Beginn des letzten Drittels. Sebastian Streu zuvor aber noch mit einer schonungslosen Analyse zu den ersten 40 Minuten:

Wir sind jetzt halbwegs aufgewacht. Wir haben uns nach dem ersten Drittel ordentlich was anhören können von unserem Trainer und das auch verdient. Wir haben jetzt die passende Antwort darauf gefunden und so müssen wir im dritten Drittel weitermachen. Das ist unsere Vorbereitung für die Playoffs, wir wollen mit einem Sieg in die Playoffs reingehen. Jeder hat das erste Drittel gesehen. Wenn es so in den Playoffs aussieht, dann sind wir in zwei Tagen schon fertig mit dieser Saison. 

Comeback der Eisbären

Das Powerplay hätte beinahe den Ausgleich gebracht, aber Matt White scheiterte an alter Wirkungsstätte am Pfosten.
Besser machte es Simon Sezemsky, der bei einem Konter von Danny Kristo angespielt wurde und Tobias Ancicka in der kurzen Ecke überwinden konnte – 2:4 (43.).
Die Chance zur Vorentscheidung hatte Augsburg in der 45. Spielminute, als Matt White für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Und Augsburg spielte das sehr geduldig, suchte die Lücke, welche David Stieler fand und Ancicka überwand – 2:5 (46.).
Die Vorentscheidung? Sechs Minuten sah es so aus, aber dann kamen Sebastian Streu und Kris Focault. Streu staubte ab, als ein Schuss von der blauen Linie vor dem Tor hängen blieb – 3:5 (52.). Und Foucault hatte auf der linken Seite viel Platz, kam zum Abschluss, Markus Keller parierte, traf aber den Schlittschuh von Verteidiger Steffen Tölzer und von dem ging die Scheibe ins Tor – 4:5 (54.). Auf einmal war hier also wieder Spannung drin. Und das ist ja dann auch eine gute Übung für die Playoffs, wenn man, egal wie es steht, bis zum Ende kämpft und das Spiel nicht verloren gibt.
Sechs Minuten vor dem Ende der Partie hatte Danny Kristo die dicke Chance zur nächsten Vorentscheidung, als er alleine auf Tobias Ancicka zu fuhr, doch der Berliner Goalie gewann dieses Duell.
Und zweieinhalb Minuten vor dem Ende die nächste dicke Augsburger Chance. Michael Clarke frei vor Ancicka, doch sein Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Berlin warf alles nach vorne und somit öffneten sich die Räume vor dem Berliner Tor, was Augsburg zu Kontern nutzte.
Und in der letzten Minute, als Ancicka bereits sein Tor verlassen hatte, schlugen die Hauptstädter zu. Kai Wissmann hatte die Scheibe auf das Tor gebracht, dort wurde sie abgewehrt. Von links kam Matt White an die Scheibe, fand die Lücke und sorgte bei seinem Ex-Verein tatsächlich noch für den Ausgleich – 5:5, 35 Sekunden vor dem Ende.
Somit ging dieses Spiel in die Verlängerung. Damit hatte man nach dem ersten Drittel nicht unbedingt rechen können. Aber es spricht für die Comeback-Qualitäten der Berliner.

In der Overtime Augsburg mit einer unglücklichen Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Nun also die große Chance für die Eisbären zur Entscheidung. Doch die Berliner spielten das zu kompliziert und so ging es ins Penaltyschießen. Und dort hatte Augsburg die besseren Schützen. Spencer Abbott, Brad McClure und David Steiler trafen allesamt für die Panther, während bei den Eisbären nur Parker Tuomie traf. Somit nahm der AEV im letzten Saisonspiel den Zusatzpunkt mit und bedankte sich anschließend mit einer „LaOla-Welle“ vor der leeren Augsburger Fankurve und drehte eine Ehrenrunde im Curt-Frenzel-Stadion. Schöne Geste an die Fans zu Hause.

Diese Niederlage hat man sich letztendlich selbst zuzuschreiben. Denn im Auftaktdrittel war man komplett neben der Spur und lag folgerichtig mit 0:3 hinten. Von außen hätte man vermutet, man wolle sich schonen und keine unnötigen Verletzungen vor dem Playoff-Start riskieren. Doch der Auftritt im zweiten Drittel deutete dann was anderes an und auch Sebastian Streu sein Statement nach dem zweiten Drittel ließ durchblicken, dass man dieses Spiel doch nicht so einfach herschenken wollte. Das sah man nur leider nicht über die gesamte Spielzeit. Das erste Drittel war zum vergessen, das zweite Drittel war sehr gut und im letzten Drittel sah man dann eine Kombination aus Drittel Eins und Drittel Zwei. Augsburg zog erneut auf drei Tore davon, während die Berliner dann jedoch mit drei Toren noch die Verlängerung erreichten. Dort ließ man dann die dicke Chance in Überzahl liegen und zog im Penaltyschießen den Kürzeren.
Das Spiel hat auf jeden Fall gezeigt, dass man in jedem Spiel hellwach sein muss und vor allem defensiv sicher stehen muss. So ein Auftritt wie heute im ersten Drittel und zu Beginn im letzten Drittel am Dienstag gegen Iserlohn und die Saison kann ganz schnell zu Ende sein. Was aber natürlich Hoffnung macht, ist der Charakter der Mannschaft, die Comeback-Qualitäten gezeigt hat und sich so immerhin noch einen Punkt sicherte.
Ab Dienstag heißt es dann diese Leistung kontinuierlich über 60 Minuten und wenn nötig mehr abrufen.

1:3 gegen Mannheim: Die Eisbären mit zu vielen Fehlern im eigenen Spiel

Ausgabe #17:

Spiel Zwei geht an die Adler Mannheim: Die Kurpfälzer haben sich für die 1:4-Niederlage gegen die Eisbären Berlin auf eigenem Eis revanchiert. Die Kurpfälzer setzten sich am Freitagabend verdient mit 3:1 (0:0,1:2,0:1) an der Spree durch. Die Mannheimer konnten ihre Leistung über 60 Minuten abrufen, die Eisbären hingegen hatten über die gesamte Spielzeit einige Defizite in ihrem Spiel, welche es nun aufzuarbeiten gilt.

Bei den Eisbären war im Hinblick auf die Playoffs Schonung angesagt. Um genauer zu sein wurden Goalie Mathias Niederberger und Kapitän Frank Hördler geschont. Dafür debütierten Goalie Gion Ulmer und Verteidiger Korbinian Geibel. Was gleichbedeutend mit Reihenumstellungen war. Marcel Noebels stürmte zusammen mit Lukas Reichel und Kris Foucault, Matt White und Zach Boychuk bekamen heute Giovanni Fiore an die Seite. Die anderen beiden Reihen vom Nürnberg-Spiel blieben unverändert. In der Defensive spielte Eric Mik anstatt Frank Hördler an der Seite von Kai Wissmann und Youngster Geibel war nominell siebter Verteidiger.

Der Innenpfosten verhindert die Führung der Eisbären

Die große Frage vor diesem Spiel war diese, wie es beide angehen würden. Wollte man nochmal eine Duftmarke setzen oder doch lieber Kräfte schonen im Hinblick auf den Playoff-Start am Dienstagabend? Die Eisbären mussten nicht unbedingt, Mannheim vielleicht schon. Schließlich hatten die Kurpfälzer das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison mit 1:4 verloren. Nur war eben die Frage, ob Mannheim diese Revanche um jeden Preis wollte, zumal die Adler zuletzt auch etwas schwächelten und sich in Krefeld zu einem 1:0-Sieg n.P. mühten.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Der Beginn der Hauptstädter war auf jeden Fall vielversprechend. Im Vergleich zum Mittwoch-Spiel gegen Nürnberg war man von der ersten Sekunde an hellwach. Man spielte sofort nach vorne und hatte durch Fabian Dietz auch die erste gute Chance aus dem Slot heraus. Nur wenige Augenblicke später war es noch enger, als Parker Tuomie sich klasse durchtankte, aber nur den Innenpfosten traf. Da waren die Berliner der Führung sehr nahe.
Aber Mannheim versteckte sich hier keinesfalls und spielte auch nach vorne und so war in der Anfangsphase schon jede Menge los und es ging hin und her, dass alles mit hohem Tempo. Die neutrale Zone wurde schnell überbrückt. Die Zweikämpfe wurden angenommen. Beide Mannschaften nahmen das Spiel also ernst.
Fortan Mannheim griffiger, setzte die Eisbären mit aggressivem Forechecking früh unter Druck, zwangen sie so zu Fehlpässen und sorgten auch immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Tobias Ancicka. Doch der Berliner Youngster bestätigte seine bisher gezeigten Leistungen und hielt seinen Kasten sauber.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Nach dem Powerbreak konnten sich die Eisbären von dem Druck der Adler befreien und selbst wieder Akzente in der Offensive setzen. Etwas mehr Platz auf dem Eis gab es dann rund acht Minuten vor dem Ende des ersten Drittels, als Jonas Müller und Brendan Shinnimin für zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Daraus wurde dann eine Vier-gegen-Drei-Überzahl für Mannheim nach einer weiteren Strafzeit gegen Giovanni Fiore. 36 Sekunden lang war dieses Powerplay und Mannheim nun mit der Chance zur Führung. Sinan Akdag hatte eine gute Chance mit einem Schuss von der blauen Linie, aber Tobias Ancicka war zur Stelle. Das darauffolgende Fünf-gegen-Vier war schnell beendet, nachdem Andrew Desjardins für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Nun also wieder Vier-gegen-Vier und anschließend über eine Minute Überzahl für die Gastgeber. Diese brachte nicht viel ein, doch nur wenig später folgte gleich das nächste Powerplay für die Eisbären und diesmal sogar über volle zwei Minuten. Denis Reul musste auf die Strafbank. Aber die Berliner spielten das einfach zu kompliziert, bekamen auch hier keinen gefährlichen Schuss zu Stande.
So endete ein unterhaltsames erstes Drittel torlos, aber langweilig war es keinesfalls. Es bot richtig Unterhaltung, das Duell der beiden Erzrivalen und DEL-Rekordmeister.

Mannheimer Doppelschlag schockt die Eisbären

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Das zweite Drittel begann mit der Führung für Mannheim. Drei-auf-Zwei-Konter der Kurpfälzer, nachdem Giovanni Fiore mit seinem Schuss im Angriffsdrittel hängen geblieben war. Thomas Larkin war am Ende der Torschütze. Die Scheibe kam so schnell wieder aus dem Tor heraus, dass der Videobeweis her musste. Dort sah man aber, dass der Puck eindeutig drin war – 0:1 (22.). Nur 18 Sekunden später hielt Brendan Shinnimin seine Kelle in den Schuss von Sinan Akdag und fälschte die Scheibe so unhaltbar für Tobias Ancicka ab – 0:2 (23.). Erneut war Akdag der Vorlagengeber. Mannheim mit dem Doppelschlag innerhalb von nur 18 Sekunden.
Die Eisbären nun stark unter Druck, denn Mannheim gaben diese beiden Tore sichtlich Aufwind und so drängten sie die Hausherren ins eigene Drittel und wollten die Unsicherheit der Berliner nun natürlich gnadenlos ausnutzen. Die Eisbären wirkten von der Rolle, ließen sich überlaufen und luden Mannheim wie John Ramage zu Chancen ein. Er bekam die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht richtig gestoppt und so ging sie durch zu einem Mannheimer Spieler, der diese dicke Chance aber vergab. Aufwachen hieß es nun für die Hauptstädter!

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Doch die versuchten nun auch mal in der Offensivzone den Zauberpass, was natürlich schief ging und Mannheim einen Drei-auf-Eins-Konter ermöglichte. Und die Kurpfälzer spielten das auch sehr schön und per „One-Touch-Hockey“, doch am Ende war es dann doch etwas zu verspielt von Mannheim. Die Adler konnten sich das aber erlauben, führten sie doch mit 2:0 und hatten hier alles im Griff.
Die Eisbären taten sich auch weiterhin sehr schwer und leisteten sich weiterhin zu viele unnötige Fehler im Spielaufbau. Mannheim machte weiter Druck nach vorne und wollte die Eisbären hier heute abschießen. Sozusagen Revanche nehmen für das 1:4 vom Sonntag.
Dann aber mal die große Chance für die Eisbären, zurück ins Spiel zu kommen, als man ein Vier-gegen-Drei Powerplay hatte. Simon Després saß bei den Eisbären auf der Strafbank, Brendan Shinnimin und Sean Collins bei den Adlern. Doch auch da wollte nicht wirklich viel gelingen. Einzig Zach Boychuk hatte dann mal eine gute Möglichkeit, aber zu mehr reichte es dann auch nicht. Das war in diesem zweiten Drittel eindeutig zu wenig von den Hausherren.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Rund fünf Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels erkämpften die Eisbären an der eigenen blauen Linie die Scheibe und fuhren einen Drei-auf-Eins-Konter, diesen spielten sich mustergültig zu Ende und Mark Olver verkürzte auf 1:2 (36.). John Ramage und Parker Tuomie nahmen den Adler-Spieler mit einem Doppelpass aus dem Spiel, spielten dann den Querpass auf Olver und der sorgte für das Tor.
Und gleich darauf folgte die große Chance zum Ausgleich, als Mannheim durch Brendan Shinnimin in Unterzahl geriet. Powerplay also für die Eisbären und dort hatte sie gute Chancen. Lukas Reichels Schuss ging hauchdünn am Pfosten vorbei, Zach Boychuk traf nur das Aluminium und PC Labrie vergab mit Ablauf der Strafe die letzte gute Möglichkeit. Der Ausgleich war hier durchaus möglich gewesen.
In der Schlussminute dann mal wieder ein Beispiel in Sachen unnötige Strafzeiten: Mark Olver wurde schon ermahnt von den Schiedsrichtern, arbeitete jedoch weiter unsauber mit dem Stock und kassierte dafür zu Recht zwei Minuten. Doch nach nur 50 Sekunden war das Adler-Powerplay schon wieder Geschichte, Markus Eisenschmid folgte Olver in die Kühlbox und so ging es mit Vier-gegen-Vier und anschließendem Powerplay für die Eisbären weiter. Das aber erst im letzten Drittel.

Mannheim lässt nichts mehr anbrennen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Doch diese Chance blieb ungenutzt. Aber die Eisbären danach am Drücker, was Mannheim zu drei Icings zwang. Die Hausherren wollten hier den Ausgleich erzielen. Und Mannheim zu Beginn so ein wenig mit der „Hans-Zach-Taktik“, die Scheiben hinten nur rauszuspielen.
Mannheim fing sich dann aber relativ schnell wieder und suchte nun auch wieder den Weg vors Tor. Und hatte nach rund sechs Minuten das erste Überzahlspiel im letzten Drittel. Fabian Dietz musste auf die Strafbank und gab den Adlern so die Chance zur möglichen Vorentscheidung. Und die Kurpfälzer nutzten das Powerplay. David Wolf von der blauen Linie zum 1:3 (47.).

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären danach bemüht, aber sie spielten es nicht zu Ende. Der Fehlerteufel war nach wie vor im Spiel der Eisbären und die Mannheimer Defensive ließ auch kaum eine Lücke. Nach vorne lauerten die Mannen von Chefcoach Pavel Gross auf Konter, um das Spiel endgültig zu entscheiden.
Oder aber sie nutzen einfach erneut ihr Powerplay, denn neun Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Matt White die nächste Strafzeit für die Berliner im Schlussdrittel. Und eben klappte es ja mit einem Tor durch David Wolf. Doch diesmal klappte es nicht, weil das Penaltykilling der Eisbären gute Arbeit leistete.
Danach die Eisbären nach vorne ausgerichtet, aber die Zuspiele kamen nicht an. Entweder versprang die Scheibe oder aber ein Mannheimer Schläger war vorher am Puck. Die Adler-Defensive ließ kaum etwas zu. Sie blockten die Schüsse vor Dennis Endras und ließen die Eisbären damit verzweifeln. Diese waren zwar bemüht, fanden aber kein Mittel gegen das Abwehr-Bollwerk der Mannheimer.
Zur Krönung folgte dann zwei Minuten vor dem Ende auch noch eine Strafe wegen zu vieler Spieler für die Eisbären. Passte zum heutigen Abend. Doch am Spielausgang änderte dieses Unterzahlspiel nicht mehr und so siegten die Mannheimer mit 3:1 in Berlin.

Eine Niederlage, welche verdient war. Weil Mannheim in jedem Drittel seine Leistung abrief und gute Phasen hatte. Die guten Phasen der Eisbären überstanden sie schadlos mit Ausnahme des Anschlusstores beim Konter. Ansonsten spielten die Adler dass sehr abgezockt und routiniert über die gesamte Spielzeit. Die Eisbären hingegen hatten wie bereits erwähnt ihre guten Phasen, nur waren diese zu wenig und zudem leistete man sich eindeutig zu viele Fehler im Spielaufbau. Die Puckannahme war ein großes Problem, die Scheibenkontrolle ebenso, viele kleine Dinge funktionierten heute nicht so richtig, weshalb das große Ganze auch nicht so klappte wie noch am Sonntag in Mannheim.
Dieses Spiel wird mit Sicherheit nochmal die Problemstellen der Berliner vorm Playoff-Start offengelegt haben. Wozu auch das Powerplay zählt, welches zur Zeit unter Ladehemmung leidet. Inwiefern Serge Aubin diese Partie aber auch für Experimente nutzte und ob diese für den Spielausgang verantwortlich waren, wird nur der Chefcoach selbst wissen. Letztendlich wird man aber ein Spiel gegen den Erzrivalen nicht einfach so abschenken und so bleibt die Hoffnung, dass am Sonntag bei der Generalprobe in Augsburg die Eisbären wieder ihr anderes Gesicht zeigen. Nämlich ihr Playoff-Gesicht. Denn in dieser Saison kann jede Niederlage schmerzlich sein, denn mit zwei Niederlagen ist deine Saison zu Ende. Nun also heißt es, die Partie aufzuarbeiten und am Dienstag dann mit Vollgas in die Playoffs zu starten. Und für den Start natürlich das nötige Selbstvertrauen am Sonntag in Augsburg abholen. Damit wir am nächsten Wochenende nicht bereits in die Sommerpause müssen.

Schwer verdauliche Kost: Die Eisbären besiegen Nürnberg in einem sehr zähen Spiel mit 4:3 n.P.

Ausgabe #16:

Das war ein sehr zähes Spiel: Die Eisbären Berlin haben ihr vorletztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 4:3 n.P. (1:1,0:1,2:1/0:0,1:0) gewonnen. Überzeugend war der Auftritt der Berliner dabei nicht, aber am Ende zählen dann nur die zwei Punkte, welche man eingefahren hat. Die Lehren aus diesem Spiel werden die Verantwortlichen schon ziehen.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte für das Spiel gegen die Franken wieder auf PC Labrie zurückgreifen, welcher in der vierten Reihe zusammen mit Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Dafür war Eric Mik heute siebter Verteidiger. Ansonsten blieb alles beim alten, warum sollte Aubin nach dem Coup in Mannheim auch großartig was ändern? Wenn gleich die Ausfälle von Leo Pföderl, Mark Zengerle und Haakon Hänelt sehr schmerzen. Im Tor stand übrigens auch heute wieder Mathias Niederberger.

In Schwenningen absolvierte er sein 900. DEL-Spiel für die Eisbären Berlin. Die Rede ist natürlich von Kapitän und Legende Frank Hördler. Heute vor dem Spiel gegen Nürnberg wurde „Nante“ (so einer seiner Spitznamen) für sein Jubiläum von Manager Peter-John Lee geehrt. Auf dem Cube lief ein Video mit Szenen aus seiner Karriere und dazu Stimmen von ehemaligen oder aktuellen Mitspielern.

Tiefschlaf der Eisbären zu Beginn

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und die Berliner schwelgten zu Beginn anscheinend noch in Erinnerungen, denn nach nur 19 Sekunden schlug es bereits hinter Mathias Niederberger im Tor ein. Den ersten Schuss konnte der Eisbären-Goalie noch parieren, die Scheibe ging zurück in den Slot, wo Tom Gilbert abzog und zum 0:1 traf. Sehr zur Enttäuschung von Niederberger. Denn er hatte sich den Start sicherlich ganz anders vorgestellt. Doch seine Vorderleute waren noch im Tiefschlaf, was sich auch danach fortsetzte, als es einen Fehlpass nach dem nächsten zu bestaunen gab. Die Eisbären waren komplett von der Rolle in den Anfangsminuten.
Hoffnung auf Besserung versprach das erste Überzahlspiel nach vier Minuten, als Brett Pollock wegen Beinstellens in die Kühlbox musste. Aber auch dort wurde es nicht besser, Kris Focuault mit dem einzigen gefährlichen Schuss mit Ablauf der Strafe.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Die Eisbären taten sich schwer in einem Spiel, in dem es letztendlich für beide um nichts mehr ging. Die Berliner waren sicher Erster im Norden und für die Champions Hockey League (CHL) qualifiziert, die Franken hatten mit der Vergabe der Playoff-Tickets nichts mehr zu tun. Scheinbar konnte sich die Mannschaft von Coach Frank Fischöder besser für dieses Spiel motivieren. Den Eisbären fehlte es an Schnelligkeit, sie bewegten die Beine nicht richtig, es fehlte die nötige Spritzigkeit, zu oft versprang die Scheibe und ein Fehler reihte sich an den nächsten.
Nürnberg, die hier keinesfalls ein Top-Spiel ablieferten, waren einfach hellwach und lauerten auf die Fehler der Eisbären und stibitzten ihnen die Scheiben immer wieder weg.
So Mitte des ersten Drittels näherten sich die Hausherren mal dem Tor an. Kris Foucault zunächst mit dem Bauerntrick, doch Niklas Treutle war auf der Hut und parierte diese Versuch. Der anschließende Onetimer aus dem Slot von Foucault ging am Tor vorbei. Aber den Gastgebern bot sich gut fünf Minuten vor der ersten Drittelpause die nächste Chance, als Patrick Reimer auf die Strafbank wanderte und den Eisbären das zweite Powerplay bescherte. Und dieses Überzahlspiel war schon deutlich gefährlicher als das erste und es brannte auch mal lichterloh vor Niklas Treutle. Und für 44 Sekunden hatte man dann sogar zwei Mann mehr auf dem Eis, als Tom Gilbert seinem Kapitän folgte. Jetzt musste es doch mit dem Ausgleich klappen. Und so war es dann auch. Die Eisbären mit dem ruhigen und geduldigen Spielaufbau, Jonas Müller spielte die Scheibe an der blauen Linie rüber zu Ryan McKiernan und der sorgte für das 1:1 (17.).
Die darauffolgende einfache Überzahl blieb dann aber ungenutzt, auch, weil man es verpasste, einen Spieler vor das Tor zu stellen, um Niklas Treutle die Sicht zu nehmen. Aber immerhin nahm man das 1:1 aus diesem Powerplay mit.
Nun waren die Eisbären aber besser drin im Spiel und hatten auch den Zug zum Tor der Franken. Das 1:1 hatte ihnen sichtlich Aufwind gegeben. Doch den nahm man sich in der letzten Spielminute selbst wieder, als Simon Després die erste Strafzeit der Eisbären kassierte. Die ersten 40 Sekunden der Unterzahl überstanden die Berliner schadlos und so stand es nach zähen ersten 20 Minuten 1:1-Unentschieden.

Schwere Kost im Mitteldrittel

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Und auch die restlichen 80 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels überstanden die Eisbären ohne große Probleme. Dennoch erwischten die Franken wieder den aktiveren Beginn und hatten Zug zum Tor von Mathias Niederberger, ohne jedoch eine hochkarätige Torchance herauszuspielen. Diese hatte dann Luke Adam nach vier Minuten, als die Zuordnung in der Eisbären-Defensive nicht stimmte und er frei vor Niederberger zum Abschluss kam, doch der Berliner Goalie parierte diesen Schuss sicher.
Die Eisbären wirkten zu Beginn des Mitteldrittels wieder etwas fahrig, nicht ganz bei der Sache, während Nürnberg durchaus fokussiert war. Wohl auch deswegen stellte Serge Aubin seine Reihen etwas um.
Nach acht Minuten dann die Chance für die Eisbären einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen. Strafe gegen Tom Gilbert und Powerplay. Aber auch das rüttelte die Berliner nicht wach. Ganz im Gegenteil, Fehler von Frank Hördler, Tyson McLellan zündete den Turbo und wollte Mathias Niederberger ausspielen. Schaffte er aber nicht, denn Niederberger gewann dieses Eins-gegen-Eins-Duell. Machtlos war er aber neun Minuten vor der zweiten Pause, als Tom Gilbert seinen Kapitän Patrick Reimer auf die Reise schickte, der kam mit viel Speed über rechts ins Angriffsdrittel, zog vom Bullykreis aus ab und die Scheibe ging über der Stockhand von Niederberger ins Tor – 1:2 (31.).

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Und die Chance zum dritten Tor bot sich den Franken nur wenig später, als Parker Tuomie in die Kühlbox musste. Powerplay für Nürnberg also. Aber diese Chance ließen die Ice Tigers ungenutzt.
Die Eisbären taten sich nach vorne schwer, kamen erst in der Schlussphase mal zu guten Chancen durch Lukas Reichel und John Ramage. Nur von Erfolg gekrönt waren diese nicht.
Zweieinhalb Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels meldete sich PC Labrie zurück im Dienst und durfte dafür für zwei Minuten in die Kühlbox. Das nächste Nürnberger Powerplay stand nun an. Aber auch dieses änderte nichts am Spielausgang in einem ganz schwachen DEL-Spiel, welches niemanden von den Sitzen riss. Nürnberg nahm eine 2:1-Führung mit in die Kabine, weil sie mehr investierten als die Eisbären.

Nach dem 1:3 werden die Eisbären kurz wach

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Im letzten Drittel ging die Schonkost weiter. Es ging zwar hin und her, aber das Tempo war nicht gerade hoch und viel Gefahr vor den Toren gab es auch nicht. Es wirkte ein wenig wie ein Trainingsspiel. Dabei stehen wir so kurz vor den Playoffs, wo das Niveau ein komplett anderes ist. Und dieses werden die Eisbären mit Sicherheit auch erreichen, wenn es in die Endrunde der PENNY DEL geht. Dann werden wir ganz andere Berliner sehen als es heute der Fall war.
Das Spiel heute konnte man vergessen. Sechs Minuten war das letzte Drittel alt, da erhöhte Timo Walther auf 3:1 für Nürnberg. Die Berliner mit mangelhafter Zuordnung hinten und Walther schlenzte die Scheibe per Handgelenkschuss ins Eck.
Die Entscheidung? Noch nicht, denn nur eine Minute später sorgte Sebastian Streu für neue Hoffnung bei den Eisbären. Simon Després hatte von der blauen Linie abgezogen und Streu fälschte den Schuss entscheidend ab – 2:3 (47.). 31 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.

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Und plötzlich waren die Eisbären hellwach. Kris Focuault behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte sie hoch zu Lukas Reichel und dessen Onetimer schlug im Nürnberger Tor ein – 3:3 (48.).
Gerade, als man drohte einzuschlafen, fielen die drei Tore und man musste auf der Pressetribüne wieder eine aufrechte Haltung einnehmen, man hätte sonst was verpassen können.
Fortan waren die Hausherren die aktivere Mannschaft und von Nürnberg kam in der Phase nicht mehr so viel. Die Eisbären wollten direkt noch einen Treffer nachlegen, was ihnen jedoch nicht gelang.
Danach beruhigte sich die Partie wieder und man konnte wieder eine etwas entspanntere Position im Stuhl einnehmen.
Gegen Ende hin wurde die Mannschaft von Coach Frank Fischöder wieder aktiver und sorgte immer wieder für Gefahr vor Mathias Niederberger. Aber auch, weil das Defensivverhalten der Berliner heute äußerst dürftig war. Wenn du in den Playoffs so verteidigst, ist nach zwei Spielen bereits Saisonende. Bestraft wurde das heute aber nicht und so ging es beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

Erster Sieg nach Verlängerung/Penaltyschießen

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In der Verlängerung hatten beide Mannschaften durchaus die Chance, die Partie zu entscheiden, allen voran die Eisbären, sie taten es aber nicht. Und so musste nach 65 Minuten Spielzeit das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Sollte die schwarze Serie der Eisbären heute enden? Schließlich hatte man alle vier vorherigen Verlängerungen bzw. Penaltyschießen verloren.
Und heute war es endlich so weit. Matt White und Kris Foucault trafen für die Eisbären, Luke Adam nur für Nürnberg. Somit blieb der Zusatzpunkt in der Hauptstadt.

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Ein Sieg, mit dem man bis zum 1:3 nicht unbedingt rechnen konnte. Die Eisbären taten sich enorm schwer, leisteten sich zu viele Fehler und wirkten unkonzentriert. Nürnberg, für die es hier um nichts mehr ging, war sehr engagiert und wollte sich anständig aus dieser Saison verabschieden. Die Eisbären hingegen nahmen eine Schonhaltung ein, was aber wohl auch den Experimenten von Trainer Serge Aubin geschuldet war, der immer mal wieder die Reihen umstellte. Es gilt schließlich nach dem bitteren Saisonende für Torjäger Leo Pföderl die besten Reihen für die bevorstehenden Playoffs zu finden. Ob er fündig geworden ist, wird nur er selbst wissen.
Was man aber sagen muss: Wenn die Eisbären gefordert werden, dann liefern sie auch. Und das wurden sie auch nach dem 1:3. Da schalteten die Eisbären mal kurz auf Offensive um und glichen innerhalb von nur zwei Minuten zum 3:3 aus. Nur, um danach wieder ihre Schonhaltung anzunehmen und Nürnberg das Spiel zu überlassen. Die Franken konnten nur daraus nichts machen und so musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen, wo die Eisbären das bessere Ende auf ihrer Seite hatten. Das war dann aber auch schon das Beste an diesem doch sehr zähen Spiel.

4:1 in Mannheim! Eisbären siegen dank starker Teamleistung beim besten Team der Liga

So kann man mal auf eine Niederlage in Schwenningen reagieren: Nur einen Tag nach dem 2:4 im Schwarzwald besiegten die Eisbären Berlin die Adler Mannheim in deren eigener Arena hochverdient mit 4:1 (2:0,1:0,1:1) und gaben damit die richtige Antwort auf die Niederlage 24 Stunden zuvor, aber vor allem auf die beiden doch recht deutlichen Klatschen gegen München. Heute war man nahe dran am perfekten Auswärtsspiel hatte Matt White nach Spielende gesagt. Und damit hatte er recht, denn der Auftritt der Berliner war bärenstark und schockte die Mannheimer sichtlich.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin musste verletzungsbedingt auf Leo Pföderl verzichten. Was genau die Berliner Nummer 93 hat, wird man spätestens Dienstag nach eingehenden Untersuchungen erfahren. So wurde die deutsche Top-Reihe auseinander gerissen, denn an der Seite von Marcel Noebels spielten Matt White und Zach Boychuk. Giovanni Fiore, der in Schwenningen noch mit White und Boychuk zusammenspielte, bildete eine Formation mit Lukas Reichel und Kris Foucault. Dadurch kam es zur Wiedervereinigung der Reihe um Mark Olver, Sebastian Streu und Parker Tuomie. Olver rotierte also aus der vierten Formation heraus, wo stattdessen Eric Mik an der Seite von Nino Kinder und Fabian Dietz spielte. Alle Sturmreihen wurden also durcheinander gewirbelt durch den Ausfall von Leo Pföderl. Und auch im Tor stand heute Mathias Niederberger, der gestern noch geschont wurde. Tobias Ancicka nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Es war das Duell der beiden besten Teams in der diesjährigen Saison. Mannheim ging als Tabellenführer im Süden in dieses Spiel, die Eisbären als Erster im Norden. Auf dieses Duell hatte ganz Eishockey-Deutschland gewartet. Ein Duell, was viele sich auch als diesjähriges DEL-Finale vorstellen können.
Die Eisbären kamen top motiviert aus der Kabine und waren in der Anfangsphase leicht überlegen, hatten die ersten guten Abschlüsse. Und nach vier Minuten hatten sie auch gleich das erste Überzahlspiel in diesem Spiel, nachdem Thomas Larkin wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank musste. Das beste Powerplay war also im Einsatz. Ihnen gegenüber stand aber das beste Unterzahlspiel der Liga. Das erste Duell ging jedoch klar an das Penaltykilling der Adler, die nicht einen einzigen Torschuss zu ließen.
Fortan weiterhin die Eisbären im Vorwärtsgang. Mannheim kam bisher nicht nach vorne und auch zu keinem Torschuss, denn die Berliner Defensive stand sehr sicher. Den ersten Torschuss gaben die Kurpfälzer erst nach acht Minuten ab. Der Versuch von Florian Elias war aber zugleich die beste Chance des Spiels bis dahin. Mathias Niederberger war jedoch zur Stelle.
Doch Berlin war weiterhin die bessere Mannschaft und ging nach zehn Minuten in Führung. Fabian Dietz brachte die Scheibe zu Simon Després, der sie per Rückhand auf das Tor bringt. Nino Kinder fälschte sie noch ab, Dennis Endras bekam sie nicht unter Kontrolle und Fabian Dietz staubte zu seinem ersten Saisontor ab – 1:0.
Und noch in der selben Minute legten die Gäste einen nach. Zach Boychuk mit dem Sahne-Pass von rechts rüber auf links, durch zwei Verteidiger durch, auf Matt White, welcher problemlos zum 2:0 einschießen konnte. Was für ein Start der Eisbären! Zwei Tore innerhalb von nur 42 Sekunden.
Mannheim danach mit wütenden Angriffen, aber die Eisbären hielten dagegen. Die Zweikämpfe waren hart umkämpft. Die Eisbären hielten Mannheim weiterhin in Schach, die Adler bekamen in der Offensive nichts auf die Reihe, was an der starken Berliner Defensive lag.
Die Eisbären ärgerten Mannheim immer wieder mit ihrem aggressiven Forechecking, was sie wütend machte. Matthias Plachta griff Jonas Müller vor dem eigenen Tor unsauber von hinten an, was ihm zwei Minuten einbrachte. Das zweite Powerplay für die Eisbären also. Aber auch diesmal keine einzige Torchance für die Eisbären. Das Unterzahlspiel war das einzige, was in diesem Drittel gut lief bei den Adlern. Kaum waren die Mannheimer wieder komplett, konnten die Eisbären die Hausherren im eigenen Drittel festsetzen und hatten durch John Ramage eine dicke Chance. Dennis Endras rettete in höchster Not.
Die Eisbären nahmen eine hochverdiente 2:0-Pausenführung mit in die erste Drittelpause. Mannheim wirkte vom Auftritt der Berliner überrascht. Mannheims Verteidiger Thomas Larkin mit seiner Analyse zu den ersten 20 Minuten:

Wir sind nicht gut genug. Wir müssen besser Schlittschuh laufen. Wir haben nicht unser Spiel gespielt und müssen unser Tempo finden.

Zu Beginn des Mitteldrittels musste man mit einem anderen Auftritt der Kurpfälzer rechnen. In der Kabine dürfte die Ansprache von Coach Pavel Gross deutlich gewesen sein. Und so kamen die Hausherren sehr engagiert und schwungvoll aus der Kabine. Mannheim war nun besser drin im Spiel, machten viel Druck, noch aber taten sie sich schwer, die kompakte Defensive der Berliner zu knacken. Jason Bast hatte dann mal eine richtig gute Chance, aber Mathias Niederberger war zur Stelle.
Fünf Minuten waren gespielt, als Zach Boychuk wegen Haltens die erste Strafzeit für die Eisbären kassierte. Nun also die große Chance für Mannheim zum Anschlusstreffer. Das Problem nur: Die Adler haben das zweitschlechteste Powerplay der Liga. Und das Penaltykilling der Hauptstädter ist in dieser Saison bekannt für seine unheimliche Stärke. Und mehr als ein Onetimer von Matthias Plachta kam so auch nicht dabei heraus.
Mannheim war aber in diesem Drittel deutlich besser drin im Spiel. Sie spielten wesentlich druckvoller, setzten die Eisbären mit ihrem aggressiven Forechecking früh unter Druck. Die Zweikämpfe wurden härter, die Nickligkeiten nahmen zu. Berlin ließ sich provozieren und so musste Simon Després wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Mannheim nun also erneut in Überzahl. Doch mehr als zwei Schüsse ließen die Eisbären nicht zu. Und die Schüsse waren für Mathias Niederberger kein Problem, die parierte er sicher.
Auch fortan Mannheim weiter im Vorwärtsgang. Sie kamen zu Abschlüssen, doch immer wieder war Niederberger zur Stelle. So eine richtig hundertprozentige Chance hatten die Hausherren aber nicht. Was aber auch an der starken Defensivarbeit der Eisbären lag, welche die gefährlichen Räume vor dem Tor zu machten.
Gegen Ende des Mitteldrittels kassierte David Wolf die erste Strafzeit gegen die Adler in diesem Drittel wegen eines unkorrekten Körperangriffes. Aber auch im dritten Unterzahlspiel die Mannheimer mit einem starken Penaltykilling.
Was in Überzahl heute nicht klappen wollte, funktioniert dafür bei Fünf-gegen-Fünf. Giovanni Fiore mit dem Schuss aus der Drehung, Dennis Endras konnte die Scheibe nicht kontrollieren und Parker Tuomie staubte ab – 3:0 (39.).
Zum Ende hin dann nochmal eine Strafzeit gegen die Eisbären. Mark Olver musste für zwei Minuten in die Kühlbox, Mannheim also in der letzten Spielminute nochmal in Überzahl. Aber es blieb dabei, dass in Sachen Special Teams das Penaltykilling bisher am Besten funktionierte.
So nahmen die Eisbären trotz eines besseren Auftritts der Adler eine souveräne 3:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.
Fabian Dietz mit seinem Fazit nach 40 Minuten und einen Ausblick auf das letzte Drittel:

Wir machen alles richtig. Die Kleinigkeiten zählen heute und da sind wir größtenteils dabei, die gut umzusetzen. Ich glaube, das ist heute ausschlaggebend. Wir haben 40 Minuten gut gespielt. Jetzt schauen wir, dass die letzten 20 Minuten auch noch gut laufen und wir das Ding mit nach Hause nehmen.

48 Sekunden hatte Mannheim zu Beginn des letzten Drittels noch Überzahl, wo Matthias Plachta zwei gute Chancen hatte, sie aber nicht nutzen konnte.
Doch die nächste Chance für ein Powerplay folgte zugleich. Kapitän Frank Hördler kassierte in der 44. Spielminute wegen eines Stockschlags die nächste Berliner Strafzeit. Die Disziplin ließ doch arg zu wünschen übrig. Aber bisher ging es ja zum Glück noch gut. Pavel Gross nahm vor dem Überzahlspiel eine Auszeit, um seine Jungs darauf einzuschwören. Er hatte das Spiel noch nicht abgeschenkt. Und Dennis Endras ging 30 Sekunden später auch noch vom Eis. Pavel Gross also mit dem „Don-Jackson-Move“, der gerne mal seinen Goalie einige Minuten vor dem Spielende vom Eis nimmt. Vielleicht war es aber auch eine Übung für die Playoffs von Pavel Gross, für ein entscheidendes Spiel in einer sehr kurzen Serie. Am Ende ging es jedoch schief, denn Matt White versenkte die Scheibe im verwaisten Mannheimer Tor – 4:0 in Unterzahl (45.).
Damit war das Spiel natürlich entschieden, aber die restliche Spielzeit wurde dann dafür genutzt, um in Sachen Härte ein Zeichen Richtung Playoffs zu setzen. Da waren dann schon einige harte Checks dabei, die beide Teams zu Ende fuhren. Da wollte man dem Gegner deutlich machen, was ihn in den Playoffs erwartet, wenn man erneut aufeinander treffen könnte.
Die Special Teams waren trotzdem noch im Dienst. Sinan Akdag mit der nächsten Strafzeit für die Adler, Powerplay für die Eisbären also. Was aber natürlich ohne Torerfolg blieb.
Mannheim dann auch nochmal mit einem Powerplay nach einer Strafe gegen Kai Wissmann. Und jetzt zappelte die Scheibe im Tor. Matthias Plachta mit dem Ehrentreffer für die Adler – 4:1 (57.).
Damit war die Partie hier durch und die Eisbären nahmen einen überraschend deutlichen Auswärtssieg beim Erzrivalen mit.

Ein Sieg aber, der hochverdient war. Denn man lieferte über 60 Minuten ein Top-Spiel ab und hielt das beste Team der Liga fast über die komplette Spielzeit vom Tor fern. Die Schüsse, die auf das Tor von Mathias Niederberger kamen, waren keine großen Torchancen. Das Gegentor kurz vor Schluss ist sicherlich ärgerlich, war aber zu dem Zeitpunkt egal. Viel mehr überzeugten die Berliner heute mit ihrer kämpferischen Leistung. Man spielte als Team zusammen, jeder half dem anderen und vor dem Tor erwies man sich – im Gegensatz zu gestern – als eiskalt. Vier Tore in Mannheim hat in dieser Saison noch kein Team geschossen.
Die Eisbären überzeugten mit einer starken Defensivarbeit, machten die Räume vor dem Tor zu und zwangen Mannheim so zu Schüssen von außen. Nach vorne schaltete man immer blitzschnell um und nutzte die sich bietenden Chancen effektiv aus. Das Penaltykilling erwischte einen starken Tag, auch wenn es am Ende doch noch einen Gegentreffer gab. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. Wenn man heute überhaupt etwas kritisieren möchte, dann das Powerplay, was heute überhaupt nicht gefährlich war. Weil aber auch das Penaltykilling der Mannheimer sehr stark war.
Auch die Reihenumstellungen und die kurze Pause vor dem Spiel schwächte die Hauptstädter überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, sie zeigten eine sehr starke Leistung und gaben ein Statement in Richtung Playoffs ab, wenn gleich Matt White von einem Statement nichts wissen wollte:

Es ist wirklich ein sehr gutes Auswärtsspiel gewesen, das war ganz nahe dran am perfekten Auswärtsspiel. Vor allen Dingen hat uns geholfen, dass wir früh gut ins Spiel gekommen sind mit den beiden Toren. Auch vom Schlittschuhlaufen her war das heute eine sehr gute Leistung und das hat durchaus einen Unterschied gemacht. Aber ein Statement war es nicht so kurz vor den Playoffs. Ich erwarte auch in den Playoffs solche Spiele mit viel Körper, mit viel Intensität.

2:4 in Schwenningen: Kein Sieg im 900. DEL-Spiel von Eisbären-Kapitän Frank Hördler

Alles war angerichtet: Eisbären-Kapitän Frank Hördler absolvierte im Schwarzwald sein 900. DEL-Spiel, welches er natürlich gewinnen wollte. Doch daraus wurde nichts. Am Ende verloren die Eisbären Berlin bei den Schwenninger Wild Wings mit 2:4 (0:1,1:2,1:1) und kassierten damit die dritte Niederlage in den letzten vier Spielen. So knapp vor den Playoffs kommen die Eisbären also ins Straucheln, wenn gleich man nicht schlecht gespielt hat. Nur schlief man im Mitteldrittel für fünf Minuten, was Schwenningen eiskalt ausnutzte. Und zudem stockt der Offensiv-Motor ordentlich, denn zwei Tore bei 57 Torschüssen sind dann doch eindeutig zu wenig.

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin nahm einige Änderungen am Line-up vor. Einzig die Noebels-Reihe blieb zusammen. Zach Boychuk und Matt White bekamen mit Giovanni Fiore einen neuen Außenstürmer in die Reihe. Kris Foucault rotierte aus der Reihe heraus und spielte an der Seite von Parker Tuomie und Rückkehrer Sebastian Streu. Tuomie bekam somit zwei neue Sturmpartner, denn am Mittwoch spielte er noch mit Giovanni Fiore und Mark Olver zusammen. Fiore wurde bereits angesprochen, Olver rückte zwischen Nino Kinder und Fabian Dietz in die vierte Reihe, wo am Mittwoch noch Eric Mik spielte. Der war heute siebter Verteidiger. Im Tor stand erneut Tobias Ancicka, auf der Bank nahm aber nicht Mathias Niederberger Platz. Der wurde geschont, daher war Rihards Babulis Back-up-Goalie.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Berlin wollte Platz Eins weiter festigen, Schwenningen hingegen benötige jeden Punkt im Kampf um einen Playoff-Platz. Somit musste die Eisbären mit einem hochmotivierten Gegner rechnen.
Und früh im Spiel kassierten die Berliner durch Lukas Reichel wegen eines Stockschlags die erste Strafzeit. Da war gerade einmal eine Minute gespielt. Schwenningen, das im Süden noch das zweitbeste Powerplay hatte, tat sich in der Verzahnungsrunde jedoch schwer. Da war man in Überzahl das zweitschlechteste Team. Und das sollte sich auch bestätigen, denn außer zwei Schüssen bekamen die Wild Wings nicht viel zu Stande. Dafür hatte Leo Pföderl in Unterzahl die beste Chance, doch er traf nur den Pfosten.
Danach die Hausherren aber sehr engagiert und druckvoll. Einmal musste Tobias Ancicka in höchster Not retten. Aber auch die Eisbären waren im Vorwärtsgang, doch beide Defensivreihen machten die Räume vor dem Tor eng. So kam es zwar zu Abschlüssen, eine hochkarätige Chance war jedoch nicht dabei. Beide Teams störten sich auch immer wieder früh im Spielaufbau. Man merkte es den Teams an, dass sie hier bereit waren und den Sieg für sich holen wollten.
Die Eisbären waren dann das Team, welches sich immer mehr Chancen heraus arbeitete, aber Joacim Eriksson bewies einmal mehr, warum er zu den besten Goalies der DEL gehört. Doch es wurde immer brenzliger vor dem Tor der Schwarzwälder. Nach vorne ging von Schwenningen in dieser Phase gar nichts mehr. Zu stark war der Druck der Berliner.
Doch wie es im Eishockey nun mal so ist: Nutzt du deine Chancen vorne nicht, kassierst du hinten einen. Troy Bourke blieb vor dem Tor hängen, die Scheibe lag frei und Andreas Thuresson hämmerte sie ins lange Eck – 0:1 (18.). Der Torschütze verletzte sich dabei jedoch und ging sofort in die Kabine.
So nahmen die Hausherren hier eine durchaus glückliche Führung mit in die Kabine. Aber am Ende zählt eben nicht die Statistik sondern das, was auf der Anzeigetafel steht.

Zu Beginn des Mitteldrittels kehrte Andreas Thuresson zurück auf das Eis. Und nur 19 Sekunden nach Wiederbeginn kassierte Ex-Eisbär Darin Olver zwei Strafminuten wegen eines Cross-Checks. Jetzt war Vorsicht für Schwenningen angesagt, denn die Hauptstädter stellen das beste Powerplay der PENNY DEL. Und dort machten es die Wild Wings den Eisbären sehr schwer. Erst gegen Ende des Überzahlspiels schlugen die Eisbären zu. Zunächst vergab Giovanni Fiore noch, doch dann kam die Scheibe über Marcel Noebels und Leo Pföderl zu Jonas Müller, welcher sich Goalie Joacim Eriksson ausguckte und den Puck ins Tor schlenzte. Da die Scheibe so schnell wieder aus dem Tor heraus kam, musste der Videobeweis die Entscheidung bringen. Und dort war klar zu sehen, dass es ein reguläres Tor war – 1:1 (23.). Bereits das siebte Saisontor von Jonas Müller. Wahnsinn!
Dann durften die Gastgeber mal in Überzahl ran, denn Ryan McKiernan musste wegen eines Stockschlags in die Kühlbox. Und auch in diesem Unterzahlspiel hatten die Berliner durch Giovanni Fiore eine gute Chance. Schwenningen hatte seine Chancen, aber Tobias Ancicka mit sehr guten Saves. Starkes Spiel von Tobi!
Dann mal ein Drei-auf-Eins-Konter der Berliner. Sebastian Streu hätte schießen können wenn nicht sogar müssen, entschied sich aber für den Pass auf Matt White, welcher abzog, aber diese Chance nicht nutzen konnte. Es wäre mehr drin gewesen, hätte Streu doch noch selbst abgezogen. Das Selbstvertrauen darf er ruhig haben, denn er spielt eine starke Saison.
Anschließend ein hart umkämpftes Spiel. Beide schenkten sich wenig Platz auf dem Eis. Schwenningen dann mal mit einem guten Angriff und dem guten Auge für den frei stehenden Christopher Fischer, welcher die Scheibe bekam und per Onetimer im Berliner Tor versenken konnte – 1:2 (31.).
Die Hausherren mussten dann aber wieder in Unterzahl ran. Tyler Spink musste für zwei Minuten auf die Strafbank. Und nur 22 Sekunden später musste der Torschütze zum 2:1 nach einem Kniecheck gegen Leo Pföderl auch auf die Strafbank. Pföderl musste verletzt in die Kabine. Und seine Teamkollegen hatten die dicke Chance zum Ausgleich mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Aber die Gäste von der Spree hatten Probleme bei der Scheibenannahme und konnten so für keinerlei Gefahr vor dem Tor von Joacim Eriksson sorgen.
Doch die Hausherren hatten nun eine Disziplin-Problem, denn kaum waren die Wild Wings wieder komplett, musste mit Emil Kristensen der nächste Schwenninger in die Kühlbox. Erneutes Powerplay also für die Eisbären. Und dort Ryan McKiernan mit einem unnötigen Fehlpass in den Lauf von Troy Bourke, der den richtigen Riecher hatte und frei vor Tobias Ancicka auftauchte. Bourke ließ sich diese Chance nicht entgehen und nahm die Einladung dankend an – 1:3 (35.).
Die Gastgeber erwiesen sich als eiskalt vor dem Tor. Wenn ihnen sich eine dicke Chance bietet, dann nutzen sie diese auch. Und die Eisbären spielten ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende. Da fehlte die nötige Konzentration, um den Angriff bis zum Ende durchzuziehen. Ob man da mit dem Kopf evtl. schon in Mannheim war? Was natürlich Schwenningen gegenüber nicht fair wäre, denn man sollte jeden Gegner in dieser Liga Ernst nehmen und mit dem nötigen Respekt gegenübertreten. Schwenningen schlägt man nun mal nicht eben im Vorbeigehen.
Dieses Spiel war hier noch nicht verloren, 20 Minuten hatte man noch Zeit. Aber dafür musste man an der Einstellung etwas ändern, denn die war nicht wirklich dem Spiel entsprechend. Und vielleicht sollte man auch mal die Einladungen der Wild Wings annehmen, die gut 30 Sekunden vor der zweiten Pause erneut eine Strafzeit durch David Cerny kassierten. Vom besten Powerplay der Liga war hier aber bisher nichts zu sehen. Doch dieses Überzahlspiel war noch nicht vorbei, zu Beginn des letzten Drittels sollte dieses Powerplay fortgesetzt werden.
Zunächst aber einmal Mark Olver mit seinem Fazit nach 40 Minuten:

Es läuft alles noch nicht so richtig gut für uns. Wir waren gut drin im Spiel, bis Schwenningen die zwei Tore gemacht hat.

Zu Beginn des letzten Drittels also noch 90 Sekunden Powerplay, aber die Konzentration war weiterhin nicht da. Man brauchte fast eine Minute, um mal in die Formation zu kommen. Da blieb dann kaum noch Zeit, sich eine gute Chance zu erspielen. So überstanden die Hausherren diese Unterzahl ohne große Probleme.
Die Eisbären danach zwar immer wieder mit Abschlüssen, doch vor große Probleme stellte man Joacim Eriksson mit diesen Schüssen nicht. Schwenningen hingegen lauerte auf weitere Fehler der Eisbären, um dann zu kontern.
Als sich die Eisbären kurz vor dem Powerbreak mal im Schwenninger Drittel festsetzen konnten, kam Matt White auf der rechten Seite an die Scheibe, guckte sich vor dem Tor Eriksson aus und schlenzte die Scheibe ins lange Eck – 2:3 (49.).
Nun waren die Eisbären also nur noch ein Tor weg und sie investierten jetzt richtig viel in dieses Spiel, während von Schwenningen nichts mehr nach vorne kam. Der Druck der Berliner nahm zu, doch noch stand „die Wand“ Joacim Eriksson im Schwenninger Tor sicher und ließ keine Scheibe durch. Der Auftritt der Hauptstädter war aber nun deutlich besser als noch im zweiten Drittel. Die Chancen waren da, die Angriffe wurden stark zu Ende gespielt.
Gut sechs Minuten vor dem Ende der Partie nahm Serge Aubin bereits seine Auszeit. Der Berliner Chefcoach gab dieses Spiel also noch lange nicht verloren und schwor seine Jungs auf die Schlussphase ein.
Dann nahmen sich die Eisbären in Person von Mark Olver selbst den Schwung durch eine unnötige Strafzeit in der 55. Spielminute. Für die Hausherren mal Zeit zum Durchatmen, für die Eisbären wertvolle Zeit, die ihnen bei der Aufholjagd verloren ging. Doch die Unterzahl überstanden die Berliner schadlos. Gut vier Minuten blieben ihnen nun noch, um den Ausgleich im Schwarzwald zu erzielen.
90 Sekunden vor dem Ende nahm Aubin Goalie Tobias Ancicka vom Eis, doch seine Jungs vertändelten durch Marcel Noebels die Scheibe im Angriffsdrittel, Travis Turnbull kam an die Scheibe und versenkte sie im verwaisten Berliner Tor zur Entscheidung – 2:4 (59.).
Damit war die Partie entschieden und der Wiederstand der Berliner gebrochen. Eine unnötige Niederlage im Schwarzwald.

Weil man im Mitteldrittel den Fuß vom Gas genommen hat und die nötige Konzentration vermissen ließ. In dieser Phase leistete man sich zu viele Fehler, was Schwenningen eiskalt ausnutzte. Hinzu kommt noch die mangelnde Chancenverwertung im ersten und letzten Drittel. Insgesamt 57 Torschüsse gaben die Eisbären am Ende ab, da sind zwei Tore natürlich eindeutig zu wenig.
In dieser Liga musst du nun mal volle 60 Minuten deine Leistung abrufen, machst du das nicht, verlierst du die Spiele. Morgen Nachmittag gibt es die sofortige Chance zur Wiedergutmachung, wenn man auf die Adler Mannheim trifft. Alles andere als einfach, sind die Kurpfälzer doch in dieser Saison das beste Team der PENNY DEL. Da muss man über die gesamte Spielzeit hellwach und konzentriert sein, zudem sich keine Fehler erlauben. Denn die Adler nutzen so etwas konsequent aus.

Jubilar Frank Hördler war trotz allem nicht unzufrieden, außer mit den fünf Minuten im Mitteldrittel:

Es lag an den fünf Minuten im zweiten Drittel. Da haben wir ein bisschen vom Gas abgelassen und dafür wurden wir knallhart bestraft. Ansonsten denke ich, war der Rest ein super Spiel von beiden Mannschaften.

Was genau Leo Pföderl sich zugezogen hat, stand nach Spielende nicht fest. Christopher Fischer, welcher für die Verletzung letztendlich verantwortlich war, hat sich nach dem Spiel im Interview noch bei Leo Pföderl entschuldigt und gesagt, dass es definitiv keine Absicht war und er hofft, dass Leo bald wieder spielen kann. Großartige Geste von Christopher Fischer!

Tobias Ancicka: „Ich muss einfach weiter hart arbeiten und jede Chance nutzen“

Tobias Ancicka hat in der diesjährigen PENNY-DEL-Saison sein Debüt für die Eisbären Berlin gegeben. Gleich in seinem ersten DEL-Spiel in Wolfsburg am 22.12.2020 feierte der 20-jährige Youngster seinen ersten Shutout. In 65 Minuten konnten die Niedersachsen den Eisbären-Goalie nicht überwinden. Das gelang ihnen erst im Penalytschießen.
Seitdem kommt Tobias Ancicka auf zehn DEL-Spiele, in denen er eine sensationelle Fangquote von 93,04 Prozent sowie eine sehr starken Gegentorschnitt von 1,89 pro Spiel aufweist. Mit diesen Werten kann Ancicka natürlich sehr zufrieden sein. Wie er aber selbst sagt, wäre seine bisherige Leistung ohne die Hilfe seiner Vorderleute nicht möglich gewesen:

Ich muss natürlich auch ganz klar sagen, dass wir ein Team haben, das jedes Spiel defensiv hart arbeitet und die mir dabei helfen, jedes Spiel einen guten Job zu machen. Ohne die würde es nicht so gut aussehen.

Von den bisher zehn Spielen in dieser Saison begann Ancicka sieben Mal als Start-Goalie und wurde in den restlichen drei Partien für Mathias Niederberger eingewechselt. Bei seinen sieben Starts blieb er einmal ohne Gegentor, kassierte je zweimal ein und zwei Gegentore, einmal drei Gegentore und einmal sechs Gegentore. Bei seinen drei Einwechslungen waren es zweimal ein Gegentor und einmal zwei Gegentore.
Das alles sind Zahlen, die sich in seiner Debüt-Saison mehr als sehen lassen können. Und in allen Einsätzen hat Tobias Ancicka sein Können angedeutet und bewiesen, dass er in Zukunft ein sehr guter Goalie werden kann. Doch wo sieht er selbst noch Verbesserungspotential?

Ich muss einfach jedes Spiel weiter nutzen, so wie ich das bis jetzt gemacht habe. Natürlich kann ich immer irgendwo an Kleinigkeiten arbeiten. Ich habe hier mit Sebastian Elwing einen Torwarttrainer, der sehr, sehr gut ist und der mir in jedem Training Tipps gibt und weiter hilft. Ich muss einfach weiterhin hart arbeiten und jede Chance nutzen.

In Berlin bildet der 20-jährige Goalie ein Torhüter-Duo mit Mathias Niederberger. Der ehemalige Düsseldorfer Schlussmann gehört zu den besten Torhütern der DEL. Im Vergleich zu Niederberger weist Ancicka die bessere Fangquote und den besseren Gegentorschnitt auf. In 26 Spielen wehrte Niederberger 92,22 Prozent aller Schüsse ab und weist einen Gegentorschnitt von 2,14 auf. Was natürlich auch noch sehr gute Werte sind. Bei den Shutouts liegt Mathias Niederberger mit fünf deutlich vorne.
Wie versteht sich Ancicka aber mit seinem Goalie-Kollegen?

Ja na klar, er gibt mir viele Tipps, er hilft mir da unglaublich, auch im Training gibt er mir Tipps. Es ist natürlich gut für mich, dass ich da so einen guten Torhüter vor mir habe, wo ich auch viel abgucken kann.

Morgen Nachmittag wird Tobias Ancicka zu seinem elften Einsatz in dieser Saison kommen. Beim Duell im Schwarzwald gegen die Schwenninger Wild Wings bekommt er seinen achten DEL-Start. Auf der Bank wird dann aber nicht Mathias Niederberger als Back-up sitzen. Den Platz wird der Youngster Rihards Babulis einnehmen, da Niederberger für das Duell am Sonntag in Mannheim geschont werden soll. Aber mit Tobias Ancicka hat man einen gleichwertigen Ersatz im Tor stehen. Und am Mittwoch stand der 20-jährige auch schon im Tor gegen Schwenningen, ließ nur zwei Tore zu und zeigte jede Menge überragende Paraden. Das darf er morgen gerne wiederholen.

6:2 gegen Schwenningen: Die Eisbären zeigen die erhoffte Reaktion, aber überzeugen dennoch nicht über die volle Spielzeit

Ausgabe #15:

Die Wiedergutmachung nach der 0:5-Schmach gegen München ist geglückt: 24 Stunden nach der Klatsche gegen Red Bull München gewannen die Eisbären Berlin ihr Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings klar mit 6:2 (2:2,2:0,2:0) und zeigten damit die erhoffte Reaktion. Man machte in den entscheidenden Momenten die Tore und konnte sich hinten bei Tobias Ancicka bedanken, dass man am Ende vom Ergebnis her ohne große Mühe gewann. Denn das Ergebnis spiegelte nicht unbedingt den Spielverlauf wider. Denn die Gäste aus dem Schwarzwald zeigten über 40 Minuten eine ansprechende Leistung und hatten gute Chancen. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin änderte an den Sturmreihen nur zwei Spieler. Giovanni Fiore rückte in die Reihe von Matt White und Zach Boychuk. Er nahm den Platz von Kris Foucault ein, welcher dafür an der Seite von Mark Olver und Parker Tuomie stürmte. Dort spielte gestern noch Fiore. Und in der vierten Reihe gab es einen erwarteten Wechsel, da Haakon Hänelt zur Nationalmannschaft düste. Eric Mik nahm seinen Platz neben Nino Kinder und Fabian Dietz ein. Und auch im Tor gab es einen wohl zu erwartenden Wechsel angesichts des straffen Spielplans. Tobias Anicka, welcher bereits im letzten Drittel gegen München das Tor hütete, stand heute von Beginn an zwischen den Pfosten.

Guter Beginn, dann aber nachgelassen

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Für die Eisbären gab es nach dem gestrigen Spiel nur ein Ziel: Sie wollten das heutige Spiel gewinnen, egal wie. Man wollte eine Reaktion gegen Schwenningen folgen lassen. Dass das nicht einfach werden würde, hatte man jedoch bereits beim Magenta-Sport-Cup gesehen, als man in beiden Spielen deftige Niederlagen einstecken musste.
Doch davon war zu Beginn noch nicht viel zu sehen. Eher war es ein verhaltener Beginn von beiden Seiten.
Nach fünf Spielminuten setzten sich die Hausherren aber mal fest im Angriffsdrittel. Lukas Reichel spielte die Scheibe von hinter dem Tor hoch in den Slot zu Marcel Noebels, welcher direkt abzog. Die Scheibe kam aber so schnell wieder aus dem Tor heraus, dass die beiden Hauptschiedsrichter Aleksander Polaczek und Marian Rohatsch sicherheitshalber noch einmal zum Videobeweis fuhren, dort aber nur ihre Meinung bestätigt sahen – 1:0. Die Top-Reihe der Berliner hatte also mal wieder produziert, denn neben Noebels und Reichel war auch Leo Pföderl an diesem Tor beteiligt.
Und die Hauptstädter legten gleich nach. Nur zwei Minuten später ertönte der Tor-Jingle erneut in der Arena am Ostbahnhof. Und es war eine Kopie des 1:0. Diesmal mit umgekehrter Rollenverteilung. Marcel Noebels mit dem Pass von hinter dem Tor hoch in den Slot, wo diesmal Lukas Reichel per Onetimer einnetzte – 2:0 (7.). Der zweite Assist ging erneut an Leo Pföderl, die Top-Reihe hatte sich also sichtlich viel vorgenommen, nachdem es ja bisher in den Nord-Süd-Vergleichen nicht wirklich rund lief für sie.

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Aber dann kam die Antwort der Schwäne. Tylor Spink zog mit viel Speed von links vor das Tor, wo er Tobias Ancicka umkurvte und zum Anschlusstreffer einnetzte – 2:1 (10.). Die Mannschaft von Chefcoach Niklas Sundblad gab also sofort ein Lebenszeichen ab und deutete an, dass das Spiel noch lange nicht entschieden war.
Fortan war viel Intensität drin, es ging rauf und runter, beide Teams suchten immer wieder den Torabschluss. Es war ein munteres Spiel, welches man sich gut anschauen konnte. Und Schwenningen belohnte sich für seinen guten Aufwand. Denn sie kamen hier nach einem 0:2-Rückstand tatsächlich zurück. Daniel Pfaffengut war auf Zuspiel von Maximilian Hadraschek per Onetimer erfolgreich. Sein Schuss ging in der kurzen Ecke rein – 2:2 (15.).
Die Gäste aus dem Schwarzwald wirkten in dieser Phase spritziger, immer einen Schritt schneller als die Eisbären und zudem scheibensicherer. Als John Ramage auf die Strafbank wanderte, hatte Schwenningen zudem sein erstes Powerplay der Partie. Was jedoch nur 35 Sekunden dauern sollte, denn dann folgte ihm Colby Robak wegen eines hohen Stocks in die Kühlbox. Somit ging es mit Vier-gegen-Vier und einem anschließenden kurzen Berliner Überzahlspiel weiter. Doch beide Situationen brachten keinerlei Torgefahr und so stand es nach dem ersten Drittel 2:2-Unentschieden.

Erneut zwei Tore der Eisbären und ein sehr starker Tobias Ancicka

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Auch zu Beginn des zweiten Drittels war wieder viel Intensität drin. Das Spiel war hart umkämpft. Es ging weiter hin und her mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Eine richtig torgefährliche Chance war aber noch nicht mit dabei gewesen.
Doch dann kamen die Eisbären wie aus dem Nichts zur erneuten Führung. Parker Tuomie bezwang Patrik Cerveny, nachdem dieser zuvor noch gegen Kris Foucault parieren konnte. Foucault setzte nach, fuhr rum ums Tor, spielte den Pass an den kurzen Pfosten auf Tuomie, welcher Cerveny keine Chance ließ – 3:2 (26.). Der Schwenninger Goalie hatte sich bei seinem Abwehrversuch wohl weh getan, jedenfalls musste er auf dem Eis kurz behandelt werden.
Und er hatte sich wohl nicht nur weh getan, denn nur 41 Sekunden später schlug die Scheibe erneut hinter dem Wild-Wings-Goalie ein. Jonas Müller hatte abgezogen und auf 4:2 erhöht (26.). Cerveny verließ danach das Eis und humpelte anschließend in die Kabine. Gute Besserung an dieser Stelle. Für ihn kam Luis Benzing ins Tor.

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Trotz des Doppelschlags gaben die Gäste hier nicht auf. Sie spielten weiter munter nach vorne und konnten die Eisbären auch mal im eigenen Drittel festsetzen und sie dabei ganz schön unter Druck setzen. Einzig das Glück im Torabschluss fehlte der Mannschaft aus dem Schwarzwald. Aber der Einsatz stimmte und sie hatten dann auch die Chance, in Überzahl zu verkürzen. Doch daraus wurde nichts, denn das Penaltykilling der Eisbären ließ nichts zu.
Fortan ging es weiter hin und her. Die Eisbären suchten nach der vermeintliche Vorentscheidung, während Schwenningen hier nochmal einen Fuß in die Tür bekommen wollte. Und den Schwänen bot sich in der Schlussphase nochmal die Chance dazu, als Lukas

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Reichel für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Schwenningen also nochmal in Überzahl. Und die Gäste spielten ein starkes Powerplay, nahmen Tobias Ancicka unter Beschuss, doch der junge Berliner Schlussmann mit einem guten Stellungsspiel. Er parierte sämtliche Versuche der Wild Wings in Überzahl. Ganz stark, Tobi!
Dank der Paraden nahmen die Hausherren hier eine 4:2-Führung mit in die zweite Drittelpause. Ein Drittel geprägt von Verletzungen. Neben Cerveny erwischte es bei Schwenningen auch noch Maximilian Hadraschek. Am Schlimmsten jedoch traf es Schiedsrichter Aleksander Polaczek, welcher sich eine Ellbogenverletzung zu gezogen hatte und noch während des Spiels ins Krankenhaus gefahren wurde. Gute Besserung an dieser Stelle an alle Drei!

Die Eisbären lassen nichts mehr anbrennen

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Das letzte Drittel bot zunächst viel Kampf, aber wenig Torraumszenen. Einzig ein Pfostenschuss von Dylan Yeo und eine gute Chance von Leo Pföderl konnte man in den ersten gut zehn Minuten notieren. Ansonsten waren beide Mannschaften zwar bemüht, jedoch ohne die nötige Durchschlagskraft in der Offensive.
Dann aber mal die Eisbären, welche sich im Angriffsdrittel festsetzen konnten und gut Druck aufbauten. An deren Ende war es Zach Boychuk, welcher die Scheibe nach einem Gewühl vor Benzing aus der Luft volley nahm – 5:2 (49.).
Damit dürfte die Berliner Nummer 89 für die endgültige Vorentscheidung gesorgt haben, wenn gleich man Schwenningen nie abschreiben sollte. Das hat das Spiel in den ersten knapp 50 Minuten bereits bewiesen. Aber der Weg für die Schwäne wurde nun natürlich weit, um wieder zurück ins Spiel zu finden. Das Problem für Schwenningen war aber auch, dass die Eisbären trotz der Drei-Tore-Führung nicht aufhörten, nach vorne zu spielen. Immer mal wieder tauchten sie vor Luis Benzing auf, doch der junge SERC-Schlussmann machte einen guten Job hinten im Tor.
In der Defensive ließen die Eisbären nicht viel zu, eine richtige Schlussoffensive der Schwarzwälder war hier aber auch nicht zu sehen. Weil sie mit zunehmender Spieldauer auch einsehen mussten, dass das hier nichts mehr werden würde.

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Nachdem sich die beiden ehemaligen Team-Kameraden Frank Hördler und Alexander Weiß von ihrem „Oster-Wochenende“ erzählten und dafür für zwei Minuten auf die Strafbank musste, nahm Niklas Sundblad doch noch seine Auszeit. Vielleicht wollte er das Spiel hier doch noch nicht abschenken. Was aber bei drei Toren Rückstand doch sehr ambitioniert war. Aber er riskierte alles und nahm seinen Goalie raus und so konnte Schwenningen ein Fünf-gegen-Vier-Überzahl spielen. Mit dem Letzten Mute der Verzweiflung versuchte es Niklas Sundbald also. Doch das brachte ihm nur den sechsten Gegentreffer ein. Matt White machte das halbe Dutzend voll und schoss die Scheibe ins verwaiste Schwenninger Tor – 6:2 (57.).
Die Gäste in den letzten drei Minuten dann noch mit einem weiteren Powerplay, aber das sollte natürlich am Spielausgang nichts mehr ändern. Die Eisbären brachten das 6:2 souverän zu Ende und zeigten damit die erhoffte Reaktion nach dem 0:5 gegen München gestern Abend.

Dennoch war es kein komplett überzeugender Auftritt der Hausherren. Zwar fing man stark an und führte auch früh mit 2:0, doch dann kam man unerklärlicherweise von seinem Spielplan ab und Schwenningen wurde immer stärker. Der Lohn der guten Leistung der Schwenninger war der Ausgleich noch im ersten Drittel. Im zweiten Drittel sorgten die Eisbären per Doppelschlag innerhalb von nur 41 Sekunden für die Vorentscheidung in dieser Partie. Dennoch gab die Mannschaft von Niklas Sundblad nicht auf und erspielte sich im Mitteldrittel, vor allem in der Schlussphase in Überzahl, einige gute Möglichkeiten, welche jedoch der sehr stark haltende Tobias Ancicka zu Nichte machte. Erst im letzten Drittel spielte man das Spiel dann souverän zu Ende und baute das Ergebnis sogar noch aus. Schwenningen versuchte es zwar nochmal, aber letztendlich waren sie im Schlussdrittel nicht mehr wirklich gefährlich.
So fahren die Hauptstädter einen sehr wichtigen Sieg für das Selbstvertrauen ein, dennoch muss man an der Konzentration über 60 Minuten arbeiten. Man hat Schwenningen zwischendurch zu viel Platz gelassen und ihnen so die Chancen ermöglicht. Gegen Mannheim, die beste Mannschaft der diesjährigen PENNY-DEL-Saison, muss man sich enorm strecken, will man den Liga-Primus in die Knie zwingen. Kleiner Tipp: Vorher auf großspurige Ansagen in Richtung Kurpfalz verzichten…

0:5! Die Eisbären waren am Ende chancenlos gegen München

Ausgabe #14:

Der EHC Red Bull München ist mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Nummern zu groß für die Eisbären Berlin. Auch das zweite Duell verloren die Hauptstädter, diesmal mit 0:5 (0:2,0:2,0:1). Die Berliner waren am Ende chancenlos gegen eine starke Münchner Mannschaft, die nur so vor Spielfreude sprühte. Mit so einer Leistung zählt man aktuell nicht mehr zu den Titel-Kandidaten. 

Eisbären-Chefcoach Serge Aubin konnte heute wieder auf Zach Boychuk zurückgreifen, welcher direkt in seiner alten Sturmreihe zwischen Matt White und Kris Foucault stürmte. Giovanni Fiore rotierte daher aus dieser Reihe heraus und bildete stattdessen eine Formation mit Parker Tuomie und Mark Olver. Aus dieser Reihe ging somit Eric Mik raus und stand als siebter Verteidiger im Kader. Das Tor hütete wie auch beim „Hinspiel“ in München Mathias Niederberger.

Ein komplett verschlafenes erstes Drittel

Verteidiger Simon Després hatte München direkt nach dem Spiel am Oberwiesenfeld eine Kampfansage für das heutige „Rückspiel“ gemacht. Selbige gab man auch schon vor dem „Hinspiel“ in München ab. Der Ausgang ist allen bekannt. Also war heute die Frage, ob den Worten auch Taten folgten?
Auf jeden Fall kamen die Hausherren wild entschlossen aus der Kabine und gaben bereits in der ersten Spielminute die ersten drei Warnschüsse auf das Tor von Kevin Reich ab. Zweimal waren die Schüsse sichere Beute vom Münchner Goalie, einmal ging die Scheibe über das Tor. Aber es war den Eisbären durchaus anzumerken, dass sie hier auf Wiedergutmachung aus waren, nachdem man das Spiel in München mit 1:4 verloren hatte.

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Aber die erste dicke Chance gehörte den Gästen vom Oberwiesenfeld. Chris Bourque mit dem Versuch von der rechten Seite und dem Pfostentreffer. Glück für die Berliner also. Auch die zweite dicke Chance hatten die Gäste, als Yasin Ehliz überraschend im Slot aus der Drehung zum Abschluss kam. Mathias Niederberger konnte die Scheibe gerade so noch abwehren. Solche Unaufmerksamkeiten dürfen sich die Eisbären gegen München nicht allzu oft erlauben.
München fortan die bessere, weil zielstrebigere Mannschaft. Bei München sah das spielend leicht aus, wie sie sich vor das Berliner Tor kombinierten, während die Eisbären im Spielaufbau etwas zu behäbig wirkten, mal wieder nach einem Mittel gegen die kompakte Münchner Defensive suchten.
Hinten wirkten die Eisbären anfällig und offen wie ein Scheunentor. Derek Roy war der Nutznießer einer chaotischen Situation vor dem Berliner Tor, als weder Mathias Niederberger noch zwei Berliner Spieler vor dem Tor wussten, wo die Scheibe gerade ist. Roy war hellwach, rauschte heran und schoss den Puck ins leere Berliner Tor ein – 0:1 (10.). Die verdiente Führung für die Mannschaft von Coach Don Jackson.
Auch fortan taumelten die Eisbären weiterhin durch das Spiel, leisteten sich einen Fehlpass nach dem anderen. Sie waren stets zu weit weg vom Gegenspieler. München dürfte nach der Ansage von Simon Després alles erwartet haben, nur nicht harmlose und tollpatschige Eisbärchen. Ein weiteres Beispiel: Parker Tuomie ließ sich im eigenen Drittel die Scheibe ohne Not abnehmen, J.J. Peterka stand somit auf einmal frei vor Niederberger, konnte den Berliner Goalie aber nicht überwinden. Auch nicht mit seinem zweiten Versuch nur wenige Sekunden später.

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Knapp fünf Minuten vor der ersten Drittelpause schlug es dann aber doch ein zweites Mal im Berliner Tor ein. Matt Maione zog vom rechten Bullykreis ab, sein Schuss schlug im langen Eck ein, keine Chance für Niederberger, der aber auch komplett alleine gelassen wurde – 0:2 (16.).
Das Zweikampfverhalten der Eisbären ließ arg zu wünschen übrig. Immer wieder kam München zu einfach vor das Berliner Tor, weil die Eisbären einfach einen Schritt langsamer waren. Unerklärlich, hatten doch beide das letzte Spiel gegeneinander und somit die gleiche Regenrationszeit. Aber München wirkte wacher, spritziger, zielstrebiger, während die Berliner in allen Belangen unterlagen waren. Von einer Ansage war man im ersten Drittel erneut weit entfernt.
In den Schlusssekunden dann noch einmal Chaos vor Mathias Niederberger, der das 0:3 dank seines Einsatzes verhindern konnte. Zuvor rettete der Pfosten beim Schuss von Ethan Prow, den Rebound bekamen seine Teamkollegen nicht aus der Gefahrenzone. So lagen die Eisbären, aus ihrer Sicht sehr schmeichelhaft, mit 0:2 zurück. Serge Aubin dürfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen sein und so dürfte es eine deftige Kabinenansprache gegeben haben.

Auch im zweiten Drittel keine Gegenwehr der Eisbären

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So wirklich viel gebracht hatte sie jedoch nicht. Denn die haarsträubenden Fehler vor dem eigenen Tor waren auch zu Beginn des Mitteldrittels noch zu sehen und so bot sich Yasin Ehliz die erste gute Möglichkeit. Doch Mathias Niederberger war der einzige Eisbär mit Normalform, parierte diesen Schuss und hielt seine Mannschaft weiterhin im Spiel.
Danach sah man das Spiegelbild dieser Partie: Berlin rannte planlos an. Entweder spielte man die Scheibe tief und lief hinterher oder aber man versuchte es mit dem Kopf durch die Wand. München hingegen baute sein Spiel durchdacht auf, Chris Bourque kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte natürlich viel zu viel Platz, zog ab und die Scheibe ging über die Fanghandseite rein ins Tor – 0:3 (25.). Mathias Niederberger konnte einem leid tun, denn was nützt dir einer der besten Goalies der Liga, wenn du ihn so im Stich lässt, wie es die Eisbären heute Abend taten.

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Mitte des zweiten Drittels zeigten die Hausherren mal so etwas wie Einsatz, als es nach einem Angriff hinter dem Münchner Tor mal zum kurzen Austausch von Nettigkeiten kam. An deren Ende musste John Ramage und Yannic Seidenberg in die Kühlbox und durften sich abkühlen. Beide bekamen 2+2-Minuten, bei München musste zudem noch Andrew MacWilliam für zwei Minuten auf die Strafbank, so die Eisbären also in Überzahl. Vielleicht ging ja mal mit einem Mann mehr etwas. Und beinahe wäre der Anschlusstreffer gefallen, aber Zach Boychuk scheiterte am Pfosten. Doch zu mehr Torgefahr reichte es dann nicht mehr. Das war einfach zu wenig von den Hauptstädtern. Selbst mit einem Mann mehr fand man die Lücke in der Münchner Defensive nicht.
Wenn Torgefahr kam, dann von München. Klasse Aufbaupass der Gäste aus dem eigenen Drittel heraus auf Maxi Kastner, der frei vor Niederberger auftauchte, doch der Berliner Goalie verhinderte den vierten Gegentreffer. Wenn doch nur alle Eisbären die selbe Leistung wie ihr Goalie abgerufen hätten, dann wäre man hier nicht so chancenlos gewesen.

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München wirkte trotz der klaren und hochverdienten Führung immer noch hungrig, wollte vor den Playoffs noch eine richtige Duftmarke in der Hauptstadt setzen. Davon waren die Eisbären weit entfernt, auch wenn man es vor den Duellen gegen Red Bull ja noch lautstark angekündigt hatte.
Zum Ende des Mitteldrittels dann nochmal ein Powerplay für die Gastgeber nach einer Strafe gegen Daryl Boyle. Doch das Powerplay war unglaublich schlecht und zur absoluten Krönung sorgte Matt Maione auch noch für den Shorthander – 0:4 (40.). Frank Hördler mit dem unnötigen Scheibenverlust in der neutralen Zone und Maione fuhr alleine auf Niederberger zu. Der Berliner Goalie war dann auch machtlos und München nahm das Geschenk natürlich dankend an.
So führte München nach 40 Minuten mit 4:0 und angesichts der Berliner Leistung musste man im Schlussdrittel schlimmes erwarten.

Kein Aufbäumen im Schlussdrittel

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Und dieses begannen die Hausherren mit einem neuen Goalie. Tobias Ancicka stand für die letzten 20 Minuten im Berliner Tor, Mathias Niederberger war erlöst. An seiner Leistung lag es sicherlich nicht, dass er ausgewechselt wurde. Viel mehr wollte Trainer Serge Aubin dem jungen Ancicka Spielpraxis verschaffen und vielleicht sein Team nochmal wachrütteln.
Die Eisbären versuchten es fortan auch nochmal, aber durch unnötige Fehlpässe lud man München zu Kontern ein. So darfst du gegen ein Spitzenteam nicht auftreten, denn die nutzen solche Einladungen meistens aus.
Was den Eisbären aber nicht gelang, trotz ihres Anlaufens im letzten Drittel, war sich eine hundertprozentige Chance herauszuspielen. So waren die Schüsse allesamt kein Problem für Kevin Reich im Tor der Gäste.

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Dafür kassierten sie aber eine Strafzeit in Person von Zach Boychuk und so bekam München die Chance, in Überzahl die Führung noch weiter auszubauen. Und Frank Mauer kam auch zu zwei guten Möglichkeiten aus dem Slot heraus, aber Tobias Ancicka war zur Stelle und hielt sein Tor sauber. Doch dann war auch der junge Berliner Goalie machtlos. Weil seine Vorderleute keine Bewegung in der Box hatten, München sich die Scheibe munter hin und her spielen konnte und Zach Redmond am Ende problemlos zu 5:0 einschießen konnte (51.).
Anschließend passierte nicht mehr viel. Die Luft war raus aus dem Spiel. Beide nochmal mit einem Powerplay, was aber auch nichts Zählbares mehr einbrachte. So brachte München den Sieg souverän über die Zeit und zeigte den Eisbären auch im zweiten Aufeinandertreffen deutlich die Grenzen auf.

Auch die zweite Ansage der Eisbären verlief ins Leere. Zwar dachte man in der ersten Minute noch, sie hätten sich hier wirklich was vorgenommen. Doch relativ schnell musste man feststellen, dass dem nicht so war. München war den Eisbären in allen Belangen überlegen. Sie waren spritziger, waren immer einen Schritt schneller, zogen ihren Spielplan durch und waren vor dem Tor eiskalt. Und trotz ihrer Führung merkte man München den Siegeswillen durchweg an. Sie wollten immer weiter machen und nachlegen. Die Eisbären hingegen wirkten kraftlos, planlos, ohne Esprit, spielten nicht als Team zusammen, trafen stets die falschen Entscheidungen, wollten zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Es fehlte der Mannschaft von Serge Aubin einfach an allem, was man in so einem Spiel zeigen muss. Vor allem dann, wenn man vor den Spielen gegen München solche Ansagen macht, dass man eine Botschaft senden wolle und dass sich München im Rückspiel warm anziehen müsse. Den Worten folgten auf dem Eis jedoch keine Taten und so bekamen die Eisbären in beiden Spielen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Und mit solchen Leistungen verabschieden sie sich auch aus dem Kreis der Titel-Favoriten, denn Mannheim und München sind dann doch ein ganz anderes Kaliber. Und auch wenn München in dieser Saison geschwächelt hat, so scheinen sie rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt voll da zu sein.
Was auch auffällt, die Top-Reihe um Noebels, Pföderl und Reichel ist längst nicht mehr so gefährlich wie noch in den Nord-Duellen. Auch andere Leistungsträger wie u.a. Kris Foucault und Matt White sind derzeit nicht in den Top-Form. Was aber heute auf die gesamte Mannschaft zu traf. Außer die Goalies, welche einem in solchen Spielen am meisten leid tun.
Eine Chance zur Reaktion haben die Eisbären gleich morgen Abend an selber Stelle, wenn man ab 18:30 Uhr die Schwenninger Wild Wings empfängt. Diese sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und vielleicht auch vorher auf großspurige Ansagen verzichten.

1:4 in München: In 55 Sekunden schenken die Eisbären das Spiel am Oberwiesenfeld her

Man wollte im Hinblick auf die bevorstehenden Playoffs eine Botschaft senden. An München, an Mannheim. Am Ende bekam man die Botschaft vom Gegner selbst gesendet und die saß. Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel am Ostersonntag beim EHC Red Bull München mit 1:4 (1:1,0:2,0:1) verloren und damit die erste Niederlage nach zuvor vier Siegen in Serie kassiert. Der Knackpunkt waren zwei Gegentore innerhalb von 55 Sekunden zu Beginn des Mitteldrittels. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Eisbären nicht mehr. 

Bei den Berlinern kehrte Kris Foucault in den Kader zurück. Deshalb stellte Chefcoach Serge Aubin die Sturmreihen um. Mark Olver wurde aus der Reihe mit Giovanni Fiore und Matt White heraus genommen, denn Kris Foucault nahm diesen Platz in der zweiten Reihe wie vor seiner Verletzung wieder ein. Mark Olver bildete mit Parker Tuomie und Eric Mik die dritte Reihe. Fabian Dietz und Haakon Hänelt, welche gegen Straubing noch an der Seite von Parker Tuomie stürmten, waren nun zusammen mit Nino Kinder die vierte Reihe. Somit hatte Aubin also im Kracher-Duell wieder volle vier Reihen zur Verfügung. Was in so einem Spiel von großem Vorteil ist. Und ebenso wichtig war natürlich die Torhüter-Position, welche Mathias Niederberger bei den Eisbären bekleidete.

Die Special Teams dominieren das erste Drittel

Yasin Ehliz gab die Marschroute vor dem Spiel vor, als er sagte, man wolle Berlin früh stören, damit diese nicht ins Rollen kommen. Denn das die Eisbären in diesem Jahr enorm stark spielen und zum Favoritenkreis auf die Meisterschaft gehören, ist auch der Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson nicht entgangen.
Von Beginn an war es das erwartet hart umkämpfte Spiel. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg zum Tor und kamen auch zu guten Abschlüssen. Beide Goalies, Danny Aus den Birken und Mathias Niederberger, standen also sofort im Mittelpunkt des Geschehens. Doch beide Torhüter zeigten, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehören. München dabei das etwas aktivere Team, was zu Hause nichts Neues ist.
Die Special Teams kamen nach sechs Minuten erstmals zum Einsatz, als Andrew MacWilliam wegen eines Stockschlags auf die Strafbank musste. Powerplay also für die Eisbären, wo sie in diesem Jahr zu den besten Teams gehören. Und zweimal wurde es auch gefährlich vor dem Münchner Tor, doch zum Torerfolg sollte es nicht reichen.
Aber die nächste Chance folgte sogleich. Maximilian Daubner kassierte nach neun Minuten die zweite Strafe für München, diesmal wegen Beinstellens. Die zweite Chance also für die Hauptstädter, in Überzahl die Führung zu gehen. Und diesmal klappte es. Leo Pföderl mit seinem 20. Saisontor. Frank Hördler brachte die Scheibe auf das Tor, wo Lukas Reichel und Leo Pföderl alleine standen. Reichel mit dem Pass auf Pföderl und der hatte keine großen Probleme, die Scheibe ins leere Tor einzuschießen – 1:0 (10.).
Das Berlin gut im Powerplay ist, schien sich jedoch nicht bis nach München herum gesprochen zu haben, denn J.J. Peterka mit der dritten Strafzeit für München in der elften Spielminute wegen Hakens. Erneut wurde es gefährlich vor dem Tor von Danny Aus den Birken, aber auch München hatte durch Justin Schütz die dicke Möglichkeit zum Ausgleich, doch er scheiterte mit seinem Alleingang an Mathias Niederberger.
Die Special Teams waren weiterhin im Einsatz, diesmal war aber mal das Münchner Powerplay an der Reihe. Fabian Dietz kassierte die erste Berliner Strafzeit wegen eines hohen Stocks. Doch München kam nur zu einer dicken Möglichkeit durch Yannic Seidenberg, aber dessen Onetimer parierte Niederberger äußerst stark.
Machtlos war der Berliner Goalie dann aber drei Minuten vor der ersten Drittelpause. Maxi Daubner und J.J. Peterka mit der klasse Vorarbeit für Maxi Kastner, welcher die Scheibe im langen Eck versenkte – 1:1 (17.).
Und die schlechten Nachrichten für die Eisbären gingen weiter. Eric Mik mit der zweiten Strafzeit auf Berliner Seite wegen Beinstellens. Und auch in diesem Überzahlspiel wurde es gefährlich vor dem Berliner Tor, aber die Hauptstädter überstanden diese brenzlige Situation und so ging es beim Stand von 1:1 und noch sechs Sekunden Powerplay für München in die erste Drittelpause.
J.J. Peterka mit seiner Analyse zum Auftaktdrittel:

Es ist ein sehr hart umkämpftes Spiel. Wir müssen mehr von der Strafbank wegbleiben und unser Spiel denen aufzuzwingen und in deren Drittel zu spielen.

Ein Doppelschlag schockt die Eisbären

Und das Mitteldrittel begann denkbar schlecht aus Berliner Sicht. Yannic Seidenberg mit dem Sahnepass von hinten heraus auf Frank Mauer, welcher frei vor Mathias Niederberger auftauchte und ihm die Scheibe lässig durch die Schoner schob – 1:2 (21.). 36 Sekunden war das zweite Drittel da gerade einmal alt. Die kalte Dusche also für die Berliner, welche aber noch kälter ausfallen sollte. Fehler der Eisbären im Angriffsdrittel, Justin Schütz mit dem Konter über links, dann mit dem Querpass rechts rüber auf Yasin Ehliz, welcher die Scheibe eiskalt im Tor versenkte – 1:3 (22.). 55 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Toren.
Und wenn es einmal schlecht läuft, dann richtig. Kris Foucault kassierte nur 13 Sekunde später die nächste Strafzeit für die Eisbären. Und im Powerplay hatte Trevor Parkes die Riesenchance zum 4:1, als er frei vor Niederberger auftauchte, diese Chance aber vergab.
Die Berliner mussten sich von diesem Schock zu Beginn des Drittels erstmal erholen, das merkte man ihnen an. Sie waren fortan zwar bemüht, nach vorne zu spielen, aber München ließ nicht viel zu, machte die Räume eng. Die Hausherren taten nicht mehr als nötig, wenn sie aber mal vor das Tor der Eisbären kamen, wurde es durchaus gefährlich. Den Eisbären mangelte es an Ideen, die kompakte Defensive der Gastgeber mal zu knacken, auch der Spielwitz ging verloren.
Diesen könnte man vielleicht in Überzahl wiederfinden, denn diese bekam man fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause. Philip Gogulla mit der Strafe wegen eines hohen Stocks. Und das Überzahlspiel lief ja heute sehr gut und einmal konnte man schon treffen. Aber das Powerplay glich sich dem zweiten Drittel der Eisbären an. Sie bekamen nichts auf die Reihe und so überstand München die Unterzahl ohne große Mühe schadlos.
Erst in der Schlussphase die Eisbären mal mit der besten Chance im zweitem Drittel, als Parker Tuomie bei einem Zwei-auf-Eins-Konter nur die Latte traf. So blieb es beim 1:3-Rückstand aus Berliner Sicht nach dem zweiten Drittel. Kapitän Frank Hördler mit seinem Fazit zum zweiten Drittel:

Ja, tatsächlich wissen wir ja, dass München solche Chancen nutzt und da haben wir viel zu viel zugelassen. München ist auch im zweiten Drittel stärker raus gekommen, hat viele, viele schnelle Spielzüge gemacht. Das haben sie gut gemacht. Wir müssen die Kleinigkeiten besser machen, gerade in der neutralen Zone. Dass wir eben jedes Mal den Puck tief kriegen und dass wir auch unser Forecheck einbringen können, dass wir auch Druck ausüben können. Wir müssen auch Schüsse auf das Tor bekommen, Danny ist ein guter Torhüter, da müssen wir schießen, schießen, schießen.

Schwungvoller Beginn, aber das 1:4 zog den Stecker

Und die Eisbären kamen wild entschlossen zurück auf das Eis und machen gleich Druck auf das Münchner Tor, gaben wie von Frank Hördler gefordert sofort Schüsse auf das Tor von Danny Aus den Birken ab.
Doch dann kam München mal ins Angriffsdrittel, Jakob Mayenschein ließ sich hinter dem Tor nicht von Ryan McKiernan am Pass vor das Tor hindern und Maxi Daubner netzte eiskalt ein – 1:4 (43.). Auch da stimmte die Zuordnung nicht. Daubner zu frei vor dem Tor und McKiernan kann, obwohl er an Mayenschein dran ist, ihn nicht am Zuspiel hindern. Das ist einfach kein gutes Defensivverhalten.
Und man schwächte sich weiter. Mark Olver mit einer unnötigen Strafzeit im Angriffsdrittel wegen Hakens. Doch München konnte diese „Einladung“ nicht annehmen, sorgte für keinerlei Gefahr vor Mathias Niederberger.
Mitte des letzten Drittels die Eisbären mit einem guten Wechsel und guten Chancen durch Kris Foucault und Matt White, aber ohne Glück im Abschluss. Das hatte auch Lukas Reichel nicht, als er fünf Minuten vor dem Ende nur den Pfosten traf. Chancen waren also am Ende nochmal da, aber nutzen konnte man sie nicht mehr.
Ryan McKiernan stoppte dann den Schlussspurt durch die nächste Strafe wegen Hakens. München nun also mit zwei Minuten Powerplay. Zwei Minuten, die sie die Eisbären vom eigenen Tor fernhalten und so dem sicheren Sieg entgegensteuern konnten. Den fuhren sie am Ende auch ein. München setzte seine Siegesserie fort und beendete zugleich die der Eisbären.

Fazit

Im ersten Drittel sah das Spiel der Berliner noch gut aus, vor allem in Überzahl. Da konnte man auch durch Leo Pföderl in Führung gehen, doch verpasste man es, auch noch ein zweites Tor nachzulegen. So kam München dank einer guten Schlussoffensive zum Ausgleich. Der Knackpunkt war dann letztendlich der Start ins zweite Drittel, den die Hauptstädter komplett verschliefen. Innerhalb von 55 Sekunden schenkte man das Spiel in München her, sah zudem bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Da hatte man es den Hausherren deutlich zu einfach gemacht. Danach fanden die Eisbären nicht mehr zurück ins Spiel und waren auch immer einen Schritt zu weit weg vom Gegenspieler. Auch im Schlussdrittel, wo man sicherlich nochmal gute Chancen hatte, schaffte man es nicht mehr, das Ruder hier rumzureißen. Weil man sich aber auch immer wieder unnötige Strafzeiten leistete und dadurch selbst schwächte. Und auch so mangelte es heute am Spielwitz und der nötigen Kreativität, die Münchner Defensive mal in Verlegenheit zu bringen. Das war heute eindeutig zu wenig, auch einige Leistungsträger wurden von München heute kaltgestellt. Da klingt die Ansage von Verteidiger Simon Després nach dem Spiel in Richtung München fast etwas zu überheblich: „Macht euch bereit für Dienstag!„. Das ging ja heute schon schief, denn von der Botschaft, die man in München setzen wollte, war rein gar nichts zu sehen. Die setzten dagegen die Münchner. Und zwar deutlich.