Effektiv und Eiskalt vor dem Tor: Die Eisbären Berlin fegen die Kölner Haie mit 7:1 vom eigenen Eis

So kann man nach einer vierwöchigen Pause zurück in den Ligabetrieb kommen: Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Kölner Haien deutlich mit 7:1 (2:0,3:0,2:1) gewonnen und damit einen weiteren Sieg auf fremden Eis gefeiert. Beide Mannschaften hatten dicke Chancen, aber während Köln seine dicken Chancen vergab, nutzten die Berliner ihre Chancen eiskalt aus. 

Chefcoach Serge Aubin musste im Vergleich zum letzten Ligaspiel vor über vier Wochen beim EHC Red Bull München auf die beiden Olympia-Fahrer Morgan Ellis und Leo Pföderl verzichten. Ellis kam erst am Sonntag zurück in die Hauptstadt und wurde heute geschont, Pföderl hat eine kleine Verletzung, welcher aber nicht schlimm ist, wie Aubin am Tag vor dem Auswärtsspiel in der Domstadt sagte. Aber es gab auch gute Nachrichten, denn mit Zach Boychuk und Frans Nielsen kehrten zwei Spieler zurück ins Line-up.
Den Platz von Pföderl in der ersten Reihe neben Marcel Noebels und Blaine Byron nahm Mark Zengerle ein. Rückkehrer Nummer eins, Zach Boychuk, stürmte als Center zwischen Yannick Veilleux und Kevin Clark in der zweiten Formation. Matt White und Giovanni Fiore bildeten in München noch die zweite Reihe zusammen mit Mark Zengerle. Heute stürmten sie in der dritten Angriffsreihe zusammen mit Center und Rückkehrer Nummer zwei Frans Nielsen. Die vierte Reihe bestand aus den Youngsters Sebastian Streu, Manuel Wiederer und Marco Baßler.
Den Platz von Morgan Ellis in der Defensive neben Nicholas B. Jensen nahm Eric Mik ein. Die weiteren Verteidiger-Pärchen bildeten Kai Wissmann und Jonas Müller sowie Frank Hördler und Simon Després. Und im Tor stand erneut Mathias Niederberger.

Beide Teams trafen zum vierten und letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Alle drei bisherigen Duelle gingen an die Eisbären – 5:3 und 3:1 in der Hauptstadt sowie 2:1 in Köln. Gelang den Eisbären heute der vierte Sieg im vierten Spiel?
Die Haie hatten allerdings einen kleinen Vorteil, absolvierte die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp doch schon zwei Spiele nach der Olympiapause. Und am Sonntag beendeten die Domstädter mit einem 4:3-Sieg gegen Iserlohn ihre zehn Spiele andauernde Niederlagenserie und holten zudem den ersten Dreier seit 15 Ligaspielen. Es war also die Frage, ob Köln durch den Rhythmus oder aber die Eisbären durch das ausgeruht sein im Vorteil waren. Anders herum hätte es auch eine Kraftfrage sein können, denn für Köln war es das dritte Spiel in fünf Tagen.

Den Beginn dominierten aber erst einmal die Eisbären, die hoch konzentriert aus der Kabine kamen, Köln sofort unter Druck setzten und auch schon zweimal für Gefahr vor dem Tor von Ex-Eisbären-Goalie Tomas Pöpperle sorgten. Und für diese starke Anfangsphase belohnten sich die Hauptstädter mit dem frühen 1:0. Kapitän Frank Hördler hatte von der blauen Linie abgezogen und die Scheibe schlug hinter Pöpperle im Tor ein (6.). Evtl. war die Scheibe noch von Mark Zengerle abgefälscht, aber egal, Tor ist Tor, egal wer es macht.
Die Hausherren hatten aber direkt die Chance zum Ausgleich, als Nicholas B. Jensen die erste Strafzeit der Partie kassierte. Ja, die Sache mit den Strafen schien sich auch nach Olympia fortzusetzen. Köln mit einem starken Überzahlspiel, aber Jon Matsumoto, Maury Edwards und vor allem Andreas Thuresson ließen gute Chancen liegen.
Galt aber nicht für die Berliner, die äußerst effektiv und eiskalt vor dem Tor auftraten. Zwei-auf-Eins-Konter der Eisbären, Blaine Byron schickte einen Kölner Verteidiger gekonnt ins Leere, hatte dann noch das Auge für Mark Zengerle am rechten Pfosten und der schoss die Scheibe mühelos ins leere Tor . 2:0 (13.).
Köln im weiteren Verlauf durchaus bemüht, aber die Defensive der Eisbären gab wenig Chancen ab und wenn die Haie Schüsse auf das Tor feuerten, war Mathias Niederberger zur Stelle. So blieb es beim 2:0 nach 20 Minuten, was die Berliner ihrer Effektivität zu verdanken hatten.

Zu Beginn des Mitteldrittels bot sich den Hauptstädtern früh die Chance zur Vorentscheidung, denn man hatte das erste Überzahlspiel. Colin Ugbekile wollte Zach Boychuk „verkloppen“, bekam dafür aber 2+2-Minuten während Boychuk nur zwei Minuten kassierte. Das Powerplay der Berliner ist ja noch mit die größte Baustelle im Team des Tabellenführers. Doch das hier sah schon sehr gut aus, die Scheibe lief gut und man spielte es mit viel Übersicht und vor allem viel Ruhe. Und gerade als die Haie wieder komplett waren, schlug Kevin Clark nach starkem Zuspiel von Marcel Noebels zu – 3:0 (23.).
Der denkbar schlechteste Start für die Hausherren. Und es kam noch dicker. Jonas Müller wurde am linken Bullykreis angespielt, hatte zu viel Platz und Zeit, konnte sich die Ecke aussuchen und erhöhte auf 4:0 (25.). Dem Treffer folgten prompt die ersten Pfiffe der 4.000 Zuschauer in der Lanxess Arena.
Diesen Schock mussten die Haie natürlich erst einmal verdauen. Aber Marcel Müller – ja, ihr ahnt es, auch ein Ex-Eisbär – wäre beinahe Nutznießer eines Fehlpasses von Frank Hördler geworden. Doch Müller schoss frei vor Niederberger am Tor vorbei. Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben nicht.
Und wenn du Erster bist, dann klappt alles. Blaine Byron auf Marcel Noebels, der hoch zu Nicholas B. Jensen und der Däne nahm genau Maß – 5:0 (31.). Der erste Saisontreffer für Jensen, was an seinem Jubel deutlich zu erkennen war.
Danach war der Arbeitstag des einen Ex-Eisbären Tomas Pöpperle beendet. Mit Justin Pogge kam ein weiterer ehemaliger Eisbär zwischen die Pfosten. Und der verhinderte vier Minuten vor der zweiten Pause ganz stark gegen Yannick Veilleux, der auf einmal frei vor ihm stand und zum Abschluss kam.
Den Gastgebern war die Bemühung hier nicht abzusprechen, aber ihnen fehlte es eben einfach am Glück im Abschluss – selbst bei besten Chancen. So war die Partie im Grunde bereits nach 40 Minuten entschieden, denn die Eisbären nahmen eine 5:0-Führung mit in die zweite Drittelpause.

Im Schlussdrittel mussten die Haie gleich einmal früh wieder in Unterzahl ran. Doch das nutzten die Hausherren zum Ehrentreffer. Und natürlich war es eine Co-Produktion zweier Ex-Eisbären. Landon Ferraro schickte Mark Olver auf die Reise und der behielt vor Niederberger die Nerven. Er schob dem Berliner Schlussmann die Scheibe durch die Schoner – 1:5, eine Sekunde vor Ablauf der Strafe gegen Köln (45.).
Die Haie hatten sich für den Schlussabschnitt viel vorgenommen, wollten zumindest dieses Drittel für sich entscheiden und so mit einem guten Gefühl aus dem Spiel gehen. Der Einsatz stimmte auf jeden Fall und man spielte weiter nach vorne. Die Eisbären waren in den letzten 20 Minuten nur selten vor dem Tor von Justin Pogge zu sehen. Vielmehr konzentrierte sich die Mannschaft von Coach Serge Aubin jetzt auf die Defensive. Allerdings nicht unbedingt immer mit der nötigen Entschlossenheit. Jedenfalls kamen die Kölner manchmal zu einfach vor das Tor und zu Chancen. Mathias Niederberger blieb jedoch die gesamte Spielzeit über hoch konzentriert und entschärfte auch beste Kölner Möglichkeiten.
Entschlossen war man dann aber wieder vor dem gegnerischen Tor. Matt White holte von links mal kurz zum Schlagschuss aus und zimmerte die Scheibe in die Ecke – 6:1 (54.). Die Eisbären trafen also auch in einem bis dahin nicht wirklich guten Drittel, aber auch das macht Spitzenmannschaften eben aus. Man traf mitten in der Drangphase der Kölner. Damit war dann natürlich auch der Kölner Schwung weg und die Eisbären sorgten 58 Sekunden vor dem Ende sogar noch für das 7:1 durch Matt White.

Ein am Ende verdienter Auswärtssieg für die Eisbären Berlin. Diesen hatte man seiner Effektivität und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zu verdanken. Denn während Köln ebenso dicke Chancen hatte, diese aber eben nicht nutzen konnte, waren die Berliner vor dem Tor eiskalt. So hatte man die Partie bereits nach 40 Minuten für sich entschieden. Im Schlussdrittel ließ man es dann zunächst deutlich zu locker angehen und Köln so zum Ehrentreffer kommen. Doch dann zog man das Tempo nochmal kurz an und legte die Treffer Nummer sechs und sieben nach. Marcel Noebels ragte man vier Torvorlagen heraus.

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