Ohne Erfolgsgarant Kevin Poulin morgen Abend gegen München-Schreck Iserlohn

Der Saisonstart lief für die Eisbären Berlin mit zwei Niederlagen nicht wirklich optimal. Dann kam Goalie Kevin Poulin und avancierte sofort zum Erfolgsgaranten am vergangenen Wochenende, welches die Berliner mit zwei Siegen und fünf Punkten erfolgreich abschlossen. Vor dem dritten DEL-Wochenende der noch jungen Saison 2018/2019 fällt der neue Goalie nun aber aufgrund einer Augenentzündung aus. Können die Eisbären dennoch in der Erfolgsspur bleiben und die Saisonsiege Nummer drei und vier einfahren?

Einfach werden die beiden Spiele am Wochenende nicht werden, trifft man doch mit den Iserlohn Roosters (Freitag, 19:30 Uhr) und den Straubing Tigers (Sonntag, 19:00 Uhr) auf zwei sehr unbequeme Gegner, die selbst Top-Teams der DEL das Leben immer wieder sehr schwer machen. Gerade Iserlohn, davon kann der dreifache Meister München seit Sonntag ein Lied singen, wurden sie von den Roosters im Sauerland doch sage und schreibe mit 8:3 abgeschossen. Alleine dieses Resultat sollte Warnung genug sein für die Mannschaft von Coach Clément Jodoin, der nach dem heutigen Training (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 27.09.2018): folgendes sagte:

Iserlohn ist eine gute Mannschaft, sie können Tore schießen und sind gut in die Saison gestartet. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und von der ersten Minute voll da sein.

Eine der Stärken ist momentan das Penaltykilling, welches ausgesprochen gut funktioniert und die Eisbären konnten die Unterzahl in dieser Saison schon sehr oft probieren. Sowohl in der Vorbereitung als auch in der CHL und der DEL. Was Jodoin jedoch überhaupt nicht schmeckt, darauf angesprochen, wird der Chefcoach richtig wütend:

Wir müssen uns anders ausrichten. Jeder Schläger auf Höhe der Hände kann eine Strafe nach sich ziehen. Ich hasse diese Art Eishockey zu spielen. Schlittschuh laufen, passen, schießen, das möchte ich sehen.

Man möchte den Spielern nahe legen, disziplinierter zu spielen und versuchen, so wenig wie möglich den Weg in die Kühlbox anzutreten. Denn irgendwann wird der „Vulkan Jodoin“ anfangen zu brodeln und das möchten die Spieler sicher nicht erleben.
Man sollte sich einfach auf sein Spiel konzentrieren, Iserlohn von der ersten Sekunde an unter Druck setzen und jede Scheibe zum Tor bringen, zudem vor dem Tor parken und dem Goalie die Sicht nehmen. Wenn man seine Chancen dann eiskalt nutzt und man von der Strafbank fern bleibt, sind drei Punkte gegen die Sauerländer im Bereich des Möglichen.

Zumal die Iserlohner zur Zeit zwei Gesichter zeigen. Einmal das Heim-Gesicht, wo man beide Spiele bisher gewinnen konnte und einmal das Auswärts-Gesicht, wo man beide Spiele bisher verloren hat und schon satte elf Gegentreffer kassiert hat. Aber was Iserlohn Hoffnung macht, ist der Fakt, dass Iserlohn vier seiner insgesamt nur acht Siege in Berlin in den letzten vier Saisons feierte. Ansonsten sieht die Bilanz äußerst düster aus mit 28 Niederlagen in 36 Gastspielen in der Hauptstadt.

Jodoin kann gegen Iserlohn wieder auf zwei Rückkehrer setzen. Mark Cundari und Florian Busch gehören zum Kader gegen Iserlohn und geben dem Team somit mehr Tiefe und mehr Möglichkeiten. Somit fehlen nur Kevin Poulin, Marvin Cüpper, Frank Hördler, Florian Busch und Thomas Oppenheimer. Ein Einsatz von Jason Jaspers, welcher im Gastspiel in Augsburg auf der Spielerbank vom Puck getroffen wurde, ist noch fraglich.

Das Eisbären-Team für das Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters am 28.09.2018:

Tor:

Maximilian Franzreb, Tobias Ancicka

Abwehr:

Mark Cundari, Kai Wissmann, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer

Angriff:

Brendan Ranford, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Jason Jaspers (Einatz möglich), Kevin Poulin, Marvin Cüpper, Frank Hördler, Thomas Oppenheimer (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Konstantin Kessler, Maximilian Adam, Jake Ustorf, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel

Uwe Krupp: „Ich bin froh mit den drei Punkten“

Pressekonferenz: (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Nach einem 3:1-Arbeitssieg haben die Eisbären Berlin drei wichtige Punkte im Dreikampf um Platz Eins geholt. Die Erleichterung darüber war bei allen Beteiligten zu spüren, war es doch die richtige Antwort auf die Niederlage in München am Freitagabend. 

Verteidiger Kai Wissman gab am Ende auch zu, dass es kein schönes Spiel zum anschauen war, aber dafür drei verdiente Punkte. Und das zählt ja am Ende auch am meisten:

Es war auf jeden Fall ein Arbeitssieg heute. Es war vielleicht nicht das schönste Spiel von uns zum anschauen heute. Aber wir haben alle gekämpft und uns die drei Punkte dadurch auch verdient. 

Thomas Oppenheimer, der das 3:1 erzielte, machte die Geduld als Schlüssel zum Sieg aus:

Iserlohn hat das stark gemacht. Sie haben defensiv sehr gut gestanden und auf Konter gelauert. Da musst du geduldig bleiben, das waren wir heute und das hat sich ausgezahlt. Wir haben sehr viel investiert heute, auch wenn es vielleicht nicht ganz so ausgesehen hat wie in München. Aber wir haben richtig Gas gegeben, wir haben versucht, alle Zweikämpfe zu gewinnen und haben die auch größtenteils gewonnen. Dann schießt du halt die Tore und gewinnst 3:1. 

Uwe Krupp war einfach nur froh über die drei Punkte:

Wir sind gut gestartet. Im ersten Drittel hatten wir die Nase vorn, waren etwas stärker als Iserlohn. Aber die letzten 40 Minuten war es eine sehr ausgeglichene Partie. Ich würde vielleicht sogar sagen, von den Torchancen her hatte Iserlohn einen leichten Vorteil uns gegenüber. Ich bin froh mit den drei Punkten. Es war eine ausgeglichene Partie gegen eine sehr gute Mannschaft. 

Marko Friedrich von den Iserlohn Roosters freut sich jetzt erst einmal über eine freie Woche ohne Spiele während der Woche:

Wir hatten unsere Druckphasen, wo Berlin Schwierigkeiten im eigenen Drittel hatte. Aber Vehanen hat das gut gemacht. Nächste Woche Freitag geht’s für uns weiter. Das ist denke ich ganz gut, dass wir jetzt ein paar Tage durchschnaufen können. Ich denke man hat gesehen, dass uns ein bisschen die Kräfte ausgegangen sind. Von daher alles in Ordnung, so wie es heute ist. 

Rob Daum, Trainer der Roosters, war mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hat, zufrieden, nicht jedoch mit dem Ergebnis:

Insgesamt war ich mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, durchaus zufrieden. Ich bin natürlich etwas enttäuscht mit dem Ergebnis. Aber wenn man nur ein Tor schießt, wird man nicht so viele Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewinnen. Im zweiten und dritten Drittel haben wir ein bisschen Energie gefunden, aber grundsätzlich war es eine schwierige Sache, solche Spiele jetzt hier zu spielen mit 10 Spielen innerhalb von 23 Tagen. 

3:1-Arbeitssieg gegen Iserlohn

Ausgabe #24:

Die Eisbären Berlin gewinnen auch das zweite Heimspiel im neuen Jahr. Am Sonntagnachmittag setzten sich die Hauptstädter in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof mit 3:1 (2:1,1:0,0:0) gegen die Iserlohn Roosters durch und holten sich somit drei wichtige Punkte im Kampf um Platz Eins. Es war jetzt kein hochklassiges Spiel gewesen, aber eben spannend bis zur letzten Sekunde. Beide Mannschaften hätten den Sieg verdient gehabt, am Ende hatten die Eisbären das bessere Ende halt auf ihrer Seite.

Bei den Eisbären gab es keine Änderung im Vergleich zum München-Spiel. Petri Vehanen, der zu Beginn des letzten Drittels am Freitag ausgewechselt wurde, hütete heute wieder von Beginn an das Berliner Tor. Und Stürmer Nick Petersen absolvierte gegen Iserlohn, seinen Ex-Verein, sein 250. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zu diesem Jubiläum.

Torjubel der Eisbären nach dem 2:1 durch Blake Parlett. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären kamen gut rein ins Spiel und machten von Beginn an viel Druck, suchten immer wieder den Torabschluss. Man merkte der Mannschaft an, dass sie die Niederlage vom Freitagabend in München wieder gut machen wollte. Chancen waren da, nur das Glück im Abschluss fehlte zunächst noch. Das sollte sich jedoch in der neunten Spielminute ändern.
Jamie MacQueen kam über rechts ins Angriffsdrittel und zog mit einem satten Handgelenkschuss vom rechten Bullykreis aus ab und platzierte die Scheibe perfekt hinter Mathias Lange im Tor – 1:0.
Die Sauerländer danach mit zwei Überzahlspielen und beim zweiten klingelte es im Berliner Tor. Louie Caporusso hatte abgezogen, Vehanen konnte parieren, der Puck lag jedoch frei vor dem Tor. Chris Brown schaltete am Schnellsten, spielte die Scheibe per Rückhand auf Jason Jaspers und der hatte keine große Mühe, die Scheibe im halbleeren Tor unterzubringen – 1:1 (13.).
Powerplaytor? Können wir auch, dachten sich die Eisbären! Blake Parlett bekam die Scheibe und hämmerte das Spielgerät passgenau in den Winkel – 2:1 (15.).
Was zugleich auch der Pausenstand nach 20 Minuten in Berlin war. Eine verdiente Führung der Hausherren.

Die Hausherren hatten früh im Mitteldrittel die Möglichkeit, in Überzahl nachzulegen. Doch sie konnten

Mal wieder der Fels in der Brandung, Petri Vehanen! (Foto: eisbaerlin.de/walker)

das Powerplay diesmal nicht nutzen. Wie so oft in dieser Saison, wobei Thomas Oppenheimer da nicht ganz einer Meinung mit den Fans ist, dass das Powerplay schlecht sei. Viel mehr meint „Oppi“, „man lässt die Scheibe gut laufen und versucht, immer im richtigen Moment den Schuss zu bringen. Was nicht immer einfach ist, aber mit jedem Powerplay wird es besser und irgendwann wird man dann halt auch mal belohnt, so wie heute im ersten Drittel“.
Fortan wurden die Gäste vom Seilersee immer gefährlicher, bauten jede Menge Druck auf und drängten auf den erneuten Ausgleich. Iserlohn übernahm die Spielkontrolle und erspielte sich Chance um Chance. Zwar tauchten auch die Eisbären immer wieder vor Lange auf, doch war Iserlohn insgesamt gesehen im zweiten Drittel die aktivere Mannschaft. Und wenn Petri Vehanen nicht so stark gehalten hätte, wäre der Spielstand nach 40 Minuten nicht mehr 2:1 gewesen. Da er aber so gut parierte, lagen die Berliner auch nach dem Mitteldrittel noch mit 2:1 in Front.

Es gab immer wieder kleinere Nickligkeiten zwischen beiden Mannschaften in der hart umkämpften Partie. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Partie, welche über die gesamte Spielzeit schon hart umkämpft war, nahm im Schlussdrittel an Härte noch einmal zu. Beide Mannschaften gingen keinem Zweikampf aus dem Weg, beide kämpften verbissen um jeden Puck. Die Eisbären wollten das vorentscheidende 3:1 erzielen, Iserlohn hingegen drängte auf den Ausgleich. So ging es hin und her, mit Chancen hüben wie drüben.
Aber bis zum letzten Treffer der Partie mussten die 14.200 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof bis sechs Sekunden vor Spielende warten. Iserlohns Coach Rob Daum hatte seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis genommen, sie wollten mit aller Macht das 2:2 erzielen. Aber es kam anders. Jamie MacQueen mit dem Pass von hinter dem Tor in den Slot vor das Tor, wo Thomas Oppenheimer den Deckel drauf machte – 3:1 (60.).

Ein wichtiger Sieg sowie drei wichtige Punkte für die Eisbären nach einem harten Stück Arbeit. Die

Thomas Oppenheimer wird nach dem Spiel von der Fankurve gefeiert. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Eisbären hatten gut angefangen, viel Druck ausgeübt und folgerichtig nach 20 Minuten vorne gelegen. Doch in den restlichen 40 Minuten wurden die Gäste aus Iserlohn immer stärker und hatten phasenweise mehr vom Spiel sowie die besseren Chancen. Doch mit viel Glück und einem klasse aufgelegten Petri Vehanen im Tor sicherten sich die Eisbären am Ende den Sieg.
So ein wenig eine Kopie der Freitag-Partie, als die Eisbären über weite Strecken die bessere Mannschaft waren, München aber eiskalt seine Chancen genutzt hatte. Heute waren es die Eisbären, die effizienter vor dem Tor waren.

Was für ein Comeback: Constantin Braun erzielt den Siegtreffer beim 3:1-Auswärtssieg in Iserlohn

Diese Geschichten schreibt eben nur der Sport. Die Eisbären Berlin setzten sich am Freitagabend vor 4.753 Zuschauern am Seilersee bei den Iserlohn Roosters mit 3:1 (0:1,0:0,3:0) durch und verteidigten somit die Tabellenführung. Doch am Ende war das Ergebnis nur zweitrangig, denn Constantin Braun feierte sein Comeback und krönte dieses mit dem Tor zum 2:1, welches zugleich der Siegtreffer in Iserlohn war. Was für ein Comeback von „Tine“ Braun!

Im Kader der Eisbären gab es einige Änderungen. Die beiden Youngsters Maximilian Adam und Charlie Jahnke waren für die U20-Nationalmannschaft im Einsatz. Dafür kehrte Constantin Braun zurück in den Kader und feierte sein Saison-Debüt. Im Tor stand dieses Mal Marvin Cüpper.

Hinein in das Spitzenspiel der Liga. Iserlohn gewann die letzten fünf Spiele in Folge sowie neun der letzten zehn Spiele, die Eisbären gewannen sechs der letzten sieben Spiele. Und die Berliner reisten als Tabellenführer an den Seilersee, was für Co-Trainer Steffen Ziesche jedoch nur „eine schöne Momentaufnahme sei„, über die man sich zwar freue, aber man eben auch weiß, wie eng das da oben zugeht.
Beide Mannschaften starteten äußerst engagiert in die Partie. Gut 30 Sekunden waren gespielt, da spielte Jack Combs den Puck zu Christopher Fischer, der tauchte frei vor Cüpper auf, aber der Berliner Goalie war zur Stelle.
Auf der Gegenseite war die erste Spielminute absolviert, als Daniel Fischbuch vor dem Tor angespielt wurde und frei vor Sebastian Dahm stand, am Iserlohner Goalie jedoch nicht vorbei kam.
Aber in der vierten Spielminute konnten die Fans der Hausherren das 1:0 der Roosters bejubeln. Blaine Down setzte sich im Angriffsdrittel klasse durch und tunnelte anschließend Marvin Cüpper.
Nur eine Minute später tauchte Marcel Noebels völlig frei vor Dahm auf, aber erneut war der Roosters-Goalie der Sieger.
Die Sauerländer anschließend mit zwei Überzahlspielen in Folge, aber so richtig zwingend wurden die Hausherren dabei nicht. Sie versuchten es zwar und gaben auch Schüsse ab, für viel Gefahr konnte man aber nicht sorgen.
Die Eisbären hatten im Auftaktdrittel ein Überzahlspiel, konnten da aber keinerlei Gefahr entfachen. Dafür hatten sie bei 5 gegen 5 noch einmal gute Chancen durch Marcel Noebels, Jamie MacQueen und Sven Ziegler, aber Sebastian Dahm ließ in den ersten 20 Minuten einfach keine Scheibe durch.
Iserlohns Verteidiger Sasa Martinovic mit seinem Fazit zum ersten Drittel:

Wir hatten einen guten Start. Wir stehen hinten gut. Und unser Überzahl- Unterzahlspiel sieht gut aus.

Im Mitteldrittel hatten die Roosters gleich in der ersten Spielminute eine Riesenchance zum 2:0, als Jack Combs die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor spielte, wo Jason Jaspers lauerte und per Onetimer die große Chance hatte, an Cüpper jedoch scheiterte.
Fortan versuchten beide Mannschaften, die kompakte Defensive des jeweiligen Gegners zu durchbrechen, allerdings ohne Erfolg.
Dann gab es ab der 26. Spielminute zwei Überzahlspiele in Folge für die Hauptstädter. Und das erste war dabei das beste. Denn da hatte man gleich zu Beginn die Dreifach-Chance durch Micki DuPont, James Sheppard und Sean Backman. Und zum Ende der Überzahl dann erneut Chancen für Micki DuPont, Sean Backman und Danny Richmond. Das zweite Powerplay war dann bei weitem nicht so gefährlich wie das erste.
Aber der Druck der Eisbären nahm durch diese beiden Überzahlspiele merklich zu, doch Sebastian Dahm ließ einfach nichts durch. Iserlohn sorgte in der 33. Spielminute mal für Entlastung, als Travis Turnbull einen Konter fuhr, aber in Cüpper seinen Meister fand.
Kurz vor der zweiten Drittelpause Iserlohn noch einmal in Überzahl und da hatte Jack Combs die Riesenchance zum 2:0, aber Marvin Cüpper kam noch mit der Fanghand an die Scheibe und das, obwohl er bereits am Boden lag. Ein starker Save des jungen Berliner Goalies.
Interims-Kapitän Florian Busch mit seiner Meinung zum bisherigen Spielverlauf:

Iserlohn spielt recht gutes Eishockey, wir aber auch. Es ist ein 50/50 Spiel. Wir haben jetzt gut Druck gemacht, müssen im dritten Drittel aber noch mehr Druck machen, einfach so weiterspielen und Geduld haben.

Im Schlussdrittel mussten die Eisbären diese Unterzahl noch für gut eine Minute überstehen, taten dies aber auch. In der 44. Spielminute hatten dann aber die Berliner wieder ein Powerplay und da sorgten sie für jede Menge Druck. Alleine Micki DuPont feuerte vier Schüsse auf das Tor von Dahm ab, auch Blake Parlett probierte es, aber es war nach wie vor kein vorbeikommen am Iserlohner Schlussmann.
Als die Strafe vorbei war, gab es die nächsten beiden Chancen für die Eisbären. Zunächst scheiterte Jamie MacQueen an Dahm, Mark Olver setzte den Nachschuss anschließend knapp am Pfosten vorbei.
Der Druck der Eisbären nahm zu, Iserlohn tat kaum noch was für das Spiel, konnte aber in der 47. Spielminute bei einem Konter von Jason Jaspers mal für Entlastung sorgen, doch Jaspers scheiterte an Cüpper.
Ab der 50. Spielminute folgten die verrückten 2:57 Minuten dieser Partie. Zunächst hatte Micki DuPont von der blauen Linie abgezogen, Nick Petersen hielt seine Kelle in den Schuss und fälschte somit unhaltbar für Dahm ab – 1:1. Aber der Treffer wurde erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
2:40 Minuten später legten die Eisbären nach und es war DER Moment des Abends. Die Scheibe wurde zum Iserlohner Tor gebracht, lag danach frei und Constantin Braun setzte nach und drückte die Scheibe über die Linie – 2:1 aus Berliner Sicht (52.). Der Jubel der Eisbären-Spieler über dieses Tor war riesig, sicherlich auch wegen der Führung aber vor allem freuten sie sich für „Tine“. Was für ein bewegender Moment.
Und nur 17 Sekunden später entschieden die Berliner die Partie endgültig. Iserlohn mit dem Fehlpass im Aufbauspiel, Nick Petersen fing die Scheibe ab, legte sie zurück zu James Sheppard, welcher das Spielgerät in den Winkel schoss – 3:1 (53.).
Damit war die Partie praktisch durch, Iserlohn konnte sich von dem dreifachen Nackenschlag nicht mehr erholen und kassierte somit die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen in Folge.

Was für ein Spiel am Seilersee. Seit der vierten Spielminute liefen die Eisbären dem 0:1 hinterher, hatten ihrerseits gute Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Aber sie mussten auch immer wieder aufpassen, wenn Iserlohn vor dem Tor auftauchte. Bis zur 50. Spielminute hielten die Sauerländer das 1:0, doch dann schlugen die Eisbären eiskalt dreifach zu. Endlich fanden sie die Lücke und konnten Dahm bezwingen. Das 1:1 gab dem Team noch einmal einen Schub und der Rest ist bekannt. Mal wieder haben die Eisbären Moral bewiesen, mal wieder haben sie einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen. Und damit verteidigten sie auch die Tabellenführung und bauten diese aufgrund der Nürnberger Niederlage gegen Schwenningen sogar noch aus.
Aber das alles ist egal, denn heute Abend zählte nur eins – das (erfolgreiche) Comeback der Nummer 90, Constantin Braun!

Stimmen zum Spiel:

Boris Blank (Iserlohn Roosters):

Wir haben das ganze Spiel nicht schlecht gespielt. Die Eisbären haben viel Druck gemacht. Im dritten Drittel waren wir zu passiv. Da wollten wir das 1:0 halten. Nach dem 1:1 sind wir auseinander gebrochen.

Marvin Cüpper (Eisbären Berlin):

Es war ein spannendes Spiel. Wir haben über weite Strecken besser gespielt als Iserlohn. Wir haben unsere Chancen am Ende nutzen können und somit verdient gewonnen. 

Uwe Krupp: „In Iserlohn und Schwenningen muss man sich auf jeden Fall warm anziehen“

Die nächste englische Woche wartet auf die Eisbären Berlin. Und nach zwei Heimspielen am vergangenen Wochenende in Folge geht es für die Eisbären in dieser Woche zunächst zweimal auf Reisen. Morgen Abend ist man zu Gast bei der Überraschungsmannschaft Schwenningen (Bully: 19:30 Uhr) und am Freitag reist man ins Sauerland zu den derzeit sehr starken Iserlohn Roosters (Bully: 19:30 Uhr). Es werden zwei Verfolger-Duelle, wenn man nach der Tabelle geht, denn Schwenningen ist Sechster und Iserlohn Fünfter. Die Eisbären rangieren auf Platz Zwei, doch der Vorsprung auf beide Mannschaften ist mit zwölf bzw. 13 Punkten doch schon arg hoch. Von daher gilt es, diese beiden Mannschaften auf Distanz zu halten.

Was aber kein Problem sein sollte, scort die Paradereihe weiterhin so überragend wie zuletzt gegen Mannheim, als Nick Petersen, James Sheppard und Sean Backman an fünf der sechs Tore beteiligt waren. Doch bei all der Freude über die aktuelle Offensiv-Power der Eisbären (mit 88 Toren zusammen mit München bester Angriff der Liga), darf man die Defensivarbeit nicht vernachlässigen. Und da waren sich Trainer und Spieler zuletzt einig, dass drei Gegentore zu viel sind und man die beiden Goalies Petri Vehanen und Marvin Cüpper mehr unterstützen muss. Aber einfach wird das gegen Schwenningen und Iserlohn nicht werden, weiß Chefcoach Uwe Krupp (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 28.11.2017):

In Iserlohn und in Schwenningen muss man sich auf jeden Fall warm anziehen. Beide sind bärenstark zu Hause. Es werden zwei wirklich schwere Spiele.

Für die Spiele im Schwarzwald und Sauerland kann Krupp wieder auf Stürmer Louis-Marc Aubry zählen, der nach seiner Verletzung wieder zurück im Kader ist. Und am Freitag könnte es zudem zum Einsatz von Verteidiger Constantin Braun kommen, welcher im Rahmen seiner Therapie stattfinden würde.
Thomas Oppenheimer, André Rankel und Frank Hördler werden den Eisbären dagegen weiterhin fehlen.

Die Schwenninger Wild Wings sind DIE Überraschungs-Mannschaft der aktuellen DEL-Saison. Aktuell stehen die Mannen von Coach Pat Cortina auf einem sensationellen sechsten Platz und damit einen Platz vor dem Erzrivalen Adler Mannheim. Im Schwarzwald träumt man derzeit davon, endlich mal wieder an den Playoffs teilnehmen zu können. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Doch die Wild Wings darf man definitiv nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die können auch gegen Top-Teams gewinnen. Neun der letzten elf Duelle im Schwarzwald gingen an die Eisbären, die einzig bei der 1:2-Niederlage im letzten Aufeinandertreffen nicht gepunktet haben. Im ersten Duell in dieser Saison setzten sich die Berliner mit 3:1 auf eigenem Eis durch.

Am Freitag geht die Reise für die Hauptstädter ins Sauerland zu den Iserlohn Roosters, die sich nach schwachem Saisonstart und Trainerwechsel zuletzt sehr stark präsentierten und durch vier Siege in Folge sich bis auf Platz Fünf verbessert haben. Mit den Roosters ist also durchaus wieder zu rechnen, was auch die Ergebnisse der vergangenen englischen Woche zeigten, als man gegen Köln (5:4 n.P.), gegen Krefeld (5:1) und in Straubing (5:1) Siege einfuhr und sich somit in die  direkten Playoff-Ränge vorarbeitete. Wie gut die Roosters derzeit sind, davon konnten sich auch die Eisbären zuletzt überzeugen, als man auf eigenem Eis mit 2:3 gegen Iserlohn verlor. Beim ersten Auftritt im Sauerland in dieser Saison hatten sich aber die Eisbären mit 6:3 durchgesetzt und damit eine fünf Spiele andauernde Niederlagenserie beendet. 

Der Kader der Eisbären Berlin für die Partie bei den Schwenninger Wild Wings am 29.11.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Maximilian Adam, Nick Petersen, Charlie Jahnke, Jamie MacQueen, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Vincent Hessler (beide in Weißwasser), Thomas Oppenheimer (Fuß), Frank Hördler, André Rankel (beide Unterkörper), Constantin Braun

Uwe Krupp: „Es gibt nicht viel zu bemängeln an unserem Spiel“

Uwe Krupp (links) und Rob Daum (rechts) bei der Pressekonferenz. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären Berlin haben ihr Heimspiel am Freitagabend gegen die Iserlohn Roosters knapp mit 2:3 verloren. Der Grund war leicht auszumachen: Iserlohn war einfach effektiver vor dem Tor und hat sich somit die drei Punkte geholt. Verteidiger Blake Parlett lobte daher den Auftritt der Sauerländer nach dem Spiel:

Wir haben mit viel Herz gespielt und wir haben gut gespielt über weite Strecken des Spiels. Aber Hut ab vor der Leistung von Iserlohn. Sie haben geduldig gespielt, haben dafür gesorgt, dass sie wenig Torchancen zu gelassen haben und haben auf ihre Konterchancen gewartet. Iserlohn ist eine gute Mannschaft und sie haben zuletzt gute Resultate eingefahren.  

Kai Wissmann, der sein 100. DEL-Spiel absolvierte, lobte vor allem Iserlohns Goalie Mathias Lange:

Es war kein schlechtes Spiel. Wir hatten viele Chancen, auch Rebounds, aber wir haben es einfach nicht geschafft, die über die Linie zu bekommen. Da müssen wir einfach härter rein gehen in die Rebounds und die mit aller Gewalt über die Linie drücken. Der Torhüter von Iserlohn war echt stark heute, da muss man ihm auch mal ein Kompliment machen.

Jens Baxmann sagte nach dem Spiel, dass die Eisbären alles gegeben hätten, um das Spiel zu gewinnen:

Wir haben viel Aufwand betrieben. Ich denke, wir haben alles gegeben, sind Schlittschuh gelaufen und haben uns Chancen kreiert. Aber letztendlich haben wir es heute nicht geschafft, den Puck hinten über die Linie zu drücken. Da hätten wir ein bisschen mehr Biss zeigen müssen, um den Puck über die Linie zu drücken. 

Kapitän André Rankel war natürlich froh über seine Rückkehr, hätte sich aber ein anderes Ergebnis am Ende gewünscht:

Ich bin froh, wieder auf dem Eis stehen zu können. Aber schöner wäre es gewesen, wenn wir die drei Punkte mitgenommen hätten. 

Tor-Monster Sean Backman erzielte die beiden Tore für die Eisbären und stellte somit den Tor-Rekord von Steve Walker ein, was ihm am Ende aber egal war:

Die zwei Tore sind großartig, das Ergebnis am Ende aber nicht, denn wir wollten das Spiel gewinnen. Ich habe mit James Sheppard und Nick Petersen zwei sehr gute Sturmpartner. Das macht es mir einfach, erfolgreich zu sein.

Coach Uwe Krupp sah kaum etwas negatives am Spiel seiner Mannschaft außer natürlich das Ergebnis, wie er nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte:

Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel gespielt. Wir haben viel Druck gemacht und uns Torchancen erarbeitet. Insgesamt gibt es nicht viel zu bemängeln an unserem Spiel, außer dass wir kein Kapital geschlagen haben aus unseren vielen Chancen. Mathias Lange war stark in den Momenten, wo Iserlohn ihn brauchte. Unser Überzahlspiel war gut. Insgesamt ein gutes Eishockeyspiel von uns. Aber natürlich können wir nicht zufrieden sein mit dem Ergebnis. 

Genau umgekehrt sah es sein Gegenüber Rob Daum, der mit dem Ergebnis zufrieden war, jedoch nicht mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hatte:

Ich bin nicht zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Aber mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden. Ich denke, wir haben das Spiel so ein bisschen gestohlen. Wir haben viel zu viele Chancen den Eisbären ermöglicht. Aber unser Torwart hat uns die Möglichkeit gegeben, das Spiel zu gewinnen. 

Siegtorschütze Marco Friedrich richtete bereits eine Kampfansage an die Konkurrenz: 

Man sieht es auch an der Formkurve unserer Mannschaft, so langsam zeigt sie ganz steil nach oben. Es dauert natürlich noch ein bisschen, bis wir die Pläne des Trainer vollständig umsetzen. Aber jetzt kommt zum Glück nächste Woche die Pause, in der wir ein kleines Trainingslager veranstalten werden und danach sind die Roosters, denke ich, vorne mit dabei.

 

2:3! Sean Backmann stellt den Tor-Rekord von Steve Walker ein, für den Sieg gegen Iserlohn reichte es trotz seiner beiden Tore aber nicht

Ausgabe #11:

Die Iserlohn Roosters schocken nach dem Auswärtssieg beim Deutschen Meister Red Bull München (2:1) auch den DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin. Die Hauptstädter verloren ihr Heimspiel am Freitagabend gegen die Sauerländer vor 11.361 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof mit 2:3 (1:1,1:1,0:1) und kassierten damit die zweite Niederlage in Folge. Die Eisbären schossen dabei mehr als doppelt so oft wie Iserlohn auf das Tor (54:26), waren aber im Abschluss bei weitem nicht so effektiv wie die Mannen von Coach Rob Daum.

Eisbären-Coach Uwe Krupp hatte große Personalsorgen, musste gleich auf sechs Leistungsträger verzichten. Die Verteidiger Constantin Braun, Frank Hördler und Danny Richmond fehlten ebenso wie die Stürmer Louis-Marc Aubry, Thomas Oppenheimer und Florian Busch. Dafür kehrte Kapitän André Rankel in den Kader zurück. Petri Vehanen hütete das Bären-Tor und Verteidiger sowie Youngster Kai Wissmann absolvierte sein 100. DEL-Spiel. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum an dieser Stelle.

Die Eisbären schossen doppelt so oft wie Iserlohn auf das Tor, am Ende aber reichte es trotzdem nicht zum Sieg. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären waren von Beginn an gut drin im Spiel und suchten sofort den Weg Richtung Tor von Mathias Lange. Auch das erste Powerplay der Partie gehörte den Eisbären. Zunächst hatte man zwar viel Zug zum Tor, aber so richtig gefährlich waren die Abschlüsse anfangs noch nicht gewesen. Doch Mitte des ersten Drittels erspielten sich die Berliner innerhalb kurzer Zeit drei absolute Hochkaräter, leider waren diese aber nicht drin, weil IEC-Schlussmann Lange einen überragenden Abend erwischt hatte.
Die Gäste vom Seilersee brauchten ein wenig, um sich erstmals vor dem Tor von Vehanen zu zeigen. Auch im ersten Powerplay waren die Roosters nicht wirklich gefährlich.
Dann aber waren die Eisbären wieder ein Mann mehr auf dem Eis und da haperte es in dieser Saison bisher doch gewaltig. Aber diesmal klingelte es in Überzahl. James Sheppard brachte die Scheibe in den Slot, Sean Backman lauerte dort, nahm die Scheibe, drehte sich kurz um und schloss eiskalt ins linke Eck ab – 1:0 (16.). Der Tor-Rekord von Steve Walker war also gebrochen. Backman hatte nun auch in sieben aufeinanderfolgenden Spielen ein Tor erzielt. Sonntag in Wolfsburg könnte die Nummer 61 der Eisbären einen neuen Tor-Rekord aufstellen.
Aber lange freuen konnten sich die Eisbären über die Führung nicht. Denn eine Minute später kassierten die Berliner eine Strafzeit und auch Iserlohn wusste das Powerplay zu nutzen. Jack Combs wurde am rechten Bullykreis angespielt und zog per sattem Handgelenkschuss ab – 1:1 (18.).
So stand es nach 20 Minuten 1:1-Unentschieden und bereits da deutete sich an, dass die Sauerländer an diesem Abend nicht viele Chancen brauchten, um zu treffen. Vom Spielverlauf her war der Spielstand nämlich schmeichelhaft für Iserlohn.

Da Iserlohn zehn Sekunden vor der ersten Drittelpause noch eine Strafzeit kassierte, hatten die

Das Symbolbild der Partie. Die Eisbären am Boden, Iserlohn obenauf. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Eisbären zu Beginn des Mitteldrittels erneut ein Powerplay. Und man höre und staune, auch diese Überzahl konnten die Hausherren nutzen. 33 Sekunden waren gespielt, da spielte Nick Petersen auf der linken Seite die Scheibe zwischen zwei Iserlohner durch zu Sean Backman, welcher per Onetimer zum 2:1 traf (21.). Erneut also dieser unglaubliche Backman. Was den Treffer umso bemerkenswerter machte? Kurz vor dem Pass von Petersen wurde Backman noch zu Fall gebracht, stand jedoch sofort auf und fuhr in Position, um das Zuspiel von Petersen zu verwerten. Eiskalt, dieser Sean Backman.
In der 25. Spielminute lagen Freud und Leid dann ziemlich nah beieinander. Auf der einen Seite scheiterte Kai Wissmann in seinem Jubiläumsspiel am Innenpfosten, auf der anderen Seite schlossen die Sauerländer den Gegenzug 30 Sekunden später eiskalt ab. Travis Turnbull legte die Scheibe rüber zu Blaine Down und der fackelte nicht lange – 2:2 (25.).
Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der es mal in die eine und mal in die andere Richtung ging. Beide Mannschaften versuchten immer wieder gefährliche Chancen zu kreieren, aber beide Defensivreihen ließen nur selten gute Torchancen zu. Die Schüsse, die auf das Tor kamen, waren entweder eine sichere Beute der beiden Torhüter oder aber wurden vorher schon von den Verteidigern geblockt.
Somit stand es auch nach 40 Minuten Unentschieden zwischen Berlin und Iserlohn.

War am Ende einer der Matchwinner für Iserlohn – Goalie Mathias Lange. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Als die Eisbären im Schlussdrittel gerade Fahrt aufnehmen wollten, wurden sie von den Gästen geschockt. Exakt 45 Minuten waren gespielt, da hatte Alexander Bonsaksen von der blauen Linie abgezogen, Marco Friedrich die Scheibe vor dem Tor unhaltbar für Vehanen abgefälscht und somit Iserlohn erstmals an diesem Abend in Führung gebracht – 2:3.
Irgendwie hatte man das Gefühl, als ob dieser Gegentreffer die Eisbären geschockt hatte. Sie rannten danach zwar an, waren bemüht den Ausgleich zu erzielen. Aber teilweise rannten sie auch kopflos an, wollten es mal wieder zu schön spielen, passten lieber noch einmal, statt den Schuss zu suchen. Und wenn man vielleicht doch lieber den besser postierten Mann hätte anspielen sollen, entschied man sich für den Schuss, welcher von den Iserlohnern geblockt wurde. Aber natürlich konnte man sich in den folgenden Minuten auch mal Chancen herausspielen, nur selten waren sie zwingend und stellten Mathias Lange vor große Probleme. Und wenn es doch gefährlich wurde, zeigte Lange seine ganze Klasse und ließ die Eisbären verzweifeln. Die wie gesagt alles versuchten, im Abschluss aber nicht das nötige Glück heute auf ihrer Seite hatten.
Auch die Auszeit und das Herausnehmen von Goalie Vehanen brachte am Ende nichts mehr ein. Die Eisbären mussten sich vor eigener Kulisse den Iserlohn Roosters geschlagen geben.

Die Effektivität hat diese Partie letztendlich wohl entschieden. Iserlohn hat deutlich seltener auf das Tor von Petri Vehanen geschossen, nahm am Ende aber die drei Punkte mit an den Seilersee. Und das allein zählt am Ende. Die Eisbären versuchten es aus allen Lagen, fanden aber entweder in Mathias Lange ihren Meister oder aber die Schüsse wurden vorher bereits geblockt. Zum Ende hin hat man dann gemerkt, dass die Eisbären alles versucht haben, um noch einmal zurück zu kommen in die Partie, da spielten sie es aber teilweise zu wild und wollten es mit der Brechstange versuchen oder aber man versuchte sich mal wieder am Schönspielen, was letztendlich keinen Erfolg brachte.
Zwei Powerplaytore sind auf jeden Fall sehr wichtig für das Selbstvertrauen der Mannschaft, aber dennoch zeigte man in den anderen Überzahlspielen die bekannten Schwächen. Aber es ist eben auch gut zu wissen, dass sie es noch können in Überzahl. Wenn sie wollen.

Gegen Iserlohn und in Wolfsburg: Eisbären mit Personalsorgen – Knackt Sean Backman den Rekord von Steve Walker?

Zwei Spiele sind es noch für die Eisbären Berlin, dann ist erstmal Länderspielpause wegen des Deutschland Cups. Und das ist auch gut so, denn vor diesen letzten beiden Spielen gegen die Iserlohn Roosters am Freitagabend (Bully: 19:30 Uhr) und bei den Grizzlys Wolfsburg am Sonntagnachmittag (Bully: 14:00 Uhr) wird die Personaldecke des DEL-Rekordmeisters immer dünner. Gleich sechs Leistungsträger werden Chefcoach Uwe Krupp in diesen beiden Duellen nämlich fehlen.

Louis-Marc Aubry, Thomas Oppenheimer und Constantin Braun fehlten bereits die letzten Spiele. Neu im Berliner Lazarett sind nun aber noch Danny Richmond, Frank Hördler und Florian Busch hinzugekommen. Immerhin kehrt Kapitän André Rankel zurück ins Line-up. Zudem rückt Youngster Vincent Hessler in den Profi-Kader auf und soll dort wie bereits die beiden anderen Youngsters Maximilian Adam und Charlie Jahnke die Lücken im Kader füllen. 

Uwe Krupp lässt sich aber von diesen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen, sagte im Vorfeld der beiden Partien am Wochenende (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 02.11.2017):

Durch dieses Wochenende müssen wir jetzt durch. Wir haben uns gut vorbereitet und wollen unseren eingeschlagenen Weg auch in den zwei Spielen vor der Pause weitergehen.

Einfach werden diese beiden Spiele aber nicht, treffen die Eisbären doch auf zwei starke Mannschaften, die ebenfalls vor der Länderspielpause noch einmal punkten wollen. Morgen Abend geht es zunächst einmal gegen den aktuelle Tabellenelften Iserlohn Roosters, welche zuletzt zwei Siege in Folge feierten und dabei u.a. beim Meister München überraschend mit 2:1 gewannen. Die Eisbären sollten also auf der Hut sein und die Sauerländer nicht auf die leichte Schulter nehmen, zumal die Roosters mit ihrem neuen Trainer Rob Daum richtig gut in Fahrt gekommen sind, nach dem der Saisonstart ja völlig verkorkst war. Somit sind die Roosters von der Spielweise her mit Sicherheit nicht zu vergleichen mit denen, die das erste Aufeinandertreffen am Seilersee mit 3:6 gegen die Berliner verloren. In der vergangenen Saison konnten die Eisbären beide Heimspiele gegen Iserlohn gewinnen (4:3/4:1). Diese Serie darf morgen Abend gerne fortgesetzt werden.

Am Sonntag wird es nicht viel leichter, wenn man bei den Grizzlys Wolfsburg zu Gast sein wird. Auch wenn diese Partie, wie eigentlich immer, eher als Heimspiel anzusehen ist und nicht als Auswärtsspiel, werden die Eisbären doch von rund 900 EHC-Fans in der Autostadt unterstützt. Die Unterstützung ist auch dringend notwendig, gewann Wolfsburg doch die letzten drei Spiele in Folge und ist aktuell Tabellenfünfter. Auch die Niedersachsen hatten keinen guten Saisonstart, haben sich inzwischen aber gefangen und spielen wieder sehr gutes Eishockey. Bereits beim ersten Duell gegen die Mannschaft von Trainer Pavel Gross taten sich die Eisbären schwer, setzten sich am Ende knapp mit 2:1 durch. In Wolfsburg taten sich die Eisbären zuletzt auch äußerst schwer, wurden doch sieben der letzten neun Gastspiele in Wolfsburg verloren. Darunter war auch das 1:7 im letzten Duell in der Autostadt sowie ein 0:8-Debakel. Wollen wir mal hoffen, dass der Negativ-Trend in Wolfsburg gestoppt werden kann. 

Ganz nebenbei könnte morgen Abend ein Rekord bei den Eisbären Berlin eingestellt werden, der seit der Saison 2007/2008 bestand hat. Aufgestellt von einer Eisbären-Legende und zugleich Lieblingsspieler des Autors – Steve Walker. Sean Backman hat in den letzten sechs Spielen immer ein Tor erzielt. Steve Walker erzielte damals sogar in sieben Spielen in Folge je ein Tor. Diese Marke könnte morgen eingestellt werden und so wie Backman zuletzt drauf war, ist ihm das durchaus zuzutrauen. Insgesamt elf Tore sind Sean Backmann bisher in 18 Spielen geglückt, insgesamt 18 Scorerpunkte weist der Top-Scorer der Berliner aktuell auf. 

Interessieren tut die mögliche Einstellung des Tor-Rekords Sean Backman jedoch nicht wirklich (Quelle):

Das wäre natürlich eine tolle Sache. Aber darauf konzentriere ich mich nicht. Meine Aufgabe ist es, der Mannschaft so zu helfen, dass wir zusammen Erfolg haben.

Das macht Sean Backman so sympathisch. Er spielt eine bisher überragende Saison, hat die meisten Tore erzielt, wo auch einige wichtige dabei waren und ist Top-Scorer der Eisbären. Doch für den Neuzugang zählt einzig und allein der Team-Erfolg. 

Der Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters am 03.11.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Maximilian Adam, Kai Wissmann, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, André Rankel, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Louis-Marc Aubry (Fingerfraktur), Danny Richmond (Oberkörper), Thomas Oppenheimer (Fuß), Frank Hördler, Florian Busch (beide Unterkörper), Constantin Braun

 

6:3-Sieg nach 0:2-Rückstand: Eisbären erobern am Seilersee die Tabellenführung

Die Niederlagenserie am Iserlohner Seilersee hat endlich ein Ende gefunden. Am Freitagabend gewannen die Eisbären Berlin vor 4.070 Zuschauern in der Eissporthalle am Seilersee mit 6:3 (1:2,2:0,3:1) bei den Iserlohn Roosters und feierten damit den ersten Sieg nach zuvor fünf Niederlagen in Folge im Sauerland. Durch den Sieg eroberten die Berliner zugleich die Tabellenführung in der DEL, offenbarten aber einige Defizite in ihrem Spiel. 

Die Eisbären konnten auf die gestern noch angeschlagenen Frank Hördler und André Rankel zurückgreifen, im Tor bekam Marvin Cüpper mal wieder Spielpraxis. 

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp meinte vor der Partie, dass die Berliner ihr Spiel spielen müssen, vor allem diszipliniert sein müssen und hart arbeiten müssten, um hier am Seilersee zu gewinnen, wo es immer schwer ist. Egal, auf welchem Platz die Sauerländer stehen. Aber den Start in die Partie verpennten die Eisbären völlig. Was vielleicht der Chaos-Anfahrt geschuldet war. Denn statt vier Stunden Zugfahrt mussten die Eisbären acht Stunden mit dem Bus ins Sauerland fahren. Nach zwei Minuten kassierte Mark Olver bereits die erste Strafzeit. Doch da sollte ja eigentlich nicht viel passieren, dachte man sich, sind die Iserlohner doch genauso „gefährlich“ wie die Eisbären in Überzahl. Aber die Hausherren nutzten die numerische Überlegenheit aus. Jack Combs spielte die Scheibe zu Justin Florek, welcher vor dem Tor die Scheibe behaupten konnte, sie dann quer spielte und Travis Turnbull netzte letztendlich zum 1:0 ins halbleere Tor ein (3.).
Und nur ganze 15 Sekunden später durften die Fans des Tabellenletzten erneut jubeln. Iserlohn mit aggressiven Forechecking, erkämpfte sich den Puck an der Bande, Jack Combs spielte die Scheibe zu Marko Friedrich, der sie von rechts aus vor das Tor in den Slot brachte, wo dann Thomas Oppenheimer und Jason Jaspers den Puck gemeinschaftlich im Berliner Tor versenkten – 2:0 (4.).
Paukenschlag am Seilersee also, aber fortan waren die Eisbären bemüht, hier ins Spiel zu finden. Optisch waren die Berliner auch überlegen, jedoch fehlte es so ein bisschen an Ideen, die Defensive der Roosters zu knacken.
Acht Minuten waren gespielt, da gab es einen kleinen, schönen Fight zwischen Travis Turnbull und Mark Olver, welcher sich nach dem Bully schon angedeutet hatte und Turnbull ließ auch nicht locker, was ihm am Ende jedoch zwei Strafminuten mehr als Olver einbrachte. Und als Marko Friedrich auch noch auf die Strafbank musste, hatten die Eisbären für 75 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis. Sie fanden in ihre Powerplay-Formation, ließen die Scheibe gut laufen, aber kamen so gut wie gar nicht zu einem gefährlichen Torschuss. Erst, als Iserlohn wieder zu Viert war, ließen die Eisbären die Scheibe erneut gut laufen und konnten durch Sean Backman zum 2:1 verkürzen (10.).
Fortan blieb es eine muntere Partie, in der es hin und her ging. Beide Mannschaften suchten auch immer wieder den Abschluss, die Eisbären dabei mit einem Chancenplus nach 20 Minuten (13:6-Schüsse). Dennoch führten die Hausherren mit 2:1 nach dem ersten Drittel. Marcel Noebels äußerte sich nach dem Auftaktdrittel bei Telekom Sport wie folgt:

Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Nach dem 0:2 haben wir gut ins Spiel gefunden und auch gute Chancen gehabt. Es ist jetzt ein ausgeglichenes Spiel.

Auch ins Mitteldrittel starteten die Hausherren sehr druckvoll und suchten gleich den Weg vor das Tor von Marvin Cüpper. Jake Weidner stand auch auf einmal völlig frei im Slot, aber er konnte diese Chance nicht nutzen. Doch dann fanden die Eisbären besser ins Spiel und es entwickelte sich nun in den ersten Minuten ein schnelles Spiel, welches hin und her ging. Beide Mannschaften überbrückten die neutrale Zone sehr schnell und suchten dann den Abschluss vor dem gegnerischen Tor.
Aber es war nur eine Mannschaft im Abschluss erfolgreich. Sean Backman spielte die Scheibe an der blauen Linie rechts rüber zu Blake Parlett, der nahm die Scheibe mit, spielte sie quer vor das Tor, wo James Sheppard angerauscht kam und die Scheibe im halbleeren Tor versenken konnte – 2:2 (25.)
Und nur 50 Sekunden später machten die Hauptstädter den Paukenschlag perfekt. Daniel Fischbuch brachte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo Louis-Marc Aubry lauerte, einen kleinen Schlenker um Mathias Lange machte und den Puck zum 3:2 über die Linie schoss (26.).
Direkt nach dem Tor nahm Iserlohns Coach Jari Pasanen eine Auszeit, aber seine Mannschaft brauchte eine ganze Weile, um zurück ins Spiel zu kommen. So hatte Johann Larsson in der 29. Minute die große Chance zum Ausgleich, aber er scheiterte am Pfosten. Den Abpraller konnte Marvin Cüpper dann im Liegen mit einem Riesen-Save entschärfen.
Drei Minuten später tauchte Chad Bassen auf einmal frei vor Cüpper auf, aber der Berliner Goalie behielt die Ruhe und konnte diese Chance vereiteln.
Auf einmal waren die Roosters wieder im Spiel, machten hier viel Druck auf das Tor und drängten auf den Ausgleich. Gegen Ende des Mitteldrittels konnten die Eisbären das Spiel aber wieder beruhigen und hielten die Sauerländer vom Tor fern. Die letzte große Chance des zweiten Drittels hatten dann aber noch einmal die Eisbären, als Aubry völlig frei vor Lange an den Puck kam, ihn aber knapp links am Tor vorbei setzte. Somit führten die Eisbären mit 3:2 nach 40 Minuten am Seilersee. Vom Ergebnis her war Stefan Ustorf, Leiter Spielerentwicklung und Scouting, zufrieden, aber nicht mit der Leistung, wie er bei Telekom Sport in der Drittelpause sagte. Man leistete sich zu viele Scheibenverluste, ging im Scheibenbesitz mit der Scheibe viel zu fahrlässig um. Und dass die Eisbären so schnell mit 0:2 zurück lagen, lag laut Ustorf viel mehr an individuellen Fehlern als an der Chaos-Anreise.

Im letzten Drittel hatten die Gastgeber noch 58 Sekunden Überzahl, aber da waren sie nicht gefährlich, weshalb die Eisbären diese Unterzahl schadlos überstanden.
Und dann ging es ganz schnell. Bully im Drittel der Iserlohner, Aubry gewann dieses, Daniel Fischbuch brachte die Scheibe vor das Tor, wo Marcel Noebels lauerte und Mathias Lange austanzte – 4:2 (43.).
Dieser Gegentreffer schien die Hausherren endgültig geschockt zu haben, deren Ausgangslage als Tabellenletzter ja schon vor dem Spiel nicht gerade rosig aussah. Und nun hatten die Roosters in eigener Halle auch noch eine 2:0-Führung verspielt, was der Stimmung definitv nicht gut tat. Aber Iserlohn wagte ein zaghaftes Aufbäumen, dochr Alexander Bonsaksen schoss den Puck in der 48. Spielminute über das Berliner Tor.
Die Eisbären dagegen wirkten fast schon leichtfüßig im nächsten Angriff, welchen sie erfolgreich abschließen konnten. Noebels mit dem Querpass auf Aubry, welcher das lange Eck anvisierte und den Puck dort auch versenken konnte – 5:2 (49.).
Der Deckel auf diesem Spiel sollte nun also drauf sein, zumal die Eisbären nur wenige Sekunden später einen 3-auf-1-Angriff fuhren, doch Florian Busch schoss die Scheibe knapp daneben. Und direkt im Gegenzug – 23 Sekunden nach dem Berliner Tor – gelang Iserlohn der Anschlusstreffer. Travis Turnbull brachte die Scheibe ins Berliner Drittel, spielte dort mit Boris Blank Doppelpass und kam im Slot wieder an die Scheibe, welche er von dort aus letztendlich ins Tor beförderte – 3:5 (49.).
Auf einmal waren die Sauerländer also wieder da, aber auch deswegen, weil die Eisbären nach vorne kaum mehr etwas taten. Sie standen viel mehr in der eigenen Defensive und schauten den Roosters meistens zu, was sie da so im Angriff taten. Das war schon fast fahrlässig von den Berlinern, die es hier hätten ausnutzen müssen, dass Iserlohn nach dem 2:5 angeschlagen war. Aber nein, man versuchte Iserlohn wieder aufzubauen. Was auch beinahe geklappt hätte, denn acht Minuten vor dem Ende der Partie hatte Kevin Schmidt in „Baseball-Manier“ zum 4:5 getroffen, aber die beiden Hauptschiedsrichter Stephan Bauer und Elvis Melia gaben den Treffer zu Recht wegen eines zu hohen Stocks nicht. Aber da hätten die Eisbären ganz schön alt ausgesehen, wenn es hier auf einmal nur noch 4:5 gestanden hätte.
Doch zum Ende hin fuhren die Eisbären dann auch wieder ein paar Angriffe Richtung Iserlohner Tor und wollten so für die endgültige Entscheidung sorgen. Von Iserlohn kam in dieser Phase nicht mehr viel.
Als Iserlohn in der Schlussphase den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, schlug Mark Olver zu und traf zum 6:3-Endstand vier Sekunden vor der Schlusssirene.

Ein Sieg, welcher am Ende sicherlich verdient war, aber die Eisbären haben sich das Leben dann doch wieder unnötig schwer gemacht. Den Start hatte man völlig verpennt und lag durch individuelle Fehler schnell mit 0:2 hinten. Danach zeigte die Mannschaft aber wieder, wie stark ihre Moral ist und kämpfte sich nicht nur zurück in die Partie, nein, sie drehten das Spiel gleich komplett und lagen zwischenzeitlich sogar mit 5:2 vorne. Aber wie schon nach dem 3:2 im Mitteldrittel spielten es die Berliner dann einfach zu locker, zu leichtfertig wurden die Scheiben verloren, nach vorne hatte man nicht mehr den Zug, um weitere Tore zu erzielen. Wohl in dem Gedanken, dass hier beim angeschlagenen Tabellenletzten nichts mehr schief gehen würde. Beinahe wurden die Hauptstädter für diese Nachlässigkeit noch bestraft. Aber am Ende ging es ja noch einmal gut aus und man nahm drei weitere Punkte mit in die Hauptstadt. Doch einige Worte dürfte sich die Mannschaft nach dem Spiel wohl noch angehört haben müssen, wenn man alleine schon gesehen hat, wie sauer Stefan Ustorf in der zweiten Drittelpause war. 

Iserlohns Stürmer Boris Blank sagte nach dem Spiel bei Telekom Sport:

Wir haben gut angefangen und 2:0 geführt. Dann bekommen wir zwei Strafzeiten und kassieren das 2:1, danach sind wir eingebrochen. Wir spielen zwar nicht schlecht, aber zwei bis drei Minuten passen wir nicht auf und dann kassieren wir die Tore. Wir müssen jetzt zusammenhalten und hart arbeiten.

Berlins starker Goalie Marvin Cüpper äußerte sich zum Sieg in Iserlohn so:

Wir haben über weite Strecken gut gespielt. Iserlohn hat im ersten Drittel viel Druck gemacht, damit haben wir wohl nicht wirklich so gerechnet. Wir haben uns aber gut zurück gekämpft und die restlichen zwei Drittel gut gespielt

Morgen in Iserlohn: Zu Gast beim Tabellenletzten am Seilersee

Die Auswärtsreise in dieser Woche geht für die Eisbären Berlin weiter. Nach dem erfolgreichen Auswärtsspiel in Düsseldorf vom Dienstagabend müssen die Berliner morgen Abend bei den Iserlohn Roosters antreten. Diese Partie ist die Partie des Tabellenletzten gegen den Tabellenzweiten. Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten der beiden Vereine also nicht sein. Während die Sauerländer derzeit in einer Krise stecken, können die Eisbären mit den bisherigen Ergebnissen und dem Tabellenplatz durchaus zufrieden sein. 

Dennoch nehmen die Eisbären den Tabellenletzten sehr ernst und auf keinen Fall auf die leichte Schulter, wissen die Berliner doch, wie schwer es am Seilersee sein kann. Chefcoach Uwe Krupp sagte im Vorfeld der Partie folgendes (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 05.10.2017):

In Iserlohn ist es immer hart zu spielen, egal wie die Tabellensituation ist. Wir wollen auch gegen die Roosters konstant, kontrolliert und diszipliniert auftreten.

Dennoch stehen die Siegchancen für die Hauptstädter morgen Abend denkbar gut, sind die Sauerländer doch aktuell das einzige noch sieglose Heimteam der noch jungen DEL-Saison. Nur einen Punkt aus drei Spielen konnten die Roosters bisher zu Hause einfahren, von der einstigen Heimstärke und dem gefürchteten Hexenkessel in der Eissporthalle am Seilersee sind die Iserlohner derzeit meilenweit entfernt. Da sorgen die Roosters derzeit mehr auswärts für Furore als auf eigenem Eis. Bestes Beispiel war da das vergangene Wochenende in der DEL, als Iserlohn durchaus überraschend in Augsburg mit 4:2 gewann, sich dann aber zu Hause von Düsseldorf mit 1:5 abschießen ließ. Und am „Tag der Deutschen Einheit“ folgte dann gleich der nächste Dämpfer für die Mannschaft von Trainer Jari Pasanen, als man in Ingolstadt mit 0:5 unterging.

Aber angeschlagene Mannschaften sind immer noch am gefährlichsten und von daher tun die Eisbären gut daran, sich auf ihr Spiel zu konzentrieren und das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ziehen die Berliner ihr System durch, stehen sie hinten ähnlich sicher und kompakt wie am Dienstag gegen Düsseldorf und zeigen sich vor dem Tor so eiskalt, dann ist ein Sieg am Seilersee mehr als möglich und dann würde man auch eine Negativserie endlich beenden können. Denn die letzten fünf Gastspiele am Seilersee gingen verloren, zweimal allerdings erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen. Morgen ist der Zeitpunkt also eigentlich perfekt, um diese Negativserie ein für alle Mal zu beenden.

Ob Verteidiger Frank Hördler und Kapitän André Rankel allerdings bei diesem Unterfangen mithelfen können, steht noch nicht fest. Der Einsatz der beiden Spieler ist derzeit fraglich. Fehlen werden dagegen definitiv wieder die Youngsters, die für Weißwasser bzw. die DNL-Mannschaft im Einsatz sind sowie Constantin Braun. 

Los geht die Partie um 19:30 Uhr, Telekom Sport überträgt wie gewohnt live. Es ist an der Zeit, den ersten Sieg seit dem 21.09.2014 in Iserlohn einzufahren. Folgendes Team soll es richten:

Tor:

Marvin Cüpper, Petri Vehanen

Abwehr:

Kai Wissmann, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Einsatz fraglich:

Frank Hördler, André Rankel

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke (alle Weißwasser), Vincent Hessler (DNL), Constantin Braun