6:3 in Spiel Zwei: Darin Olver und Julian Talbot führen die Eisbären zum ersten Sieg im Playoff-Viertelfinale gegen Mannheim

Ausgabe #26:

Die Eisbären Berlin haben die richtige Antwort auf die bittere 3:4-Niederlage n.V. aus Spiel Eins gegeben. Im zweiten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim gewannen die Berliner verdient mit 6:3 (2:2,1:1,3:0) in der Mercedes-Benz Arena. Endlich konnte man seine Überlegenheit in Tore ummünzen und seine Torchancen zudem eiskalt verwerten. Somit ist aus einer Best-of-Seven-Serie eine Best-of-Five-Serie geworden.

Chefcoach Uwe Krupp musste heute auf Alex Roach, Kyle Wilson, Barry Tallackson und Sven Ziegler verzichten. Im Tor stand wieder Stammgoalie Petri Vehanen.

Die Kurpfälzer erwischten einen perfekten Start und lagen bereits nach 57 Sekunden mit 1:0 in Führung. Chad Kolarik bediente Luke Adam und der überwand Petri Vehanen mit der ersten Chance des Spiels.
Die Gäste machten auch danach weiterhin viel Druck auf das Berliner Tor, fanden hier deutlich besser ins Spiel als die Eisbären. Die hatten enorme Probleme, zu ihrem Spiel zu finden. Was sich aber mit zunehmender Spieldauer ändern sollte. So allmählich fanden auch die Hauptstädter in dieses zweite Viertelfinale und kamen auch zu Torchancen.

Darin Olver, der hier Adler-Goalie Drew MacIntyre die Sicht nimmt, war mit zwei Toren einer der Matchwinner am heutigen Abend. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und in der 14. Spielminute brachten die Hausherren die Arena erstmals zum Beben. Nick Petersen fing einen Adler-Aufbaupass ab, setzte sich klasse durch und sah Darin Olver am langen Pfosten stehend, der im ersten Versuch noch scheiterte aber im zweiten Drew MacIntyre überwinden konnte – 1:1.
Aber die Kurpfälzer keinesfalls geschockt vom Ausgleich, im Gegenteil, die Mannheimer legten drei Minuten später wieder vor. Andrew Joudrey mit dem Schuss, Petri Vehanen parierte zwar, aber die Scheibe fiel genau vor die Kelle von Ronny Arendt, welcher keine großen Probleme hatte, den Puck im leeren Tor zu versenken – 1:2 (17.).
Aber auch die Eisbären wirkten nicht beeindruckt vom erneuten Rückstand und schlugen nur 65 Sekunden später zurück. Charles Linglet mit einem klasse Lauf über die ganze Eisfläche und dem Auge für den mitgelaufenen Nick Petersen, welcher den Pass von Linglet am langen Pfosten veredeln konnte – 2:2 (18.).
Mit diesem Spielstand ging es letztendlich auch in die erste Drittelpause. Einiges los im zweiten Duell zwischen den beiden Erzrivalen.

Ins zweite Drittel fanden nun die Hausherren besser. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Adler-Tor zu. Auch ein Powerplay hatten die Berliner in der Anfangsphase der zweiten 20 Minuten, aber nein, der Puck wollte einfach nicht ins Tor. Aber als die Kurpfälzer wieder komplett waren, zappelte die Scheibe dann doch im Tor der Gäste. Charles Linglet setzte diesmal Darin Olver in Szene und der brachte die Eisbären erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2, der zweite Treffer der Nummer 40 der Eisbären (26.).
Die Eisbären danach mit einer guten Defensive, ließen nicht viel von den Gästen zu. Auch ein Unterzahlspiel überstand man schadlos, weil das Penaltykilling sehr gut funktionierte. Aber auch hier war es wie beim Tor der Eisbären in diesem Drittel. Das Powerplay konnte Mannheim nicht nutzen, nur Sekunden später glichen sie trotzdem aus. Die Mannheimer fingen einen Aufbaupass ab, Chad Kolarik zog ab, traf aber nur das Aluminium und von dort sprang die Scheibe direkt auf die Kelle von Mathias Plachta, welcher sich diese Chance natürlich nicht nehmen ließ und zum fünften Mal im Viertelfinale gegen Berlin traf – 3:3 (38.).
Eigentlich unverständlich, warum es nach 40 Minuten unentschieden stand. Hatten die Eisbären doch ein gutes Drittel gespielt und sich auch Chancen erarbeitet, diese aber bis auf eine nicht nutzen können. Und so nutzte Mannheim einen Fehler im Aufbauspiel zum Ausgleich, wenn gleich man natürlich auch hier wieder vom Scheibenglück reden musste, denn der Puck fiel von der Latte direkt auf den Schläger von Plachta.

Die Eisbären in der Powerplay-Formation. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im letzten Drittel ging es zu Beginn dann hin und her, beide suchten immer wieder den Weg vor das Tor, aber beide auch darauf bedacht, nicht den einen, entscheidenden Fehler zu machen. Denn es war schon klar, dass das Team die Partie wohl gewinnen würde, welches hier das nächste Tor erzielen würde. Und das erzielten die Gastgeber.
Florian Busch legte die Scheibe klasse zurück zu Daniel Fischbuch, welcher Maß nahm und das Spielgerät ins Tor der Adler zimmerte – 4:3 (49.).
Mannheim versuchte es nun natürlich mit wütenden Angriffen, aber immer wieder bissen sie sich die Zähne an der starken Defensive der Eisbären aus. Die Eisbären-Spieler verteidigten ihr Tor mit allem, was sie hatten, sie blockten die Schüsse, sie machten immer wieder die Schusswege zu. Und wenn doch was durchkam, war ja immer noch die finnische Wand zur Stelle. Und nach vorne versuchte man mit Kontern das Spiel zu entscheiden.
Und die Entscheidung gelang 99 Sekunden vor der Schlusssirene. Julian Talbot kam an den Puck und netzte ihn zum vorentscheidenden 5:3 ein (59.).
Mannheim in der Folgezeit noch mit einer Auszeit und zudem mit sechs Feldspielern, was Julian Talbot jedoch exakt eine Minute nach seinem Tor zum 5:3 zum zweiten Treffer an diesem Abend ausnutzen konnte – 6:3 (60.). Der Schlusspunkt unter einer starken Partie der Hausherren, welche am Ende verdient als Sieger das Eis verließen.

Die Eisbären sind wieder da und haben verdientermaßen ausgeglichen. Aber zu Beginn sah es erst einmal gar nicht danach aus, als ob das klappen würde. Denn der frühe Rückstand war natürlich ein Nackenschlag für die Hausherren und auch danach hatte man große Probleme, ins Spiel zu finden. Aber man biss sich rein und wurde immer stärker und erarbeitete sich richtig gute Chance, wovon man heute zum Glück auch einige nutzen konnte. Man ging mit den Rückschlägen heute immer richtig um und hatte immer die passende Antwort parat. Man verlor auch nicht die Ruhe nach dem unglücklichen 3:3, als es zu Beginn des letzten Drittels hin und her ging. Das 4:3 brachte die Eisbären dann auf die Siegerstraße und das 5:3 war letztendlich das entscheidende Tor am heutigen Abend.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 1:1 (4:3 n.V./3:6)

Nach dem 3,5 Sekunden-Schock: Können die Eisbären auf eigenem Eis zurück schlagen?

Sie waren so nah dran am Dienstagabend, doch am Ende standen die Eisbären Berlin mit leeren Händen da und liegen vor dem zweiten Playoff-Viertelfinalspiel gegen die Adler Mannheim morgen Abend mit 0:1 in der Serie hinten. 3,5 Sekunden fehlten den Hauptstädtern zum Auswärts-Coup. Die Enttäuschung bei Mannschaft und Fans war natürlich groß, aber nun sollte diese Enttäuschung aus den Köpfen heraus sein. Denn morgen Abend bietet sich den Eisbären die Chance zum Ausgleich in der Serie. Und der ist definitiv drin.

Zum einen, weil man die letzten fünf Heimspiele in der Arena am Ostbahnhof gewonnen hat. Zum anderen, weil man in Spiel Eins über weite Strecken die bessere Mannschaft war und den Sieg eigentlich verdient hätte. Aber am Ende zählt eben nur das Ergebnis und das sprach nach 60:20 Minuten für die Kurpfälzer. Was vor allem an der schlechten Chancenverwertung der Eisbären lag aber auch am miserablen Powerplay. Nur einen Treffer konnte man erzielen, dabei hatte man weitaus mehr Chancen in Überzahl. Aber dieses Problem zieht sich schon durch die ganze Saison.

Im Grunde müssen unsere Jungs morgen genauso spielen wie in Mannheim, halt nur mit einer besseren Chancenverwertung und einem besseren Powerplay. Denn diese Mannheimer sind definitiv schlagbar, die Adler verbreiteten keine Angst und Schrecken in Spiel Eins. Eher hatten sie mit den überraschend bärenstarken Eisbären so ihre Probleme. Chefcoach Uwe Krupp äußerte sich im Vorfeld des zweiten Viertelfinalspiels gegen Mannheim wie folgt (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 09.03.2017):

Wir haben gut trainiert. Ohne Beiträge von der gesamten Mannschaft gewinnt man keine Spiele, das ist in der Hauptrunde so und auch in den Playoffs. Wir haben eine ausgeglichene Mannschaft mit vier Reihen und wenn alle auf dem Eis stehen, können wir mindestens mitspielen.

Mit welchem Personal die Berliner letztendlich ins zweite Spiel der Serie gehen werden, steht noch nicht fest, entscheidet sich erst morgen. Definitiv ausfallen wird Sven Ziegler. Ein Einsatz von Alex Roach ist derzeit fraglich. Daniel Fischbuch, der am Dienstag nach einem Zusammenprall verletzt vom Eis fuhr, trainierte heute wieder mit, ebenso Constantin Braun. Aber wie der Kader nun endgültig aussehen wird und welche/welcher Importspieler das Spiel dann von der Tribüne aus beobachten muss, entscheidet sich erst kurzfristig.

Beide Mannschaften treffen morgen Abend zum sechsten Mal in dieser Saison aufeinander. Bisher gewann jede Mannschaft ihre Heimspiele. Berlin seine zwei, Mannheim seine drei. Diese Serie darf gerne so weitergehen.

Los geht es morgen Abend um 19:30 Uhr in der Mercedes-Benz Arena. Telekom Eishockey überträgt wie immer live. Auch Sport 1 überträgt im Free-TV diese Partie live.

3,5 Sekunden fehlen zum Auftaktsieg: Matthias Plachta schießt Mannheim mit vier Toren im Alleingang zum Sieg

Ist das bitter. 3,5 Sekunden haben am Ende gefehlt, um den so dringend benötigten Auswärtssieg einzufahren. Am Ende stehen die Eisbären Berlin mit hängenden Köpfen da, denn Spiel Eins der Viertelfinalserie bei den Adler Mannheim wurde am Dienstagabend mit 3:4 (1:0,0:2,2:1/0:1) n.V. verloren. Und der Sieg wäre auch noch verdient gewesen, boten die Eisbären doch eine sehr starke Partie und hatten Mannheim bereits am Abgrund. Bis Matthias Plachta kam.

Chefcoach Uwe Krupp musste auf Sven Ziegler, Kyle Wilson, Barry Tallackson, Constantin Braun und Alex Roach verzichten. Im Tor stand Petri Vehanen.

Und die Eisbären legten hier wie die Feuerwehr los. Die Eisbären sofort mit viel Zug zum Tor und guten Chancen. Nach 66 Sekunden zappelte die Scheibe dann auch erstmals im Tor. Jamie MacQueen fällt vor dem Tor noch aufs Eis, steht auf, nimmt sich den Puck und schießt ihn ins Tor – 1:0 (2.). Das vierte Tor des neuen Playoff-Monsters.
Beide Mannschaften gingen von Beginn an hier hohes Tempo, es ging rauf und runter und die Eisbären überraschten mit einem sehr starken Beginn.
Danach die Eisbären mit zwei Überzahlspielen in Folge und damit der großen Chance, die Führung auszubauen. Man hatte auch gute Chancen, vor allem Nick Petersen, der nur den Pfosten traf, aber man konnte die numerische Überlegenheit nicht ausnutzen.
Aber auch Mannheim fortan mit einem Powerplay, in dem Ryan MacMurchy nur die Latte traf und so den Ausgleich verpasste. In der Folgezeit die Eisbären mit 2-auf-1-Kontern, wo Louis-Marc Aubry an Dennis Endras scheiterte und Darin Olver nur den Pfosten traf.
In der Schlussphase die Kurpfälzer für 49 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, davon 25 Sekunden noch in Drittel Eins. Aber die Eisbären retteten sich in die erste Drittelpause.

Auch die restlichen Sekunden der doppelten Unterzahl und auch der anschließenden einfachen Unterzahl überstanden die Eisbären schadlos.
Im Mitteldrittel war das Tempo dann nicht mehr so hoch, beide Mannschaften versuchten sich nun vermehrt auf die Defensive zu konzentrieren. Die Eisbären dann mal mit einer guten Chance durch Aubry, nach der sich Florian Busch eine Strafzeit einhandelte. Dieses folgende Powerplay dauerte nur ganze sieben Sekunden. Daniel Richmond mit dem Querpass und Matthias Plachta mit der Direktabnahme ins Tor – 1:1 (25.).
Zwei Minuten später jubelten die Eisbären. Was war passiert? Bruno Gervais traf nur die Latte, die Scheibe flog im hohen Bogen zurück ins Spiel, die Adler-Verteidiger wussten für einen Moment nicht, wo die Scheibe ist. Aber Spencer Machacek, der den Puck sah und in Baseball-Manier ins Tor bugsierte. Leider war der Schläger dabei aber wohl zu hoch, weshalb der Treffer leider nicht gegeben wurde. Schwierige Entscheidung.
Die Eisbären fortan aktiver, mit mehr Aktionen in der Offensive. Mannheim tat sich schwer, wurde erst in den letzten sechs, sieben Minuten des Mitteldrittels wieder aktiver. Und auf einmal erspielten sich die Hausherren hier richtig gute Chancen. Brent Raedeke, Aron Johnson und Marcus Kink verpassten mehrfach das 2:1. Das fiel dann aber letztendlich doch noch und es hatte sich auch angedeutet. Luke Adam legte für Matthias Plachta auf, der hatte das halbleere Tor vor sich und brachte die Scheibe im Berliner Gehäuse unter – 1:2 (37.).
So nahmen die Kurpfälzer eine knappe Führung mit in die Pause.

Mannheim kam druckvoll aus der Kabine und wollte hier schnell das 3:1 nachlegen. Die Eisbären konnten sich nur mit unerlaubten Weitschüssen in den ersten drei Minuten befreien. Aber als man ein doppeltes Powerplay hatte, konnte man plötzlich ausgleichen. Nick Petersen mit dem Pass von hinter dem Tor vor das Tor, wo Charles Linglet die kleine Lücke am kurzen Pfosten sah und dahin durch traf – 2:2 (44.).
Die Eisbären waren nach dem Ausgleichstreffer nun wieder besser drin im Spiel und hatten auch ihre Chancen. So scheiterte z.B. Nick Petersen nach einer klasse Aktion an Dennis Endras, auch André Rankel vergab eine gute Chance.
Nach einem Fehler in der Defensive hätte man beinahe aber erneut zurück gelegen. Brent Raedeke und Christoph Ullmann konnten den Patzer jedoch nicht ausnutzen.
Auf der einen Seite verpasste Mannheim das 3:2, auf der anderen Seite machten es dagegen die Eisbären. 3-auf-2-Angriff, Jamie MacQueen mit dem Querpass vors Tor, wo ein Mannheimer Spieler zwar die Kelle noch ran bekam, aber Julian Talbot war zur Stelle und netzte ein – 3:2 (51.).
Mannheim rannte fortan nochmal an, wollte das Spiel auf keinen Fall verlieren. Aber selbst beste Chancen konnten sie nicht nutzen. Matthias Plachta scheiterte freistehend vor Petri Vehanen. Brent Raedeke brachte die Scheibe im offenen Tor nicht unter und Dennis Reul scheiterte zwei Minuten vor dem Ende am finnischen Goalie.
63 Sekunden vor dem Ende nahm Mannheim Dennis Endras vom Eis und 39 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Mannheim drückte nun gehörig und die Eisbären mussten richtig hart in der eigenen Defensive arbeiten. Was sie auch taten, aber 3,5 Sekunden vor dem Ende fand Mannheim die Lücke, Matthias Plachta bekam die Scheibe im Slot zugespielt und versenkte sie anschließend zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich (60.). Unfassbar, so kurz vor dem Ende wurde den Eisbären der Sieg noch aus der Hand gerissen. Aber da stimmte die Zuordnung auch nicht wirklich. Es ging also mal wieder in die Verlängerung.

Welche diesmal jedoch nur ganze 20 Sekunden dauern sollte. Und wer sollte diese beenden, wenn nicht Matthias Plachta. Der deutsche Nationalstürmer hatte den Abend der Abende erwischt und versenkte die Scheibe zum vierten Mal im Tor von Petri Vehanen und machte so Mannheims ersten Sieg in dieser Serie perfekt.

Eine enorm bittere Niederlage für die Eisbären, die eigentlich ein so starkes Auswärtsspiel gezeigt haben. Vor allem im ersten und letzten Drittel war man die bessere Mannschaft. Aber man konnte seine vielen Chancen halt nicht nutzen und in Überzahl, was man sehr oft spielen durfte, traf man nur einmal und das bei zwei Mann mehr auf dem Eis. Am Ende haben eben Kleinigkeiten die Partie entschieden. Wenn die Scheibe 3,5 Sekunden vor dem Ende nicht so genau auf den Schläger von Plachte gespielt wird sondern nur einen Tick verspringt, reden wir hier von einem Traumstart. So aber von einem äußerst bitteren Start. Aber noch ist in dieser Serie rein gar nichts verloren. Die Eisbären haben gezeigt, dass sie definitiv auf Augenhöhe mit Mannheim agieren können, die meiste Zeit sogar die bessere Mannschaft waren. Und dennoch ist ein klein wenig Wehmut dabei, denn wer weiß, ob die Eisbären noch einmal so nah an den so dringend benötigten Auswärtssieg heran kommen wie heute Abend.

Playoff-Stand:

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin 1:0 (4:3 n.V.)

Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin: Vorschau auf den DEL-Klassiker im Playoff-Viertelfinale

Wer hätte das noch Anfang des Jahres gedacht? Die Eisbären Berlin stehen im Playoff-Viertelfinale und treffen da auf den großen Erzrivalen Adler Mannheim. Mit insgesamt vier Siegen in Folge sicherte man sich letztendlich noch den Platz unter den besten acht Teams der Liga. Und da kommt es nun also zum DEL-Klassiker, zum Duell, welches so viel Brisanz beinhaltet und welches schon so viele Geschichten geschrieben haben. Wir blicken voraus auf das Duell der Rivalen.

In der Hauptrunde der Saison 2016/2017 gewannen beide Mannschaften jeweils ihre Heimspiele. Mannheim mit 3:1 und 4:3 n.P., die Eisbären mit 4:3 und 3:2 n.V. Da die Adler mit Heimrecht in diese Serie starten, natürlich ein Vorteil für die Kurpfälzer.
Vorteil Mannheim.

Beide Mannschaften treffen sich nicht zum ersten Mal in den Playoffs. Die Viertelfinalserie zwischen diesen beiden Teams wird schon das siebte Playoff-Duell der beiden Mannschaften. Und die Bilanz ist ausgeglichen. Beide gewannen je drei Playoff-Serien. Zunächst waren es die Adler, die in den Playoffs stets die Oberhand gegen die Eisbären behielten. 1997/1998 traf man sich im Finale, wo sich Mannheim mit 3:1-Siegen (0:2,2:4,8:7,1:4) durchsetzen konnte. Ein Jahr später stand man sich bereits im Halbfinale gegenüber, wieder mit dem selben Ausgang – 3:1 für Mannheim (2:4,0:6,2:1 n.V.,3:9). Im Viertelfinale der Saison 2001/2002 gewannen die Kurpfälzer dann zum dritten Mal eine Playoff-Serie gegen den Hauptstadtclub – erneut mit 3:1-Siegen (3:2 n.V.,2:3,3:4 n.P.,1:3).
Ab der Saison 2004/2005 folgte dann aber die Wende. Im Finale gelang den Eisbären ein „Sweep“ gegen Mannheim (5:3,4:0,4:1). Im Halbfinale 2008/2009 setzte man sich mit 3:1-Siegen (4:0,1:6,4:0,6:4) durch. Und beim bisher letzten Aufeinandertreffen in den Playoffs gewannen die Eisbären die Finalserie der Saison 2011/2012 mit 3:2-Siegen (2:0,1:4,1:2,6:5 n.V.,3:1).
Ausgeglichen.

Dennis Endras ist die Nummer Eins der Adler. 40 Spiele absolvierte der deutsche Nationalgoalie diese Saison, hatte dabei einen Gegentorschnitt von 2,36 und wehrte 90,30 Prozent aller Schüsse ab. Zwei Shutouts feierte Endras. Sein Verteter während der Verletzungspause Drew MacIntyre kam auf sieben Spiele, einen Gegentorschnitt von 2,26 und eine Abwehrquote von 91,88 Prozent.
Petri Vehanen ist der Stammkeeper der Hauptstädter. Seine Fangquote lag in der Hauptrunde bei 91,83 Prozent. Sein Gegentorschnitt betrug 2,47. Vehanen feierte drei Shutouts. In den Pre-Playoffs bewies der finnische Torhüter mal wieder seine Extraklasse, hatte in den beiden Spielen einen Gegentorschnitt von 1,1 und wehrte sensationelle 96,77 Prozent aller Schüsse ab.
Im Vergleich der Torhüter schätze ich Petri Vehanen stärker ein als Dennis Endras, wenn gleich beides klasse Torhüter sind.
Vorteil Eisbären.

Bei den Mannheimern haben gleich vier Verteidiger mehr als 20 Scorerpunkte geholt. Daniel Richmond (5 Tore/23 Vorlagen), Carlo Colaiacovo (8/16), Sinan Akdag (5/17) und Mathieu Carle (4/18). Vor allem auf diese vier Defender müssen die Eisbären höllisch aufpassen.
Micki DuPont war der überragende Verteidiger der Eisbären mit 9 Toren und 20 Vorlagen. Zum Glück kehrte er in der ersten Playoff-Runde nach Verletzung zurück in den Kader. Es folgten Frank Hördler (5/10), Constantin Braun (1/11) und Bruno Gervais (4/7). Keine wirklich so guten Werte.
Mannheim verfügt über mehr Gefahr von der blauen Linie, zudem bereiteten die Adler-Verteidiger mehr Treffer vor als die der Eisbären.
Vorteil Mannheim.

Sieben Mannheimer Stürmer haben über zehn Tore erzielt. Mit Abstand der Beste war jedoch Chad Kolarik mit 25 Toren. Gleich vier Spieler der Adler haben mehr als 30 Scorerpunkte gesammelt. Chad Kolarik (25/16), David Wolf (14/23), Luke Adam (15/20) und Brent Raedeke (16/17).
Nick Petersen und Darin Olver waren mit 13 Toren die treffsichersten Stürmer der Eisbären in der Hauptrunde. André Rankel (12), Kyle Wilson (11) und Jamie MacQueen (10) trafen ebenfalls zweistellig. Petersen (22) und Olver (18) gaben zudem auch die meisten Assists auf Berliner Seite, was die beiden zu den beiden besten Scorern im Eisbären-Team macht. In der ersten Playoff-Runde drehte MacQueen dann aber mächtig auf und schoss die Eisbären mit drei Toren im Alleingang ins Viertelfinale.
In der Offensive sehe ich die Mannheimer stärker besetzt als die Eisbären, sie verfügen insgesamt über mehr Gefahr im Angriff als die Berliner.
Vorteil Mannheim.

Mannheim erzielte 183 Tore in der Hauptrunde, die Eisbären nur 125. 135 Gegentore ließen die Adler nur zu, die Eisbären kassierten 148 Gegentore.
Vorteil Mannheim.

Mannheim ist das zweitbeste Heimteam, die Eisbären findet man in der Tabelle auf Platz Sechs. Die Kurpfälzer sind auch das zweitbeste Auswärtsteam der Liga, die Eisbären waren das zweitschlechteste Team auf fremden Eis.
Vorteil Mannheim.

Bei den Special Teams prallen zwei Welten aufeinander. Das beste Powerplay (Mannheim – 24,1 Prozent) gegen das schlechteste Powerplay (Eisbären – 11,4 Prozent) der Hauptrunde. In Unterzahl war Mannheim das fünftbeste Team (83 Prozent), die Eisbären das zweitschlechteste (78,7 Prozent).
Vorteil Mannheim.

Mannheim hat am letzten Hauptrunden-Spieltag eine überraschende Heimpleite gegen Straubing kassiert, gewann davor ab erstarke zwölf Spiele in Folge. Die Eisbären gewannen die letzten vier Spiele in Serie. Eine größere Erfolgsserie gelang den Eisbären in dieser Saison aber noch nicht.
Vorteil Mannheim.

Fazit:
Es ist wohl allen klar, dass die Adler Mannheim als der klare Favorit in die Playoff-Serie gegen die Eisbären Berlin gehen. Zwar lief die Saison für die Mannschaft von Coach Sean Simpson sicher nicht immer fehlerfrei aber gerade zum richtigen Zeitpunkt der Saison sind die Adler in Top-Form, klammert man mal die Niederlage im letzten Hauptrundenspiel gegen Straubing aus. Denn zwölf Siege in Folge, die Mannheim davor feierte, sprechen wohl für sich.
Mannheim ist sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stärker besetzt als die Eisbären. Die Adler haben die besseren Special Teams und sie haben das Heimrecht. Es spricht also sehr viel für Mannheimer. Die Eisbären sehe ich lediglich auf der Torhüter-Position im Vorteil, denn Petri Vehanen ist für mich stärker als Dennis Endras.
Auf den finnischen Stammgoalie wird es auch ankommen, wollen die Eisbären in dieser Serie Erfolg haben. Seine Extra-Klasse hat er erst wieder kürzlich beim Marathonspiel in Straubing unter Beweis gestellt. Ein Vehanen in Top-Form gibt den Eibären sicherlich eine Sieg-Chance, aber dazu muss man auch defensiv vor ihm sehr kompakt stehen, so wenig Fehler wie möglich machen, zudem äußerst diszipliniert spielen und vor dem Tor sehr eiskalt agieren. Es muss vielen zusammen kommen, damit die Eisbären Mannheim ausschalten.
Ich persönlich freue mich auf eine sehr spannende und brisante Viertelfinal-Serie zweier Erzrivalen, an deren Ende ich aber – so leid es mir tut – Mannheim als Sieger sehe.

Vier Siege in Folge: Zur richtigen Zeit in Form?

Die Playoffs sind die schönste Zeit des Jahres. Und die Eisbären Berlin sind zu der schönsten Jahreszeit noch immer im Spielbetrieb der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Damit war noch vor Monaten eigentlich nicht zu rechnen. Zu schlecht waren die gezeigten Leistungen, kaum etwas machte Hoffnung darauf, dass die Saison im März noch weitergehen würde. Aber nun stehen die Berliner im Viertelfinale und treffen ab Dienstag auf den Erzrivalen Adler Mannheim.

Weil man sich als Tabellenachter nach der Hauptrunde für die erste Playoff-Runde qualifizierte und diese im vierten Anlauf endlich überstand. In zwei Spielen setzte man sich gegen die Straubing Tigers durch. Dem 3:1 aus Spiel Eins in Berlin folgte das längste Spiel der Vereinsgeschichte am Pulverturm, welches man nach 103:17 Minuten mit 3:2 n.V. für sich entschieden hatte und sich somit sein Viertelfinal-Ticket holte.

Und an jenem Freitagabend um kurz vor Mitternacht war es nicht nur das Ende des Pre-Playoff-Fluch, den die Eisbären besiegten. Ganz nebenbei beendeten sie auch die zwölf Spiele andauernde Niederlagenserie auf fremden Eis. Und dann feierte man bereits den vierten Sieg in Folge. So eine Siegesserie hatte es während der gesamten Hauptrunde noch nicht gegeben. Da waren zwei Siege in Serie das höchste der Gefühle. Nun aber eine erste echte Siegesserie zum bestmöglichsten Zeitpunkt.

Wenn gleich wir hier natürlich nicht in Euphorie verfallen wollen angesichts der aktuellen Erfolgsserie. Denn trotz der Siege waren es nicht zu einhundert Prozent Top-Leistungen, die die Eisbären da abgerufen haben. Da waren schon einige Fehlpässe bei, einige Phasen, wo die Konzentration nicht gerade auf der Höhe war (bei großen Vorsprüngen). Aber was die Mannschaft in der letzten Zeit zeigte, war vor allem eins – Moral. Sie haben immer bis zum Ende gekämpft und an sich geglaubt, wollten die Spiele keinesfalls herschenken sondern selbst gewinnen. Das war in dieser Saison nicht oft der Fall, da fiel man nach Gegentoren schon mal auseinander und ergab sich seinem Schicksal. Auch wurden solche engen Spiele, wo die Spiele auf der Kippe standen, meistens verloren.

Doch aktuell ist in der Mannschaft ein Kampfgeist vorhanden, wie man ihn in dieser Saison noch nicht gesehen hat. Kein Spiel würde es besser beschreiben, als das Marathon-Spiel vom Freitag. Auch da war die Mannschaft nicht fehlerfrei aber dennoch zeigten die Spieler über die komplette Spielzeit eine klasse Partie, erspielten sich immer wieder beste Möglichkeiten, welche man leider nicht nutzen konnte. Sonst wäre die Partie schon früher vorbei gewesen. Aber da standen halt auch zwei überragende Goalies im Tor mit Matt Climie und Petri Vehanen. Beide hielten ihre Mannschaft immer wieder im Spiel. Und trotzdem wurden die Eisbären nicht müde, weiterzukämpfen, um diese Serie zu beenden. Und dafür wurden sie am Ende auch belohnt.

Es ist ein neuer Teamgeist in der Mannschaft, jeder kämpft für jeden und nicht für sich allein, was man während der Hauptrunde noch beobachten konnte. Man kämpft geschlossen zusammen für den Erfolg des Teams. Und plötzlich treffen auch Spieler, von denen man dachte, dass wird diese Saison nichts mehr. Jamie MacQueen zum Beispiel, der sich zwischenzeitlich im Hauptrunden-Endspurt auf der Tribüne wieder fand, avancierte in der ersten Playoff-Runde zum Matchwinner mit drei Toren. Oder aber Alex Roach, der in Straubing sein erstes DEL-Tor erzielte.

Ab Dienstag muss man sich nun mit dem großen Erzrivalen Adler Mannheim messen und angesichts der aktuellen Form der Adler (12 Siege aus den letzten 13 Spielen) wird das eine Herkules-Aufgabe für die Mannschaft von Chefcoach Uwe Krupp. Man geht als Außenseiter in diese Serie aber man wird wie schon in der Serie gegen Straubing wieder alles geben, zusammen für den Erfolg kämpfen und das bis zur letzten Sekunde. Der neue Teamgeist macht es möglich. Und wer weiß, vielleicht kann man die Siegesserie von vier Siegen in Folge noch ein wenig ausbauen.

Frank Hördler: „Ich hoffe, dass das einen Ruck in der Mannschaft gibt“

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin/erzielte das 1:0 gegen Mannheim):

Wir haben den Charakter und wir haben auch das Zeug, zu gewinnen. Gerade in so engen Spielen gegen eine gute Mannschaft, wie es Mannheim war. Die haben uns gar nichts geschenkt. Ich hoffe, dass das einen Ruck in der Mannschaft gibt, der uns für die nächsten Spiele Auftrieb gibt. Wir haben Sonntag das gleiche Spiel wieder und es wird nicht einfacher.

Spencer Machacek (Stürmer Eisbären Berlin/erzielte das 2:2 gegen Mannheim):

Es war ein super spannendes Spiel. Man hat in den vorherigen Spielen gesehen, dass wir Charakter gezeigt haben, hart gearbeitet haben, aber leider nicht belohnt wurden. Und heute war es anders. Hut ab vor Mannheim, sie sind eine super Mannschaft, das hat man gesehen. Sie haben uns gezwungen, hart zu arbeiten. Es waren die kleinen Sachen, die den Unterschied ausgemacht haben. Die Mannschaftschemie hat gestimmt, Jeder war für Jeden da. So müssen wir weiter Hockey spielen, hart arbeiten, um ganz wichtige Punkte zu holen, so wie heute.

André Rankel (Stürmer und Kapitän Eisbären Berlin/erzielte den Siegtreffer gegen Mannheim):

Das war ein sehr gutes Spiel von uns heute, wir haben nie aufgegeben und sind nach dem bitteren 1:2 wieder zurückgekommen. Wir wollten heute unbedingt die Serie beenden!

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

Wir haben gut begonnen, wir sind gut aus der Kabine gekommen, waren konzentriert. Wir wussten, dass mit Mannheim eine Mannschaft kommt, die uns im letzten Spiel komplett dominiert hat, auch wenn das Ergebnis am Ende für uns ausgegangen ist. Von daher wussten wir, dass wir viel Arbeit vor uns haben. Die ersten 20 Minuten waren gut. Im zweiten Drittel fand ich Mannheim etwas besser, sie sind besser ins Spiel gekommen und wir hatten Probleme mit dem langen Wechsel und waren nicht ganz so frisch wie Mannheim. Und im letzten Drittel war es eine ziemlich ausgeglichene Partie mit Strafzeiten auf beiden Seiten. Es war dann ein ziemlich spannendes Eishockeyspiel, in dem wir uns nach dem 1:2 wieder zurück ins Spiel gekämpft haben. Heute haben wir mit den zwei Punkten einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und haben etwas, worauf wir aufbauen können.

Sean Simpson (Trainer Adler Mannheim):

Wir waren enttäuscht mit unser Leistung in den ersten beiden Dritteln. Ich glaube, wir waren einen Tick besser im letzten Drittel, haben die Chance auf den Sieg gehabt. Aber die Eisbären haben 60 Minuten lang gekämpft und verdient gewonnen.

3:2 n.V. – Kapitän André Rankel erlöst Mannschaft und Fans nach sieben Niederlagen in Folge

Ausgabe #17:

Es war wohl der lauteste Jubelschrei der letzten Jahre gewesen, der am Freitagabend durch die Arena am Ostbahnhof schallte, als Kapitän André Rankel in der letzten Minute der Verlängerung den Siegtreffer gegen die Adler Mannheim erzielte. Am Ende stand es 3:2 (0:0,1:0,1:2/1:0) für die Eisbären, die mit dem Sieg die sieben Spiele andauernde Niederlagenserie beendeten. Die pure Erleichterung war den Spielern anzusehen, als sie den Siegtreffer vor der Fankurve feierten. Auch in der Kurve fielen den Fans jede Menge Steine von den Herzen, ja, auch Freudentränen waren zu sehen. Alle Beteiligten – Mannschaft und Fans – hatten die letzten Wochen gehörig zugesetzt, der Sieg gestern Abend ausgerechnet gegen den Erzrivalen war daher umso wichtiger und befreiender.

Chefcoach Uwe Krupp konnte mit Frank Hördler einen Rückkehrer im Kader begrüßen. Dagegen fehlten weiterhin Bruno Gervais, Jonas Müller, Darin Olver und Marcel Noebels. Im Tor stand Stammgoalie Petri Vehanen.

Hinein ins Spiel. 12.207 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen ein sehr gutes erstes Drittel der Hausherren. Die Eisbären spielten mit viel Einsatz, waren die vollen 20 Minuten hoch konzentriert, verteidigten hinten sehr kompakt und störten die Adler immer wieder früh im Spielaufbau und zwangen sie somit zu Fehlern. Man merkte unseren Jungs an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Keine vier Minuten waren gespielt, da bekamen unsere Jungs das erste Powerplay zugesprochen. Und ja, das sah schon recht gut aus, was man von den Überzahlspielen der letzten Wochen nicht unbedingt behaupten konnte. Und in diesem Powerplay hätte man auch beinahe den Führungstreffer erzielt, aber Nick Petersen traf nur den Pfosten.
Fortan übten die Eisbären jede Menge Druck aus und erarbeiteten sich auch gute Torchancen, leider haperte es noch an der Chancenverwertung. Vor dem eigenen Tor ließ man kaum etwas zu. Mannheim wirkte schon ein wenig überrascht von dem Druck, den die Eisbären da ausübten. Mit einem aus Mannheimer Sicht glücklichen 0:0-Unentschieden ging es in die erste Drittelpause. Continue reading

Zweimal gegen Mannheim: Endet die Niederlagenserie der Eisbären ausgerechnet gegen den Erzrivalen?

Eisbären Berlin gegen Adler Mannheim, ein Duell, welches mal ein absolutes Spitzenspiel auf Augenhöhe war. An diesem Wochenende kommt es mal wieder zum Duell zwischen den beiden Erzrivalen. Und das gleich zweimal. Morgen Abend treffen sich beide Mannschaften in der Mercedes-Benz Arena (Bully: 19:30 Uhr), nur zwei Tage später stehen sich die beiden Teams erneut gegenüber, diesmal in der SAP-Arena (Bully: 16:30 Uhr/Sonderzugspiel der Eisbären-Fans). In dieser Saison ist es aber kein Duell auf Augenhöhe, eher ein Spiel unter verschiedenen Vorzeichen. Während die Adler Mannheim mit 72 Punkten aktuell Tabellenvierter sind und die Play-Off-Teilnahme so gut wie in der Tasche haben, stehen die Eisbären Berlin mit 49 Punkten nur auf dem neunten Tabellenplatz. Punktgleich mit dem Zehnten Straubing Tigers und noch acht Punkte vor dem Elften Düsseldorfer EG, welche allerdings auch noch zwei Spiele weniger absolviert haben. Die Berliner zittern also mehr denn je um die Teilnahme an der 1. Play-Off-Runde.

Die letzten sieben Spiele haben die Hauptstädter in Folge verloren. Nur ein Sieg gelang in den letzten elf Spielen. So eine schlechte Serie hatten die Eisbären letztmals vor zehn Jahren, als noch ein gewisser Pierre Pagé als Trainer hinter der Bärenbande stand. Damals folgte das Saisonende in den Pre-Play-Offs, als man nach drei Spielen an den Frankfurt Lions scheiterte und das entscheidende dritte Spiel in Frankfurt sang- und klanglos mit 0:6 verlor. Ein erneutes Desaster droht in diesem Jahr. Denn die letzten Auftritte machen keinerlei Hoffnung auf Besserung und die beiden anstehenden schweren Spiele gegen das Top-Team aus Mannheim machen es nicht besser.

Eisbären-Coach Uwe Krupp äußerte sich im Vorfeld des Mannheim-Doppelpacks wie folgt (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 19.01.2017):

Mit Mannheim haben wir natürlich eine sehr starke Mannschaft vor der Nase. Wir haben im letzten Spiel gegen Mannheim viel im eigenen Drittel gespielt, mussten gut in der Defensive stehen. Wir müssen versuchen, dass die Schüsse, die kommen, von der Seite kommen. Unsere Verteidigung muss da einen guten Job machen und Petri (Vehanen) muss die Schüsse sehen. Insgesamt geht’s um eine gute Abwehrleistung.

Klingt alles wieder so einfach, klingt so, als hätte man einen Plan und man wüsste, wie man gegen Mannheim auftreten muss, um diese zu besiegen und die Niederlagenserie endlich zu beenden. Aber wie oft haben wir solche Pläne vor den Spielen in letzter Zeit schon gehört und was ist letztendlich bei raus gekommen? Nicht viel und genau deshalb geben ich auf die Worte von Uwe Krupp relativ wenig. Ich glaube es erst, wenn sie gegen Mannheim auch genau so auftreten, wie er es vorgibt. Eigentlich hat er alles gesagt, wie die Mannschaft spielen muss, um erfolgreich zu sein, nur allein der Glaube daran, dass die Jungs das auch verinnerlichen und umsetzen, fehlt mir, um ehrlich zu sein. Und selbst wenn sie es annähernd umsetzen stehen sich auch noch vor einer weiteren schweren Aufgabe, denn die Adler Mannheim gehören mit zum Favoriten-Kreis auf den DEL-Titel in dieser Saison und sie spielen sehr gutes Eishockey und wollen Punkte im Kampf um das Heimrecht im Viertelfinale holen.

In Sachen „gute Abwehrleistung“ ist es sicherlich von Vorteil, dass Frank Hördler morgen Abend evtl. ins Line-up zurückkehren könnte. Die Nummer Sieben der Eisbären hat ihr letztes Spiel am 28. Oktober 2016 absolviert. Dagegen fallen weiterhin Bruno Gervais, Jonas Müller, Darin Olver und Marcel Noebels aus.

Beide Mannschaften treffen in dieser Saison zum dritten und am Sonntag dann zum vierten Mal in dieser Hauptrunde aufeinander. Bisher setzte sich stets das Heimteam durch. Die Eisbären gewannen mit 4:3, Mannheim mit 3:1 auf eigenem Eis. In Berlin gewannen die Eisbären zuletzt drei Heimspiele in Folge gegen die Kurpfälzer (Torverhältnis: 14:5). Mannheim gewann sogar seine letzten fünf Heimspiele in Folge gegen die Eisbären und gab dabei keinen einzigen Punkt ab.

Beide Spiele werden von Telekom Eishockey live übertragen. Das Auswärtsspiel in Mannheim am Sonntagnachmittag überträgt zudem auch Sport 1 im Free-TV live.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Adler Mannheim am 20.01.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:
Alex Roach, Maximilian Adam, Kai Wissmann, Micki DuPont, Jens Baxmann, Constantin Braun
Angriff:
Nick Petersen, Spencer Machacek, Laurin Braun, Jamie MacQueen, Kyle Wilson, Barry Tallackson, André Rankel, Florian Busch, Julian Talbot, Sven Ziegler, Daniel Fischbuch
Einsatz fraglich:
Frank Hördler (Knöchel)

1:3 in Mannheim: Eisbären verschlafen den Start und wachen zu spät auf

125px-Adler-Mannheim-logo_svg125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgDie Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim verloren. Vor 9.227 Zuschauern in der SAP-Arena verloren die Hauptstädter mit 1:3 (0:3,0:0,1:0) bei den Kurpfälzern und müssen einen Rückschlag im Kampf um die Top-6-Plätze hinnehmen. Das Spiel haben unsere Jungs vor allem im ersten Drittel verloren, welches man komplett verschlafen hatte.

Die Eisbären mussten in Mannheim auf Marcel Noebels, Frank Hördler, Laurin Braun und Julian Talbot verzichten. Im Tor stand erneut Petri Vehanen.

Chefcoach Uwe Krupp hatte davor gewarnt, dass Mannheim von Beginn an Druck machen würde und man von daher vom ersten Bully weg konzentriert zu Werke gehen müsse, vor allem in der Defensive. Denn die Adler hatten zwei Heimspiele in Folge verloren und wollten Revanche nehmen für die Niederlage im ersten Aufeinandertreffen der Saison in Berlin, als die Adler mit 3:4 unterlagen. Das Vorhaben der Eisbären ging jedoch komplett schief, denn man verschlief die ersten 20 Minuten komplett.
Schon in der Anfangsphase mussten die Eisbären zweimal in Unterzahl ran. Während man das erste Powerplay der Adler dank eines guten Forecheckings schadlos überstand, klingelte es im zweiten Überzahlspiel der Hausherren dann doch im Tor von Petri Vehanen. Ein Schuss der Adler wurde noch geblockt, über Chad Kolarik kam die Scheibe zu Daniel Sparre, welcher die Scheibe im halbleeren Berliner Tor versenkte – 1:0 (4.).
Mannheim war von Beginn an die aktivere Mannschaft, übte viel Druck auf die Berliner aus, ohne dabei jedoch Vollgas zu geben. Denn die Eisbären machten es den Hausherren zu leicht. Die Eisbären fanden zu keinem geordneten Spielaufbau und konnten somit für keinerlei Gefahr vor dem Adler-Gehäuse sorgen. Und Mannheim wurde das Toreschießen leicht gemacht.
Neun Minuten waren gespielt, als Christoph Ullmann den Puck quer zu Daniel Richmond passte, welcher auf Höhe des linken Bullykreises überhaupt nicht angegriffen wurde und so zum 2:0 abschließen konnte.
Den Eisbären unterliefen zu viele Scheibenverluste und wenn man sich mal nach vorne wagte, dann entstand dies aus Einzelaktionen. Schön anzusehen war der Auftritt der Eisbären überhaupt nicht. Die einzige richtig gute Chance hatten die Eisbären in der 15. Spielminute, als Daniel Fischbuch per Rückhand an Dennis Endras scheiterte.
Im Gegenzug Christoph Ullmann auf Chad Kolarik, der völlig frei vor Vehanen mit dem Abschluss zum 3:0 (15.). Und zwei Minuten später David Wolf alleine vor Vehanen, doch sein Schuss ging knapp drüber. So blieb es beim Pausenstand von 3:0 für Mannheim. Und das aus Sicht der Mannheimer ohne großen Aufwand. Continue reading

DEL-Klassiker in Mannheim: Eisbären wollen beim Erzrivalen nachlegen

125px-Adler-Mannheim-logo_svg125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgEs ist wieder so weit, der DEL-Klassiker schlechthin steht an. Am Dienstagabend empfangen die Adler Mannheim die Eisbären Berlin in der SAP-Arena (Bully: 19:30 Uhr/Telekom Eishockey überträgt live ab 19:15 Uhr). Früher war dies ein Duell zweier DEL-Spitzenteams, über die der Weg zur Meisterschaft führte, inzwischen ist es das Duell des Tabellenvierten gegen den Tabellenachten. Mannheim ist aktuell mit 34 Punkten zehn Zähler hinter Liga-Primus München, Berlin sogar 14 Zähler (30). Beide Mannschaften trennen aktuell also nur vier Zähler und für beide geht es aktuell mehr darum, sich einen Platz unter den Top-6 der Liga zu sichern als Meister München anzugreifen, die derzeit eine Nummer zu groß sind für beide Teams.

Für die Eisbären Berlin ging es in der Liga zuletzt wieder bergauf. Zwei Siege feierte man in Folg – 5:3 in Krefeld, 4:3 gegen Iserlohn. In beiden Spielen gab es Licht und Schatten zu beobachten. Was aber vor allem aktuell in Takt ist, ist der Kampfgeist und die Moral der Mannschaft. In Krefeld lag man schon nach drei Minuten mit 0:2 hinten, aber man gab nicht auf und kämpfte sich geschlossen zurück in die Partie und beendete zugleich eine sechs Spiele andauernde Niederlagenserie auf fremden Eis.
Es folgte ein 4:3-Heimsieg gegen Iserlohn, welcher sicherlich nicht zu den schönsten Eishockeyspielen zählte, welcher aber erneut dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu Stande kam. Vor dem gegnerischen Tor zeigte man sich eiskalt und hatte eine gute Chancenverwertung, vor dem eigenen Tor räumte man gut auf, stand sicher und ließ nur wenige hochkarätige Chancen der Gäste zu. Coach Uwe Krupp hatte von seiner Mannschaft viel Geduld gefordert und diese hatten die EHC-Cracks gegen die Mannen vom Seilersee auch gezeigt und zogen ihre Leistung konzentriert über 60 Minuten durch. Aber auch gegen Iserlohn gab es den ein oder anderen unnötigen Fehlpass und die ein oder andere verpatzte Scheibenannahme zu beobachten. Aber im Moment kann angesichts der angespannten Personalsituation auch nicht alles rund laufen beim DEL-Rekordmeister.

In Mannheim wollen die Hauptstädter nun den dritten Sieg in Folge feiern und so den Rückstand auf die Kurpfälzer auf einen Zähler verkürzen. Aber Krupp erwartet eine schwere Partie in Mannheim und warnt vor den Adlern:

Die Mannheimer werden versuchen, uns zu überrennen. Darauf müssen wir in der Abwehr vorbereitet sein und uns vom ersten Bully an voll konzentrieren.

Beide Mannschaften treffen zum zweiten Mal in dieser Saison aufeinander. Das erste Aufeinandertreffen in Berlin ging mit 4:3 an die Eisbären. In der vergangenen DEL-Saison gewannen beide Mannschaften jeweils ihre Heimspiele. Mannheim mit 2:1 und 3:2, die Eisbären dagegen deutlich mit 6:2 und 4:0. Die letzten vier Gastspiele in Mannheim gingen für die Eisbären verloren. Zeit, diese Serie zu beenden. Der letzte Auswärtssieg in der DEL-Hauptrunde in Mannheim datiert vom 04.03.2014, als die Berliner mit 3:2 n.V. gewannen.