Gegen Köln und in München: Der erste echte Härtetest für die Eisbären Berlin

Vier Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin stehen auf dem zweiten Tabellenplatz. Drei Siege aus vier Spielen bei 14:8-Toren und neun Punkten sind eine erste Bilanz, die sich sehen lässt. Und trotzdem sind sie in der Hauptstadt noch längst nicht zufrieden mit dem bisher Gezeigten, denn Luft nach oben ist noch deutlich vorhanden. Noch konnte die Mannschaft ihren Gameplan nicht über die volle Spieldauer durchziehen, hatte meistens nur 20 oder 40 Minuten gutes Eishockey gespielt. Defensiv ließ man Petri Vehanen zu oft im Stich, doch der finnische Goalie erwies sich in dieser Saison schon das ein oder andere Mal als unbezwingbare finnische Mauer. Und auf Vehanen wird es auch am Wochenende ankommen, wenn für die Eisbären der erste echte Härtetest bevorsteht mit Spielen gegen Köln (Freitag/19:30 Uhr) und in München (Sonntag/14:00 Uhr).

Da wird man das erste Mal sehen, wo die Berliner wirklich stehen und wie gut dieses Team schon drauf ist und zusammen harmoniert. Denn mit Köln und München trifft man auf zwei Titel-Favoriten, mit München sogar auf den Top-Favoriten und Titelverteidiger sowie Meister der vergangenen beiden Jahre. EHC-Stürmer Thomas Oppenheimer weiß um die Schwere der Aufgaben am Wochenende und dass man noch einiges verbessern muss im eigenen Spiel (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.09.2017):

Wir können mit den ersten vier Spielen durchaus zufrieden sein. Wir wissen auch, dass wir noch eine ordentliche Portion Arbeit vor uns haben und wollen das gleich morgen angehen. Sicher ist, wir müssen defensiv verantwortlicher spielen und können uns nicht immer nur auf unseren Torwart verlassen.

Mit den Kölner Haien trifft man morgen Abend auf den Tabellenvierten. Die Domstädter haben am vergangenen Sonntag gegen Nürnberg beim 2:3 die erste Saison-Niederlage kassiert. Auch die Eisbären kassierten ihre bisher einzige Niederlage gegen Nürnberg und auch die Berliner kassierten diese nach einer vorherigen 2:0-Führung. War das Toreschießen in der letzten Saison noch eins der großen Probleme der Haie, haben sie das in diesem Jahr bisher abstellen können. 15 Tore in vier Spielen sind durchaus zufriedenstellend. Und die Auftritte der Haie waren das bisher auch. Am ersten Spieltag tat man sich gegen Bremerhaven zu Hause noch schwer und gewann erst nach Verlängerung 5:4, danach folgten zwei souveräne Siege in Wolfsburg (4:2 ) und gegen Iserlohn (4:1), ehe es die bereits angesprochene Niederlage gegen den Tabellenführer Nürnberg gab. Köln wird also morgen Abend auf Wiedergutmachung aus sein, die Eisbären sollten gewarnt sein.

In den letzten beiden Jahren Deutscher Meister und in der diesjährigen CHL-Saison auf Erfolgskurs – die Stimmung beim EHC Red Bull München sollte eigentlich super sein. Doch nach bisher vier Spielen und zwei Niederlagen sowie Platz Sieben mit nur 6 Punkten ist die Stimmung beim Team von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson alles andere als rosig. Am 01. Spieltag mühte man sich beim letztjährigen Tabellenletzten Krefeld zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung, dann folgte eine bittere 0:4-Heimniederlage gegen den ERC Ingolstadt sowie ein 3:1-Heimsieg gegen Schwenningen und eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung beim Vizemeister Grizzlys Wolfsburg, welche damit den ersten Saisonsieg feierten. Knappe und sehr mühsame Siege gegen die vermeintlichen Außenseiter der Liga und zwei Niederlagen gegen zwei Top-Teams der DEL. Am Wochenende wartet erneut so eine Konstellation auf München mit den Duellen bei Außenseiter Iserlohn und gegen Top-Team Berlin. Man darf gespannt sein, wie München dieses Mal die Spiele angehen wird.

Schauen wir einmal in die Statistik-Bücher zu den beiden Duellen der Eisbären am Wochenende. Gegen die Kölner Haie verlor man die letzten drei Heimspiele in Folge, konnte davor aber fünf der letzten sechs Heimspiele für sich entscheiden.
Ernüchternd sieht die Bilanz in München aus, wo die Eisbären nur eins der letzten acht Gastspiele für sich entscheiden konnten. Und beim 2:1-Sieg im Halbfinale der letzten Saison setzte man sich auch erst nach Verlängerung durch. Und noch schlimmer: In fünf der acht Partien erzielten die Eisbären höchstens ein Tor. Es wird höchste Zeit, beide Statistiken aufzubessern.

Wenn bis morgen Abend nichts mehr passiert, werden die Eisbären mit dem selben Kader wie gegen Wolfsburg und Straubing antreten. Stürmer Sven Ziegler ist zwar fit, würde aber, wenn es keine Änderung im Kader gibt, erneut nur auf der Tribüne Platz nehmen dürfen.

Der voraussichtliche Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Kölner Haie am 22.09.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke (alle Weißwasser), Vincent Hessler (DNL), Constantin Braun

Micki DuPont: „Wir sollten in Zukunft versuchen, uns weniger auf Petri zu verlassen.“

Hinter den Eisbären Berlin liegt ein äußerst erfolgreiches Wochenende. Jedenfalls, wenn man nach den Ergebnissen geht. 2:1 gegen Wolfsburg und 3:1 gegen Straubing macht am Ende sechs Punkte aus zwei Spielen. Aber mit der Leistung sind die Spieler noch nicht zufrieden, da gibt es weiterhin Luft nach oben und viel zu verbessern. Aber wenn man einen Petri Vehanen im Tor hat, kann ja eigentlich nicht viel schief gehen. Aber Micki DuPont meinte nach dem Spiel, dass man vielleicht mal versuchen sollte, sich nicht immer auf Petri zu verlassen:

Die Special Teams haben den Unterschied gemacht. Wir haben verdient gewonnen. Allerdings gab es ein paar Phasen, wo Straubing versucht hat, sein Spiel umzusetzen. Da haben sie uns phasenweise das Leben schwer gemacht. Aber in Unterzahl haben wir einen sehr guten Job gemacht. Hut ab vor unserem Torhüter Petri Vehanen, der hat richtig, richtig gut gehalten. Wir sollten in Zukunft vielleicht mal versuchen, uns weniger auf Petri zu verlassen. 

Der hoch gelobte Vehanen fand, dass man nicht das beste Eishockey gespielt hat:

Wir haben zwar nicht das beste Eishockey gespielt, aber wir haben toll gekämpft in diesem Spiel. In den wichtigen Momenten haben wir die Überzahl verhindert und kein Tor bekommen. Dann haben wir gleich vorne das Tor geschossen, das war wichtig. 

Thomas Oppenheimer sprach davon, dass man besser als am Freitag raus gekommen ist und dass es schön ist, dass man erneut einen Weg gefunden hat, um das Spiel zu gewinnen:

Wir haben am Anfang wieder viel zugelassen, aber wir sind schon besser raus gekommen wie am Freitag. Das Tor zum 1:1 hat uns nochmal Schwung gegeben. Aber vor allem hat uns das Unterzahlspiel Schwung gegeben. Kompliment an die Jungs, wir haben wieder einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. 

James Sheppard schaute nach dem Spiel beim Fan-Talk vorbei und war mit den sechs Punkten am Wochenende zufrieden:

Man freut sich sehr, wenn man zwei Siege einfahren kann vor so tollen Fans. Vielleicht war nicht alles perfekt bei dem Spiel, aber am Ende zählen die insgesamt sechs Punkte. Das stimmt mich zufrieden. 

Uwe Krupp bei der Pressekonferenz. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Uwe Krupp hatte mit einem harten Spiel gegen Straubing gerechnet und sah in der überstandenen doppelten Unterzahl die Schlüsselszene der Partie. 

Es war wieder das erwartet harte Stück Arbeit gegen Straubing. Es war ein hart umkämpftes Spiel. Der Schlüsselpunkt für uns war dass 5-gegen-3 gegen ein starkes Straubinger Überzahlspiel. Wir waren in der Lage, mit dem Rückhalt von Petri Vehanen die Sache zu überstehen. Das 3:1 war ein gewisses Polster, was wir am Ende auch über die Zeit gerettet haben. 

 

Straubings Coach Bill Stewart fand, dass seine Mannschaft einfach zu viele Strafen kassiert hat und sah in Petri Vehanen ebenfalls den besten Mann auf dem Eis:

Im ersten Drittel waren wir bei 5-gegen-5 sehr, sehr stark. Aber wir haben im ersten Drittel zu viele Strafzeiten bekommen. Dreimal ist zu viel. Im zweiten Drittel haben wir wieder zu viele Strafzeiten kassiert, aber wir haben gut gekämpft. Für uns ist in jedem Spiel die Offensive wichtig. Der Torhüter der Eisbären war mit Abstand der beste Spieler auf dem Eis.

3:1-Heimsieg gegen Straubing: Eisbären machen Sechs-Punkte-Wochenende perfekt

Ausgabe #4:

Die Eisbären Berlin setzen ihre kleine Siegesserie fort. Am Sonntagnachmittag setzten sich die Hauptstädter vor nur 8.923 Zuschauern (in Wirklichkeit sah es nach noch weniger Zuschauern aus) in der Arena am Ostbahnhof mit 3:1 (0:0,2:1,1:0) gegen die Straubing Tigers durch und feierten somit den dritten Sieg in Serie, bauten damit ihr Punktekonto auf neun Zähler nach vier Spielen aus. Aber auch dieser Sieg musste wieder hart erkämpft werden.

Im Vergleich zum Freitagspiel gegen Wolfsburg gab es erneut keine Änderung, es stand also dieselbe Berliner Mannschaft auf dem Eis wie gegen den Vizemeister.

Straubings Goalie Dimitri Pätzold hatte in der Anfangsphase jede Menge zu tun, hielt seine Mannschaft da im Spiel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Gegen Wolfsburg hatten die Eisbären den Start noch komplett verschlafen, das war gegen Straubing heute vollkommen anders. Die Eisbären kamen wild entschlossen aus der Kabine und begannen wie die Feuerwehr. Straubing sah sich zunächst in die Defensive gezwungen und mussten nach nur 85 Sekunden bereits die erste Strafe der Partie hinnehmen. Und das Powerplay der Eisbären sah durchaus gut aus, man erspielte sich auch gute Chancen, aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor von Dimitri Pätzold gehen.
Nach dem guten Start ließen es die Eisbären dann aber plötzlich ruhiger angehen. Man ließ Straubing ins Spiel kommen und auch die Niederbayern hatten in der Anfangsphase früh ihr erstes Überzahlspiel, welches ebenfalls sehr gut aussah, aber wo Petri Vehanen stets zur Stelle war.
Danach wurden Torchancen Mangelware, weil beide Mannschaften hinten kompakt standen und nicht mehr viel zuließen. Wenn etwas auf das Tor kam, waren beide Torhüter jeweils zur Stelle und hielten ihren Kasten sauber. Somit endete das erste Drittel torlos.

Knapp fünf Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, da klingelte es erstmals im Berliner Tor. Steven

Mark Olver erzielte im Mitteldrittel das so wichtige 2:1. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Zalewski konnte sich auf der linken Seite zu einfach gegen Micki DuPont durchsetzen und spielte die Scheibe rüber zu Jeremy Williams. Jonas Müller versuchte noch, die Schussbahn zuzumachen, aber Williams kam trotzdem zum Schuss und fand die Lücke am kurzen Pfosten und brachte die Tigers somit in Führung – 0:1 (25.).
Aber die Eisbären fanden gut vier Minuten später eine Antwort auf den Rückstand. In Überzahl fing Louis-Marc Aubry hinter dem Tor einen Pass der Straubinger ab, kurvte um das Tigers-Tor, brachte die Scheibe in den Slot, wo Thomas Oppenheimer lauerte und das Spielgerät im halbleeren Tor unterbringen konnte – 1:1 (29.).
Und nur zwei Minuten später hatten die Eisbären die Partie komplett gedreht. Mark Olver hatte an der blauen Linie die Scheibe für Daniel Fischbuch liegen lassen, der brachte die Scheibe Richtung Tor, wo Mark Olver bereits wartete und mit einer kurzen Täuschung Dimitri Pätzold keine Chance ließ und zum 2:1 einschießen konnte (31.).
Beide Mannschaften hatten danach jeweils ein Überzahlspiel und somit die Chance zum Torerfolg. Aber beide Überzahlspiele waren nicht wirklich gefährlich und somit auch nicht erfolgreich.
In der letzten Minute des zweiten Drittels kochten die Gemüter dann noch einmal hoch. Zum einen gab es eine kleine Rauferei zwischen Spielern beider Mannschaften, wo jedoch nur ein Straubinger aber mit Mark Olver und Jonas Müller gleich zwei Eisbären auf die Strafbank mussten. Und nur 15 Sekunden später kassierte Eisbären-Goalie Petri Vehanen eine Zwei-Minuten-Strafzeit wegen eines Stockschlags. Was war passiert? Ein Straubinger Spieler geriet im Zweikampf mit Frank Hördler vor dem Berliner Tor ins Straucheln und brachte dabei Vehanen zu Fall. Der Finne fand das gar nicht toll und revanchierte sich mit einem Stockschlag, was ihm jedoch eine Strafe und den Eisbären eine doppelte Unterzahl einhandelte. Das letzte Drittel konnten die Niederbayern also mit einer doppelten Überzahl beginnen und das beim Spielstand von 2:1 für die Gastgeber.

Auf ihre finnische Wand im Tor können sich die Eisbären derzeit verlassen. Zu Recht durfte Petri Vehanen daher nach dem Spiel mit den Fans die Welle machen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

72 Sekunden waren im Schlussdrittel rum, da musste mit Danny Richmond der nächste Eisbär in die Kühlbox. Es wurde also nicht einfacher für die Eisbären. Und Straubing versuchte natürlich, die doppelte Überzahl zum Ausgleich zu nutzen. Die Tigers fanden auch in ihre Powerplay-Formation und ließen die Scheibe gut laufen, aber das Penalty-Killing der Eisbären leistete eine überragende Arbeit und auch Petri Vehanen bewies einmal mehr seine Extra-Klasse im Tor. Mit vereinten Kräften überstanden die Eisbären die ersten drei Minuten im letzten Drittel in Unterzahl. Und was machten die Eisbären, als sie wieder komplett waren? Richtig, sie erhöhten auf 3:1. In der 44. Spielminute spielte Florian Busch die Scheibe quer rüber zu Micki DuPont, welcher trocken abzog und Pätzold keine Chance ließ. Der 200. Scorerpunkt der Nummer 25. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.
Der Gegentreffer war natürlich ein Riesenschock für Straubing nach der langen Überzahl zuvor. Und man merkte der Mannschaft von Coach Bill Stewart auch den Frust darüber an, denn fortan hatten die Eisbären drei weitere Überzahlspiele, konnten den Sack aber nicht frühzeitig zubinden und mussten somit bis zum Ende noch um die drei Punkte zittern.
Denn knapp zwei Minuten vor dem Ende der Partie hatte Steven Zalewski in Unterzahl die Riesenchance zum Anschlusstreffer, scheiterte bei seinem Alleingang jedoch am überragenden Petri Vehanen, der in letzter Sekunde retten konnte.
Danach passierte dann aber nichts mehr und die Hausherren brachten das 3:1 über die Zeit und feierten somit einen am Ende hart erkämpften Sieg, dem man vor allem Petri Vehanen zu verdanken hatte.

Der nächste Arbeitssieg ist eingefahren. Und der Knackpunkt der Partie war definitiv die überstandene

Ein Bild, an dass man sich gewöhnen könnte. Die Eisbären feiern den zweiten Heimsieg in Folge mit den Fans. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

doppelte Unterzahl zu Beginn des Schlussdrittels. Macht Straubing da den Ausgleich, kann die Partie kippen und auch zu Gunsten der Niederbayern ausgehen. Aber wie die Eisbären in der doppelten Unterzahl in der Defensive gearbeitet haben, war schon echt erstaunlich. Und selbst wenn die Niederbayern mal zu Chancen in der doppelten Überzahl kamen, dann konnten sich die Eisbären immer noch auf ihren Weltklasse-Keeper Petri Vehanen verlassen. Der Finne hatte wieder einige sensationelle Paraden dabei und hielt seiner Mannschaft damit die Führung fest.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass wir auch heute wieder keine konstante Leistung der Eisbären über 60 Minuten gesehen haben. Man begann wie die Feuerwehr, ließ danach im ersten Drittel aber auch ordentlich nach. Da müssen die Eisbären einen Weg finden, über 60 Minuten ihre Leistung durchzuziehen. Aber ein dickes Lob muss man der Defensive heute aussprechen, die hinten sehr kompakt stand und Straubing nur wenige Hochkaräter bei 5-gegen-5 ermöglichte. Und wenn man dann doch mal eine große Chance zu ließ, dann stand da eben noch diese finnische Wand namens Petri Vehanen.

O Captain, My Captain – André Rankel schießt die Eisbären im letzten Drittel zum 2:1-Sieg gegen Wolfsburg

Ausgabe #3:

Das war ein hartes Stück Arbeit. Vor 9.431 Zuschauern (!) in der Mercedes-Benz Arena setzten sich die Eisbären Berlin gegen Schlusslicht Grizzlys Wolfsburg knapp mit 2:1 (0:1,0:0,2:0) durch und feierten somit den zweiten Sieg in Folge und zugleich den ersten Heimsieg der noch jungen DEL-Saison. Matchwinner war zum einen Kapitän André Rankel mit zwei Toren und zum anderen Goalie Petri Vehanen, der seine Mannschaft mit starken Paraden immer wieder im Spiel hielt.

Keine Veränderung im Team der Eisbären, Chefcoach Uwe Krupp konnte also wieder nahezu in Top-Besetzung spielen lassen.

Die Eisbären feiern den ersten Heimsieg. Danach sah es nach den ersten 20 Minuten aber überhaupt nicht aus. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wolfsburg begann äußerst aggressiv, machte sofort deutlich, dass sie nach zwei Niederlagen zum Auftakt auf Wiedergutmachung aus sind. Und so dauerte es auch nur ganze 54 Sekunden, ehe die Scheibe erstmals im Berliner Netz lag. Ex-Eisbär Alex Weiß brachte den Puck mit der Rückhand aufs Tor, Petri Vehanen ließ nur prallen und Brent Aubin schaltete am schnellsten, kam an den Puck und schoss ihn über den am Boden liegenden Finnen ins Tor – 0:1 (1.).
Was für ein Schock für die Hausherren und Wolfsburg machte hier weiter gehörig Druck. Nach gut vier Minuten bekamen die Niedersachsen das erste Powerplay zugesprochen, in diesem aber kamen sie nicht zum nächsten Torerfolg, da dass Unterzahlspiel der Berliner durchaus gute Arbeit leistete.
Kaum wieder vollzählig, sahen sich die Eisbären den nächsten Wolfsburger Angriffen ausgesetzt. Es war fast schon ein Wunder, dass sie hier nicht längst höher hinten lagen. Einzig und allein Petri Vehanen war es zu verdanken, dass es nach wie vor nur 0:1 stand. Was vor allem auffiel, wie oft die Wolfsburger alleine auf den finnischen Goalie zulaufen konnten. Das darf den Eisbären in dieser Häufigkeit einfach nicht passieren.
Die Eisbären überhaupt nicht drin im Spiel, defensiv ohne Zuordnung und dann kassierte Sean Backman knapp zwei Minuten vor der ersten Drittelpause auch noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Checks gegen den Kopf und Nacken. Wolfsburg konnte diese numerische Überlegenheit bis zum Ende des Auftaktdrittels jedoch nicht ausnutzen und so stand es nach 20 Minuten 0:1 aus Berliner Sicht. Äußerst schmeichelhaft, zu überlegen war Wolfsburg.

Bekam ab dem zweiten Drittel deutlich mehr zu tun. Wolfsburgs Goalie Jerry Kuhn. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Zu Beginn des zweiten Drittels machten zunächst die Mannen von Chefcoach Pavel Gross weiter Druck, aber dann kamen auch die Eisbären besser ins Spiel und suchten den Weg in die Offensive, versuchten dort für Gefahr zu sorgen. Was Gross auffiel und ihn dazu brachte, nach 26 Minuten eine Auszeit zu nehmen.
Die Eisbären machten nun ordentlich Druck und suchten immer wieder den Abschluss. Aber egal, was sie auch versuchten, ein Wolfsburger Schläger oder aber Jerry Kuhn, der heute sein DEL-Debüt für Wolfsburg feierte, waren zur Stelle. Die Scheibe wollte einfach nicht über die Wolfsburger Torlinie gehen.
Und was machten die Niedersachsen im Mitteldrittel? Die waren längst nicht mehr so präsent wie noch in den ersten 20 Minuten, sorgten aber bei wenigen Kontern immer wieder für Gefahr. Und Ex-Eisbär Alex Roach, der vor allem durch ständiges provozieren auffiel, kassierte eine 2+10-Minuten-Strafe wegen Checks von Hinten.
Tore fielen im Mitteldrittel keine, somit stand es auch nach 40 Minuten weiterhin 0:1 aus Berliner Sicht.

Pure Erleichterung beim Torjubel der Eisbären nach dem 1:1-Ausgleich durch Rankel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Für das letzte Drittel hatten sich die Eisbären dann einiges vorgenommen und als Wolfsburg nach gut drei Minuten im Schlussabschnitt eine Strafe kassierte, bot sich den Eisbären in Überzahl die Chance zum Ausgleich. Ein klasse Pass von Nick Petersen auf den langen Pfosten, wo Kapitän André Rankel lauerte und die schwarze Hartgummischeibe problemlos im Tor von Jerry Kuhn unterbrachte – 1:1 (44.). Der Ausgleich war also gefallen und zu diesem Zeitpunkt auch mehr als verdient.
Knapp zwei Minuten später war Rankel schon wieder zur Stelle. Thomas Oppenheimer legte die Scheibe in den Slot, wo André Rankel angefahren kam und zum Schuss ausholte. Sein Schuss ging durch Jerry Kuhn’s Schoner und trudelte über die Linie – 2:1 (46.). Ein bisschen Glück muss man eben auch mal haben, jedoch war der Führungstreffer ebenso verdient wie der Ausgleich zuvor.
Auch danach nahmen die Eisbären den Fuß nicht vom Gaspedal, wollten weiter offensives Eishockey spielen und störten Wolfsburg mit aggressiven Forechecking schon früh in deren Drittel. Was den Niedersachsen sichtlich nicht schmeckte. Die letzte größere Chance der Wolfsburger gab es so sieben Minuten vor dem Ende der Partie zu verzeichnen, als Brent Aubin alleine auf Vehanen zu lief, im Finnen jedoch seinen Meister fand.
Letztendlich spielten die Eisbären das konsequent und souverän zu Ende, ließen hinten nicht mehr viel zu und hatten Pech, dass Aubry’s Schuss  30 Sekunden vor der Schlusssirene knapp am leeren Tor vorbei ging. Somit blieb es beim 2:1 nach 60 Minuten.

Petri Vehanen war einmal mehr der Fels in der Brandung. Folgerichtig wurde er nach dem Spiel von der Fankurve gefeiert. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wir warten immer noch auf das erste DEL-Spiel der Eisbären, in dem sie über 60 Minuten ihre Leistung konsequent durchziehen. Gegen Nürnberg und in Bremerhaven war es noch nicht der Fall gewesen und auch heute sahen wir wieder ein Spiel mit unterschiedlichen Dritteln. Im ersten Drittel waren die Eisbären überhaupt nicht bei der Sache, hinten stimmte die Zuordnung überhaupt nicht und man lud Wolfsburg förmlich zu Alleingängen ein. Im Mitteldrittel sollte es besser werden, da konnte man schon Druck auf das Wolfsburger Tor entfachen. Die Niedersachsen aber hielten mit allem, was sie hatten, dagegen. Im letzten Drittel mussten sich die Wolfsburger dem Druck der Eisbären dann aber doch geschlagen geben.
Die Berliner haben sich sozusagen von Drittel zu Drittel gesteigert und sicherten sich letztendlich den Sieg dank einer starken Moral und einem unbedingten Siegeswillen.

Doppel-Heimspiel-Wochenende: Eisbären treffen auf Wolfsburg und Straubing

Am kommenden Wochenende geht es in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit den Spieltagen Drei und Vier weiter. Für die Eisbären Berlin stehen an beiden Spieltagen Heimspiele an. Am Freitagabend ist Vizemeister Grizzlys Wolfsburg (Bully: 19:30 Uhr) zu Gast und am Sonntag kommt der letztjährige Pre-Play-Off-Gegner Straubing Tigers (Bully: 14:00 Uhr) in die Arena am Ostbahnhof. Für die Eisbären also die Chance, zu Hause direkt nachzulegen, nach dem man am Sonntag in Bremerhaven mit 7:2 erfolgreich war. 

Was zunächst einmal sehr deutlich klingt, war aber in Wirklichkeit ein sehr schweres Stück Arbeit. 40 Minuten lang war es ein Duell auf Augenhöhe, mit Chancen hüben wie drüben und streckenweise sogar leicht überlegenen Pinguins. Im letzten Drittel zeigten die Eisbären dann aber, warum sie eine Spitzen-Mannschaft in der Liga sind, als sie die Fehler der Bremerhavener eiskalt ausnutzten und das Spiel letztendlich deutlich für sich entschieden. Auch für Chefcoach Uwe Krupp fiel das Ergebnis am Ende ein bisschen zu hoch aus. 

Diese Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor werden die Eisbären auch morgen Abend brauchen, wenn es gegen den Vizemeister Wolfsburg geht. Denn die Niedersachsen werden mit ordentlich Wut im Bauch nach Berlin reisen, stehen sie doch als einziges Team mit null Punkten derzeit am Tabellenende. Dem 3:6 in Mannheim folgte eine 2:4-Pleite auf eigenem Eis gegen Köln. Daher ist die Stimmung beim Vizemeister derzeit auch nicht wirklich gut. Den Fehlstart auf die Ausfälle schieben tut Manager Karl-Heinz Fliegauf aber nicht (Quelle: aktuelle Ausgabe der Eishockey News vom 12.09.2017):

Damit können wir nicht zufrieden sein. Das können wir so nicht akzeptieren. Einige Spieler sind noch nicht in der Form, wie sie gebraucht werden. Die Ausfälle spielen dabei keine Rolle. Es fehlen Typen, die das Heft auch in die Hand nehmen. 

Da müssen sich die Eisbären also auf einen Gegner einstellen, der von der ersten Sekunde an hochmotiviert sein wird, den Fehlstart vergessen zu machen. Mit drei Niederlagen in die Saison starten will die Mannschaft von Trainer Pavel Gross mit Sicherheit nicht. Die Eisbären sollten also gewarnt sein.

Gegen Wolfsburg spielten unsere Jungs zuletzt sehr gerne – zumindest auf eigenem Eis. Fünf der letzten sechs Heimspiele gegen Wolfsburg wurden gewonnen und auch bei der Niederlage konnte man punkten. Und die Hauptstädter dürften auf Revanche brennen, verlor man doch in der letzten Saison das letzte Spiel in Wolfsburg mit 1:7. 

Am Sonntag gibt es dann das Wiedersehen mit den Straubing Tigers, die man in den Pre-Playoffs der letzten Saison ausschaltete. Die Niederbayern erlebten ein gemischtes Auftakt-Wochenende. Dem 4:2-Derbysieg in Ingolstadt folgte eine bittere 3:6-Heimniederlage gegen die Düsseldorfer EG. Somit werden die Mannen von Coach Bill Stewart ebenfalls auf Wiedergutmachung aus sein und wie gefährlich sie sind, haben sie bereits in Ingolstadt gezeigt.

Sieben der letzten acht Heimspiele gegen Straubing gewannen die Eisbären, die einzige Niederlage in diesem Zeitraum kassierte man bei einem 1:2 n.V. in der letzten Saison. 

Uwe Krupp: „Das zweite Drittel war nicht so, wie du als Trainer deine Mannschaft spielen sehen willst.“

Thomas Popiesch (Trainer Fischtown Pinguins Bremerhaven):

Vom Ergebnis her haben wir uns das natürlich anders vorgestellt. Es war natürlich unglücklich, dass der erste Angriff von Berlin gleich drin war. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, die Eisbären haben ihre Chancen immer besser genutzt. Wir haben genug Chancen gehabt, um das Spiel siegreich zu gestalten. Aber bei sieben Gegentoren wird das verdammt schwer. 

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

Wir wussten natürlich, dass mit Bremerhaven eine hochmotivierende Mannschaft hier sitzen wird, die bei ihrem Heimauftakt ein sehr starker Gegner sein wird. Und das war auch so. Das erste Drittel war, denke ich, sehr ausgeglichen und eng umkämpft. Das zweite Drittel war dann nicht so, wie du als Trainer deine Mannschaft auftreten sehen willst. Nach dem Anschlusstreffer haben wir uns wieder gefangen und etwas stabilisiert. Und im letzten Drittel, ja, auf der einen Seite rutscht die Scheibe rein, auf der anderen klappt es nicht. Damit war das Ergebnis am Ende relativ hoch, vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen.

Sieglos an der Küste: Eisbären wollen endlich den ersten Sieg bei Neuling Bremerhaven einfahren

Nach der sehr guten Vorbereitung hatten sich die Eisbären Berlin für den Saisonstart viel vorgenommen. Doch das erste Saisonspiel ging auf eigenem Eis verloren. Gegen die Thomas Sabo Ice Tigers setzte es trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung eine 2:4-Niederlage. Am 02. Spieltag treffen unsere Jungs nun auf die Fischtown Pinguins Bremerhaven, welche sich am ersten Spieltag bei den Kölner Haien erst mit 4:5 n.V. geschlagen geben mussten.

Und an der Küste gab es für die Berliner bisher nichts zu holen. In der vergangenen Saison trafen die Eisbären erstmals auf den damaligen DEL-Neuling und verloren prompt beide Spiele. Spiel Eins ging mit 1:3 verloren und Spiel Zwei mit 3:4. Morgen Nachmittag soll nun der erste Sieg an der Küste gelingen. Und zugleich der erste Saisonsieg.

Um diesen einzufahren, müssen die Eisbären an die ersten 20 Minuten von gestern Abend anknüpfen. Da spielte man sehr starkes Eishockey, setzte Nürnberg mit aggressiven Forechecking unter Druck und erspielte sich dadurch jede Menge Torchancen, wovon man zwei nutzen konnte.
Man darf halt nur nicht so spielen, wie ab Drittel Zwei gegen Nürnberg. Da nahm man den Fuß vom Gas und verlor komplett den Faden, was Nürnberg letztendlich eiskalt ausnutzte. Das sollte den Eisbären eine Lehre gewesen sein. Aber Uwe Krupp sagte ja gestern nach dem Spiel bei der Pressekonferenz bereits, dass man während der Saison Lektionen lernen würde und dass die gestrige die erste der neuen Saison war.

Einfach wird die Partie morgen Nachmittag aber nicht werden, denn Bremerhaven bot beim Saison-Auftakt in Köln eine starke Leistung und zwang das Top-Team der Haie in die Verlängerung. Auf die leichte Schulter darf man die Mannschaft von Coach Thomas Popiesch eben nicht nehmen. Die Pinguins kämpfen immer bis zum Schluss, haben sich auch nicht von einem 1:3-Rückstand aus der Ruhe bringen lassen und kamen 13 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit tatsächlich noch zum Ausgleich.

Die Eisbären müssen sich also auf eine bis zum Schluss kämpfende Bremerhavener Mannschaft einstellen. Eine Mannschaft, die ihr Spielsystem über 60 Minuten durchzieht und kein Spiel verloren gibt. Genau diese Einstellung müssen die Eisbären morgen Nachmittag ab 14 Uhr auch an den Tag legen, um die Küste erstmals siegreich zu verlassen. Denn ein gutes Drittel hat noch nie gereicht. Und das wissen die Eisbären nur allzu gut aus der letzten Saison.

2:4 nach 2:0 – Eisbären mit starkem Beginn, aber dann lassen sie ebenso stark nach und verlieren das Auftaktspiel verdient gegen Nürnberg

Ausgabe #2:

Die Vorfreude auf die neue Saison war riesig, die Euphorie im Umfeld der Eisbären Berlin groß. Und nach 20 Minuten war jene Euphorie unter den 10.884 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof auch noch deutlich gestiegen, denn da führten die Berliner nach einer sehr starken Leistung mit 2:0 gegen die Thomas Sabo Ice Tigers. Doch am Ende jubelten dann doch die Franken in der Hauptstadt, mit 2:4 (2:0,0:2,0:2) verloren unsere Jungs das Auftaktspiel der Saison nämlich und verpatzten somit den Start in die DEL-Saison 2017/2018.

Chefcoach Uwe Krupp konnte nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich Vincent Hessler, Sven Ziegler und Constantin Braun fehlten dem Berliner Trainer, alle Neuzugänge waren also mit dabei und feierten ihre Heim-Premiere in der DEL. Im Tor stand wie erwartete Stammgoalie Petri Vehanen.

Im ersten Drittel rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Tor von Andreas Jenike zu. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären begannen das erste Saisonspiel äußerst engagiert und hätten bereits nach 31 Sekunden in Führung gehen können, aber der Schuss vom neuen Verteidiger Blake Parlett ging nur an die Latte. Die Eisbären begannen hier sehr motiviert in diese Partie, spielten ein aggressives Forechecking und störten Nürnberg somit früh in deren Spielaufbau. Und die Hausherren sollten sich für diesen Aufwand auch früh belohnen. In der vierten Spielminute brachte Kapitän André Rankel die Scheibe vom rechten Bullykreis aus vor das Tor, wo Nürnbergs Neuzugang Tom Gilbert die Scheibe unglücklich ins eigene Tor abfälschte – 1:0. Der Kapitän also mit dem ersten Saisontreffer für die Eisbären.
Auch danach die Eisbären weiterhin am Drücker, Nürnberg hatte mit der Spielweise der Eisbären große Probleme. Aber einmal waren die Franken brandgefährlich. In der siebten Minute wurde Dane Fox am langen Pfosten angespielt, aber Petri Vehanen war mit einem Wahnsinns-Save zur Stelle und rettete die Führung.
Und diese bauten die Hausherren in der zwölften Minute aus. Berlin im Angriff, Nick Petersen vertändelte zwar die Scheibe, aber über Umwege kam das Spielgerät zu Jens Baxmann, welcher im Angriffsdrittel in Position lief und den Puck mit einem satten Schuss im Tor von Andreas Jenike versenken konnte – 2:0.
Danach nahmen die Eisbären den Fuß etwas vom Gaspedal, bestimmten das Spiel aber weiterhin und führten somit hochverdient mit 2:0 nach 20 Minuten. Die Fans in der Mercedes-Benz Arena verabschiedeten die Mannschaften mit ganz viel Applaus in die Kabine.

Kleine Meinungsverschiedenheit im Mitteldrittel. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und in der Nürnberger Kabine muss es sehr laut geworden sein und man muss sich überlegt haben, wie man hier ins Spiel finden kann. Jedenfalls kamen die Franken hochmotiviert zurück auf das Eis und setzten die Eisbären direkt unter Druck. Yasin Ehliz traf nur die Latte (22.), Marco Pfleger (23.) und Taylor Aronson (25.) den Pfosten. Nürnberg hatte nun also ins Spiel gefunden und die Eisbären konnten von Glück reden, dass sie noch vorne lagen.
Dann folgte der Knackpunkt der Partie, was beide Trainer auch nach Spielende bei der Pressekonferenz als diesen ausmachten. Die Eisbären hatten hintereinander ein doppeltes und einfaches Überzahlspiel. 31 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber die Eisbären konnten diese große Gelegenheit zur Vorentscheidung nicht ausnutzen. Louis-Marc Aubry hatte dabei die beste Chance, doch er traf nur die Latte (30.).
Und so kam das, was sich längst angedeutet hatte. Nürnberg konnte sechs Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels verkürzen. Patrick Reimer mit einem Sahne-Pass auf Steven Reinprecht, der frei vor Vehanen auftauchte und den Puck per Rückhand im Tor versenkte – 2:1 (34.).
Und nur vier Minuten später war es Brandon Segal, der das Spiel wieder von vorne beginnen ließ – 2:2 (38.).
Nürnberg hatte in diesem Drittel also das Spiel ausgleichen können und das auch verdient. Beim etwas mehr Schussglück hätten die Mannen von Coach Rob Wilson hier auch führen können.

Jonas Müller (vorne) und Marcel Noebels versuchen den Pass des Nürnbergers zu verhindern. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären mussten in der Drittelpause einen Weg finden, um wieder zurück in diese Partie zu finden. Und die Eisbären kamen gut aus der Kabine, suchten sofort den Weg in die Offensive und hatten auch Chancen, aber kein Glück im Abschluss. Und Nürnberg? Die trafen mit der ersten Chance im Schlussdrittel und drehten die Partie komplett. Es lief die 45. Spielminute, als Taylor Aronson die Scheibe auf die linke Seite passte, wo Philippe Dupuis den Puck direkt nahm und Petri Vehanen am kurzen Pfosten irgendwie überwinden konnte – 2:3. Da sah der finnische Goalie der Eisbären nicht wirklich gut aus.
Danach weiterhin die Eisbären am Drücker, aber weiterhin ohne das nötige Glück im Abschluss. Und Nürnberg sorgte dann für die endgültige Entscheidung. Dane Fox kam über die linke Seite vor das Tor, wurde nicht angegriffen, zog ab und tunnelte Vehanen zum 2:4 (50.).
Danach spielten die Franken das clever zu Ende. Die Eisbären rannten zwar an, aber Nürnberg stand sehr sicher in der Defensive und ließ nichts mehr anbrennen. Und wenn doch was durch kam, war Andreas Jenike zur Stelle.
Beide Mannschaften noch mit einer Auszeit und Uwe Krupp nahm zudem noch Vehanen zu Gunsten eines sechsten Spieler vom Eis, aber auch das half nicht mehr. Am Ende setzten sich die Ice Tigers mit 4:2 in der Hauptstadt durch.

Eine bittere und unnötige Niederlage zum Saisonauftakt. Die Eisbären haben den besten Start, den man sich wünschen kann, verlieren dann aber im Mitteldrittel völlig den Faden und haben Glück, dass sie nicht schon nach 40 Minuten hinten liegen. Im Schlussdrittel hatte man sich dann zwar viel vorgenommen, aber manchmal versuchte man es mit der Brechstange, manchmal mit Einzelaktionen. Zudem unterliefen der Mannschaft zu viele Fehler im Aufbauspiel, was Nürnberg in die Karten spielte. Die Franken machten im letzten Drittel nicht viel fürs Spiel, trafen aber trotzdem zweimal und entschieden das Spiel somit für sich. Das macht eben eine Spitzen-Mannschaft aus. Sie macht in den richtigen Momenten die entscheidenden Tore. Heute war das Nürnberg und somit geht der Sieg der Gäste auch in Ordnung.

Saison-Auftakt gegen Nürnberg: Eisbären gehen hochmotiviert in die neue Saison und wollen den nächsten Schritt machen

Wie lange haben wir darauf gewartet: Es geht endlich wieder los. Die DEL-Saison 2017/2018 startet morgen Abend und die Eisbären Berlin erwarten zum Auftakt gleich einmal einen sehr schweren Gegner in der Arena am Ostbahnhof. Mit den Thomas Sabo Ice Tigers treffen unsere Jungs auf einen von vielen Titel-Kandidaten. Für die Berliner wird das erste Saisonspiel also gleich einmal zum ersten Härtetest der neuen Saison werden.

Und in der Hauptstadt freut man sich riesig auf die neue Saison und sieht dem Saisonstart daher hochmotiviert entgegen, wie Coach Uwe Krupp im Vorfeld der Partie gegen Nürnberg sagte (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 07.09.2017):

Ich sehe eine sehr gute Entwicklung in unserer Truppe seit dem ersten Trainingstag. Jeder ist gespannt auf das erste Punktspiel. Wir starten hochmotiviert und ambitioniert in die Saison. Mit Nürnberg treffen wir sofort auf einen sehr starken Gegner. Wir werden uns warm anziehen und werden mit der Euphorie des ersten Heimspiels und unseren Fans im Rücken ein gutes Eishockeyspiel bieten.

Als Saisonziel hat Chefcoach Uwe Krupp die direkte Playoff-Qualifikation ausgegeben, aber er sprach bei der gestrigen Saison-Eröffnungs-Pressekonferenz auch davon, dass man nun den nächsten Schritt gehen will. Und der wäre demnach der Einzug ins Finale. Eine mutige Ansage von Krupp, der jedoch andere Mannschaften als Favoriten ausmacht:

Oben erwarte ich neben München auch Köln und Mannheim. Dahinter gibt es eine weitere Gruppe von Teams, die sich nach oben orientiert. Dazu wollen wir gehören. Und wenn es geht, ganz oben mitmischen.

In die neue Saison können die Eisbären nahezu in Bestbesetzung starten. Alle Neuzugänge sind dabei, es werden nur Vincent Hessler und Constantin Braun fehlen. Zudem sind die Youngster Maximilian Franzreb, Maximilian Adam und Charlie Jahnke für Kooperationspartner Weißwasser im Einsatz.
Zudem hat Uwe Krupp ein Luxus-Problem, denn aktuell stehen 22 Spieler zur Verfügung, nur 21 Spieler dürfen allerdings mitwirken. Keine so leichte Aufgabe für den Berliner Chefcoach.

Mit Nürnberg treffen unsere Jungs morgen Abend auf einen Gegner, der ihnen in der letzten Saison das Leben sehr schwer gemacht hat. Nur ganze zwei Punkte von maximal zwölf möglichen Zählern konnten die Eisbären gegen die Franken einfahren. Das gelang bei einem 3:2-Sieg n.P. auf eigenem Eis. Das zweite Match in Berlin ging mit 1:3 verloren. Noch deutlicher wurde es dagegen im Frankenland, wo die Eisbären mit 2:5 und 1:6 unter die Räder kamen.
In Berlin fühlte sich Nürnberg zuletzt eh sehr wohl, gewann in den letzten beiden Jahren immer eine Partie während der Hauptrunde. Zuvor feierte Nürnberg nur ein Sieg in elf Gastspielen an der Spree.

Während die Eisbären eine sehr gute Vorbereitung spielten, war die der Nürnberger nicht unbedingt so erfolgreich. Vier Siege feierten die Mannen von Coach Rob Wilson, drei Niederlagen kassierte das Team der Ice Tigers. Vor allem die deutliche Klatsche beim französischen Club Gap (3:6) sorge für viel Unmut im Umfeld.
Aber die Franken verfügen dennoch über ein sehr starkes Team, welches man definitiv in dieser Saison auf der Rechnung haben muss. Die Ice Tigers haben sich sehr gut verstärkt und werden im Kampf um die ersten sechs Plätze auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden. In Nürnberg sind auch zwei ehemalige Eisbären-Spieler aktiv – Verteidiger Milan Jurcina und Stürmer Petr Pohl.
Das Saisonziel der Franken ist von Hauptsponsor Thomas Sabo klar und deutlich formuliert. Man will in die Champions Hockey League, nicht mehr und auch nicht weniger.

Los geht die Partie zwischen den Eisbären Berlin und den Thomas Sabo Ice Tigers morgen Abend um 19:30 Uhr in der Mercedes -enz Arena. Telekom Sport überträgt wie gewohnt die Partie auf seinen Plattformen live. 

Das Team der Eisbären Berlin für das Heimspiel am 01. Spieltag gegen die Thomas Sabo Ice Tigers am 08.09.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Für Weißwasser im Einsatz:

Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke

Verletzt:

Vincent Hessler (Rücken), Constantin Braun

6 Siege, 2 Niederlagen, 34:23-Tore: Eine Vorbereitung, die Lust auf mehr macht und auf eine erfolgreiche Saison hoffen lässt

Am 02. April absolvierten die Eisbären Berlin ihr letztes Pflichtspiel im Playoff-Halbfinale beim späteren Meister Red Bull München. Es folgte eine elend lange Sommerpause, in der allerdings viel bei den Hauptstädtern passierte. Im August starteten die Eisbären mit ihrem Vorbereitungsprogramm, um bestmöglich in die neue DEL-Saison zu starten, welche am Freitagabend mit einem Heimspiel gegen die Thomas Sabo Ice Tigers (Bully: 19:30 Uhr) endlich beginnt.

Und die Eisbären-Fans sehen der neuen Saison hoffnungsvoll entgegen und freuen sich darauf, dass es endlich wieder losgeht. Zum einen, weil dann die lange Zeit des Wartens endlich ein Ende hat und zum anderen, weil die gezeigten Leistungen der Eisbären während der Vorbereitung Lust auf mehr gemacht haben und weil sie hoffen lassen auf eine erfolgreiche DEL-Saison 2017/2018.

Acht Testspiele absolvierten die Berliner, sechs davon gewannen sie und nur zwei Spiele gingen verloren. 34 Tore erzielten die Eisbären, was einen Schnitt von vier Toren pro Spiel macht. Wenn die Jungs das in der Hauptrunde fortsetzen würden, wäre Chefcoach Uwe Krupp sicherlich sehr erfreut darüber. 23 Gegentore kassierten die Eisbären, davon aber nur in zwei Spielen mehr als drei. Diese zwei Spiele waren aber ausgerechnet die letzten beiden Spiele beim Turnier in Graz, als man sechs Gegentore gegen die Gastgeber und fünf Gegentreffer gegen den Turniersieger Lahti kassierte.

Den ersten Eindruck, den die Mannschaft in der Vorbereitung vermittelt hat, ist ein guter. Die Mannschaft wirkt sehr spielfreudig, die Neuzugänge wurden gut integriert und man präsentierte den Fans schon die ein oder andere tolle Kombination, welche dann auch noch mit einem Tor krönend abgeschlossen wurde. Am Spielstil der Eisbären merkte man schon, dass mit Clément Jodoin ein sehr erfahrener Co-Trainer nun hinter der Bande steht, dessen Erfahrung der Mannschaft bisher sehr hilfreich ist. Sowohl im Traing als auch im Spielbetrieb hat man Veränderungen im Vergleich zur letzten Saison gesehen und diese waren durchweg positiv.

Was bisher auffällig ist, die Eisbären scheinen endlich über 60 Minuten konzentriert zu Werke zu gehen, geben kein Spiel verloren sondern kämpfen bis zur letzten Sekunde um den Sieg. Als Beispiel sei da nur das vorletzte Testspiel gegen Graz erwähnt, als man 63 Sekunden vor dem Ende noch mit 4:6 hinten lag, sich aber tatsächlich noch in die Verlängerung rettete und das Spiel letztendlich im Penaltyschießen sogar noch für sich entscheiden konnte. Die Moral der Mannschaft ist also schon mal in Takt. In der vergangenen Saison hatte man doch des Öfteren bemängeln müssen, dass die Mannschaft immer nur ein oder zwei gute Drittel zu Stande brachte. Das scheint diese Saison anders zu sein.

Auch ist bereits zu sehen, dass die Eisbären in der Offensive wieder deutlich mehr Durchschlagskraft haben, was der Fakt beweist, dass man in sechs der acht Testspiele drei oder mehr Tore erzielen konnte. Das Toreschießen war ja in der vergangenen Saison noch so ein Problem bei den Eisbären, was dank der Neuzugänge wohl der Vergangenheit angehören dürfte.
So auch die Tatsache, dass man nur von einer, maximal zwei Reihen, abhängig ist. Der Kader ist tief genug besetzt und Chefcoach Uwe Krupp kann vier starke Angriffsreihen ins Spiel schicken, wo von jeder Reihe Torgefahr ausgehen kann. Somit sind die Eisbären wieder schwerer auszurechnen als noch im letzten Jahr.

In der Vorbereitung haben zudem Sorgenkinder der letzten Saison ihren Torriecher wieder gefunden. Jamie MacQueen zum Beispiel war mit sechs Treffern der erfolgreichste Spieler im Team der Eisbären, dicht gefolgt von Florian Busch mit vier Toren. MacQueen war mit insgesamt zehn Scorerpunkten (6 Tore/4 Vorlagen) zusammen mit Neuzugang Martin Buchwieser (3/7) Top-Scorer der Eisbären in der Vorbereitung.

Auch die Neuzugänge haben sich bereits toll eingefügt ins Berliner Team. Neben Buchwieser trugen sich auch James Sheppard (0/5), Danny Richmond (2/3), Blake Parlett (1/2), Thomas Oppenheimer (1/2) und Mark Olver (1/1) in die Scorerliste ein. Lediglich Sean Backmann hat noch keinen Punkt erzielt, absolvierte aber auch erst am zurückliegenden Wochenende seine ersten Spiele für die Eisbären Berlin.

Die Neuzugänge haben in der Vorbereitung bewiesen, dass sie den Eisbären definitiv weiterhelfen können. Danny Richmond und Blake Parlett harmonieren sehr gut zusammen in der Defensive und haben auch bereits angedeutet, dass sie nach vorne durchaus sehr gefährlich werden können. Martin Buchwieser macht das, was er schon immer am Besten konnte – Tore schießen und vorbereiten. James Sheppard zeigte uns schon so manchen traumhaften Pass, womit er seinen Mitspielern eine Chance ermöglichte. Und auch Thomas Oppenheimer und Mark Olver deuteten ihr Können durchaus aus.

Die Vorbereitung hat gezeigt, dass mit den Eisbären wieder zu rechnen ist. Das Team wurde durch sehr gute Neuzugänge verstärkt, der Kader hat wesentlich mehr Tiefe und Erfahrung als noch im letzten Jahr, vor dem Tor scheinen die Eisbären ihren Torhunger wieder gefunden zu haben. Wenn man jetzt noch an der größten Schwachstelle der letzten Saison arbeitet – dem Powerplay – dann sind die Hauptstädter wieder ein ernstzunehmender Kandidat für die ersten sechs Plätze und die damit verbundene direkte Playoff-Qualifikation. Wenn die Eisbären von schwerwiegenden Verletzungen und Problemen während der Hauptrunde verschont bleiben, ist ein Platz unter den ersten Vier durchaus realistisch. Ob es in dieser Saison aber bereits mit dem Traum vom achten Stern was wird, ist doch noch sehr fraglich. Da wirkt Titelverteidiger München doch noch wesentlich stärker besetzt als die Eisbären und dann gibt es da ja auch noch andere Titel-Kandidaten wie Mannheim, Köln oder Nürnberg. Aber wer weiß, wenn die Eisbären in der Hauptrunde ins Rollen kommen und das dann auch mit in die Playoffs nehmen können, ist durchaus alles möglich.

Aber bis zu den Playoffs ist es noch ein sehr weiter Weg. Jetzt steht erst mal der Start der 52 Spieltage langen Hauptrunde an. Und auf diese freuen wir uns nach den gezeigten Leistungen der Eisbären in der Vorbereitung umso mehr. Denn diese hat definitiv Lust auf mehr gemacht und sie hat viel Hoffnung verbreitet, dass man in der Hauptstadt nach durchwachsenen Jahren endlich wieder besseren Zeiten entgegen geht.

In diesem Sinne, auf eine spannende und möglichst erfolgreiche DEL-Saison 2017/2018!

Euer Walker