1:2 n.V. in Spiel Fünf: Playoff-Fight, Feueralarm, Klarer Punktsieg auf den Rängen, Saisonende

Ausgabe #31:

Aus und vorbei: Die DEL-Saison 2016/2017 ist für die Eisbären Berlin seit Sonntagabend beendet. Gut einen Monat später als noch während der Hauptrunde gedacht. Denn wer hätte noch zum Ende der Hauptrunde hin gedacht, dass unsere Jungs Anfang April noch Eishockey spielen würden? Wohl niemand, auch ich nicht. Und genau aus diesem Grund konnte man gestern Abend mit Stolz die Mannschaft in die Sommerpause verabschieden. Nicht für die Leistung in der Hauptrunde, über die sicherlich noch geredet werden muss. Nein, für die grandiosen Playoffs, in der die Mannschaft gezeigt hat, was alles möglich gewesen wäre. Letztendlich war München zwar die erwartete Nummer zu groß, aber man hat dem Top-Favoriten trotzdem alles abverlangt und vier von fünf Spielen knapp gehalten. Aber natürlich reichen je ein Treffer in vier von fünf Halbfinalspielen gegen München eben nicht aus, um ins Finale einzuziehen. Aber sie haben trotzdem alles gegeben, bis zum Ende mit viel Leidenschaft gekämpft und konnten so erhobenen Hauptes gestern Abend das Eis der Münchner Olympia-Eishalle verlassen.

Olympia-Eishalle München. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Unterstützt von rund 500 Fans in der ausverkauften Olympia-Eishalle in München entwickelte sich von Beginn an ein Playoff-Spiel auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften begannen Spiel Fünf äußerst engagiert, machten von Beginn an viel Druck. Die Hausherren machten dabei aber mehr Druck und erarbeiteten sich in der Anfangsphase auch ein Chancenplus, jedoch war Petri Vehanen immer wieder zur Stelle. Wie so oft in dieser Saison.
Fortan schaffte es München, immer wieder Lücken in der Berliner Defensive zu finden und konnten so einen 3-auf-1- und einen 2-auf-1-Konter fahren, aber Bruno Gervais und Jonas Müller waren im entscheidenden Moment zur Stelle und verhinderten somit den Rückstand.
Aber auch die Eisbären schafften es mit zunehmender Spieldauer immer wieder vor das Tor der Gastgeber, aber es musste ein Fehler der Münchner herhalten, um hier in Führung zu gehen. Daryl Boyle wollte das Spiel aus dem eigenen Drittel von hinter dem Tor aufbauen, sein Pass fiel jedoch direkt vor den Schläger von Laurin Braun. Die Nummer Zwölf der Eisbären ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und zog trocken ab, sein Schuss schlug hinter Danny Aus den Birken im Tor ein – 1:0 (14.).
Nach dem 1:0 waren nun die Gäste aus der Hauptstadt besser im Spiel und wollten hier gleich nachlegen. Und in Überzahl hatte man auch die Chance dazu. Im Vergleich zu Spiel Vier von Freitag in Berlin sah das Powerplay auch schon deutlich besser aus, aber erfolgreich war es trotzdem nicht. Dennoch nahmen die Berliner eine 1:0-Pausenführung mit in die Kabine.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte München dann selbst die Chance, in Überzahl auszugleichen. Aber

Powerplay für die Eisbären und Frank Hördler versucht es von der blauen Linie. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

das Penaltykilling der Eisbären leistete gute Arbeit und so überstand man das beste Powerplay der Liga schadlos.
Dann die Riesenchance für die Eisbären, hier nachzulegen. Nach einem hohen Stock mit Verletzungsfolge bekam Konrad Abeltshauser eine Spieldauer, Berliner fortan also fünf Minuten in Überzahl. Und die Eisbären machten Dampf, erspielten sich gute Chancen. Bruno Gervais scheiterte am Pfosten, Spencer Machacek direkt im Nachschuss. Die Eisbären zwischenzeitlich sogar für 56 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber diese große Chance auf das 2:0 vergaben sie.
Das Spiel nahm immer mehr an Fahrt auf, wurde immer intensiver und eines Playoff-Spiels mehr als würdig. Mitte des Spiels folgte dann auch noch ein schöner kleiner Kampf zwischen Michael Wolf und Micki DuPont. Das Spiel bot eben alles, was ein Playoff-Spiel ausmacht. Aus Berliner Sicht einzig mit dem Manko, dass man nicht das 2:0 nachlegen konnte. Und so passierte eben das, was immer im Sport passiert, wenn man seine Chancen nicht nutzt.
Frank Mauer lief einen Konter und ließ freistehend vor Petri Vehanen dem finnischen Goalie keine Chance – 1:1 (33.). Das erste Mal, dass es an diesem Sonntagnachmittag mal laut wurde in dieser Halle. Ansonsten waren nämlich nur die 500 Eisbären-Fans zu hören. Heimspiel-Atmosphäre in der Olympia-Eishalle.
Gegen Ende des Drittels noch einmal ein Powerplay für unsere Jungs, aber auch dieses blieb ungenutzt, weshalb es nach 40 Minuten 1:1-Unentschieden stand.

Endstation Petri Vehanen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein ins Schlussdrittel, wo beide Mannschaften gleich einmal die Chance hatten, in Überzahl das 2:1 zu erzielen. Beide Strafen resultierten aus einer Spielverzögerung, denn beide Mannschaften agierten nun mit einem aggressiven Forechecking, versuchten den Gegner so jeweils früh zu stören. Genutzt werden konnten die Überzahlspiele aber nicht, weiterhin stand es 1:1.
Dann lief die 48. Spielminute, als plötzlich eine Sirene in der Halle losging, man aber nicht wusste, was jetzt eigentlich passiert war. Das Spiel lief weiter, auf den Rängen wurde es unruhig und erneut ertönte die Sirene. Es war ein Feueralarm, der hinter dem Eisbären-Block ausgelöst wurde. Das Problem war nur, dass man die Ansagen in der Halle nicht wirklich verstand, die Tribüne hinter den Spielerbänken bereits geräumt wurde und wenig später auch die weiteren Blöcke, nur uns Berliner ließ man um Unklaren, was wir jetzt machen sollten. Auf meine Nachfrage bei einer Ordnerin, was wir nun tun sollten, meinte Sie nur „Keine Ahnung, wir bekommen keine Anweisung, weder die Ordner noch die Polizei“. Großes Kino, sämtliche Blöcke waren fast vollends geleert, nur der Gästeblock war zum Teil noch gefüllt. Mit der Krönung, dass man drin die Anweisung erhielt, die Halle zu verlassen, es vor den Blöcken gleichzeitig aber die Anweisung gab, alle wieder rein. Dafür, dass man in solchen Situationen die Ruhe bewahren muss, war das in München das reinste Chaos und nicht zu entschuldigen. Es hätte wer weiß was passieren können und der Notfallplan in München hat mehr als versagt, weil man weder die Ansagen über die Lautsprecher verstanden hatte noch von den Ordnern über den weiteren Vorgang informiert wurde. So etwas habe ich in etlichen Auswärtsfahrten, seit dem ich Fan bin – und das sind schon 22 Jahre – noch nicht erlebt. Ein Armutszeugnis für Red Bull München und deren Halle.
20 Minuten war die Partie unterbrochen, wir Berliner Fans nahmen es inzwischen mit Galgenhumor und forderten „Freibier für Alle“ und „Reißt die Hütte ab“. So nach und nach füllte sich die Arena wieder und es konnte weiter gespielt werden.
Fortan entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, beide Mannschaften suchten immer wieder den Weg vor das Tor und wollten die Entscheidung erzwingen. Aber die größte Chance bot sich den Eisbären in den letzten zwei Minuten, als sie noch einmal in Überzahl agieren konnten. Und erneut konnten die Eisbären viel Druck erzeugen und sich auch Chancen erspielen, aber Danny Aus den Birken hielt seine Mannschaft im Spiel und rettete sie in die Verlängerung. Was ja in diesen Playoffs nichts Neues mehr für die Eisbären war.

Und in der Overtime entwickelte die Gastgeber dann doch schon einen ungeheuren Druck. Die Eisbären kamen zwar auch immer mal wieder vor das Tor von Aus den Birken, aber der Druck der Hausherren nahm schon sichtlich zu. Die Eisbären konnten sich aber noch einmal von dem Druck befreien und setzten München selbst noch einmal unter Druck, weshalb München sich nicht anders zu helfen wusste, als die Scheibe dreimal unerlaubt aus dem eigenen Drittel zu schießen. Da München daraufhin nicht wechseln durfte, nahm Coach Don Jackson eine Auszeit, um seiner Mannschaft eine Pause zu verschaffen.
70 Minuten waren gespielt, da kassierte Jonas Müller eine Strafe wegen Behinderung. Powerplay München, bisher überstanden die Eisbären die Unterzahlspiele alle schadlos. Aber dieses Unterzahlspiel sollte die Entscheidung bringen. München im Angriffsdrittel, mit dem Querpass auf den langen Pfosten, wo Michael Wolf lauerte und den Puck per Direktabnahme im Tor versenkte – 2:1 nach 71:16 Minuten. Vorbei war sie damit, die Saison der Eisbären Berlin. Aber noch nicht für uns Fans, denn was danach folgte, war großes Kino und nur ein erneuter Beweis, dass die Eisbären Berlin die geilsten Fans der Welt haben.

Die Partie endete gegen 19:45 am Sonntagabend in der Olympia-Eishalle und wir Fans standen noch bis 20:30 Uhr im Gästeblock und feierten die Eisbären für grandiose Playoffs, während sich die Blöcke der Münchner nach kurzer Feier mit der Mannschaft relativ schnell leerten. Unfassbar, dass man seine Halle nach dem Finaleinzug so schnell verlässt. Wir hätten den Finaleinzug gebührend gefeiert – IN DER ARENA! So war die Olympia-Eishalle fest in Berliner Hand und wir sangen und sangen und sangen. Immer weiter, ohne die Eisbären wollten wir die Heimreise nicht antreten. Und immer wieder kamen Spieler aus der Kabine und bedankten sich für die grandiose Unterstützung bei uns. Marcel Noebels, Micki DuPont und Charles Linglet kamen direkt vor den Block und ließen sich auch zu einer kurzen „La Ola“ überreden. Nicht selbstverständlich nach dem Saison-Aus, aber auch das sind eben die Eisbären. Und als wir immer noch nicht gehen wollten, kam Bruno Gervais direkt vor den Block. Er stand nicht auf dem Eis, nein, er kam direkt vor den Block und bedankte sich bei uns Fans für die grandiose Unterstützung, er meinte auch, wir seien die besten Fans der Welt und Berlin der beste Ort. Ob es Abschiedsworte der Nummer Drei waren? Man weiß es nicht, aber es war eine große Geste von Bruno Gervais.
Kurz nach 20:30 Uhr verließen wir sie dann doch, die Olympia-Eishalle in München. Mit einem weinenden (Saisonende) aber auch einem lachenden Auge, weil man mit Stolz in die Sommerpause gehen kann. Nicht wegen der Hauptrunde, nein, wegen der Playoffs, die uns alle so begeistert haben. Und die uns mehr als entschädigt haben für die grausame Vorrunde.

Florian Busch: „Um in München zu gewinnen, muss schon ein perfekter Tag her“

Florian Busch (Stürmer Eisbären Berlin):

Das erste Drittel war okay. Im zweiten Drittel waren wir besser, aber da haben wir natürlich unglücklich die zwei Tore kassiert. Da müssen wir einfach die Dinger vorne machen. Wir haben gute Chancen gehabt im zweiten Drittel. Im dritten Drittel hat München das einfach schlau gespielt. Wir haben heute nicht schlecht gespielt und jeder hat hart gearbeitet. Aber um in München zu gewinnen, muss schon ein perfekter Tag her.

Julian Talbot (Stürmer Eisbären Berlin):

Eigentlich haben wir alles richtig gemacht. Wir haben gut gespielt, wir haben hart gespielt, wir haben wie eine Mannschaft gespielt, wir haben viele Schüsse auf das Tor gebracht. Aber wie es so ist im Hockey, es gibt sogenannte „Lucky Bounces“ und die haben leider im zweiten Drittel zu zwei Gegentoren geführt. München hat danach schlauer gespielt. Wir müssen das abschütteln und uns auf das Wesentliche konzentrieren. Wir wissen, dass es schwer ist, in München zu gewinnen. Aber wir haben es in Spiel Eins gezeigt, dass wir es können.

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

Im ersten Drittel hatte München recht gute Chancen, aber wir haben mit ein bisschen Glück und viel Aufwand das Überzahlspiel, was sie hatten, verteidigen können und Petri Vehanen war zur Stelle. Wir haben dann das 1:0 geschossen und sind mit der 1:0-Führung ins zweite Drittel gegangen, in dem wir, glaube ich, ein gutes Drittel gespielt haben. Vielleicht das beste Drittel in dieser Serie. Aber München hat dann relativ humorlos zwei Fehler von uns ausgenutzt und ist damit halt in Führung gegangen.

Don Jackson (Trainer Red Bull München):

Es war das erwartet schwere Spiel. Im ersten Drittel konnten wir trotz guten Chancen kein Tor machen. Wir haben gut verteidigt, lagen aber trotzdem 1:0 zurück. Danach war Berlin aktiver, aber wir haben es geschafft, aus drei Chancen zwei Tore zu erzielen. Hut ab vor unserer Mannschaft, wie sie das Spiel im letzten Drittel nach Hause gebracht hat.

Danny Aus den Birken (Torhüter Red Bull München):

Wir haben kompakt gut gespielt. Das war enorm wichtig. Wir haben gewusst, dass Berlin heute nochmal alle Kräfte zusammen nimmt und viel Druck macht. In Berlin sind vor allem die ersten Minuten immer sehr schwer, aber die haben wir, denke ich, sehr gut überstanden. Es war ein Kampf und ein guter Sieg. Unser PK war auch heute wieder sehr gut.

1:3 gegen München: Eisbären mit großem Kampf, doch am Ende entscheiden Kleinigkeiten das Spiel

Ausgabe #30:

War es das schon gewesen? Die Eisbären Berlin haben Spiel Vier in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena gegen den EHC Red Bull München mit 1:3 (1:0,0:2,0:1) verloren und liegen mit dem selben Ergebnis in der Halbfinalserie nun hinten. Am Sonntag kann München in eigener Halle den Sack zumachen und erneut ins DEL-Finale einziehen. Aber auch da werden es die Eisbären ihnen nicht leicht machen, so wie auch heute Abend vor 14.200 Zuschauern.

Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp musste heute auf Jens Baxmann, Barry Tallackson, Louis-Marc Aubry und Sven Ziegler verzichten. Im Tor stand erneut Petri Vehanen, der in Spiel Drei noch das letzte Drittel von der Bank aus anschauen durfte.

Zu Beginn der Partie waren beide Mannschaften auf eine sichere Defensive bedacht, ließen nicht wirklich viel zu. Dafür spielten beide ein aggressives Forechecking und versuchten so, den Gegner immer wieder früh im Spielaufbau zu stören. Mit zunehmender Spieldauer kam München immer wieder gefährlich vor das Eisbären-Tor, aber Petri Vehanen hielt sein Tor sauber. Auch eine Unterzahl überstandeb die Eisbären im Auftaktdrittel schadlos.
Nach der überstandenen Unterzahl fanden die Eisbären besser ins Offensivspiel und erarbeiteten sich auch Chancen. Und eine davon konnte Jonas Müller dreieinhalb Minuten vor der ersten Drittelpause nutzen. Micki DuPont gab ihm die Scheibe im eigenen Drittel und dann startete Müller zu seinem Sololauf, bei dem er die Münchner Spieler alt aussehen ließ, am Ende vor das Tor zog und dort die Scheibe an Danny Aus den Birken vorbei ins Tor spitzelte – 1:0 (17.). Ein sensationelles Tor der Nummer 18.
Am Ende waren es dann doch 20 ausgeglichene Minuten, in der beide Mannschaften gute Chancen hatten, aber es waren die Eisbären, die hier mit 1:0 nach dem ersten Drittel vorne lagen.

Es folgte das zweite Drittel, was eigentlich immer das schwache Drittel der Eisbären war. Aber heute war es das zunächst überhaupt nicht. Die Eisbären machten ordentlich Druck, suchten immer wieder den Weg vor das Tor von Danny Aus den Birken und erarbeiteten sich dabei richtig gute und vor allem gefährliche Chancen. Die Eisbären spielten eigentlich ein super zweites Drittel, machten viel Druck nach vorne und hatten klasse Torchancen, hinten standen sie relativ sicher und ließen von München nicht viel zu. Aber ihr größtes Manko: Sie nutzten keine der vielen Chancen und das sollte sich noch rächen.
Nach einer kurzen Verletzungs-Unterbrechung eines Linienrichters war ein kleiner Bruch im Spiel der Eisbären zu erkennen. Die Pause tat ihnen sichtlich nicht gut, denn plötzlich wachten die Gäste auf. Und viereinhalb Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels glichen die Münchner durch Jon Matsumoto aus. Unglücklich aus Berliner Sicht, die hier längst 3:0 führen müssten. Aber so ist es eben, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt, wirst du hinten bitter bestraft.
Und es sollte noch schlimmer kommen. Mads Christensen mit dem Pass in den Slot, wo Darin Olver zwar stand, die Scheibe aber nicht kontrollieren konnte. So kam Derek Joslin an die Scheibe und netzte sie mit der Rückhand im Berliner Tor ein – 1:2 (39.).
So gingen die Eisbären mit einem Rückstand aus einem Drittel, aus welchem sie nie und nimmer mit einem Rückstand gehen dürfen. Aber so ungerecht ist eben manchmal der Sport. Aber es zeigt halt auch, welche Klasse die Münchner Mannschaft hat.

Im Mitteldrittel lag es vor allem an der Chancenverwertung, dass die Eisbären hier hinten lagen. Und im letzten Drittel kam noch ein Punkt hin zu, der wie so oft in dieser Saison spielentscheidend war. Das miserable Powerplay. Ex-Eisbären-Verteidiger Richie Regehr handelte sich eine 2+2-Minuten-Strafe ein, Berlin also für vier Minuten (!) in Überzahl. Das muss doch jetzt die Chance zum Ausgleich sein. In eigener Halle mit der fantastischen Unterstützung der EHC-Fans. Aber wie so oft ließen die Eisbären diese Riesen-Chance verstreichen. Sie hatten große Probleme, überhaupt mal in die Powerplay-Formation zu kommen. In den vier Minuten brachten sie nicht einen gefährlichen Schuss auf das Tor von Danny Aus den Birken. Ein weiterer Grund, warum diese Partie heute verloren ging.
Fortan mussten aber auch die Eisbären noch einmal in Unterzahl ran und da warfen sie alles rein, was sie hatten. Mit Erfolg, sie überstanden das Powerplay der Gäste und konnte so gestärkt in die Schlussphase gehen. Und auch da versuchten die Eisbären alles mögliche, um hier noch den Ausgleich zu erzielen. Aber München verteidigte sein Tor mit allem, was sie hatten. Sie warfen sich in die Schüsse, sie brachten immer wieder einen Schläger dazwischen und am Ende sorgten sie auch noch für den Schlusspunkt unter der Partie.
Steve Pinizzotto marschierte alleine auf das verwaiste Berliner Tor zu, verfolgt von einem Berliner Spieler. Aber der gab mehr Begleitschutz als das er Pinizzotto noch einmal stören wollte. Da hätte man sich noch mal ein Zeichen der Eisbären gewünscht, dass sie Pinizzotto und München noch einmal zeigen, was sie am Sonntag in deren Halle erwarten wird. Aber so netzte Pinizzotto die Scheibe zum entscheidenden 1:3 ein und ließen München feiern sowie vom Finale träumen.

Viel kann man den Eisbären heute einfach nicht vorwerfen. Sie haben stark gekämpft, haben viel Leidenschaft gezeigt, haben auch nach dem bitteren 1:2 nicht die Köpfe hängen lassen und haben es weiter versucht. Aber letztendlich biss man sich an der Münchner Defensive die Zähne aus und konnte das Spiel daher nicht mehr drehen.
Am Ende lag es halt an Kleinigkeiten. Zum einen an der Chancenverwertung, denn im Mitteldrittel hätte man die Partie eigentlich vorentscheiden müssen, tat dies aber nicht. Zudem war auch die ungenutzte vierminütige Überzahl ein Knackpunkt in diesem Spiel, in dem die Eisbären nach der Verletzungs-Unterbrechung von ihrem Weg abkamen.

Ja, die Niederlage ist bitter und tut im ersten Moment sicher auch weh. Das hat man nach Spielende in vielen Gesichtern gesehen, da flossen einige Tränen. Weil man nicht weiß, ob das heute Abend das letzte Heimspiel der Saison war. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, warum sollten wir traurig sein? Wir stehen im Playoff-Halbfinale und damit hatte nun mal so gar keiner gerechnet. Auch ich persönlich nicht. Und wir haben im Viertelfinale Mannheim raus gehauen, was einer Meisterschaft gleicht. Das Halbfinale gegen München ist einfach nur noch Zugabe für diese so merkwürdige Saison. Und auch wenn sie am Sonntag zu Ende gehen sollte, dann kann man mit Stolz auf diese Playoffs zurückschauen, denn die machen Hoffnung für die Zukunft. Mit den richtigen Änderungen im Kader kann man in der nächsten Saison auch in der Hauptrunde so ein Eishockey spielen. Dass sie es können, haben sie in den Playoffs bewiesen und dennoch wird man am Ende auch noch einmal über die Hauptrunde sprechen. Aber so lange die Playoffs noch laufen und es noch theoretisch möglich ist, ins Finale einziehen, werden wir weiterkämpfen. Auch wenn der Kampf noch so aussichtslos erscheint.

1:5 in München – Eisbären kommen nach bisher schwächster Playoff-Leistung unter die Räder

Das hatten sich die Eisbären Berlin sicher ganz anders vorgestellt. In Spiel Drei der Halbfinalserie wollte man am Dienstagabend beim EHC Red Bull München zurückschlagen und sich das Heimrecht wieder zurück holen. Es endete jedoch in einem Desaster für die Berliner, die am Ende mit 1:5 (0:3,0:2,1:0) unter die Räder kamen. Wenn man überhaupt etwas Positives aus München mitnehmen konnte, dann den Fakt, dass man immerhin das letzte Drittel für sich entscheiden konnte. Darauf muss man aufbauen.

Während es bei den Eisbären keinerlei Änderungen im Vergleich zu Spiel Zwei gab, musste Münchens Coach Don Jackson auf Jason Jaffray und Deron Quint verzichten. Für die Beiden spielten Andreas Eder und Florian Kettemer.

Die Eisbären kamen richtig gut ins Spiel und machten sofort Druck auf das Tor der Gastgeber. In den ersten 30 Sekunden hatte Marcel Noebels gleich zwei richtig gute Chancen. München jedoch war auch nach nur 74 Sekunden erstmals gefährlich vor dem Berliner Tor.
Es ging weiter mit Chancen auf beiden Seiten. Mads Christensen tankte sich klasse durch, scheiterte am Ende jedoch an Petri Vehanen. Im Gegenzug dann mal ein schneller Gegenstoß der Berliner, wo Jens Baxmann das Tor nur knapp verpasste.
Sechs Minuten waren gespielt, da kassierte André Rankel die erste Strafzeit der Partie. Und dass München Powerplay spielen kann, sollte sich auch bis nach Berlin herum gesprochen haben. Dominik Kahun zog vor das Tor, die Berliner Verteidiger waren da zu weit weg, Kahun spitzelte die Scheibe rüber zu Michael Wolf, der den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 1:0 (6.).
Die nächste Strafe ließ nicht lange auf sich warten, diesmal erwischte es Nick Petersen. Und München mit einem ganz starken Powerplay, setzte sich die kompletten zwei Minuten im Berliner Drittel fest und erspielte sich richtig gefährliche Chancen. Aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl zum Glück schadlos.
Die beiden Unterzahlspiele haben dazu geführt, das München nun richtig stark im Spiel war und Berlin den Faden verlor. Mit aggressiven Forechecking störte man die Eisbären immer wieder im Spielaufbau, die fortan gehörige Probleme hatten.
Und mit einem Spieler hatten sie besonders Probleme – Dominik Kahun. Der kam zu leicht ins Angriffsdrittel und konnte sich dort auch viel zu einfach durchsetzen, spielte den Querpass auf Steve Pinizzotto, welcher den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 2:0 (11.).
Und vier Minuten später krönte jener Kahun dann sein klasse erstes Drittel. Nach zwei Vorlagen netzte er nun selbst ein. Und wieder machte man es München zu einfach. Kahun kam über rechts ins Drittel, hatte zu viel Platz und Zeit, konnte sich die Scheibe zurecht legen und versenkte sie im langen Eck – 3:0 (15.).
München nahm danach ein bisschen Tempo raus aus dem Spiel und Berlin war fortan bemüht, nach vorne was zu machen. Aber München machte hinten dicht und ließ nicht viel zu. Daher lagen die Hausherren nach 20 Minuten hochverdient mit 3:0 vorne.

Im zweiten Drittel das selbe Bild wie zu Spielbeginn. Die Eisbären kamen äußerst engagiert aus der Kabine und machten gleich Druck auf das Münchner Tor. Die beste Chance hatte Daniel Fischbuch, der jedoch an der Latte scheiterte. Dann gleich die nächste Chance für die Eisbären, die ihr erstes Überzahlspiel hatten. Aber lassen wir es, darüber Worte zu verlieren wäre einfach zu viel. Nur ein Wort dazu: Miserabel.
Kaum war München wieder komplett, erkämpfte sich der von der Strafbank kommende Steve Pinizzotto die Scheibe und schickte Keith Aucoin auf die Reise, welcher alleine vor Petri Vehanen am Finnen scheiterte.
München kombinierte sich vor das Berliner Tor, die Eisbären hingegen versuchten es mit Einzelaktionen oder Schüssen aus der zweiten Reihe. Als München dann wieder ein Überzahlspiel hatte, zeigte man den Eisbären, wie schnell man so ein Powerplay ausnutzen kann. Yannic Seidenberg hatte von der blauen Linie abgezogen, Bruno Gervais blockte die Scheibe, die dann vor Michael Wolf lag, welcher abzog und von Petri Vehanens Maske ging die Scheibe letztendlich über die Linie – 4:0 (30.). Ein unglücklicher Gegentreffer, der aber zum Gesamt-Auftritt der Eisbären passte.
Trotz der souveränen Führung schaltete München hier keinen Gang zurück, zog bei 5-gegen-5 sogar ein Powerplay auf, an deren Ende Maximilian Kastner nur den Pfosten traf.
Dann mal wieder die Berliner mit einem Powerplay, aber es folgte die Krönung des Abends. München erkämpfte sich die Scheibe an der blauen Linie, Frank Mauer und Brooks Macek mit einem 2-auf-0 in Unterzahl (!), Mauer quer auf Macek und der netzte ein – 5:0 (37.).
München nahm also eine beruhigende 5:0-Führung mit in die Kabine, Berlin war hier komplett von der Rolle und legte ein amateurhaftes Abwehr-Verhalten an den Tag, welches nicht Playoff-tauglich war.

Im letzten Drittel stand dann Marvin Cüpper für Petri Vehanen im Berliner Tor. Und der stand auch gleich einmal im Mittelpunkt. Denn Konrad Abeltshauser mit einem guten Schuss, den jener Cüpper parieren konnte. Wenig später Steve Pinizzotto mit einem Versuch aus dem Slot, den er knapp am Tor vorbei setzte.
47 Minuten waren gespielt, da tauchten die Eisbären mal wieder vor dem Münchner Tor auf und konnten anschließend jubeln. Kyle Wilson fuhr über rechts ins Angriffsdrittel, sah Laurin Braun am langen Pfosten und der hielt die Kelle hin und markierte den Anschlusstreffer – 5:1.
Danach eine Phase, in der sich beide Mannschaften Chancen erspielen konnten, die Torhüter standen jedoch sicher und ließen nichts durch.
Neun Minuten vor dem Ende Steve Pinizzotto mit einem klasse Move, stand plötzlich frei vor Cüpper, doch der parierte dessen Schuss. Und ein weiteres Mal zeigte Cüpper seine ganze Klasse. München mit einer klasse Kombination im Angriffsdrittel, an deren Ende Brooks Macek im Slot zum Schuss kam, doch Cüpper mit einem starken Save.
Mehr sollte im Schlussdrittel nicht mehr passieren, München brachte das 5:1 über die Zeit und ging damit erstmals in dieser Halbfinal-Serie in Führung.

Nun ja, dass war heute der schwächste Auftritt der Eisbären in den Playoffs. Obwohl es zu Beginn eigentlich nicht danach aus sah, da man gut aus der Kabine kam und sich auch gleich Chancen erarbeiten konnte. Doch zwei schnelle Strafzeiten und ein Gegentor in Unterzahl nahm die Eisbären aus der Partie, die danach komplett den Faden verloren und defensiv die Gegentore leichtfertig herschenkten. Das war insgesamt gesehen von der ganzen Mannschaft einfach zu wenig. Als Mannschaft spielte man nur selten zusammen, verrannte sich viel mehr in Einzelaktionen und in der Defensive stimmte die Zuordnung mehrfach nicht.
Aus diesem Spiel muss man jetzt die Lehren ziehen und am Freitag in Berlin wieder zurückschlagen. Gewinnt man, gleicht man die Serie aus und hat dann eine Best-of-Three-Serie vor sich. Verliert man, droht am Sonntagabend das Saisonende in München.

Playoff-Stand:

Red Bull München vs. Eisbären Berlin 2:1 (2:3 n.V./2:1/5:1)

André Rankel: „Wir haben ein bisschen zu kompliziert gespielt“

Julian Talbot (Stürmer Eisbären Berlin/erzielte das einzige Tor gegen München):

Wir wussten, dass sie sehr, sehr hart raus kommen würden bei diesem Spiel. Tatsächlich war es auch so. Wir waren ein bisschen flach in Drittel Zwei und das haben die Münchner konsequent ausgenutzt und zwei schnell Tore erzielt. Aber wir müssen jetzt den Reset-Button drücken, denn es geht weiter, Spiel Drei in München. Wir müssen genau das umsetzen, was wir auch in Spiel Eins in München gemacht haben. Das hat sehr gut funktioniert, das müssen wir nochmal machen.

André Rankel (Stürmer Eisbären Berlin):

Ich glaube, wir haben heute nicht so geradlinig gespielt wie im Spiel in München. Wir haben ein bisschen zu kompliziert gespielt, haben nicht so viele Scheiben zum Tor gebracht und das hat München ganz gut getan. Wir müssen geradliniger spielen, um gegen München erfolgreicher zu sein. Es war heute auch wieder ein enges Spiel, wir waren nah dran. München ist eine gute Mannschaft, aber es geht gleich weiter am Dienstag.

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin/bereitete das Tor gegen München vor):

Wir haben genau das gesehen, was wir erwartet haben. Sie sind direkt gekommen und nach einer Heimniederlage hat man gesehen, dass sie das Spiel wieder zurückholen wollten. Ich denke, München ist ein absolut gutes Team und da müssen wir auf jede Kleinigkeit achten. Sie haben das auch sehr gut gemacht. Sie haben teilweise den Pass blind auf die weite Seite gespielt. Das war schwer für uns heute. Wir haben es dann aber wieder in den Griff bekommen, aber München ist, wie gesagt ein gutes Team, das mit viel Geschwindigkeit kommt und über die Außen kommt. Das hat uns heute ein paar Probleme bereitet.

1:2 – Clevere und abgezockte Münchner gleichen die Serie aus und holen sich das Heimrecht zurück

Ausgabe #29:

Schade, die Eisbären Berlin konnten den Auswärtssieg vom Freitagabend nicht vergolden und mussten das Heimrecht wieder an Red Bull München abgeben. Der DEL-Rekordmeister unterlag dem amtierenden Deutschen Meister knapp aber verdient mit 1:2 (1:0,0:2,0:0) in Spiel Zwei am Sonntagnachmittag in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena.

Chefcoach Uwe Krupp vertraute der selben Mannschaft wie am Freitag in Spiel Eins. Klar, warum sollte er auch etwas ändern, schließlich hatte man ja in München überraschenderweise gewonnen.

Von der ersten Sekunden an entwickelte sich wieder eine sehr intensive Partie. Beide Mannschaften fuhren jeden Check zu Ende, die Partie war wie erwartet hart umkämpft. Es ging zu Beginn rauf und runter, doch hochkarätige Torchancen gab es zunächst keine zu verzeichnen.
Vier Minuten waren rum, da kassierten die Eisbären die erste Strafe der Partie, München fortan also in Überzahl. Aber die Eisbären mit einem sehr aggressiven Penaltykilling, sie überstanden die Unterzahl schadlos.
Danach erarbeiteten sich beide Mannschaften die ersten Chancen der Partie, München mit leichten Vorteilen, doch es waren die Eisbären, die hier als Erstes treffen konnten. In der neunten Minute fuhr Julian Talbot alleine auf Danny Aus den Birken zu, scheiterte im ersten Versuch, setzte nach und brachte die Scheibe im zweiten Versuch vorbei am Münchner Goalie – 1:0 (9.).
Kurz darauf jedoch München mit der Chance zum schnellen Ausgleich, denn es gab das zweite Überzahlspiel an diesem Nachmittag. Aber erneut standen die Eisbären sehr sicher in Unterzahl und ließen auch diesmal fast gar nichts von den Gästen zu. Ganz starke Arbeit in Unterzahl.
Dann hatten die Eisbären die Riesen-Möglichkeit, das 2:0 nachzulegen. Zunächst scheiterte Nick Petersen am Pfosten und dann vergaben die Berliner auch noch eine doppelte Überzahl äußerst kläglich. Mit 1:0 endeten die ersten 20 Minuten.

Zu Beginn des zweiten Drittels die Eisbären noch für 28 Sekunden in Überzahl und nur kurze Zeit später mit einem weiteren Powerplay. Aber nein, das Überzahlspiel wollte heute einfach nicht funktionieren. Weil auch das Penaltykilling der Münchner hervorragend funktionierte.
Auch bei 5-gegen-5 stand die Defensive der Gäste sehr kompakt, machte es den Eisbären sehr schwer, durchzukommen. Und nach vorne wurden die Gäste nun stärker und zielstrebiger. Und dann klingelte es auch prompt im Berliner Gehäuse. München erkämpfte sich die Scheibe im Angriffsdrittel dank ihres aggressiven Forecheckings, Keith Aucoin bekam die Scheibe im Slot und setzte sie in den Winkel – 1:1 (28.).
München nun im Aufwind und schnell konnten sie nachlegen. Michael Wolf prüfte Petri Vehanen, der konnte den Schuss nicht festhalten und im Nachschuss war dann Jason Jaffray erfolgreich – 1:2 (30.). Dieser Treffer wurde jedoch erst nach Ansicht des Videobeweises von den beiden Hauptschiedsrichtern Daniel Piechaczek und Stephan Bauer gegeben.
Wenige Sekunden nach dem 1:2 die nächste dicke Chance für München, die einen 2-auf-1 Konter fuhren, aber Jens Baxmann klärte ganz stark im letzten Moment.
Fortan immer wieder das selbe Bild, Berlin rannte an, fand aber kein Mittel gegen Münchens starke Defensive. Und München konnte immer mal wieder für Gefahr vor Petri Vehanen sorgen. Die 2:1-Pausen-Führung nach 40 Minuten hatten sich die Mannen von Coach Don Jackson durchaus verdient.

Im letzten Drittel bekam München schnell die Gelegenheit, in Überzahl zu spielen. Und die Eisbären diesmal durchaus mit Problemen, aber sie überstanden auch diese Unterzahl am Ende.
Danach ging es weiter hin und her, beide suchten immer wieder den Weg zum Tor. Aber die Eisbären hatten einfach keinen Plan, wie man das Abwehr-Bollwerk der Münchner knacken konnte. Man kam zwar auch mal zu Abschlüssen, die durchkamen, aber dann war da ja immer noch Danny Aus den Birken im Tor. Und meistens hatten die Gäste dann auch immer entweder ihren Schläger oder ein Körperteil dazwischen.
Die Eisbären nahmen in der Schlussphase dann noch Goalie Petri Vehanen zu Gunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis und zudem auch noch eine Auszeit. Aber auch das half am Ende nicht mehr, München brachte das 2:1 über die Zeit und entführte somit das Heimrecht wieder aus Berlin.

Nein, ihr bestes Spiel haben die Eisbären heute nicht gezeigt. Das Überzahlspiel war heute überhaupt nichts, es mangelte an Ideen, um Münchens Defensive zu knacken. Dafür sah das Penaltykilling sehr gut aus. Aber man hat heute schon gesehen, was passiert, wenn München im Rhythmus ist. Freitag war für München das erste Spiel nach sehr lange Pause, da merkte man ihnen schon an, dass sie noch nicht so richtig in Tritt waren, da aber halt auch auf sehr starke Eisbären trafen, die allerdings auch im Rhythmus waren. München zog seinen Gameplan eiskalt durch, drehte das Spiel mit einem schnellen Doppelpack und konzentrierte sich dann auf seine starke Defensive, die es den Eisbären sehr schwer machte. Nach vorne versuchte man zudem immer wieder für Gefahr zu sorgen. Alles in allem ein verdienter Sieg für München.

Playoff-Stand:

Eisbären Berlin vs. Red Bull München 1:1 (3:2 n.V./1:2)

3:2 nach 0:2 – André Rankel schießt die Eisbären in der zweiten Verlängerung zum Auswärtssieg in München

Der Wahnsinn geht immer weiter. Die Eisbären Berlin haben in der Halbfinal-Serie gegen Titelverteidiger Red Bull München gleich im ersten Spiel ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und sich das Heimrecht gesichert. Nach 84:27 Minuten entschied Kapitän André Rankel die Partie mit seinem Siegtreffer zum 3:2 n.V. und beendete damit gleich mehrere Serien. Zum einen war es der erste Sieg in dieser Saison gegen München. Zum anderen beendete man eine sieben Spiele andauernde Niederlagenserie gegen den Titelverteidiger und zu guter Letzt wurde auch Münchens Serie von elf Playoff-Siegen in Folge beendet. Die Eisbären werden einem so langsam aber sicher unheimlich. Wo soll das noch hinführen?

Bei den Eisbären gab es eine Änderung im Vergleich zu Spiel Sieben in Mannheim. Der gesperrte Jamie MacQueen kehrte in den Kader zurück und ersetzte den verletzten Louis-Marc Aubry. Im Tor stand natürlich wieder die finnische Wand Petri Vehanen.

Hinein ins Spiel. Von Beginn an fuhren beide Mannschaften ihre Checks zu Ende und wollten sich somit Respekt beim Gegner verschaffen. Hinten versuchten beide Teams kompakt zu stehen und nach vorne agierten beide mit einem aggressiven Forechecking.
Nach fünf Minuten gaben beide Teams den ersten gefährlichen Schuss ab. Constantin Braun prüfte Danny Aus den Birken und Michael Wolf Petri Vehanen. Beide Goalies gingen als Sieger aus den Duellen hervor.
Zwei Minuten später eine große Chance für die Eisbären, als Florian Busch den Puck von hinter dem Tor vor das Tor spielte, wo Jamie MacQueen angerauscht kam und abzog. Doch irgendwie konnte Danny Aus den Birken diesen Schuss parieren.
Danach nahmen die Eisbären ein wenig an Fahrt auf, waren hier zwischendurch sogar leicht spielbestimmend. Und Chancen erspielten sich die Berliner auch, so scheiterte Charles Linglet knapp an Aus den Birken.
Bei 5-gegen-5 waren die Eisbären aktiver und die bessere Mannschaft, in Überzahl – und davon hatten die Hausherren zwei im Auftaktdrittel – waren sie die bessere und vor allem gefährlichere Mannschaft.
Nach dem ersten Drittel und 12:9-Schüssen zu Gunsten der Eisbären stand es 0:0.

Im zweiten Drittel dann aber eine ganz andere Münchner Mannschaft. Die Gastgeber begannen äußerst druckvoll und setzten die Eisbären sofort unter Druck. Petri Vehanen klärte zweimal gegen Brooks Macek in höchster Not, musste wenig später dann aber doch das Gegentor hinnehmen. Konrad Abeltshauser mit dem Querpass auf Macek, welcher aus dem Slot heraus abzog und ins rechte Eck traf – 1:0 (22.).
Drei Minuten später die nächste Riesenchance für München, doch Mads Christensen traf nur den Pfosten. Glück für die Eisbären. Die kamen nun aber so langsam aber sicher besser ins Spiel und auch zu Chancen. So scheiterte Kapitän André Rankel denkbar knapp aus dem Slot heraus.
München kam aber auch immer wieder gefährlich vor das Tor, Andreas Eder scheiterte zweimal an Petri Vehanen. Die Eisbären überstanden kurz darauf eine Unterzahl, kassierten aber gleich, nach dem sie wieder komplett waren, doch noch den Gegentreffer. Jon Matsumoto fuhr von hinter dem Tor vor das Tor, konnte unbedrängt den Pass auf Brooks Macek spielen, welcher am langen Pfosten lauerte. Die Zuordnung stimmte bei den Eisbären überhaupt nicht, Macek konnte ungestört einschießen – 2:0 (35.).
Nur eine Minute später schickte Yannic Seidenberg Jon Matsumoto auf die Reise, doch Petri Vehanen fuhr den linken Schoner aus und parierte diese große Chance der Hausherren.
Auf der einen Seite München fast mit dem 3:0, auf der anderen Seite der Anschlusstreffer für die Eisbären. Die Scheibe wurde von rechts vor das Tor gespielt, Aus den Birken ließ zur Seite prallen und Bruno Gervais zog von links ab und versenkte den Puck im halbleeren Tor – 2:1 (37.).
Nur 47 Sekunden später stand es plötzlich 2:2. Julian Talbot ließ die Scheibe für André Rankel liegen, der nahm Maß und platzierte die Scheibe im Münchner Tor – 2:2 (38.).
So ging es beim Stand von 2:2 in die zweite Drittelpause. München zwar mit Chancenplus und auch der verdienten Führung, aber die Moral der Eisbären stimmte mal wieder und so kämpften sie sich zurück ins Spiel.

Vier Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da hatte Jason Jaffray abgezogen, der Puck rutschte Vehanen durch die Schoner und letztendlich knapp am Tor vorbei. Fortan versuchten beide Mannschaften defensiv sicher zu stehen und keinen spielentscheidenden Fehler zu machen.
In den letzten zehn Minuten beide Mannschaften noch einmal mit Überzahlspielen. Zunächst war München in Überzahl, konnte dort aber nicht wirklich für Gefahr sorgen. Dann die Eisbären mit der Riesenchance, als man gleich zwei Überzahlspiele in Folge hatte. Und die Eisbären versuchten zwar, sich Chancen heraus zu spielen, aber so richtig zwingend waren diese dann jedoch nicht.
Die größte Chance in einem an sich ereignisarmen aber immerhin spannenden letzten Drittel hatte Jon Matsumoto 2:27 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, als ihm nach einem Haken von Florian Busch ein Penalty zugesprochen wurde. Matsumoto lief an und wollte die Scheibe durch Vehanens Schoner schießen, doch der Finne hatte damit gerechnet und machte die Schoner zu. Somit ging es nach 60 Minuten in die Verlängerung.

Und diese plätscherte mehr so vor sich hin. München zu Beginn die aktivere Mannschaft, aber ohne sich jetzt großartige Chancen herauszuspielen. Von den Eisbären kam in den ersten Minuten der ersten Overtime nicht so viel nach vorne.
Acht Minuten waren in der ersten Verlängerung rum, da kassierte Constantin Braun eine Strafe wegen Stockschlags. Dominik Kahun und Deron Quint mit den besten Chancen in Überzahl, aber ein Treffer gelang ihnen nicht. Noch während des Powerplays kassierte München durch Mads Christensen eine Strafzeit. Somit ging es für 27 Sekunden mit 4-gegen-4 weiter und danach mit 1:33 Minuten Powerplay für die Eisbären. Und da zappelte die Scheibe im Tor der Hausherren. Nick Petersen hatte abgezogen und vom Schlittschuh von Darin Olver ging der Puck letztendlich ins Tor. Da Olver jedoch eine aktive Bewegung mit dem Schlittschuh machte, zählte der Treffer in der 71. Minute nicht.
Danach ging es weiter rauf und runter, aber Chancen suchte man vergebens. Somit stand es auch nach 80 Minuten 2:2-Unentschieden.

Und in der zweiten Verlängerung waren es die Eisbären, die aktiver aus der Kabine kamen und gleich Druck auf das Münchner Tor entwickelten. Kyle Wilson schoss in der 82. Spielminute noch knapp am Tor von Danny Aus den Birken vorbei. Wenige Sekunden später kassierte Ex-Eisbär Mads Christensen eine Strafzeit wegen Hohen Stocks. Die Eisbären also in Überzahl, was definitiv nicht die Parade-Disziplin der Eisbären ist. Und München hatte in den Playoffs zudem noch keinen Gegentreffer in Unterzahl hinnehmen müssen. Das änderte sich heute Abend. Daniel Fischbuch spielte die Scheibe zu Florian Busch und man dachte sich, warum schießt der Junge nicht einfach. Weil er den Puck lieber noch einmal rüber spielen wollte zu Kapitän André Rankel, welcher das Spielgerät annahm und sich dann die Ecke aussuchen konnte. Sein Schuss schlug hinter Aus den Birken ein und die Eisbären-Spieler bildeten eine große Jubeltraube auf dem Eis, während die Münchner schnell in der Kabine verschwanden.

Wohin soll das noch führen? Die Eisbären sind nicht zu stoppen, feierten den dritten Sieg in Folge. Den dritten Sieg nach Verlängerung wohl gemerkt und zudem den zweiten Auswärtssieg in Folge. Auch ein verdienter 0:2-Rückstand kann diese Mannschaft scheinbar nicht aus der Ruhe bringen. Innerhalb von nicht mal einer Minute egalisierte die Mannschaft den Rückstand und glich diese Partie aus. Weil sie eine unglaubliche Moral derzeit haben. Die Jungs wollen kein Spiel verloren geben, das wird immer deutlicher.
Man hätte sich eigentlich schon nach dem ersten Drittel belohnen müssen, wo man die spielbestimmende Mannschaft war. Im Mitteldrittel hatte man Glück, das München nach dem 2:0 nicht gleich das 3:0 gemacht hat. Da konnte man sich mal wieder bei Petri Vehanen bedanken. Wie auch beim gehaltenen Penalty kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Und in der Verlängerung behielten die Eisbären weiterhin die Ruhe, dass sie angesichts von inzwischen fünf Verlängerungen in zehn Playoff-Spielen irgendwie Müdigkeit zeigen würden, davon war nicht wirklich was zu sehen. Und mit einer Traum-Kombination in Überzahl sicherte man sich das Heimrecht und schockte damit den Titel-Favoriten und Titelverteidiger Red Bull München. Und die Mannen von Chefcoach Don Jackson stehen am Sonntagnachmittag bereits unter Druck, denn in Berlin droht der 0:2-Serienrückstand.

Playoff-Stand:

Red Bull München vs. Eisbären Berlin 0:1 (2:3 n.V.)

Nach Mannheim nun München: Vorschau auf das Playoff-Halbfinale Red Bull München vs. Eisbären Berlin

Wenn mir einer vor zwei Monaten gesagt hätte, die Eisbären Berlin spielen Ende März immer noch Eishockey und stehen im DEL-Playoff-Halbfinale, ich hätte ihn für verrückt gehalten. Aber es ist tatsächlich so gekommen, die Hauptstädter sind noch immer im Liga-Spielbetrieb und treffen ab morgen Abend im Halbfinale auf DEL-Titelverteidiger Red Bull München. Nach sieben teilweise sehr dramatischen und nervenaufreibenden Viertelfinalspielen gegen die Adler Mannheim setzten sich die Berliner durch und erreichten erstmals seit 2013 wieder das Halbfinale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Und damit konnte man während der Hauptrunde wirklich nicht rechnen. Umso mehr überraschen die Eisbären nun mit ihrer Leistung, an deren Ende der Halbfinal-Einzug keinesfalls Zufall oder glücklich ist. Mit ihren gezeigten Leistungen, mit ihrem Kampfgeist und mit ihrer unbändigen Moral haben sich die Mannen von Chefcoach Uwe Krupp den Einzug in die Runde der letzten Vier redlich verdient.

In der Hauptrunde der Saison 2016/2017 gingen alle vier Duelle an München. In der Hauptstadt setzten sich die Mannen von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson mit 4:2 und 4:3 durch, in eigener Halle setzten sie sich mit 3:2 und 3:1 durch.
Vorteil München.

Beide Mannschaften treffen erstmals in den DEL-Playoffs aufeinander. Bei der Anzahl der Meisterschaften haben die Eisbären mit sieben Titeln klar die Nase vorn, denn München gewann letztes Jahr erstmals den DEL-Titel. Und wie man eine Meisterschaft gewinnt, wissen auch schon einige Spiele im Kader der Eisbären.
Vorteil Eisbären.

In der Hauptrunde wechselten sich David Leggio und Danny Aus den Birken noch im Tor von München ab, in den Playoffs hütete Aus den Birken bisher in allen vier Spielen gegen Bremerhaven das Tor. Aus den Birken wehrte 94,57 Prozent aller Schüsse ab und hat einen Gegentorschnitt von 1,25, feierte dazu einen Shutout.
Bei den Eisbären ragte einmal mehr die finnische Wand Petri Vehanen hervor. Ohne den Finnen hätten die Eisbären nicht einmal die erste Playoff-Runde erreicht, geschweige denn diese überstanden. Gleiches gilt für das Viertelfinale gegen Mannheim, wo Vehanen einige Big Saves hatte und so seiner Mannschaft immer wieder die Chance auf das Weiterkommen gab. Vehanen wehrte in den Playoffs bisher 94,15 Prozent aller Schüsse ab und hat einen Gegentorschnitt von 1,9.
Auch wenn die statistischen Werte von Aus den Birken einen Tick besser sind, sehe ich Petri Vehanen als den besseren und vor allem nervenstärkeren Goalie.
Vorteil Eisbären.

Fünf Gegentore hat München in den vier Spielen gegen DEL-Neuling Bremerhaven nur kassiert. Was nichts Neues ist, hatte München doch die zweitbeste Abwehr in der Hauptrunde gehabt. München verfügt über sehr offensivstarke Verteidiger, die immer für ein Tor gut sind. Was Derek Joslin (2 Tore/2 Vorlagen) und Konrad Abeltshauser (2 Tore) in den vier Viertelfinalspielen bereits unter Beweis gestellt haben. Hinzu kommen ja auch noch die beiden überragenden Blueliner Deron Quint und Richie Regehr, keine unbekannten Spieler in Berlin.
In der Hauptrunde war Micki DuPont der gefährlichste Verteidiger der Eisbären mit neun Toren und 20 Vorlagen. In den Playoffs traf bis auf Alex Roach bisher kein Verteidiger. Ob jener Roach nach seinen zwei katastrophalen Fehlern gegen Mannheim, welche auch noch zu zwei Gegentoren führten, im Halbfinale überhaupt zum Einsatz kommt, ist fraglich. Seit seinem Fehler in Spiel Sechs sah man ihn jedenfalls nicht mehr auf dem Eis. Frank Hördler ist in den Playoffs mit fünf Vorlagen bisher der beste Verteidiger in Reihen der Berliner.
Insgesamt gesehen ist die Defensive des Meisters deutlich stärker und tiefer besetzt als die des DEL-Rekordmeisters.
Vorteil München.

In der Hauptrunde trafen acht Stürmer von München zehnmal oder sogar mehr. Auch in den vier Viertelfinalspielen gegen Bremerhaven zeigte sich der Angriff des Titelverteidigers in Torlaune. Allen voran Jonathan Matsumoto (3 Tore), Frank Mauer, Keith Aucoin und Yannic Seidenberg (alle zwei Tore).
Bei den Eisbären trafen fünf Angreifer zehnmal oder mehr in der Hauptrunde. In den Playoffs haben so einige Spieler ihren Torriecher wieder entdeckt. Jamie MacQueen und Julian Talbot trafen je viermal. Charles Linglet, Marcel Noebels, Nick Petersen und Darin Olver erzielten je drei Tore. Waren die Tore in der Hauptrunde noch auf wenige Schultern verteilt, so kann inzwischen jeder Stürmer der Eisbären den Unterschied ausmachen. Auch ein Laurin Braun, der schon zweimal getroffen hat. Und auch die beiden Neuzugänge Linglet und Louis-Marc Aubry zeigen, wie wertvoll sie noch werden können. Linglet hat dies erst vor zwei Tagen bewiesen, als er die Eisbären mit seinem Tor ins Halbfinale schoss.
Ich sehe beide Angriffsreihen auf Augenhöhe, auch wenn München in der Hauptrunde deutlich mehr Tore erzielte als die Eisbären. Aber die Eisbären in den Playoffs sind nicht wirklich zu vergleichen mit den Eisbären aus der Hauptrunde.
Ausgeglichen.

Die Special Teams waren bisher die Stärke des Titelverteidigers. Die Powerplay-Quote von 42,86 ist schon enorm hoch. Aber in Unterzahl blieben die Mannen von Chefcoach Don Jackson bisher ohne Gegentor, haben da also eine Quote von 100 Prozent.
Das Eisbären-Powerplay war in den Playoffs schon das ein oder andere Mal erfolgreich, manchmal aber auch genauso schlecht wie in der Hauptrunde. Die Powerplay-Quote in den Playoffs beträgt derzeit 14,63. In Unterzahl killte man schon so manchensPowerplay der Straubinger und Mannheimer, kassierte aber auch schon Gegentore in numerischer Unterlegenheit. Die Unterzahl-Quote beträgt aktuell 82,05 Prozent.
Vorteil München.

München hat seine Viertelfinalserie per Sweep entschieden und konnte sich bereits eine Woche lang ausruhen und auf das Halbfinale vorbereiten. Die Eisbären haben bisher schon neun Playoff-Spiele absolviert, von denen vier in die Verlängerung gingen. Drei dieser vier Verlängerungen entschieden die Eisbären für sich.
Es wird die Frage sein, was von Vorteil ist. München, welches ausgeruht ist oder aber Berlin, welches im Rhythmus ist, aber auch schon einiges an Kraft gelassen hat.
Vorteil München.

Fazit:

Uns erwartet eine enorm spannende und vor allem hochklassige Playoff-Halbfinalserie. Beide Mannschaften können hochklassiges Eishockey spielen, verfügen über absolute Top-Spieler, welche Spiele im Alleingang entscheiden können. Beide Mannschaften haben einen sehr starken Torhüter hinten drin, wobei Berlin da leicht im Vorteil ist. Münchens Vorteil sind die Special Teams, wo sie in dieser Saison und vor allem jetzt in den Playoffs überragende Werte aufweisen. Berlin zeigte sich da in den Playoffs zwar auch gefährlich, bei weitem aber nicht so wie München.
München geht natürlich als Favorit in die Serie, aber nicht als so klarer Favorit, wie vielleicht alle denken. Vor allem die Defensive und die Special Teams können die Serie zu Gunsten von München entscheiden. Aber wenn die Eisbären wieder über sich hinauswachsen, Petri Vehanen erneut zur finnischen Wand wird und die Eisbären Nerven wie Drahtseile haben, zudem von der Strafbank weg bleiben und vor dem Tor eiskalt sind, dann ist die nächste Überraschung drin. Aber wie auch schon in der Serie gegen Mannheim gilt auch für diese Serie: Ein Auswärtssieg in München muss her.
So oder so erwartet uns eine geile Playoff-Serie zweier Top-DEL-Mannschaften, auf die ich mich riesig freue. So lasset die Spiele beginnen.

 

Florian Busch: „Wir dürfen nicht die Hosen voll haben“

Darin Olver (Stürmer Eisbären Berlin/fehlt derzeit verletzungsbedingt):

Es bricht einem schon irgendwie das Herz, wenn man so viel Einsatz auf dem Eis sieht, wie die Jungs kämpfen und dann leider keine Punkte holen können.

André Rankel (Stürmer und Kapitän Eisbären Berlin/zwei Vorlagen gegen München):

Wir haben über weite Strecken des Spiels gut mitgespielt, haben teilweise sehr druckvoll zum Tor gespielt und haben uns Torchancen kreiert, die wir leider nicht in Tore ummünzen konnten. Wir können viel Positives aus dem Spiel ziehen. Wir müssen sehen, dass wir die Kleinigkeiten noch besser machen und dann hast du auch die Chance, Punkte mitzunehmen.

Marvin Cüpper (Torhüter Eisbären Berlin/zeigte eine starke Leistung gegen München):

Ich habe versucht, über 60 Minuten mein Bestes zu geben und einfach ins Spiel zu finden nach einer langen Pause ohne zu spielen. Man will jede Chance nutzen, die man kriegt und das versuche ich genauso.

Frank Hördler (Verteidiger Eisbären Berlin):

Wir haben gekämpft bis zum Ende. Wir haben ein gutes Spiel gespielt und brauchen letztendlich die Punkte, deswegen ist es sehr bitter, dass trotz der guten Leistung nichts raus gekommen ist.

Florian Busch (Stürmer Eisbären Berlin/zweifacher Torschütze gegen München):

München ist natürlich stark, umsonst sind sie nicht Erster. Wenn wir uns das zweite Drittel anschauen, wie in den letzten Spielen. Also unser zweites Drittel können wir streichen, da können wir auch die Bambinis auf’s Eis schicken, so wie wir da rum rennen. Da müssen wir einfach besser spielen, da dürfen wir nicht die Hosen voll haben. Da müssen wir einfach so wie im ersten Drittel spielen.

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin):

Wir wussten vor dem Spiel, dass es heute ein schweres Stück Arbeit wird. Und das wir ein beinahe perfektes Spiel brauchen, um hier Punkte zu holen. Für eine Zeit lang sah es ganz gut aus, aber München spielt sehr konstant, immer mit viel Druck, womit sie uns zu dem ein oder anderen Fehler zwingen. Die Jungs haben bis zum Schluss gekämpft. Wir spielen hart. Wir haben nicht viele Spieler im Trikot der Eisbären, die derzeit da sind. Aber die, die da sind, machen einen guten Job und kämpfen.

Don Jackson (Trainer Red Bull München):

Es war das erwartet schwere Spiel. Berlin ist schnell in Führung gegangen und hat nach dem ersten Drittel verdient geführt. Im zweiten Drittel haben wir das Heft in die Hand genommen und das Spiel gedreht. Das vierte Tor von Dominik Kahun hat uns dann auf die Siegerstraße gebracht. Berlin hat nicht aufgegeben und ist am Ende nochmal stark aufgekommen. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte mit nach Hause nehmen.

Härtetest am Wochenende: Eisbären treffen auf die Top-Teams aus München und Nürnberg

Nach sieben Niederlagen in Folge haben die Eisbären zuletzt zurück in die Erfolgsspur gefunden. Zwei Siege holte man aus den vergangenen drei Spielen, punktete zudem auch bei der Niederlage und holte insgesamt sechs von neun möglichen Punkten. Als Tabellenneunter hat man derzeit elf Punkte Vorsprung auf den Elften Krefeld, die Pinguine haben aber noch ein Nachholspiel zu absolvieren. Dass die Eisbären in den letzten drei Partien gepunktet haben, war ungemein wichtig, denn den Hauptstädtern steht ein Hammer-Wochenende bevor. Morgen Abend empfangen die Berliner Spitzenreiter Red Bull München in der Mercedes-Benz Arena (Bully: 19:30 Uhr). Am Sonntag gastiert man dann beim Tabellenzweiten Thomas Sabo Ice Tigers (Bully: 19:00 Uhr).

Und ausgerechnet jetzt haben die Berliner mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Denn gleich sechs Spieler fehlen Chefcoach Uwe Krupp. Die Verteidiger Bruno Gervais und Jonas Müller sowie die Stürmer Nick Petersen, Darin Olver, Sven Ziegler und Marcel Noebels. Ziegler hat sich eine Schulterverletzung zugezogen und wird kommenden Mittwoch operiert.

Immerhin kann Krupp morgen Abend ein neues Gesicht an der Bande begrüßen. Denn was sich lange angebahnt hatte, wurde nun auch offiziell bestätigt. Die Berliner haben Stéphane Richer als Co-Trainer verpflichtet. Der 50-jährige war zuletzt Sportdirektor bei den Hamburg Freezers. Uwe Krupp äußerte sich zum neuen Co-Trainer wie folgt (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 26.01.2017):

Je mehr Eishockeykompetenz wir haben, desto mehr profitiert die Mannschaft davon. Wir werden Stéphane (Richer) in alle Bereiche mit einbinden. Auf der Spielerbank wird er zwischen Marian und mir stehen.

Auch der neue Co-Trainer äußerte sich zu Wort:

Ich habe nicht so viele gute Erfahrungen gegen die Eisbären gemacht. Deshalb freue ich mich jetzt, für sie zu arbeiten

Der morgige Gegner ist der amtierende Deutsche Meister und Tabellenführer Red Bull München. Die von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson trainierten Münchner sind der Top-Favorit auf den DEL-Titel. Das haben sie mit ihren bisherigen Leistungen auch mehr als unterstrichen. Und gegen München lief es für die Eisbären zuletzt auch nicht wirklich gut, verlor man doch die letzten sechs Spiele in Folge und zudem auch die letzten beiden Heimspiele gegen München. In dieser Saison gingen alle drei Duelle an den Meister. 3:2 und 3:1 zu Hause, 4:2 in Berlin. Uwe Krupp im Vorfeld der Partie am Freitagabend:

Wir wissen, wo Münchens Stärken sind. Wir haben bisher gegen sie ganz gute Spiele abgeliefert, aber um sie schlagen zu können, brauchen wir ein perfektes Spiel, das hatten wir bisher noch nicht.

Sonntagabend wird es jedoch auch nicht viel einfacher, wenn man bei den Thomas Sabo Ice Tigers zu Gast ist. Die Franken spielen bisher eine überragende Saison und sind der Herausforderer Nummer Eins für München. Und auch gegen Nürnberg taten sich die Eisbären zuletzt sehr schwer. Im Frankenland setzte es acht Niederlagen in zehn Spielen. In dieser Saison gewannen die Berliner zu Hause 3:2 n.P., verloren aber das zweite Heimspiel 1:3 und in Nürnberg zudem mit 2:5.

Die Eisbären sind arg dezimiert und treffen ausgerechnet jetzt auf die beiden besten Mannschaften der Liga. Im Grunde haben unsere Jungs nichts zu verlieren. Sie sind in beiden Partien krasser Außenseiter und kaum einer rechnet wohl damit, dass sie etwas holen werden. Aber das dachte man auch gegen Mannheim und da zeigten die Jungs vor allem kämpferisch eine ganz starke Leistung, kämpften geschlossen als Mannschaft und zeigten große Moral. Jeder kämpfte für jeden und so holte man am Ende drei Punkte gegen die Adler. Und genau so, wie man gegen die Kurpfälzer gespielt hat, muss man auch gegen München und Nürnberg spielen, dann ist auch da durchaus etwas möglich, wenn gleich dafür mehr als Alles passen müsste.

Beide Spiele werden wie gewohnt von Telekom Eishockey übertragen. Freitagabend ab 19:15 Uhr, Sonntagabend ab 18:45 Uhr.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen Red Bull München am 27.01.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Alex Roach, Maximilian Adam, Kai Wissmann, Frank Hördler, Micki DuPont, Jens Baxmann, Constantin Braun

Angriff:

Spencer Machacek, Laurin Braun, Jamie MacQueen, Kyle Wilson, Barry Tallackson, André Rankel, Florian Busch, Julian Talbot, Daniel Fischbuch