
Morgen Abend ist es mal wieder so weit: Die beiden DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin und Adler Mannheim treffen in der Hauptstadt aufeinander (Bully: 19:30 Uhr). Doch ist dieses Duell eins der Gegensätze. Zwar trifft der Tabellenvierte auf den Tabellendritten, aber trennen beide Mannschaften satte 14 Punkte. Aber nicht nur das, auch spielerisch liegen Welten zwischen diesen beiden Erzrivalen.
Während die Eisbären in fünf der letzten sechs Spiele stets fünf Gegentore kassierten und von ihrem Spiel abgekommen sind, lief es für die Kurpfälzer zuletzt sehr gut. Nach einer Serie von vier Niederlagen in Folge startete der Deutsche Meister so richtig durch und gewann zehn Spiele (!) in Folge. Darunter waren auch zwei Siege bei Liga-Primus und Vizemeister München und ein 7:3-Heimerfolg gegen die Berliner. Und angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen beider Mannschaften ist es morgen Abend eigentlich nur eine Frage der Höhe des Adler-Sieges. Denn nicht viele glauben morgen Abend an einen Eisbären-Sieg. Ich übrigens auch nicht…
Zu erschreckend schwach waren die letzten Auftritte, zu miserabel die Defensivleistungen. Man leistete sich zu viele unnötige Fehler, bekam öfters mal einen Pass zum Mitspieler nicht hin, zeigte ein schlechtes Zweikampfverhalten und lud ständig die gegnerischen Spieler zu Kontern ein. Die beiden Torhüter waren oft die ärmsten Schweine, strahlten aber auch nicht immer die größte Sicherheit aus. Aber allen voran liegt es an der mangelnden Defensivarbeit, wo es die Eisbären derzeit nicht hinbekommen, kompakt und sicher zu stehen und so wenig wie möglich zuzulassen. Eher wirkt das ganze Gebilde derzeit sehr ungeordnet, sehr anfällig und kommt einem Hühnerhaufen gleich. Solch eklatante Fehler wie zuletzt werden von Mannschaften wie Mannheim noch bitterer bestraft und wenn man jetzt wieder an die fünf Spiele zurückdenkt, wo man fünf Gegentreffer bekommen hat, dann wird einem ganz anders und lässt schlimmes für morgen Abend erahnen…
Ein weiteres Problem ist aber auch, dass die Eisbären ihren Fans zuletzt sehr oft zwei Gesichter zeigten. Sehr, sehr selten schaffte man es mal, ein Spiel für 60 Minuten durchzuziehen, lieferte meistens nur für ein, maximal zwei Drittel ab. Meistens kam man schlecht ins Spiel und verpennte den Beginn und musste so am Ende einem Rückstand hinterherrennen. Das kostet natürlich zusätzlich Kraft und nagt am Selbstvertrauen, welches bei den Eisbären immer mehr schwindet.
Auch legen die Spieler im Moment nicht die nötige Einstellung an den Tag, um ein Eishockeyspiel zu gewinnen. Man habe emotionslos gespielt, sagte zum Beispiel Trainer Serge Aubin nach dem 1:5-Heim-Debakel gegen die Krefeld Pinguine. So darfst du in kein Spiel gehen, egal wie der Gegner heißt. Und vor allem darf man so nicht vor den eigenen Fans auftreten.
Sollten die Eisbären morgen Abend gegen den Erzrivalen genauso auftreten wie am Dienstagabend gegen Krefeld, dann droht die Stimmung in Berlin zu kippen. Noch stehen die Fans hinter der Mannschaft und unterstützen sie, aber noch ein solch willen- und emotionsloser Auftritt wie am Dienstag und der Wind könnte schnell rauer werden an der Spree. Keine Frage, Niederlagen gehören im Sport dazu, aber es kommt immer auf das Wie an und wenn die Jungs alles geben und kämpfen, können sie auch gegen Mannheim verlieren. Aber wenn sie erneut eine so peinliche Leistung abliefern wie gegen die Pinguine, dann wird es ungemütlich. Denn gerade Spiele gegen den Erzrivalen sind uns Fans absolut heilig. Und daher erwarten wir eine Reaktion von der Mannschaft morgen Abend.
Auch wenn das sicherlich nicht einfach werden wird, das weiß auch Trainer Serge Aubin (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 19.12.2019):
Mannheim hat einen Lauf, das wissen wir, sie sind ein gutes Team. Wir respektieren sie, aber in den Spielen in Mannheim haben wir ihnen zu oft nur zugesehen. Wir müssen Ihnen alles was wir haben entgegensetzen. Wir müssen an uns glauben und Spaß am Arbeiten und Spielen entwickeln.
Beide Teams treffen bereits zum dritten Mal in dieser Saison aufeinander und bisher gewannen die Adler beide Heimspiele gegen Berlin (4:1/7:3). Und auch an das letzte Gastspiel in Berlin haben die Mannheimer richtig gute Erinnerungen, schossen sie die Eisbären doch sage und schreibe mit 7:0 ab. Mit diesem Ergebnis rechnen übrigens auch viele Fans morgen Abend, wenn man sich die letzten Auftritte beider Teams so anschaut. Die Eisbären sollten also auch aus diesem Grund heiß sein und von der ersten Sekunde an deutlich machen, wer hier Herr im Hause ist. Mannheim muss in jedem Zweikampf spüren, dass die Eisbären die drei Punkte wollen. Und wir werden die Jungs lautstark unterstützen und die Arena am Ostbahnhof zum Hexenkessel machen. Aber nur so lange, wie wir auch sehen, dass die Jungs alles geben, um den Erzrivalen zu besiegen.
Einfach wird das aber wie bereits erwähnt nicht, vor allem auch nicht angesichts der Personalprobleme der Berliner, wo keine Besserung in Sicht ist und keiner der Spieler zurückkehrt, welcher noch gegen Krefeld fehlte (auch Mannheim hat den ein oder anderen Ausfall zu beklagen). Somit müssen die Jungs, die verfügbar sind, noch stärker zusammenhalten und alles raushauen, um die Punkte in Berlin zu behalten. Für sich selbst, ein besseres Selbstvertrauen und für die Fans. Denn die haben eine Wiedergutmachung verdient.
Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Adler Mannheim am 20.12.2019 um 19:30 Uhr:
Tor:
Sebastian Dahm, Maximilian Franzreb
Abwehr:
Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, Ryan McKiernan, Florian Kettemer, Constantin Braun
Angriff:
Austin Ortega, Thomas Reichel, Pierre-Cédric Labrie, Landon Ferraro, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels
Fürs DNL-Team im Einsatz:
Eric Steffen
U20-WM-Vorbereitung:
Lukas Reichel, Eric Mik
Nicht zur Verfügung:
André Rankel, John Ramage (beide Oberkörper), Leo Pföderl (Unterkörper), Marvin Cüpper (Sprunggelenk), Vincent Hessler (Hand), Sean Backman, Florian Busch


te war ein Spiel ohne Emotionen und das war das größte Problem“


Donnerstagsspiele sind generell nicht gerade beliebt bei den deutschen Eishockey-Fans. Wenn man dann aber auch noch so ein derart gähnend langweiliges Spiel zu sehen bekommt, wie die 10.126 Zuschauer am Donnerstagabend in der Arena am Ostbahnhof, dann ist es gleich noch schlimmer. Und nicht gerade wenige Fans werden sich gefragt haben, warum sie sich überhaupt auf den Weg in die Arena gemacht haben und sich das Spiel nicht einfach auf der heimischen Couch im TV angeschaut haben. Immerhin wurden die Zuschauer in den letzten 20 Minuten für eine derart dürftige und teils unterirdische Leistung der EIsbären Berlin noch entschädigt, denn da drehten die Berliner den 0:1-Rückstand aus der zweiten Spielminute doch noch in einen 3:1-Sieg gegen die Düsseldorfer EG um. EIn Spielausgang, mit dem man so nach dem zweiten Drittel nicht wirklich rechnen konnte.



Alles war angerichtet für ein absolutes Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die heimstarken Eisbären Berlin empfingen in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena die formstarken Kölner Haie, welche in den zurückliegenden acht Spielen immer gepunktet und dabei satte 22 von 24 möglichen Punkten geholt hatten. Und man hatte sich aus Berliner Sicht auch viel vorgenommen, nur leider spielte man keine vollen 60 Minuten gutes Eishockey. „


12.601 Zuschauer fanden am ersten Advent den Weg in die Mercedes-Benz Arena am Ostbahnhof und sie bekamen für ihr Geld ordentlich was geboten. Sie wurden Teil einer irren Achterbahnfahrt zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg. Eine Partie mit ständigen Führungswechseln und einer höchst umstrittenen Entscheidung im abschließenden Penaltyschießen. Am Ende dieses Spiels siegten die Niedersachsen knapp mit 6:5 n.P. (2:3,2:2,1:1/0:0,1:0) und fügten den Hauptstädtern somit die erst zweite Niederlage im neunten Heimspiel dieser Saison zu.


Die Fans erwarteten eine Reaktion auf das 3:7-Debakel vom Freitagabend in Mannheim. Und die 11.423 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine sehr souveräne Vorstellung der Eisbären Berlin, welche die Augsburger Panther mit 4:0 (2:0,1:0,1:0) besiegten und damit den zweiten 4:0-Heimsieg in Folge feierten. Vor einer Woche hatte man ja bereits die Iserlohn Roosters mit dem selben Ergebnis auf die Heimreise Richtung Sauerland geschickt. Heute tat man selbiges mit den Fuggerstädtern, die hoffnungslos unterlegen waren und völlig verdient mit null Punkten und null Toren die Heimreise antraten.




„Sechs-Punkte-Wochenende“ für die Eisbären Berlin. Am Sonntagnachmittag gewann der Hauptstadtclub vor ausverkauftem Haus mit 4:0 (2:0,1:0,1:0) gegen die Iserlohn Roosters und feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel nach der Länderspielpause. Der sechste Heimsieg im siebten Heimspiel war zu keiner Zeit in Gefahr, zu überlegen waren die Eisbären, was 61:18-Torschüsse belegen. Damit setzt man sich weiter fest unter den Top-6 der DEL.

















