6:3-Sieg nach 2:3-Rückstand gegen Liberec! Andreas Eder glänzt mit zwei Toren beim Testspielsieg

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes Testspiel gegen Liberec mit 6:3 (1:0,1:2,4:1) gewonnen und dabei vor allem große Moral bewiesen. Elf Minuten vor Ende der Partie lagen die Berliner noch mit 2:3 hinten, drehten jedoch danach so richtig auf und feierten dank zweier Empty-Net-Goals einen deutlichen Sieg.

Die große Frage vor dem ersten Testspiel war natürlich, wie Trainer Serge Aubin auf die Verletzung von Kapitän Kai Wissmann reagieren würde. Die Antwort war Mitch Reinke, der an der Seite von Jonas Müller verteidigte. Die anderen Verteidiger-Pärchen waren Norwin Panocha und Adam Smith sowie Korbinian Geibel und Eric Mik. Moritz Kretzschmar war als siebter Verteidiger dabei. Neben Wissmann fehlten auch Marco Nowak und Markus Niemeläinen.
In der Offensive durften erstmals seit dem fünften Finalspiel gegen Köln wieder Freddy Tiffels, Leo Pföderl und Ty Ronning als Sturmreihe über das Eis flitzen. Liam Kirk bekam die beiden Neuzugänge Markus Vikingstad und Andreas Eder an die Seite gestellt. Eric Hördler stürmte zusammen mit Blaine Byron und Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bildeten heute Maxim Schäfer, Manuel Wiederer und Lean Bergmann. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei. Marcel Noebels stand nicht im Kader.
Und im Tor bekam Jonas Stettmer der Vorzug vor Jake Hildebrand. Aber wie Torwarttrainer Sebastian Elwing während der Sommerpause bereits verlauten ließ, haben die Eisbären in dieser Saison zwei Nummer-1-Goalies.

Erzielte das erste Tor für die Eisbären Berlin in der Saisonvorbereitung 2025/26: Eric Hördler (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Intensiver Beginn von beiden Mannschaften. Liberec kam zunächst besser ins Spiel, die Eisbären kamen aber wenig später auch zu den ersten guten Abschlüssen. Nach einem erfolglosen ersten Powerplay klappte es dann aber bei einem Zwei-auf-eins Konter. Eric Hördler (Foto oben) mit dem ersten Tor in der Vorbereitung – 1:0 (8.).
Fortan war es weiterhin ein sehr munteres Spiel, Liberec wollte die schnelle Antwort geben, biss sich aber die Zähne an Jonas Stettmer aus. Dessen Vorderleute verteidigten aber auch sehr stark und machten die gefährlichen Räume zu. Die Eisbären wirkten im ersten Drittel äußerst konzentriert und perfekt vorbereitet auf Liberec, die bereits deutlich weiter waren in der Vorbereitung als die Berliner. Das half ihnen aber im ersten Drittel noch nicht, auch nicht im Powerplay zum Ende, welches die Hauptstädter ohne Gegentor überstanden und so die 1:0-Führung mit in die Kabine nahmen.

Andreas Eder traf direkt in seinem ersten Spiel zweimal für die Eisbären Berlin. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das zweite Drittel bot weiterhin ein hart umkämpftes Spiel. Torchancen gab es in der Anfangsphase jedoch nicht zu sehen. Das sollte sich im zweiten Powerplay der Tschechen ändern, als ihnen der verdiente Ausgleich zum 1:1 gelang (24.).
Liberec blieb auch danach die aktivere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und wollte die Partie komplett drehen. Im dritten Powerplay schnupperten die Tschechen auch an der Führung, aber Jonas Stettmer ließ sich kein zweites Mal überwinden.
Das sollte sich rund vier Minuten vor der zweiten Pause ändern, als Liberec frei zum Abschluss kam und auf 2:1 stellte (36.). Da stimmte die Zuordnung in der Berliner Defensive überhaupt nicht.
Aber die Eisbären hatten direkt eine Antwort parat und glichen durch das Premierentor von Andreas Eder (Foto oben) zum 2:2 aus (37.). Da war sie also wieder, die Berliner Effektivität der vergangenen Meisterjahre, denn viel für die Offensive hatte man im Mitteldrittel nicht getan. Doch am Ende zählt das, was auf der Anzeige steht und da stand es 2:2 nach 40 Minuten.

Blaine Byron erzielte am Ende das Game-Winning-Goal. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Das letzte Drittel blieb weiterhin intensiv. Beide Teams standen hinten sehr kompakt, weshalb Torchancen eher Mangelware waren. So brauchte es ein Powerplay, um wieder ein Tor zu erzielen. Liberec hatte einen Mann mehr auf dem Eis und nagelte die Scheibe in der 49. Spielminute ins Berliner Tor – 2:3.
Aber die Eisbären ließen sich auch davon nicht schocken und glichen durch Mitch Reinke zum 3:3 aus (51.).
In der Schlussphase machten die Hauptstädter enorm viel Druck und wollten das Spiel wieder zurück drehen. Die größte Chance dazu bot sich den Berlinern rund drei Minuten vor dem Ende des dritten Drittels, als man in Powerplay agieren konnte. Und Blaine Byron (Foto oben) stand dort, wo ein Torjäger zu stehen hat und staubte zum 4:3 ab (58.).
Liberec nahm daraufhin den Goalie aus dem Tor, was Andy Eder zum 5:3 und seinem zweiten Treffer an diesem Abend nutzte (58.). Was für ein Einstand unser neuen Nummer 43. Für den Schlusspunkt sorgte am Ende Yannick Veilleux mit dem nächsten Empty-Netter – 6:3 (60.).

Am Ende bewiesen die Eisbären Moral und schlugen jeweils postwendend nach den beiden Rückständen zurück. Man verfiel nach den Gegentoren nie in Hektik, blieb seinem Spiel treu und vertraute auf seine Stärken. Das wird auch Trainer Serge Aubin gesehen haben und die richtigen Schlüsse aus diesem am Ende starken Spiel ziehen.

Öffentliches Training vor 1.500 Fans: Die Eisbären legen wieder los und geben die Meisterschaft als Saisonziel aus

Es ist August und der Sommer nimmt nochmal Fahrt auf. Aber das interessiert die Eisbären-Fans nur am Rande, denn die neue Saison kommt mit großen Schritten immer näher. Am Samstag fand die traditionelle Saisoneröffnungsfeier auf dem Uber Platz statt. Heute folgte dann das ebenso traditionelle öffentliche Training im altehrwürdigen Wellblechpalast vor 1.500 Zuschauern, welche für eine überragende Stimmung sorgten. Eine, die Neuzugang Markus Vikingstad nur aus den Heimspielen in Bremerhaven kennt:

Das erste Training hier war super. Die Halle ist genauso groß wie in Bremerhaven, aber solch eine Stimmung beim Training habe ich dort nie erlebt.

Markus Vikingstad im Interview bei der Saisoneröffnungsfeier. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der 25-jährige Norweger, der auch den deutschen Pass besitzt, kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und freut sich auf seine Zeit in Berlin. Von der Stadt hat er bereits ein bisschen gesehen, aber die Stadt ist sehr groß, weshalb er noch einiges zu entdecken hat. Sportlich bringt er auf jeden Fall die richtigen Ziele mit:

Man ist hier, um zu gewinnen. Ich freue mich jetzt darauf, jeden Tag hart zu arbeiten und der Mannschaft weiterzuhelfen.

Markus Vikingstad beschreibt sich selbst als Zwei-Wege-Spieler, der offensiv und defensiv spielen kann, ein stabiler Center ist und vor allem gut am Bullypunkt ist. Eine Schwachstelle bei den Eisbären im letzten Jahr.

Kapitän Kai Wissmann will mit den Eisbären Berlin erneut das letzte Spiel der Saison gewinnen. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Neben dem Norweger sind mit Lennart Neiße, Moritz Kretzschmar (DNL) und Andreas Eder nur drei weitere Spieler neu im Team, was Kapitän Kai Wissmann als großen Vorteil für die neue Saison ansieht:

Unser Team hat sich nicht wirklich verändert und somit sind wir eingespielt, was auf jeden Fall sehr gut sein sollte. Jeder Spieler kennt das System. Natürlich haben wir eine sehr kurze Vorbereitung im Hinblick auf die ersten Vorbereitungsspiele. Da spielen wir gleich gegen tschechische Teams, die dann schon vier oder fünf Spiele auf dem Buckel haben, während wir unser erstes Spiel bestreiten. Aber das wissen wir und wir versuchen einfach wieder zu unserem Spiel zu finden, um dann Stück für Stück voranzukommen. Die Mannschaft ist gut besetzt.

Zwei der vier Neuzugänge kennt die Nummer sechs bereits sehr gut und beschreibt sie so:

Andy kenne ich schon sehr lange, er ist ja auch mein Jahrgang. Wir haben schon in den ganzen Nachwuchs-Nationalmannschaften zusammen gespielt und früher als Kinder gegeneinander. Er ist ein super Spieler. Gegen Markus habe ich auch schon viel gespielt. Er ist ein unangenehmer Spieler, um gegen ihn zu spielen. Beide tun unserer Mannschaft sehr gut.

Viele Fans fragen sich, ob noch etwas auf dem Transfermarkt passiert und die Eisbären personell nochmal nachlegen. Sportdirektor Stéphane Richer sieht derzeit keinen Handlungsbedarf und will maximal noch tätig werden, wenn sich ein Spieler verletzt. Ansonsten bekommt jeder Spieler eine Chance, sich zu zeigen. Und auch Trainer Serge Aubin ist mit dem vorhandenen Kader mehr als zufrieden und meint, dass er alle Spieler hat, die er benötigt. 

Trainer Serge Aubin ist vom Fitnesszustand seiner Mannschaft begeistert. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)

Heute Abend konnten sich die Fans ein erstes Bild vom neuen Team machen und haben dort sicherlich auch schon die Intensität auf dem Eis bemerkt, aber auch die gute Laune im Team gesehen. Nach dem Training überraschte Trainer Aubin dann mit einer Aussage, welche die Konkurrenz durchaus schocken dürfte:

Wir sind definitiv fitter als letztes Jahr, was mich wirklich beeindruckt.

Das nach zwei gewonnenen Meisterschaften in Folge zu sagen, kann man schon als Ansage an die Konkurrenz auffassen. Natürlich ist es aber auch kein Geheimnis, dass die Meisterschaft auch in dieser Saison nur über die Eisbären geht. Weil sie eben den Kern der Mannschaft zusammengehalten haben und sich punktuell verstärkt haben. Die Spieler wissen genau, was zu tun ist, um am Ende den Meisterpokal zu gewinnen. Und so sind die Ansagen von Kai Wissmann und Andreas Eder auch sehr forsch formuliert. Wissmann sagte:

Wir wollen das letzte Spiel gewinnen, das ist ganz klar!

Und Andy Eder ergänzte:

Wir wollen Meister werden!

Dem schließen sich die Fans natürlich an. Und das die Vorfreude auf die neue Saison steigt, hat spätestens das vergangene Wochenende mit Saisoneröffnung und öffentlichem Training gezeigt. Mannschaft und Fans sind heiß auf die neue Saison und Titel Nummer zwölf.

Andreas Eder gibt die Meisterschaft als Saisonziel aus. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)