EHC Red Bull München vs. Eisbären Berlin: Vorschau auf das Playoff-Finale

Alles ist angerichtet. Die schönste Zeit des Jahres im Eishockey erlebt ab Freitagabend ihren absoluten Höhepunkt. Die beiden besten Mannschaften der DEL-Hauptrunde 2017/2018 stehen sich ab morgen Abend im DEL-Finale gegenüber. Der zweimalige Deutsche Meister und Titelverteidiger EHC Red Bull München trifft auf den DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin. Ein absolutes Traumfinale, wenn man nach den Leistungen in der Hauptrunde geht. Beide Mannschaften versprechen spektakuläre und hochinteressante Finalpartien, in denen wie so oft Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden. Darüber, wer am Ende den DEL-Pokal in die Höhe strecken darf. Auch wenn wir uns natürlich den achten Titelgewinn der Eisbären so sehr wünschen, müssen wir realistisch bleiben und zugeben, dass München als Favorit in die Finalserie starten wird. Aber wenn eine Mannschaft München den Titel streitig machen kann, dann sind es die Eisbären.

Die Bilanz nach der Hauptrunde sieht ausgeglichen aus. Beide Mannschaften gewannen jeweils ihre beiden Heimspiele. München setzte sich zu Hause mit 4:2 und 4:1 durch, Berlin gewann auf eigenem Eis mit 5:4 n.P. und 3:2. Da München mit Heimrecht in die Serie geht, liegt hier natürlich der Vorteil auf Seiten der Münchner. Aber die Eisbären müssen so oder so ein Spiel in München gewinnen, will man am Ende die achte Deutsche Meisterschaft feiern.

In den Playoffs treffen beide Mannschaften erst das zweite Mal aufeinander, das aber zum zweiten Mal im Folge. Im letzten Jahr duellierte man sich im Halbfinale und auch da hatte München Heimrecht gehabt. Berlin gewann zwar Spiel Eins, verlor dann aber viermal in Folge und verpasste so den Finaleinzug in der vergangenen Saison.

Blicken wir auch zwei sehr wichtige Spieler. Die beiden Torhüter Danny Aus den Birken (München) und Petri Vehanen (Berlin) könnten zu den wichtigsten Leistungsträgern im Kampf um die Meisterschaft werden. Beides sind überragende Torhüter, das haben sie mehrfach unter Beweis gestellt.
In der Hauptrunde wies der deutsche Nationalgoalie der Münchner überragende Werte auf, wehrte 92,85 Prozent aller Schüsse ab, hatte einen Gegentorschnitt von 2,08 und feierte während der Hauptrunde in 25 Spielen einen Shutout.
Vehanens Werte sind nur minimal schlechter, wenn man dabei überhaupt von schlecht reden kann. Vehanen wies in der Hauptrunde eine Fangquote von 92,4 Prozent auf, bei einem Gegentorschnitt von 2,46 in 38 Spielen auf. Zwei Shutouts feierte Vehanen dabei.
In den Playoffs ist Aus den Birken erneut besser als Vehanen, diesmal aber auch deutlich. In zehn Spielen kommt Aus den Birken auf eine Fangquote von 92,7 Prozent, bei einem Gegentorschnitt von 2,01 und einem Shutout. Die besten Werte aller Goalies in den Playoffs.
Vehanen rangiert in dieser Statistik in den Playoffs nur auf Platz Vier mit einer Fangquote von 91,00 Prozent, bei einem Gegentorschnitt von 2,69 und null Shutouts in elf Spielen.
Danny Aus den Birken wies also sowohl in der Hauptrunde als auch jetzt in den Playoffs die besseren Werte als Petri Vehanen auf.
Fazit: Vorteil München

Kommen wir zu den Verteidigern und der Defensive beider Mannschaften. 128 Gegentore kassierte München in der Hauptrunde, bei den Eisbären waren es nur drei mehr (131). In den Playoffs kassierte München bisher 20 Gegentore, Berlin 31.
Bei München scorten gleich sechs Verteidiger zweistellig. Top-Verteidiger war dabei Yannic Seidenberg mit 34 Punkten (8 Tore/26 Vorlagen). Aber auch Derek Joslin mit 28 (6/22), Darryl Boyle mit 22 (3/19), Konrad Abeltshauser mit 18 (3/15) und Ryan Button mit 16 Punkten (6/10) wiesen starke Werte auf.
Bei den Eisbären scorten fünf Verteidiger zweistellig. Micki DuPont war mit 23 Scorerpunkten (7 Tore/16 Vorlagen) der beste Berliner Verteidiger. Es folgten Danny Richmond mit 18 Punkten (4/14) sowie gleich drei Spieler mit 17 Punkten – Jens Baxmann (5/12), Blake Parlett (3/14) und Kai Wissmann (0/17).
30 Tore erzielten die Verteidiger von München in der Hauptrunde, 26 die Eisbären-Defender. In den Playoffs haben die Eisbären ein Tor mehr erzielt als München (6 zu 5).
Gefahr geht von beiden Defensivreihen aus, daher begegnen sich beide in diesem Bereich auf Augenhöhe.
Fazit: Unentschieden

Kommen wir zum Prunkstück beider Mannschaften. Die Offensivspieler strahlen bei beiden Teams unheimlich viel Torgefahr aus. In der Hauptrunde war Münchens Sturm mit 183 Toren deutlich besser als der Eisbären-Angriff mit 169 Toren. 44 Treffer erzielten die Eisbären bisher in den Playoffs, München 42.
Gleich fünf Spieler kamen bei München auf 30 und mehr Scorerpunkte. Darunter natürlich der überragende Keith Aucoin mit 64 Punkten (11/52). Dahinter folgten Brooks Macek mit 44 (26/18), Dominik Kahun mit 41 (12/29), Frank Mauer mit 32 (14/18) und Steven Pinizzotto mit 30 Punkten (13/17).
In den Playoffs haben auch schon wieder fünf Stürmer mindestens zehn Punkte geholt – Michael Wolf (7/4), Frank Mauer (6/5), Patrick Hager (4/6), Jason Jaffray und Dominik Kahun (beide 3/7).
Bei den Eisbären sammelten gleich sechs Spieler mindestens 30 Punkte. Top-Scorer war Sean Backman mit 45 Punkten (24/21), dicht gefolgt von Nick Petersen mit 43 Punkten (16/27). Ebenfalls stark punkteten Jamie MacQueen mit 35 (22/13), James Sheppard mit 33 (11/22), Mark Olver mit 33 (14/19) und Marcel Noebels mit 30 Punkten (11/19).
In den Playoffs kommen drei Eisbären-Angreifer auf mindestens zehn Scorerpunkte – Louis-Marc Aubry (8/8), Marcel Noebels (6/7) und Nick Petersen (7/6).
Beide Mannschaften verfügen also über sehr torgefährliche Angreifer, welche vor dem Tor eiskalt sind und so Spiele im Alleingang entscheiden können.
Fazit: Unentschieden

Zum Abschluss schauen wir auf die Special Teams, welche ebenso ein Schlüssel im Playoff-Finale sein können. Und da hat Meister München sowohl in der Hauptrunde als auch in den Playoffs die Nase gegenüber den Eisbären deutlich vorne. In Überzahl wies München in der Hauptrunde eine Erfolgsquote von 18,93 Prozent auf, die von Berlin lag bei 16,96 Prozent. In Unterzahl war der Unterschied noch größer – München 87,36 Prozent, Berlin 78,45 Prozent.
In den Playoffs werden die Unterschiede noch einmal deutlicher. Powerplay München 26 Prozent, Berlin 16,2 Prozent, Unterzahl München 79,3 Prozent, Berlin 73,3 Prozent.
Die Devise der Eisbären sollte damit klar sein. Man muss von der Strafbank fern bleiben, denn in Unterzahl hast du gegen München keine Chance. Disziplin ist das Zauberwort.
Fazit: Vorteil München

Fazit:
Es ist das Traumfinale der DEL-Saison 2017/2018. Und mit München hat es den absoluten Top-Favoriten. Aber an guten Tagen können die Eisbären mit ihrer Qualität München ein Bein stellen. Dafür muss man aber natürlich einen Top-Tag erwischen und München einen nicht so guten. Wächst Petri Vehanen ein weiteres Mal über sich hinaus, steht die Defensive sehr kompakt und lässt nur wenig hochkarätige Chancen zu, nutzen die Stürmer die sich ihnen bietenden Chancen eiskalt und bleibt man von der Strafbank fern, dann hat man auch gegen München eine Chance. Aber da muss eben sehr viel zusammen kommen.
Fakt ist, München kann sich nur selbst schlagen. Sie wissen, was sie können und dass sie der Top-Favorit sind. Und mit Don Jackson haben sie einen sehr erfolgreichen Meister-Coach hinter der Bande.
Die Eisbären müssen versuchen, wie im letzten Jahr im Halbfinale, Spiel Eins gleich zu klauen und dann in Berlin nachzulegen. Führen die Eisbären in der Serie mit 2:0, ist alles möglich. Zieht München seine Heimspiele jedoch souverän durch, dürfte für unsere Jungs nichts zu holen sein.
Mein Tipp: 4:2 für den EHC Red Bull München

Marcel Noebels: „Jetzt kommt die beste Zeit des Jahres“

Foto: eisbaerlin.de/walker

Die Eisbären Berlin sind mit einem 3:2-Heimsieg gegen den EHC Red Bull München erfolgreich aus der Olympia-Pause zurück gekehrt. Im Mittelpunkt standen an diesem Abend natürlich die deutschen Olympia-Helden. Stürmer Marcel Noebels meinte, er hat das noch alles im Kopf und es wird auch noch eine Weile dauern, bis man das realisiert hat. Aber dennoch wollte man, trotz der kurzen Pause, der Mannschaft helfen:

In den letzten drei Spielen geht es noch um den zweiten Tabellenplatz, wir wollen der Mannschaft helfen. Es war auch direkt klar, wir haben uns direkt darauf geeinigt, dass wir spielen und die Mannschaft unterstützen wollen. Ich freue mich jetzt auch, einfach wieder hier zu sein. Jetzt kommt die beste Zeit des Jahres, jetzt gehen die Play-Offs so langsam los und warum nicht auch hier bis zum Ende dabei bleiben.

Verteidiger Jonas Müller, ebenfalls ein Olympia-Held, meinte, man hat schon ein bisschen gesehen, dass bei München einige Spieler gefehlt haben:

Man hat gesehen, dass bei München sieben Spieler gefehlt haben. Im zweiten Drittel haben wir nicht so gespielt, wie wir spielen wollten. Wir haben dann aber wieder zurück zu unserer Linie gefunden und konnten noch ein paar Tore schießen. 

Für James Sheppard war es wichtig, mit einem Sieg aus der Pause zurück zu kommen und den Rost nach der langen Pause abzuschütteln:

Ja, ein Sieg ist ein Sieg. Der Sieg war auch verdient und es war auch wichtig nach dieser Olympia-Pause für uns. Wir wollen dieses Momentum mit in die nächsten Spiele nehmen. 

Foto: eisbaerlin.de/walker

Trainer Uwe Krupp analysierte die Partie wie folgt:

Wir haben heute ein gutes erstes Drittel gespielt. Wir haben einen guten Start erwischt, waren viel an der Scheibe. Wir haben die Räume, die da waren, genutzt. Wir hatten einige Chance und hätten auch höher führen können, was uns jedoch nicht gelungen ist. Im zweiten Drittel hat München dann gezeigt, wie viel Qualität sie haben. In den ersten zwölf Minuten haben sie das Spiel bestimmt. Bis zum 2:1 war der Schwung auf Münchner Seite. Das 3:1 war eine gewisse Vorentscheidung. 

Und Don Jackson sah in der genutzten doppelten Überzahl der Eisbären im Mitteldrittel die Entscheidung:

Nach vier Wochen Pause hat man beiden Mannschaften angemerkt, dass der Spielrhythmus am Anfang der Partie gefehlt hat. Im zweiten Drittel hat Berlin das 5-gegen-3 genutzt. Das war am Ende der Unterschied. Unsere jungen Spieler haben einen guten Job gemacht. 

Nach der historischen Olympia-Pause: Die Eisbären starten in den Hauptrunden-Endspurt

Der Monat Februar war für die deutschen Eishockey-Fans schon sehr ungewöhnlich. Normalerweise stehen in dieser Zeit die entscheidenden Spiele im Kampf um die letzten Playoff-Tickets an, doch in diesem Jahr war alles anders. Am 02. Februar absolvierte die DEL ihren letzten Spieltag vor der Olympia-Pause. Dass diese jedoch historisch werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Denn die DEB-Auswahl schaffte es völlig überraschend bis ins Olympia-Finale, führte dort bis 55 Sekunden vor dem Ende gegen den haushohen Favoriten Russland mit 3:2 durch ein Tor von Eisbären-Verteidiger Jonas Müller. Doch am Ende setzte sich die Sbornaja mit 4:3 n.V. durch und die DEB-Auswahl holte somit am Ende die Silbermedaille. Sensationell, der größte Erfolg im deutschen Eishockey. Und somit wurde die Liga-Pause bestmöglich überbrückt und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft löste einen wahren Eishockey-Boom im Land aus. Man kann nur hoffen, dass dieser Schwung nun mit in die Zukunft genommen wird.

Für die Eisbären und deren drei Silberjungs Frank Hördler, Jonas Müller und Marcel Noebels heißt es nun aber wieder volle Konzentration auf den Liga-Endspurt. Noch drei Spieltage stehen für die Hauptstädter an und in diesen geht es noch um Platz Zwei und die damit verbundene direkte Champions-Hockey-League-Qualifikation. Ein Ziel, welches durchaus noch erreicht werden kann. Zwei Punkte trennen die Drittplatzierten Eisbären derzeit vom Zweitplatzierten Nürnberg. Beide Mannschaften absolvieren dabei noch je zwei Heimspiele sowie ein Auswärtsspiel. Die Franken haben zwar alles selbst in der Hand, aber patzen die Ice Tigers, wollen die Eisbären zur Stelle sein.

Die erste Chance bietet sich den Eisbären gleich morgen Abend in der Mercedes-Benz Arena, wenn ab 19:30 Uhr der Tabellenführer und Titelverteidiger EHC Red Bull München zu Gast sein wird. Ob an dieser Partie auch die Olympia-Helden auf beiden Seiten teilnehmen werden, wird sich wohlmöglich erst morgen entscheiden. Eigentlich, so war es gestern noch aus beiden Lagern zu hören, sollten beide Mannschaften ohne die Olympia-Helden antreten. Aus Berliner Kreisen ist nun aber wieder zu hören, dass morgen im Laufe des Tages erst die Entscheidung fallen wird und dass diese die drei Eisbären-Olympioniken selbst treffen können. Anwesend sein werden Hördler, Müller und Noebels aber auf jeden Fall. Zusammen mit Physio André Kreidler und den beiden Münchnern Matt McIllvane (Ex-Eisbär) und Patrick Dallaire, welche als Co-Trainer bei Olympia dabei waren, werden die Olympia-Helden vor dem Spiel auf dem Eis geehrt.

Kommen wir zum Sportlichen. Uns erwartet morgen Abend das Spiel des Tabellenersten gegen den Tabellendritten. Und beide Mannschaften gehören zu den besten Mannschaften dieser Saison, was sicherlich auf ein gutes und spannendes Spiel hoffen lässt. Wenn gleich man natürlich auch abwarten muss, ob die Olympia-Helden mit dabei sind oder nicht. Wenn das nämlich nicht der Fall sein wird, würden da doch schon einige richtige gute Spieler auf beiden Seiten fehlen. Auf Seiten der Münchner dann aber mehr. Aber die Jungs, die morgen auflaufen werden, können auch richtig gut Eishockey spielen. Insofern werden wir also so oder so ein tolles Eishockeyspiel zu sehen bekommen. 

Die bisherige Saison-Bilanz spricht für München, aber auch für das Heimteam. Denn bisher hat stets das Heimteam gewonnen, weshalb München (4:2/4:1) auch knapp die Nase gegenüber Berlin (5:4 n.P.) in dieser Saison vorne hat. Gegen München taten sich die Eisbären auf eigenem Eis zuletzt jedoch sehr schwer, beendeten mit dem 5:4-Sieg n.P. eine fünf Spiele andauernde Niederlagenserie. 

Das Heimspiel gegen München steht morgen Abend unter dem Motto „Retro-Nacht“, bei der u.a. auch zwei Eisbären-Legenden mit dabei sein werden. Der ehemalige Verteidiger Derek Mayer („…hol die Kelle raus!“) und die Stürmer-Legende Denis Pederson. Es ist also morgen Abend alles angerichtet für ein wahres Eishockey-Fest nach der langen aber historischen Olympia-Pause. Fehlt eigentlich nur noch ein Sieg der Eisbären.

München zu abgezockt und effektiv: 1:4-Niederlage beim Sonderzug-Auswärtsspiel

Ausgabe #23:

Die Eisbären Berlin haben das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beim EHC Red Bull München verloren. Am Freitagabend unterlagen die Berliner in der mit 10.000 Zuschauern (darunter mehr als 1.300 Eisbären-Fans) ausverkauften Münchner Olympiahalle dem Titelverteidiger verdient mit 1:4 (0:1,1:3,0:0). Dabei bekamen die Eisbären deutlich aufgezeigt, dass München eines der absoluten Spitzenteams in der Liga ist. Denn die Mannschaft von Coach Don Jackson machte aus wenig viel. Die Gastgeber brauchten nicht viele Chancen, denn wenn sie welche hatten, waren sie stets gefährlich und nutzten diese eiskalt und effektiv aus.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Um 19:30 Uhr begann das Spiel im Süden des Landes. Doch bereits elf Stunden vor dem ersten Bully machte sich der Großteil der Fans mit dem Sonderzug von Berlin-Lichtenberg aus auf den Weg Richtung München Ost, wo man schließlich kurz nach 17:00 Uhr ankam. Die Stimmung auf der Hinfahrt war fröhlich und ausgelassen. Praktisch so wie immer, wenn die Eisbären-Fans mit dem Sonderzug zu einem Auswärtsspiel anreisen.
Angekommen in München Ost wurde erst einmal mit lautstarken Gesängen auf sich aufmerksam gemacht. Sehr zur Freude der verdutzten Passanten am Bahnhof. Aber die Stimmung war sehr friedlich und es gab keine Vorfälle. Wir sind eben alle Eishockey-Fans.
Per U-Bahn und einmaligen Umsteigen ging es Richtung Olympiazentrum und von dort aus per Fußmarsch zur Olympiahalle. Und dann begann es auch schon, das Spitzenspiel zwischen dem zweimaligen Deutschen Meister und dem DEL-Rekordmeister.

Und die Partie begann anders als erwartet. Man hatte damit gerechnet, dass München mit viel Druck in

Foto: eisbaerlin.de/walker

die Partie starten und die Eisbären ins eigene Drittel drängen würden. Doch weit gefehlt. München gab zwar den ersten Torschuss der Partie ab, aber insgesamt war das Spiel der Mannschaft von Don Jackson auf überfallartige Konter ausgelegt. Die Gastgeber wollten hinten kompakt stehen und vorne immer wieder versuchen, Nadelstiche zu setzen. Die Eisbären waren im Auftaktdrittel die optisch gesehen spielbestimmende Mannschaft, die gefährlicheren Chancen verbuchte jedoch München für sich.
Knapp fünf Minuten waren gespielt, da bot sich den Eisbären die erste Chance, in Überzahl zu agieren. Doch statt der erhofften frühen Führung gab es den überraschenden Rückstand. Die Eisbären verloren im eigenen Drittel die Scheibe, Steve Pinizzotto mit dem Pass auf Keith Aucoin und der nahm dieses „Geschenk“ dankend an – 0:1 (6.).
Das darf dir in so einem wichtigen Spiel natürlich nicht passieren.
Aber die Eisbären wirkten nicht lange geschockt, machten weiter das Spiel und kamen immer wieder zu guten Möglichkeiten. Aber München war bei seinen selten Auftritten im Berliner Drittel immer gefährlich. Beide Mannschaften hatten noch einmal je ein Powerplay in den ersten 20 Minuten, nutzten konnten es beide jedoch nicht. So lag München trotz weniger Spielanteile zur ersten Pause mit 1:0 vorne.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch ins Mitteldrittel starten die Berliner besser und hatten gleich zwei gute Chancen durch Sean Backman. Und dann kam die vielleicht entscheidende Situation im Spiel. Denn die Eisbären hatten früh im Mitteldrittel ein doppeltes Powerplay für 39 Sekunden. Die Riesenchance zum Ausgleich. Aber die Eisbären wirkten nervös im Spielaufbau, ließen diese große Chance dadurch verstreichen, weil sie kaum für Gefahr sorgen konnten. Man versuchte es zwar mit Abschlüssen, aber da war jetzt keine Chance bei, wo man sagen würde, das war äußerst brenzlig für München. Die Hausherren hatten eher keine größeren Probleme, die Unterzahl schadlos zu überstehen.
Und was machte eigentlich München für die Offensive? Nach wie vor nicht viel, aber wenn, dann wurde es brenzlig vorm Tor von Petri Vehanen. So auch in der 31. Spielminute, als Michael Wolf klasse vor dem Tor angespielt wurde und nur noch den Schläger hinhalten musste – 0:2.
Aber die Eisbären hatten eine schnelle Antwort parat. Nur 55 Sekunden später war es Daniel Fischbuch, der vors Tor von Danny Aus den Birken zog und dort erfolgreich abschloss – 1:2 (32.).
Doch auch München antwortete darauf schnell, allerdings dauerte es gut zwei Minuten. Dafür war es ein Traumtor. Patrick Hager kam über rechts ins Angriffsdrittel, ließ dann Jonas Müller alt aussehen und umkurvte zu guter Letzt auch noch Vehanen, um dann eiskalt abzuschließen – 1:3 (33.). Ein Sahnetor von Hager, dass muss man neidlos anerkennen.
Und noch hatten die Eisbären dieses Drittel, in dem sie es nach wie vor nach vorne versuchten, aber nicht das nötige Quäntchen Glück hatten, nicht überstanden. Einen hatten die Hausherren noch zu bieten. München in Überzahl mit der Schusschance, Vehanen konnte die Scheibe nicht festhalten und Frank Mauer staubte locker zum 4:1 ab (39.).
München sorgte somit im Mitteldrittel für die Vorentscheidung und setzte gleichzeitig ein Ausrufezeichen im Hinblick auf die bevorstehenden Playoffs.

Zu Beginn des letzten Drittels kamen die Eisbären mit einem neuen Torhüter zurück auf das Eis.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Marvin Cüpper stand nun für Petri Vehanen zwischen den Pfosten. Und er sollte auch gleich was zu tun bekommen, denn München früh im Schlussdrittel mit einem Powerplay und zwei guten Chancen. Aber insgesamt gesehen die Eisbären mit einem guten Penaltykilling, überstanden somit die Unterzahl schadlos.
Fortan zeigten sich die Eisbären weiterhin bemüht, versuchten viel nach vorne und kamen auch immer wieder zu guten Möglichkeiten. Aber das fehlende Quäntchen Glück zog sich durch die ganze Partie. Man konnte ihnen den Einsatz nicht absprechen, aber es fehlte eben das nötige Glück.
München spielte das souverän zu Ende, tat nicht mehr als nötig und brachte das 4:1 sicher über die Zeit und nahm die drei Punkte mit.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Auch Spiel Zwei der DEL-Hauptrunde in München geht für die Eisbären verloren. Sie haben viel versucht, waren bemüht, brachten die Scheiben auch zum Tor. Aber dann verließ sie das Glück. Entweder stand Aus den Birken im Weg oder aber die Scheiben rauschten am Tor vorbei. Ein großer Knackpunkt war aber mit großer Wahrscheinlichkeit die vergebene Chance bei doppelter Überzahl zu Beginn des zweiten Drittels. Gelingt den Eisbären da der Ausgleich, kann es eine ganz andere Partie werden. So aber musste man sich München beugen und die drei Punkte im Süden lassen.
München spielte nicht so wie erwartet, zeigte aber dennoch seine ganze Klasse. Wann immer sie vor das Tor kamen, wurde es gefährlich. Und dann nutzten sie ihre Chancen eiskalt und effektiv, zeigten den Eisbären, wie es eine Spitzen-Mannschaft macht.
Kein Zweifel, die Eisbären gehören seit dieser Saison auch wieder zum Kreis der Spitzen-Mannschaften, nur zeigte sich gestern Abend, dass München noch einen Tick stärker und abgezockter als die Eisbären ist. Aber die entscheidende Phase der Saison kommt ja erst noch und erst dann wird abgerechnet.

Was den Sonderzug betrifft, sorgte die Niederlage jetzt für keine schlechte Stimmung auf der

Foto: eisbaerlin.de/walker

Rückfahrt. Denn insgesamt gesehen steht bei solchen Events immer der Spaß im Vordergrund. Dass man letztendlich auch einen Sieg der Eisbären sehen will, steht außer Frage. Aber trotz der Niederlage war die Rückfahrt, welche um 23:18 Uhr in München Ost begann, äußerst stimmungsvoll. Manche nutzten die Rückfahrt zum schlafen, andere jedoch um weiter zu feiern. Die Party ging bis in die frühen Morgenstunden, ehe der Sonderzug um kurz vor 7:30 Uhr das Ziel Berlin-Lichtenberg erreichte. Da war sie dann auch schon wieder vorbei, die Sonderzug-Fahrt 2018. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Organisatoren um Robert Papke. Wie immer habt Ihr einen Super Job gemacht. Weiter so!

Sonderzug-Auswärtsspiel in München: Die Eisbären bekommen von rund 1.300 Fans Unterstützung in der Olympiahalle

Morgen Abend steht das absolute Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Programm. Der Tabellenzweite empfängt den Tabellendritten zum Verfolgerduell. Der zweimalige Deutsche Meister empfängt den DEL-Rekordmeister. Der EHC Red Bull München empfängt die Eisbären Berlin zum „Hockey Halleluja“ in der großen und ausverkauften Münchner Olympiahalle. Ausverkauft auch deswegen, weil gut 1.300 Eisbären-Fans die lange Reise nach München mit auf sich nehmen, um die Berliner vor Ort lautstark zu unterstützen, damit man am Ende drei Punkte mit ins Gepäck tun kann.

Dass das nicht einfach werden wird, ist sicherlich allen klar. München ist einer der Top-Favoriten auf den Titelgewinn in dieser Saison. Aber wenn die bisherige Spielzeit eins gezeigt hat, dann, dass die Eisbären sich vor niemanden verstecken müssen. Auch nicht vor München. Auch die Mannschaft von Don Jackson ist schlagbar, aber natürlich muss da auch einiges zusammen kommen. Doch den Eisbären ist das zuzutrauen. Chefcoach Uwe Krupp sagte nicht ohne Grund nach dem heutigen Training, dass man 100 Prozent aufs Eis bringen müsse, um in München bestehen zu können.
Nach dem Dienstagsspiel gegen Schwenningen gab er noch einen ausführlicheren Ausblick auf das morgige Spiel auf der Pressekonferenz:

Wir müssen schnell zur Scheibe, müssen gute Entscheidungen treffen. Wir müssen in der Abwehr gut stehen. Insgesamt müssen wir die Sachen, die wir gegen Schwenningen in Ansätzen gezeigt haben, gegen München nochmal besser machen.

Die letzten beiden Auftritte der Eisbären geben zunächst aber mal nicht wirklich viel Hoffnung auf einen Sieg. Denn gegen Düsseldorf verlor man trotz einer 2:0-Führung und obwohl man nach 20 Minuten das Gefühl hatte, hier geht nichts mehr schief. Doch die Eisbären hörten auf zu spielen, die DEG wurde stärker und stärker, wollte den Sieg mehr und mehr und holte sich ihn am Ende auch.
Und selbst das 5:0 gegen Schwenningen darf nicht darüber hinweg täuschen, dass das Ergebnis eigentlich zu hoch ausgefallen ist. Das Spiel wurde mit drei Toren in 71 Sekunden entschieden. Davor war es eine eher langweilige Partie, in der es wenig Höhepunkte gab. Aber dann zeigten die Eisbären in fünf Minuten mal kurz, was passiert, wenn sie eiskalt sich jede bietende Chance nutzen.

Um in München zu bestehen, müssen die Eisbären von der ersten Sekunde an hellwach sein. Sie müssen hinten kompakt stehen, München nicht viel Raum für hochkarätige Chancen geben, sie zu Schüssen von außen zwingen. Und in der Offensive muss man wieder so eiskalt sein, wie in den 71 Sekunden gegen Schwenningen. Natürlich kann man München nicht komplett vom Tor fern halten, dafür sind sie einfach zu stark besetzt. Aber man kann ihnen die Lust am Spiel nehmen, dass frustriert sie und dann machen sie auch Fehler.

Beide Spiele boten bisher absolute Eishockey-Leckerbissen. In München gewannen die Hausherren mit 4:2, in Berlin setzten sich die Eisbären mit 5:4 n.P. durch. Aber beide Spiele waren beste Werbung für das deutsche Eishockey. Und so wird es auch morgen Abend wieder werden. Denn beide Mannschaften wollen vor den Playoffs noch einmal eine Duftmarke im direkten Duell setzen.

Allerdings sieht die Bilanz der Eisbären in München nicht gerade rosig aus, gingen doch acht der letzten neun Spiele in München verloren. Der einzige Sieg in diesem Zeitraum gelang im ersten Halbfinalspiel des letztjährigen Playoffs. Und auch diese Halbfinalserie bot Eishockey vom Feinsten und zeigte, dass die Eisbären München durchaus ärgern können. Und der diesjährige Kader ist noch einmal deutlich stärker besetzt als der vom letzten Jahr.

Und die Personallage vor dem Gipfeltreffen entspannt sich auch weiter. Es fehlen nach wie vor Danny Richmond und Florian Busch, trotzdem kann Uwe Krupp zwei Torhüter, sieben Verteidiger und zwölf Stürmer ins Rennen schicken. Dank der großen Kadertiefe der Eisbären in diesem Jahr.

Und es ist kein Geheimnis, dass die Unterstützung von so vielen Fans vor Ort noch einmal Extra-Kräfte bei der Mannschaft frei setzen wird. Vor allem bei Sonderzügen ist dies immer wieder der Fall. Gemeinsam kann man München das letzte Spiel in der großen Olympiahalle versauen und die drei Punkte mit in die Hauptstadt nehmen. Das ist das große Ziel der Eisbären und deren Fans. Gemeinsam sind wir stark. Lasst es uns morgen Abend in München beweisen und denen zeigen, wer die Nummer Eins in Eishockey-Deutschland wirklich ist.

Der Eisbären-Kader für das Spiel beim EHC Red Bull München am 05.01.2018:

Tor:

Marvin Cüpper , Petri Vehanen

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett, Constantin Braun

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, André Rankel, Thomas Oppenheimer, Louis-Marc Aubry, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Charlie Jahnke, Maximilian Adam (alle Weißwasser), Vincent Hessler (Oberkörper), Danny Richmond (Knie), Florian Busch (Schädelprellung)

Mark Olver: „Es ist unheimlich schön, München zu schlagen“

Pressekonferenz (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Die Eisbären Berlin und der EHC Red Bull München haben sich ein Spiel auf Playoff-Niveau geliefert, welches die Eisbären am Ende mit 5:4 n.P. gewonnen haben. Am Ende waren natürlich alle bei den Eisbären sehr froh über den Sieg, welcher vor allem gegen München immer wieder schön ist, wie Mark Olver beim Fan-Talk sagte:

Es ist unheimlich schön, München zu schlagen. München hat ein sehr physisches Spiel gespielt, aber wir sind nicht zurück gegangen. Wir haben das Spiel mitgespielt, haben den Kampf angenommen und haben auf alle Fälle dagegen gehalten. Es war ein richtig gutes Spiel unserer Mannschaft. 

Micki DuPont fand, dass die Partie ein absolutes Spitzenspiel war, was bei den beiden Mannschaften aber auch kein Wunder ist:

Es ist ein Spitzenspiel, wenn München in der Stadt ist. Sie sind eine Top-Mannschaft und wir sind der Meinung, wir sind auch eine Top-Mannschaft. Somit weiß man, was man zu erwarten hat. Nämlich ein hart geführtes Spiel. Wir hatten viele Chancen, die wir nicht nutzen konnten. München hatte viele Chancen, aber mal wieder war Petri Vehanen eine Bank im Tor für uns. Wir sind glücklich mit den Punken heute. 

Für Frank Hördler war das Spiel sogar sehr emotional, wie er nach dem Spiel im Interview sagte:

Das war ein sehr emotionales Spiel. Es ging hoch und runter. Wir haben viel Druck auf das Münchner Tor gemacht, sie haben viel Druck auf unser Tor gemacht. Es war ein gutes Spiel zu sehen. 

Uwe Krupp freute sich nach dem Spiel für die Jungs, die einen guten Job gemacht haben:

Ich freue mich für Jungs, es war ein hartes Stück Arbeit heute. München hat ein super Start erwischt im ersten Drittel, sie haben mehr Spielanteile gehabt. Das erste Tor, was wir geschossen haben, hat uns ein bisschen Schwung gegeben und danach war eigentlich nur noch München am Drücker. Es war heute ein zähes Spiel für uns. Wir hatten das harte Spiel in Nürnberg noch in den Knochen, das hat man gesehen. Wir haben gekämpft und am Ende war es ein Mannschaftssieg. Wir hatten mit Petri Vehanen einen Torwart, der auch zwei unhaltbare herausgeholt hat und uns somit eine Chance gegeben hat, im Spiel zu bleiben. 

Don Jackson fasste es kurz und knapp auf der Pressekonferenz zusammen:

Es war ein packendes Spiel. Die Führung hat hin und her gewechselt. Beide Mannschaften haben viele Torchancen kreiert. 

What a Game! Eisbären gewinnen Spitzenspiel gegen München mit 5:4 n.P.

Ausgabe #9:

Die Eisbären Berlin haben das zweite Spitzenspiel des Wochenendes für sich entschieden. In einem atemberaubenden Spiel auf absoluten Playoff-Niveau setzten sich die Eisbären Berlin gegen den Deutschen Meister EHC Red Bull München mit 5:4 (1:1,2:2,1:1,/0:0,1:0) n.P. durch und rückten somit näher an das Spitzen-Duo München und Nürnberg heran. 11.261 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof sahen alles, was ein gutes Eishockeyspiel ausmacht. Harte Checks, intensives Spiel, ständige Führungswechsel, einen Faustkampf und viele kleine Nickligkeiteten usw. Das Spiel war beste Werbung für den Eishockeysport.

Chefcoach Uwe Krupp konnte heute wieder auf Martin Buchwieser zurückgreifen, dagegen fehlten weiterhin André Rankel, Louis-Marc Aubry, Nick Petersen und Constantin Braun. Petri Vehanen hütete den Bären-Käfig.

Spielszene Berlin vs. München. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Hinein ins „Pink-in-the-Rink-Spiel“ und den besseren Start hatten die Hausherren. München gerade im Angriff, doch ohne Erfolg und dann die Eisbären mit einem blitzschnellen Umschaltspiel. Über Martin Buchwieser kam die Scheibe zu Sean Backman, der ließ Konrad Abeltshauer richtig alt aussehen und spielte auch noch David Leggio aus, netzte schließlich per Rückhand ein – 1:0 (3.). Ein Wahnsinns-Tor der Nummer 61.
Generell waren die Eisbären zu Beginn gut drin in der Partie, die Gäste aus München brauchten eine kurze Zeit, um in ihr Spiel zu finden. Und wenn sie dieses einmal gefunden haben, dann sind sie eiskalt. In der siebten Spielminute kam Ex-Eisbär Mads Christensen im Angriffsdrittel in Scheibenbesitz, fuhr Richtung Tor und traf per Rückhand zum 1:1.
Kurz darauf München mit der Chance in Überzahl in Führung zu gehen, aber das Unterzahlspiel der Eisbären sah sehr gut aus und ließ kaum eine gute Chance der Gäste zu.
In der zwölften Spielminute hatte München dann zweimal das 2:1 auf dem Schläger. Zunächst traf Steve Pinizzotto nur den Pfosten und beim Nachschuss hatte Markus Lauridsen dass leere Tor vor sich, aber dieser Teufelskerl Petri Vehanen parierte mit einem gekonnten Sprung nach rechts den Schuss und hielt das 1:1 fest. Was für ein Save des finnischen Goalies.
In den ersten zehn Minuten war es ein richtig gut anzusehendes Eishockeyspiel mit einem guten Beginn der Eisbären, doch danach immer stärker werdenden Gästen aus München. In den zweiten zehn Minuten wurde das Spiel mehr und mehr zerfahrener, viele kleine Nickligkeiten und Provokationen auf beiden Seiten sowie ein schöner Fight zwischen Jonas Müller und Steve Pinizzotto. Daher gab es viel spielerisches nicht mehr zu sehen, aber unterhaltsam war diese Partie nach wie vor. 1:1 stand es somit nach 20 Minuten.

Zu Beginn des Mitteldrittels bot sich den Eisbären gleich nach 30 Sekunden die Chance zur Führung,

Petri Vehanen zeigte heute wieder mehrfach spektakuläre Paraden. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

als man ein Überzahlspiel hatte. Aber das Powerplay ist nun wirklich nicht die Parade-Disziplin der Eisbären und zu allem Überfluss kassierte man dann heute auch noch ein Gegentor bei eigener Überzahl. Patrick Hager fing die Scheibe ab, fuhr über links ins Angriffsdrittel, sah Michael Wolf auf Höhe des rechten Pfosten, spielte den Querpass rüber und Wolf hatte keine großen Probleme, die Scheibe im Tor unterzubringen – 1:2 (23.).
Das Tor gab den Gästen ordentlich Aufwind, München fortan mit viel Druck auf das Berliner Tor, die Eisbären konnten nur selten für Gefahr sorgen. Aber München sorgte zweimal für große Gefahr. Frank Mauer traf nur den Pfosten und Keith Aucoin wurde Augenzeuge des übermächtigen Petri Vehanen, der in letzter Sekunde kurz vor der Linie retten konnte.
Danach gab es wieder weniger Eishockey sondern viel mehr Nickligkeiten zu beobachten. Strafen auf beiden Seiten und Powerplay für München, aber diesmal waren es die Eisbären, die den Shorthander erzielen konnten. Frank Hördler marschierte über links bis ins Angriffsdrittel, fand keine Anspielstationen und schoss einfach mal auf das Tor. Mit Erfolg, der Puck schlug hinter David Leggio ein – 2:2 (30.).
Nun war es ein Spiel auf Augenhöhe, hart umkämpft und mit Chancen hüben wie drüben. Die Eisbären mit einer guten Phase, Florian Busch brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel, blieb dort aber hängen. Der Puck lag frei, Marcel Noebels kam angerauscht und zimmerte die Scheibe in den Winkel – 3:2 (35.).
Die Eisbären hatten nun die Partie gedreht und lagen wieder vorne. Aber die Freude über die erneute Führung hielt nur gut eineinhalb Minuten. Dann schlug München schon wieder zurück. Brooks Macek hatte zu viel Platz im Slot, wurde nicht wirklich angegriffen und zog einfach ab – 3:3 (36.).
Zum Ende hin noch einmal ein Powerplay für München, wo sie durchaus gefährlich waren, aber es blieb beim 3:3 nach 40 Minuten.

Auseinandersetzungen gab es heute jede Menge. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Im letzten Drittel merkte man deutlich, dass beide Mannschaften in der Drittelpause wohl eine Ansage erhalten hatten. Denn die vielen Nickligkeiten und Auseinandersetzungen werden den Trainern sicherlich nicht gefallen haben, beide Trainer werden die Teams wohl daran erinnert haben, sich hier viel mehr auf das Eishockey spielen zu konzentrieren statt auf das provozieren des Gegners. Auch defensiv versuchten beide Mannschaften sicher zu stehen, weshalb die ersten Minuten im letzten Drittel eher so mäßig interessant waren.
Als München dann aber ein Powerplay hatte, ging es ganz schnell. Derek Joslin nahm Maß von der blauen Linie und hämmerte den Puck ins Tor – 3:4 (47.).
Wenige Sekunden später die nächste, unnötige Strafe gegen die Eisbären. Aber diesmal überstanden sie die Unterzahl schadlos. Sechs Minuten vor dem Ende gab es dann wieder Grund zum Jubeln für die Fans in der Arena am Ostbahnhof. Daniel Fischbuch hatte abgezogen, aber nur Marcel Noebels vor dem Tor getroffen. Die Scheibe flog hoch, Noebels schaute kurz und netzte per Rückhand klasse ein – 4:4 (54.). Das Tor wurde aber erst nach Ansicht des Videobeweises gegeben.
In der Schlussphase versuchten beide Mannschaften dann keinen Fehler mehr zu machen. Klappte bis auf einmal ganz gut. Mads Christensen war auf einmal durch, scheiterte aber am Pfosten. Somit ging es zum dritten Mal in Folge für die Eisbären in die Verlängerung.

Und in dieser hatten die Eisbären zweimal die Chance zum Sieg. Einmal tauchte Jamie MacQueen alleine vor Leggio auf, scheiterte aber am Pfosten. Dann schickte Kapitän Florian Busch Marcel Noebels auf die Reise, aber er scheiterte an Leggio. Somit ging es zum dritten Mal nacheinander ins Penaltyschießen. Und da hatten die Eisbären zuletzt zweimal in Folge das Nachsehen.

Aber dieses Mal war das bessere Ende auf Seiten der Hauptstädter. Martin Buchwieser hatte vorgelegt, doch Keith Aucoin sorgte für den Ausgleich. Dann lief Micki DuPont an und auch er verwandelte eiskalt. Somit musste Brooks Macek treffen, doch er scheiterte an Vehanen und somit blieb der Zusatzpunkt in Berlin.

Nach diesem Spiel mussten Spieler wie Fans erst einmal durchatmen. Was war das für ein

Kai Wissmann bekam nach dem Spiel von der Fankurve ein Geburtstagsständchen. (Foto: eisbaerlin.de/walker)

Eishockeyspiel, welches fast drei Stunden dauerte. Die Eisbären konnten ihren guten Beginn mit der Führung krönen, doch danach merkte man, wie stark München spielen kann. Folgerichtig auch der Ausgleich. Dann schockte München die Eisbären mit dem Shorthander, aber auch das brachte die Eisbären nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil, auch sie trafen in Unterzahl und drehten die Partie anschließend komplett. Aber auch München zeigte Comeback-Qualitäten und drehte die Partie wieder zurück, was die Eisbären abermals nicht aus dem Konzept brachte. Auch sie kamen wieder zurück und glichen aus, weil sie nie aufgegeben hatten. In der Verlängerung vergab man dann zweimal die Chance zum Sieg, machte es dann aber im Penaltyschießen besser und holte sich den Sieg.
Ein Sieg der gesamten Mannschaft. Jeder kämpfte für jeden, die Eisbären haben nie aufgegeben und sind immer wieder zurückgekommen. Weil sie immer an sich geglaubt haben. Und weil sie es endlich geschafft haben, ein Top-Team zu schlagen. Denn bisher hatte es ja vor allem gegen die Top-Teams aus München, Mannheim und Nürnberg Niederlagen gesetzt. Aber heute haben die Eisbären bewiesen, dass sie auch wieder zu den Spitzen-Mannschaften in der DEL gehören.

Beim Spitzenreiter und gegen den Tabellenzweiten: Eisbären vor schwerem Wochenende

In so einer langen DEL-Hauptrunde gibt es Spiele, auf die man sich nicht unbedingt freut und dann gibt es Spiele, da freut man sich richtig drauf. Am Wochenende gibt es zwei solcher Spiele, auf die man sich als Eishockey-Fan richtig freuen kann. Denn die Eisbären Berlin, aktuell Tabellendritter der Deutschen Eishockey Liga (DEL), treffen am Wochenende nacheinander auf den Tabellenersten und -zweiten. Am Freitagabend ist man bei Spitzenreiter Thomas Sabo Ice Tigers zu Gast (Bully: 19:00 Uhr) und am Sonntag kommt der aktuelle Zweite der Liga, der EHC Red Bull München, in die Hauptstadt (Bully: 17:00 Uhr). Mehr Herausforderung geht nicht für die Eisbären Berlin.

Doch ausgerechnet jetzt vor diesen beiden absoluten Spitzenspielen plagen die Hauptstädter große Personalprobleme. Gleich fünf Leistungsträger fallen bei den Eisbären aus. Constantin Braun und Kapitän André Rankel fehlten ja bereits die letzten Spiele schon. Nun stehen auch die Stürmer Martin Buchwieser (Zahn-OP), Louis-Marc Aubry (Fingerfraktur) und Nick Petersen (Unterkörper) nicht zur Verfügung. Ersetzt werden die Drei durch die Youngsters Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler, welche zugleich ihr Saisondebüt in Nürnberg feiern werden.

Die vielen Ausfälle machen es nicht leichter für die Eisbären gegen zwei Gegner, gegen die es zuletzt überhaupt nicht lief. Nehmen wir da zunächst einmal den morgigen Gegner und Tabellenführer Nürnberg, bei dem man sechs der letzten sieben Gastspiele verlor und auch in dieser Saison bereits das erste Heimspiel mit 2:4 trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung verloren hatte. Vielleicht macht es ja die Tatsache einfacher, dass auch die Franken aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben. So fallen die beiden Verteidiger Patrick Köppchen und Colton Teubert noch einige Zeit aus und hinter den Einsätzen der Stürmer Patrick Reimer, Yasin Ehliz und Patrick Buzas steht noch ein dickes Fragezeichen. Somit bestreiten also beide Mannschaften das Spitzenspiel morgen Abend mit dem sogenannten zweiten Anzug. Somit also auch eine Möglichkeit für Spieler, die sonst eher im Schatten der Leistungsträger stehen, in einem großen Duell für Aufsehen zu sorgen.

Am Sonntag kommt es dann zum zweiten Duell mit dem zweimaligen Deutschen Meister EHC Red Bull München in dieser Saison. Und die Bilanz gegen den Titelverteidiger sieht richtig düster aus. Die letzten fünf Gastspiele in Berlin hat München allesamt gewonnen. Auch das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison ging mit 4:2 an die Mannen von Coach Don Jackson. Und von den insgesamt letzten zehn Duellen zwischen diesen beiden Mannschaften gewannen die Eisbären nur eine einzige Partie – und diese auch erst nach Verlängerung (3:2 im ersten Halbfinalspiel der vergangenen Saison in München). Es wird Zeit, diese Negativserie zu beenden. 

Mit dem Saisonstart und aktuell Platz Drei kann man in Berlin sicherlich zufrieden sein, wenn gleich spielerisch noch immer richtig viel Luft nach oben ist. Vier Niederlagen in 13 Spielen sind definitiv keine schlechte Bilanz, schaut man aber auf die Gegner, gegen die man verloren hat, dann merkt man schon, dass den Eisbären zur Spitze doch noch einiges fehlt. Denn drei der vier Niederlagen setzte es gegen die Top-Teams Nürnberg, München und Mannheim. Die vierte Niederlage kassierte man im letzten Auswärtsspiel in Krefeld, als man eine 2:0-Führung verspielte und am Ende mit 2:3 n.P. den Kürzeren zog. Will man am Wochenende die Top-Teams aus Nürnberg und München besiegen, muss eine Top-Leistung abgerufen werden und das über die volle Spielzeit. Leisten sich die Eisbären erneut eine Auszeit und spielen nicht über 60 Minuten konzentriert Eishockey, klappt es erneut nicht mit einem Sieg gegen Nürnberg und München. Wenn die Eisbären jedoch ihren Gameplan durchziehen und beide Spiele gewinnen sollten, dann würden sie eindrucksvoll beweisen, dass in dieser Saison definitiv wieder mit Ihnen zu rechnen ist. 

Der voraussichtliche Kader der Eisbären Berlin für das Auswärtsspiel bei den Thomas Sabo Ice Tigers am 20.10.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Maximilian Adam, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, Florian Busch, James Sheppard, Sven Ziegler, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb (Weißwasser), André Rankel (Adduktoren), Martin Buchwieser (Zahn-OP), Louis Marc Aubry (Fingerfraktur), Nick Petersen (Unterkörper), Constantin Braun

Zweiten Härtetest nicht bestanden: Eisbären verlieren 2:4 in München

Die Siegesserie der Eisbären Berlin ist gerissen. Nach vier Siegen in Folge setzte es vor 3.750 Zuschauern in der Olympia-Eishalle eine verdiente 2:4 (1:2,0:2,1:0) beim Deutschen Meister EHC Red Bull München. Das war zugleich die achte Niederlage in den letzten neun Gastspielen in München. Der Knackpunkt für diese Niederlage war mit Sicherheit das Mitteldrittel, in dem München das dominierende Team war und Berlin nicht den Hauch einer Chance ließ.

Ex-München-Stürmer Martin Buchwieser erwartete einen aggressiven Beginn der Hausherren, weshalb sich die Eisbären vor allem aufs kontern konzentrieren wollten. Und München begann auch wie erwart äußerst druckvoll und suchte sofort den Weg zum Berliner Tor von Petri Vehanen. Aber auch die Eisbären hielten gut dagegen und hatten wie München in den ersten zwei Minuten schon die ersten guten Abschlüsse zu verzeichnen.
Drei Minuten waren gespielt, da musste Münchens Patrik Hager auf die Strafbank und die Eisbären mit der Chance zur Führung in Überzahl. Sean Backman und Mark Olver hatten auch gute Chancen, aber insgesamt gesehen war das Penaltykilling der Gastgeber gut und so überstand München die Unterzahl schadlos. Und kaum war der Titelverteidiger wieder komplett, klingelte es auch schon im Tor der Eisbären. Yannic Seidenberg setzte sich auf der rechten Seite klasse durch, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Frank Mauer lauerte und den Puck im Tor zum 1:0 versenken konnte (6.).
Nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer der Hausherren München mit der Chance, in Überzahl nachzulegen. Jamie MacQueen musste in die Kühlbox und Seidenberg zog gleich mal direkt ab, aber Vehanen war zur Stelle. Danach aber waren die Eisbären die gefährlichere Mannschaft in diesem Münchner Powerplay. Martin Buchwieser erkämpfte im Angriffsdrittel die Scheibe und kam zum Abschluss, sein Schuss ging jedoch an den Pfosten. Und nur kurze Zeit später kam Danny Richmond zum Schuss, welcher aber knapp am Tor vorbei ging.
Und dann machten es die Eisbären wie München. Kaum waren sie komplett, glichen sie auch schon aus. Jens Baxmann zog von der blauen Linie ab, an seinem Hammer war Sean Backman wohl noch dran und so stand es 1:1 nach elf Minuten.
München danach aber direkt mit dem nächsten Powerplay und dieses Mal nutzten die Hausherren die numerische Überlegenheit aus. Yannic Seidenberg täuschte an der blauen Linie den Schuss an, passte stattdessen aber quer rüber zu Michael Wolf, der Maß nahm und die Scheibe ins Tor hämmerte – 2:1 (12.). Der 307. Treffer des DEL-Rekordtorschützen.
Aber auch vom erneuten Rückstand ließen sich die Eisbären nicht schocken und spielten weiter nach vorne. Nick Petersen setzte sich klasse auf der rechten Seite durch, legte die Scheibe rüber zu James Sheppard, welcher aus dem Slot jedoch denkbar knapp vergab. Und nur eine Minute später war es Thomas Oppenheimer, der vor dem Tor von David Leggio an die Scheibe kam, den Puck jedoch knapp über das Tor schoss.
Zum Ende des ersten Drittels noch einmal ein Powerplay für die Eisbären, in dem Mark Olver zwei gute Chancen hatte, aber München brachte das 2:1 über die Runden und führte somit in einem hochklassigen und sehr intensiven Spiel zur Pause.

Ins zweite Drittel starteten die Eisbären sehr druckvoll, sie wollten hier den Ausgleich erzielen. Nur hielt das nicht lange an, denn München übernahm fortan die Kontrolle über das Spiel und dominierte nach Belieben. Bei angezeigter Strafe hatte Jerome Flaake die Riesenchance zum 3:1, doch er traf nur das Außennetz, obwohl er das leere Tor vor Augen hatte. Im anschließenden Powerplay legte München dann aber doch nach. Keith Aucoin hatte abgezogen, Petri Vehanen konnte den Puck nur prallen lassen und Jason Jaffray staubte erfolgreich ab – 3:1 (25.).
München spielte fortan ohne Probleme, suchte immer wieder den Weg vor das Berliner Tor. Die Eisbären fanden überhaupt nicht ins Spiel, liefen den Hausherren fast immer nur hinterher. Auch in den Zweikämpfen hatten die Hauptstädter meist das Nachsehen. Mitte der Partie die Eisbären zwar noch einmal mit einem Überzahlspiel, aber auch da gelang ihnen gegen ein starkes Penaltykilling der Münchner nicht wirklich viel.
Und dann kassierte man auch noch ein äußerst unglückliches Gegentor. Nach einem Bully zog Florian Kettemer ab, Ex-Eisbär Mads Crhistensen hielt den Schläger in den Schuss und fälschte somit unhaltbar ab. Unglücklich, weil Vehanen den Puck mit der Brust parieren wollte, da Christensen die Scheibe aber abfälschte, ging die Scheibe durch die Schoner des Finnen, welcher daraufhin sofort einen hohen Stock reklamierte. Doch die beiden Hauptschiedsrichter Rohatsch und Schütz gaben den Treffer nach einer sehr langen Ansicht des Videobeweises – 4:1 (32.).
Danach ging Petri Vehanen vom Eis und Marvin Cüpper stand von nun an im Tor. Und Cüpper kassierte im weiteren Verlauf des Mitteldrittels keinen Gegentreffer mehr, obwohl München vor allem zum Ende hin noch einmal ordentlich Druck machte und den Eisbären kaum mehr eine Chance ließ. Das 4:1 war daher nach 40 Minuten auch in der Höhe in Ordnung. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann sagte nach dem zweiten Drittel im Interview bei Telekom Sport, dass man „in diesem Drittel nicht gut im Spiel war und zu oft auf der Strafbank saß. Im letzten Drittel müsse man wieder einfacher spielen, um hier evtl. noch einmal zurück ins Spiel zu kommen.“

Das mit dem zu oft auf der Strafbank sitzen konnte man im Schlussdrittel zunächst aber noch nicht abstellen. Denn Louis-Marc Aubry kassierte in der 44. Spielminute eine Strafe wegen zu hohen Stocks. Das Münchner Powerplay war jedoch nicht wirklich gefährlich. Danach plätscherte die Partie so vor sich hin. München versuchte sich an Traum-Kombination, welche man jedoch nicht vollenden konnte. Die Eisbären versuchten es zwar, nur zwingendes kam dabei nicht heraus.
Sieben Minuten vor dem Ende dann mal wieder eine große Chance für die Berliner, doch Marcel Noebels scheiterte nach einem klasse Zuspiel von Louis-Marc Aubry an David Leggio. Zwei Minuten später zappelte der Puck dann aber doch im Münchner Tor. Zunächst scheiterten die Eisbären mit einem 2-auf-1-Konter, doch Blake Parklett brachte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo der Puck von Münchner Spielern letztendlich ins Tor gelenkt wurde – 4:2 (55.).
Ging hier also noch was für die Eisbären? Nein, weil München hinten nicht mehr viel zu ließ und vor dem Berliner Tor Mads Christensen sogar noch das 5:2 auf dem Schläger hatte, aber scheiterte. Uwe Krupp probierte zwar noch einmal alles, nahm Marvin Cüpper vom Eis und eine Auszeit, um seinen Spielern neue Anweisungen mit auf den Weg zu geben für die Schlussphase der Partie. Doch München verteidigte mit allem, was sie hatten und hielten dem Berliner Druck stand und brachten das 4:2 über die Zeit.

Die Eisbären konnten das zweite Sechs-Punkte-Wochenende in Folge nicht perfekt machen. Im ersten Drittel war man dem Meister zwar leicht überlegen und lag eigentlich unglücklich hinten, aber spätestens ab dem zweiten Drittel verdiente sich München den Sieg. Denn da machten die Hausherren ordentlich Druck und führten auch in der Höhe verdient. Im Schlussdrittel plätscherte die Partie so vor sich hin und erst nach dem Anschlusstreffer von Blake Parlett wachten die Eisbären noch einmal auf und machten gehörig Druck, was am Ende aber nichts mehr nutzte. Eine, wenn man das erste Drittel betrachtet, vermeidbare Niederlage, welche am Ende jedoch in Ordnung geht, wenn man das ganze Spiel sieht. Sah auch Eisbären-Verteidiger Blake Parlett im Interview nach dem Spiel so:

Das war nicht unser bestes Spiel. München war im zweiten Drittel klar besser. Wir sind froh, dass wir wenigstens am Freitag die drei Punkte holen konnten.

Frank Mauer gab nach dem Sieg schon wieder eine Kampfansage an die Konkurrentzraus, als er meinte, man könne noch mehr zeigen als heute:

Im ersten Drittel war Berlin besser, da hatten wir Glück, dass wir mit 2:1 führten. Im zweiten Drittel haben wir das Spiel klar dominiert und im letzten Drittel plätscherte die Partie so vor sich hin. Da haben wir nicht so weiter gespielt, wie wir es eigentlich wollten. Ich denke, der Sieg geht in Ordnung, wir können aber noch mehr zeigen.

Gegen Köln und in München: Der erste echte Härtetest für die Eisbären Berlin

Vier Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert und die Eisbären Berlin stehen auf dem zweiten Tabellenplatz. Drei Siege aus vier Spielen bei 14:8-Toren und neun Punkten sind eine erste Bilanz, die sich sehen lässt. Und trotzdem sind sie in der Hauptstadt noch längst nicht zufrieden mit dem bisher Gezeigten, denn Luft nach oben ist noch deutlich vorhanden. Noch konnte die Mannschaft ihren Gameplan nicht über die volle Spieldauer durchziehen, hatte meistens nur 20 oder 40 Minuten gutes Eishockey gespielt. Defensiv ließ man Petri Vehanen zu oft im Stich, doch der finnische Goalie erwies sich in dieser Saison schon das ein oder andere Mal als unbezwingbare finnische Mauer. Und auf Vehanen wird es auch am Wochenende ankommen, wenn für die Eisbären der erste echte Härtetest bevorsteht mit Spielen gegen Köln (Freitag/19:30 Uhr) und in München (Sonntag/14:00 Uhr).

Da wird man das erste Mal sehen, wo die Berliner wirklich stehen und wie gut dieses Team schon drauf ist und zusammen harmoniert. Denn mit Köln und München trifft man auf zwei Titel-Favoriten, mit München sogar auf den Top-Favoriten und Titelverteidiger sowie Meister der vergangenen beiden Jahre. EHC-Stürmer Thomas Oppenheimer weiß um die Schwere der Aufgaben am Wochenende und dass man noch einiges verbessern muss im eigenen Spiel (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 21.09.2017):

Wir können mit den ersten vier Spielen durchaus zufrieden sein. Wir wissen auch, dass wir noch eine ordentliche Portion Arbeit vor uns haben und wollen das gleich morgen angehen. Sicher ist, wir müssen defensiv verantwortlicher spielen und können uns nicht immer nur auf unseren Torwart verlassen.

Mit den Kölner Haien trifft man morgen Abend auf den Tabellenvierten. Die Domstädter haben am vergangenen Sonntag gegen Nürnberg beim 2:3 die erste Saison-Niederlage kassiert. Auch die Eisbären kassierten ihre bisher einzige Niederlage gegen Nürnberg und auch die Berliner kassierten diese nach einer vorherigen 2:0-Führung. War das Toreschießen in der letzten Saison noch eins der großen Probleme der Haie, haben sie das in diesem Jahr bisher abstellen können. 15 Tore in vier Spielen sind durchaus zufriedenstellend. Und die Auftritte der Haie waren das bisher auch. Am ersten Spieltag tat man sich gegen Bremerhaven zu Hause noch schwer und gewann erst nach Verlängerung 5:4, danach folgten zwei souveräne Siege in Wolfsburg (4:2 ) und gegen Iserlohn (4:1), ehe es die bereits angesprochene Niederlage gegen den Tabellenführer Nürnberg gab. Köln wird also morgen Abend auf Wiedergutmachung aus sein, die Eisbären sollten gewarnt sein.

In den letzten beiden Jahren Deutscher Meister und in der diesjährigen CHL-Saison auf Erfolgskurs – die Stimmung beim EHC Red Bull München sollte eigentlich super sein. Doch nach bisher vier Spielen und zwei Niederlagen sowie Platz Sieben mit nur 6 Punkten ist die Stimmung beim Team von Ex-Eisbären-Coach Don Jackson alles andere als rosig. Am 01. Spieltag mühte man sich beim letztjährigen Tabellenletzten Krefeld zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung, dann folgte eine bittere 0:4-Heimniederlage gegen den ERC Ingolstadt sowie ein 3:1-Heimsieg gegen Schwenningen und eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung beim Vizemeister Grizzlys Wolfsburg, welche damit den ersten Saisonsieg feierten. Knappe und sehr mühsame Siege gegen die vermeintlichen Außenseiter der Liga und zwei Niederlagen gegen zwei Top-Teams der DEL. Am Wochenende wartet erneut so eine Konstellation auf München mit den Duellen bei Außenseiter Iserlohn und gegen Top-Team Berlin. Man darf gespannt sein, wie München dieses Mal die Spiele angehen wird.

Schauen wir einmal in die Statistik-Bücher zu den beiden Duellen der Eisbären am Wochenende. Gegen die Kölner Haie verlor man die letzten drei Heimspiele in Folge, konnte davor aber fünf der letzten sechs Heimspiele für sich entscheiden.
Ernüchternd sieht die Bilanz in München aus, wo die Eisbären nur eins der letzten acht Gastspiele für sich entscheiden konnten. Und beim 2:1-Sieg im Halbfinale der letzten Saison setzte man sich auch erst nach Verlängerung durch. Und noch schlimmer: In fünf der acht Partien erzielten die Eisbären höchstens ein Tor. Es wird höchste Zeit, beide Statistiken aufzubessern.

Wenn bis morgen Abend nichts mehr passiert, werden die Eisbären mit dem selben Kader wie gegen Wolfsburg und Straubing antreten. Stürmer Sven Ziegler ist zwar fit, würde aber, wenn es keine Änderung im Kader gibt, erneut nur auf der Tribüne Platz nehmen dürfen.

Der voraussichtliche Kader der Eisbären Berlin für das Heimspiel gegen die Kölner Haie am 22.09.2017:

Tor:

Petri Vehanen, Marvin Cüpper

Abwehr:

Kai Wissmann, Frank Hördler, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Blake Parlett

Angriff:

Nick Petersen, Jamie MacQueen, Thomas Oppenheimer, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, James Sheppard, Sven Ziegler, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, Mark Olver, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Maximilian Franzreb, Maximilian Adam, Charlie Jahnke (alle Weißwasser), Vincent Hessler (DNL), Constantin Braun