5:2 in Köln: 40 starke Minuten reichen zum Sieg in der Domstadt

Die Eisbären Berlin setzen ein dickes Ausrufezeichen in der PENNY DEL: Am Freitagabend gewann man den DEL-Klassiker bei den Kölner Haien verdient mit 5:2 (1:0,3:0,1:2). Vor allem in den ersten 40 Minuten überzeugten die Eisbären auf ganzer Linie. Im letzten Drittel ließ man es dann etwas ruhiger angehen, was Köln zurück ins Spiel brachte.

Eisbären-Trainer Serge Aubin musste heute neben Lean Bergmann auch auf Yannick Veilleux verzichten, weshalb es in Reihe drei und vier Änderungen gab. Tobias Eder nahm den Platz von Veilleux an der Seite von Patrice Cormier und Maximilian Heim in Reihe drei ein. Michael Bartuli rutschte ins Line-up und ersetzte Eder in Reihe vier. Zudem gab es im Tor wieder den Wechsel. Jake Hildebrand begann, Nikita Quapp saß als Back-up auf der Bank.

Für die Eisbären stand eine sehr schwere Auswärtsaufgabe an, eine Standortbestimmung. Denn die Domstädter gehören in dieser Saison wieder zur Spitzengruppe in der PENNY DEL und manch einer sieht sie sogar im Rennen um die Meisterschaft sehr gut aufgestellt. Auch der Autor dieses Spielberichts. Konnten die Berliner den Haien heute in eigener Arena ein Bein stellen?

Traf im dritten Spiel in Folge: Zach Boychuk (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln hat große Probleme mit dem Forechecking der Eisbären

Offensiver Beginn ins Spitzenspiel. Beide Mannschaften waren sofort offensiv ausgerichtet und sorgten für die ersten Abschlüsse vor dem gegnerischen Tor. Köln kam dem 1:0 dabei sehr nahe, doch zum Glück aus Eisbären-Sicht half das Aluminium in einer Szene.
Das Glück hatten die Haie in der siebten Spielminute nicht. Scheibengewinn auf Höhe der Mittellinie und dann war Zach Boychuk nicht mehr zu halten. Vor dem Tor von Ex-Eisbär Tobias Ancicka blieb er cool und ließ seinem ehemaligen Kollegen keine Chance – 1:0 (7.). Ein Tor gegen Nürnberg, zwei in Iserlohn und heute auch schon wieder eins. Die Nummer 89 läuft so langsam aber sicher heiß!
Köln fortan auf der Suche nach einer schnellen Antwort, aber bis hierhin bissen sich die Haie ihre Zähne an der Defensive der Eisbären aus. Die Haie hatten Probleme, ihren gefährlichen Spielaufbau aufzuziehen, da das Forechecking der Eisbären sie früh attackierte. Damit hatte Köln sichtlich große Probleme.
Die Eisbären schafften es, die Hausherren immer wieder nach außen zu drängen und machten die gefährlichen Räume zu. Defensiv standen die Berliner sehr kompakt und ließen kaum etwas zu. Nach vorne versuchte man immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen. Einmal hatte man damit Erfolg und somit führte man nach 20 Minuten und einer sehr guten Defensivleistung mit 1:0 in der Domstadt.

Legte das 2:0 in Köln nach: Ty Ronning (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Effektive Eisbären schocken Köln

Hart umkämpft ging es im zweiten Drittel weiter. Die Eisbären spielten weiterhin ihr aggressives Forechecking, gegen das Uwe Krupp nach wie vor kein Mittel gefunden hatte. Auch defensiv standen die Berliner weiterhin sehr kompakt und ließen kaum etwas gefährliches zu.
Es dauerte bis zur 27. Spielminute, ehe Justin Schütz nach einem gewonnenen Bully im Angriffsdrittel mal für Gefahr sorgen konnte. Nur kurze Zeit später brach Jason Bast auf rechts außen mal durch und kam zur nächsten guten Chance für die Hausherren. Köln näherte sich so langsam aber sicher an und brachte auch die Arena wieder hinter sich.
Doch dann war es auf einmal wieder still. Die Eisbären mit dem gewonnenen Bully vor dem Kölner Tor und dann packte Ty Ronning den Hammer aus – 2:0 (28.). So kann man mal auf die gute Phase der Domstädter reagieren.
Während die Hauptstädter äußerst effektiv waren, haderten die Domstädter inzwischen mit ihrer Chancenverwertung. Frederik Storm und Andreas Thuresson (Powerplay) verpassten den Anschlusstreffer.
Und was passiert, wenn du deine Chancen nicht nutzt? Genau, du fängst dir hinten ein! Marcel Noebels mit dem klasse Pass hoch zu Leo Pföderl, der sah Zach Boychuk am langen Pfosten und der musste nur noch einschieben – 3:0 (33.). Ganz starke Kombination dieser Reihe, die immer mehr heiß läuft.
Da war sie also schon wieder, diese enorme Effektivität der Eisbären heute Abend. Dieser Treffer hatte zudem die ersten zaghaften Pfiffe in der Lanxess Arena zur Folge. Damit hatten die heimischen Fans wohl nicht gerechnet, dass die Partie so verlaufen würde.
Es sollte noch schlimmer kommen für die Haie. Powerplay Berlin, die Scheibe lief sehr gut und am Ende war es Leo Pföderl, welcher eiskalt abschloss – 4:0 (38.). Das war jetzt schon eine Machtdemonstration des DEL-Rekordmeisters bei stark gestarteten Kölner Haien. Bei denen lief heute aber auch nichts zusammen, denn Chancen hatte man im zweiten Drittel genug.
Man sollte die Eisbären eben nicht reizen, so wie es Schwenningen vorige Woche gemacht hat. Seitdem die Eisbären mit einem 5:0 gegen Nürnberg, einem 8:2 in Iserlohn sowie einem Zwischenstand von 4:0 in Köln. Was für ein Lauf der Berliner zu dem frühen Zeitpunkt der Saison. Das 4:0 nahm man übrigens mit in die zweite Drittelpause. Auch, weil Alexandre Grenier und Justin Schütz mit einem Alleingang an Jake Hildebrand scheiterten. Wow, das Tor schien wie vernagelt zu sein.

Bekam im letzten Drittel ordentlich was zu tun: Goalie Jake Hildebrand (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln kommt noch mal ran, aber für Punkte reicht es am Ende nicht mehr

Im Schlussdrittel passierte zunächst nicht viel. Erst nach knapp vier Minuten wurde es mal wieder gefährlich vor einem Tor. Die Eisbären bekamen die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und Maximilian Glötzl zog von der blauen Linie aus der Drehung ab – 4:1 (45.).
Nur der Ehrentreffer oder mehr? Schließlich war noch genug Zeit auf der Uhr für eine Aufholjagd und was gab es im Eishockey nicht schon für verrückte Spiele. Auch mit Eisbären-Beteiligung.
Und nur kurze Zeit später hatte Jason Bast tatsächlich das 2:4 auf der Kelle, scheiterte aber an Hildebrand. Die Arena war nun wieder zurück und pushte ihre Haie nun nochmal gehörig von den Rängen.
Die Stimmung wurde noch besser, als Jason Bast bei angezeigter Strafzeit auf 2:4 verkürzte (47.). Die Eisbären fanden in dieser Phase nicht mehr zu ihrem Spiel aus den ersten 40 Minuten. Der Anschlusstreffer hatte seine Spuren bei den Berlinern hinterlassen, die es im letzten Drittel vielleicht zu locker angegangen sind. Ja, man führte mit 4:0 und schaltet dann schon mal einen Gang runter, aber gefühlt waren das aber 2-3 Gänge.
Die Eisbären fingen sich aber wieder und gestalteten die Partie nun ausgeglichener. Jetzt kam man auch selbst mal wieder vor das Kölner Tor und sorgte so nebenbei auch für etwas Entlastung vor dem eigenen Tor.
Doch komplett fernhalten konnte man die Gastgeber nicht vom eigenen Tor. Die Haie kamen auch in der Folge zu weiteren guten Chancen, aber Jake Hildebrand war immer wieder zur Stelle. Was für eine starke Leistung vom Berliner Goalie!
In der Schlussphase drängten die Haie nochmal ordentlich, aber die Berliner Defensive verteidigte ihr Tor mit allem was sie zur Verfügung hatte. Am Ende entschieden die Berliner das Spiel verdient mit 5:2 für sich. Patrice Cormier mit dem Empty-Net-Goal kurz vor Schluss. Verdient deswegen, weil man über 40 Minuten eine bärenstarke Leistung in der Domstadt zeigte. Und damit setzte man ein Ausrufzeichen in der noch jungen Saison!

2:4 in Mannheim! Die Eisbären kassieren beim Erzrivalen die erste Saisonniederlage

Am vierten Spieltag hat es die Eisbären Berlin erwischt: Ausgerechnet beim Erzrivalen Adler Mannheim verloren die Hauptstädter mit 2:4 (1:2,1:1,0:1). Am Ende scheiterte man am sehr starken Arno Tiefensee im Adler-Tor. Insgesamt war es aber eine sehr intensive Partie, in der sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegneten. Am Ende hatten die Kurpfälzer aber das Bessere Ende auf ihrer Seite.

Eisbären-Trainer Serge Aubin änderte im Vergleich zum Auswärtssieg in Augsburg rein gar nichts an seinen Reihen. Auch im Tor blieb alles unverändert, Jake Hildebrand hütete erneut das Berliner Tor.

Die Eisbären wollten im vierten Spiel den vierten Sieg einfahren, einfach sollte das aber nicht werden. Schließlich traf man auf den Verfolger und Erzrivalen Mannheim. Die Adler hatten im Vorfeld dieser Partie zwei von drei Spielen gewonnen und die einzige Niederlage erst nach Penaltyschießen kassiert. Vergangene Saison gewannen die Berliner beide Auswärtsspiele in der Kurpfalz. So durfte es heute gerne weitergehen.

Denis Reul gegen Yannick Veilleux. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Tore nach sechs Minuten

Der Start glückte jedenfalls nicht. Denn die Mannheimer legten einen guten Start hin und gingen durch Maximilian Eisenmenger mit 1:0 in Führung (3.).
Aber die Antwort der Eisbären ließ nicht lange auf sich warten. Leo Pföderl mit dem Zuspiel vors Tor auf Zach Boychuk und der vollendete eiskalt gegen Arno Tiefensee – 1:1 (4.).
Spitzenspiel stand auf diesem Spiel drauf, Spitzenspiel war hier von Beginn an drin. Es gibt eben Spiele, die willst du einfach nicht verlieren.
Doch wie bereits erwähnt sollte es nicht einfach werden. Schon gar nicht, wenn man auf der Strafbank sitzt. Kai Wissmann musste in die Kühlbox und drei Sekunden später klingelte es erneut im Berliner Tor. DEL-Top-Scorer Matthias Plachte überwand Jake Hildebrand in Überzahl – 1:2 (6.).
Was für ein Start in der SAP-Arena. Beide Mannschaften waren hoch motiviert in dieses Spiel gegangen, was man an der Intensität deutlich merkte. Und was gehört zu einem Duell zweier Erzrivalen? Natürlich, eine Schlägerei! Denis Reul und Yannick Veilleux tauschten ein paar Nettigkeiten aus.
Die Adler danach in Überzahl und auch in der Formation, doch dieses Mal gelang den Hausherren kein weiterer Treffer.
Im weiteren Spielverlauf blieb es weiterhin intensiv. Es ging rauf und runter, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg Richtung Tor. Mannheim mit dem leichten optischen Übergewicht, aber auf Jake Hildebrand war Verlass. Nach intensiven 20 Minuten stand es 1:2 aus Berliner Sicht.

Ty Ronning erzielte das 2:2. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Schneller Ausgleich der Eisbären, aber Mannheim legt zum dritten Mal vor

38 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da glichen die Berliner bereits aus. Scheibengewinn der Eisbären, dann ging es schnell und Ty Ronning mit dem 2:2 (21.).
Danach ging es weiter sehr intensiv zur Sache, Mannheim war auf der Suche nach einer Antwort und setzte sich sehr lange im Berliner Drittel fest. Zum Glück aus Sicht der Eisbären gelang ihnen in dieser Phase aber nicht der erneute Führungstreffer. Glück hatten die Eisbären nochmal, als David Wolf frei vor Hildebrand zum Abschluss kam. Doch sein Schuss klatschte nur an den Pfosten.
Im zweiten Drittel wechselten sich die Phasen ab, in denen eine Mannschaft das Übergewicht hatte. Mitte der Partie waren es nämlich die Eisbären, welche die aktivere Mannschaft waren. Aber genau wie Mannheim konnten auch die Berliner diese Phase nicht nutzen.
Aber in der Schlussphase konnten die Adler dann treffen. Mannheim setzte stark nach, Markus Hännikäinen zog vors Tor, legte die Scheibe dann rüber zu Jyrki Jokipakka, welcher die Adler zum dritten Mal an diesem Nachmittag in Führung brachte – 2:3 (36.). Das war zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten.

Endstation Arno Tiefensee: Der Mannheimer Goalie ließ die Berliner Spieler im letzten Drittel verzweifeln. (Foto von City-Press GmbH Bildagentur)

Tiefensee lässt die Eisbären verzweifeln

Im Schlussdrittel arbeiteten die Eisbären am Ausgleich, konnten aber das Powerplay zu Beginn des Drittels nicht nutzen. Auch danach blieben die Berliner dran, aber nach wie vor war Arno Tiefensee im Adler-Tor nicht zu bezwingen.
Auf der Gegenseite waren aber auch die Adler bei einem Wechsel enorm gefährlich. Jake Hildebrand musste in dieser Sequenz gleich zwei-, dreimal retten. Es blieb weiterhin ein enorm spannendes Spiel zwischen den beiden Erzrivalen.
Auch in der Folge stand Hildebrand weitere Male im Mittelpunkt und hielt die Chance der Eisbären auf etwas Zählbares am Leben. Doch um Punkte mitzunehmen, musste man auch mal wieder was nach vorne machen, was in dieser Phase nicht der Fall war.
Sieben Minuten vor dem Ende war das dann der Fall und beinahe hätte es im Mannheimer Tor geklingelt. Aber Tobias Eder traf leider nur den Pfosten. Kurz darauf Powerplay für die Eisbären und die Chance zum Ausgleich. Eine Sekunde vor Ablauf der Strafe hatte Marcel Noebels per Onetimer die Chance, aber auch hier war Tiefensee zur Stelle.
Den Berlinern lief so langsam aber sicher die Zeit davon. Die Hauptstädter bauten in der Schlussphase auch nochmal ordentlich Druck auf, aber die Mannheimer Defensive stand äußerst kompakt vor dem Tor. Man kam dennoch zu dicken Chancen, aber entweder stand Arno Tiefensee und bei einer Szene sogar Denis Reul im Weg. Da war das Tor leer gewesen. Wahnsinn!
Serge Aubin nahm am Ende seine Auszeit und zudem Goalie Jake Hildebrand zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch das nutzten die Adler zur Entscheidung. Die Scheibe wurde raus gechippt, Kris Bennett gewann das Laufduell und traf ins verwaiste Berliner Tor – 2:4 (59.).
Somit kassierten die Eisbären im vierten Spiel die erste Saisonniederlage. Dass die irgendwann mal kommen würde, war klar. Aber Niederlagen in Mannheim sind nie schön. Chancen zum Ausgleich hatte man, aber am Ende ließ Teufelskerl Arno Tiefensee keine Scheibe mehr durch.

Dritter Sieg im dritten Spiel: Eisbären gewinnen mit 4:1 in Augsburg

Die Eisbären Berlin bleiben weiterhin in der Erfolgsspur: Am Freitagabend gewann man auch sein drittes Saisonspiel. Bei den Augsburger Panthern setzten sich die Berliner verdient mit 4:1 (2:0,1:1,1:0) durch. Damit steht man nach drei Spieltagen auf Platz zwei und ist neben Köln die einzige Mannschaft, welche in dieser Saison noch nicht verloren hat.

Eisbären-Trainer Serge Aubin veränderte sein Line-up wieder etwas. In der Defensive blieben die Pärchen gleich, lediglich Marco Nowak stand heute nicht im Kader. Dafür gab Neuzugang Lean Bergmann sein Debüt im Eisbären-Trikot. Marcel Noebels und Leo Pföderl bekamen mit Zach Boychuk heute einen neuen Reihenpartner. Boychuk tauschte die Reihe mit Blaine Byron, welcher heute der Center zwischen Frederik Tiffels und Ty Ronning war. Bergmann bildete die dritte Reihe zusammen mit Tobias Eder und Maximilian Heim. Und die nominell vierte Reihe bestand heute aus Yannick Veilleux, Manuel Wiederer und Michael Bartuli. Wow, was für eine vierte Reihe!
Im Tor stand natürlich wieder unser „Spieler der letzten Woche“ Jake Hildebrand.

Für die Eisbären ging es darum, den dritten Sieg im dritten Spiel einzufahren. Einfach sollte es in Augsburg aber nicht werden, sind doch Auswärtsspiele im Curt-Frenzel-Stadion nie leicht. Zumal der AEV nach zwei Niederlagen zum Saisonstart bereits unter Druck stand.

Brachte die Eisbären in Augsburg mit 1:0 in Führung: Blaine Byron (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Hildebrand stark, Byron und Eder treffen

Die Hausherren hatten sich auf jeden Fall viel vorgenommen für ihr Heimspiel, aber das ist bekanntlich nichts Neues in Augsburg. Dort gilt es fast immer für die Gegner, die ersten zehn Minuten schadlos zu überstehen. Das gelang den Eisbären und noch viel besser, sie gingen sogar in Führung. Ty Ronning erkämpfte dank starkem Forechecking die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie und brachte sie anschließend Richtung Tor. Blaine Byron fälschte sie unhaltbar für Dennis Endras ab und so führten die Berliner früh in Augsburg – 1:0 (5.).
Den Panthern bot sich aber schnell die Chance zum Ausgleich in Überzahl. Doch das Penalty Killing der Eisbären ließ enorm wenig zu. Die beiden Schüsse, die auf das Tor kamen, waren eine sichere Beute von Jake Hildebrand.
Und was machten die Eisbären in der Offensive? Die waren heute eiskalt. Tobias Eder kam über rechts ins Angriffsdrittel und zog trocken ab – 2:0 (10.). Die Augsburger waren hier offensiv immer wieder präsent, aber glücklos im Abschluss, weil Jake Hildebrand derzeit in Top-Form ist. Die Berliner agierten im Stile einer Top-Mannschaft und nutzten ihre Chancen effektiv.
Beide Teams im weiteren Verlauf des ersten Drittel nochmal mit einem Powerplay, aber weitere Tore sollten nicht fallen. So führten effektive Berliner nach 20 Minuten mit 2:0 bei guten Augsburgern. Die Spieler wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten und fuhren allesamt zu Goalie Jake Hildebrand, der die Null im ersten Drittel festhielt.

Tor beim DEL-Debüt für die Eisbären Berlin: Lean Bergmann (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)

Bergmann kontert den Augsburger Anschlusstreffer

Die Eisbären fanden gut rein ins Mitteldrittel und wollten früh das 3:0 nachlegen, doch Dennis Endras im Augsburger Tor hatte etwas dagegen. Danach verflachte die Partie zunehmend, gefährliche Torraumszenen suchte man vergeblich.
Augsburg war in der Folge weiterhin bemüht, aber die Berliner Defensive verteidigte das bis hierhin sehr stark weg. Die Schüsse, die durchkamen, waren weiterhin eine sichere Beute von Jake Hildebrand. Nach vorne waren die Eisbären auch weiter aktiv, fuhren den ein oder anderen Konter, welchen man aber nicht nutzen konnte.
In den letzten Minuten wurden die Chancen auf beiden Seiten wieder zwingender und gefährlicher. Dennis Endras und Jake Hildebrand bekamen immer mehr zu tun. Und zum Ende des zweiten Drittels wurden beide Goalies auch noch jeweils einmal überwunden. Zunächst trafen die Panther durch Matt Puempel, welcher nach einem gewonnen Bully den Onetimer auspackte und auf 2:1 verkürzen konnte (36.).
Doch die Eisbären sorgten schnell für die Euphorie-Bremse. Tim Schüle rutschte die Scheibe im Slot durch, Lean Bergmann stand somit frei vor Endras, welchen er eiskalt ausspielte – 3:1 (37.).
Die perfekte Antwort der Hauptstädter, um Augsburg den Schwung vom Anschlusstreffer schnell wieder zu nehmen. So nahmen die Berliner eine verdiente 3:1-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Ein Tor und ein Assist in Augsburg: Ty Ronning (Foto von Florian Pohl / City-Press GmbH Bildagentur)

Ronning macht den Deckel drauf

Früh im Schlussdrittel beseitigten die Eisbären auch die letzten Zweifel am dritten Sieg im dritten Spiel. Ty Ronning legte die Scheibe für Ben Finkelstein ab, lief dann in Position, um anschließend den Pass vom Verteidiger zu verwerten – 4:1 (42.). Wow, was für eine Kombination der beiden Neuzugänge!
Der Auftritt der Eisbären bis hierhin war äußerst abgezockt. Von hinten bis nach vorne war das schon enorm cool gespielt, vor dem Tor zeigte man die nötige Kaltschnäuzigkeit und nutzte seine Chancen effektiv. Und hinten ließ man wenig Hochkarätiges der Panther zu. Und wenn doch, dann konnte man sich auf „The Wall“ Jake Hildebrand verlassen. Seine Kritiker dürften inzwischen komplett verstummt sein, bei den Auftritten, die Hildebrand bisher im Eisbären-Trikot gezeigt hat.
Augsburg blieb in der Folge weiterhin bemüht, spielte es aber ebenso weiterhin sehr umständig, weshalb der Sieg der Eisbären überhaupt nicht mehr in Gefahr geriet. Ganz im Gegenteil, am Ende hätte man durchaus auch noch höher gewinnen können. So aber blieb es am Ende beim mehr als verdienten 4:1-Auswärtssieg bei den Fuggerstädtern.

Ty Ronning hat bei den Eisbären unterschrieben!

Der 25-jährige US-Kanadier kommt vom ERC Ingolstadt und wechselt in die Hauptstadt. Er hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben und wird künftig mit der Rückennummer 9 auflaufen. Vielleicht kennen ihn ein paar schon aus den Playoffs 2022, wo er sein Können bereits unter Beweis gestellt hat.

Ty Ronning stürmt in der neuen Saison für die Eisbären Berlin. Er wechselt vom Vizemeister ERC Ingolstadt an die Spree. (Foto: City-Press)

Der rechte Flügelspieler wurde 2016 in Runde 7 an 201 Stelle von den New York Rangers gedraftet.
Er kam aus der AHL von den Iowa Wild und wechselte Anfang des Jahres nach Ingolstadt, wo er in der Hauptrunde in 13 Spielen auf elf Scorerpunkte (5 Tore; 6 Assists) und in 16 Playoffspielen auf zehn Punkte (6 Tore; 4 Assists) kam. Ein durchaus beachtlicher Wert in so kurzer Zeit. Somit kommt er in der Hauptrunde auf 0,85 Punkte im Schnitt und in den Playoffs auf 0,63 Punkte.

Eine seiner Stärken sind definitiv seine technischen, sowie läuferischen Skills. Er war in Ingolstadt häufig einer, der kreative Lösungen gefunden hat, um sein Team zum Erfolg zu „schießen“, z.B. im Powerplay. Der 1,75 Meter große rechts schießende Flügelstürmer wird für Gefahr in der Offensive sorgen. Es bleibt spannend, welche Rolle er im Team von Coach Aubin bekommen wird. Ich denke, wir werden viel Spaß mit Ty haben! Zudem ist es ein Genuss, ihm beim spielen zuzuschauen.

Wieder einmal ein sehr guter Transfer für die Eisbären. Und der lässt hoffen, dass man die Saison 2022/23 schnell hinter sich lassen möchte. Die Vorfreude ist greifbar, und die Erwartungen sind hoch.
Es bleibt abzuwarten, wie sich Ty Ronning in die bestehende Mannschaft integriert und welchen Einfluss er auf das Spielsystem haben wird. Doch eines steht fest: Die Eisbären haben einen sehr guten Transfer getätigt.

Autor: Jule