3:5! München fügt den Eisbären die erste Heimniederlage der Saison zu

WalkersBaerenNews 2019/2020, #8:

Irgendwann reißt jede Serie einmal, aber dass die Heimspielserie der Eisbären Berlin ausgerechnet gegen den Erzrivalen EHC Red Bull München enden würde, musste dann nun doch nicht unbedingt sein. Aber der dreimalige Deutsche Meister verließ im sechsten Heimspiel der Saison als erste Gast-Mannschaft das Eis in der Arena am Ostbahnhof als siegreiche Mannschaft. Und trotzdem wurden die Berliner nach dem 3:5 (2:1,0:3,1:1) mit stehenden Ovationen von den 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena verabschiedet. Und diese hatten sich die Jungs von Chefcoach Serge Aubin auch redlich verdient, zeigten die Eisbären doch eine sehr starke Leistung gegen den Liga-Primus und waren am Ende auch nah dran am Ausgleich, doch es hatte nicht sein sollen. Dennoch konnte man das Eis mit erhobenem Kopf verlassen, denn auf diese Leistung lässt sich den kommenden Wochen definitiv aufbauen.

Bei den Hauptstädtern saß mit Sean Backman erstmals ein Spieler zum zweiten Mal in Folge als überzähliger Spieler auf der Tribüne. Neben ihm nahm auch Florian Busch auf der Tribüne Platz. Marvin Cüpper und Vincent Hessler fehlten weiterhin verletzungsbedingt und Charlie Jahnke ist ja immer noch an Ligarivale Düsseldorfer EG ausgeliehen.

1. Drittel:

Vom ersten Bully weg war die Bedeutung des Spiels zu sehen. Es entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, in der es ordentlich Zweikämpfe zu bestaunen gab. Das sich beide Mannschaften nicht wirklich mögen können, wurde das gesamte Spiel über deutlich. Es standen sich eben zwei Erzrivalen gegenüber.
Die Eisbären machten deutlich, dass sie ihre Heimserie auch gegen München ausbauen wollen würden und München wiederum machte klar, dass sie die erste Mannschaft sein wollen, die hier in Berlin drei Punkte mit auf die Rückfahrt nimmt.
Aber in der achten Spielminute eröffneten unsere Jungs die Partie mit dem Führungstor. Leo Pföderl sah Marcel Noebels am langen Pfosten alleine stehen, spielte die Scheibe zu ihm rüber und Noebels hatte keine große Mühe, die Scheibe im Tor zu versenken – 1:0 (8.).
Die Hausherren danach weiterhin im Vorwärtsgang, machten ordentlich Druck und wollten das zweite Tor nachlegen. Und das sollten sie auch tun. Mark Olver zog ab, Leo Pföderl wurde zwar umgerissen, schaffte es aber im Sitzen noch, sein Arbeitsgerät in den Schuss zu halten und lenkte die Scheibe somit unhaltbar für Münchens Goalie Danny Aus den Birken ab – 2:0 (14.). Auf dem Hosenboden sitzend bejubelte der ehemalige Nürnberger Stürmer seinen ersten Treffer in der Arena am Ostbahnhof.
München gab sich hier aber nicht geschlagen und kam vier Minuten vor der ersten Pause zur Doppelchance durch Chris Bourque und Patrick Hager, aber Sebastian Dahm war stets zur Stelle.
Und dann wären wir wieder beim Thema unnötige Strafzeiten. Die erste kassierten die Berliner wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, aber im darauffolgenden Unterzahlspiel nervte PC Labrie die Münchner gehörig in deren Drittel, setzte sie aggressiv unter Druck und gewann so wertvolle Sekunden für die Eisbären. Und PC Labrie ist ja auch eine Erscheinung für sich, da bekommt man dann schon mal Angst im ersten Moment.
Die zweite Strafe nahm Maxim Lapierre wegen Beinstellens, auch wenn der Münchner Spieler zu schnell fiel, die nächste unnötige Strafe und München somit mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Das konnte nicht gut gehen und ging es auch nicht. James Sheppard brach zu allem Unglück auch noch der Schläger, somit die Eisbären also nur noch mit zwei spielfähigen Spielern und das nutzte München eiskalt aus. Trevor Parkes hielt die Kelle in den Schuss von Mark Voakes und verkürzte auf 2:1 (19.).
Danach war das erste Drittel zu Ende und die Eisbären führten nicht unverdient mit 2:1, München kam erst zum Ende durch die Überzahl besser ins Spiel und zum Anschlusstreffer.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

2. Drittel:

Zu Beginn des Mitteldrittels bot sich den Eisbären früh die Chance, in Überzahl den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen, als Ex-Eisbär Mads Christensen für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Aber das Powerplay war zu kompliziert gespielt und folglich stellte es keine große Gefahr für die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson dar.
München spielte im zweiten Drittel wesentlich besser als noch im ersten Drittel und sollte zum Ausgleich kommen. Bei angezeigter Strafe gegen James Sheppard spielte München den Angriff eiskalt zu Ende. Klasse Kombination über Maximilian Kastner, Trevor Parkes und Mark Voakes, Letzterer hatte keine große Mühe, die Scheibe im leeren Tor zu versenken – 2:2 (26.).
Die Eisbären fortan mit dem zweiten Powerplay des Mitteldrittels und dieses Überzahlspiel sah besser als das erste aus, hatte aber am Ende das selbe Ergebnis – es blieb ebenso torlos.
Ab Mitte des zweiten Drittels wurden die Gäste vom Oberwiesenfeld minütlich stärker und belagerten das Tor der Eisbären, schossen aus allen Lagen und nahmen Sebastian Dahm stark unter Beschuss. Dieser stand aber seinen Mann und musste erst beim nächsten Powerplay der Gäste hinter sich greifen.
Aber es gab berechtigte Zweifel an der Richtigkeit der Strafe gegen James Sheppard, der für zwei Minuten wegen Behinderung auf die Strafbank musste. Das war doch sehr kleinlich gepfiffen von den beiden Hauptschiedsrichtern Gordon Schukies und Marc Iwert, die ansonsten sehr viel laufen ließen, gerade Sachen, die man hätte pfeifen müssen und das vorrangig auf Münchner Seite. Ganze vier Sekunden sollte das Powerplay nur dauern. Bobby Sanguinetti zog nach gewonnenem Bully ab, Dahm parierte den Schuss, aber war beim Nachschuss von Yasin Ehliz machtlos – 2:3 (35.). Es folgte ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen nach der aus Sicht der Eisbären-Fans Fehlentscheidung der beiden Unparteiischen.
Die Eisbären wirkten nun verunsichert, fanden nicht mehr zu ihrem Spiel und liefen nur noch hinterher. München nutzte das keine zwei Minuten nach der Führung zum nächsten Tor aus. Keith Aulie zog von der blauen Linie einfach mal ab, vor dem Tor von Dahm war viel Verkehr, weshalb er die Scheibe erst sehr spät sehen konnte. Sie flog an Freund und Fein vorbei ins Berliner Tor – 2:4 (36.).
Die Eisbären nochmal mit einer guten Phase vor der zweiten Pause, aber Louis-Marc Aubry vergab die beste Chance, als er nur den Pfosten traf. So nahm München eine Zwei-Tore-Führung mit in die Kabine.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

3. Drittel:

Für das Schlussdrittel hatten sich die Eisbären einiges vorgenommen, das wurde vom Bully weg deutlich. Es rollte ein Angriff nach dem nächsten auf das Tor von Danny Aus den Birken zu. Die Berliner versuchten es aus allen Lagen, wollten mit aller Macht den Anschlusstreffer erzwingen. Aber immer stand irgendetwas im Weg. Doch die Eisbären gaben nicht auf, versuchten es immer weiter. Und für diesen Aufwand belohnten sie sich acht Minuten vor dem Spielende. Maxim Lapierre sah Mark Olver frei und alleine im Slot stehen, spielte die Scheibe zu ihm und Olver fuhr alleine auf Aus den Birken zu, ließ diesem keine Chance und verwandelte eiskalt – 3:4 (52.).
Die Arena kochte nun und war ein extrem lauter Hexenkessel. Von den Fans noch einmal angefeuert gaben die Eisbären weiterhin alles und drängten auf den Ausgleich. München konnte sich teilweise nur mit unsauberen Aktionen befreien, was aber von den Unparteiischen selbstverständlich nicht geahndet wurde, was für aufgeheizte Stimmung sorgte. Schukies und Iwert hinterließen definitiv keinen guten Eindruck heute und bekamen das auch deutlich von den Fans zu spüren.
Kurz vor dem Ende pfiffen sie dann aber doch nochmal eine Strafzeit gegen München, aber das Powerplay konnten die Eisbären nicht nutzen. Aber Serge Aubin versuchte alles, nahm bereits in der letzten Phase des Powerplay Goalie Sebastian Dahm zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis. Aber dort unterlief Jonas Müller an der eigenen blauen Linie ein kapitaler Fehler, als er den Puck direkt auf die Kelle von Chris Bourque spielte, welcher letztendlich für den Schlusspunkt unter dieser Partie sorgte – 3:5 (59.).
München beendete also die Heimserie der Eisbären, welche dennoch mit stehenden Ovationen verabschiedet wurden.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

Und wenn so etwas nach einer Niederlage passiert, ist es immer ein Indiz dafür, dass die Mannschaft trotzdem sehr gut gespielt und alles gegeben hat, es am Ende aber leider nicht geklappt hat. Man spielte zwei richtig starke Drittel, verlor das Spiel aber letztendlich im Mitteldrittel, welches mit 0:3 verloren ging. Das machten die Spieler nach dem Spiel auch als Hauptgrund für die Niederlage aus.
Dennoch machte das Spiel heute auch deutlich, dass den Eisbären nicht so viel zur Spitze fehlt, denn erneut waren sie über weite Strecken die bessere Mannschaft, waren besser als München, aber diese erwiesen sich eben als eiskalt, clever und abgezockt. Und natürlich hatten sie auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, wenn man sich mal die Schiedsrichterentscheidungen anschaut, da waren schon einige strittige dabei. Und dennoch spring ich nicht mit auf den Zug, der die Schiris als Hauptschuldige für die Niederlage ausmacht. Denn trotz allem hatten unsere Jungs immer noch genügend Chancen, um das Spiel zu drehen. Leider fehlte ihnen heute vor dem Tor der nötige Killerinstinkt, aber eben auch das nötige Quäntchen Glück. Und trotzdem war es eine richtig starke Leistung, die auf eine richtig gute Saison hoffen lässt. Da wächst etwas richtig gutes zusammen.

Foto: eisbaerlin.de/jasmin und walker

2:4 in München: Mangelnde Chancenverwertung, miserables Unterzahlspiel

Reisen nach München können sich die Eisbären in der Hauptrunde sparen. Am Sonntagnachmittag verloren die Eisbären das zehnte Hauptrundenspiel in Folge beim dreimaligen Meister. 2:4 (0:1,2:2,0:1) hieß es am Ende, dabei wäre mehr möglich gewesen. Wenn, ja wenn man seine Chancen endlich mal besser nutzen würde und man in Unterzahl nicht so anfällig wäre, wie es bisher der Fall ist. Somit grüßt München weiterhin von der Tabellenspitze, währen die Eisbären den Sieg vom Freitagabend nicht vergolden konnten. 

Im Team der Eisbären gab es im Vergleich zum Köln-Spiel nur eine Änderung. Sebastian Streu nahm auf der Tribüne Platz, dafür rückte Fabian Dietz in den Kader. Sebastian Dahm hütete erneut das Berliner Tor.

Neuzugang Leo Pföderl sagte im Vorfeld der Partie:

Das wir in München einen Sahne-Tag brauchen, ist klar. Jeder weiß, dass er 100 Prozent geben muss. Wir wollen hier etwas mitnehmen.

Und Maxim Lapierre, ein weiterer Neuzugang im Team der Berliner, fügte noch hinzu:

Wir benötigen einen besseren Start als beim letzten Auswärtsspiel.

Diesen hatte die Mannschaft vom neuen Headcoach Serge Aubin aber nicht von der ersten Sekunde an. Justin Schütz setzte nach wenigen Sekunden den ersten Torschuss ab, Sebastian Dahm war zur Stelle. Und nach 32 Sekunden musste Ryan McKiernan wegen Haltens für zwei Minuten in die Kühlbox. München nun also in Überzahl und schon klingelte es im Berliner Gehäuse. Lange Zeit war es kein gutes Powerplay der Hausherren, doch dann ließen sie die Scheibe einmal gut laufen, passten sie hoch zur blauen Linie, wo Konrad Abeltshauser per Onetimer das 1:0 erzielen konnte (3.).
Die Gäste aus der Hauptstadt waren aber keinesfalls geschockt und spielten sofort nach vorne, störten München mit einem aggressiven Forechecking früh im Spielaufbau und erspielten sich richtig gute Torchancen.
München lief die meiste Zeit hinterher, aber kam dennoch immer wieder mal vor das Berliner Tor. Und wenn das der Fall war, wurde es gefährlich. So zum Beispiel in der sechsten Spielminute, als Philip Gogulla den Puck nur an den Pfosten setzte. Kurze Zeit später scheiterte Ex-Eisbär Mads Christensen am Berliner Torhüter Dahm.
Es folgte die erste Überzahl der Eisbären, welche aktuell das schlechteste Powerplay der Liga aufweisen. Aber davon war heute nichts zu sehen, denn die Berliner spielten mit einem Mann mehr richtig gut und kamen auch zu guten Chancen. Aber Marcel Noebels scheiterte am Pfosten und Ryan McKiernans Schuss von der blauen Linie kratzte Kevin Reich gerade so noch von der Linie.
Zwei weitere Powerplays sollten für die Eisbären im Auftaktdrittel noch folgen, in denen sie sich weitere richtig gute und gefährliche Chancen erspielten. Und einmal zappelte die Scheibe auch im Tor von Reich, doch Leo Pföderl hatte sein Arbeitsgerät beim Abschluss dann doch ein Stück zu hoch gehabt, weshalb der Treffer folgerichtig nicht zählte.
Somit lagen die Berliner nach 20 Minuten mit 0:1 hinten, obwohl sie eigentlich die bessere Mannschaft waren. Was die Statistik belegte, denn 24:14-Schüsse zeigte diese zu Gunsten der Eisbären an. München hatte zuvor im Schnitt pro Spiel nur 25 Schüsse des Gegners zugelassen. Das zeigte, wie stark das Spiel der Eisbären hier war. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann sagte im Pauseninterview bei Magenta Sport:

Es ist ein sehr offenes Spiel, Chancen auf beiden Seiten. Der Unterschied bis jetzt ist, dass München getroffen hat und wir nicht.

Die Hauptstädter erwischten den besseren Start ins Mitteldrittel. Leo Pföderl, der heute sehr auffällig spielte, hatte die nächsten zwei guten Möglichkeiten für die Eisbären. Aber es blieb zunächst dabei, das Glück im Abschluss war nicht auf Seiten der Berliner.
Dafür aber bei München, die im zweiten Überzahlspiel das 2:0 nachlegen konnten. Bobby Sanguinetti von der blauen Linie, Dahm konnte die Scheibe nicht festhalten und Mark Voakes staubte ab (25.).
Der dreimalige Meister stellte den Spielverlauf also komplett auf den Kopf, bewies aber einmal mehr seine Stärke in Überzahl. Doch die Eisbären schlugen zurück. Maxim Lapierre hatte die Scheibe von außen auf das Tor gebracht, Reich ließ prallen, Pföderl setzte nach, es entstand ein Gestocher vor Reich und Leo Pföderl behielt letztendlich die Übersicht und erzielte seinen ersten Treffer im Eisbären-Trikot – 2:1 (26.).
Die Eisbären waren aber nur kurz zurück im Spiel, denn es folgte nach Strafe gegen Jonas Müller das dritte Unterzahlspiel für die Eisbären in dieser Partie. Und zum dritten Mal klingelte es im Tor von Dahm. Patrik Hager spielte die Scheibe hinter das Tor zu Mark Voakes, der spielte sie vor das Tor, wo sich Philip Gogulla gegen zwei Eisbären-Spieler durchsetzen konnte und auf 3:1 erhöhte (27.).
Nun mal die Eisbären in Überzahl und zwar mit zwei Mann mehr für 1:37 Minuten. Und lange taten sich die Berliner schwer, aber zwei Sekunden vor Ablauf der ersten Strafe gegen Yannic Seidenberg war Austin Ortega zur Stelle. Maxim Lapierre scheiterte noch an Reich, Ortega nutzte den Rebound – 3:2 (30.).
Fortan folgten noch zwei weitere Überzahlspiele für München, aber diesmal überstanden die Eisbären diese schadlos. Es war weiterhin ein Spiel, welches hin und her wog, die Eisbären waren am Ende dem Ausgleich aber näher als München dem 4:2. Doch Kevin Reich und der Pfosten standen den Eisbären im Weg. Somit führte München nach 40 Minuten knapp mit 3:2.
Der Torschütze zum 3:1, Philip Gogulla, mit seinem Statement zum bisherigen Spiel im Pauseninterview bei Magenta Sport:

Jeder weiß, dass die Powerplays im Eishockey sehr wichtig sind. Wir sind froh, dass wir in diesem Drittel zweimal dabei treffen konnten.

Das München im Powerplay bärenstark ist, das haben die Eisbären heute schon deutlich zu spüren bekommen. Und dennoch nahm James Sheppard nach nur zehn Sekunden im Schlussdrittel eine komplett unnötige Strafzeit direkt nach dem Bully, als er wegen Cross Checks in die Kühlbox musste. Zwar konnte München keinen vierten Überzahltreffer nachlegen, aber kaum wieder komplett, mussten die Eisbären doch noch den vierten Gegentreffer hinnehmen. Chris Bourque hatte auf der linken Seite zu viel Platz und Zeit, zog ab, Sebastian Dahm rutschte die Scheibe durch die Fanghand und Yasin Ehliz schubste die Scheibe über die Linie – 4:2 für München (43.).
Fortan wollten die Hausherren die Partie entscheiden. München spielte nun sehr druckvolles Eishockey, mit dem die Eisbären so ihre Probleme hatten. 2-auf-1-Konter der Gastgeber, Patrik Hager rüber zu Philip Gogulla, doch der scheiterte an Dahm.
Zwölf Minuten vor dem Ende noch einmal die Chance für die Eisbären, in Überzahl zu verkürzen. Und das Powerplay sah sehr gut aus, aber Lukas Reichel setzte die Scheibe aus dem Slot heraus knapp über die Latte, Leo Pföderl schoss ebenfalls knapp drüber und Ryan McKiernan knapp rechts am Tor vorbei.
Die Eisbären versuchten viel, aber je näher das Spielende kam, desto ungefährlicher wurden die Chancen. Jedenfalls im Vergleich zu den Chancen zuvor in dieser Partie. Einzig Austin Ortega hatte noch einmal eine richtig dicke Chance. Er tankte sich stark auf der linken Seite durch, kam zum Abschluss, aber das Aluminium war heute nicht der beste Freund der Berliner.
Am Ende nahm John Ramage noch einmal eine unnötige Strafzeit und München spielte die Zeit nun souverän runter, feierte somit den vierten Sieg im vierten Ligaspiel nach regulärer Spielzeit, während es für die Hauptstädter im zweiten Auswärtsspiel der Saison die zweite Niederlage setzte.

Eine Niederlage, die unnötig war, aber die auch die Defizite der Eisbären schonungslos aufdeckt. Nach vorne erspielte man sich wie bereits am Freitag gegen Köln zahlreiche Chancen, aber es mangelt den Eisbären an der Chancenverwertung. Sie machen zu wenig aus ihren Chancen. Zu wenig, um die Fehler an anderer Stelle auf dem Eis auszubessern. Das Unterzahlspiel bleibt ein Sorgenkind der Eisbären, die ersten drei Unterzahlspiele kassierte man gleich drei Gegentreffer. Generell nahm man zu viele Strafzeiten, die Disziplin war schon in der vergangenen Saison ein Problemfaktor bei den Eisbären.
Goalie Sebastian Dahm, der heute auch nicht seinen besten Tag hatte, mit seiner schonungslosen Analyse nach dem Spiel bei Magenta Sport:

Wir kassieren drei Gegentore in Unterzahl. Gegen so ein gutes Team in Überzahl musst du mehr Disziplin haben. Wir müssen besser in Unterzahl spielen, das ist zu einfach, gegen uns Tore zu schießen. Das war Scheiße heute. Wir müssen Auswärts besser Hockey spielen. Wir haben gut nach vorne gespielt, aber unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben heute mehr von uns erwartet.

Marcel Noebels: „Wir müssen von Anfang an bereit sein“

Zweiter Härtetest an diesem Wochenende für die Eisbären Berlin. Nach dem knappen 3:2-Sieg n.V. gestern Abend gegen die Kölner Haie, müssen die Hauptstädter morgen Nachmittag ab 17:00 Uhr beim Vizemeister EHC Red Bull München antreten. Und die haben gestern Abend noch einmal eine gehörige Portion Selbstbewusstsein getankt. Denn die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson zerlegte den Deutschen Meister Adler Mannheim in eigener Halle mit 7:2. Die Eisbären sollten also gewarnt sein, zumal man sich in München immer schwer tut. Aber Stürmer Marcel Noebels, dem der Siegtreffer gegen die Domstädter gelang, sieht dennoch eine gute Siegchance für seine Mannschaft in München:

München hat 7:2 in Mannheim gewonnen, das ist natürlich eine große Nummer. Wir müssen von Anfang an bereit sein und dürfen nicht direkt im eigenen Drittel spielen. Ich glaube, so lange wir unser Spiel durchziehen und wir so spielen, wie es der Trainer vorgibt, haben wir gute Chancen, auch in München zu punkten oder auch mit einem Sieg nach Hause zu fahren.

Gegen Köln wollte und musste die Mannschaft eine Reaktion nach dem 0:5 in Bremerhaven zeigen. Sie taten dies, auch wenn sie ein paar Minuten brauchten, um ins Spiel zu kommen. Aber dann waren sie über weite Strecken die bessere Mannschaft und verdienten sich somit den Zusatzpunkt in der Verlängerung.

Will man nun in München den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren, muss man ein perfektes Spiel von der ersten bis zur letzten Sekunde abliefern. Man muss sein bestes Eishockey zeigen und sämtliche Fehler vermeiden, denn München ist eine so starke Mannschaft, die würde jeden Fehler eiskalt bestrafen.
Und zudem sind die Münchner schon wieder auf Betriebstemperatur, grüßen mit neun Punkten aus drei Spielen ungeschlagen von der Tabellenspitze.

Reisen nach München konnten sich die Hauptstädter zuletzt eigentlich sparen. Ganze zweimal holten die Eisbären erst drei Punkte in der Hauptrunde in München. Nur eins der letzten fünf Gastspiele gewannen die Eisbären zuletzt in München, das war beim 3:0 im Play-Off-Viertelfinale der letzten Saison. Dort scheiterten die Berliner am Ende an München, morgen gibt es also erstmals die Chance zur Revanche.

3:4! Die Eisbären verlieren Spiel Sechs gegen München und verabschieden sich damit in die Sommerpause

 

Ausgabe #31:

Egal was heute passiert, Tradition regiert„, mit dieser gigantischen Choreo wurden die Eisbären Berlin von ihren Fans zum sechsten Spiel der Viertelfinalserie gegen den EHC Red Bull München empfangen. So herrschte schon vor dem ersten Bully Gänsehaut-Atmosphäre in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof. Nach der Schlusssirene blieb jedoch von der Gänsehaut nicht mehr viel übrig, denn sie war der Enttäuschung über das Saisonende gewichen. Der Hauptstadt-Club hatte sein Heimspiel gegen den dreimaligen Deutsche Meister knapp mit 3:4 (1:4,2:0,0:0) verloren und somit die alles entscheidende vierte Niederlage in der Serie kassiert. Nach einem alles andere als guten ersten Drittel kämpften sich die Eisbären anschließend zurück ins Spiel und waren nah dran am Ausgleich, aber am Ende setzte sich die Qualität und die Cleverness der Mannschaft von Don Jackson durch, welche somit den Einzug ins Halbfinale perfekt machte. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nach München!

Eisbären-Chefocoach Stéphane Richer nahm keine Änderungen am Kader vor, warum auch, hatte dieses Team doch in Spiel Fünf beim 3:0-Auswärtssieg in München brilliert. So begann also auch heute wieder Kevin Poulin im Berliner Tor. Mit dem Selbstvertrauen von zwei Shutouts in fünf Viertelfinalspielen gegen den Deutschen Meister. Eine Statistik, die sich sehen lässt.

Vom ersten Bully an kochte die Mercedes-Benz Arena, alle Fans waren heiß auf Spiel Sechs und es war der erwartete Hexenkessel. Die Fans der Berliner waren schon wieder in Meister-Form und supporteten, was das Zeug hielt. Und auch auf dem Eis ging es sofort zur Sache, kein Abtasten, beide Mannschaften suchten sofort den Weg Richtung gegnerisches Tor. Dabei erwischten die Gäste aus Bayern aber den besseren Start. Sie wirkten fitter, spritziger, immer einen Schritt schneller, deutlich motivierter und engagierter als die Eisbären. Und so war es dann auch keine Überraschung, als München in der sechsten Spielminute in Führung ging. Daryl Boyle hatte von der blauen Linie abgezogen, Maximilian Kastner parkte vor Poulin, hielt die Kelle in den Schuss und fälschte diesen somit unhaltbar für Kevin Poulin ab – 0:1. Der Traum vom dritten Shutout der Serie war also bereits früh ausgeträumt.
München auch danach weiter sehr druckvoll und mit Zug zum Tor, aber sie konnten keinen weiteren

Foto: eisbaerlin.de/walker

Treffer nachlegen. Dafür nahmen sie durch Andrew Bodnarchuk die erste Strafe wegen hohen Stocks. Das Überzahlspiel sollte nur ganze 17 Sekunden dauern, dann schepperte es im Tor von Danny Aus den Birken. Micki DuPont hatte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Münchner Tor geschlenzt, dort wurde sie abgefälscht und sprang ans Kinn von James Sheppard, von wo aus sie schließlich ins Tor ging – 1:1 (9.). Die beiden Hauptschiedsrichter Marc Iwert und Aleksi Rantala schauten sich den Treffer jedoch noch einmal per Videobeweis an, gaben aber anschließend das Tor. Die schnelle und vor allem enorm wichtige Antwort der Eisbären auf den Rückstand.
Und nur eine Minute später jubelte ein Teil der Arena bereits über den vermeintlichen Berliner Führungstreffer, als André Rankel sich klasse durch setzte, die Scheibe stark weiter spielte zu Louis-Marc Aubry, doch der verfehlte das Tor denkbar knapp. Wiederrum nur eine Minute später tauchten die Gäste wieder gefährlich vor Poulin auf, prüften den Berliner Goalie ein ums andere mal, doch Poulin parierte alle Versuche der Münchner äußerst stark und hielt das Unentschieden fest.
Kurz darauf das erste Unterzahlspiel der Eisbären nach einer Strafe gegen Kevin Poulin, aber auch in diesem Unterzahlspiel überstanden die Eisbären die Münchner Angriffe, ließen allerdings auch nicht allzu viel zu.
Aber es war klar, dass sich München irgendwann für seinen Aufwand belohnen sollte. John Mitchell schickte Ex-Eisbär Mads Christensen mit einem langen Pass auf die Reise. Der Däne fuhr alleine auf Poulin zu und ließ dem Berliner Torhüter keine Chance – 1:2 (14.).
Keine Minute später bot sich dann den Eisbären die Konterchance. Jamie MacQueen war auf und davon, konnte nur per Stockschlag am Abschluss gehindert werden. Die beiden Hauptschiedsrichter entschieden folgerichtig auf Penalty und Austin Ortega lief zu diesem ab. Er versuchte, Aus den Birken per Move zu täuschen, scheiterte aber am Goalie des Jahres.
Es sollte die wohlmöglich spielentscheidende Szene folgen. Innerhalb von nur 25 Sekunden wanderten Frank Hördler und Daniel Fischbuch in die Kühlbox, München also mit zwei Mann mehr auf dem Eis und das nutzten sie eiskalt aus. Yannic Seidenberg mit dem Pass auf Kapitän Michael Wolf, welcher wie immer im Powerplay am linken Bullykreis lauerte. Wolf zog ab und die Scheibe schlug hinter Poulin im Berliner Gehäuse ein – 1:3 (17.).
Anschließend München noch mit einem einfachen Überzahlspiel. Wolf spielte die Scheibe zu Seidenberg, der sah Justin Shugg am langen Pfosten und der netzte ein – 1:4 (18.), ganze 47 Sekunden später.
Mit diesem Spielstand sollte es dann auch in die erste Drittelpause gehen. Der schnelle Doppelschlag der Münchner in Überzahl schockte die Eisbären sichtlich.

Zu Beginn des Mitteldrittel hatte Aubry zwei gute Möglichkeiten, jedoch fand er stets in Aus den Birken seinen Meister. Der Münchner Goalie bewies einmal mehr, warum er Torhüter und Spieler des Jahres geworden ist.
Danach die Eisbären mit der Chance, in doppelter Überzahl zu agieren. Aber die Berliner spielten das

Foto: eisbaerlin.de/walker

zu kompliziert und ließen diese dicke Chance ungenutzt.
Aber nun waren die Hausherren drin im Spiel, zeigten deutlich, dass sie dieses Spiel noch nicht aufgeben wollten und kämpften. Und der Lohn der Bemühungen sollte in der 30. Spielminute folgen. Die Szene war dabei sehr kurios gewesen. Die Eisbären waren nämlich im Angriff, beide Hauptschiedsrichter hatten ihre Arme unten, dafür zeigte einer der beiden Linienrichter an, dass München sechs Spieler auf dem Eis hatte. Poulin fuhr daraufhin zur Berliner Bank, stoppte und machte sich auf den Weg zurück zu seinem Arbeitsplatz. Auf dem Weg dahin durfte er aber erst einmal über den Anschlusstreffer jubeln. André Rankel hatte geschossen, Aus den Birken nur prallen lassen und Marcel Noebels war zur Stelle und staubte ab – 2:4 (30.).
Und vier Minuten später erwachte der Hexenkessel wieder zur vollen Lautstärke. Powerplay Berlin, Austin Ortega mit dem Querpass auf Jamie MacQueen, der da stand, wo er in Überzahl immer steht. Er nahm die Scheibe direkt und hämmerte sie ins Münchner Tor – 3:4 (34.).
Die Eisbären waren nun voll da und auch wieder komplett drin im Spiel. München versuchte sich nun auf die Defensive zu konzentrieren, was auch klappte, denn sie nahmen die knappe 4:3-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Im letzten Drittel merkte man den Eisbären dann deutlich an, dass sie sich etwas für das Schlussdrittel vorgenommen hatten. Sie gaben alles, sie kämpften, sie suchten immer wieder den Weg Richtung Münchner Tor. Die Gäste hatten natürlich als oberste Devise, dass die Defensive sicher stehen muss. Aus dieser wollten die Münchner immer wieder gefährlich kontern, um für die Entscheidung zu sorgen.
So rannten die Eisbären in den letzten 20 Minuten immer wieder an, nur gelang es ihnen einfach zu selten, für große Gefahr vor dem Münchner Tor zu sorgen. Da zeigte sich eben die ganze Klasse des dreimaligen Meisters, der den Eisbären einfach wenig anbot, vor dem eigenen Tor hart arbeitete und Danny Aus den Birken gut unterstützte. Sah auch Eisbären-Trainer Stéphane Richer nach dem Spiel so, als er auf der Pressekonferenz sagte, im letzten Drittel habe München Qualität gezeigt, da haben sie den Eisbären fast keine Chance gegeben.
Alles, was die Eisbären versuchten, half am Ende nichts. Auch nicht die Auszeit 86 Sekunden vor dem Ende des Spiels, auch nicht das Herausnehmen von Goalie Kevin Poulin zu Gunsten eines sechsten Feldspielers. München brachte das knappe 4:3 über die Zeit und freute sich nach der Schlusssirene über den erneuten Halbfinaleinzug.

Für die Eisbären heißt es hingegen zum dritten Mal in Folge Saisonende in den Playoffs gegen München. 2017 scheiterte man im Halbfinale in fünf Spielen an München, vor einem Jahr in sieben Spielen im Finale. Dieses Jahr war also Feierabend nach sechs Spielen. Es hat also auch im dritten Anlauf nicht mit einem Seriensieg gegen München geklappt.
Dabei waren die Eisbären dieses Jahr wirklich nah dran, waren in vier der sechs Spiele mindestens auf

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Augenhöhe, ja fast sogar besser als der Meister. In Spiel Eins war man das bessere Team, verlor aber leider nach Verlängerung. Wer weiß, wie die Serie ausgegangen wäre, wenn man dieses Spiel gewonnen hätte. In Spiel Zwei lieferte man eine Gala-Vorstellung ab und schickte München mit einem 4:0 auf die Heimreise. Die Münchner revanchierten sich ihrerseits mit zwei klaren Siegen (4:1 und 5:2) und ließen den Eisbären in beiden Spielen nicht den Hauch einer Chance. Da merkte man dann schon einen Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Aber die Eisbären gaben darauf eine Antwort und was für eine. Sie gewannen in München mit 3:0 und erzwangen ein sechstes Spiel in der Hauptstadt. Nur da haben die Eisbären wie in der Vorwoche das erste Drittel verschlafen und somit das Spiel verloren. Kapitän André Rankel sagte nach dem Spiel in der Mixed-Zone, man habe es einfach nicht geschafft, an beiden Freitagen nach der langen Pause im Rhythmus zu bleiben. Rankel fand auch, dass die Eisbären alles in allem nicht schlechter als München waren, nur waren die Mannen von Don Jackson eben in manchen Situationen schlauer als die Berliner.
Diese können trotz allem erhobenen Hauptes aus den Playoffs gehen. Die Playoffs haben uns Fans für die sehr lange sehr grausame Hauptrunde mehr als entschädigt. Am Ende setzte sich eben die Qualität und die Cleverness des Deutschen Meisters durch.
Und sind wir mal ehrlich, die Eisbären haben mit dem sechsten Viertelfinalspiel mehr erreicht, als viele Fans noch vor zwei Monaten geglaubt hätten. Da hatten sich viele angesichts der miserablen Auftritte Platz Elf und ein Saisonende bereits nach Ende der Hauptrunde gewünscht. Es sollte anders kommen und die Eisbären haben uns noch ein paar schöne Wochen in den Playoffs geschenkt. Aber das Halbfinale hätten sie nach dieser Saison auch einfach nicht verdient gehabt.
Und trotzdem sind wir stolz auf die Mannschaft. Sie hat sich zum Ende der Hauptrunde hin gesteigert und in den Playoffs ihr wahres Gesicht gezeigt. Da hat man gesehen, was möglich gewesen wäre, wenn man einen vollen Kader zur Verfügung gehabt und immer so gespielt hätte. Aber hätte, wäre, wenn…es nützt alles nichts mehr, die Saison ist vorbei und die Sommerpause beginnt für die Eisbären Berlin und deren Fans.
Diese haben übrigens ihren Titel als die „Besten Fans der Liga“ ein weiteres Jahr verteidigt. Es gibt eben keine bessere Fanszene als die in der Hauptstadt!

Playoff-Endstand: Eisbären Berlin vs. EHC Red Bull München 2:4 (2:3 n.V./4:0/1:4/2:5/3:0/3:4)

Nur noch 2:3 gegen München: Die Hoffnung lebt

In der Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wollen die Eisbären Berlin ihre Anhänger anscheinend immer wieder auf die Geduldsprobe stellen. Die Hauptrunde verlief nicht nach den Ansprüchen der Eisbären, an deren Ende ein neunter Platz stand, mit dem man sich noch in die Pre-Playoffs retten konnte. Dabei hatten sich viele treue Fans noch Wochen vor dem Ende der Hauptrunde gewünscht, dass an jenem ersten März-Wochenende doch bitte die Saison enden soll. Keiner hatte mehr an die Eisbären geglaubt, viele Fans wünschten sich daher Platz Elf und das damit verbundene Saisonende nach der Hauptrunde. Doch es sollte anders kommen.

Nach der Februar-Pause ist irgendetwas in der Mannschaft passiert, denn auf einmal traten die Eisbären wie verwandelt auf, spielten starkes Eishockey und holten vor allem enorm wichtige Siege, konnten auch mal über die gesamte Spieldauer mit konzentriertem Eishockey glänzen. Gerade rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt schienen die Eisbären also in Fahrt gekommen zu sein. Florian Kettemer sagte darauf angesprochen, was in der Länderspielpause passiert sei, im Interview nach dem ersten Drittel in Spiel Eins in München:

Wir haben mit der Mannschaft ganz neuen Spaß auf dem Eis gefunden und auch außerhalb sind wir enger zusammen gerückt. Wir wollen den Fans tolles Eishockey zeigen.

Genau das zeigten die Hauptstädter im Endspurt der DEL-Hauptrunde, erreichten somit doch noch Platz Neun und die Pre-Playoffs, wo es dann gegen die Straubing Tigers ging. Doch die Niederbayern waren nur eine Durchgangsstation für die Mannschaft von Trainer Stéphane Richer, wurde die Serie doch glatt mit 2:0-Siegen gewonnen. So erreichte man in dieser so katastrophalen Saison doch tatsächlich noch das Playoff-Viertelfinale, wo man auch in der letzten Woche der Viertelfinalserien noch aktiv mit dabei ist. Auch damit hatte noch zu Jahresbeginn keiner der Eisbären-Fans gerechnet.

Auch nicht damit, dass die Eisbären Berlin am Freitagabend ein weiteres Mal das heimische Eis der Mercedes-Benz Arena zum sechsten Viertelfinalspiel gegen den EHC Red Bull München betreten dürfen. Nach der 2:5-Klatsche in Spiel Vier am vergangenen Freitag haben fast alle Eisbären-Fans die Arena am Ostbahnhof mit dem Gedanken verlassen, dass sie als nächstes zur Saison-Abschlussfeier hier wieder her kommen würden. Oder aber zum Saisonstart im September. Aber keinesfalls damit, dass man an diesem Freitag nochmals ein Playoff-Spiel der Berliner in dieser Saison sehen würde.
Was an der Leistung der Eisbären lag, die von Beginn an nicht bereit waren, diese Serie ausgleichen zu wollen. Sie rannten den Münchner 60 Minuten hinterher, ließen Kampfgeist, Leidenschaft und Siegeswille vermissen. Ja eigentlich ließen sie komplett alles vermissen, was man braucht, um ein Playoff-Spiel zu gewinnen. Somit rechneten alle am Sonntagnachmittag mit dem Saisonende in Spiel Fünf in München.

Aber die Eisbären zogen den Kopf noch einmal aus der Schlinge, überraschten den Meister mit einer bockstarken Leistung und einem mehr als verdienten 3:0-Auswärtssieg in München. Was vor allem auch daran lag, dass Trainer Richer an den Sturmreihen etwas verändert hatte. Richer brachte die in den letztjährigen Playoffs so gefährliche RAN-Reihe wieder zusammen – André Rankel, Louis-Marc Aubry und Marcel Noebels. Dieser Plan ging auf und die Eisbären erzwangen Spiel Sechs. Schade nur, dass Richer diesen Plan nicht schon ein Spiel vorher in die Tat umgesetzt hatte, denn diesen Plan hatte er schon ein bisschen länger im Kopf gehabt:

Diesen Plan hatte ich schon nach der Niederlage in Spiel drei. Aber ich entschloss mich endgültig in der Nacht nach der 2:5-Heimniederlage von Berlin am letzten Freitag dazu, meine großen Jungs zusammen zu ziehen.

Richer ließ seine langen Kerle gegen die langen Kerle von Don Jackson spielen, das ging super auf. Auch die Münchner waren von dieser Umstellung überrascht, wie sie gegenüber der Eishockey News (Ausgabe 13 vom 26.03.2019) sagten. Münchens Coach Don Jackson sah folgende Gründe für die Niederlage:

Sie lagen im mentalen Bereich. Wir haben zeitweise zu langsam gespielt, kamen manchmal einen halben Schritt zu spät und waren von Berlins Taktik überrascht.

Münchens Stürmer John Mitchell haderte dagegen ein bisschen mit der Einstellung mancher Kollegen:

Keiner hat das Spiel, trotz 3:1-Führung, auf die leichte Schulter genommen. Aber vielleicht war mancher Spieler nicht immer ganz bei der Sache. Dabei ist das letzte Spiel einer Serie immer das schwerste.

Man darf davon ausgehen, dass München sich diesmal auf alles einstellen wird, sich nicht noch einmal von Berlin und Richers Taktikkniffen überraschen lässt. Und wir alle wissen noch ganz genau, wie München auf den ersten Sieg der Eisbären in dieser Serie reagiert hatte. Es folgten zwei klare Siege, in denen München den Eisbären nicht den Hauch einer Chance ließ, aber selbst noch nicht ans eigene Leistungslimit kam. Aber am Freitag werden wir eine hochmotivierte Münchner Mannschaft sehen, die den Sack in Berlin zu machen will und Spiel Sieben in eigener Halle vermeiden möchte.

Aber sie werden dann ebenso auf hochmotivierte Eisbären treffen, die am Sonntag in München gezeigt haben, dass mit ihnen noch zu rechnen ist und dass sie diese Serie noch lange nicht abgeschenkt haben. Zwar sah das am Freitag nach dem Spiel noch ganz anders aus, da hatte man schon anhand der Körpersprache der Berliner das Gefühl, sie wären mit ihren Gedanken schon längst im Sommerurlaub. Aber in der kurzen Pause zwischen Spiel Vier und Fünf und der Reise nach München muss wieder einmal etwas im Team der Eisbären passiert sein, was zu einer Leistungs-Explosion geführt hat.

So, wie nach der Februar-Pause, als die Eisbären die längste Siegesserie der Saison genau zum richtigen Zeitpunkt hinlegten und der Konkurrenz zeigten, mit dem DEL-Rekordmeister ist wieder zu rechnen. Vielleicht brauchen die Eisbären den enormen Druck und das Wissen, dass keiner mehr an sie glaubt, um dann ihre besten Leistungen abzurufen. Diese Saison scheint diese These jedenfalls zu unterstützen. Wenn es daran liegt und es hilft, dann glaube ich ganz klar nicht an einen Sieg der Eisbären am Freitag… 😉

3:0 in München! Die Eisbären schocken München und wenden das Saisonende ab – Austin Ortega mit Doppelpack und Kevin Poulin mit zweitem Shutout gegen München

Vielleicht gibt’s ja noch einen Eishockey-Gott„, das sagte Marcel Noebels im Vorfeld des fünften Viertelfinalspiels zwischen dem EHC Red Bull München und den Eisbären Berlin. Nach dem Spiel kann man sagen, es gibt ihn, den Eishockey-Gott und er ist ein Berliner. Denn der Hauptstadt-Club wendete am Sonntagnachmittag das vorzeitige Saisonende ab, gewann Spiel Fünf in München hochverdient mit 3:0 (1:0,0:0,2:0) und erzwang somit ein drittes Heimspiel in Berlin. Und dort erwartet den Deutschen Meister der vergangenen drei Jahre dann ein wahrer Hexenkessel, die Arena am Ostbahnhof muss beben. So, wie heute der Gästeblock in München. Die anwesenden Eisbären-Fans haben den Münchnern mal gezeigt, wie Stimmung geht, wie Leidenschaft auf den Rängen aussieht, was Tradition bedeutet. Alles Sachen, von denen sie in München nur träumen. Somit haben die Eisbären also nicht nur das Duell auf dem Eis deutlich für sich entschieden, nein, auch das Duell auf den Rängen mehr als eindeutig.

Eisbären-Trainer Stéphane Richer ließ nichts unversucht, änderte ein bisschen was an seinen Reihen, aber nicht an seinem Torhüter. Kevin Poulin hütete weiterhin das Berliner Tor. Auch das restliche Personal blieb unverändert, aber eben nur in etwas veränderten Sturmreihen. 

Die Frage vor dem heutigen Spiel Fünf der Viertelfinalserie war die gewesen, wie die Eisbären in das Spiel kommen würden. Hellwach oder wieder verschlafen, so wie am Freitag, als man nach nur 28 Sekunden mit 0:1 in Rückstand geriet. Sie kamen hellwach rein, waren von der ersten Sekunde an fokussiert und konzentriert, erwiesen sich im Auftaktdrittel als schwerer Gegner für den Meister, der heute die Serie zumachen wollte.
Vom ersten Bully an war es eine Partie mit hohem Tempo und harten Zweikämpfen, beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne und dann im Angriffsdrittel auch den Abschluss. Die Eisbären waren sehr gut im Spiel, hatten nach vier Minuten die erste gute Drangphase, einen guten Wechsel, in dem Danny Richmond und André Rankel zwei gute Möglichkeiten hatten und den Hausherren deutlich machten, dass man diese Serie nicht so einfach aufgibt, so wie es am Freitag noch den Anschein gemacht hatte.
Nach sieben Minuten nahmen die Berliner dann aber durch Marcel Noebels die erste Strafzeit der Partie, München also mit einem Überzahlspiel, in dem sie aber außer einem Onetimer von Yasin Ehliz aus dem Slot nichts zu Stande brachten. Den Onetimer parierte Kevin Poulin problemlos.
Generell ließen die Hauptstädter relativ wenig hinten zu, standen sehr kompakt und machten die Schusswege zu, drängten die Hausherren zu Schüssen von außen. Genau jene Spielweise, die München am Freitag in Berlin angewandt hatte. Und aus dieser sehr starken Defensive leiteten die Berliner ihre Angriffe ein. So auch den von Florian Kettemer, der Mitte des ersten Drittels mit viel Zug ins Angriffsdrittel fuhr, zum Abschluss kam, doch diese gute Chance nicht nutzen konnte.
Zwei Minuten später bekamen die Eisbären die erste Chance, in Überzahl zu spielen. Und diese sollten sie nutzen. Die Berliner fanden ihre Formation, Austin Ortega spielte die Scheibe von der linken Seite zur blauen Linie, wo Micki DuPont lauerte. Der spielte die Scheibe quer rüber zum rechten Bullykreis und da stand – wie in jedem Powerplay der Eisbären – Jamie MacQueen und wollte zu einem seiner gefürchteten Onetimer ansetzen. Und er nahm den Pass direkt und hämmerte die Scheibe eiskalt unter die Latte, keine Chance für Danny Aus den Birken – 1:0 (12.).
Das Führungstor spielte den Gästen natürlich in die Karten, sie zogen ihren Gameplan hier eiskalt durch und nahmen München durch die starke Defensivarbeit so ein wenig die Spielfreude. München konnte im ersten Drittel selten für Gefahr sorgen. Auch nicht bei einem zweiten Powerplay zum Ende des Drittels hin. Da kam Daryl Boyle zur einzigen Chance und das ganze sechs Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Brandon Ranford.
So nahmen die Hauptstädter eine verdiente 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. Torschütze Jamie MacQueen sagte im Pauseninterview bei Magenta Sport, dass man natürlich die Kraft und die Hoffnung aus der Finalserie aus dem letzten Jahr nehmen will, als man ebenfalls 1:3 in der Serie hinten lag und Spiel Fünf und Sechs gewann, um den ultimativen Showdown in München zu erzwingen. Zudem lobte er das starke Penaltykilling des gesamten Teams und meinte, dass das 1:0 natürlich äußerst wichtig war, ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Da Justin Shugg auf Seiten des Meisters mit Ablauf des ersten Drittels noch eine Strafzeit wegen Stockschlags erhielt, begannen die Berliner das Mitteldrittel mit einem Mann mehr. James Sheppard hatte dabei die beste Chance, als er vor dem Tor an die Scheibe kam, aber sie ging knapp am Münchner Tor vorbei. Als die Strafe abgelaufen war und Shugg zurück auf das Eis kam, bekam er den Puck und marschierte alleine Richtung Kevin Poulin, aber er schoss knapp drüber.
Die Eisbären auch in diesem Drittel mit einer ganz starken Defensivarbeit, sie machten die gefärhlichen Räume vor dem Tor zu und drängten München nach außen. Und man selbst fuhr immer wieder Angriffe, setzte München immer wieder unter Druck und zudem des öfteren im eigenen Drittel fest. Die Eisbären sorgten mit ihren Offensivbemühungen stets für Gefahr, das einzige, was sie sich vorzuwerfen hatten, war die Chancenverwertung. Denn die Scheibe wollte einfach kein zweites Mal über die Linie.
Und München? Die taten sich weiterhin sehr schwer, die Eisbären mal in Gefahr zu bringen. Zweimal schafften sie es aber. Einmal brachten sie die Scheibe einfach mal Richtung Tor, davor entstand ein Gewühl, München versuchte, die Scheibe irgendwie ins Tor zu arbeiten, aber die Eisbären kämpften verbissen und schafften es, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen. Und beim anderen Mal München mal mit einem schnellen Angriff, Mark Voakes fuhr mit der Scheibe ins Angriffsdrittel, legte sie zurück auf Frank Mauer, der zog direkt ab, doch sein Schuss flog über das Tor von Poulin.
Die Eisbären hielten so die 1:0-Führung auch nach 40 Minuten noch fest in der Hand, München hätte sich aber nicht beschweren können, wenn man höher hätte hinten gelegen. Aber so war noch alles offen für den Schlussabschnitt und da erwartete man eine Schlussoffensive des Meisters.

Aber so recht wollte die nicht kommen. Zu Beginn des letzten Drittels war es eher ein hin und her, beide Teams waren bemüht, nach vorne was zu machen und suchten den Abschluss. München wollte den Ausgleich erzielen, die Eisbären das 2:0 nachlegen. Die Eisbären lauerten auf Konter, wollten somit für eine Vorentscheidung sorgen.
Und in der 47. Spielminute hatten die Berliner die große Chance, als sie einen Zwei-auf-Eins-Konter fuhren. Jamie MacQueen kam über rechts ins Angriffsdrittel, spielte den Querpass auf Louis-Marc Aubry, der gegen die Laufrichtung von Danny Aus den Birken schoss, aber die Scheibe ging knapp am Tor vorbei.
Aber nur gut eine Minute später sollten es die Berliner besser machen. München vertändelte an der eigenen blauen Linie die Scheibe, die Eisbären mit jeder Menge Druck auf das Münchner Tor. Am Ende kam Austin Ortega am linken Pfosten zum Abschluss, der Puck rutschte irgendwie am kurzen Pfosten durch und schon stand es 2:0 (49.).
Und die Eisbären schockten München nun richtig. Nur 37 Sekunden später war es erneut Ortega, der auf 3:0 stellte. Yannic Seidenberg mit dem Fehlpass an der gegnerischen blauen Linie. Ortega stibitzte die Scheibe und fuhr alleine auf Aus den Birken zu, dem er keine Chance ließ.
Damit war diese Partie eigentlich gelaufen. Die Eisbären standen fortan hinten weiter sehr kompakt, verteidigten ihr Tor nach allen Kräften. Und alles, was durchkam, war eine sichere Beute von Kevin Poulin. Aus der sicheren Defensive heraus lauerten die Eisbären nun natürlich vermehrt auf Konter, um weitere Treffer nachzulegen.
Vier Minuten vor dem Ende der Partie kassierte Louis-Marc Aubry noch einmal eine Strafe wegen eines Stockschlags. Münchens Coach Don Jackson nahm daraufhin eine Auszeit und Goalie Aus den Birken vom Eis, somit spielte der Meister also Sechs-gegen-Vier. Und München machte gehörig Druck, brachte jede Scheibe zum Tor, aber Kevin Poulin ließ sich an diesem Abend nicht bezwingen und feierte somit am Ende seinen zweiten Shutout in der Serie.

Und es muss die Frage erlaubt sein, warum die Eisbären am Freitag nicht so gespielt haben? Sie haben heute von der ersten bis zur letzten Sekunde eine Top-Leistung abgerufen, hinten ganz stark verteidigt und vorne die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Und in Unterzahl hat man ganz stark gearbeitet und München den letzten Nerv geraubt.
Man hat heute die perfekte Antwort auf Freitag gegeben, als man sich fragte, was das bitte für ein Auftritt war. Nach dem 2:5 vom Freitag hatte eigentlich kaum einer mehr an einen Sieg der Eisbären und ein drittes Heimspiel in dieser Serie geglaubt, aber die Eisbären haben heute noch einmal alles raus gehauen, was ging.
Oder um es mit den Worten von Florian Kettemer zu beschreiben: Sie haben Spaß gehabt, jeden Wechsel genossen, schließlich hätte es heute ja das letzte Saisonspiel sein können. Man hat damit das Saisonende noch einmal abwenden und die Serie ein weiteres Mal nach Berlin holen können. Praktisch genau so wie im letzten Jahr, als man ebenfalls in der Finalserie mit einem 1:3-Serien-Rückstand nach München gefahren ist, dieses Spiel gewann und Spiel Sechs in Berlin erzwang. Der Ausgang damals ist allen noch im Gedächtnis, man gewann dieses Spiel und fuhr zum ultimativen Showdown nach München. Nun kann sich diese Geschichte wiederholen, nur dann sollte das Ende in einem möglichen siebten Spiel ein anderes sein…

Playoff-Stand: EHC Red Bull München vs. Eisbären Berlin 3:2 (3:2 n.V./0:4/4:1/5:2/0:3)

1:2-Rückstand nach drei Spielen: Wird die Disziplin über das Weiterkommen entscheiden?

Aktuell befinden wir Eishockey-Fans uns in der schönsten Jahreszeit, den Playoffs. Aber so richtig will derzeit kein Playoff-Feeling aufkommen, denn während man in den vergangenen Jahren fast immer im Zwei-Tage-Rhythmus gespielt hatte, ist während dieser und nächster Woche spielfrei, erst am Freitagabend geht es mit Spiel Vier der Viertelfinalserie zwischen den Eisbären Berlin und dem EHC Red Bull München (Bully: 19:30 Uhr/Arena am Ostbahnhof) weiter. Deshalb müssen die Berliner noch länger darauf warten, Revanche für das bittere 1:4 aus Spiel Drei in München zu nehmen.

Der Grund für diese Niederlage liegt schnell auf der Hand. Man kassierte schlichtweg zu viele Strafzeiten, musste sechs der ersten zehn Minuten in Unterzahl ran und fand somit im Auftaktdrittel nicht ins Spiel, gab nur ganze zwei Schüsse ab und folglich nahm das Unheil seinen Lauf und München holte sich den zweiten Sieg in der Serie. Dabei hatte München am Freitag in Berlin in Spiel Zwei beim 0:4 noch eins auf den Deckel bekommen, auch da war die mangelnde Disziplin des unterlegenen Teams ausschlaggebend für den Spielausgang.
Folglich enttäuscht waren die Berliner nach der Niederlage vom Sonntagabend. Trainer Stéphane Richer dazu:

Wenn du in den ersten zehn Minuten sechs in Unterzahl spielst, ist es schwierig, in den Rhythmus zu kommen.

Verteidiger Kai Wissmann ergänzte, dass man sich nicht provozieren lassen darf:

Wenn einer am anderen vorbeiläuft, haut er ihm noch mal in die Hacken rein. Da darf man sich nicht provozieren lassen.

Provoziert haben die Münchner am Freitag, als sie satte 82 Strafminuten kassierten. Da ließen sich die Berliner nicht drauf ein, blieben cool und ließen lieber Tore als Taten sprechen, als sich auf die Provokationen der roten Bullen einzulassen. Am Sonntag lag es auch nicht wirklich daran, dass München die Eisbären provozierte, dass man zu viele Strafen nahm. Ja, München spielte sehr hart aber im Vergleich zum Freitag waren die Zweikämpfe doch noch grenzwertig fair. Viel mehr waren es unnötige Strafzeiten, die die Eisbären kassierten. Wenn zum Beispiel ein James Sheppard schon eine Strafe angezeigt bekommen hat und sich dann noch einen Stockschlag leistet, dann kann man da schon von einer äußerst dummen Strafzeit sprechen.

Will man München ausschalten, dann muss man über mindestens 60 Minuten diszipliniert spielen und die sich bietenden Chancen eiskalt nutzen. So wie eben in Spiel Zwei am Freitag, als man München dominierte, sie an die Wand spielte, sie im Angriff verzweifeln ließ und sie so dazu brachte, unsauber zu spielen und viele Strafzeiten zu nehmen. Man muss München einfach den Spaß am Eishockey nehmen, dann leisten sie sich diese unnötigen Strafen, wenn gleich deren Coach Don Jackson sicherlich auch darauf hingewiesen haben dürfte, dass er solche Spiele mit 82 Strafminuten nicht mehr sehen möchte. Die passende Antwort gaben die roten Bullen dann im dritten Spiel der Serie auf eigenem Eis, aber da machten es ihnen die Eisbären auch deutlich zu einfach.

Lag der Druck vor Spiel Drei auf Seiten des Serienmeister, so liegt er am Freitag vor Spiel Vier wieder beim Rekordmeister. Denn verlieren die Hauptstädter dieses Spiel, kann München am Sonntag in Spiel Fünf den Halbfinaleinzug und somit dritten Seriensieg gegen Berlin in Folge perfekt machen. Das wollen die Eisbären natürlich verhindern. Aber wie kann das gelingen?

Wie bereits mehrfach erwähnt, müssen die Jungs vor allem diszipliniert spielen, sich keine unnötigen Strafen leisten und sich nicht provozieren lassen. Man soll zwar hart spielen und die Checks zu Ende fahren, dem Gegner somit unter die Haut gehen, aber es soll eben alles im Rahmen bleiben, so dass die Schiedsrichter keine Strafen dafür verhängen. Wer disziplinierter spielt, wird diese Serie am Ende für sich entscheiden.
Dann muss die Defensive wieder so kompakt stehen wie in Spiel Zwei, als man kaum etwas gefährliches der Münchner zu ließ und wenn doch mal was auf das Tor von Kevin Poulin kam, was im Ansatz gefährlich wurde, war das kein Problem für den Berliner Goalie. Auch auf ihn wird es ankommen, er muss wieder so einen Sahne-Tag erwischen wie in Spiel Zwei, wo allerdings sein Gegenüber Danny Aus den Birken auch einen rabenschwarzen Tag hatte. Es wird viel auf die Kleinigkeiten ankommen, wer die richtig macht, wird Spiel Vier für sich entscheiden.
Was eben auch an der Offensive hängen wird. Beide Mannschaften sind spielerisch stark genug, sich Chancen zu kreieren. Wer die Chancen besser und effektiver nutzt, wer eiskalter vor dem gegnerischen Tor ist, wird am Ende das Eis als Sieger verlassen.

In zwei der bisherigen drei Spiele haben die Eisbären alles richtig gemacht, waren besser als der Meister, der zwar Spiel Eins nach Verlängerung gewann, aber da halt das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte. Die ersten beiden Spiele haben die Eisbären deutlich gemacht, zu was sie zum Leisten im Stande sind, dass München sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte. München hat sich das nun aber zwei Spiele angeschaut und in Spiel Drei die Antwort gegeben, wenn gleich ich weit davon entfernt bin zu sagen, dass München in diesem Spiel turmhoch überlegen war. Ja, sie haben das Spiel verdient gewonnen und ihre Chancen eiskalt genutzt, aber sie haben eben das gemacht, was ein Spitzenteam ausmacht: Jeden noch so kleinen Fehler des Gegners bestraft. Die Eisbären spielten München mit ihren zu vielen Strafzeiten und Ungenauigkeiten im Passspiel in die Karten, am Ende hatte das Team von Meistercoach Don Jackson keine große Mühe, das Spiel zu gewinnen.

Aber es sind Playoffs und da geht es in jedem Spiel von vorne los, da ist alles, was bisher geschehen ist, vergessen und es zählt nur dieses eine Spiel. Da wollen die Eisbären zurückschlagen und genau das ist das Ziel der Berliner, wie Richer gegenüber der Eishockey News (Ausgabe 12 vom 19.03.2019) sagte:

Wir haben jetzt fünf Tage Pause, um das nächste Spiel vorzubereiten. Dann greifen wir wieder an.

Ab Freitagabend, 19:30 Uhr, wird man sehen, wie gut sich die Eisbären auf dieses vierte Spiel vorbereitet haben, ob sie die Fehler abgestellt haben und München erneut ein Bein stellen können. Diese Serie ist noch lange nicht entschieden und mit dem siebten Mann im Rücken ist für die Eisbären in der Arena am Ostbahnhof alles möglich. 

Mit Galavorstellung zum Serienausgleich: Die Eisbären lassen Meister München beim 4:0 nicht den Hauch einer Chance

Nach der denkbar knappen Niederlage in Spiel Eins der Viertelfinalserie beim EHC Red Bull München (2:3 n.V.) gingen die Eisbären Berlin äußerst motiviert ins zweite Spiel der Serie. Und genau das sah man vom ersten Bully an, die Eisbären hatten sich sehr viel vorgenommen und am Ende sollten sie sich für Ihren Aufwand auch belohnen. 13.511 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof erlebten ein wahres Eishockey-Fest, welches die Hauptstädter mit 4:0 (2:0,2:0,0:0) für sich entscheiden sollten und somit auf 1:1 in der Serie stellten.

Große Überraschung im Line-up der Eisbären war, dass Marvin Cüpper als Back-up-Goalie auf der Bank Platz nahm. Im Tor stand natürlich wieder Kevin Poulin. Ansonsten gab es keine Veränderung im Kader des DEL-Rekordmeisters.

Constantin Braun sagte vor dem Spiel:

Wir müssen weniger Strafzeiten nehmen, wir haben zu viele Strafzeiten genommen. Wir haben im zweiten Drittel zu viel Unterzahl gespielt, das hat viel Körner gekostet. Wir haben gut trainiert nach der Februarpause und wir sind enger zusammengerückt. Wir haben an den Kleinigkeiten gearbeitet und das sieht man an den Resultaten.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Beide Mannschaften starteten gut ins Spiel und prüften gleich einmal die beiden Torhüter – Kevin Poulin und Danny Aus den Birken. Zählbares konnte man dabei aber noch nicht verbuchen.
Das sollte sich aber beim ersten Überzahlspiel der Partie ändern. München nahm durch John Mitchell die erste Strafzeit des Spiels, es sollte bei weitem nicht die letzte sein. Das Überzahlspiel der Hausherren sah sehr gut aus. Micki DuPont feuerte von der blauen Linie einen seiner gefürchteten Schüsse ab, vor dem Münchner Tor entstand ein Gewühle, in dem Sean Backman die Übersicht behielt und die Scheibe per Rückhand im Tor versenken konnte. Jubel auf den Rängen? Ja, aber mit einem kurzen Schockmoment, denn es gab den Videobeweis, aber danach wurde der Treffer gegeben und die Berliner führten nach neun Minuten mit 1:0.
Anschließend hatte München die erste Möglichkeit im Powerplay, aber die Eisbären ließen mit einem konsequenten Unterzahlspiel keine Chancen zu.
In der 17. Spielminute kam der große Auftritt des kleinen Mannes mit der Nummer 21 – Austin Ortega. Er kam in der rechten Rundung an den Puck, schüttelte Patrick Hager und Yasin Ehliz ab und tänzelte die Scheibe durch die Schulter von Aus den Birken ins Tor – 2:0. Da sah der Spieler und Torhüter des Jahres alles andere als gut aus.
Zum Ende des Auftaktdrittels die Eisbären erneut mit einem Powerplay, in dem sie aber zunächst in einen Konter der Gäste liefen. Aber Konrad Abeltshauser scheiterte an „der Wand“ Kevin Poulin. Aber auch die Eisbären hatten in dieser Überzahl eine Chance und was für eine. Eine Traum-Pass-Stafette über Colin Smith, Louis-Marc Aubry und Brendan Ranford hätte ein Tor verdient gehabt, aber sie belohnten sich leider nicht.
So blieb es bei einer mehr als verdienten 2:0-Führung der Eisbären nach ganz starken 20 Minuten. Eine konzentrierte Leistung, sehr gutes Eishockey und eine effektive Chancenverwertung.

München gab zwar die ersten Schüsse im Mitteldrittel ab, aber die Eisbären blieben ihrem Gameplan

Foto: eisbaerlin.de/walker

treu und spielten weiterhin offensives und attraktives Eishockey. Allen voran Austin Ortega, der innerhalb kürzester Zeit alles versuchte, um seinen zweiten Treffer an diesem Abend zu erzielen. Satte fünf Schüsse gab er innerhalb einer Minute ab, leider fand keiner dieser davon den Weg ins Münchner Tor.
Die Gäste aus München hatten arge Probleme mit der Spielweise der Hausherren, was sie dazu zwang, Strafen zu nehmen. Und das Powerplay der Eisbären war an diesem Abend eine wahre Freude. Aubry erkämpfte sich die Scheibe an der Bande, spielte sie hoch zur blauen Linie, wo Jamie MacQueen wartete und abzog. Brendan Ranford dachte sich, was in Spiel Eins klappte, wird auch dieses Mal wieder gelingen: Er fuhr vors Tor, fing die Scheibe ab, umkurvte Aus den Birken und schob die Scheibe eiskalt ins leere Netz ein – 3:0 (26.).
Nur 76 Sekunden später klingelte es erneut im Münchner Tor. Kai Wissmann blockte einen Schuss von John Mitchell und dann ging es sehr schnell. Die Nummer Sechs der Eisbären schickte Sean Backman auf die Reise, lief den Zwei-auf-Eins-Konter mit, aber Backman entschied sich für den Schuss. Mit diesem tunnelte er Aus den Birken und ließ ihn ein zweites Mal in diesem Spiel alt aussehen – 4:0 (27.).
Dieses Gegentor und der Spielstand schockte die Mannschaft von Don Jackson und sie fingen an, die Nerven zu verlieren. In der 30. Spielminute checkte Münchens Youngster Andreas Eder völlig übermotiviert und unnötig Sean Backman in die Bande und durfte für diesen üblen Check gegen die Bande vorzeitig duschen gehen. Mit dieser Entscheidung waren scheinbar nicht alle einverstanden, so regte sich Ex-Eisbär Mads Christensen etwas zu stark auf und kassierte dafür prompt eine zehnminütige Disziplinarstrafe.
München ließ das Eishockey spielen nun teilweise sein und versuchte, die Eisbären zu provozieren. So wollte sich Derek Joslin Berlins Austin Ortega schnappen, doch dessen Mitspieler eilten ihm zur Hilfe und die Rudelbildung war schnell aufgelöst und es gab auch keine Strafen. Ein weiterer Beleg dafür, dass München hier komplett von der Rolle war.
In einem Überzahlspiel kurz vor dem Ende des zweiten Drittels zog Derek Joslin von der blauen Linie ab, John Mitchell hielt seine Kelle in den Schuss und lenkte die Scheibe somit an den Pfosten. Der Puck sprang zurück in den Torraum und Poulin warf sich einfach drauf.
4:0 führten die Eisbären nach 40 Minuten, damit hatte nun wirklich keiner vorher gerechnet, aber diese Führung ging auch in der Höhe in Ordnung. Die Eisbären spielten auch im zweiten Drittel sehr einfallsreiches Eishockey, zeigten hervorragende Kombinationen, legten zwei Tore nach und bewiesen in diesem Drittel auch den von den Spielern zuletzt mehrfach angesprochenen neuen Team-Zusammenhalt, was in der Szene zwischen Joslin und Ortega gut zu erkennen war.

Foto: eisbaerlin.de/walker

München spielte auch im Schlussdrittel weiterhin unsauberes Eishockey, die Eisbären ließen sich dabei auch zu zwei Strafzeiten innerhalb kürzester Zeit hinreißen und mussten so zweimal in Folge in Unterzahl antreten. München fand zwar seine Formation und kam auch zu Abschlüssen, aber entweder wurden die Versuche geblockt oder aber Kevin Poulin stand im Weg. An diesem Teufelskerl sollten die Münchner Spieler an diesem Abend mehrfach verzweifeln.
Acht Minuten vor dem Ende dachten alle Zuschauer in der Arena, es wäre eine Strafe gegen Berlin angezeigt, was aber nicht der Fall war. Don Jackson nahm einfach den Torhüter vom Eis, um mit dem sechsten Spieler auf dem Eis das Ruder noch einmal herumzureißen. Solche Aktionen ist man von Jackson gewohnt, es war nicht das erste Mal, dass er seinen Goalie so früh vom Eis nahm.
Jackson wollte sein Team damit sicherlich wachrütteln, aber dieses spielten lieber weiter unsauber. Yannic Seidenberg mit einem völlig unnötigen und überharten Check gegen Austin Ortega, wofür er unverständlicherweise nur 2+10-Minuten bekam.
Spielerisch sollte München aber auch noch eine gute Aktion gelingen, Trevor Parkes tankte sich klasse durch und kam zum Abschluss, aber er hatte die Rechnung ohne „die Krake“ Kevin Poulin gemacht, der deutlich machte, „an mir kommt ihr heute nicht mehr vorbei„.
So sollte es auch kommen, Berlin gewann das Spiel mit 4:0, die Stimmung in der Arena am Ostbahnhof war prächtig, aber leider wurde das Spiel unrühmlich beendet. John Mitchell streckte Daniel Fischbuch per Stockendstoß nieder und kassierte dafür völlig zurecht eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Mitchel war außer sich vor Wut und wollte Fischbuch noch ein paar Takte erzählen, aber die Linesmen hielten ihn zurück.

Die Eisbären haben ein Ausrufezeichen in der Viertelfinalserie gesetzt und München damit geschockt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Diese hatten mit so starken Eisbären wohl nicht gerechnet und versuchten diese, mit unsauberen Aktionen zu provozieren. Aber die Eisbären ließen sich nicht darauf ein, zogen ihr Spiel durch und bestraften die Münchner für ihr „dreckiges“ Eishockey mit vier blitzsauberen Toren. Alles, was München spielerisch versuchte, wurde von der starken Defensive und Kevin Poulin zu Nichte gemacht.
Mal wieder ein Indiz für die zuletzt enorm starke Defensive, die jetzt bei 15 Gegentoren in den letzten acht Spielen steht. Ein Verdienst der harten Arbeit des gesamten Teams. Und auch die Mercedes-Benz Arena scheint wieder zu einer uneinnehmbaren Festung zu werden, war das 4:0 doch der fünfte Heimsieg in Folge. Die Eisbären stellen die Saison-Bestmarken alle zum besten Zeitpunkt der Spielzeit auf. Will da ein Team die Saison wohl mit dem achten Titel beenden? Dieser Mannschaft ist in der Form jedenfalls alles zuzutrauen…

Trotz 2:3-Niederlage n.V. in München: Das heutige Spiel der Eisbären macht Lust auf mehr und lässt auf eine spannende Serie hoffen

Heute kam es zur Neuauflage der Playoff-Finalserie vom letzten Jahr: der Serienmeister traf auf den Rekordmeister und es versprach spannend zu werden. Die Eisbären mit guten Siegvoraussetzungen: die Mannschaft ist motiviert, die Defensive steht kompakt und acht der letzten neun Spiele wurden gewonnen. Trainer Stéphane Richer sagte vor Spielbeginn, dass es schwer werden würde. München ist eine offensiv gefährliche Mannschaft, doch die Eisbären sind heute, im Vergleich zu den Spielen vor der Februarpause, eine andere Mannschaft mit Selbstbewusstsein und das wollten sie auch zeigen.

Im Kader der Eisbären gab es nur eine Veränderung im Vergleich zu den letzten Pre-Playoff-Spielen gegen Straubing: Mark Olver kehrte nach fünfmonatiger Verletzungspause zurück, Charlie Jahnke war damit überzählig. Das Tor hütete wie schon zuletzt Kevin Poulin.

Hinein in ein spannendes Spiel. Von Anfang an waren beide Mannschaften sowohl offensiv als auch defensiv präsent, doch auch beide Goalies bewiesen ihre Extraklasse. In der fünften Spielminute ergab sich für die Eisbären die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Und da stellten sie in der Hauptrunde schließlich das zweitbeste Powerplay der Liga. Aber München zeigte ein starkes Penaltykilling und sie kamen sogar zu einer Konterchance durch Konrad Abeltshauser, aber Ex-München-Verteidiger Florian Kettemer bewies seine Stärke in der Defensive.
Nach diesem nicht genutzten Powerplay ergab sich für München die erste große Großchance durch Justin Shugg, der aus dem Slot perfekt auf John Mitchell passte. Doch Kevin Poulin parierte überragend und bewies einmal mehr, warum er in Berlin auch „Die Wand“ genannt wird.
Auch im ersten Überzahlspiel der Münchner in der achten Minute ließ Poulin nicht viel zu, hinzu kam, dass die Eisbären aggressiv verteidigten.
Im zweiten Powerplay fuhren die Eisbären eine klasse Angriff: Florian Kettemer spielte mit Colin Smith einen gekonnten Doppelpass, womit sie mal eben die Abwehr des dreimaligen Titelträgers alt aussehen ließen. Aber sie hatten die Rechnung ohne Danny Aus den Birken gemacht, der in dieser Szene den Beweis ablieferte, warum er Spieler und Torhüter des Jahres geworden ist.
Berlins Coach Stéphane Richer sagte zu Beginn des Spieles auch, dass Berlin von der Strafbank wegbleiben muss… In der 15. Spielminute musste Austin Ortega wegen übertriebener Härte unnötigerweise in die Kühlbox, was seinen Trainer mit Sicherheit nicht erfreut haben dürfte. München versuchte Druck aufzubauen, doch auch diesmal funktionierte das Penaltykilling der Eisbären hervorragend. So endete das erste Drittel 0:0.
Es war ein gutes Drittel. Die Eisbären störten früh den Spielaufbau von München, „lasen“ das Spiel ganz gut und zeigten so ein schnelles und temporeiches Eishockey. Offensiv wurde stark gearbeitet, die Defensive stand kompakt und zeigte eine freche Angriffslustigkeit.

Wir haben mit der Mannschaft ganz neuen Spaß auf dem Eis gefunden und auch außerhalb sind wir enger zusammengerückt und wir wollen den Fans tolles Eishockey zeigen„, das sagte Florian Kettemer in der ersten Drittelpause und das sollte im zweiten Drittel auch sichtbar werden.
Gleich zu Beginn hatte James Sheppard eher durch Zufall eine gute Torchance, die er aber nicht nutzen konnte. München hatte danach zwar ein Powerplay, doch es war Daniel Fischbuch, der Danny aus den Birken frech den Puck hinterm Tor stibitzte und somit zu einer Halbchance kam.
Die Berliner machten es München weiterhin schwer, denn auch das zweite Powerplay in diesem Drittel blieb ungenutzt. In der 30. Minute sollte es doch noch turbulent vor dem Tor von Poulin werden. Konrad Abelshauser traf nach einem 2-auf-1-Konter den Pfosten und Justin Shugg kurz danach das Außennetz. Danach ging es mehr oder weniger hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Doch fünf Minuten vor Ende diesen Drittels musste Colin Smith auf die Strafbank und ermöglichte München das dritte Powerplay in diesem Drittel. Aber auch dieses Überzahlspiel verpuffte erfolglos.
Auch die Eisbären versuchten nochmal einen Gegenangriff. In einer 4-auf-3 Situation passten André Rankel und Constantin Braun die Scheibe einmal zu viel und wurden so Danny aus den Birken nicht wirklich gefährlich.
Auch im zweiten Drittel sah man ein fast ebenbürtiges, hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften hatten so ihre Stärken und Schwächen: die Eisbären nahmen zu viele Strafzeiten, fuhr aber die Checks ordentlich zu Ende, München hingegen zeigte Spielaufbauschwächen und Passungenauigkeiten, punktete aber mit ihrer Zweikampfhärte und ihrem Forechecking.

40 Minuten lang mussten die 4.130 Zuschauern im Münchner Olympia-Eiszentrum auf Tore warten, trotzdem sahen sie aber ein sehr gutes Playoff-Spiel, zu dem aber auch Tore gehören, welche im Schlussabschnitt endlich fallen sollten.
In der 45. Spielminute war es so weit. Louis-Marc Aubry passte die Scheibe an die blaue Linie zu Brendan Ranford, welcher abzog. Vor dem Tor war viel Verkehr und letztendlich war es wohl Sean Backman, dessen Arbeitsgerät den Puck unhaltbar für Aus den Birken abfälschte – 1:0 für Berlin.
Die Freude über den Führungstreffer währte jedoch nur ganze 63 Sekunden. München mit einem schnellen Angriff, Trevor Parkes setzte sich auf der rechten Seite klasse durch, zog vors Tor, kam zum Abschluss, Kevin Poulin parierte diesen Schuss jedoch. Den Nachschuss versenkte Frank Mauer mit einem präzisen Schuss im Berliner Gehäuse und ließ die heimischen Fans erstmals an diesem Abend jubeln – 1:1 (46.).
Die Eisbären waren davon jedoch keinesfalls geschockt und spielten weiterhin offensives Eishockey. Und dafür belohnten sie sich. Diesmal war es Verteidiger-Oldie Micki DuPont, welcher den Puck von der blauen Linie in Richtung Tor brachte, Ranford fing die Scheibe ab, umkurvte Aus den Birken und schob den Puck cool über die Torlinie – 2:1 (48.).
Dieser erneute Rückstand stachelte die Hausherren an, die den Ausgleich erzwingen wollten, aber die Eisbären-Defensive mit einem starken Spiel an diesem Abend, machten es den Hausherren nicht leicht. Und die Eisbären selbst lauerten nun natürlich vermehrt auf Konter, um eine vermeintliche Entscheidung zu erzielen. So lief Marcel Nobeels in der 52. Spielminute alleine auf Aus den Birken zu, doch der Goalie des Jahres war in diesem Duell der Sieger.
Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit München mit einem Konter über die beiden Verteidiger Yannic Seidenberg und Konrad Abeltshauser, welcher in einer Schrecksekunde für die Eisbären enden sollte. Denn Kevin Poulin blieb für einige Augenblicke am Boden liegen, man musste schlimmeres befürchten, aber er rappelte sich wieder auf und kehrte unter fairem Applaus der Münchner Zuschauer zurück an seinen Arbeitsplatz. In den Playoffs muss es einem eben schon enorm schlecht gehen, damit man das Spiel vorzeitig beendet.
Fünf Minuten vor dem Ende klingelte es dann aber doch hinter Poulin. München mit einer klasse Kombination über Trevor Parkes, Matt Stajan und Justin Shugg. Letzterer verwertete den „No-Look-Backhand-Pass“ von Stajan und brachte die Halle zum Beben.
München, nun angestachelt von dem abermaligen Ausgleich, wollte nun mehr und drängte auf das 3:2. Kevin Poulin wurde unter Dauerbeschuss genommen, hielt dem Druck aber Stand. Auch die Eisbären schauten nochmal bei Aus den Birken vorbei, ebenso erfolglos, weshalb es nach 60 Minuten in die Verlängerung ging.
Auch im letzten Drittel gab es Chancen auf beiden Seiten, aber die Defensive beider Teams lieferte nach wie vor einen guten Job ab. München bewies aber, dass sie ein Spitzenteam sind, denn kleine Fehler werden von den Red Bulls eben eiskalt ausgenutzt. Zwar gaben die Hausherren mehr Schüsse ab als die Eisbären, war doch aber die Ausbeute der klaren Chancen nahezu ausgeglichen, was das Spiel auf Augenhöhe erklärt.

Eisbären-Kapitän André Rankel sagte nach dem letzten Drittel: „Wir spielen ein gutes Auswärtsspiel und wir können dieses Spiel gewinnen.

Für die Eisbären sollte es die 37. Overtime in den Playoffs werden, 27 der bisherigen 36 Verlängerungen haben die Hauptstädter gewonnen, was eine überragende Quote und ein Beleg ihrer Nervenstärke in entscheidenden Momenten ist.
Man merkte beiden Teams an, dass sie hier keinen Fehler machen wollten, denn dieser würde das Spiel entscheiden. So ging es zwar hin und her, beide spielten aber schon abwartend. Zu Abschlüssen kamen beide Mannschaften, so ein richtiger Hochkaräter fehlte jedoch.
In der 68. Spielminute bot sich den Eisbären die Chance zur Entscheidung in Überzahl, aber München überstand diese Unterzahl schadlos und ließ kaum etwas zu.
34 Sekunden nach dem München wieder komplett war, nahm Frank Hördler eine Strafe wegen Hakens. Und dann ging es ganz schnell. München gewann das Bully, die Zuordnung in der Berliner Defensive war nicht vorhanden, Justin Shugg zog von der blauen Linie ab und sorgte für die Entscheidung in diesem nervenaufreibenden und aufregenden ersten Viertelfinalspiel – 2:3 nach 70:08 Minuten.

Die Eisbären zeigten ein klasse Auswärtsspiel, standen hinten sehr gut und unterstützten sich gegenseitig ebenso ihren Goalie Kevin Poulin. Auch wenn München deutlich mehr Schüsse abgab, jedoch waren viele dieser Abschlüsse nicht wirklich gefährlich. Und nach vorne versuchten die Eisbären auch immer wieder Nadelstiche zu setzen, versuchten für Gefahr zu sorgen und hatten ebenfalls gute Möglichkeiten. Zweimal konnte man im Schlussdrittel in Führung gehen, doch zweimal musste man den Ausgleich der Hausherren hinnehmen.
Eigentlich war es ein Spiel auf Augenhöhe, welches auch die Eisbären hätten gewinnen können. Der Knackpunkt? Die Disziplin. Während München nur drei Strafen kassierte, nahmen die Eisbären doppelt so viele. Während man die ersten fünf Unterzahlspiele mehr oder weniger schadlos überstand, musste man in der sechsten Unterzahl den alles entscheidenden Treffer hinnehmen. Und auch da sorgten individuelle Fehler für die Entscheidung, stimmte doch die Zuordnung für einen Moment nicht. Aber genau auf solche Fehler wartet der Meister und schlägt dann eiskalt zu.
Aber es war nur ein Spiel und am Freitag geht es wieder von vorne und bei Null los. Und dann werden die Eisbären noch gefährlicher als heute, denn dann steht ja noch der siebte Mann lautstark hinter ihnen und wird die Arena am Ostbahnhof in ein Hexenkessel verwandeln. München sollte sich auf einen heißen Tanz einstellen.

Playoff-Stand: EHC Red Bull München vs. Eisbären Berlin 1:0 (3:2 n.V.)

Aller guten Dinge sind drei: Klappt es im dritten Anlauf für die Eisbären Berlin mit einem Seriensieg gegen den EHC Red Bull München?

Morgen Abend beginnen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die Playoff-Viertelfinalserien. Die Eisbären Berlin starten jedoch erst am Mittwoch in ihr Viertelfinalduell gegen den dreimaligen Deutschen Meister EHC Red Bull München. Dass die Berliner zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch im Rennen um den DEL-Titel sind, gleicht fast schon einem Wunder. Zu miserabel, zu grausam waren die gezeigten Leistungen noch vor weit einem Monat. Doch nach der Länderspielpause kehrten ein paar verletzte Spieler zurück in den Kader und mit Austin Ortega wurde ein Spieler verpflichtet, der sofort eingeschlagen hat und nun zum entscheidenden Faktor in den Playoffs werden kann. Acht der letzten neun Ligaspiele wurden gewonnen, davon sechs in Folge. Eine derartige Siegesserie gab es in dieser Spielzeit bisher noch nicht. Anscheinend haben die Hauptstädter genau zum richtigen Zeitpunkt ihre Form gefunden. Für das Selbstvertrauen waren diese Siege zuletzt jedenfalls sehr wichtig.

Nach dem erfolgreichen Überstehen der ersten Playoff-Runde (Pre-Playoffs), in der man sich mit 2:0-Siegen gegen die Straubing Tigers durchsetzen konnte, wartet nun also der Vorrundenzweite und der Meister der letzten drei Jahre – der EHC Red Bull München. Zum dritten Mal stehen sich diese beiden Teams in den DEL-Playoffs gegenüber, zum dritten Mal hintereinander.
Vor zwei Jahren trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander, welches die Mannschaft von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson mit 4:1-Siegen für sich entschied. Vor einem Jahr war dieses Duell die Final-Paarung, welche München am Ende hauchdünn mit 4:3-Siegen für sich entscheiden konnte und sich die dritte Meisterschaft in Folge sicherte.
Für die Hauptstädter kann das Motto der Viertelfinalserie daher nur „Aller guten Dinge sind drei“ heißen. Im dritten Anlauf will man endlich eine Playoff-Serie mit den Münchnern für sich entscheiden.

Aber auch in Berlin weiß man natürlich, dass der Hauptrundenzweite gegen den Hauptrundenneunten der Favorit ist, wie Trainer Stéphane Richer im Vorfeld der Serie sagte (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 11.03.2019):

München ist natürlich Favorit, aber wir freuen uns auf die Herausforderung und wollen an
den positiven Trend der letzten Spiele anknüpfen. Wir werden uns gut vorbereiten. Ich erwarte eine lange, harte Serie. Ein Schlüssel wird sein, die Zeit in unserer defensiven Zone so gering wie möglich zu halten.

Nach vier Niederlagen in der Hauptrunde: Können die Eisbären München im Viertelfinale schlagen?(Foto: eisbaerlin.de/walker)

Um Selbstvertrauen für diese Serie zu holen, sollte man auch nur an die letzten Spiele denken, welche ja sehr gut aus Eisbären-Sicht verliefen. Denn wenn man an die vier Hauptrundenduelle zurück denkt, dann sollte den Eisbären Angst und Bange werden vor dem Duell mit dem dreimaligen DEL-Meister. Denn alle vier Spiele gingen an die Bayern – in München gewannen sie mit 4:3 n.P. und 4:2, in Berlin setzten sie sich mit 6:2 und 3:1 durch. Keine guten Voraussetzungen also für die Berliner, aber diese gab es ja auch nicht im Duell gegen Straubing, denn die Tigers hatten da drei der vier Vorrundenspiele gewonnen. Doch diese Serie entschieden die Berliner für sich. Nun darf man aber Straubing nicht mit München vergleichen, aber die Ergebnisse in der Hauptrunde interessieren jetzt auch keinen mehr, geht die Saison mit den Playoffs doch schließlich von vorne los.

Und Florian Kettemer ist schon voller Vorfreude auf die Serie:

Das wird ne richtig geile Serie. Ich freue mich sehr drauf.

In dieser Serie wird es vor allem auf einen guten Torhüter und eine gute Defensive ankommen.

Wächst Kevin Poulin in den Playoffs über sich hinaus und kann er das Goalie-Duell gegen Danny Aus den Birken für sich entscheiden? (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Insofern werden die beiden Torhüter Danny Aus den Birken (München) und Kevin Poulin im Mittelpunkt stehen. Beide Mannschaften verfügen über zwei exzellente Torhüter, aber München hat in Aus den Birken den Torhüter und Spieler des Jahres in seinen Reihen.
In 37 Spielen kassierte Aus den Birken nur 67 Gegentore, was einem Gegentorschnitt von 1,91 entspricht. 92,6 Prozent aller Schüsse wehrte der Münchner Goalie ab und feierte zudem fünf Shutouts.
Kevin Poulins Werte sind da schon ein wenig schlechter. In 43 Spielen kassierte der Berliner Goalie satte 115 Gegentore, was einen Gegentorschnitt von 2,78 ausmacht. 91,5 Prozent aller Schüsse wehrte Poulin ab und feierte vier Shutouts. In den beiden Pre-Playoff-Duellen parierte Poulin 76 von 80 Torschüssen und kommt auf eine Fangquote von 95,0 Prozent.
Auch wenn Poulins Werte in den Duellen gegen Straubing herausragend waren, so sehe ich München auf der Torhüterposition doch im Vorteil.

Auch in der Defensive sind die Werte der Münchner um einiges besser. Mit 118 Gegentoren stellten sie die zweitbeste Abwehr der Hauptrunde. Die Eisbären kassierten hingegen satte 164 Gegentore. Gegen München Tore zu schießen ist also extrem schwer, von daher sollte man seine Chancen eiskalt nutzen, die Effektivität wird da eine große Rolle spielen.
Sieben Verteidiger des Titelverteidigers punkteten in der Hauptrunde doppelt, was ein Beleg für die Gefahr der Münchner Verteidiger ist. Yannic Seidenberg erzielte starke zehn Tore und bereitete 17 weitere Treffer vor, was insgesamt 27 Scorerpunkte macht. Auch Konrad Abeltshauser kommt auf über 20 Scorerpunkte (6/17).
Bei den Eisbären waren es fünf Verteidiger, die zweistellig scorten. Micki DuPont kommt dabei sogar auf einen Punkt mehr als Seidenberg (5/23). Und zehn Tore kann mit Florian Kettemer auch ein Eisbären-Verteidiger vorweisen. Mit DuPont, Kettemer und Frank Hördler punkteten auch in den beiden Pre-Playoff-Spielen schon wieder drei Eisbären-Verteidiger.
Beide Mannschaften verfügen also über gefährliche Verteidiger, welche sich ins Angriffsspiel einschalten, aber von der Qualität her besitzen die Münchner dann doch die besseren Defender. Sie sind in der Defensive einfach besser besetzt als die Berliner.

Jubelnde Eisbären, das wollen wir in im Playoff-Viertelfinale gegen München sehr oft sehen. (Foto: eisbaerlin.de/niklas)

Um ein Spiel zu gewinnen, bedarf es aber nicht nur einer guten Verteidigung, nein, man braucht auch gute und gefährliche Sturmreihen. Und auch hier verfügt München über den zweitbesten Angriff der Liga, erzielte 176 Tore. Die Eisbären kamen nur auf 146 Tore.
Sieben Stürmer des Meisters kamen in der Vorrunde auf mindestens 30 Scorerpunkte, neun Angreifer trafen zweistellig. Ein Beleg der überragenden Offensive des Meisters.
Bei den Eisbären kamen nur vier Stürmer auf über 30 Scorerpunkte und nur sechs Angreifer trafen zweistellig.
Bei den Münchnern kann also jeder Stürmer ein Spiel entscheiden, von jeder der vier Reihen des Meister geht Gefahr aus, sie sind nur sehr schwer auszurechnen. Ja, auch bei den Eisbären gibt es viele Spieler, die einem Spiel den Stempel aufdrücken können, bei weitem aber nicht so viele wie bei München. In Berlin wird u.a. viel davon abhängen, ob die Aubry-Ortega-Ranford-Reihe weiterhin so gut zusammen harmoniert und die gegnerischen Reihen durcheinander wirbelt. Somit ist München also auch was die Offensive angeht im Vorteil.

Schauen wir auf eine enorm wichtige Disziplin in den Playoffs, die Special Teams. Und da waren die Eisbären in Überzahl besser als München in der Hauptrunde. Die Erfolgsquote der Berliner lag bei 19,2 Prozent, was der zweitbeste Wert der Hauptrunde war. München kam nur auf 13,5 Prozent, was dem drittschlechtesten Powerplay der Hauptrunde entspricht.
Nur so gut das Powerplay der Eisbären auch sein mag, das Penaltykilling der Red Bulls war das zweitbeste der Vorrunde mit 87,6 Prozent. Da liegen die Eisbären mit 83,1 Prozent doch deutlich hinter München. Demnach würde ich hier beide Teams insgesamt gesehen auf Augenhöhe sehen.

Worauf wird es noch ankommen? Natürlich auf die aktuelle Form. Während die Eisbären die letzten sechs Spiele in Folge und acht der letzten neun Spiele gewonnen haben, hat München seine letzten beiden Hauptrundenspiele verloren. Sie sind also mit einem Negativerlebnis aus der Vorrunde gegangen und konnten dieses bisher noch nicht wieder gerade rücken und ausbügeln. Es wird spannend zu sehen sein, wie München gegen selbstbewusste Eisbären ins erste Spiel gehen wird. Die Eisbären trauen sich die Überraschung zu und werden für den Coup alles geben.

Es ist also alles vorbereitet für einen absoluten Eishockey-Leckerbissen im Playoff-Viertelfinale. Die beiden Erzrivalen München und Berlin treffen ab Mittwoch in der Best-of-Seven-Serie aufeinander. München geht als Favorit in dieses Duell, das ist klar. Genauso klar ist, dass die Eisbären so oder so einmal in München gewinnen müssen, wenn sie das Halbfinale erreichen wollen.
Es spricht nicht viel für Berlin, aber die letzten beiden Hauptrundenspiele der Red Bulls, als man in Schwenningen und gegen Bremerhaven verlor, sollten den Eisbären Mut machen. Schon Spiel Eins kann wegweisend sein. Die Eisbären kommen voller Euphorie nach München und wollen die Siegesserie fortsetzen, München wird nach langer Pause erst einmal wieder den Spielrhythmus finden müssen. Und genau darin liegt die Chance. Können die Eisbären München in Spiel Eins überrumpeln und das Heimrecht klauen, haben sie am Freitag die Chance, daheim nachzulegen und würden München somit stark unter Druck setzen. Findet München jedoch von Spiel Eins an zu seinem gewohnt starken Spiel, dann wird es enorm schwer für die Eisbären. Aber in den Playoffs ist alles möglich und bekanntlich sind aller guten Dinge ja drei.