2:1! Eisbären feiern ersten Sieg in der Vorbereitung

Im fünften Anlauf hat es endlich geklappt: Nach zuvor vier Niederlagen in den ersten vier Testspielen haben die Eisbären ihr fünftes Vorbereitungsspiel gewonnen. In der CPP Aréna gewannen die Hauptstädter beim HC Mountfield Hradec Králové mit 2:1 (0:0,1:1,1:0) und feierten somit den ersten Sieg unter ihrem neuen Headcoach Serge Aubin. Somit gelang den Berlinern die Wiedergutmachung für das 3:8-Debakel vom Freitagabend in Wien.

Deshalb blicken wir auch noch einmal ganz kurz auf die Schmach von Wien zurück und reichen das Statement von Aubin nach:

Wir hatten von Anfang an einen schwierigen Abend. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, wenn wir drin waren, hat Wien sie gewonnen. Die Ausführung aller Sachen, also des Systems und der Kleinigkeiten war schlecht. Es war einer dieser Abende, an dem man das Gefühl hatte, dass das ganze Team immer eine halbe Sekunde langsamer war als der Gegner.

Klare Worte vom Trainer, der nichts versuchte, zu beschönigen. Aber bei einem 3:8 geht das ja auch gar nicht. Deshalb blickte Aubin einen Tag nach dem Debakel von Wien bereits auf das nächste Spiel einen Tag später:

Zuallererst denke ich, wir müssen uns mental besser vorbereiten. Wenn wir dann aufs Eis gehen, müssen wir mit Selbstbewusstsein spielen, arrogante Spielzüge vermeiden und immer in Verbindung bleiben. Gestern hatte man das Gefühl, wir haben 22 unterschiedliche Agendas statt einem Ziel als Team. Es ist ein Teamspiel und so wollen wir es morgen angehen. Wir wollen zu den grundsätzlichen Dingen zurückgehen, zusammen spielen und gut im System bleiben. Es geht auch darum, unser Talent zu zeigen. Wir sind eine gute Mannschaft, wir können gute Spielzüge aufs Eis bringen, aber das müssen wir auch umsetzen.

Die Marschroute für das Spiel war also klar, dabei nicht mithelfen konnten Vincent Hessler, Sebastian Streu und Marcel Noebels. Im Tor begann auch heute wieder Sebastian Dahm, am Freitag wurde er ja bereits nach dem ersten Drittel durch Marvin Cüpper ersetzt.
In der Defensive wechselte Aubin wieder die Pärchen durcheinander. Frank Hördler und Ryan McKiernan verteidigten ebenso zusammen wie Florian Kettemer und Kai Wissmann, Constantin Braun und John Ramage. Das vierte Pärchen bildeten Jonas Müller und Charlie Jahnke.
Und auch die Angriffsreihen sahen anders aus: Louis-Marc Aubry/James Sheppard/Leo Pföderl, André Rankel/Florian Busch/Sean Backman, Lukas Reichel/Maxim Lapierre/Austin Ortega und PC Labrie/Mark Olver/Fabian Dietz hießen die Sturmreihen.

Im ersten Drittel gab es Chancen auf beiden Seiten und für die Eisbären auch noch eine Chance, in Überzahl zu spielen. Nur Tore sollten im Auftaktdrittel keine fallen.

Das sollte sich dann im zweiten Drittel ändern und zwar beim ersten Powerplay der Hausherren. Tomas Vincour mit dem Schuss kurz nach der blauen Linie und schon zappelte die schwarze Hartgummischeibe im Tor von Dahm – 0:1 (28.).
Und acht Minuten vor der zweiten Pause beinahe das 0:2, aber der Pfosten rettete für Dahm. Zuvor gab es gute Chancen auf beiden Seiten.
Die Berliner dann mal wieder mit einem Powerplay kurz vor Ende des zweiten Drittels. Zwar konnten sie dieses nicht nutzen, aber kurz nach Ablauf sorgte PC Labrie für den 1:1-Ausgleich und zugleich Pausenstand in der CPP Aréna.

Neun Sekunden war der Schlussabschnitt alt und schon bot sich den Eisbären die nächste Chance, etwas Zählbares in Überzahl heraus zu holen. Aber die Hauptstädter dachten sich wohl, Powerplay kann ja jeder, wir treffen lieber in Unterzahl. So geschehen im letzten Drittel. Nach einer Strafe gegen Kapitän André Rankel die Eisbären mit einem Mann weniger, aber Maxim Lapierre stibitzte den Tschechen die Scheibe weg, zog vor das Tor und brachte die Eisbären per Rückhand mit 2:1 in Front (44.).
Und an diesem Spielstand sollte sich nichts mehr ändern. Die Eisbären ließen hinten nichts mehr anbrennen und verpassten es zudem, vorne für die Entscheidung zu sorgen. Aber das war am Ende egal, denn er war endlich da, der erste Testspielsieg in Vorbereitung auf die Saison 2019/2020.

Und dieser wird dem Team Selbstvertrauen geben, welches nach den vier Niederlagen zuvor – insbesondere nach der Klatsche in Wien – arg angeknackst war. Aber heute haben die Berliner die richtige Antwort auf das 3:8 gegeben und können nun mit einem guten Gefühl im Gepäck die Heimreise nach Berlin antreten. Dort wird man dann unter der Woche im Training weiter an den vielen Problemstellen arbeiten, sich aber auch die guten Aspekte aus dem Spiel in Tschechien noch einmal anschauen und weiter verfeinern.
Wie gut die Jungs dann unter der Woche trainiert haben, werden wir dann alle am Freitagabend am 19:30 Uhr im Wellblechpalast sehen, wenn die Eisbären im einzigen Test-Heimspiel mit dem HC Dynamo Pardubice den nächsten tschechischen Klub vor der Brust haben.

4. Testspiel, 4. Niederlage: 3:8-Debakel in Wien

Die Saisonvorbereitung der Eisbären Berlin läuft alles andere als rund. Am Freitagabend stand in Wien das vierte Testspiel in Vorbereitung auf die Saison 2019/2020 an. Am Ende verließ man zum vierten Mal in Folge das Eis als Verlierer. Und diesmal gab es eine derbe Klatsche. Beim EBEL-Club Vienna Capitals kamen die Hauptstädter mit 3:8 (0:3,0:3,3:2) unter die Räder. Somit verlief das Wiedersehen für Chefcoach Serge Aubin, Co-Trainer Craig Streu und Verteidiger Ryan McKiernan mit dem Team, mit dem man 2017 den Meistertitel in der EBEL gewann, keinesfalls erfreulich.

Der neue Chefcoach der Eisbären, Serge Aubin, hatte noch vor dem Spiel folgendes gesagt:

Die Jungs haben in der vergangenen Woche hart gearbeitet, die Niederlagen am Wochenende haben Wirkung gezeigt. Jetzt wollen wir das auch im Spiel aufs Eis bringen.

Das Vorhaben war also da, nur an der Umsetzung haperte es am Ende doch deutlich. Zwar sind Ergebnisse in Testspielen eher zweitrangig, aber dienen diese Spiele doch dafür, sich bestmöglich auf die neue Saison vorzubereiten, an Einzelheiten zu arbeiten, die Feinjustierung vorzunehmen, das neue System einzuspielen, usw.
Bisher gab es wenig positive Aspekte zu bestaunen, umso mehr hatte man nach dem Trainingslager in dieser Woche für heute Abend die Hoffnung, dass es nun besser laufen würde. Doch es kam sogar noch schlimmer als in den drei Spielen zuvor. Und der Saisonstart ist nur noch drei Wochen entfernt…

Auch heute rotierte Chefcoach Serge Aubin mal wieder. Neuzugang Sebastian Dahm rückte zurück zwischen die Pfosten, Marvin Cüpper nahm den Platz als Back-up auf der Bank ein.
In der Verteidigung blieben die Pärchen Frank Hördler/John Ramage sowie Florian Kettemer/Ryan McKiernan zusammen. Die beiden anderen Pärchen hießen heute Constantin Braun/Kai Wissmann und Eric Mik/Jonas Müller.
Die Sturmreihen wirbelte Aubin ein wenig durcheinander. PC Labrie/Louis-Marc Aubry/ Austin Ortega hieß die erste Reihe. Die zweite Reihe bildeten Charlie Jahnke/Sean Backman/James Sheppard. Die dritte Reihe war die selbe wie im Spiel um Platz Drei beim Dolomitencup gegen Valerenga IF aus Oslo – Lukas Reichel/Maxim Lapierre/Leo Pföderl. Und in der vierten Reihe stürmten Kapitän André Rankel/Craig Streu/Fabian Dietz. Florian Busch war als zusätzlicher Stürmer im Kader.

Zu Beginn gab es gute Chancen auf beiden Seiten, die beste hatten dabei die Berliner, als Jonas Müller nur den rechten Pfosten traf. Aber die Hausherren sorgten früh für die Führung. Sondre Olden wurde angespielt und nagelte die Scheibe unter die Latte – 0:1 (4.).
Wien machte danach weiter Druck und hätte beinahe das 2:0 erzielt, doch das Aluminium rettete für Sebastian Dahm im Eisbären-Tor. Danach je ein Powerplay für beide Teams, welche jedoch ungenutzt blieben. Als Wien erneut mit einem Mann mehr agieren konnte, klingelte es dann aber doch im Bären-Käfig. Die Capitals mit dem Schuss von der blauen Linie, die Scheibe konnte vor dem Tor nicht unter Kontrolle gebracht werden und Ty Loney staubte zum 0:2 ab (15.).
Wien hatte nun richtig Spaß am Spiel und legte im Auftaktdrittel sogar noch einen dritten Treffer nach. Ali Wukovits mit dem Alleingang Richtung Dahm, welchem er keine Chance ließ – 0:3 (18.), was zugleich der Pausenstand vor 3.400 Zuschauern war.

Zu Beginn des zweiten Drittels stand Marvin Cüpper im Eisbären-Tor, er ersetzte Sebastian Dahm. Doch auch Cüpper musste die schwarze Hartgummischeibe aus dem Tor fischen. Ganze 43 Sekunden dauerte es im zweiten Drittel, ehe Riley Holzapfel auf 0:4 erhöhte (21.).
Kurz darauf gerieten Neu-Eisbär John Ramage und Julian Grosslercher aneinander, während der Caps-Akteur nur zwei Minuten bekam, kassierte Ramage gleich einmal 2+2-Minuten, weshalb Wien in Überzahl spielen konnte. Mit der Konsequenz, dass Sondre Olden per Onetimer das 0:5 erzielen konnte (23.).
Nach dem Sondre Olden schon doppelt getroffen hatte, musste Riley Holzapfel nachziehen. Powerplay Wien nach einer Strafe gegen Florian Kettemer wegen Spielverzögerung und prompt war das halbe Dutzend voll – 0:6 (32.).
Mehr sollte im zweiten Drittel nicht mehr passieren und so nahmen die Berliner ein 0:6 mit in die zweite Drittelpause.

In der Kabine der Berliner muss es dann laut geworden sein, denn die Eisbären tauchten plötzlich auf der Anzeigetafel auf. Kai Wissmann mit dem Ehrentreffer in der 43. Spielminute – 1:6.
Nur 27 Sekunden später gelang den Hauptstädter auf einmal auch noch der zweite Treffer. Der in der Vorbereitung sehr auffällige Youngster Lukas Reichel sorgte für das 2:6 aus Eisbären-Sicht (44.).
Und die Eisbären hatten nun Lunte gerochen, bei 4-gegen-4 auf dem Eis war es Florian Kettemer, der die Scheibe abfing, abzog und Glück hatte, dass sein Schuss unhaltbar abgefälscht wurde – 3:6 (48.).
Nun wurde es den Hausherren aber zu bunt und sie erhöhten ebenfalls bei 4-gegen-4 auf 7:3, Alex Wall sorgte für den siebten Wiener Treffer an diesem Freitagabend (49.).
Damit hatte man den Eisbären den Wind aus den Segeln genommen, die hier auf einmal drei Tore in Folge erzielen konnten. 56 Sekunden vor dem Ende sorgte Philippe Lakos für den achten Treffer der Hausherren, er sah den Puck frei vor Marvin Cüpper liegen, dieser wiederum sah die Scheibe nicht und so stellte Lakos den 3:8-Endstand aus Berliner Sicht her.

Was auch immer sich die Eisbären für dieses vierte Testspiel in Wien vorgenommen haben, sie konnten es nicht umsetzen und gingen mit einer derben Klatsche vom Eis. Je weiter die Vorbereitung fortgeschritten ist, umso mehr möchte man Fortschritte von der Mannschaft auf dem Eis sehen, nur bleiben diese derzeit noch aus. Nach drei knappen Niederlagen zu Beginn der Testspielreihe gab es heute die erste richtig heftige Niederlage. Ob das der harten Trainingswoche im Trainingslager geschuldet war, wird das Geheimnis der Eisbären bleiben.
Fakt ist, die Eisbären müssen sich erst einmal an das neue System vom neuen Coach Serge Aubin gewöhnen. Diese Eingewöhnungsphase scheint nach wie vor anzudauern und es bleibt abzuwarten, ob die Spieler in den nächsten Testspielen das System Aubin mehr und mehr verinnerlicht haben oder aber es weiterhin große Probleme gibt. Eine Vorbereitung ist zum testen und probieren da, aber irgendwann muss man sein System, seine Formation, seine Reihen gefunden haben, um diese dann bestmöglich auf den Saisonstart am 13.09. gegen Wolfsburg vorzubereiten. Im Moment aber sind die Eisbären noch weit davon entfernt, bestmöglich vorbereitet in die neue Saison zu gehen. Aber noch haben die Hauptstädter drei Wochen Zeit, um das System Aubin zu verinnerlichen und auf dem Eis umzusetzen. Vielleicht läuft es ja in dieser Saison anders als in der letzten. Da spielte man eine gute Vorbereitung, versagte dann aber in der CHL und DEL. Dieses Jahr läuft die Vorbereitung alles andere als gut…

Dolomitencup 2019: Eisbären verpassen nach knapper 1:2-Niederlage gegen Bern das Finale

Am Samstagabend stand in der Saisonvorbereitung der Eisbären Berlin das zweite Testspiel an. In Neumarkt traf das Team des neuen Headcoaches Serge Aubin im Halbfinale auf den aktuellen Schweizer Meister SC Bern. Nach 60 hart umkämpften Minuten mussten sich die Hauptstädter vor 1.247 Zuschauern knapp mit 1:2 (1:0,0:1,0:1) geschlagen geben und treffen somit morgen Nachmittag im Spiel um Platz Drei auf den norwegischen Vertreter Valerenga IF aus Oslo.

Aubin hatte im Vergleich zur 4:5-Niederlage n.P. im ersten Testspiel in Weißwasser die Reihen komplett umgestellt und zudem mit Eric Mik und Probespieler PC Labrie zwei neue Spieler zur Verfügung. So verteidigten diesmal Frank Hördler und John Ramage, Florian Kettemer und Ryan McKiernan, Jonas Müller und Constantin Braun sowie Eric Mik und Kai Wissmann zusammen.
Im Angriff spielten Kapitän André Rankel, Louis-Marc Aubry und Austin Ortega, Sean Backman, James Sheppard und Maxim Lapierre, Marcel Noebels, Mark Olver und Leo Pföderl sowie PC Labrie, Craig Streu und Fabian Dietz zusammen. Als zusätzlicher Stürmer stand Lukas Reichel im Eisbären-Kader.

Der Schweizer Meister mit dem besseren Beginn. Bern wirkte aktiver, spielte mit viel Zug zum Tor und setzte sich im Angriffsdrittel fest, suchte immer wieder den Abschluss. Die Eisbären liefen zunächst nur hinterher.
Aber in der neunten Spielminute waren es die Berliner, die in Führung gehen konnten. Neuzugang Ryan McKiernan mit dem Zuspiel an der blauen Linie zu Florian Kettemer, welcher die Scheibe Richtung Tor brachte. Dort wurde der Puck abgefälscht, Kapitän André Rankel schaltete am Schnellsten und nagelte die Scheibe unter die Latte des Berner Tores – 1:0.
Danach kamen die Hauptstädter immer besser ins Spiel, standen hinten sehr kompakt und ließen wenig zu. Nach vorne lauerte man auf Fehler der Schweizer, um dann blitzschnell umzuschalten und zu kontern.
13 Minuten waren gespielt, da kassierte Andrew Ebbett die erste Strafzeit der Partie und den Berlinern bot sich die erste Gelegenheit, in Überzahl zu agieren. Und das Powerplay des Teams von Chefcoach Serge Aubin sah sehr ansprechend aus. Man fand schnell in die Formation, ließ die Scheibe schnell laufen, zeigte viel Bewegung in der Aufstellung. Und man erspielte sich gute Chancen, aber weder Maxim Lapierre noch André Rankel und Louis-Marc Aubry konnten aus der numerischen Überzahl einen Nutzen ziehen.
Fortan war es eine Partie, in der es beide Mannschaften immer wieder nach vorne versuchten, die Eisbären dabei aber dem 2:0 näher waren als Bern dem 1:1. Nach 20 Minuten nahmen die Berliner die durchaus verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine.

Das zweite Drittel bot gleich zwei richtig gute Chancen – je eine auf jeder Seite. Sean Backman setzte einen Onetimer knapp am Tor vorbei, Thomas Rüfenacht scheiterte am neuen Eisbären-Goalie Sebastian Dahm.
In der 22. Spielminute kassierten die Hauptstädter innerhalb von nur zehn Sekunden gleich zwei Strafzeiten. Zunächst erwischte es den neuen Verteidiger John Ramage, der wegen Behinderung für zwei Minuten in die Kühlbox musste. Zehn Sekunden später folgte ihm Jonas Müller wegen Spielverzögerung.
Bern also 110 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis, aber das Penaltykilling der Eisbären mit ganz starker Arbeit, machte die Schusswege zu, warf sich in die Schüsse und blockte sie somit. So richtig viel Gefahr kam dadurch nicht auf und man überstand diese brenzlige Situation.
Nach einem Puckverlust hinter dem eigenen Tor, mussten die Eisbären kurz bangen, aber Bern nahm diese Einladung nicht an. Es kam nun eine Phase, in der es hin und her ging, ohne jedoch eine nennenswerte Chance herauszuspielen.
Die Eisbären hingegen machten aus dem zweiten Drittel ein Unterzahlspiel-Training, denn man sollte noch zwei Strafzeiten kassieren. Während man die Strafe gegen Lukas Reichel dank starkem Penaltykilling überstand, musste man bei der Strafe gegen Marcel Noebels den Ausgleich hinnehmen. Es lief die 34. Spielminute, als der Puck nach einem Schuss von der blauen Linie auf einmal frei vor dem Tor lag. Thomas Rüfenacht war hellwach und erkannte die Situation am Schnellsten, netzte ein zum 1:1.
Die Hauptstädter zum Ende des Mitteldrittels dann zwar auch nochmal mit einem Powerplay, welches aber nur ein, zwei gefährliche Möglichkeiten bot. So stand es nach 40 Minuten 1:1.

Im letzten Drittel merkte man beiden Teams an, dass sie hier keine Fehler machen wollten. Dementsprechend kompakt standen sie hinten, wollten keine Fehler machen. Daher gab es auch kaum nennenswerte Chancen nach Wiederbeginn.
Aber in der 44. Spielminute Bern dann mal mit einem guten Angriff, an deren Ende Mursak die Riesenchance hatte, doch Dahm mit einer Glanzparade. Sein linker Schoner blitzte pfeilschnell heraus und er wehrte den Schuss des SC Bern ab.
Anschließend weiterhin ein offenes Spiel, beiden Teams bot sich nach wie vor die Chance auf den Führungstreffer. Den Schweizern sollte er dann gelingen. Aber er entstand aus einer eher unglücklichen Situation aus Sicht der Eisbären. Bern kam über rechts ins Angriffsdrittel, die Scheibe wurde scharf vor das Berliner Tor gespielt, blieb dort bei Kai Wissmann irgendwie hängen, fiel runter und blieb am linken Pfosten liegen. André Heim hat den richtigen Riecher, sah die schwarze Hartgummischeibe frei am Pfosten liegen und erzielte wohl eines der leichtesten Tore in seiner bisherigen Karriere – 1:2 (51.).
Anschließend die Berliner zwar bemüht, aber ihnen wollte keine so richtige Schlussoffensive gelingen. Die Torschüsse, die aufs Berner Tor kamen, waren leichte Beute für deren Goalie. Auch mit sechs Mann, nach dem man Goalie Dahm 73 Sekunden vor Spielende vom Eis nahm und die kurz darauffolgende Auszeit, brachten keine Veränderung mehr. Somit verloren die Eisbären das Halbfinale knapp mit 1:2 gegen Bern.

Für uns geht es darum, konzentrierter und engagierter ins Spiel zu gehen, als vergangenen Sonntag in Weißwasser„, hatte Trainer Serge Aubin vor dem Halbfinale gegen Bern gesagt. Nun ja, wirklich besser verlief der Beginn des Spiels jetzt nicht. Da waren die Schweizer doch aktiver und besser, wirkten spritziger. Aber die Eisbären sammelten sich schnell, gingen dann in Führung und spielten ein sehr konzentriertes erstes Drittel, in dem sie sich im weiteren Spielverlauf die Führung auch verdienten.
Insgesamt gesehen hat das Spiel natürlich auch weitere positive Aspekte geliefert, wie zum Beispiel das deutlich verbesserte Unterzahlspiel, wenn gleich man den Ausgleichstreffer mit einem Mann weniger hinnehmen musste. Auch das Powerplay sah schon sehr vielversprechend aus – für den Zeitpunkt der Vorbereitung.
Dass wir aber noch lange nicht das wahre Gesicht der Eisbären sehen, zeigt schon allein die Tatsache, dass die Reihen im Vergleich zum Weißwasser-Spiel komplett umgestellt wurden. Aubin und sein Trainerteam sind eben zur Zeit auf der Suche nach den idealen Reihenzusammensetzungen und daher wird auch in den nächsten Testspielen weiterhin viel rotiert und probiert werden. Von daher kann die Abstimmung in einigen Situationen noch nicht vollends funktioneren und doch zeigte man in diesem Spiel gegen ein Top-Team sehr gute Ansätze, auf die man in den nächsten Spielen aufbauen kann. Die nächste Gelegenheit, die nächsten Dinge zu regulieren, bietet sich gleich morgen Nachmittag im Spiel um Platz Drei, wenn Valerenga IF aus Oslo der Gegner ist. Und in diesem Spiel steht eine Änderung bereits fest: Marvin Cüpper wird dann im Tor der Eisbären stehen.

4:5 n.P.: Eisbären verlieren erstes Testspiel in Weißwasser

Kein guter Auftakt in die Saison-Vorbereitung für die Eisbären Berlin: Vor 2.223 Zuschauern unterlagen die Berliner dem Kooperationspartner Lausitzer Füchse knapp mit 4:5 n.P. (1:1,1:1,2:2/0:1). Weißwasser gelang damit die Revanche für das derbe 1:7 im Trainingsspiel am Freitagabend.

Der neue EHC-Chefcoach Serge Aubin schickte folgende Reihen ins Duell mit dem DEL2-Club: Sebastian Dahm startete im Tor, in der Defensive verteidigten Constantin Braun und John Ramage, Jonas Müller und Ryan McKiernan sowie Florian Kettemer und Kai Wissmann zusammen. Frank Hördler war als siebter Verteidiger mit dabei.
Die Angriffsreihen sahen wie folgt aus: Sean Backman, Louis-Marc Aubry, Austin Ortega/ André Rankel, James Sheppard, Leo Pföderl/ Lukas Reichel, Maxim Lapierre, Marcel Noebels/ Sebastian Streu, Mark Olver, Fabian Dietz.

Beiden Teams bot sich im Auftaktdrittel die Chance, in Überzahl zu agieren. Während die Hausherren ihre Möglichkeit ungenutzt ließen, schlugen die Hauptstädter im Powerplay zu. Marcel Noebels mit dem Querpass auf Lukas Reichel, die mit dem Zuspiel vors Tor, wo Maxim Lapierre im ersten Versuch noch scheiterte, im zweiten dann aber für den ersten Eisbären-Treffer der Saison 2019/2020 sorgte – 1:0 (13.).
Dieser Spielstand sollte bis 16 Sekunden vor der ersten Drittelpause Bestand haben. Dann sorgten die Füchse für den Ausgleich. Jonas Müller konnte zunächst noch einen Schuss blocken, doch Philip Kuschel staubte eiskalt ab und markierte das 1:1 in der 20. Spielminute, was zugleich auch der Pausenstand im Fuchsbau sein sollte.

Im Mitteldrittel gab es dann genau zur Hälfte einen Torhüterwechsel auf beiden Seiten. Bei den Eisbären kam Marvin Cüpper für Neuzugang Sebastian Dahm ins Berliner Gehäuse, auf Seiten der Hausherren hütete fortan Eisbär Maximilian Franzreb den Fuchs-Käfig. Und beide Goalies sollten in diesem zweiten Drittel noch hinter sich greifen müssen.
Bei angezeigter Strafzeit schloss Louis-Marc Aubry einen Bären-Angriff klasse ab und brachte die Eisbären erneut in Front – 2:1 (36.).
Doch auch das Mitteldrittel beendeten die Berliner nicht mit einer Führung. Weil sie ein folgendes Unterzahlspiel eben nicht schadlos überstanden. Auf Zuspiel von Charlie Jahnke war Jordan George der Lausitzer Torschütze zum 2:2-Ausgleich (39.). Somit stand es auch nach 40 Minuten zwischen den beiden Traditionsvereinen Unentschieden.

Gleich zu Beginn des Schlussdrittels mussten die Eisbären nach einer Strafe gegen John Ramage in Unterzahl ran, diese überstanden sie zwar schadlos, aber kaum wieder komplett, klingelte es doch noch im Kasten von Cüpper. Clarke Breitkreuz war der Torschütze der Hausherren gewesen, die an diesem Nachmittag erstmals in Führung lagen – 3:2 (44.).
Nur gut zwei Minuten später das selbe Bild: Die Eisbären überstanden die Unterzahl nach Strafe gegen Aubry, doch Joel Keussen sorgte wenige Sekunden später für das 4:2 (46.).
Diese Zwei-Tore-Führung hielten die Füchse bis kurz vor Spielende, doch dann wurde es James Sheppard „zu bunt“. Innerhalb von nur 29 Sekunden stellte die Berliner Nummer 88 von 2:4 auf 4:4. 80 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit schnappte sich Sheppard den Puck direkt nach dem Bully und lupfte die schwarze Hartgummischeibe cool ins Lausitzer Tor – 3:4. Und 51 Sekunden vor dem Ende des dritten Drittels staubte Sheppard ab, nach dem Franzreb einen Schuss von Jonas Müller nur prallen lassen hatte – 4:4.
Somit stand es nach 60 Spielminuten weiterhin unentschieden. Beide Teams verzichteten im Anschluss auf die Verlängerung und gingen stattdessen direkt ins Penaltyschießen.

Dort fielen insgesamt drei Tore – zwei für Weißwasser durch Mike Hammond und Joel Keussen, aber nur eins für die Eisbären durch Lukas Reichel. Somit gewann der Zweitligist das Testspiel gegen die Eisbären mit 5:4 n.P.

Nächster Teil der Vorbereitung: Morgen erstes Testspiel für die Eisbären in Weißwasser

Vor einer Woche haben die Eisbären Berlin mit dem ersten gemeinsamen Eis-Training die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Morgen Nachmittag folgt nun das erste Testspiel. Wie in jedem Jahr treffen die Berliner dabei auch in diesem Jahr auf Kooperationspartner Lausitzer Füchse (Bully: 16:00 Uhr). Bereits gestern Abend standen sich beide Mannschaften in einem Trainingsspiel gegenüber. Die Hauptstädter setzten sich dabei deutlich mit 7:1 durch, die Tore erzielten Leo Pföderl, Florian Kettemer, Austin Ortega, Mark Olver. Constantin Braun, André Rankel und Lukas Reichel. Natürlich ist der DEL-Club auch morgen der klare Favorit in diesem Duell.

Für den neuen Coach Serge Aubin nimmt dieses Spiel einen wichtigen Teil in der Vorbereitung ein. Aubin sagte im Vorfeld des Traditionsduells (Quelle: aktuelle Medieninformation der Eisbären Berlin vom 10.08.2019):

Wir wollen uns weiterentwickeln. Wir gehen jetzt in die Phase des Finetunings. Ich erwarte von den Jungs, dass wir unser Spiel durchziehen.

Es ist der Auftakt in eine acht Spiele umfassende Testspielserie. Nach dem Duell in Weißwasser geht es für die Berliner nächstes Wochenende nach Italien zum Dolomiten-Cup in Neumarkt. Dort trifft man am Samstagabend (Bully: 20:00 Uhr) auf den SC Bern aus der Schweiz. Einen Tag später trifft man dann um 16:00 Uhr oder 20:00 Uhr entweder auf Valerenga Oslo aus Norwegen oder DEL-Konkurrent Augsburger Panther.
Am Freitag, den 23.08.2019, treten die Berliner in Wien zum Testspiel an (Bully: 19:30 Uhr). Zwei Tage später kreuzt man in Tschechien mit Hradec Kralove (Bully: 16:00 Uhr) die Schläger, ehe man am Freitag, den 30.08.2019, um 19:30 Uhr zum einzigen Test-Heimspiel im altehrwürdigen Wellblechpalast mit dem HC Dynamo Pardubice ebenfalls gegen ein Team aus Tschechien testet.
Auf den selben Gegner trifft man im letzten Testspiel in Vorbereitung auf die neue DEL-Saison am 07.09.2019 erneut, dann aber in Tschechien, wo der erste Puck um 19:00 Uhr eingeworfen wird. Davor steigt aber am 01.09.2019 um 15:00 Uhr in Halle noch ein DEL-interner Test zwischen den Eisbären und den Grizzlys Wolfsburg.

In Weißwasser stehen Chefcoach Serge Aubin Florian Busch (fiebrige Erkältung), Vincent Hessler (Handverletzung) und Try-Out-Spieler Pierre-Cédric Labrie nicht zur Verfügung. Maximilian Franzreb, Erik Mik, Charlie Jahnke und Thomas Reichel spielen unterdessen für Kooperationspartner Weißwasser.
Generell keine Rolle spielt mehr ein weiterer Try-Out-Spieler. Sébastien Sylvestre konnte die Verantwortlichen der Eisbären nicht überzeugen und hat den Hauptstadt-Club schon wieder verlassen müssen.

Ab morgen werden also die vorhandenen Spieler in den nächsten Testspielen alles dafür geben, um am 13.09.2019 beim DEL-Saisonstart gegen die Grizzlys Wolfsburg dem DEL-Kader anzugehören. Der Konkurrenzkampf wird sehr hoch sein und alle werden sich zeigen wollen. Die alt eingesessenen Spieler, welche im Vorjahr nicht ihre beste Leistung abgerufen haben, und die neuen Spieler, die zeigen wollen, dass sie eine Verstärkung für den Hauptstadt-Club sein können.

Denn noch einmal so eine enttäuschende Saison wie die letzte will man in Berlin nicht erleben. Daher sprach Stürmer Marcel Noebels in der aktuellen Ausgabe der Eishockey News (Nummer 32 vom 06.08.2019) auch forsch das Saisonziel aus:

Wir wollen mit den Eisbären die direkte Qualifikation für die Play-Offs schaffen. Danach sehen wir weiter.

Da spricht er allen Eisbären-Fans aus der Seele, die sich endlich wieder längere Play-Offs wünschen, an deren Ende mal wieder der Silberpokal herausspringen könnte. Ab morgen arbeitet man daran, dass man wieder bessere Zeiten in Berlin erleben kann.

Der Kader der Eisbären Berlin für das erste Testspiel bei den Lausitzer Füchsen am 11.08.2019:

Tor:

Sebastian Dahm, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, John Ramage, Ryan McKiernan, Florian Kettemer, Constantin Braun

Angriff:

Austin Ortega, André Rankel, Maxim Lapierre, Louis-Marc Aubry, Lukas Reichel, Sean Backman, Sebastian Streu, Fabian Dietz, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels, Leo Pföderl

Für Weißwasser im Einsatz:

Maximilian Franzreb, Eric Mik, Charlie Jahnke, Thomas Reichel

Nicht zur Verfügung:

Florian Busch, Vincent Hessler, Pierre-Cédric Labrie

Serge Aubin nach dem ersten Training: „Ich bin sehr froh über die Geschwindigkeit vom Training gewesen“

Die lange Sommerpause 2019 ist mit dem heutigen Freitag beendet. Wir sind im August angekommen und die neue DEL-Saison kommt mit großen Schritten auf uns zu. Heute in sechs Wochen geht die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die Saison 2019/2020 und die Eisbären Berlin haben mit der Vorbereitung darauf heute endgültig begonnen. Am Freitagnachmittag absolvierte der Hauptstadtclub vor über 500 Fans im altehrwürdigen Wellblechpalast in Hohenschönhausen das erste gemeinsame Eis-Training.

Um 17:00 Uhr betraten die Spieler sowie das neue Trainerteam das heilige Eis des „Wellis“. Das neue

Serge Aubin, neuer Headcoach der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Trainerteam, dass sind der neue Cheftrainer Serge Aubin (siehe Foto rechts), der letztjährige Co-Trainer Gerry Fleming und der neue Co-Trainer Craig Streu. Neben den bekannten Spielern aus der Vorsaison und den Neuzugängen waren heute auch viele Youngsters sowie die drei Try-Out-Spieler mit dabei beim Trainingsauftakt, so war die Eisfläche heute also sehr gut gefüllt. Tolle Geste der Mannschaft: Sowohl vor als auch nach dem Training versammelte sich die gesamte Mannschaft samt Trainerteam auf Höhe der Mittellinie und bedankte sich für den großartigen Support, was ihnen tosenden Beifall der Fans bescherte. Aubin zog nach dem einstündigen Training gegenüber den Pressevertretern folgendes Fazit:

Die Jungs waren sehr begeistert, endlich aufs Eis zu kommen. Ich bin sehr froh über die Geschwindigkeit vom Training gewesen. Es waren viele Spieler auf dem Eis, deshalb gab es tatsächlich auch Pausen für die Jungs, wo sie sich gut erholen konnten. Es war ein gutes Training, ich bin zufrieden mit dem ersten Training. Das Eis war vielleicht ein bisschen weich, aber ansonsten ganz okay. Alle sind fit aus dem Urlaub zurückgekommen. Es ist großartig, diesen Support hier zu sehen. Wir wissen, dass wir großartige Fans haben.

Szene vom Eisbären-Training. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Wie Serge Aubin bereits erwähnte, hatte das erste gemeinsame Training bereits eine hohe Geschwindigkeit, was darauf schließen lässt, dass alle Spieler ihre Aufgaben über den Sommer abgearbeitet haben und heiß auf die neue Saison sind. 2-auf-1- und 3-auf-2-Angriffe wurden trainiert, das Passspiel, Alleingänge und viele weitere kleine Details. Zwischendurch wurden die Jungs immer wieder zusammen gerufen, um neue Anweisungen zu erhalten, denen die Jungs natürlich aufmerksam lauschten. Jede gelungene Aktion auf dem Eis belohnten die zahlreichen Fans mit Applaus.

Die Eisbären-Fans waren natürlich sehr gespannt auf die Neuzugänge und wie diese sich ins Team einfügen würden. Viel kann man nach dem ersten Training jetzt noch nicht sagen, aber alle neuen Spieler haben einen sehr guten und viel versprechenden Eindruck hinterlassen. Da könnte etwas zusammenwachsen.
Natürlich sind Training und Spiel zwei paar verschiedene Sachen, aber dass die Jungs etwas auf Lager haben, das konnte man schon sehen. Viel mehr kann man dazu natürlich erst nach den ersten Trainingsspielen sagen.

Einer der Neuzugänge, der die DEL bereits bestens kennt und deutscher Nationalspieler ist, ist Leo Pföderl, der natürlich nach dem Training bei der Presse gefragt war. Der ehemalige Nürnberger mit seinem Fazit nach dem ersten Training als Eisbären-Spieler:

Endlich geht’s los. Ich glaube, dass wir schon ganz gut ausgeschaut haben. Ich bin jetzt seit knapp zwei Wochen da, ein bisschen war ich schon unterwegs, aber ein bisschen brauch ich auch noch. Es ist schon ein bisschen was anders, aber ja, es ist schön, mir gefällt es bis jetzt sehr gut. Das Training geht jetzt auch endlich los, von daher wird es mit der Zeit auch kommen, dass ich noch mehr sehen werde.

Die nächsten sechs Wochen werden die Eisbären und deren Trainerteam um den neuen Headcoach

Wird er die neue Nummer Eins der Eisbären? Sebastian Dahm kam von DEL-Konkurrent Iserlohn nach Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Serge Aubin nun dazu nutzen, um das Team bestmöglich auf die anstehende DEL-Spielzeit vorzubereiten. Die letzte Saison verlief aus Berliner Sicht keinesfalls gut und man ist auf Wiedergutmachung aus. Den Umbruch hat man eingeläutet, nun muss das Team liefern. Die Fanszene beäugt die bisherige Transferpolitik eher kritisch. Es liegt nun an den Eisbären, die Fanszene eines besseren zu belehren und die letzte Saison vergessen zu machen.

Was am heutigen Freitagnachmittag in Berlin-Hohenschönhausen aber bereits deutlich wurde: Die Fans der Eisbären sind heiß auf die neue Saison, stehen weiterhin zu einhundert Prozent hinter ihrem Team und werden die Jungs auch in der neuen Saison wieder lautstark unterstützen und ihnen in jeder Phase treu zur Seite stehen. Es geht endlich wieder los, viel zu lange mussten wir warten, aber bald heißt es wieder jede Woche: Eiszeit in Berlin!

Der Sommer des großen Umbruchs: Wie stark ist der Kader der Eisbären Berlin wirklich?

In gut zwei Wochen bittet der neue Eisbären-Coach Serge Aubin zum ersten gemeinsamen Eistraining in Vorbereitung auf die neue DEL-Saison 2019/2020. Dabei werden die Fans aber nicht nur den neuen Trainer erstmals in Aktion erleben können, nein, auch aktuell sechs neue Spieler werden dann erstmals über das heilige Eis des altehrwürdigen Wellblechpalastes schlittern. Dagegen werden 13 Spieler, die letzte Saison noch in Berlin spielten, dann nicht mehr mit dabei sein. Es gab also einen sehr großen Umbruch im Kader des Hauptstadt-Clubs und wenn man sich den Kader genauer anschaut, sind noch zwei Stellen frei. Eine in der Defensive, welche ein Importspieler besetzen soll und eine im Sturm für einen deutschen Akteur. Doch wie stark ist der bisherige Kader der Berliner aktuell einzuschätzen? In der Fanszene wurde über die Sommerpause viel und heftig diskutiert und viele Fans sind aktuell nicht zufrieden mit der Personalpolitik des siebenfachen DEL-Meisters.

Auf dem Trainerposten ging man letztes Jahr mit dem vorherigen Co-Trainer Clément Jodoin in die Saison. Im Dezember letzten Jahres wurde diese Zusammenarbeit aber beendet und Sportdirektor Stéphane Richer übernahm bis zum Saisonende. Über dieses hinaus wollte er aber nicht weitermachen und so verpflichtete er seinen Kumpel Serge Aubin, mit dem er damals in der DEL bei den Hamburg Freezers zusammenarbeitete. Aubin kommt aus der Schweizer NLA von den ZSC Lions und soll die Berliner wieder zurück in die Erfolgsspur führen. Was viele Fans der Eisbären diesem aber nicht zutrauen. Der Unmut über diese Verpflichtung war sehr groß, viele Fans sehen in Richer und Aubin zwei Mitschuldige am Aus der Hamburg Freezers. Man darf gespannt sein, wie Aubin in Berlin empfangen wird und wie das Team unter ihrem spielen wird.

Auf der Torhüterposition haben sich die Berliner von Kevin Poulin getrennt. Was aber jedoch nicht an seinen sportlichen Leistungen lag, denn die waren tadellos, sondern viel mehr an seinem schwierigen Charakter. Da hat es intern wohl des Öfteren geknallt und man sah sich nicht dazu in der Lage, die Zusammenarbeit mit Poulin weiter fortzusetzen. Seine Statistik hätte eine weitere Saison Poulins aber durchaus gerechtfertigt. In der Hauptrunde absolvierte die Nummer 40 der Eisbären 43 Spiele, kassierte im Schnitt 2,80 Gegentore pro Spiel, kam auf eine Fangquote von 91,49 Prozent und feierte drei Shutouts.
In den Playoffs steigerte sich Poulin noch einmal, kam in acht Spielen auf einen Gegentorschnitt von 2,40 pro Spiel, eine Fangquote von 93,06 Prozent und feierte nochmals zwei Shutouts.
Der Nachfolger Poulins heißt Sebastian Dahm, welcher von DEL-Konkurrent Iserlohn Roosters an die Spree wechselt. Schaut man nur auf die Statistik des dänischen Nationalkeepers der vergangenen Saison, würde man ihn nicht als Verstärkung auf der Goalie-Position ansehen. Denn in 26 Hauptrundenspielen hatte Dahm nur eine Fangquote von 89,73 Prozent, kassierte im Schnitt 3,68 Gegentore pro Spiel und schaffte keinen Shutout. Wie aber unser Gastautor Hannes von der Eisbären Sektion Nord in seiner Analyse der Neuzugänge schon bereits berichtete, war die letzte Saison eher eine Ausnahme in Dahms Statistik, der seit der Saison 2014/2015 regelmäßig auf Fangquoten von über 92 Prozent kam. Er ist eben auf eine gute Defensive vor ihm angewiesen, nur die hatte er in der letzten Saison nicht, als die Sauerländer eine katastrophale Saison spielten. So kamen auch Dahms Statistiken zu Stande, welche sich in der kommenden Saison sicherlich wieder bessern werden. Nur ob Dahm ein adäquater Ersatz für Poulin ist, bleibt erst einmal fraglich. Dazu muss man die ersten Spiele erst einmal abwarten, um darüber eine genaue Prognose abzugeben. 

In der Verteidigung gab es gleich fünf Abgänge zu verzeichnen, am schwersten wiegt sicherlich der von Oldie Micki DuPont, dem Dauerbrenner und eine der tragenden Säulen in der abgelaufenen DEL-Saison. 28 Scorerpunkte (5 Tore/23 Vorlagen) sammelte Micki DuPont in der Hauptrunde, acht Vorlagen kamen in den Playoffs noch einmal hinzu. Sein Abgang schmerzt und hat in der Berliner Fanszene auch für große Aufruhr gesorgt, da viele diesen Schritt der Verantwortlichen nicht nachvollziehen konnten.
Ebenso wenig, wie den Abgang von Youngster Maximilian Adam, dem man eine rosige Zukunft voraussagt. Die Eisbären haben in den Augen der Fans mal wieder ein hoffnungsvolles Talent verkauft. Adam wiederum kann man verstehen, er möchte mehr Eiszeit und mehr Verantwortung übernehmen und sieht diese Chance bei Ligarivale Grizzlys Wolfsburg gekommen.
Die drei weiteren Abgänge von Jens Baxmann, Danny Richmond und Mark Cundari wiegen indes nicht so schwer. Baxmann lief schon länger seiner Form aus guten Jahren hinterher und sucht noch einmal eine neue Herausforderung in Iserlohn, Danny Richmond konnte nicht so recht überzeugen und musste deshalb ebenfalls die Hauptstadt verlassen. Bei Cundari fällt die Einschätzung da schon etwas schwieriger, da er doch mit vielen Vorschusslorbeeren aus Augsburg kam, dann in Berlin verletzungsbedingt aber nur auf 14 Spiele kam, in denen er aber sieben Scorerpunkte (3 Tore/4 Vorlagen) sammelte. Vielleicht knüpft er nun in Krefeld wieder an die guten alten Augsburger Zeiten an, in den er mit zu den stärksten Verteidigern zählte.
Die fünf Abgänge fangen bisher zwei Importspieler auf, ein dritter wird noch gesucht. Der erste neue Verteidiger kennt die DEL bereits, spielte er doch in der abgelaufenen Saison bei der Düsseldorfer EG. Ryan McKiernan wechselt vom Rhein an die Spree und jagt der schwarzen Hartgummischeibe nun in Berlin nach. Für unseren Gastautor Hannes ist McKiernan der 1:1-Ersatz für Micki DuPont. Die Statistiken der beiden Defender in der abgelaufenen Saison waren in etwa auch gleich gut, McKiernan schnitt leicht besser ab. Er kam auf drei Scorerpunkte mehr als DuPont, sammelte insgesamt 31, traf sechsmal und bereitete 25 weitere Treffer vor. Er schoss seltener als DuPont auf das Tor, hatte somit aber die bessere Quote im Abschluss. Dafür saß McKiernan fast doppelt so oft wie DuPont in der Kühlbox (60 zu 32 Strafminuten). Wenn McKiernan an seine Leistungen in Düsseldorf anknüpfen kann, wäre er ein guter Ersatz für Micki DuPont. Zumal er in der Statistik der Primary Assists (direkte Torvorlagen) mit einem Wert von 15 ligaweit auf Platz Zwei hinter Mannheims Mark Katic lag. Er weiß also, wie man seine Kollegen vor dem Tor gefährlich in Szene setzt.
Der zweite neue Importspieler in der Defensive der Berliner heißt John Ramage und kommt direkt aus der AHL von den Binghamton Devils. In der AHL hielt Ramage sich die letzten sechs Jahre auf, absolvierte insgesamt 384 Spiele, in denen er starke 114 Scorerpunkte (31 Tore/83 Vorlagen) sammelte. Die abgelaufene AHL-Saison stellte dabei seine persönlich erfolgreichste da, denn er scorte 31-mal, traf dabei zwölf mal ins Tor und bereitete 19 weitere Treffer vor. In seiner Analyse der Neuzugänge versuchte unser Gastautor Hannes John Ramages Leistung einzuordnen und verglich ihn daher mit Eisbären-Verteidiger Frank Hördler, dessen Stats ungefähr identisch waren.
Was sicherlich auch den Ausschlag für eine Verpflichtung Ramages gab, ist der Fakt, dass er ein Führungsspieler sein kann, bekleidete er doch in seinen vergangenen Teams häufig das Amt des Kapitäns oder aber des Assistenten.
Auf John Ramage freue ich mich persönlich sehr und hoffe, dass er der Defensive der Eisbären mehr Tiefe verleihen wird.

Schauen wir uns also mal jetzt die komplette Defensive des siebenfachen DEL-Meister an, sehen wir auf der Goalie-Position mit Sebastian Dahm, Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb drei sehr gute Goalies, wobei sich Dahm und Cüpper um den Status der Nummer Eins duellieren dürften, während Franzreb wahrscheinlich vermehrt beim Kooperationspartner Weißwasser Eiszeit erhält. Für Dahm spricht zudem, dass er einen deutschen Pass besitzt und somit nicht mehr unter das Ausländer-Kontingent fällt.

In der Verteidigung stehen aktuell acht Spieler unter Vertrag, darunter sind zwei Importspieler, ein dritter wird noch gesucht. Wenn man nach der Reiheneinteilung der Eishockey News geht, würden die Verteidiger-Pärchen Nummer Eins und Zwei Ryan McKiernan/Jonas Müller sowie John Ramage/Frank Hördler heißen. Das dritte Pärchen würde der aktuell noch gesuchte dritte Importspieler zusammen mit Florian Kettemer bekleiden. Dahinter lauern noch Kai Wissmann, Constantin Braun und Erik Mik. Rein vom Papier her sieht das also erst einmal nicht so schlecht aus, jetzt müssen die Spieler nur noch gut zusammen harmonieren und vor dem eigenen Tor aufräumen sowie nach vorne offensiv Akzente setzen. Und dann muss man natürlich schauen, welchen Importspieler die Chefetage da noch aus dem Hut zaubern wird.

In der Offensive verließen im Sommer sechs Spieler die Eisbären Berlin. Zwei davon schließen sich in der kommenden DEL-Saison den Schwenninger Wild Wings an. Youngster Cedric Schiemenz und Top-Torjäger Jamie MacQueen, welcher in der abgelaufenen DEL-Hauptrunde mit 21 Toren bester Torschütze der Eisbären war. Zudem bereitete er noch 16 weitere Tore vor. In den Playoffs gelangen der ehemaligen Nummer 17 dann noch drei weitere Treffer sowie vier Vorlagen. Dieser Abgang wird definitiv schmerzen und stieß bei den Fans auf großen Unmut.
Ebenso überrascht und frustriert war die Fanszene der Eisbären über die beiden Vertragsauflösungen von Martin Buchwieser (Löwen Frankfurt/DEL2) und Daniel Fischbuch (Thomas Sabo Ice Tigers). Die Fans hätten beide Spieler gerne weiter im Trikot der Berliner gesehen, die Statistiken jedoch sprechen da eine andere Sprache. Buchwieser kam in Hauptrunde und Playoffs nur auf drei Tore und sieben Vorlagen, Fischbuch auf zwei Tore und vier Vorlagen. Statistisch gesehen also eine nachvollziehbare Entscheidung der Verantwortlichen, wenn gleich der Ablauf und der Umgang mit diesen beiden Spielern alles andere als fair war.
Und dann verließen mit Brendan Ranford (Ziel unbekannt) und Colin Smith (ERC Ingolstadt) noch zwei Spieler den Verein, welche erst vor der abgelaufenen Saison an die Spree gewechselt waren. Aber mit 15 Toren und 18 Vorlagen (Ranford) sowie vier Toren und 20 Vorlagen (Smith) in Hauptrunde und Playoffs entsprachen beiden nicht den Vorstellungen der Chefetage.
Neu verpflichtet wurden ein Importspieler, ein deutscher Nationalspieler und ein deutscher Youngster. Gesucht wird nun noch ein weiterer deutscher Akteur.
Mit Leo Pföderl kommt ein absoluter deutscher Top-Stürmer in die Hauptstadt. Wie Gastautor Hannes bereits in seiner Analyse erwähnte, hatte Pföderl in der Saison 2014/2015 seinen Durchbruch, als ihm über 25 Scorerpunkte gelangen. Seitdem lag seine Punktausbeute jeweils über 30 Scorerpunkten. 2016/2017 war seine Rekordsaison mit 48 Scorerpunkten. In der abgelaufenen DEL-Saison erzielte er in Hauptrunde und Playoffs 19 Tore und gab 17 Torvorlagen, also eine gute Ausbeute des deutschen Nationalspielers, der nun hoffentlich an diese Leistungen in Berlin anknüpfen wird.

Erst vergangenes Wochenende gaben die Eisbären die Verpflichtung von Maxim Lapierre bekannt, der in Berlin die Nummer 40 von Kevin Poulin übernehmen wird. Und bei dem, was man so über den Neuzugang alles hört und liest, ist er wohl ein genauso schwieriger Charakter wie Poulins, weshalb die Trikotnummer ja schon einmal passt. Nur bleibt die Frage, warum man mit Kevin Poulin den einen Unruheherd aus der Mannschaft haben wollte, sich dafür aber mit Maxim Lapierre gleich den nächsten ins Team holte!?
Rein sportlich gesehen macht diese Verpflichtung aber erst einmal Sinn, bringt der 34-jährige Angreifer doch die Erfahrung von 1.032 Profispielen in der NHL (694), AHL (129), der schwedischen SHL (34) und der Schweizer NLA (175) mit. Zuletzt stand Lapierre in den Reihen des HC Lugano, wo ihm 29 Scorerpunkte (9 Tore/20 Vorlagen) gelangen. Lapierre fiel jedoch auch sehr oft durch seine Undiszipliniertheit auf, was ihm vergangene Saison 112 Strafminuten einhandelte, die drittmeisten aller Spieler. Lapierre ist also kein Kind von Traurigkeit und wird, wenn es denn nötig ist, die Fäuste sprechen lassen. Sein Rekord an Strafminuten datiert aus der Saison 2005/2006, als er in der AHL 73 Pflichtspiele für die Hamilton Bulldogs absolvierte und dabei satte 214 Minuten in der Kühlbox verbrachte. Hoffen wir mal, dass er in Berlin viel mehr durch seine Scorerpunkte als durch seine Schlagkraft und Undiszipliniertheit auffällt.
Der dritte Neuzugang im Sturm der Eisbären heißt Fabian Dietz und kommt vom Kooperationspartner Weißwasser. Der 20-jährige wurde mit einer Förderlizenz für seinen ehemaligen Arbeitgeber ausgestattet, was darauf schließen lässt, dass er vermehrt in der DEL2 Eiszeit erhalten wird. In Hauptrunde und Playoffs kam Dietz insgesamt auf 56 Einsätze, in denen ihm 13 Tore und sieben Vorlagen gelangen. Ihn wird man langfristig an das DEL-Team heranführen wollen.

Somit stehen aktuell 15 Angreifer unter Vertrag, darunter fünf Importspieler. Auch hier schauen wir auf die Reiheneinteilung der Eishockey News und sehen in Reihe Eins als Linksaußen Sean Backman, als Center James Sheppard und als Rechtsaußen Leo Pföderl. Die zweite Reihe würden in der selben Reihenfolge Austin Ortega, Louis-Marc Aubry und Marcel Noebels bekleiden, in Reihe Drei stürmen demnach Mark Olver, Maxim Lapierre und André Rankel. In der vierten Reihe wird noch ein Center zwischen den Außenstürmern Charlie Jahnke und Florian Busch gesucht. Dahinter lauern die Youngsters um Vincent Hessler, Nino Kinder, Fabian Dietz und Thomas Reichel.
Rein von den Namen her sind das natürlich drei starke Reihen, welche die Eisbären da haben. Aber Eishockey wird nicht auf dem Papier gespielt, das hat man gerade in der vergangenen Saison gesehen, als der ein oder andere Leistungsträger seiner eigentlichen Form doch meilenweit hinterher hinkte. Demnach muss man natürlich schauen, inwieweit die Spieler wieder zu Ihrer Normalform zurückfinden und wie sich die beiden Neuzugänge Pföderl und Lapierre mit einbringen werden.
Die vierte Reihe fällt ligaweit sicherlich  ein bisschen ab und zudem bleibt noch abzuwarten, ob Florian Busch nach seiner Gehirnerschütterung wieder spielen kann oder nicht. Von daher sollte man an der Reihenzusammensetzung noch einmal arbeiten und die Reihen ausgewogener besetzen, damit man nicht nach einer gewissen Spielzeit wieder nur auf drei Reihen umstellt.

Abgesehen von den noch zwei zu besetzenden Stellen steht der Kader der Eisbären Berlin also für die neue DEL-Saison 2019/2020. Nebenbei muss man natürlich auch noch warten, ob auf der Seite der Abgänge noch was passiert, ausschließen wollten das die Verantwortlichen zuletzt ja nicht. Aber so, wie der Kader jetzt erst einmal aussieht, ist es sicherlich kein schlechter und mit diesem kann man sicherlich auch in den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen. Vom Titel will ich aber keinesfalls sprechen, denn da sind Mannheim und München doch deutlich stärker besetzt und auch andere Teams haben sich gut verstärkt.
Aber auch diese Saison wird wieder viel davon abhängen, dass man von Verletzungen verschont bleibt, dass die etatmäßigen Leistungsträger ihre Form abrufen und dass die Neuzugänge im Vergleich zu letzten Saison – mit Ausnahme von Kevin Poulin, Florian Kettemer und Austin Ortega – einschlagen werden. Gute Leistungen bei anderen DEL-Clubs waren bisher noch nie gleichbedeutend dafür, dass es dann auch in Berlin gut laufen wird. Wichtig für den Erfolg wird auch ein gutes Torhüter-Duo sein, da bleibt abzuwarten, wer sich im internen Kampf um die Nummer Eins durchsetzen wird.
Und dann wäre da noch die Frage, welchen Maxim Lapierre wir sehen werden. Den undisziplinierten, welcher die meiste Zeit auf der Strafbank verbringen oder aber den, der ordentlich scoren wird?
Alles in allem steht uns eine interessante Saison bevor und nach den Vorbereitungsspielen und den ersten zehn, 15 Ligaspielen wird man sehen, wie gut dieser Kader wirklich ist. Im Moment herrscht im Umfeld der Eisbären diesbezüglich noch viel Skepsis und Unsicherheit, aber Eishockey wird nicht auf dem Papier sondern auf dem Eis gespielt. Und dort müssen die Jungs einfach nur ihre beste Leistung abrufen, der Rest wird sich dann von alleine ergeben.

Serge Aubin: Der neue Eisbären-Trainer nimmt seine Arbeit in Berlin auf

Am Freitag gaben die Eisbären Berlin die bereits lange vermutete Verpflichtung des neuen Trainers Serge Aubin bekannt. Dieser wird ab der kommenden DEL-Saison hinter der Bande des DEL-Rekordmeisters stehen und dort den Sportdirektor Stéphane Richer ersetzen, welcher diese Position seit der Entlassung Clément Jodoins inne hatte. Die Verpflichtung des Ex-Hamburgers stieß auf großen Unmut in der Berliner Fanszene, weshalb Aubin nicht damit rechnen sollte, dass er von allen Fans mit offenen Armen zum Saisonstart empfangen wird. Heute wurde der neue Eisbären-Coach aber erst einmal im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Wir fassen die wichtigsten Aussagen für Euch in diesem Bericht noch einmal zusammen.

Lange ging dieses Gerücht um Serge Aubin ja rum, doch bis zur offiziellen Verkündung seitens der Eisbären sollte es bis Anfang Mai dauern. Geschäftsführer Peter-John Lee äußerte sich dazu wie folgt:

Wir haben uns seit Dezember viel Zeit gelassen. Das Team analysiert, den Markt beobachtet. Wir haben uns mit vielen Kandidaten ausgetauscht, aber wir sind von Serge Aubin voll überzeugt. Er erfüllt unser Anforderungsprofil am Besten. Willkommen in der Eisbären-Familie!

Wie genau dieses Anforderungsprofil der Eisbären aussah, welche Kriterien es gab, darüber klärte Sportdirektor Stéphane Richer anschließend auf:

Es war ein langer Prozess. Wir haben viele Punkte ausgeschrieben, welche ein neuer Eisbären-Trainer mitbringen sollte. Folgende Punkte waren besonders wichtig: Starke Führungsqualität, eine gute Kommunikation mit den Spielern, dem Trainerteam und auch den Betreuern, Wir wollten einen Trainer, der Eisbären-Eishockey spielen lässt. Wir wollen schnelles und erfolgreiches Eishockey spielen. Uns war auch wichtig, dass der neue Trainer die DEL kennt. Zudem soll er gut mit jungen Spielern arbeiten. Was uns überzeugt hat, war die Entwicklung, die Serge Aubin in den letzten drei Jahren genommen hat. Besonders in Österreich, wo er nicht mit einem Big-Budget-Team sondern mit vielen jungen Spielern gearbeitet hat und zweimal Erster sowie einmal Meister wurde.

Natürlich darf auch nicht das erste Statement von Serge Aubin als Eisbären-Coach fehlen:

Es ist mir eine große Ehre, hier zu sein. Ich hab in den Gesprächen mit Peter-John Lee und Stéphane Richer herausgefunden, dass wir die selbe Vision teilen. Ich habe festgestellt, dass es mir sehr viel Spaß machen könnte, für die Eisbären zu arbeiten, in der Art, wie hier gearbeitet und Eishockey gespielt werden soll. Ich freue mich unglaublich darauf, die Leidenschaft zu spüren, die hier in der Stadt für die Eisbären da ist, unter den Fans und unter den Spielern. Ich freue mich auch darauf, mit den jungen Spielern und generell mit der Mannschaft zu arbeiten. Ich habe eine klare Vision, wie die Mannschaft spielen soll. Ich will leidenschaftliches Eishockey sehen. Die Mannschaft soll mitreißend spielen, sie soll schnell spielen und die Arena mitreißen. Ich will jetzt schon den Grundstein für meine Arbeit für die kommende Saison legen. 

Wie bereits oben erwähnt, ist ein Teil der Fanszene der Berliner mit dieser Verpflichtung nicht einverstanden, was vor allem aus Aubins Hamburger Zeiten her rührt. Aber auch von seinem letzten Arbeitgeber, wo er nicht lange arbeiten durfte. Aber dazu hat jeder seine eigene Ansicht, wie Aubin heute sagte:

Sicherlich gibt es immer zwei Seiten zu so einer Geschichte wie in Zürich. Ich habe das Gefühl, dass mir am Ende ein bisschen die Zeit weg gelaufen ist. Denn am Anfang der Saison musste ich auf viele Leistungsträger verzichten, bis zu Sechs im Schnitt. Deshalb musste ich das Spiel anpassen. Um Weihnachten herum und auch danach, da hatte ich das Gefühl, dass es richtig gut lief und das wir in Schwung gekommen sind. Da hatten wir fünf Siege und eine Overtime-Niederlage, aber dann hat man mich freigestellt. Gerade als ich das Gefühl hatte, jetzt würde es losgehen. 

Nun freut sich Serge Aubin aber auf seine neue Aufgabe beim siebenmaligen Deutschen Meister und will bereits jetzt den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen. Was zuletzt hier schlecht lief, darüber will er kein Wort verlieren, denn er verfolgt seinen eigenen Plan:

Ich habe noch nichts analysiert, ich weiß nicht, was hier war. Was aber im Grunde auch egal ist. Denn ich habe einen klaren Plan, eine klare Vision. Ich weiß ganz genau, wie die Eisbären in Zukunft Eishockey spielen sollen. Genau darum geht es, per Video und in persönlichen Gesprächen alles zu analysieren, damit es dann gleich losgehen kann.
Ich bin jetzt hier, um eine Beziehung zu den jungen Spielern aufzubauen und sie dann auf das nächste Level zu heben. Ich weiß, dass es viele Talente gibt. Ich werde mir auch noch Spiele auf Video anschauen, wo ich feststellen werde, wo ihre Stärken sind und wo sie noch Schwächen haben. Ich will das jetzt alles vorbereiten, um zu Beginn des Trainingslagers voll durchstarten zu können.

Mit welchem Personal man in die neue Saison starten wird, ist noch nicht so wirklich klar. Bisher stehen die Verpflichtungen von Ryan McKiernan, Leo Pföderl und Fabian Dietz fest. Weitere werden folgen, aber wer weiß, wann man diese Transfers bekannt geben wird. Und eine Frage, die die EHC-Fans ganz besonders unter den Nägeln brennt, ist die nach der Zukunft von Goalie Kevin Poulin. Bleibt er oder geht er? Gerüchten zufolge sollen die Eisbären den dänischen Nationaltorhüter Sebastian Dahm von Ligakonkurrent Iserlohn verpflichtet haben. Auch dieser Transfer würde für großen Unmut in der Fanszene sorgen. Richer sagte zur Torhütersituation:

Wir analysieren jetzt den Markt. Wir haben noch nicht entschieden, ob wir auf die Deutschen setzen oder einen Ausländer holen. Wir werden bald eine Entscheidung treffen, aber wir wissen, dass die Position sehr wichtig ist, aber wir wissen auch, dass wir mit unseren jungen deutschen Goalies schon viel Potential unter Vertrag haben. Wir haben mit Cüpper und Franzreb zwei gute Jungs, aber sicher wird noch einer kommen, um die Beiden zu unterstützen.

Die Verantwortlichen wurden auch auf die Kracher-Transfers der Konkurrenz aus Mannheim und München angesprochen, ob man so etwas auch von den Eisbären erwarten dürfe. Aber die Eisbären verfolgen da ihren eigenen Plan, so Lee und Richer. Man suche Spieler, die zum Verein passen. Es müssen Spieler sein, die dem Team weiterhelfen können. Nicht immer müssen es die großen Namen sein. Als Beispiele wurden Austin Ortega und Rob Zepp genannt. Ortega war kein großer Name, aber er hat sich zu einem großen Spieler entwickelt. Und auch Zepp war damals eher unbekannt, entwickelte sich in Berlin aber zu einem Top-Goalie. Genau diesen Plan verfolgen die Eisbären weiterhin.

Und ob noch weitere Spieler den Verein verlassen müssen, ist unterdessen nicht ausgeschlossen. Es kommt auf die Planungen im Sommer an, je nachdem kann es durchaus sein, dass man sich von weiteren Spielern trennen wird.

So oder so stehen die Eisbären nach dem getätigten Umbruch vor einer schweren Saison, wo sie unter genauer Beobachtung der Fans stehen. Diese wollen endlich wieder erfolgreiches Eishockey in Berlin sehen. Und da reden wir nicht davon, dass diese Mannschaft Meister werden soll oder muss. Nein, es würde schon fürs Erste reichen, wenn man auf dem Eis endlich wieder ein Team sieht, welches sich für den Erfolg zerreißt, alles auf dem Eis gibt, bis zur letzten Sekunde kämpft. Denn nur wer kämpft, kann auch verlieren. Serge Aubin dazu:

Es wird eine große Herausforderung in der kommenden Saison sein, aber ich werde alles dafür tun, dass das Team bereit dafür ist. Es ist immer das Ziel, das letzte Spiel zu gewinnen, denn nur dann ist die Saison eigentlich eine richtig gute. Aber jetzt steht erst einmal im Vordergrund, die Sachen zu implementieren, die wichtig sind. Nämlich, dass die Mannschaft jeden Tag hart arbeitet, dass sie immer da ist, dass sie sich mit den Besten misst und das sie zusammenhält, wie eine Familie.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt nur zu hoffen, dass in der neuen Saison vermehrt Taten den gesprochenen Worten folgen werden. Dann sorgt man auch wieder für Ruhe im Umfeld, denn die Eisbären-Verantwortlichen stehen wie bereits erwähnt unter Beobachtung. Und noch so eine miserable Saison wie die letzte werden die Fans wohl nicht durchgehen lassen. 

Stéphane Richer: „Wir haben entschieden, eine andere Richtung zu gehen“

Am heutigen Donnerstag fand im Loretta an der Spree das Saisonabschluss-Pressegespräch mit Stéphane Richer, Peter-John Lee und Stefan Ustorf statt. Man blickte noch einmal kurz zurück auf die am vergangenen Freitag abgelaufene DEL-Saison und schaute dann natürlich auch schon einmal voraus auf die neue Spielzeit, welche im September beginnen wird. Demnach wurden heute weitere Personalentscheidungen bekannt gegeben, nachdem in den letzten Tagen ja bereits die Verpflichtung von Leo Pföderl (Nürnberg) endlich offiziell bestätigt wurde und zudem die Abgänge von Jens Baxmann (Iserlohn) und Maximilian Adam (Wolfsburg) verkündet wurden.

Manager Peter-John Lee hätte sich viel lieber später im April zum Saisonabschluss-Pressegespräch getroffen, aber:

Es gibt halt gute und schlechte Zeiten. Im vergangenen Sommer haben wir eigentlich gedacht, dass wir auf dem Papier eine gute Mannschaft haben, die in die Top-4 kommen kann. Aber schon in der Vorbereitung kamen dann die ersten vier Verletzungen.

Lee spricht es an, die vielen Verletzungen. Minimum auf fünf Stammspieler musste man fast durchgehend verzichten. Erst nach der Februar-Pause hatte man ein volles Line-up zusammen und musste mit Jens Baxmann sogar einen gesunden Spieler überzählig auf die Tribüne setzen. Lee zum Saisonverlauf:

Wir haben uns durch Verletzungspech und Trainerwechsel keine gute Ausgangsposition für die Playoffs geschaffen. Nach der Februar-Pause wurde es besser, wir haben sechs von sieben Spielen gewonnen und das Viertelfinale erreicht. München ist eine gute Mannschaft, wir haben uns aber gut präsentiert. Die Jungs haben bis zum Ende gekämpft. Das Ende einer Saison ist zugleich der Anfang einer neuen Saison.

Stefan Ustorf, Peter-John Lee und Stéphane Richer (von links) – Foto: eisbaerlin.de/walker

Und die Vorbereitungen auf die 26. DEL-Spielzeit laufen in der Hauptstadt bereits auch Hochtouren. Nach einer miserablen Hauptrunde, welche man auf einem mehr als enttäuschenden neunten Platz beendet hatte und einem immerhin versöhnlichen Saisonabschluss in den Playoffs, sind die Rufe nach einem großen Umbruch im Team der Eisbären aus der Fanszene sehr groß gewesen. Und in der Tat scheint es diesen zu geben, jedenfalls stehen zum jetzigen Zeitpunkt bereits neun Abgänge schon fest. Weitere sind nicht ausgeschlossen.

Neben den bereits bekannten Abgängen von Baxmann und Adam kamen heute noch sieben weitere hinzu: Mark Cundari, Danny Richmond, Brendan Ranford, Jamie MacQueen, Micki DuPont, Daniel Fischbuch und Colin Smith haben ebenso keine Zukunft mehr in der Hauptstadt. Bei Fischbuch haben die Berliner Verantwortlichen sogar den Vertrag aufgelöst und ihm mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihm planen wird.
Sportdirektor Stéphane Richer sprach von keinen einfachen Tagen zuletzt:

Wir hatten keine einfachen Tage zuletzt. Wir haben alles analysiert. Es ist nicht einfach, einem Spieler wie z.B. DuPont zu sagen, wir planen anders und können nicht mit dir verlängern. Wir haben entschieden, in eine andere Richtung zu gehen. Wir hatten gute Jungs mit gutem Charakter.

Da waren für viele Fans natürlich Entscheidungen dabei, die man so nicht ganz nachvollziehen kann. Gerade die Abgänge von DuPont und MacQueen seien da genannt. Ersterer nahm die meiste Eiszeit, Zweiterer war für die Tore zuständig. Auch Ranford war für manch einen eine Überraschung, aber Richer meinte, er häte zwar 15 Tore geschossen aber man denkt, man findet einen noch besseren Stürmer als Ranford.
Anders herum muss man natürlich auch sagen, immer wieder wurde sich aus der Fanszene ein solcher Umbruch gewünscht und auch, dass vor alten Leistungen kein Halt gemacht wird und nun handeln die Berliner, aber recht machen können sie es eben nicht allen. Manch ein Fan wünschte sich da zum Beispiel den Abgang eines Rankels oder Buchwiesers, nur diese Spieler bleiben in Berlin.

Via Medieninformation teilten die Hauptstädter noch Richers Dank an die wechselnden Spieler mit:

Wir danken allen Spielern für ihren Einsatz in ihren Saisons im Eisbären-Trikot und wünschen ihnen viel Erfolg für die Zukunft! Besonders möchte ich Micki DuPont für sieben Saisons Leidenschaft für die Eisbären danken. Er war bereits beim ersten DEL-Meistertitel 2005 dabei und hat den Club geprägt.

Noch offen ist dagegen die Zukunft von Torhüter Kevin Poulin, Stürmer Thomas Oppenheimer und Youngster Jake Ustorf. Richer zum Stand der Verhandlungen mit Poulin und Oppenheimer:

Wir sind in Verhandlung mit dem Agent von Kevin Poulin. Aber eine finale Entscheidung kommt erst, wenn der neue Trainer vorgestellt wird. Bei Thomas Oppenheimer haben wir uns, Stand jetzt, dazu entschieden, den Vertrag nicht zu verlängern. Aber das kann in einem Monat schon wieder anders aussehen. Aktuell ist er auf dem Markt und schaut sich nach anderen Vereinen um. Wichtig ist aber, dass er gesund wird.

Nach all den weniger schönen Nachrichten bezüglich der Abgänge gab es aber auch eine frohe Botschaft zu verkünden. Denn Austin Ortega bleibt in Berlin, der Vertrag mit ihm wurde verlängert. Richer dazu in der Medieninformation:

Austin Ortega hat uns in der kurzen Zeit absolut überzeugt. Wir sind froh, dass wir ihn in Berlin halten können.

Und Ortega selbst ist natürlich auch froh über seine Verlängerung:

Ich war nur eine kurze Zeit hier bisher, aber es hat mir sehr gut gefallen. Der Club, das Team, die Stadt und die Fanbase hier sind etwas Besonderes. Ich freue mich, dass ich nächste Saison wiederkommen kann.

Verlängert haben die Eisbären darüber hinaus auch mit zwei wichtigen jungen Spielern in der Defensive. Kai Wissmann und Jonas Müler werden auch in der kommenden DEL-Saison das Eisbären-Trikot tragen. Richer dazu in der Medieninformation:

Jonas und Kai sind schon jetzt Stützen in unserer Defensive. Sie haben aber noch Entwicklungspotential und sollen nun den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen.

Mit diesen beiden jungen Spielern haben die Berliner also verlängert, mit Maxi Adam hingegen nicht, was vielen Fans sauer aufstieß. Richer dazu:

Wir können nicht alle jungen Spieler halten. Wir sind aber froh, wenn sie in der DEL spielen können.

Und Stefan Ustorf ergänzte:

Charlie Jahnke wird nächste Saison seine Chance im Eisbären-Kader bekommen. Wir sind sehr zufrieden mit der Kooperation mit Weißwasser, unsere jungen Spieler entwickeln sich sehr gut dort. Die Kooperation funktioniert hervorragend.

Neben dem bereits feststehenden Transfer vom deutschen Top-Stürmer Leo Pföderl wurde heute eine weitere Verpflichtung bekannt gegeben. Vom Kooperationspartner Weißwasser wechselt Stürmer Fabian Dietz an die Spree und wird seinen ersten DEL-Vertrag unterschreiben. Er wird aber auch mit einer Förderlizenz für Weißwasser ausgestattet, ist also auch für die Füchse weiterhin spielberechtigt. In der vergangenen DEL2-Saison kam Dietz auf 13 Tore und sieben Vorlagen in 56 Spielen. Nun will man ihm den nächsten Schritt in seiner Karriere ermöglichen.
Was sicherlich auch daran liegt, dass in der nächsten Saison zwei U23-Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen müssen und da wollen die Eisbären natürlich die besten spielen lassen.

Neun Spieler haben die Eisbären also bis jetzt verlassen, was laut Richer aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass man jetzt auch neun neue Spieler verpflichten wird. Auf jeden Fall will man noch je zwei Importspieler für die Defensive und Offensive holen, in der Offensive könnten es aber auch mehr werden. Aktuell plant man aber erst einmal mit zwei. Und in der Defensive hätte man dann acht Verteidiger.

Neben möglichen Neuzugängen brennt den Fans aber natürlich vor allem eine Frage auf der Seele: Wer wird neuer Trainer in Berlin? Auch heute gab es diesbezüglich keine Antwort, nur die, dass der neue Coach in zwei bis drei Wochen präsentiert wird. Noch sind lt. Richer ein paar Dinge zu klären, aber man ist auf dem Weg in die richtige Richtung.
Er selbst wird das Traineramt wie bereits erwähnt niederlegen. Das war von Anfang an klar:

Es hat Spaß gemacht, Trainer zu sein. Aber es war von Anfang an klar, dass ein neuer Trainer kommen wird. Meine Arbeit als Trainer war von Anfang an nur temporär gedacht.

Die zweite wichtige Personalie ist die des Torhüters. Wie bereits erwähnt, stehen die Eisbären noch in Verhandlung mit Poulins Agent. So richtig Stellung pro Poulin wollte aber keiner der drei anwesenden Verantwortlichen beziehen, das ist jedenfalls mein Eindruck gewesen. Richer zur Torhüter-Personalie:

Wir haben mit Maximilian Franzreb und Marvin Cüpper zwei gute Torhüter, die sich noch entwickeln können. Dazu kommt noch Tobias Ancicka. Wir sind auf der Goalie-Position breit aufgestellt. Ob Poulin bleibt oder geht, wer dann kommt, das alles hängt natürlich auch vom neuen Trainer ab, wie er plant. Wir analysieren alles.

Generell war man bei den Verantwortlichen der Ansicht, dass der Kader im letzten Jahr zu groß war, was aber auch daran lag, dass man eben diese unglaubliche Verletztenmisere hatte. Insgesamt 34 Lizenzen vergaben die Eisbären in der letzten Saison, darunter neun Verteidiger. So würden die Eisbären nie planen, sagte Richer, aber die Situation machte es eben nötig.

Zum Schluss kam noch die Frage auf, ob man evtl. während der Sommerpause auch über eine neue Besetzung des Kapitänsamt nachdenken wird. Darauf sagte Richer nur:

Es gibt viel zu besprechen. Wenn der neue Trainer kommt, gucken wir, wie sein Plan ist und dann entscheiden wird.

Sind also vielleicht auch die Tage von André Rankel als Kapitän in Berlin gezählt? Gut möglich und ein lang gehegter Wunsch der Berliner Fanszene.
Was aber bereits jetzt schon fest steht, am 28.07. treffen die letzten Spieler in der Hauptstadt zur Saisonvorbereitung wieder ein. Man wird u.a. am Dolomiten-Cup teilnehmen und danach eine Woche ein Trainingslager machen, in Österreich oder Italien, das steht allerdings noch nicht fest.

Ihr seht also, beim Hauptstadtclub hat sich bis jetzt schon einiges getan und es wird sich noch einiges in den nächsten Monaten tun. Wir halten Eich darüber auf unseren sozialen Medien auf dem Laufenden.

Die Eisbären Berlin in der Saison 2018/2019: Viele Tiefen, wenig Höhen, viele Baustellen

Seit vergangenem Freitag ist die DEL-Saison 2018/2019 für die Eisbären Berlin vorbei. Im Playoff-Viertelfinale scheiterte man wie in den beiden Jahren zuvor am EHC Red Bull München. Nach sechs Spielen war Endstation gegen den Deutschen Meister der vergangenen drei Jahre. Und mehr wäre auch einfach nicht verdient gewesen nach einer Saison, in der es weitaus mehr Tiefen als Höhen gab und welche sehr viele Baustellen hinterlässt. Ein großer Umbruch im Team der Berliner ist unausweichlich, nur bleibt die Frage, ob er auch wirklich kommen wird. Wir blicken noch einmal zurück auf die abgelaufene Spielzeit des Hauptstadt-Clubs. 

Hatten sich die Hauptstädter in den letzten Jahren rein vom Ergebnis her immer steigern können, so kam in dieser Spielzeit der große Rückschritt. In der Saison 2014/2015 scheiterte man bereits in den Pre-Playoffs an Nürnberg (1:2-Siege), in der Saison 2015/2016 kam man bis ins Viertelfinale, zog dort aber gegen Köln in sieben Spielen den kürzeren. Ein Jahr später, in der Saison 2016/2017, erreichte man dann das Halbfinale, wo aber nach fünf Spielen gegen München Endstation angesagt war. Und in der vergangenen Saison erreichten die Eisbären erstmals seit 2013 mal wieder die Finalspiele in der DEL, aber man scheiterte in sieben Spielen an München.
Rein statistisch gesehen hätte also in der am Freitag abgelaufenen Spielzeit die achte Meisterschaft am Ende herausspringen müssen. Doch dieses Ziel verfehlten die Eisbären deutlich und es wäre auch nicht verdient gewesen. Aber auch wenn man sich in den vergangenen Jahren vom Ergebnis her immer gesteigert hatte, spielerisch gab es bereits da schon viele Baustellen im Team der Eisbären, nur wurde man vom Erfolg geblendet und hatte daher auf größere Umbrüche verzichtet.

Vor der Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey Liga gab es fünf Abgänge beim Hauptstadtclub. Die schmerzhaftesten waren mit Sicherheit die von Torhüter Petri Vehanen, der seine Karriere beendete und der von Top-Stürmer Nick Petersen, der sich Klagenfurt anschloss. Zudem verließen Verteidiger Blake Parlett (Kunlun Red Stars/KHL) sowie die Stürmer Sven Ziegler (Straubing) und Rihards Bukarts (Schwenningen) die Eisbären nach der Saison 2017/2018.

War ein Hauptgrund dafür, dass die Eisbären am Ende doch noch die Playoffs erreichten: Kevin Poulin (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die große Frage vor der neuen Saison war diese gewesen, wer in die großen Fußstapfen von Petri Vehanen treten würde. Die Eisbären entschieden sich, auf das junge deutsche Torhüter-Duo Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb zu setzen. Doch daraus wurde nichts, da sich Cüpper verletzen sollte und die Eisbären so gezwungen waren, doch noch einmal auf der Torhüterposition nachzulegen. Sie verpflichteten Kevin Poulin (s. Foto links), was sich im Nachhinein als absoluter Glücksgriff entpuppen sollte. Denn ohne die sensationellen Paraden der Nummer 40 wären die Eisbären wohl schon Anfang März nach Ablauf der Hauptrunde in die Sommerpause gestartet. Poulin sicherte den Eisbären im Saisonverlauf so manchen wichtigen Punkt und Sieg, hatte also großen Anteil an der Qualifikation für die Playoffs. Auch in den Playoffs hatte Poulin überragende Werte und zudem gelangen ihm in der Serie bei den beiden Siegen gegen München zwei Shutouts.

In der Defensive verpflichtete man Mark Cundari aus Augsburg, der mit vielen Vorschuss-Lorbeeren nach Berlin kam. Doch diesen konnte er, auch verletzungsbedingt, nie gerecht werden. Am Ende absolvierte Cundari 14 Spiele, in dem ihm drei Tore und vier Vorlagen gelangen. Seine Werte in Augsburg waren da komplett andere gewesen, weshalb man den Defender auch unbedingt nach Berlin holen wollte.
Und dann wäre da noch Florian Kettemer (s. Foto rechts), der nach der Meisterschaft mit München im

Verschob sein Karriereende und folgte dem Ruf der Eisbären: Florian Kettemer! Am Ende war er einer der Leistungsträger in einer insgesamt enttäuschenden Saison der Eisbären Berlin. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

vergangenen Jahr eigentlich seine Karriere beendet und die Schlittschuh an den berühmt berüchtigten Nagel gehangen hatte. Aber wenn die Eisbären rufen, dann kann auch ein Kettemer nicht nein sagen. So wurde die Nummer 69 zunächst mit einem Probevertrag ausgestattet, welchen die Berliner erst kurz vor Ablauf verlängern sollten. Und diese Verlängerung war längst überfällig gewesen, war Kettemer doch einer der wichtigsten Leistungsträger in einer enttäuschenden Eisbären-Saison. 37 Spiele absolvierte Kettemer für Berlin, auch er war zwischenzeitlich verletzungsbedingt ausgefallen. 19 Scorerpunkte sammelte Kettemer in diesen Spielen, traf zehnmal und bereitete neun weitere Treffer vor. Eine Spezialität von Berlins Nummer 69: Penaltyschießen, denn da überraschte er und gewann den Berlinern während der Hauptrunde gleich drei Penaltyschießen.

In der Offensive verpflichtete man die beiden Kumpels Brendan Ranford und Colin Smith, aber wenn man ehrlich ist, sind beide hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wobei man sagen muss, Smith eher als Ranford, denn die Nummer Zehn der Eisbären hat doch immer wieder seine Klasse aufblitzen lassen und kam am Ende auf 28 Scorerpunkte, welche sich aus 13 Toren und 15 Vorlagen zusammensetzen. Auch in den Playoffs traf Ranford zweimal und legte drei weitere Tore auf. Also mit zunehmendem Saisonverlauf wurde Ranford durchaus immer stärker. Colin Smith erzielte nur vier Tore und bereitete 19 weitere Treffer vor, in den Playoffs gelang ihm dann nur noch eine Torvorlage.
Auch Jason Jaspers spielte zwischenzeitlich in Berlin, aber er kam nur auf ganze neun Einsätze, in dem ihm ein einziger Treffer gelang. Dieses Missverständnis wurde dann doch schnell wieder aufgelöst und Jaspers zog weiter nach Wolfsburg.
Und kurz vor dem Ende der Hauptrunde präsentierten die Eisbären ihren dritten Glücksgriff nach Poulin und Kettemer. Sie liehen sich den wieselflinken Austin Ortega von den Växjö Lakers aus, wo er überhaupt nicht zu recht kam. In Berlin dagegen zeigte er, was er kann und wurde so schnell zum Publikumsliebling. Fünf Hauptrundenspiele absolvierte die Nummer 21 noch, erzielte dabei zwei Tore und gab sieben Torvorlagen. Und in den Playoffs machte er da einfach weiter, war mit fünf Toren und vier Vorlagen Playoff-Top-Scorer der Hauptstädter. In insgesamt 13 Spielen kommt Ortega somit auf satte 18 Scorerpunkte (7 Tore/11 Vorlagen).

Die Saisonvorbereitung machte Lust auf mehr, alle fünf Testspiele wurden gewonnen, darunter wurde auch ein internationales Turnier gewonnen, wo man Admiral Wladiwostok, Slovan Bratislava und HC Dynamo Pardubice besiegte und in der Tabelle hinter sich ließ.
Die Laune im Lager der Eisbären vor dem CHL-Auftakt war also sehr gut und auch die Fans freuten sich auf den Pflichtspielauftakt der Saison 2018/2019. Doch die ersten vier CHL-Spiele gingen verloren und so war man schon vor dem DEL-Saisonstart aus der Eishockey-Königsklasse ausgeschieden, somit wurde also auch das erste Saisonziel bereits verpasst. Und auch der DEL-Saisonstart wurde mit Niederlagen gegen München (2:4) und in Nürnberg (3:4) verpatzt. Sechs Pflichtspielniederlagen setzte es zum Saisonauftakt und schon war die Laune in der Hauptstadt im Keller und da konnte man schon die ersten Vorboten einer folgenden, enttäuschenden Saison sehen.

Aber die Eisbären berappelten sich und gewannen beim Comeback von Stürmer Marcel Noebels, dessen NHL-Traum geplatzt war, und beim DEL-Debüt von Kevin Poulin daheim gegen Bremerhaven mit 5:2. Es folgten Siege in Augsburg (2:1 n.V.) und gegen Iserlohn (4:3).
Und so sollte es auch in der Zukunft immer weitergehen, Siege und Niederlagen wechselten sich immer wieder ab. Mehr als drei Siege oder drei Niederlagen in Folge setzte es nie für die Eisbären, die sich aber so in der Tabelle nie wirklich verbessern konnten und irgendwann wurde eben klar, dass man dieses Jahr wohl im Höchstfall nur die Pre-Playoffs erreichen kann.
Was aber auch daran lag, dass man kaum während der Hauptrunde mit dem geplanten Kader antreten konnte, immer fehlten minimum fünf Spieler, ein Thomas Oppenheimer zum Beispiel sollte bereits während des ersten Saisonspiels verletzungsbedingt ausfallen und das für den Rest der DEL-Saison. Zwar wollte man das in der Hauptstadt nie als Ausrede für die schlechten Leistungen nehmen, aber zu was die Eisbären zu Leisten im Stande gewesen wären, wenn sie die gesamte Saison über in Bestbesetzung hätten spielen können, zeigten sie nach der Februar-Pause.

Dass es nicht nur an den verletzten Spielern gelegen haben kann, bewiesen auch spielerische Ausnahmen, so zum Beispiel beim 4:1-Heimsieg gegen die Adler Mannheim, als man die beste Saisonleistung bis dahin abgerufen hatte. Nur zu selten rief man diese Leistung auch ab, immer wieder blieben die Eisbären weit hinter ihren eigenen Erwartungen zurück, schafften es sehr selten, mal Spiele über 60 Minuten konzentriert zu spielen. Mal ein, mal zwei Drittel gutes Eishockey – das reicht eben in so einer ausgeglichenen Liga wie der DEL nicht. Die Eisbären dachten es aber und auch wenn man sich nach den Spielen immer wieder hinstellte und Besserung gelob, es sollte kaum Besserung erfolgen. Den Worten ließ man fast nie Taten auf dem Eis folgen, was den Unmut der Fans einbrachte. So viele Pfiffe, wie man sie in dieser Saison in der Arena am Ostbahnhof vernommen hatte, gab es wohl selten bei den Eisbären seit dem Umzug in die Mercedes-Benz Arena.

Und Ende November/Anfang Dezember wurde die treue Fan-Seele stark auf die Probe gestellt, als eine Serie startete, in der die gegnerischen Teams sich wie in einem Selbstbedienungsladen fühlen mussten, wenn sie in Berlin antraten. Köln, Wolfsburg, Schwenningen, Nürnberg und Augsburg gewannen alle in Folge in Berlin und das bei einem haarsträubenden Torverhältnis von 5:18-Toren aus Sicht der Berliner.
Nach dem Nürnberg-Spiel zog man die Reißleine und entließ Trainer Clément Jodoin. Sportdirektor Stéphane Richer sollte den Trainerposten bis zum Saisonende übernehmen, was den Fans in der Hauptstadt überhaupt nicht gefiel und das ließen sie Richer auch bei jedem Heimspiel spüren, denn bei dessen Vorstellung wurde er stets ausgepfiffen.

Der Tiefpunkt der DEL-Saison 2018/2019. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Nur Besserung sollte zunächst nicht eintreten und die Eisbären legten ihre längste Niederlagenserie der Saison hin. Im Januar wurden sieben Spiele in Folge verloren, darunter gab es auch ein mehr als desolates und blamables 0:7 auf eigenem Eis gegen Mannheim. Ausgerechnet gegen den Erzrivalen. Die Fan-Wut wurde immer größer, die Enttäuschung war enorm groß und trotz allem kam die treuen Fans immer noch zu den Spielen der Eisbären, unterstützten sie immer weiter lautstark, nur um am Ende den nächsten Dämpfer zu erhalten. Es war keine einfache Saison für die Fans der Eisbären und dennoch bewiesen sie einmal mehr, dass sie die besten Fans der Liga sind.

Was dann folgte, wird wohl ein Geheimnis der Berliner bleiben. In der Länderspielpause im Februar muss irgendetwas mit der Mannschaft passiert sein, denn sie kam wie ausgewechselt aus der Pause zurück, zeigte auf einmal ganz anderes Eishockey, zeigte Kampfgeist, Leidenschaft, Konzentration bis zum Spielende. All die Dinge hatte man davor immer vermisst. Auf einmal waren sie da und auch die Ergebnisse stimmten, man beendete die Hauptrunde nämlich mit vier Siegen in Folge. Es war die bis dato längste Siegesserie der Eisbären in dieser Saison und sie wurde sogar auf sechs Siege in Folge in den Pre-Playoffs ausgebaut, denn man gewann beide Spiele gegen Straubing und erreichte somit doch noch tatsächlich das Viertelfinale.

Und damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Noch während der Länderspielpause hatten sich alle

Saisonende. Die Eisbären verabschieden sich nach dem verlorenen sechsten Viertelfinalspiel gegen München von ihren Fans. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Fans – inklusive mir – ein Saisonende nach der Hauptrunde gewünscht. Keiner wollte sich das katastrophale Eishockey weiterhin antun.
Und dann waren sie auf einmal zum richtigen Zeitpunkt der Saison in Top-Form und erreichten tatsächlich noch das Viertelfinale. Und da zeigte man gegen München, dass man ihnen durchaus auf Augenhöhe begegnen kann. Nur auch diese Serie zeigte wieder die zwei Gesichter der Eisbären in dieser Saison.
In Spiel Eins war man über weite Strecken die bessere Mannschaft und verlor am Ende doch noch in der Verlängerung. In Spiel Zwei zeigte man eine Gala-Vorstellung und schickte München zu Null nach Hause. Doch an diese Leistung konnte man in Spiel Drei und Vier nicht anknüpfen und kassierte die Niederlagen Zwei und Drei in der Serie, schlug dann aber eiskalt mit dem nächsten Shutout der Serie in München zurück. Nur, um dann die Serie im ersten Drittel in Spiel Sechs zu Hause zu verlieren.

So endete die Saison nach dem Playoff-Viertelfinale für die Eisbären Berlin. Aber sind wir mal ehrlich, mehr hätten sie auch nicht verdient gehabt. Sie haben sich zwar am Ende wieder an ihre Stärken erinnert und den Fans noch einmal schöne Wochen beschert, aber letztendlich war die Saison trotz Erreichen des Viertelfinales einfach nur enttäuschend. Da können auch die letzten guten Wochen und Spiele nicht drüber hinweg täuschen. Ein Umbruch im Team ist unumgänglich und zwar auf allen Ebenen.

Steht in der Sommerpause viel Arbeit bevor: Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Und das fängt schon mal auf der Trainerposition an, wo ein neuer Trainer her muss. Stéphane Richer (s. Foto links) hat den Posten nach dem sechsten Viertelfinalspiel wieder frei gegeben und nun suchen die Eisbären, wie eigentlich schon seit der Entlassung Jodoins, einen neuen Chefcoach. Ein Name, der immer wieder fällt: Serge Aubin! Die Freude darüber, dass Richers Kumpel neuer Eisbären-Coach werden soll, hält sich in der Fanszene stark in Grenzen. Zu sehr bringen viele das Aus der Hamburg Freezers u.a. mit ihm in Verbindung. Aber anscheinend wird Aubin wirklich der neue Trainer in der Hauptstadt. Warten wir mal ab, wann es die offizielle Bestätigung der Eisbären gibt oder ob sie vielleicht doch noch einen anderen Trainer aus dem Hut zaubern. Greg Poss wurde ja auch in den Raum geworfen…

Was wird aus Kevin Poulin? Ob er über die Saison hinaus in der Hauptstadt bleibt, ist unklar. Man munkelt darüber, dass die Eisbären die Nummer 40 nicht halten wollen. Warten wir auch hier mal ab, was die Eisbären dazu zu sagen haben. Sollte Poulin gehen, muss auf jeden Fall ein adäquater Ersatz her, denn Kevin Poulin ist schon ein herausragender Goalie

In der Defensive wurde heute frisch der Abgang von Jens Baxmann verkündet, der die Eisbären nach langen 18 Jahren verlassen und in Zukunft sein Glück bei den Iserlohn Roosters versuchen wird. Dort soll er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben haben. Wir wünschen „Baxi“ am Seilersee alles Gute und danken ihm für die vielen schönen Jahre. Für ihn wohl der beste Schritt, schließlich saß er in den letzten Spielen schon als überzähliger Spieler auf der Tribüne.
Jonas Müller und Kai Wissmann werden den Eisbären hingegen erhalten bleiben, was eine sehr gute Entscheidung ist. Weniger gut dagegen ist der Umgang mit Maximilian Adam, der den Verein Gerüchten zufolge in Richtung Wolfsburg verlassen wird, da er dort wohl die bessere Perspektive sieht. Wer will es ihm verdenken…
Ein Verbleib von Mark Cundari und Danny Richmond ist wohl noch nicht geklärt und es bleibt die Frage, ob die beiden Spieler den Eisbären in Zukunft weiterhelfen können oder nicht. Ihre Abgänge wird man wohl verschmerzen können.

Was passiert in der Offensivabteilung der Eisbären Berlin? Seit Monaten wird Leo Pföderl als Neuzugang gehandelt. In Nürnberg hat sich der deutsche Nationalspieler bereits verabschiedet, sein Ziel soll Berlin sein, aber noch haben es die Eisbären nicht bestätigt.
Zudem soll Anthony Camara aus Iserlohn an die Spree wechseln und dort die lahmende Offensive zusammen mit Pföderl wieder auf Betriebstemperatur bringen.
Bleibt die Frage, wer über die Saison hinaus bleiben und mit wem man nicht in die nächste DEL-Spielzeit gehen wird. Jamie MacQueen wird mit Köln in Verbindung gebracht. Was wird aus Austin Ortega? Kehrt Florian Busch nach seiner Gehirnerschütterung überhaupt noch einmal zurück auf das Eis? Wird man mit Brendan Ranford und Colin Smith verlängern?

Fakt ist, viele etatmäßige Leistungsträger sind in dieser Saison weit hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben und es bleibt die Frage, ob die Eisbären diesen Spielern nochmal eine neue Chance geben werden. Aber wenn man sich für einen großen Umbruch entscheidet, dann sollte man auch keinen Halt vor alten Leistungsträgern machen, die dem Verein in der Vergangenheit viel gebracht aber in der zurückliegenden Spielzeit einfach nicht ihr Können abgerufen haben. Wollen die Eisbären in der neuen Spielzeit wieder angreifen, müssen sie einen klaren Schnitt im Kader machen, da dürfen alte Leistungen nicht mehr ausreichen, um erneut in Berlin spielen zu dürfen. Da muss man ganz klar schauen, wer hilft dem Team weiter und wer nicht. Nur wage ich es zu bezweifeln, dass die Eisbären in diesem Sommer ihren Kader großartig ausmisten werden, darauf hat man schon zu oft vergeblich gehofft. Dabei sind da einige Spieler dabei, die ihren Zenit längst überschritten haben und die, so wie Jens Baxmann, vielleicht noch einmal woanders spielen sollten.

Uns steht also eine sehr lange und vor allem äußerst interessante Sommerpause bevor. Welche Spieler werden wir am kommenden Sonntag bei der Saisonabschlussfeier der Eisbären Berlin zum letzten mal sehen? Vielleicht gibt es ja diese Woche oder aber am Sonntag bereits erste Personalentscheidungen, die der Verein verkünden wird. Auf jeden Fall wollen die Fans einen Umbruch im gesamten Team sehen. Bleibt nur abzuwarten, ob dass die Verantwortlichen der Eisbären auch so sehen oder ob wir uns auf die nächste durchschnittliche Saison einstellen müssen. Antworten darauf wird uns die Sommerpause bringen.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf jeden Fall für Eure Treue während der gesamten DEL- und CHL-Saison bei Euch bedanken und wünschen Euch bereits jetzt eine schöne und angenehme Sommerpause und hoffen, Euch ab August wieder hier begrüßen zu dürfen. Bis dahin alles Gute für Euch.