Nach der historischen Olympia-Pause: Die Eisbären starten in den Hauptrunden-Endspurt

Der Monat Februar war für die deutschen Eishockey-Fans schon sehr ungewöhnlich. Normalerweise stehen in dieser Zeit die entscheidenden Spiele im Kampf um die letzten Playoff-Tickets an, doch in diesem Jahr war alles anders. Am 02. Februar absolvierte die DEL ihren letzten Spieltag vor der Olympia-Pause. Dass diese jedoch historisch werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Denn die DEB-Auswahl schaffte es völlig überraschend bis ins Olympia-Finale, führte dort bis 55 Sekunden vor dem Ende gegen den haushohen Favoriten Russland mit 3:2 durch ein Tor von Eisbären-Verteidiger Jonas Müller. Doch am Ende setzte sich die Sbornaja mit 4:3 n.V. durch und die DEB-Auswahl holte somit am Ende die Silbermedaille. Sensationell, der größte Erfolg im deutschen Eishockey. Und somit wurde die Liga-Pause bestmöglich überbrückt und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft löste einen wahren Eishockey-Boom im Land aus. Man kann nur hoffen, dass dieser Schwung nun mit in die Zukunft genommen wird.

Für die Eisbären und deren drei Silberjungs Frank Hördler, Jonas Müller und Marcel Noebels heißt es nun aber wieder volle Konzentration auf den Liga-Endspurt. Noch drei Spieltage stehen für die Hauptstädter an und in diesen geht es noch um Platz Zwei und die damit verbundene direkte Champions-Hockey-League-Qualifikation. Ein Ziel, welches durchaus noch erreicht werden kann. Zwei Punkte trennen die Drittplatzierten Eisbären derzeit vom Zweitplatzierten Nürnberg. Beide Mannschaften absolvieren dabei noch je zwei Heimspiele sowie ein Auswärtsspiel. Die Franken haben zwar alles selbst in der Hand, aber patzen die Ice Tigers, wollen die Eisbären zur Stelle sein.

Die erste Chance bietet sich den Eisbären gleich morgen Abend in der Mercedes-Benz Arena, wenn ab 19:30 Uhr der Tabellenführer und Titelverteidiger EHC Red Bull München zu Gast sein wird. Ob an dieser Partie auch die Olympia-Helden auf beiden Seiten teilnehmen werden, wird sich wohlmöglich erst morgen entscheiden. Eigentlich, so war es gestern noch aus beiden Lagern zu hören, sollten beide Mannschaften ohne die Olympia-Helden antreten. Aus Berliner Kreisen ist nun aber wieder zu hören, dass morgen im Laufe des Tages erst die Entscheidung fallen wird und dass diese die drei Eisbären-Olympioniken selbst treffen können. Anwesend sein werden Hördler, Müller und Noebels aber auf jeden Fall. Zusammen mit Physio André Kreidler und den beiden Münchnern Matt McIllvane (Ex-Eisbär) und Patrick Dallaire, welche als Co-Trainer bei Olympia dabei waren, werden die Olympia-Helden vor dem Spiel auf dem Eis geehrt.

Kommen wir zum Sportlichen. Uns erwartet morgen Abend das Spiel des Tabellenersten gegen den Tabellendritten. Und beide Mannschaften gehören zu den besten Mannschaften dieser Saison, was sicherlich auf ein gutes und spannendes Spiel hoffen lässt. Wenn gleich man natürlich auch abwarten muss, ob die Olympia-Helden mit dabei sind oder nicht. Wenn das nämlich nicht der Fall sein wird, würden da doch schon einige richtige gute Spieler auf beiden Seiten fehlen. Auf Seiten der Münchner dann aber mehr. Aber die Jungs, die morgen auflaufen werden, können auch richtig gut Eishockey spielen. Insofern werden wir also so oder so ein tolles Eishockeyspiel zu sehen bekommen. 

Die bisherige Saison-Bilanz spricht für München, aber auch für das Heimteam. Denn bisher hat stets das Heimteam gewonnen, weshalb München (4:2/4:1) auch knapp die Nase gegenüber Berlin (5:4 n.P.) in dieser Saison vorne hat. Gegen München taten sich die Eisbären auf eigenem Eis zuletzt jedoch sehr schwer, beendeten mit dem 5:4-Sieg n.P. eine fünf Spiele andauernde Niederlagenserie. 

Das Heimspiel gegen München steht morgen Abend unter dem Motto „Retro-Nacht“, bei der u.a. auch zwei Eisbären-Legenden mit dabei sein werden. Der ehemalige Verteidiger Derek Mayer („…hol die Kelle raus!“) und die Stürmer-Legende Denis Pederson. Es ist also morgen Abend alles angerichtet für ein wahres Eishockey-Fest nach der langen aber historischen Olympia-Pause. Fehlt eigentlich nur noch ein Sieg der Eisbären.