Kleiner Mann ganz groß! Austin Ortega mit zwei Treffern Matchwinner beim 3:2-Sieg n.V. am Straubinger Pulverturm

Sechs Playoff-Duelle umfasste die Begegnung zwischen den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin bisher. In Erinnerung ist vor allem die letzten Pre-Playoff-Partie geblieben, welche die Hauptstädter vor zwei Jahren in der dritten Verlängerung nach 104 Minuten für sich entschieden. Siegtorschütze damals war Jamie MacQueen gewesen. Auch heute ging es in Spiel Eins mal wieder in die Overtime. Und erneut behielten am Ende die Eisbären die Oberhand. „Nur“ 70:31 Minuten dauerte das Spiel diesmal und Austin Ortega hieß der Held auf Seiten der Berliner. Er entschied Spiel Eins nicht nur mit seinem Treffer in der Verlängerung, nein, er erzielte zuvor auch in der regulären Spielzeit das 2:1. Der kleine Mann entwickelt sich immer mehr zum größten Trumpf der Eisbären. Dieser Transfer hat sich bereits jetzt mehr als gelohnt. 

Vom ersten Bully an wurde hier deutlich, um was es für beide Mannschaften geht. Das erste Spiel in so einer kurzen Serie (Best-of-three) ist enorm wichtig, gerade für das Heimteam, welches mehr Druck hat als der Gast. Beide starteten hoch konzentriert, standen hinten sehr kompakt und wollten keine Fehler machen. Jeder Zweikampf wurde zu Ende gefahren und erste Duftmarken gesetzt. Eben Playoff-Hockey.
Beide Teams störten den Frühaufbau des Gegners früh, spielten ein aggressives Forechecking. Die Special Teams könnten ein entscheidender Faktor in den Playoffs sein, das erste Powerplay der Partie gehörte den Hausherren, aber das Penaltykilling der Eisbären leistete gute Arbeit und so überstanden die Berliner die erste Unterzahl schadlos.
Das Spiel wog hin und her, beide Mannschaften suchten immer wieder den Abschluss, hundertprozentige Chancen suchte man jedoch vergeblich, was an den starken Defensivreihen lag. Beide Teams anschließend noch einmal mit der Chance in Überzahl, Straubing einmal und Berlin zweimal. Beide versuchten bei numerischer Überzahl Chancen zu kreieren, beide Unterzahlformationen arbeiteten jedoch stark und wenn Chancen da waren, dann behielten beide Goalies – Jeff Zatkoff und Kevin Poulin – die Oberhand. Richtig brenzlig wurde es nur kurz vor der ersten Drittelpause bei einem Powerplay der Berliner, doch Jamie MacQueen und Brendan Ranford vergaben die dicksten Chancen im Auftaktdrittel, welches somit torlos enden sollte.

Dieses Powerplay nahmen die Gäste von der Spree mit ins Mitteldrittel und da hatte Jamie MacQueen eine gute Chance, doch Zatkoff war auf dem Posten. Aber die Berliner nahmen den Schwung mit und starten äußerst druckvoll in den zweiten Abschnitt, setzten Straubing in deren Drittel fest und nahmen das Tor von Zatkoff unter Beschuss.
Aber dann liefen sie in einen der gefürchteten Straubinger Konter, Sven Ziegler mit dem Schuss von der linken Seite, Kevin Poulin parierte, ließ die Scheibe aber zur Seite prallen, wo Vladislav Filin lauerte und abstauben konnte – 0:1 (24.). Der Konter kam nach einer Chance von Kai Wissmann zu Stande.
Der Gegentreffer schockte die Eisbären aber keinesfalls, sie spielten weiter nach vorne und machten Druck. Dann gerieten beide Teams nach einer Eisbären-Chance aneinander, auf Seiten der Tigers mussten Michael Connolly, Marcel Brandt und Kael Mouillierat in die Kühlbox, bei den Eisbären Louis-Marc Aubry und Jonas Müller. Die etwas längere Pause nach der Rauferei tat den Eisbären besser. André Rankel wurde vor dem Tor angespielt, schoss, die Scheibe rutschte Zatkoff durch die Schoner, lag frei vor der Torlinie. Martin Buchwieser sah die Scheibe, schaltete am schnellsten und brachte sie über die Linie – 1:1 (30.).
Das zweite Drittel entwickelte sich größtenteils zu einem Spiel auf ein Tor – und zwar das von Jeff Zatkoff, welcher aber außer dem Treffer von Martin Buchwieser nichts zu ließ.
Straubing kam erst in den letzten Minuten des zweiten Drittels wieder besser ins Spiel, kam wieder öfters ins Drittel der Eisbären und durch Top-Scorer Jeremy Williams zu einer richtig guten Chance, aber Poulin war zur Stelle und hielt das 1:1 nach 40 Minuten fest.

Das letzte Drittel begann mit einem Paukenschlag der Eisbären. 42 Sekunden waren gerade einmal gespielt, da zog Micki DuPont von der blauen Linie ab, Austin Ortega hielt die Kelle in den Schuss und schon lagen die Berliner erstmals an diesem Abend vorne – 2:1 (41.).
Erneut ein guter Beginn der Eisbären, die durch Sean Backman die nächste dicke Chance hatten, als er freistehend im Slot zum Abschluss kam, jedoch knapp am Tor vorbei zielte.
Straubing musste sich von diesem Schock erst einmal erholen, sich kurz schütteln, suchte dann aber sofort den Weg nach vorne und kam mit zunehmender Spieldauer immer besser ins Spiel. Und als sich die Tigers im Angriffsdrittel festsetzten und eine Druckphase hatten, klingelte es im Berliner Gehäuse. Zuvor schon gute Möglichkeiten für die Hausherren, die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, Steven Seigo zog von rechts ab, Antoine Laganiére hielt sein Arbeitsgerät in den Schuss und fälschte unhaltbar für Poulin ab – 2:2 (47.).
Nach dem Ausgleichstreffer hatten die Gastgeber das Momentum auf ihrer Seite, wollten den Schwung mitnehmen und hatten dann auch erneut ein Powerplay nach einer Strafe gegen Florian Kettemer. Und in diesem hatte Williams die beste Chance, fand aber in Poulin seinen Meister.
Die Eisbären fortan mit einem guten Forechecking, mit einer guten Phase, drängten ihrerseits auf das 3:2. Aber ein Check von Jonas Müller gegen Vladislav Filin sorgte für die nächste Eisbären-Unterzahl. Aber die Berliner mit einem starken Penaltykilling, ließen keine gefährliche Chance zu, überstanden die Unterzahl also schadlos und hätten beinahe 3,3 Sekunden vor dem Ende noch den Siegtreffer erzielt. Aubry kam vor dem Tor zum Schuss, Tigers-Verteidiger Frederik Eriksson bekam jedoch im letzten Moment seinen Schläger dazwischen und sorgte somit dafür, dass die Partie in die Verlängerung ging.

So wie vor zwei Jahren, beim letzten Pre-Playoff-Duell dieser beiden Mannschaften, als es bis zur 104. Spielminute dauern sollte, ehe Jamie MacQueen für die Entscheidung in der Partie und der Serie sorgte. Florian Kettemer wurde nach dem letzten Drittel auf das heutige Spiel angesprochen und er sagte, keiner wolle den entscheidenden Fehler machen und man selbst weiß, dass Jeder im Team scoren kann und darauf verlasse man sich.
Und die Eisbären waren es, die die ersten Duftmarken in der ersten Verlängerung abgaben. Sie setzten sich erstmals fest und brachten jede Scheibe zum Tor, Jeff Zatkoff hatte alle Hände voll zu tun.
In der 65. Spielminute hatte dann aber Tigers-Topscorer Jeremy Williams die Riesenchance zum Siegtreffer, als er auf der linken Seite freistehend zum Abschluss kam. Kevin Poulin machte aber die Schotten dicht. Williams schlug mit dem Schläger dann nochmal nach und so kassierte er zwei Minuten, die Berliner also mit dem Powerplay, in dem Straubing durch Michael Connolly jedoch die beste Chance hatte, aber auch er scheiterte an Poulin.
Anschließend ging es hin und her, beide Teams suchten den Weg zum Tor, wollten die Entscheidung erzwingen. Für diese sorgten am Ende die Eisbären. Konter der Berliner, Ortega und Ranford spielten einen klasse Doppelpass und Ortega hatte dann keine große Mühe, die Scheibe im leeren Straubinger Tor unterzubringen – 3:2 nach 70:31 Minuten!

Unglaublich, den Eisbären gelingt in Straubing der fünfte Sieg in Folge und dieser ist auch absolut verdient. Immer wieder habe ich über die Saison kritisiert, dass die Mannschaft nie über die volle Spieldauer alles geben würde, es immer wieder Phasen gab, in denen man einfach nicht gut Eishockey spielte. Und nun? Nun legen die Berliner die längste Siegesserie der Saison hin, spielten über fast 71 Minuten sehr konzentriert, standen hinten sehr kompakt und ließen wenig hochkarätige Chancen zu. Jeder unterstützte Jeden, die Defensive die Offensive und umgekehrt. Die Mannschaft kämpfte geschlossen um den Sieg, was in dieser Saison eher selten der Fall war. Aber die Eisbären scheinen gerade zur richtigen Zeit ihre Mentalität, ihre Moral, ihren Kampfgeist wieder zu finden. Alles Eigenschaften, die in den Playoffs von großer Bedeutung sein können. Und dass die Eisbären in den Playoffs ein sehr unbequemer Gegner sein können, dass wissen alle Mannschaften in der DEL. Und das Selbstvertrauen des DEL-Rekordmeister wächst mit jedem weiteren Sieg. Fünf Siege in Serie sind es nun und ein Ende der Serie ist aktuell nicht in Sicht.
Doch die Eisbären sind gut beraten, nur von Spiel zu Spiel zu denken. Heute war Spiel Eins, dieses hat man gewonnen und sich somit das Heimrecht geholt. Am Freitag kann man das Viertelfinal-Ticket buchen. In der derzeitigen Verfassung der Eisbären sollte dieses Vorhaben am Freitag in die Tat umgesetzt werden. Und dann ist wirklich alles möglich!

Pre-Playoff-Stand: Straubing Tigers vs. Eisbären Berlin 0:1 (2:3 n.V.)

Pre-Playoffs/Straubing Tigers vs. Eisbären Berlin: Zuletzt sehr starke Eisbären treffen auf ihren Angstgegner

Die Hauptrunde ist Geschichte und die Playoffs stehen vor der Tür. Eine aus Sicht der Eisbären grausame Hauptrunde nahm am Ende doch noch ein versöhnliches Ende. Zwar entspricht Platz Neun keinesfalls den Ansprüchen der Berliner und waren die Pre-Playoffs nicht das erklärte Ziel der Hauptstädter, doch zeigte die Formkurve gerade rechtzeitig deutlich nach oben. Erstmals in dieser Spielzeit gelangen dem Team von Chefcoach Stéphane Richer vier Siege in Folge. Zudem gewann man sechs der letzten sieben Spiele, ist das aktuell heißeste Team der Liga. Das Problem? Die Niederlage setzte es bei den Niederbayern,  dem jetzigen Gegner im Kampf um einen Platz im Viertelfinale. Mit 3:7 kamen die Eisbären vor kurzem am Pulverturm unter die Räder. Generell lag Straubing den Eisbären in dieser Saison überhaupt nicht und war der Pulverturm zuletzt kein gutes Pflaster für Berlin.

Schauen wir aber auf die Historie dieses Duelles, dann kann man positiv der Serie entgegen blicken. Denn sowohl die Halbfinalserie 2012 als auch die Pre-Playoff-Serie vor zwei Jahren entschied der Hauptstadt-Club für sich. Besonders Jamie MacQueen dürfte die Serie von vor zwei Jahren bestens in Erinnerung haben, war er es doch, der damals den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte, als er in der dritten Verlängerung das 3:2 erzielte. Es war der einzige Sieg in den letzten sieben Gastspielen in Niederbayern.
So oder so sind also noch Rechnungen offen, auf beiden Seiten.

In dieser Saison trafen beide Mannschaften viermal aufeinander. Straubing gewann beide Heimspiele (5:3/7:3) und einmal in Berlin (1:0 n.P.). Die Eisbären gewannen 4:0 auf eigenem Eis.

Lässt Kevin Poulin die Straubinger verzweifeln? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

In dieser kurzen Serie über maximal drei Spiele wird es allen voran auf die Torhüter ankommen. Und da verfügen beide Teams in Jeff Zatkoff (Straubing) und Kevin Poulin über zwei enorm starke Goalies. Beide können Spiele im Alleingang gewinnen. Gerade Poulin haben es die Berliner zu verdanken, dass sie überhaupt noch spielen können, denn so mancher Sieg war nur dank seiner unglaublichen Paraden möglich. Zwar ließ sich Poulin zuletzt auch von der Unsicherheit seiner Vorderleute anstecken, fing sich aber relativ schnell wieder.
Poulin wehrte 91,5 % aller Schüsse ab, Zatkoff 91,0 %. Beide Goalies feierten vier Shutouts.
Ich sehe hier keinen Goalie im Vorteil.

Vor den Goalies ist die Defensive tätig und da kassierten die Tigers 151 Gegentore, Berlin mit 164 deutlich mehr. Da stand die Abwehr der Tigers in manchen Situationen sicherer als die der Eisbären.
Aber beide Mannschaften verfügen über Verteidiger, die sich entscheidend ins

Trumpft Florian Kettemer auch in den Playoffs auf und sorgt für Siegtreffer? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Offensivspiel einschalten können. Bei Straubing sei da allen voran Oldie Frederik Eriksson genannt (5 Tore/25 Vorlagen). Aber auch auf Marcel Brandt, dem acht Tore gelangen, sollten die Berliner aufpassen. Insgesamt punkteten fünf Tigers-Defender zweistellig.
Ebenso auch bei den Eisbären, wo das Hauptaugenmerk auf Oldie Micki DuPont (5 Tore/23 Vorlagen) und Neuzugang Florian Kettemer (10/9) liegt.
Beide Teams verfügen über gefährliche Verteidiger, ihren eigentlichen Job während der Hauptrunde, das Tore verteidigen, machten die Niederbayern aber etwas besser. Von daher ist Straubing hier sicher leicht im Vorteil.

Defensive gewinnt Meisterschaften, Offensive Spiele. Da es derzeit nur um Siege geht, um in den Playoffs möglichst weit zu kommen, ist natürlich auch die Offensive von großer Bedeutung. Und auch hier ist Straubing 13 Tore besser (159 zu 146).

Jubeln die Eisbären öfters als die Straubinger?
Foto: eisbaerlin.de/walker

Gerade auf Jeremy Williams sollten die Eisbären gehörig aufpassen, erzielte der Angreifer doch satte 30 Tore. Mit Stefan Loibl (21) und Ex-Eisbär Sven Ziegler (18) trafen zwei deutsche Stürmer so gut wie nie zuvor. Sechs Straubinger Angreifer trafen doppelt.
Auch bei den Eisbären waren es deren sechs Stürmer. Vor allem die Paradereihe Aubry-Ortega-Ranford wirbelte die gegnerischen Abwehrreihen zuletzt nur so durcheinander. Aubry scorte in den letzten acht Spielen, sammelte 18 Scorerpunkte und wurde so am Ende mit 16 Toren und 23 Vorlagen noch Top-Scorer der Berliner. Jamie MacQueen war mit 21 Treffern der Top-Torschütze der Eisbären.
Hier sehe ich beide Offensivreihen durchaus auf Augenhöhe.

Entscheidend können auch die Special Teams sein. Und da haben die Berliner die Nase vorne. Mit 19,2 % stellen sie das zweitbeste Powerplay der Hauptrunde. Nicht unwichtig, hat Straubing doch das schlechteste Penaltykilling der DEL (78,0 %).
Straubing stellt mit 18,2 % das fünftbeste Powerplay, Berlin mit 83,1 % das siebtbeste Unterzahlspiel.
Die Eisbären sollten Straubing also dazu bringen, Strafen zu nehmen, dann könnte das Powerplay eine entscheidende Rolle spielen. Und das in diesem Duell immer viel Gift drin ist, weiß man. Selbst wenn Sena Acolatse den Tigers vorerst fehlen wird, aber auch andere Straubinger Spieler sind keine Kinder von Traurigkeit.

Wird der Heimvorteil entscheidend sein? Straubing gewann wie Berlin nur 14 der 26 Heimspiele, was nur Platz Acht bedeutet. Als heimstark ist Straubing also in dieser Saison nicht unbedingt bekannt, wenn gleich jeder weiß, wie ungemütlich der Pulverturm werden kann. Das Stadion wird ein Hexenkessel werden, in dem die Eisbären vor allem die Anfangsphase schadlos überstehen müssen. Je länger es morgen Abend 0:0 steht, desto größer wird der Druck auf Straubing werden. Verlieren sie Spiel Eins, droht in Berlin am Freitag das Saisonende.

Nun ist viel über diese Serie geschrieben und gesprochen worden. Am Ende wird

Können die Eisbären schon am Freitag mit den Fans den Einzug ins Viertelfinale feiern? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

die Entscheidung auf dem Eis fallen. Und geht man nach der aktuellen Form, sind die Eisbären Favorit. Aber sie müssen einmal in Straubing gewinnen und am einfachsten wird das in Spiel Eins werden, denn der Druck liegt auf Seiten der Niederbayern. Bei einem alles entscheidenden dritten Spiel am Pulverturm wäre der Vorteil klar auf Seiten der Tigers, denn deren Fans würden das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln.
Gewinnen die Eisbären Spiel Eins, kommen sie weiter, verlieren sie morgen, wird es ganz schwer.

Vierter Sieg in Folge! Eisbären zur richtigen Zeit in Bestform?

 

#Ausgabe 28:

Immer wieder wird gesagt, die 52 Hauptrundenspiele sind nur das Vorspiel für die Playoffs, die Kür einer jeden DEL-Saison. Egal, welchen Platz du nach der Hauptrunde belegst, in den Playoffs kann jeder Deutscher Meister werden, denn da werden die Karten neu gemischt. An diese Weisheit scheinen sich derzeit die Eisbären Berlin zu erinnern, die scheinbar genau zum richtigen Zeitpunkt ihre Form wieder gefunden haben und zum Abschluss der Hauptrunde 2018/2019 mit vier Siegen in Folge die längste Siegesserie der Saison hingelegt haben. Und von den letzten sieben Spielen gewannen die Berliner nun deren sechs, man ist zum richtigen Zeitpunkt der Saison heiß gelaufen und dass die Hauptstädter ein unbequemer Gegner in den Playoffs sein können, hat sich auch schon herum gesprochen. Jedenfalls starten die Eisbären nun mit sehr viel Selbstvertrauen in die Pre-Playoffs, dafür haben die letzten Spiele gesorgt.

Ohne Marvin Cüpper, Mark Cundari, Thomas Oppenheimer, Florian Busch, Jens Baxmann und Mark Olver gelang den Eisbären ein verdientes 2:0 (0:0,1:0,1:0) gegen die Düsseldorfer EG. Somit legten die Eisbären zum Hauptrunden-Abschluss nochmal ein Sechs-Punkte-Wochenende hin, ein äußerst seltenes Erlebnis in der diesjährigen Hauptrunde. Aber auch ein Indiz dafür, dass die Mannschaft seit der Februar-Pause richtig gut in Tritt gekommen ist und auf einmal ihr Potential jede Woche aufs Neue abruft und Erfolgserlebnisse feiert. Und jeder Sieg lässt das Selbstvertrauen steigern und so lässt es sich doch gut in die Pre-Playoffs starten, wo nun die Straubing Tigers warten. Ein äußerst unbequemer Gegner, ein Angstgegner der Eisbären, wo man zuletzt noch 3:7 unter die Räder kam. Nun besteht also die Chance auf die Revanche. Und die Eisbären sind heiß darauf.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Gleich früh im Heimspiel gegen Düsseldorf bietet sich den Eisbären die Chance in Überzahl zu agieren. Nach bereits 33 Sekunden suchte Ken-Andre Olimb den Weg in die Kühlbox. Während die Eisbären in sieben der letzten acht Heimspiele kein Powerplaytreffer erzielten, stellt die DEG das beste Unterzahlteam der Liga. Die Chancen der Eisbären, ihre Negativserie zu Hause in Überzahl zu beenden standen also schlecht. Und so überstand die DEG die Unterzahl auch schadlos. Zwar fanden die Hausherren ihre Formation, aber die DEG stellte die Schusswege gut zu.
Fortan gehörten die ersten zehn Minuten aber den Gästen. Sie spielten druckvolles Eishockey und suchten immer wieder den Weg Richtung Kevin Poulin im Bären-Tor. Doch Jaedon Deschenau, Calle Ridderwall und Ken-Andre Olimb vergaben hochkarätige Torchancen, scheiterten an Poulin.
Die Eisbären kamen erst in den zweiten zehn Minuten besser ins Spiel, bauten mehr Druck auf und gaben jede Menge Torschüsse ab. Allerdings waren die Schüsse bei weitem nicht so gefährlich wie die der DEG. Die beste Chance hatten die Berliner zwei Minuten vor der ersten Pause, als der DEG ein Fehler im Spielaufbau unterlief, Marcel Noebels an die Scheibe kam, sie zu Sean Backman durchsteckte, welcher vor dem Tor zum Abschluss kam, aber an Matthias Niederberger scheiterte.
So endete das erste Drittel in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena torlos, trotz eines Schussübergewichtes der Eisbären, aber die Schüsse der DEG waren weitaus gefährlicher.

Das zweite Drittel begann mit zwei kompakten Defensivreihen. Beide

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Mannschaften versuchten immer wieder Wege durch die Abwehrreihen zu finden. Nur selten waren diese Versuche von Erfolg gekrönt. Mal wieder musste ein individueller Fehler her, um eine gute Chance zu kreieren. Der DEG unterlief im Spielaufbau dieser Fehler, Daniel Fischbuch mit dem Zuspiel auf Martin Buchwieser, doch auch er fand in Niederberger seinen Meister, der Düsseldorfer Goalie mit einem klasse Save.
Mitte des Spiels nahmen die Rheinländer die nächste Strafe der Partie und dieses Mal war die beste Unterzahl der DEL machtlos. Und es war kein Wunder, dass Louis-Marc Aubry den Torreigen eröffnen sollte. Die Nummer 41 hat derzeit einen Lauf und holte seinen 17. Scorerpunkt im achten Spiel in Folge. Aubry und Brandon Ranford spielten Doppelpass, Ranford scheiterte an Niederberger, dieser wurde anschließend von seinem Mitspieler behindert. Aubry sah die Scheibe frei liegen und schob sie über die Linie – 1:0 (30.). Die beiden Hauptschiedsrichter Bauer und Iwert überprüften den Treffer nochmal, aber gaben anschließend den Treffer, da die Torhüterbehinderung vom DEG-Verteidiger ausging.
Düsseldorf danach mit wütenden Angriffen, wollte sofort den Ausgleich erzielen, aber die Eisbären-Defensive ließ wenig zu und wenn war Poulin zur Stelle.
Die Eisbären anschließend mit weiteren Chancen, aber es blieb beim 1:0 nach 40 Minuten. Frank Hördler fand im Pauseninterview, dass sich die Berliner ins Spiel rein gearbeitet haben und der Treffer die Folge des Drucks auf das DEG-Tor waren.

Foto: EisbärenSektionNord/Christian

Das letzte Drittel begann mit einer frühen Unterzahl der Eisbären und da zeigten sie ein bärenstarkes Penaltykilling, ließen das Powerplay der DEG gar nicht zur Geltung kommen.
Fortan wog das Spiel hin und her, aber beide Defensivreihen standen weiterhin sehr kompakt und ließen kaum Lücken für Schüsse. Man vermisste so eine richtige Schlussoffensive der Rheinländer, die zwar viel versuchten, aber die Eisbären-Abwehr stand felsenfest. Fünf Minuten vor dem Ende wurde es nochmal gefährlich. Manuel Strodel schoss, die Scheibe ging an die Bande hinter dem Tor und sprang auf der anderen Seite wieder zurück vor das Tor, wo Patrick Buzas lauerte, aber auch an Poulin scheiterte.
Vier Minuten vor Spielende die DEG erneut in Überzahl, aber die Eisbären halt wieder mit einem bockstarken Unterzahlspiel, störten die Gäste schon in der neutralen Zone.
Alles, was Düsseldorf versuchte, half nicht. Weder die Auszeit noch Goalie vom Eis. Im Gegenteil, das nutzten die Berliner durch Aubry zum 2:0. Aubry kam im Fallen noch an den Puck und so ging die Scheibe von der Mittellinie aus ins Tor – 43 Sekunden vor dem Ende der 18. Scorerpunkt von Aubry in den letzten acht Spielen. Damit war die Partie hier auch durch und die drei Punkte eingetütet.

Ein verdienter Sieg der Hausherren. Nur zehn Minuten lang taten sie sich schwer und überließen den Rheinländern das Spiel, danach fand man besser ins Spiel, wenn gleich die Schüsse noch harmlos waren. Aber ab dem zweiten Drittel spielte man aus einer kompakten Defensive heraus und erarbeitete sich gute Chancen. Dass es dann Aubry war, der eine davon nutzen konnte, passt derzeit in das Bild des zur Zeit überragend spielenden Louis-Mar Aubry, dessen Reihe um Ranford und Austin Ortega im Moment die Paradereihe der Berliner darstellt. Auf die Drei wird es auch in den Pre-Playoffs nun ankommen. In Top-Form sind sie auf jeden Fall, genau wie die gesamte Mannschaft aktuell. Warum das derzeit so ist? Martin Buchwieser hat da eine Antwort parat:

Wir haben seit der Februar-Pause deutlich besseres Eishockey gespielt. Die Verletzten haben einen großen Anteil daran, aber generell hat sich die Mannschaft deutlich gesteigert.

3:7-Debakel am Pulverturm: Straubing schießt die Eisbären ab – Charlie Jahnke gelingt erstes DEL-Tor

Groß war sie, die Freude der Eisbären nach dem Sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen in Schwenningen und gegen Krefeld. Vermutlich hat man diesen „Erfolg“ aber zu lange gefeiert, denn das böse Erwachen folgte am heutigen Dienstagabend, als man bei den Straubing Tigers mit 3:7 (2:3,0:2,1:2) unter die Räder kam und nun doch wieder um die Pre-Playoffs zittern muss. Denn Playoff-tauglich war die Leistung über weite Strecken heute nicht und zudem verkürzte Krefeld den Rückstand auf Platz Zehn. Das große Zittern geht also wieder los.

Im Vergleich zum 6:3-Sieg gegen die Krefeld Pinguine gab es zwei Änderungen im Eisbären-Kader. Austin Ortega (Erkältung) und Florian Busch (verletzt) fehlten, dafür spielten Charlie Jahnke und Daniel Fischbuch. im Tor stand wieder Kevin Poulin.

Die Eisbären hatten am Sonntag neues Selbstvertrauen getankt, wie Kapitän André Rankel im Vorfeld der Partie bei Magenta Sport sagte:

Das war enorm wichtig. Es hat gezeigt, wo die Reise hingeht. Wir haben dreimal hinten gelegen, sind aber immer wieder zurückgekommen, wir haben immer an uns geglaubt. Das war wichtig für das Selbstvertrauen.

Hinein in ein furioses erstes Drittel. Schon nach 33 Sekunden hätte es im Straubinger Tor klingeln können, doch James Sheppard scheiterte vor dem Tor stehend an Jeff Zatkoff, der einen starken Reflex zeigte und parieren konnte.
Die Eisbären dann früh mit der ersten (unnötigen) Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Und Straubing traf in den letzten elf Spielen jeweils in Überzahl. Diese Serie sollte auch heute weitergehen. Sven Ziegler zog die Verteidiger auf sich, spielte die Scheibe dann an den langen Pfosten zu Jeremy Williams, welcher ohne große Probleme einnetzen konnte – 0:1 (3.).
Direkt im Gegenzug hatte jedoch Jamie MacQueen die große Möglichkeit zum Ausgleich. Zatkoff wollte den Puck hinter dem Tor klären, schaffte das nicht richtig, MacQueen kam an die Scheibe, doch vor der Linie retteten die Tigers.
Straubing spielte ein sehr aggressives Forechecking, machte jede Menge Druck auf das Berliner Tor und suchte immer wieder den Abschluss, überbrückte sehr schnell die neutrale Zone. Fast jeder Angriff der Tigers war äußerst gefährlich. Was aber auch daran lag, dass die Zuordnung in der Berliner Defensive nicht stimmte. Man ließ auch immer wieder Konter zu, so der von Mike Connolly in der sechsten Minute, doch Kevin Poulin war zur Stelle.
Dann konnten die Eisbären endlich jubeln und es war ein historischer Treffer. Im 52. DEL-Spiel klappte es endlich mit dem ersten DEL-Tor für Charlie Jahnke. Martin Buchwieser mit einem starken Forecheck, erzwang somit den Fehler der Straubinger, Charlie Jahnke kam angerauscht, zog ab und versenkte den Puck im Tor – 1:1 (8.). Herzlichen Glückwunsch zum ersten DEL-Tor, Charlie!
Mitte des ersten Drittels die erste Strafe gegen Straubing, es traf Fredrik Eriksson, doch das Powerplay blieb ungenutzt. Als Eriksson zurück auf dem Eis war, ging es ganz schnell, Eine klasse Kombination der Hausherren, die spielten „Tiki-Taka“ und am Ende der Pass-Stafette war Antoine Laganiére zur Stelle und brachte Straubing wieder in Front – 1:2 (12.).
Und Straubing kannte weiter nur den Vorwärtsgang, suchte immer wieder den Abschluss, aber Poulin hatte etwas dagegen.
Dann mal wieder die Eisbären in der Offensive tätig. Micki DuPont hatte von der blauen Linie abgezogen, Marcel Noebels hielt die Kelle in den Schuss und die Scheibe prallte an den Pfosten. Aber nur eine Minute später war Louis-Marc Aubry zur Stelle und glich zum 2:2 aus. Im ersten Versuch scheiterte er noch an Zatkoff, dann kurvte er ums Tor und schob die Scheibe zwischen Schoner und Pfosten durch (18.).
Aber für den Schlusspunkt im Auftaktdrittel sorgten die Hausherren. Danny Richmond vertändelte die Scheibe im Angriffsdrittel, Stephan Daschner mit einem klasse Pass durch die neutrale Zone auf Kael Mouillierat, welcher alleine auf Poulin zu fuhr und diesem keine Chance ließ – 2:3 (19.).
Debüt-Torschütze Charlie Jahnke war nicht zufrieden mit den ersten 20 Minuten, dafür aber froh über sein erstes DEL-Tor, wie er im Interview bei Magenta Sport sagte:

52 Spiele hat es gedauert, umso besser, dass es jetzt da ist. Wir müssen uns besser an das System halten, die ersten zehn Minuten waren ein durcheinander.

Und für das zweite Drittel hatten sich die Eisbären auch sehr viel vorgenommen, sie kamen wild entschlossen aus der Kabine und setzten Straubing früh unter Druck, setzten sich im Drittel der Tigers fest und suchten immer wieder den Abschluss, brachten die Scheiben zum Tor. Es war gefühlt ein Spiel auf ein Tor, die Eisbären hatten das Geschehen im zweiten Drittel im Griff, einzig und allein das Tor fehlte. Man belohnte sich nicht für den Aufwand, den man betrieb. Entweder stand Zatkoff im Weg, oder aber die Straubinger blockten die Scheiben oder aber die Scheiben gingen denkbar knapp vorbei. Da helfen eben auch 10:1-Schüsse nach 13 Minuten im Mitteldrittel nicht viel, wenn die Scheibe einfach nicht ins Tor geht.
Und wie das im Sport eben so ist, wenn man vorne seine Chancen nicht nutzt, wird man hinten eiskalt bestraft. Die Niederbayern waren gerade wieder etwas besser drin im Spiel und schon erhöhte Marco Pfleger auf 4:2. Unnötiger Scheibenverlust der Eisbären, Ex-Eisbär Vladislav Filin mit dem Querpass auf Pfleger und der ließ sich diese Chance nicht nehmen (36.).
Und es sollte noch schlimmer kommen aus Berliner Sicht. Auf einmal hatte Jeremy Williams die Scheibe, Platz und Zeit, suchte sich die Ecke aus und netzte eiskalt zum 5:2 ein (38.).
Straubings Stürmer Marco Pfleger war vom Auftritt seiner Mannschaft in den zweiten 20 Minuten keinesfalls begeistert, er meinte, dass es nicht das gewesen wäre, was man spielen wollte, aber man das Glück hatte, dass die Eisbären vorne ihre Chancen nicht nutzen, denn die Berliner war seiner Meinung nach klar besser gewesen. Nur dafür kannst du dir eben nichts kaufen.

Zum Schlussdrittel wechselten die Hauptstädter den Torhüter, Kevin Poulin verließ seinen Arbeitsplatz, Maximilian Franzreb kam für ihn ins Spiel. Viel zu tun bekam er aber zunächst nicht. Die Luft aus dieser Partie war irgendwie raus gewesen, es ging zwar hin und her, auch mit Torschüssen, aber so richtig zwingende Chancen waren nicht dabei. Das sollte sich erst in den letzten zehn Minuten des Spiels ändern. Dann nahm das Spiel noch einmal kurz Fahrt auf.
Eine Reihe von Ex-Eisbären-Spielern sorgte für en sechsten Straubinger Treffer an diesem Abend. T.J. Mulock mit dem Zuspiel auf Vladislav Filin, der zog vor das Tor und schoss, die Scheibe ging von Franzreb zu Sven Ziegler und der staubte ab – 6:2 für die Tigers (53.). Der 17. Saisontreffer des Ex-Eisbären, da kann man mal sehen, was für ein Talent die Berliner haben ziehen lassen. In Niederbayern zeigt Ziegler, was er kann und mich freut das riesig.
Praktisch im Gegenzug oder um genauer zu sagen 42 Sekunden später sorgte Micki DuPont mit einem Schuss von der blauen Linie für Ergebniskosmetik – 6:3 (54.).
Die Partie war durch gewesen, aber die Hausherren hatten trotzdem immer noch Lust auf Tore, eines sollte ihnen dann auch noch gelingen. Puckverlust der Eisbären im Angriff, Straubing kontert ganz schnell, Jeremy Williams zog ab, die Eisbären können die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone bringen und Kael Mouillierat netzte zum zweiten Mal an diesem Abend ein – 7:3 (57.). Danach passierte aber nichts mehr und das Debakel war perfekt.

Nach zwei Siegen in Folge landeten die Hauptstädter knallhart wieder auf dem Boden der Tatsachen. Vor allem wenn man bedenkt, dass eben genau diese Straubing Tigers ein möglicher Gegner in den Pre-Playoffs sein könnten. Wobei soweit möchte ich gar nicht denken, denn Krefeld hat heute München besiegt und den Rückstand auf sechs Zähler reduziert. Zum Glück befinden sich die Nürnberger aber weiterhin im Tiefflug, was aber nichts zu heißen hat. Den Eisbären stehen auch noch vier schwere Spiele bevor.
Und die Niederlage war heute hausgemacht. Im ersten Drittel stimmte defensiv die Zuordnung überhaupt nicht, zu oft konnte Straubing kontern. Im zweiten Drittel spielte man dann sehr gutes Eishockey, man traf jedoch nicht das Tor. Und im letzten Drittel mangelte es mir am Aufbäumen, jedenfalls zeigte die Körpersprache alles aber kein Aufbäumen, kein „Hey, wir geben nicht auf und versuchen noch einmal alles„. Dagegen sah man bei den Tigers trotz der hohen Führung immer wieder die Spielfreude, sie hatten richtig Lust auf Tore schießen. Sie mussten nicht viel im letzten Drittel machen, denn sie führten beruhigend und von den Eisbären ging nicht viel Gefahr aus, aber immer wieder juckte es die Straubinger dann doch noch und sie fuhren gute Angriffe, wovon zwei zu Torerfolgen führten.
Dieses Spiel sollte den Eisbären Warnung genug sein, dass trotz zweier Siege in Folge noch lange nicht alles wieder gut ist. Das waren ja auch zwei Gegner, die hinter den Berlinern in der Tabelle standen. Aber heute hat man die Defizite gesehen, gemerkt, woran es noch hapert und woran man noch arbeiten muss. So gut das zweite Drittel spielerisch auch aussah, wenn du kein Tor erzielst, redet über das gute spielerische keiner mehr danach. Aber das Problem der Eisbären, welches sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht, zeigte sich mal wieder nach dem Spiel, als Verteidiger Constantin Braun dieses Statement abgab und die Partie praktisch wieder schön redete:

Das Positive ist, wir haben das Spiel selbst aus der Hand gegeben. Die letzten fünf Minuten im zweiten Drittel haben das Spiel kaputt gemacht. Ansonsten haben wir ein gutes Spiel gemacht.

6:3 im „Sechs-Punkte-Spiel“: Eisbären machen großen Schritt Richtung Pre-Playoff – Louis-Marc Aubry mit fünf Torvorlagen

 

Ausgabe #27:

Das wir das noch erleben dürfen: Die Eisbären Berlin feiern zwei Siege und legen somit erst das dritte „Sechs-Punkte-Wochenende“ der Saison hin. Aber der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, sicherte man sich dieses doch im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn. Vor ausverkauftem Haus setzten sich die Berliner in der Arena am Ostbahnhof gegen die Krefeld Pinguine mit 6:3 (1:1,1:2,4:0) durch und machten damit einen großen Schritt Richtung Pre-Playoffs, verbesserten sich dabei sogar noch auf Platz Neun in der Tabelle. Und das alles vor den Augen der Eisbären-Legenden Mikael Wahlberg, Pelle Svensson, Leif Carlsson, Derek Mayer und Mikael Wahlberg. War schön, die alten Helden mal wieder zu sehen. Und am Ende haben sie ja sogar Glück gebracht.

Bei den Eisbären fehlten heute Marvin Cüpper, Mark Cundari, Thomas Oppenheimer, Daniel Fischbuch und Mark Olver sowie die Youngsters Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler. Kapitän André Rankel kehrte in den Kader zurück. Und im Bären-Gehäuse stand erneut Kevin Poulin.

KEV-Goalie Dimitri Pätzold in Erwartung eines Eisbären-Torschusses. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Das Spiel begann gleich einmal mit einem schnellen Überzahlspiel für die Hausherren nach einer Strafe gegen Krefeld wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Und die Eisbären mit einem guten Powerplay, sie machten ordentlich Druck und prüften gleich einmal KEV-Goalie Dimitri Pätzold, welcher jedoch nichts durch ließ.
Auch weiterhin die Berliner am Drücker, Krefeld brauchte ein wenig, um ins Spiel zu finden, als sie das taten, war es ein Spiel, welches hin und her ging. Und dennoch fiel der Krefelder Führungstreffer relativ überraschend. Chad Costello mit dem Querpass auf Daniel Pietta und der ließ sich nicht zweimal bitten und überwand Kevin Poulin – 0:1 (10.).
Der Rückstand schockte die Eisbären kurz, Krefeld versuchte nachzulegen, das gelang ihnen jedoch nicht, dafür sorgten die Berliner für den Ausgleich. 14 Minuten waren gespielt, da zappelte die Scheibe erstmals an diesem Nachmittag im Tor. Louis-Marc Aubry mit dem Pass an den langen Pfosten, wo Neuzugang Austin Ortega mit dem Knie zur Stelle war und den Puck über die Linie drückte – 1:1. Sein dritter Scorerpunkt im zweiten Spiel und zugleich sein erstes DEL-Tor.
Ortega und Brandon Ranford anschließend noch einmal mit zwei Chancen, aber es blieb letztendlich beim 1:1 nach 20 Minuten. Nach der Schlusssirene gerieten Daniel Pietta und Colin Smith noch aneinander und tauschten ein paar Nettigkeiten aus.,was beiden Spielern 2+2-Minuten einbrachte.

Den besseren Start ins zweite Drittel hatten die Seidenstädter. Travis Ewanyk kam über rechts ins Angriffsdrittel, hatte jede Menge Platz und Zeit, zog auf Höhe des Bullypunktes ab, tunnelte Kevin Poulin und schon lag der KEV wieder vorne – 1:2 (22.). Poulin sah dabei gar nicht gut aus.
Die Eisbären fortan bemüht, den Ausgleich zu erzielen, aber Krefeld stand hinten sehr kompakt, ließ nur wenig zu. Den Eisbären mangelte es an Ideen, meistens waren es Einzelaktionen, welche etwas brachten. Aber Team-Aktionen gab es kaum welche zu bestaunen. Auch leistete man sich zu viele

Das Spiel war hart umkämpft, man merkte, dass beide Teams wussten, worum es hier ging. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Fehler, unnötige Scheibenverluste.
Aber die Eisbären fanden dann doch ein Mittel gegen die Defensive der Pinguine. Aubry mit dem Pass auf Jamie MacQueen, welcher in Überzahl mal zum Schlagschuss ausholte und die schwarze Hartgummischeibe ins Krefelder Tor hämmerte – 2:2 (32.).
Die Freude über den Ausgleich währte jedoch nur ganze 39 Sekunden, dann schlug Pietta wieder zu. Chad Costello mit dem Pass an den langen Pfosten, Poulin kam nicht schnell genug rüber und Pietta netzte einhändig ein – 2:3 (32.).
Aber die Eisbären ließen sich nicht unterkriegen, hätten durch Aubry beinahe den Ausgleich erzielt, der Pfosten verhinderte den dritten Eisbären-Treffer jedoch. Martin Buchwieser probierte es auch, sein Schuss verfehlte das Tor nur denkbar knapp.
Krefeld nahm das 3:2 mit in die zweite Drittelpause, bevor beide Mannschaften aber die Kabine aufsuchen konnten, gerieten James Sheppard und Torsten Ankert noch aneinander, Ankert bekam zwei Minuten mehr als Sheppard und somit starteten die Hausherren mit einem Powerplay ins Schlussdrittel.

Das Powerplay konnten die Eisbären aber nicht nutzen, doch in der 47. Spielminute klingelte es dann doch im Krefelder Tor. Florian Kettemer schlenzte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Pätzold und der Puck schlug im Eck ein – 3:3.
Nun wollten die Eisbären noch mehr, vor allem der kleine wendige Austin Ortega, der innerhalb weniger Sekunden zwei dicke Chancen hatte. Es brauchte aber ein Überzahlspiel, um erstmals in diesem Spiel in Führung zu gehen. Krefeld mit zwei Strafen innerhalb von nur drei Sekunden, Jamie MacQueen bekam die Scheibe und hatte sich wohl für heute vorgenommen, Schlagschüsse zu üben. Denn er zog noch einmal härter als bei seinem ersten Treffer ab und hatte natürlich auch diesmal wieder Erfolg – 4:3 (54.).

Torjubel der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären waren nun richtig gut drin im Spiel, beherrschten das Geschehen und konnten sogar nachlegen. Jonas Müller auf Marcel Noebels und der lenkte die Scheibe ins Tor – 5:3 (56.).
Krefeld probierte am Ende noch einmal alles, nahm den Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und eine Auszeit, aber das nutzte Austin Ortega für seinen zweiten Treffer, als er von links mit der Rückhand die Scheibe im verwaisten Krefelder Tor versenken konnte – 6:3 (60.). Ich brauch wohl nicht erwähnen, dass Louis-Marc Aubry das Tor vorbereitete, es war seine fünfte Vorlage an diesem Nachmittag gewesen.
Danach war die Partie vorbei und zur Abwechslung gab es mal kein Austausch weiterer Nettigkeiten sondern die Spieler beider Mannschaften reichten sich artig die Hände nach dem Spielende.

Ein enorm wichtiger Sieg für die Eisbären, aber sie haben es mal wieder äußerst spannend gemacht. Sie haben gut ins Spiel rein gefunden, ordentlich Druck gemacht und Chancen gehabt, aber dann ging Krefeld überraschend in Führung. Was die Eisbären schon schockte, aber sie spielten weiter nach vorne und konnten die drei Krefelder Führungen immer wieder kontern. Man musste immer wieder hinterherlaufen, aber bewies am Ende Moral und konnte sich dank eines furiosen letzten Drittels doch noch die drei Punkte sichern. Was man vor allem der Ranford-Aubry-Ortega Reihe zu verdanken hatte,

Austin Ortega bei seiner ersten Ehrenrunde in Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

denn Austin Ortega mit zwei Toren und einer Vorlage sowie Louis-Marc Aubry mit fünf Torvorlagen waren die Matchwinner am Ende. Ortega hat in zwei Spielen deutlich bewiesen, dass er die erhoffte Verstärkung ist und dass er dem Team sehr weiterhelfen kann. Die Reihe harmoniert sehr gut zusammen, was Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auch auf der PK sagte. Aber er lobte auch Ortegas Einsatz, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. 
Zwar lief auch heute längst nicht alles rund, vor allem im zweiten Drittel waren zu viele unnötige Fehler dabei, das muss man abstellen. Aber was gefallen hat, man hat sich von den Rückschlägen in Form von Gegentoren nie aus der Ruhe bringen lassen und im letzten Drittel einen Weg gefunden, die kompakte Krefelder Defensive doch noch zu knacken. Man ist dran geblieben und hat nicht aufgegeben, ist nach den Gegentoren nicht in sich zusammengefallen. Vielleicht erleben wir ja nun doch einmal den Start einer längeren Siegesserie, den zweiten Erfolg feierte man ja nun schon in Serie. Weitere Siege sind gerne gesehen.

5:3 in Schwenningen: Eisbären kommen gut aus der Länderspielpause und gewinnen erstes „Endspiel“

Die Eisbären Berlin sind gut aus der Länderspielpause zurückgekommen. Vor 3.767 Zuschauern in der Helios-Arena setzte sich der DEL-Rekordmeister beim Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (2:0,1:2,2:1) durch und sicherte sich damit drei enorm wichtige Punkte im Kampf um Platz Zehn. Sah man nach 20 Minuten schon wie der sichere Sieger aus, musste man in den restlichen 40 Minuten dann doch noch mal hart für den Sieg arbeiten. Am Ende ging zum Glück noch einmal alles gut aus. 

EHC-Trainer Stéphane Richer konnte wieder auf Florian Kettemer, Louis-Marc Aubry und James Sheppard zurückgreifen. Zudem feierte Austin Ortega sein DEL-Debüt im Eisbären-Trikot. Im Tor stand natürlich wieder Kevin Poulin.

Viel Selbstvertrauen konnten die Hauptstädter nicht haben. Neun der letzten zehn Spiele vor der Pause gingen verloren, zudem verlor man sechs der letzten sieben Auswärtsspiele. Und dennoch legte man einen klasse Start hin. Vom ersten Bully weg die Eisbären mit druckvollem Eishockey, suchten immer wieder den Weg nach vorne und dann auch den Abschluss auf das Tor von SERC-Goalie Dustin Strahlmeier.
Früh kassierten die Schwäne die erste Strafe der Partie, Simon Danner musste in die Kühlbox. Und die Eisbären haben das viertbeste Powerplay, auch wenn das auf dem Eis nicht immer so aussieht. Doch auch heute klingelte es in Überzahl. Jamie MacQueen hatte von der blauen Linie abgezogen, Strahlmeier konnte nicht parieren und Colin Smith kam auf der linken Seite zum Abschluss. Er versenkte die Scheibe im halbleeren Wild-Wings-Tor – 1:0 (3.). Der deutsche Pass schien die Nummer 89 der Eisbären beflügelt zu haben, er erzielte sein viertes Saisontor.
Die Eisbären hatten hier alles im Griff, ließen hinten nichts zu und sorgten vorne immer wieder für Gefahr. Schwenningen gab erst in der siebten Spielminute den ersten Torschuss ab, Mirko Höfflin scheiterte jedoch an Kevin Poulin. Danach kamen die Hausherren etwas besser ins Spiel, dennoch dominierten die Eisbären das Auftaktdrittel nach Belieben und hatten immer wieder gute Torchancen, welche Dustin Strahlmeier jedoch fast alle zu Nichte machte.
Nur zweimal war der Schwenninger Goalie machtlos, denn den Eisbären gelang in den ersten 20 Minuten noch das hochverdiente 2:0. Sean Backman spielte an der blauen Linie Doppelpass mit Kai Wissmann, zog dann mit einem satten Schlagschuss ab und ließ Strahlmeier keine Chance, wenn gleich ihm auch die Sicht genommen wurde – 2:0 (12.). Das vierte Tor in den letzten sechs Spielen für die Nummer 61 der Berliner.
So führten die Eisbären ohne große Mühe mit 2:0 beim Tabellenletzten, hätten dabei durchaus auch 3:0 oder 4:0 führen können. Trotz des guten ersten Drittels meinte Sean Backman im Pausen-Interview bei Magenta Sport, dass man noch besser spielen könne:

Es geht immer noch besser. Aber nach der Pause sind wir gut rein gekommen und hätten sogar noch mehr Tore schießen können.

35 Sekunden hatten die Eisbären zu Beginn des Mitteldrittels noch Überzahl, daraus machten sie jedoch nichts. Was dann folgte, war ein Strafen-Festival auf beiden Seiten, je drei Strafen für beide Mannschaften in den ersten zehn Minuten des zweiten Drittels. So kamen vermehrt die Special Teams zum Einsatz, 5-gegen-4, 4-gegen-4 oder 4-gegen-3 auf dem Eis, das Spiel war nun sehr zerfahren durch diese vielen Strafen. Und Chancen hatten in diesen Minuten beide Mannschaften. So scheiterte Eisbären-Neuzugang Austin Ortega am starken Dustin Strahlmeier, der den Puck letztendlich an den Pfosten lenken konnte.
Und als die Hausherren 4-gegen-3 spielen konnten, schlug es hinter Kevin Poulin ein. Ex-Eisbär Rihards Bukarts mit dem klasse Querpass von links an den langen Pfosten, wo Mirko Höfflin lauerte und zum 1:2 verkürzen konnte (26.).
Schwenningen kurz darauf mit zwei Mann mehr auf dem Eis und zwei gefährlichen Aktionen vor dem Berliner Tor. Doppelte Überzahl hatten in dieser wilden Phase aber auch die Eisbären, welche ihre doppelte Überzahl nutzen konnten. Austin Ortega hinter dem Tor auf Marcel Noebels, der vor das Tor zu Jamie MacQueen, der fuhr in Position und ließ Strahlmeier keine Chance – 3:1 (29.). Das erste Tor seit zehn Spielen für die Nummer 17 der Berliner und zugleich der erste DEL-Scorerpunkt für Austin Ortega, der ein gutes Debüt zeigte.
Die Führung ging so auch in Ordnung, aber Schwenningen gab nicht auf. Ein klasse Pass von Tobias Wörle über die halbe Eisfläche, Kai Herpich zog zum Tor von Kevin Poulin, Jonas Müller brachte ihn zu Fall und Herpich prallte dadurch in Poulin. Marc El-Sayed sah die freie Scheibe vor dem Tor und schoss sie über die Linie – 2:3 (34.). Die beiden Hauptschiedsrichter Michael Klein und Andre Schrader entschieden auf dem Eis zunächst auf Tor, fuhren dann zum Videobeweis und blieben anschließend bei ihrer Entscheidung.
Dieser Treffer gab den Wild Wings Rückenwind, fortan Schwenninger mit einem aggressiven Forechecking, sie wollten hier nachlegen, aber die Eisbären brachten das 3:2 in die zweite Drittelpause.

Zu Beginn des Schlussdrittels die Hausherren gleich mit dem nächsten Überzahlspiel und drei guten Möglichkeiten, doch entweder stand Kevin Poulin im Weg oder aber die Scheibe ging knapp am Tor vorbei.
Aber Schwenningen konnte dann doch noch jubeln. Rihards Bukarts startete im eigenen Drittel, zündete den Turbo, zog vor das Tor, die Scheibe kam dann zu Marcel Kurth, welcher keine Probleme hatte, die Scheibe im leeren Berliner Tor zu versenken, da Poulin den Überblick verloren hatte und außer Position war – 3:3 (45.).
Aber die Eisbären waren nur kurz geschockt, kamen fortan selbst wieder zu guten Chancen, doch James Sheppard und Sean Backman scheiterten. Es war der Beginn einer starken Berliner Phase, in der sie erneut in Führung gingen. Und das Tor war eine Rarität, erzielte es doch Jens Baxmann, dem sein erstes Saisontor glückte. Jonas Müller erkämpfte die Scheibe an der rechten Bande, setzte sich dann klasse durch, spielte den Querpass auf Baxi und der netzte in Stürmermanier ein – 4:3 (48.).
Der Treffer sorgte für Erleichterung bei den Eisbären, bei denen man schon wieder befürchten musste, es gebe die nächste Niederlage, nach dem man das Spiel nach einem starken ersten Drittel so hergeschenkt hatte. Aber es sollte ein Sieg werden, denn Louis-Marc Aubry konnte erhöhen. Die Nummer 41 der Eisbären wurde klasse freigespielt, tauchte vor Strahlmeier auf, versuchte den Tunnel, mit dem er scheiterte, also versenkte er den Puck eben im zweiten Versuch – 5:3 (52.).
Damit war die Partie durch gewesen, wenn gleich die Hausherren noch einmal in Überzahl in der Schlussphase trafen, die beiden Hauptschiedsrichter aber die Partie vorher bereits unterbrochen hatten, in der Annahme, Poulin hätte die Scheibe sicher, diese war aber noch spielbar. Glück also für die Eisbären, welche sich am Ende drei enorm wichtige Punkte im Kampf um Platz Zehn sicherten, gerade im Hinblick auf das Spiel gegen Krefeld am Sonntag und den Sieg der Pinguine gestern Abend.

Aber man machte sich das Leben mal wieder unnötig schwer. Da spielt man ein blitzsauberes erstes Drittel, hat alles im Griff und könnte eigentlich höher führen, verliert dann aber wieder den Faden, nahm zu viele Strafen und brachte Schwenningen somit zurück ins Spiel. Aber die Eisbären wackelten nur, sie fielen jedoch nicht, sondern bewiesen Moral und schlugen zurück und sicherten sich letztendlich die Punkte.
Bei den Eisbären merkte man sofort wieder, wie wichtig die Rückkehrer waren. James Sheppard mit zwei Vorlagen und Louis-Marc Aubry mit einem Tor. Dazu der Neuzugang Austin Ortega, der ebenfalls zwei Tore vorbereitete. Die neue Nummer 21 lieferte ein klasse Debüt, welches Hoffnung auf mehr macht.
Man sollte die positiven Dinge aus diesem Spiel mitnehmen und sich vielleicht vornehmen, in Zukunft mal über 60 Minuten sein Spiel durchzuziehen, um sich solche Zitterpartien zu ersparen. Aber am Ende ist ja alles gut ausgegangen und nur das zählt jetzt erst einmal.

Sean Backman nach dem Spiel bei Magenta Sport:

Jeder kann das Game-Winning-Goal erzielen, dass es Jens Baxmann war, ist umso schöner. Das erste Drittel war gut, das zweite Drittel nicht, da haben wir zu viele Strafen kassiert. James Sheppard und Louis-Marc Aubry sind enorm wichtig für uns. 

Schwenningens Stürmer Marcel Kurth analysierte das Spiel wie folgt:

Im ersten Drittel war es nicht gut genug, was wir da abgeliefert haben. Wir haben die einfachen Sachen nicht hinbekommen, deswegen war Berlin so überlegen. Auf die letzten beiden Drittel kann man aufbauen. Wir müssen die einfachen Sachen richtig machen. Wir haben viel zu viele Strafen bekommen, so ist es schwer, in den Rhythmus zu kommen. 

In Schwenningen und gegen Krefeld: Mit Verstärkung in den Hauptrunden-Endspurt

Die Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorbei, morgen Abend geht es für die Eisbären Berlin wieder zurück auf das Eis. Der Hauptrunden-Endspurt wird mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings (Morgen, 19:30 Uhr)  eingeläutet. Fortgesetzt wird dieser mit dem enorm wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz Zehn, die Krefeld Pinguine (So., 17:00 Uhr). Zwei Spiele, in denen es für die Eisbären um sehr wichtige Punkte im Kampf um Platz Zehn geht. Dabei steht vor allem das Heimspiel gegen den KEV im Mittelpunkt, stehen die Seidenstädter doch aktuell nur fünf Zähler hinter den Eisbären.

Treffen am Sonntag zum Endspiel im Kampf um Platz Zehn aufeinander – Eisbären vs. Krefeld (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und diese Partie ist nicht nur sozusagen ein vorgezogenes Endspiel im Kampf um Platz Zehn, nein, es ist auch ein Krisen-Duell. Denn bei beiden Teams lief es zuletzt überhaupt nicht. Die Eisbären verloren neun der letzten zehn Ligaspiele, Krefeld kassierte gar acht Niederlagen in Folge. Selbstvertrauen haben beide Mannschaften nicht, aber beide wissen, was am Sonntag auf dem Spiel stehen wird. Vom Charakter her ist das ein Playoff-Spiel, spielerisch werden beide Teams aber sicher kein Playoff-Niveau erreichen können. Vor allem der Kampf wird im Mittelpunkt stehen.

Doch bevor es zu diesem Endspiel um Platz Zehn kommt, müssen die Hauptstädter am Freitagabend beim Tabellenletzten in Schwenningen ran. Dort sollten die Eisbären natürlich auch schon drei Punkte einfahren. Die Wild Wings haben nach einem kurzen Zwischenhoch inzwischen auch wieder zwei Niederlagen am Stück eingefahren. Und die Bilanz in eigener Halle gegen Berlin ist nicht gerade rosig, verlor der SERC doch zwölf der 14 Gastspiele gegen die Hauptstädter. Auf viele Tore sollten sich die Zuschauern auch nicht einstellen, fielen doch in den letzten vier Spielen in Schwenningen nur acht Treffer zwischen beiden Teams. Dreimal behielten die Eisbären die Oberhand (1:0 n.P., 2:1, 1:0), einmal Schwenningen (2:1).

Gerade in der entscheidenden Saisonphase lichtet sich das Eisbären-Lazarett. Die Verletzten-Misere in dieser Saison ist schon einfach unglaublich, wenn gleich sie nicht als Ausrede für die Katastrophen-Saison her halten darf und auch nicht tut, wie die Verantwortlichen immer wieder betonen. Zum Glück kann Trainer Stéphane Richer jedoch morgen auf drei Rückkehrer und einen Neuzugang zurückgreifen.
In der Defensive steht Florian Kettemer wieder zur Verfügung. Und im Sturm kehren Louis-Marc Aubry und James Sheppard zurück ins Line-up. Aber die Beiden sind nicht die einzigen Spieler, welche die Offensive verstärken. Auch Neuzugang Austin Ortega wird in Schwenningen sein DEL-Debüt feiern und dem Kader der Berliner mehr Tiefe verleihen.

Durch die vier Änderungen Kader werden die beiden Youngsters Maximilian Adam und Vincent Hessler wieder für Weißwasser auflaufen. Was vielen Fans sicherlich nicht unbedingt gefallen wird, dass man die jungen Spieler, die sich während der großen Personalprobleme so ins Zeug gelegt hatten, nun wieder zum Kooperationspartner abschiebt.

Doch egal, welche Spieler morgen Abend auflaufen werden. Das Ziel können nur drei Punkte sein. Die Eisbären stehen unter Druck, stecken in einer großen Krise, aus welcher sie nur mit positiven Ergebnissen wieder herauskommen können. Richer sagte im Vorfeld der Partie (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 14.02.2019):

Wir haben eine sehr intensive und gute Trainingswoche gehabt. Jetzt fangen unsere Playoffs an. Wir müssen uns auf jedes der letzten sieben Spiele wie auf ein Playoff-Spiel vorbereiten. Wir müssen morgen von der ersten Sekunde an mit dem Kopf da und bereit sein.

Reden konnten die Eisbären in dieser Saison schon viel, nur zu selten folgten den Worten am Ende auch taten und zurück blieben immer wieder enttäuschte Eisbären-Fans. Hat man während der Länderspielpause nun den Ernst der Lage verstanden und wird dementsprechend auftreten? Die Antwort darauf können die Jungs morgen ab 19:30 Uhr auf dem Eis der Helios-Arena geben.

Der Eisbären-Kader für das Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings am 15.02.2019 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Maximilian Franzreb

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Constantin Braun

Angriff:

Brendan Ranford, Charlie Jahnke, Austin Ortega, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, André Rankel, Mark Cundari, Jake Ustorf (alle verletzt)

Für das DNL-Team oder Weißwasser im Einsatz:

Tobias Ancicka, Thomas Reichel, Lukas Reichel, Cedric Schiemenz, Vincent Hessler, Maximilian Adam

Nur Platz Zehn sieben Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde: Sorgen die Rückkehrer und ein Neuzugang für die Wende bei den Eisbären Berlin?

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) befindet sich derzeit in der Länderspielpause. In dieser stehen die Eisbären Berlin aktuell auf dem zehnten Platz, welcher gerade so noch zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigen würde. Mit 56 Punkten hat man fünf Zähler Vorsprung auf den Tabellenelften aus Krefeld, welche man heute in einer Woche zum direkten Duell in der Arena am Ostbahnhof empfängt. Diese Partie wird dann wohl schon eine Art Vorentscheidung mit sich bringen. Gewinnen die Hauptstädter dieses Duell, können sie wohl sicher mit den Pre-Playoffs planen, verlieren sie jedoch, dann fängt das große Zittern an der Spree an.

Und dabei hatte man doch vor der Saison so große Ziele. Die Top-4 und das damit verbundene Heimrecht im Viertelfinale ist stets das Ziel. Nach der starken letzten Saison, an deren Ende die Vizemeisterschaft stand, hatte man schon vom nächsten Schritt (Titel) in der kommenden Saison gesprochen oder viel mehr geträumt. Von diesem Ziel sind die Berliner aber meilenweit entfernt und die Leistung in dieser Saison auch alles andere als titelreif. Hinzu kommt, dass die erfolgreiche letzte Saison schon so einige Fehler überdeckt hat, denn auch wenn am Ende die Vizemeisterschaft heraus sprang und man nur ein Spiel von der achten Meisterschaft entfernt war, lief bereits in der letzten Saison nicht alles so rosig wie es aussah. Und in dieser Saison bekommen die Eisbären dafür nun die Quittung.

Dabei wollen wir natürlich auch nicht vergessen, dass die Eisbären faktisch seit dem ersten Spiel nie in Bestbesetzung antreten konnten und immer fünf bis acht Leistungsträger fehlten. Solche Personalsorgen kann natürlich kein Team der DEL auf Dauer verkraften, auch nicht die Eisbären. Aber man hat ja selbst immer wieder betont, man wolle die verletzten Spieler nicht als Ausrede benutzen, viel mehr hätte man sich gewünscht, dass dann die anderen erfahrenen Spieler in die Bresche springen, noch mehr Leistung zeigen und die Youngsters, die unfreiwillig bereits diese Saison ins kalte Wasser geworfen wurden, nach allen Kräften unterstützen.

Aber das Problem in dieser Saison ist einfach, dass zu viele Leistungsträger nicht die erwartete Form bringen. Viele Leistungsträger hinken ihrer Form einfach meilenweit hinterher, enttäuschten in dieser Saison mehr als sie überzeugen konnten. Dazu kommt, dass die Neuzugänge nicht alle eingeschlagen haben. Von einem Brendan Ranford und einem Colin Smith sind viele Fans enttäuscht, sehen in diesen beiden Spielern keine guten Transfers der Eisbären. Ein Mark Cundari tat sich auch sehr schwer, fehlt nun verletzungsbedingt.
Immerhin haben die Eisbären mit Goalie Kevin Poulin und Verteidiger Florian Kettemer richtig starke

Erfolgsgarant Kevin Poulin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Transfers getätigt. Diese beiden Spieler haben den Eisbären in dieser so katastrophalen Saison schon so manche Spiele gerettet. Und mal schauen, was der nächste Neuzugang so zu leisten im Stande ist. Unter der Woche gaben die Eisbären die Verpflichtung des 24-jährigen Stürmers Austin Ortega bekannt, der aus Schweden von den Växjö Lakers nach Berlin kommt und die Nummer 21 erhalten wird. Zunächst wurde in Fankreisen darüber gerätselt, was denn dieser Transfer doch soll, schließlich müsse ja dann ein Importspieler auf die Tribüne. Doch dem ist nicht so, da Colin Smith nun seinen deutschen Pass erhalten hat und somit nicht mehr als Importspieler zählt.

Aber nicht nur Ortega wird die Eisbären im Hauptrunden-Endspurt unterstützen können. Denn auch das Lazarett lichtet sich mehr denn je. Trainer Stéphane Richer hatte es nach dem Spiel gegen Augsburg auf der PK bereits angedeutet, dass er darauf hoffe, dass nach der Pause drei bis vier Spieler in den Kader zurückkehren würden. Und es sollte tatsächlich klappen, das den Eisbären am Freitag in Schwenningen mehrere Spieler, die zuletzt noch schmerzhaft vermisst wurden, endlich wieder zur Verfügung stehen. Wenn alles gut läuft, sind Verteidiger Florian Kettemer sowie die Stürmer Louis-Marc Aubry, James Sheppard und Mark Olver am Freitag wieder mit im Line-up des Tabellenzehnten. Bei André Rankel steht dagegen noch ein dickeres Fragezeichen als bei den zuvor genannten Spielern.
Kettemer ist jedenfalls heiß auf sein Comeback:

Geil, wieder mit den Jungs auf dem Eis zu sein. Die Trainer haben das aber auch so gestaltet, dass es anstrengend war, aber auch Spaß gemacht hat. Das war ja nicht nur stupides Laufen, es gab auch Zweikämpfe. Ich bin aufs Eis zurück und habe mich gleich wohlgefühlt.

Kann am Freitag hoffentlich wieder für die Eisbären spielen – Verteidiger Florian Kettemer. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und ein Florian Kettemer würde der Eisbären-Defensive und generell dem gesamten Eisbären-Team so gut tun. War der Neuzugang, der nach der letzten Meisterschaft mit München seine Karriere eigentlich schon beendet hatte, doch bis zum Zeitpunkt seiner Verletzung einer der Leistungsträger im Eisbären-Team. Hauptberuflich ist „Ketti“ zwar Verteidiger, was ihn aber nicht daran gehindert hatte, auch vorne Akzente zu setzen, was seine acht Tore (plus acht Vorlagen) in 30 Spielen beweisen. Dabei waren natürlich auch Treffer im Penaltyschießen, denn in diesen hat er sich als Penalty-Monster bewiesen und den Eisbären schon so manchen wichtigen Zusatzpunkt gesichert. Mit acht Treffern ist Kettemer torgefährlicher als so mancher Eisbären-Stürmer, was eigentlich schon alles zu dieser Saison aussagt.

Mit Louis-Marc Aubry würden die Eisbären einen sehr wichtigen Stürmer zurück bekommen, der bis zum Zeitpunkt seiner Verletzung einen guten Lauf hatte. Aktuell steht die Nummer 41 der Eisbären bei neun Toren und 14 Vorlagen in 41 Spielen. Auch er wäre sehr wertvoll für die Eisbären-Offensive.

Was man natürlich auch von James Sheppard behaupten kann, ist die Nummer 88 der Berliner doch nach wie vor der Top-Scorer des Hauptstadt-Clubs. Seine Bilanz in 38 Spielen: 12 Tore und 18 Assists.

Mark Olver hingegen konnte erst neun Spiele in dieser Saison bestreiten, in denen ihm gerade einmal eine Torvorlage gelang, was definitiv kein überzeugender Wert ist.

Natürlich erhoffen sich die Verantwortlichen der Eisbären Berlin von den Rückkehrern jede Menge,

Die Eisbären feiern mit ihren Fans nach einem gewonnenen Heimspiel. Werden die Eisbären ihren Fans in dieser Saison noch mehrere Gründe zum Feiern geben oder ist die Saison bald Geschichte? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

erhoffen sich damit einen versöhnlichen Ausgang der DEL-Hauptrunde 2018/2019, welche bestmöglich mit dem Erreichen der Pre-Playoffs enden soll. Und in den Playoffs ist ja dann alles möglich, dass wissen auch die Eisbären-Fans. Und viele haben sogar davor Angst, dass man in der Führungsetage bei Erreichen der Playoffs und einem möglichen Halbfinaleinzug die Saison als sehr gut abstempelt und es nicht den so dringend benötigten Umbruch geben wird. Aber das machten die Verantwortlichen am Mittwoch bei „Im Dialog mit..“ im Fanbogen deutlich. Selbst wenn man die Playoffs erreichen und dann sehr weit kommen sollte, würde man die Saison knallhart analysieren und am Ende auch Konsequenzen ziehen. Ernst gemeinte Worte oder mal wieder nur leere Versprechen? Wir werden es erst nach Ablauf dieser Saison erfahren.

Nur selbst wenn man jetzt wieder mehr Personal zur Verfügung hat, heißt das nicht gleich automatisch, dass alles wieder gut wird und man jetzt eine Siegesserie startet. Die verletzten Spieler müssen erst einmal wieder ins Spiel rein kommen und zurück zur alten Stärke finden. Was bei dem Einen länger, bei dem Anderen kürzer dauern kann. Aber man darf nicht gleich erwarten, dass Kettemer, Aubry, Sheppard und Olver sofort wieder zu einhundert Prozent eine Hilfe sind. Viel mehr werden sie den jungen Spielern den Platz streitig machen. Gerade den Youngsters, die in dieser so schweren Saison bisher noch am meisten überzeugen konnten, sich mehr rein gehangen hatten als so manch erfahrener Leistungsträger.
Man kann nur hoffen, dass das Trainerteam um Stéphane Richer, Steffen Ziesche und Gerry Fleming nicht nach Namen sondern nach Leistung im Training aufstellen. Und wenn dann ein Youngster eben mehr überzeugt als ein als wichtig eingeplanter Leistungsträger, dann sollte der junge Spieler auch den Vorzug erhalten.

Aber egal, wer am Freitagabend am 19:30 in der Schwenninger Helios-Arena auf dem Eis stehen wird. Die Spieler dürften nur ein Ziel vor Augen haben: Den Sieg und drei Punkte. Denn alle noch folgenden sieben Spiele in der Hauptrunde sind Endspiele für die Eisbären. Sie haben es in dieser Saison noch nicht geschafft, eine richtige Siegesserie zu starten. Der Zeitpunkt für den Startschuss einer solchen Serie könnte nicht besser sein. Aber haben die Eisbären in der Länderspielpause ihr eseit Saisonbeginn vermisste Top-Form wieder gefunden? Diese Frage können die Akteure am Freitagabend selbst beantworten.

Stéphane Richer, Stefan Ustorf und Peter-John Lee: Die sportliche Leitung redet Klartext

Die Eisbären Berlin spielen aktuell eine sehr enttäuschende Saison und stehen nur auf dem zehnten Platz. Die Verantwortlichen selbst sind damit natürlich alles andere als zufrieden und die Fans erst recht nicht. Genau aus diesem Grund gab es am Mittwochabend ein „Im Dialog mit…“ im Fanbogen mit dem Trainer und Sportdirektor Stéphane Richer, dem Leiter für Spielerentwicklung und Scouting Stefan Ustorf und Manager Peter-John Lee.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Verantwortlichen den Unmut der Fans verstehen können, aber sie versuchten an diesem Abend auch zu erläutern, woran es aus ihrer Sicht liegt, dass die Eisbären derzeit den eigenen Erwartungen meilenweit hinterher hinken. Als erstes Fazit kann man bereits hier anmerken, dass die Saison keinesfalls abgeschenkt wird und man bis zum Saisonende kämpfen wird.

Lee sagte zur aktuellen Situation folgendes:

Der Kader, welchen wir auf dem Papier im Sommer gehabt haben, war sehr gut. Wenn dieser Kader auf dem Eis gestanden hätte und wir Zehnter in der Tabelle wären, dann hätten wir Probleme. Aber wir hatten von Beginn an Probleme mit Verletzungen. Das fing ja schon im Sommer mit Sean Backman oder Frank Hördler an. Hördler kämpfte sich bereits mit Schmerzen durch die Playoffs. Zu Beginn der Saison waren schon fünf Leute verletzt raus. Dann verletzt sich Thomas Oppenheimer gleich im ersten Spiel. Das alles hat uns hart getroffen. Sechs Leute aus dem Line-up kann keine Mannschaft in der DEL kompensieren.

Die verletzten Spieler sind sicherlich ein Grund für die aktuelle Misere, aber man selbst hat ja bereits immer betont, man wolle das nicht als Ausrede für die Leistungen nehmen. Dann müssen eben die erfahrenen Spieler in die Bresche springen, versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Viele Fans haben dabei den Namen des Kapitäns André Rankel in den Raum geworfen, doch Richer betonte, es kann nicht nur von einem Spieler abhängen:

Die Führung einer Mannschaft kann nicht nur vom Kapitän erfolgen, sondern von einer Gruppe an Leadern. Das muss unser Ziel sein.

Durch die vielen Ausfälle mussten die Eisbären in dieser Saison vermehrt auf die jungen Spieler setzen und diesen mehr Eiszeit geben, als ihnen selbst eigentlich lieb gewesen wäre. Stefan Ustorf sagte ja erst kürzlich beim Fantalk nach dem desolaten 0:7 gegen Mannheim, dass die Spieler noch nicht so weit wären, um jetzt schon bei den Profis spielen zu können. Generell verstand Ustorf die Kritik nicht, die Eisbären würden keine jungen Spieler einbauen. Ustorf führte etwas ausführlicher dazu aus:

Es sind aktuell fünf U25-Eisbären-Spieler bei der Nationalmannschaft dabei, die meisten mit Köln zusammen. Unsere jungen Spieler, ich nehme hier mal als Beispiel Charlie Jahnke, sind weiter als ein Andreas Eder aus München zum selben Zeitpunkt. Ich verstehe nicht, warum man uns immer nachsagt, wir bauen keine jungen Spieler ein. Ein Kai Wissmann spielt schon mehrere Jahre, über ihn redet keiner. Dass ein Jahnke zwischen zwei erfahrenen Spielern besser zur Geltung kommt als zwischen einem Nino Kinder und Maximilian Adam ist doch auch klar. Aber wir haben nicht genügend Leute, um die jungen Spieler mit erfahrenen Spielern zusammenspielen zu lassen. Wenn die Jungs zusammen als vierte Reihe aufs Eis gehen müssen, sind sie nicht so weit, die Leistung zu bringen, als würden sie neben erfahrenen Spielern auflaufen. Wir haben Jonas Müller und Kai Wissmann vor Jahren eingesetzt, beide sind nun Stammspieler.

Ustorf blickte dabei auch noch einmal auf die letzte Saison zurück, in der die Eisbären unter Trainer Uwe Krupp Vizemeister wurden. Da war Ustorf nicht zufrieden mit der Situation der jungen Spieler und er kritisierte dabei auch den Ex-Coach:

Ich war mit der Situation unserer jungen Spieler letzte Saison nicht zufrieden. Weil entweder hat Uwe Krupp sie nicht eingesetzt oder aber sie zusammen spielen lassen. Ich war öfters anderer Meinung als Uwe. Ein Florian Busch ist auch erst ein guter Spieler geworden, als er an der Seite von Steve Walker und Denis Pederson spielen durfte.

An den jungen Spielern darf man aber die schlechte Saison nicht festmachen. Das sind noch diejenigen, die sich noch den Hintern aufreißen und in den Spielen alles geben. Es sind die erfahrenen Leistungsträger, die nicht ihre Form bringen. Klar, manch ein Fan würde sich daher Konsequenzen vom Trainer wünschen, doch Richer sind dabei die Hände gebunden, sein Grund dafür klingt nachvollziehbar:

Wenn acht Spieler fehlen, ist es schwer, Konsequenzen zu ziehen. Da fehlen mir einfach die Spieler. Aber intern gab es Konsequenzen, welche wir hier aber nicht nennen werden.

Kampflos wollen die Eisbären diese Saison aber nicht aufgeben, was Peter John Lee noch einmal klar stellte. Er fordert:

Ich erwarte, dass wir hart kämpfen, bis wir die Pre-Playoffs erreicht haben. Ich hoffe, wir können dann in den Playoffs überraschen. Ich will mit den verletzten Spielern keinesfalls die Saison entschuldigen. Aber aktuell sind wir, wenn einige verletzte Spieler zurück kommen, hinten gut besetzt. Vorne dagegen nicht so sehr wie hinten. Nach der Pause könnten wir bei 80,90 Prozent vom Kader des Sommers angekommen sein.

Viele Fans bemängelten auch die fehlenden Emotionen bei den Spielern, lediglich ein Kevin Poulin oder ein Florian Kettemer würden auf dem Eis Emotionen zeigen. Spieler, die gerade mal seit dieser Saison beim Hauptstadt-Club sind. Vielmehr hätte man diese von langjährigen Spielern erwartet, aber diese vermissen die Fans seit Jahren schon. Ein Fan meinte auch, dass Kevin Poulin bei einem Spiel mal wutentbrannt zur Bank gefahren ist und den Kollegen die Meinung gegeigt hatte, diese ihn aber nicht wirklich beachtet haben. Richer über Poulin:

Poulin zeigt manchmal zu viel Emotionen. Andere wollen Emotionen zeigen, können es aber nicht.

Dass es im Team der Eisbären aber an allen Ecken Probleme gibt, ist unübersehbar. Daher wurde natürlich die große Frage angesprochen, warum ein Clément Jodoin entlassen wurde und warum ein Stéphane Richer immer noch Trainer ist. Darauf gaben die Drei folgendes an:

Für viele Spieler war Clément Jodoin zu streng, er erreichte damit irgendwann nicht mehr die Mannschaft und man habe sich dann eingestanden, das es wohl ein Fehler war, Clément Jodoin zum Headcoach zu ernennen. Deshalb kam es zur Trennung.

Natürlich kam die weitere Frage auf, warum man für die restliche Hälfte keinen neuen Trainer engagiert hatte und stattdessen mit Richer weiter machte, der ja anscheinend nicht viel besser als Jodoin ist und dem Team nicht zum erhofften Erfolg verholfen hat. Richer begründete das damit, dass er so näher an der Mannschaft wäre und genau sehen könne, warum es nicht läuft und was besser gemacht werden muss. Zur Trainersuche sagte er, dass die Eisbären eben keinen Trainer für drei Monate haben wollen, so wie es die Eisbären-Philosophie halt vorgibt. Da hatte man immer Trainer über eine längerfristige Zeit – Pierre Pagé, Don Jackson, Uwe Krupp:

Wir wollen uns die Zeit nehmen, einen langfristigen Trainer zu finden. Einen mit Führungsqualität und Kommunikation. Einen, der eine klare Linie hat und diese auch zieht. Einen, der dann auch mit den Spielern spricht.

Was sicher einleuchtend ist, bringt doch ein Schnellschuss nur selten etwas, nur sollte man so etwas den Fans auch einmal genau erklären, denn sonst kommt es so rüber, dass man gar kein Interesse hat, etwas zu ändern. Denn unter Richer wurden die Leistungen noch schlechter, aber es tat sich nichts bei den Eisbären. Fehlende Transparenz wurde heute immer wieder angemahnt, ein Problem, welches sich über Jahre bei den Eisbären schon wie ein roter Faden durchzieht. Aber die Eisbären haben heute einige plausible Erklärungen abgegeben, womit sicherlich nicht jeder Fans zufrieden ist, aber es war endlich mal ein erster Schritt. Denn Richer sagte auch, dass man selbst wenn man die Pre-Playoffs erreichen sollte, darüber ins Viertelfinale einzieht und dann noch weiter kommt, man trotzdem Konsequenzen ziehen wird. Man wird einen langsamen Umbruch vollziehen, aber erst einmal hat die Trainersuche höchste Priorität.

Man hat zum Beispiel auch einen Fehler beim Abgang von Nick Petersen eingeräumt. Er war einer der wichtigsten Leistungsträger in der Vizemeister-Saison, doch letztendlich wechselte er nach Österreich. Richer meinte, man habe früh mit ihm gesprochen, doch da hat er sein Ziel KHL geäußert und dann ist es natürlich schwer, so einen Spieler zu halten, denn die KHL ist noch einmal eine andere Hausnummer. Und dann kam doch alles anders als gedacht und Richer gestand Fehler ein, dass man Petersen dann hat zu einfach ziehen lassen, weil man eben dachte, er würde in die KHL gehen. Man hätte mehr Geduld haben müssen, hätte dran bleiben müssen.

Diese Saison ist aber nun eh für viele Fans gelaufen und nicht wenige Fans wünschen sich ein frühes Saisonende nach der Hauptrunde. Aber nun sagten die Verantwortlichen ja, man würde selbst bei Erreichen der Playoffs Konsequenzen nach dieser Saison ziehen. Angesprochen darauf, welche Philosophie die Eisbären überhaupt verfolgen, antwortete Richer:

Unsere Philosophie ist es, erfolgreich Eishockey zu spielen. Wir wollen offensiv spielen, wir wollen Tore schießen.

Die Eisbären verfolgen seit Jahren das Ziel Top-4, doch sind wir ehrlich, schon seit der letzten Meisterschaft 2013 sind einige Dinge schief gelaufen, auch schon in der letzten Meistersaison wurden viele Fehler gemacht, aber der Titel hat vieles verdeckt. So war es auch mit der letzten Saison, welche mit der Vizemeisterschaft und der knappen Entscheidung in Spiel Sieben nach außen hin sicher eine klasse Saison darstellen mag, aber auch da liefen viele Dinge nicht so gut wie es aussah.

Stéphane Richer ist vor drei Jahren mit einem Drei-Jahres-Plan angetreten. Man hatte natürlich am Ende das Ziel, Meister zu werden. Man hat sich über das Halbfinale im ersten Jahr ins Finale im zweiten Jahr vorgearbeitet. Klar hatte man dann für diese Saison das große Ziel Meisterschaft ausgegeben, aber dieses werden die Jungs wohl deutlich verfehlen und daran sind einige Punkte dran schuld.
Man habe wie bereits erwähnt immer das Ziel Top-4, man wolle sich auf der deutschen Seite verjüngern und hat dies in der vergangenen Saison auch getan mit dem Trade mit Ingolstadt, als man sich im Tausch Thomas Oppenheimer und Martin Buchwieser sicherte. Man hat einen Weg eingeschlagen und diesen versuchen die Eisbären auch zu verfolgen. Aber viele Fans würden sich wünschen, dass die Verantwortlichen viel offener mit den Fans umgehen und sagen, was sie vor haben. Keiner hat damit ein Problem, mal drei schlechte Jahre während eines Umbruchs zu haben. Wenn man einen Plan verfolgt, an diesem festhält und junge Spieler einbauen möchte, dann dauert das eben seine Zeit, aber wenn man weiß, was der Verein vor hat, dann werden die Fans diesen Weg mitgehen und viel Geduld zeigen.
Aber wenn man dann so eine Saison wie diese sieht, wo man sich denkt, die Spieler auf dem Eis haben keinen Bock und den Verantwortlichen ist alles egal, dann wird man zu Recht sauer und machte bereits mehrfach berechtigterweise seinem Unmut deutlich. Aber wenn die Eisbären so offen agieren würden, wie sie es heute teilweise getan haben, dann wäre vieles einfacher und die Fans würden viele Dinge viel besser verstehen und nachvollziehen können.

Beenden wollen wir den Bericht mit den Worten von Trainer und Sportdirektor Stéphane Richer, welche er zu Beginn des Abends gesagt hatte:

Ich bin ein Mensch wie Ihr. Ein Eisbär wie Ihr. Ich war in Mannheim, Frankfurt und Hamburg. Aber die Vergangenheit ist Vergangenheit. Ich bin Eisbär durch und durch. Ich will immer gewinnen und gebe immer mein Bestes.

Selbstbedienungsladen Arena am Ostbhanhof: Die Eisbären verlieren das vierte Heimspiel in Folge und bleiben dabei zum dritten Mal ohne eigenen Treffer

 

Ausgabe #26:

Es gab mal Zeiten, da waren die Eisbären extrem heimstark und die Arena am Ostbahnhof eine uneinnehmbare Festung. Doch das muss sehr lange her sein. Im Moment verkommt die Mercedes-Benz Arena viel mehr zu einem Selbstbedienungsladen, wo sich jeder Gegner drei Punkte mitnehmen kann. Am Sonntagnachmittag verloren die Eisbären Berlin auch das vierte Heimspiel in Folge. Die Augsburger Panther setzten sich vor ausverkauftem Haus mit 1:0 (0:0,1:0,0:0) durch und sorgten dafür, dass die Eisbären nun bei drei der vier Niederlagen ohne eigenen Treffer blieben und nur ganze zwei Tore (!) in den letzten vier Heimspielen geschossen haben. Und das ist einfach nur mehr als peinlich, gerade für eine Mannschaft, wie es die Eisbären mal waren bzw. sein wollen.

Bei den Eisbären kehrte Verteidiger Danny Richmond zurück in den Kader und nach zwei Spielen als Back-up auf der Bank kehrte Kevin Poulin zurück ins Bären-Tor.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Heimspiel gegen München hatten die Eisbären den Start komplett verschlafen und nach nicht einmal sieben Minuten schon mit 0:3 hinten gelegen. Heute klappte das schon besser, wenn gleich Augsburg dennoch den besseren Start hinlegte. Von Beginn an drückte der AEV aufs Tempo und hatte früh zwei richtig gute Chancen, doch Kevin Poulin war zur Stelle. Und auf der Gegenseite hatte Jamie MacQueen eine richtig gute Chance, welche Olivier Roy im AEV-Tor mit einem klasse Save zu Nichte machte.
Nach guten ersten zehn Minuten der Augsburger mit guten Chancen kamen die Eisbären in den letzten zehn Minuten besser ins Spiel hinein, versuchten auch, sich Chancen zu erspielen, aber die Panther-Defensive machte es den Eisbären schwer, drängte sie immer wieder nach außen und zwang sie somit auch zu Schüssen von außen, was dann kaum Gefahr brachte. Nur selten kamen die Eisbären von der blauen Linie oder im Slot zum Abschluss.
Torlos endeten die ersten 20 Minuten, statistisch gesehen mit mehr Torschüssen für die Eisbären, was aber keinesfalls Hochkaräter waren.

Augsburg kam bärenstark aus der Kabine und belagerte das Eisbären-Tor, Kevin Poulin konnte sich

Foto: eisbaerlin.de/walker

ein ums andere mal auszeichnen und verhinderte mehrfach den Rückstand, welcher inzwischen absolut verdient gewesen wäre.
Die Eisbären dann mal mit einem Powerplay und der Möglichkeit, sich vom Druck der Fuggerstädter zu befreien, klappte jedoch nur bedingt, denn das Powerplay war keinesfalls gut gewesen. Und kaum war Augsburg wieder komplett, klingelte es im Berliner Gehäuse. Thomas Holzmann mit dem Pass von rechts außen vor das Tor, wo Sahir Gill am langen Pfosten lauerte und zum 0:1 einnetzen konnte (29.).
Auch danach Augsburg weiter am Drücker, sie waren die aktivere Mannschaft und hatten richtig gute Chancen. Aber Kevin Poulin machte immer wieder eine klasse Figur und ließ die Panther-Spieler reihenweise verzweifeln.
Als Augsburg zum Drittelende hin in Überzahl war, hatten die Eisbären bei zwei Kontern ihre gefährlichsten Aktionen im Mitteldrittel. Aber Florian Busch und Jamie MacQueen scheiterten jeweils im Abschluss, der Erste scheiterte an Roy, der Zweite schoss knapp am Tor vorbei.
So blieb es beim 0:1 nach 40 Minuten und die Hausherren konnten sich bei ihrem Goalie bedanken, dass es nur ein Tor Rückstand war, denn Augsburg hätte hier gut und gerne 3:0 oder gar 4:0 führen können.

Foto: eisbaerlin.de/walker

So war aber für das Schlussdrittel noch alles offen und die Eisbären noch im Spiel. Und man merkte den Eisbären im Schlussdrittel auch an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie berannten das Augsburger Tor, aber die Defensive der Panther war nur schwer zu knacken. Immer wieder warfen sich die Augsburger Spieler in die Schüsse. Wenn die Eisbären es doch einmal bis in die Drittelmitte schafften und zum Abschluss kamen, ging der Puck entweder knapp drüber oder vorbei oder landete im Fanghandschuh von Olivier Roy. Es war zum verzweifeln, die Eisbären gaben sich ja im letzten Drittel Mühe, mussten aber bei Augsburger Gegenangriffen immer wieder aufpassen, nicht das zweie Gegentor zu kassieren.
Und meistens versuchte man es vor dem Tor zu kompliziert, statt einfach zu spielen. Aber so ist das eben, wenn man in einer Krise steckt und es überhaupt nicht läuft. Dann denkt man zu viel nach und entscheidet sich instinktiv immer falsch. Hast du Scheiße am Schläger…
Egal, was die Eisbären auch versuchten, am Ende verteidigten die Augsburger das knappe 1:0 bis zum Spielende und nahmen die drei Punkte mit nach Hause.

Die Eisbären scheinen es zum Ende der Saison tatsächlich noch zu schaffen, die einst sicher geglaubte Pre-Playoff-Qualifikation noch zu verspielen. Mit der Niederlage  gegen die Panther rutschte man auf Platz Zehn ab und hat auf den Elften Krefeld nur noch fünf Zähler Vorsprung, der nächste Heim-Gegner sind übrigens die Pinguine, die können also schon einmal drei Punkte mehr einplanen, denn in Berlin gibt’s die Punkte gerade auf dem Silbertablett serviert. Wer will nochmal, wer hat noch nicht…
Zwei Drittel taten sich die Eisbären gegen eine starke Augsburger Defensive sehr schwer, kamen meistens nur von außen zum Abschluss und konnten so für keinerlei Gefahr sorgen. Im letzten Drittel drückte man dann noch einmal auf das Tempo und hatte durchaus gute Möglichkeiten, aber im Abschluss fehlt den Jungs momentan das nötige Quäntchen Glück. „Aber so ist das eben, wenn du im Tabellenkeller stehst„, so analysierte Martin Buchwieser das Spiel nach der Schlusssirene.
Dass Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel auf der PK davon gesprochen hat, es war ein gutes Spiel zweier Mannschaften, lässt einen dann nur noch kopfschüttelnd zurück. Und auch die Tatsache, dass er darauf hofft oder viel mehr spekuliert, dass nach der Länderspielpause drei bis vier Spieler wieder zurückkommen und dann alles besser wird, lässt einen nur noch schmunzeln. Die verletzten Spieler werden nicht sofort wieder auf Betriebstemperatur sein und somit nur bedingt eine Verstärkung für die Eisbären darstellen. Aber in Berlin redet man sich derzeit ja alles schön und träumt vermutlich auch daran, dass man bei erfolgreicher Qualifikation für die Pre-Playoffs diese übersteht und dann in den Playoffs noch für Furore sorgen wird. Träume muss man haben, aber lassen wir die Verantwortlichen in der Eisbären-Etage mal weiter träumen und wecken sie dabei nicht auf.