1:5 in München – Eisbären kommen nach bisher schwächster Playoff-Leistung unter die Räder

Das hatten sich die Eisbären Berlin sicher ganz anders vorgestellt. In Spiel Drei der Halbfinalserie wollte man am Dienstagabend beim EHC Red Bull München zurückschlagen und sich das Heimrecht wieder zurück holen. Es endete jedoch in einem Desaster für die Berliner, die am Ende mit 1:5 (0:3,0:2,1:0) unter die Räder kamen. Wenn man überhaupt etwas Positives aus München mitnehmen konnte, dann den Fakt, dass man immerhin das letzte Drittel für sich entscheiden konnte. Darauf muss man aufbauen.

Während es bei den Eisbären keinerlei Änderungen im Vergleich zu Spiel Zwei gab, musste Münchens Coach Don Jackson auf Jason Jaffray und Deron Quint verzichten. Für die Beiden spielten Andreas Eder und Florian Kettemer.

Die Eisbären kamen richtig gut ins Spiel und machten sofort Druck auf das Tor der Gastgeber. In den ersten 30 Sekunden hatte Marcel Noebels gleich zwei richtig gute Chancen. München jedoch war auch nach nur 74 Sekunden erstmals gefährlich vor dem Berliner Tor.
Es ging weiter mit Chancen auf beiden Seiten. Mads Christensen tankte sich klasse durch, scheiterte am Ende jedoch an Petri Vehanen. Im Gegenzug dann mal ein schneller Gegenstoß der Berliner, wo Jens Baxmann das Tor nur knapp verpasste.
Sechs Minuten waren gespielt, da kassierte André Rankel die erste Strafzeit der Partie. Und dass München Powerplay spielen kann, sollte sich auch bis nach Berlin herum gesprochen haben. Dominik Kahun zog vor das Tor, die Berliner Verteidiger waren da zu weit weg, Kahun spitzelte die Scheibe rüber zu Michael Wolf, der den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 1:0 (6.).
Die nächste Strafe ließ nicht lange auf sich warten, diesmal erwischte es Nick Petersen. Und München mit einem ganz starken Powerplay, setzte sich die kompletten zwei Minuten im Berliner Drittel fest und erspielte sich richtig gefährliche Chancen. Aber die Eisbären überstanden diese Unterzahl zum Glück schadlos.
Die beiden Unterzahlspiele haben dazu geführt, das München nun richtig stark im Spiel war und Berlin den Faden verlor. Mit aggressiven Forechecking störte man die Eisbären immer wieder im Spielaufbau, die fortan gehörige Probleme hatten.
Und mit einem Spieler hatten sie besonders Probleme – Dominik Kahun. Der kam zu leicht ins Angriffsdrittel und konnte sich dort auch viel zu einfach durchsetzen, spielte den Querpass auf Steve Pinizzotto, welcher den Puck im halbleeren Tor versenken konnte – 2:0 (11.).
Und vier Minuten später krönte jener Kahun dann sein klasse erstes Drittel. Nach zwei Vorlagen netzte er nun selbst ein. Und wieder machte man es München zu einfach. Kahun kam über rechts ins Drittel, hatte zu viel Platz und Zeit, konnte sich die Scheibe zurecht legen und versenkte sie im langen Eck – 3:0 (15.).
München nahm danach ein bisschen Tempo raus aus dem Spiel und Berlin war fortan bemüht, nach vorne was zu machen. Aber München machte hinten dicht und ließ nicht viel zu. Daher lagen die Hausherren nach 20 Minuten hochverdient mit 3:0 vorne.

Im zweiten Drittel das selbe Bild wie zu Spielbeginn. Die Eisbären kamen äußerst engagiert aus der Kabine und machten gleich Druck auf das Münchner Tor. Die beste Chance hatte Daniel Fischbuch, der jedoch an der Latte scheiterte. Dann gleich die nächste Chance für die Eisbären, die ihr erstes Überzahlspiel hatten. Aber lassen wir es, darüber Worte zu verlieren wäre einfach zu viel. Nur ein Wort dazu: Miserabel.
Kaum war München wieder komplett, erkämpfte sich der von der Strafbank kommende Steve Pinizzotto die Scheibe und schickte Keith Aucoin auf die Reise, welcher alleine vor Petri Vehanen am Finnen scheiterte.
München kombinierte sich vor das Berliner Tor, die Eisbären hingegen versuchten es mit Einzelaktionen oder Schüssen aus der zweiten Reihe. Als München dann wieder ein Überzahlspiel hatte, zeigte man den Eisbären, wie schnell man so ein Powerplay ausnutzen kann. Yannic Seidenberg hatte von der blauen Linie abgezogen, Bruno Gervais blockte die Scheibe, die dann vor Michael Wolf lag, welcher abzog und von Petri Vehanens Maske ging die Scheibe letztendlich über die Linie – 4:0 (30.). Ein unglücklicher Gegentreffer, der aber zum Gesamt-Auftritt der Eisbären passte.
Trotz der souveränen Führung schaltete München hier keinen Gang zurück, zog bei 5-gegen-5 sogar ein Powerplay auf, an deren Ende Maximilian Kastner nur den Pfosten traf.
Dann mal wieder die Berliner mit einem Powerplay, aber es folgte die Krönung des Abends. München erkämpfte sich die Scheibe an der blauen Linie, Frank Mauer und Brooks Macek mit einem 2-auf-0 in Unterzahl (!), Mauer quer auf Macek und der netzte ein – 5:0 (37.).
München nahm also eine beruhigende 5:0-Führung mit in die Kabine, Berlin war hier komplett von der Rolle und legte ein amateurhaftes Abwehr-Verhalten an den Tag, welches nicht Playoff-tauglich war.

Im letzten Drittel stand dann Marvin Cüpper für Petri Vehanen im Berliner Tor. Und der stand auch gleich einmal im Mittelpunkt. Denn Konrad Abeltshauser mit einem guten Schuss, den jener Cüpper parieren konnte. Wenig später Steve Pinizzotto mit einem Versuch aus dem Slot, den er knapp am Tor vorbei setzte.
47 Minuten waren gespielt, da tauchten die Eisbären mal wieder vor dem Münchner Tor auf und konnten anschließend jubeln. Kyle Wilson fuhr über rechts ins Angriffsdrittel, sah Laurin Braun am langen Pfosten und der hielt die Kelle hin und markierte den Anschlusstreffer – 5:1.
Danach eine Phase, in der sich beide Mannschaften Chancen erspielen konnten, die Torhüter standen jedoch sicher und ließen nichts durch.
Neun Minuten vor dem Ende Steve Pinizzotto mit einem klasse Move, stand plötzlich frei vor Cüpper, doch der parierte dessen Schuss. Und ein weiteres Mal zeigte Cüpper seine ganze Klasse. München mit einer klasse Kombination im Angriffsdrittel, an deren Ende Brooks Macek im Slot zum Schuss kam, doch Cüpper mit einem starken Save.
Mehr sollte im Schlussdrittel nicht mehr passieren, München brachte das 5:1 über die Zeit und ging damit erstmals in dieser Halbfinal-Serie in Führung.

Nun ja, dass war heute der schwächste Auftritt der Eisbären in den Playoffs. Obwohl es zu Beginn eigentlich nicht danach aus sah, da man gut aus der Kabine kam und sich auch gleich Chancen erarbeiten konnte. Doch zwei schnelle Strafzeiten und ein Gegentor in Unterzahl nahm die Eisbären aus der Partie, die danach komplett den Faden verloren und defensiv die Gegentore leichtfertig herschenkten. Das war insgesamt gesehen von der ganzen Mannschaft einfach zu wenig. Als Mannschaft spielte man nur selten zusammen, verrannte sich viel mehr in Einzelaktionen und in der Defensive stimmte die Zuordnung mehrfach nicht.
Aus diesem Spiel muss man jetzt die Lehren ziehen und am Freitag in Berlin wieder zurückschlagen. Gewinnt man, gleicht man die Serie aus und hat dann eine Best-of-Three-Serie vor sich. Verliert man, droht am Sonntagabend das Saisonende in München.

Playoff-Stand:

Red Bull München vs. Eisbären Berlin 2:1 (2:3 n.V./2:1/5:1)

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