2:0-Auswärtssieg in Frankfurt: Liam Kirk scort weiter und Jonas Neffin holt das nächste Shutout

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #5:

Dritter Sieg in Serie: Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Löwen Frankfurt mit 2:0 (0:0,2:0,0:0) gewonnen und feierten damit den vierten Sieg im fünften Ligaspiel. Goalie Jonas Neffin bestritt sein zweites Spiel für die Berliner und blieb erneut ohne Gegentor. 120 Minuten und null Gegentore: was für ein Start der Nummer 75 in Berlin!

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf den angeschlagenen Gabriel Fontaine verzichten. Dafür rückte Rihards Griva ins Line-up. Auch Korbinian Geibel wurde wieder eingesetzt und war als siebter Verteidiger dabei. Eric Hördler nahm den Platz von Fontaine in der Reihe neben Leo Pföderl und Andreas Eder ein. Griva rückte in die vierte Reihe zu Tobias Krestan und Manuel Wiederer. Alles andere blieb unverändert. Dass Jonas Neffin erneut im Tor stand, hatte ich bereits eingangs des Spielberichts erwartet.

Für die Hauptstädter stand die schwere Aufgabe in Hessen auf dem Programm, stellten die Löwen Frankfurt mit sieben Gegentoren doch die beste Defensive der Liga. Vergangene Saison hatten beide Mannschaften je ein Spiel in der Eissportshalle am Ratsweg gewonnen. Wer zog heute das erste Spiel?

Brandon Davidson knackte das Bollwerk der Hessen und erzielte das 1:0. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Andreas Eder trifft nur die Latte

Von Beginn an entwickelte sich ein spannendes Spiel zweier Mannschaften, welche sich auf Augenhöhe begegneten. Der Respekt voreinander war auf beiden Seiten zu spüren. Die Löwen wollten mit den eigenen Fans im Rücken den Titelverteidiger ärgern, während die Eisbären an die beiden Siege vom vorigen Wochenende anknüpfen wollten.
Die Mannschaft von Trainer Tom Pokel hatte früh die erste dicke Chance, als die Scheibe kurz vor der Torlinie des Berliner Tores lang trudelte. Zum Glück für die Eisbären ging sie in dieser Szene nicht rein.
Beide Mannschaften erspielten sich in den ersten 20 Minuten gute Chancen, doch sowohl Adam Scheel auf Frankfurter Seite als auch Neffin auf Berliner Seite bewiesen, dass sie mit zu den besten Goalies der PENNY DEL zählen. Der Neuzugang der Löwen war im ersten Drittel zwar einmal schon geschlagen, die Latte (Schuss von Andreas Eder) rettete seine Mannschaft aber vor dem Rückstand.
Da die Hessen auch ein Powerplay nicht zur Führung nutzen konnten, endeten die ersten 20 Minuten torlos. Dennoch wurde den Zuschauern beste Unterhaltung geboten.

Liam Kirk scorte im 13. Spiel in Folge. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Davidson und Kirk schlagen zu

Zu Beginn des zweiten Drittels duellierten sich beide Teams weiterhin auf Augenhöhe. Schnell wurde die neutrale Zone überbrückt und dann direkt der Weg vor das gegnerische Tor gesucht. Die ersten sieben Minuten liefen dabei ohne Unterbrechung durch. Das Spiel hatte alles, was es für ein gutes Spiel braucht. Jedenfalls fast alles, denn das Wichtigste fehlte noch – ein Tor.
Dieses sollte in der 28. Spielminute fallen. Jeder Schuss auf das Tor ist ein guter – dachte sich auch Brandon Davidson, dessen Schuss am Ende den Frankfurter Goalie überwand und zum 1:0 für die Eisbären sorgte.
Die Löwen suchten danach nach einer Antwort, liefen jedoch in einen Berliner Konter. Eric Mik fing im eigenen Drittel ganz stark einen Pass der Hessen ab, schickte Ty Ronning auf den Weg, welcher seinem kongenialen Partner Liam Kirk in Szene setzte. Und wenn die beiden Ausnahmestürmer auf dem Eis sind, klingelt es meistens im Tor. So auch heute geschehen – 2:0 (36.).
Das „Duo Infernale“ sorgt weiterhin für Angst und Schrecken in der Liga. Der britische Nationalstürmer scorte saisonübergreifend im 13. Spiel in Folge. Die Eisbären können sich glücklich schätzen, dass diese beiden Spieler bei ihnen unter Vertrag sind. Denn solche Unterschiedsspieler wünscht sich jeder Trainer im Kader.

Zweites Spiel, zweiter Shutout: Goalie Jonas Neffin feiert Traumstart in Berlin. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Jonas Neffin hält Penalty und feiert zweiten Shutout im zweiten Saisonspiel

Trotz der 2:0-Führung nach 40 Minuten war von den Eisbären nochmal volle Konzentration für den Schlussabschnitt gefordert. Und Eric Hördler hätte unmittelbar nach Wiederbeginn für die Vorentscheidung sorgen können, ließ seinen Alleingang jedoch ungenutzt. Auf der Gegenseite hatten die Hausherren die große Chance auf den Anschlusstreffer, als ihnen ein Penalty zugesprochen wurde. Anthony Romano lief an, fand aber ebenfalls seinen Meister in Jonas Neffin.
Danach hatten die Eisbären das Spiel weitestgehend im Griff. Defensiv ließ man kaum noch etwas zu. Wenn doch etwas durch kam, war Neffin zur Stelle. Nach vorne versuchte man nicht mehr als nötig. So brachte man das 2:0 souverän über die Zeit und liefert damit den Beweis, dass es auch unter dem neuen Trainer Éric Dubois bereits richtig gut läuft. Mit diesem Start hätten die wenigsten Fans und Experten gerechnet, aber Sportdirektor Stéphane Richer hat schon wieder eine starke Mannschaft zusammengestellt und mit Dubois und Dan Lambert auch die richtigen Leute hinter die Bande gestellt.
Am Sonntag folgt dann die schwere Aufgabe zuhause gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer aus Nürnberg. Aber in dieser Form und mit einem Jonas Neffin in dessen Form im Tor, könnten die Eisbären das erste Team in dieser Saison sein, welches die Franken nach 60 Minuten bezwingt.

6:5 n.P. in Köln: Neuzugang Jean-Luc Foudy entscheidet Tor-Festival in der Domstadt

Die Eisbären Berlin haben ihren ersten Auswärtssieg der neuen DEL-Saison gefeiert. Am Ende setzte man sich bei den Kölner Haien in einem verrückten Spiel mit 6:5 nach Penaltyschießen durch. Es war ein wildes Spiel mit wechselnden Führungen, in dem die Eisbären bis zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eigentlich schon als der sichere Sieger aussahen. Doch am Ende holte man Köln wieder zurück ins Spiel, sicherte sich aber dank Jack LaFontaine und Jean-Luc Foudy den Zusatzpunkt in der Domstadt.

Bei den Eisbären gab Jean-Luc Foudy heute sein DEL-Debüt. Trainer Éric Dubois stellte ihn an die Seite von Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Gabriel Fontaine rückte in die Reihe zu Andreas Eder und Leo Pföderl. Eric Hördler spielte stattdessen in der vierten Reihe zusammen mit Manuel Wiederer und Tobias Krestan. Rihards Griva stand dafür nicht im Kader. Auch Mitch Reinke fehlte heute im Line-up. Alles andere blieb unverändert. Somit stand auch heute wieder Jack LaFontaine im Tor. Jonas Neffin nahm erneut als Back-up auf der Bank Platz.

Nach dem man in den ersten beiden Saisonspielen bereits auf die Straubing Tigers (Viertelfinalgegner 2026) und die Adler Mannheim (Finalgegner 2026) traf, machten die Eisbären die Serie heute komplett und trafen auf ihren letztjährigen Halbfinalgegner Köln. Die Domstädter hatten natürlich noch jede Menge Wut im Bauch, ließen doch die Hauptstädter die Kölner Meisterträume in den letzten beiden Jahren (Finale 2025/Halbfinale 2026) wie eine Seifenblase platzen. Gelang den Kölnern heute die Revanche in der Hauptrunde oder triumphierten am Ende erneut die Eisbären in der Domstadt?

Für einen Spieler war es ein sehr besonderes Spiel: Marcel Noebels traf nach zwölf Jahren in der Hauptstadt erstmals auf seinen Ex-Verein. Wie torgefährlich die ehemalige Nummer 92 ist, wissen sie in Berlin nur allzu gut. Konnten die Eisbären ihren Ex-Spieler stoppen oder schenkte Noebels seinem Ex-Verein einen Puck ein?

Traf direkt im ersten Duell gegen seinen Ex-Verein: Marcel Noebels (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Ausgerechnet Marcel Noebels trifft zum 1:1 gegen die Eisbären

49 Sekunden war die Partie alt, da tauchte Tim Fleischer alleine vor Jack LaFontaine auf. Aber der Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand und verhinderte somit den Kölner Traumstart.
Den legten dann aber die Eisbären hin. Powerplay für die Berliner und in einer etwas unübersichtlichen Situation lag auf einmal die Scheibe im Tor. Freddy Tiffels chippte die Scheibe vor das Tor, wo Ty Ronning als Letzter am Puck war – 1:0 (4.). Im dritten Spiel das dritte Saisontor vom kleinen Wirbelwind.
Die Antwort der Domstädter ließ aber nicht lange auf sich warten. Und diese Geschichten schreibt nur der Sport: Denn ausgerechnet Marcel Noebels sorgte für den 1:1-Ausgleich. Patrick Russell mit dem Pass auf Noebels, welcher viel zu viel Zeit im Slot hatte und per Onetimer auf 1:1 stellte (8.). Noebels verzichtete aber auf einen überschwänglichen Torjubel.
Die Freude währte jedoch nur 39 Sekunden, denn dann schlugen die Eisbären wieder zurück. Ty Ronning auf Liam Kirk und der britische Nationalstürmer brachte die Eisbären wieder in Führung – 2:1 (9.). Das „Duo Infernale“ schlug also auch in der Domstadt wieder zu.
Kirk hätte im nächsten Powerplay beinahe das 3:1 nachgelegt, doch bei seinem Alleingang traf er nur das Gestänge. Im selben Powerplay fuhren die Domstädter aber auch einen Zwei-auf-eins-Konter, bei dem Ryan MacInnis das 2:2 auf dem Schläger hatte. Freddy Tiffels rettete aber im letzten Moment und klärte kurz vor der Torlinie.
In der Schlussminute gelang den Hausherren bei angezeigter Strafzeit aber dann doch der Ausgleich. Brady Austin packte einen satten Handgelenkschuss aus und stellte 36,5 Sekunden vor dem Ende auf 2:2. So stand es auch nach furiosen 20 Minuten.

Nickligkeiten gehören zum Duell Köln vs. Berlin immer dazu. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln geht erstmals in Führung, aber Berlin dreht das Spiel zurück

Köln begann das Mitteldrittel mit einem Powerplay und wie zu Beginn des Spiels hatte Tim Fleischer die erste dicke Chance. Diesmal nutzte er diese aber aus und brachte die Haie erstmals an diesem Abend in Führung – 3:2 (21.). 46 Sekunden waren da gerade einmal im zweiten Drittel gespielt.
Wie in der Kurpfalz hatte der Titelverteidiger eine Führung verspielt. Aber noch war genügend Zeit, um etwas Zählbares aus Köln mit nach Berlin zu nehmen. Und die Eisbären spielten auch weiterhin nach vorne, fanden aber keinen Weg vorbei an KEC-Goalie Janne Juvonen.
Den fand dann aber Markus Vikingstad, der das nächste Powerplaytor für die Eisbären erzielte. Der Norweger staubte eiskalt vor dem Tor ab und schenkte Juvonen das dritte Tor ein. Somit ging der DEL-Klassiker wieder von vorne los.
Und die Eisbären drehten das Spiel wieder zurück. Andreas Eder mit dem Schuss und dem 4:3. Da sah Janne Juvonen überhaupt nicht gut aus (36.). Kurz darauf die große Chance, erstmals an diesem Abend eine Zwei-Tore-Führung herauszuspielen, als man erneut ein Mann mehr auf dem Eis war. Doch diese Chance konnte man nicht nutzen und nahm somit nur die 4:3-Führung mit in die Kabine.

Jack LaFontaine streckte sich nach jedem Puck. (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Köln rettet sich dank furiosem Schlussspurt in die Verlängerung

Im Schlussdrittel kassierte Juvonen dann direkt das nächste krumme Gegentor. Neuzugang Foudy brachte die Scheibe aufs Tor, von Juvonen prallte sie an Juhani Tyrväinen und von dem aus ins Tor – 5:3 (42.)
Dieser Treffer zog den Haien so ein wenig den Zahn. Denn Köln tat sich in der Folge schwer, gefährliche Chancen zu kreieren. Die Eisbären waren in dieser Phase dem 6:3 näher als Köln dem 4:5.
Erst in der Schlussphase investierten die Domstädter nochmal alles, um hier das Unmögliche noch möglich zu machen. Man setzte die Eisbären stark unter Druck und kam auch zu guten Chancen. Aber Jack LaFontaine wurde zum Endgegner der Kölner und ließ sie reihenweise verzweifeln.
Als Juvonen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers sein Tor verließ, schlugen die Hausherren aber doch noch zu. Und natürlich war es erneut Marcel Noebels, der gegen seinen Ex-Verein traf – 4:5 (58.).
Auf einmal war hier nochmal Spannung in der Lanxess Arena. Und Moritz Müller hatte kurz darauf die dicke Chance zum 5:5-Ausgleich, als er frei vorm Berliner Tor zum Abschluss kam, aber an LaFontaine nicht vorbei kam.
Kapitän Kai Wissmann nahm dann eine sehr ungünstige Strafzeit wegen Spielverzögerung, was Köln ein doppeltes Powerplay ermöglichte. Und das für satte 91 Sekunden. Diese Chance ließ sich Köln natürlich nicht nehmen und glich durch Patrick Russell tatsächlich noch aus – 5:5 (59.).
Dieser Schlussspurt der Haie sorgte für eine Verlängerung, die man bis zur 58. Spielminute nicht mehr für möglich gehalten hatte. Aber die Haie machten enormen Druck, von dem sich die Eisbären nicht mehr befreien konnten. Und da man zuvor die Entscheidung nicht erzwingen konnte, musste man sich vorerst mit einem Punkt begnügen.

In der Overtime bekam man dann aber die Chance zum Sieg auf dem Silbertablett serviert, da man ein Powerplay bekam. Und zweimal hatte man in dieser Partie ja schon mit einem Mann mehr getroffen, weshalb Trainer Éric Dubois die Auszeit nahm und Dan Lambert den Spielern letzte Anweisungen mit auf den Weg gab. Doch diese halfen nicht, denn die Haie überstanden diese Unterzahl ohne Gegentor. Da kein Treffer in den fünf Minuten fiel, kam es zum Penaltyschießen.

Erzielte im ersten DEL-Spiel direkt den Gamewinner im Penaltyschießen: Jean-Luc Foudy (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Auch in diesem kam es zur Verlängerung. Denn die ersten drei Schützen auf jeder Seite vergaben ihren Penalty jeweils. Erst der sechste Schütze auf Seiten der Eisbären sorgte für die Entscheidung. Und es war am Ende tatsächlich Neuzugang Jean-Luc Foudy, der als einziger Schütze seinen Penalty verwandelte. Somit sicherte er seiner neuen Mannschaft hier den wichtigen Zusatzpunkt.

3:4-Niederlage in Mannheim: Eisbären verspielen frühe 2:0-Führung und kassieren die erste Saisonniederlage

Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim knapp mit 3:4 (2:2, 0:1,1:1) verloren. Trotz eines Traumstarts und einer 2:0-Führung nach 120 Sekunden, verlor man am Ende beim Erzrivalen. Am Ende waren es zu viele einfache Fehler im Spiel, ein schwaches Powerplay im Vergleich zur CHL und zu ungenaue Abschlüsse in der Offensive.

Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Kapitän Kai Wissmann und Stürmer Freddy Tiffels zurückgreifen. Wissmann rückte direkt wieder an die Seite von Jonas Müller. Adam Smith rückte dafür an die Seite von Brandon Davidson. Mitch Reinke war als siebter Verteidiger dabei, Moritz Kretzschmar rotierte aus dem Kader raus.
Tiffels rückte direkt in die erste Reihe zu Liam Kirk und Ty Ronning. Gabriel Fontaine rotierte aus der Reihe raus und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Alles andere blieb unverändert.
Im Tor stand erneut Jack LaFontaine, Jonas Neffin saß als Back-up auf der Bank.

Es war das erste Aufeinandertreffen seit der Finalserie 2026, in der sich die Eisbären mit 4:1-Siegen durchgesetzt hatten. Im Vergleich zur Hauptrunde hatten die Berliner im Finale alle drei Auswärtsspiele gewonnen. In der Hauptrunde setzte es zwei derbe Niederlagen (1:7/5:8.) Welche Eisbären bekam man heute zu sehen: die aus den Playoffs oder die aus der Hauptrunde?

Jonas Müller eröffnete den DEL-Klassiker mit dem 1:0 nach 56 Sekunden. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Nach 120 Sekunden führen die Eisbären bereits mit 2:0 im Ufo

Furioser Start in der SAP Arena: Jonas Müller verwertete einen Zuckerpass von Ty Ronning und schoss die Scheibe ins leere Mannheimer Tor – 1:0 (1.). Ganze 56 Sekunden war die Partie gerade einmal alt gewesen.
Und es kam noch besser: 120 Sekunden waren gespielt, da traf Ty Ronning zum 2:0 (2.). Zweimal hatten die Hauptstädter auf ihren ehemaligen Goalie Jake Hildebrand geschossen, zweimal schlug es hinter ihm ein. Das hatte sich der Ex-Berliner sicherlich komplett anders vorgestellt.
Wie reagierten die Hausherren? Die schlugen nur 63 Sekunden später zurück und verkürzten durch Anthony Greco auf 1:2 (4.).
Aber nochmal zurück zu den Eisbären und dem Duo Infernale: Liam Kirk und Ty Ronning hatten schon wieder jeweils zwei Scorerpunkte eingefahren. Der britische Nationalstürmer Liam Kirk stockte sein Punktekonto damit auf bereits vier Punkte auf, Ronning auf fünf. Was für überragende Zahlen dieser beiden Ausnahmestürmer.
Danach hatten beide Mannschaften jeweils ein Powerplay. Während die Eisbären ihres nicht nutzen konnten, schlugen die Kurpfälzer zurück. Und wie sollte es in Überzahl auch anders sein: Matthias Plachta bekam die Scheibe am rechten Bullykreis und sein Onetimer schlug in der kurzen Ecke ein – 2:2 (10.).
Danach kehrte erst einmal Ruhe ein in den DEL-Klassiker nach dieser turbulenten Anfangsphase zwischen den beiden Erzrivalen. Bis zum Drittelende passierte nicht mehr fiel und so stand es 2:2 nach 20 Minuten.

Tom Kühnhackl brachte die Adler erstmals an diesem Nachmittag in Führung. (Archivfoto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)

Mannheim dreht das Spiel gegen Berlin

Auch das zweite Drittel begann rasant. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen dann schnell zu guten Abschlüssen. Doch sowohl Jake Hildebrand als auch Jack LaFontaine ließen zunächst keine weiteren Scheiben durch.
Bis zur 26. Spielminute, da spielte Max Calce einen sensationellen No-Look-Pass auf Tom Kühnhackl, der frei vor LaFontaine auftauchte und diesen eiskalt verlud – 2:3. Die Adler hatten also die Partie komplett gedreht.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben, Mannheim hatte aber leichte Vorteile. In der Schlussphase durften die Berliner nochmal in Überzahl ran, doch das funktionierte bis hierhin überhaupt nicht. Mannheim war in Unterzahl sogar gefährlicher als die Eisbären. Und auch die letzte dicke Chance gehörte den Hausherren. Luke Esposito tauchte frei vor LaFontaine auf, doch der neue Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand. So nahmen die Hauptstädter einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Manuel Wiederer traf erneut. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Schütz kontert Wiederer und entscheidet das Spiel

Auch im Schlussdrittel schenkten sich beide Mannschaften nichts. Keiner will dieses Prestige-Duell verlieren, dementsprechend engagiert spielten beide Teams hier. Mannheim bekam dann die Chance zur Vorentscheidung, als sie erneut in Überzahl ran durften. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Eric Hördler setzte stark nach und erkämpfte die Scheibe, Korbinian Geibel brachte die Scheibe aufs Tor, wo Manuel Wiederer entscheidend abfälschte und seinen ehemaligen Kollegen Hildebrand düpierte – 3:3 (49.).
Aber die Reaktion der Adler ließ nicht lange auf sich warten. Kaum waren die Eisbären wieder komplett, brachte Justin Schütz Mannheim per Abstauber wieder in Führung – 3:4 nur 69 Sekunden später (50.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, eine Antwort auf den Rückstand zu geben. Dafür hatte man auch ein Powerplay kurz danach, aber dieses wurde überhaupt nicht gefährlich. Auch in der Folge konnte man sich nicht mehr entscheidend festsetzen und verlor somit erneut ein Auswärtsspiel in der Hauptrunde in Mannheim. Aus diesem Spiel wird man definitiv lernen und es im nächsten Spiel besser machen.

4:2 vs. Straubing: Die Eisbären starten mit einem Heimsieg in die Ära nach Serge Aubin

WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #3:

Der Titelverteidiger eröffnet die neue DEL-Saison mit einem Heimsieg. Gegen die Straubing Tigers setzten sich die Eisbären Berlin knapp mit 4:2 (1:0,2:0,1:2) durch, mussten am Ende aber nochmal um die ersten drei Punkte der neuen Saison zittern. Vermeintlich souverän führte man bis rund neun Minuten vor Spielende mit 3:0, ehe Straubing daraus nochmal eine richtig enge Kiste machte. Doch Eric Mik erstickte sämtliche Straubinger Hoffnung auf etwas Zählbares im Keim.

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten (saß noch eine Sperre aus der letzten Saison ab), weshalb Eric Mik an die Seite von Korbinian Geibel rückte. Alles andere blieb in der Defensive unverändert.
In der Offensive änderte sich lediglich etwas in der vierten Reihe, weil Mik zurück in die Abwehr rotierte. So standen nur Manuel Wiederer und Rihards Griva in der vierten Reihe.
Im Tor vertraute Dubois Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Alles war angerichtet für den DEL-Saisonstart: Die Eisbären Berlin empfingen die Straubing Tigers zur Neuauflage der letztjährigen Viertelfinalserie. Während die Hauptstädter in den Playoffs der Angstgegner der Niederbayern sind, waren die Tigers in der vergangenen Saison in der Hauptrunde der Angstgegner der Eisbären. Drei der vier Duelle gingen an Straubing – darunter auch beide Spiele hier in der Arena am Ostbahnhof. Setzte sich diese Serie auch in der neuen Saison fort oder konnten die Hauptstädter direkt das erste Spiel gegen Straubing für sich entscheiden?

Vor Spielbeginn wurde es aber zunächst einmal noch emotional, denn die Meisterschaft 2026 wurde gebührend gefeiert. Neben einem Video wurde natürlich wie gewohnt das bereits zwölfte Meisterbanner unter das Dach der Arena gezogen.

Der erste Torjubel der neuen DEL-Saison. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer eröffnet die neue DEL-Saison

Der Spielbeginn passte zur Stimmung in der Arena, wo beide Fanlager gegen Donnerstagsspiele protestierten. Diese sind den Fanszenen seit Jahren ein Dorn im Auge, weshalb bis zum ersten Powerbreak auf Stimmung verzichtet wurde. Die Straubinger Fans verließen sogar fast komplett den Gästeblock. Erst nach rund fünf Minuten musste Jack LaFontaine erstmals rettend eingreifen. Bis dahin war es noch recht ereignislos gewesen.
Man merkte beiden Mannschaften die Sommerpause noch so ein wenig an. Der Rost war noch nicht komplett runter und das Spiel wirkte bis hierhin sehr zäh. Immerhin kam aber nun wieder so ein wenig Eishockey-Feeling auf, als die Hartmut Nickel Kurve mit ihrem Support begann.
Die erste richtig gute Chance für die Eisbären gab es nach rund zwölf Minuten zu bestaunen. Ein schöner langer Aufbaupass, eine Ablage und Liam Kirk mit dem Schuss, doch Jakub Skarek lenkte die Scheibe über das Straubinger Tor. Kurz darauf leitete erneut ein langer Pass die nächste Chance ein, als Ty Ronning frei zum Abschluss kam. Doch auch der Berliner Torjäger konnte den neuen Straubinger Goalie nicht überwinden.
Ansonsten bestimmten vor allem Zweikämpfe das erste Drittel. Beide Teams kämpften verbissen um jede Scheibe. Doch drei Minuten vor der ersten Drittelpause fand Manuel Wiederer die Lücke in der Defensive der Niederbayern und versenkte die Scheibe im langen Eck – 1:0 (17.).
Kurz darauf hätten die Hausherren in Überzahl beinahe das 2:0 nach gelegt, doch die Tigers retteten sich mit dem knappen 0:1-Rückstand in die erste Drittelpause.

Das neue Meisterbanner hängt unter der Arena am Ostbahnhof. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Liam Kirk und Ty Ronning mischen Straubing auf

Im zweiten Drittel ging es ganz schnell. Über Jonas Müller und Ty Ronning kam die Scheibe zu Liam Kirk und der ließ sich nicht zweimal bitten – 2:0 (22.). Der britische Nationalstürmer knipste also direkt im ersten Spiel und zeigte, dass der Tor-Knoten auch mal ganz früh in der Saison platzen kann.
Die Niederbayern waren aber auf der Suche nach einer Antwort und bekamen die dicke Chance in doppelter Überzahl. Ganze 40 Sekunden war die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft mit zwei Mann mehr auf dem Eis und hatte das 2:1 auf dem Schläger. Doch Jack LaFontaine kratzte die Scheibe mit dem Schläger in letzter Sekunde von der Linie. Was für ein Save, der ihm natürlich viel Applaus von den Rängen einbrachte.
Und Straubing durfte direkt danach nochmal für 41 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren. Schwierige Phase für den DEL-Rekordmeister, der aber mit allem verteidigte, was ihm zur Verfügung stand. Dazu wuchs Neuzugang Jack LaFontaine im Tor über sich hinaus und strahlte dabei eine unglaubliche Ruhe aus. Ohne Gegentor kamen die Eisbären aus diesem Unterzahlspiel raus – überragend!
Dafür nutzten die Hauptstädter ihre Chancen. Zwei-auf-eins-Konter von Liam Kirk und Ty Ronning, Letzterer erhöhte schlussendlich auf 3:0 (37.). Gegen diese beiden Top-Stürmer sieht jede DEL-Defensive alt aus, wenn sie Tempo aufnehmen. Mit dieser beruhigenden Führung ging es anschließend in die Kabinen.

Weiß auch in der neuen Saison wo das Tor steht: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing macht es am Ende nochmal spannend

Im Schlussdrittel waren die Eisbären zunächst nicht nur auf Verwalten des Ergebnisses aus, sondern spielten weiterhin offensiv nach vorne. Defensiv ließ man nach wie vor nur wenig von den Gästen zu. Wenn doch ein Schuss durch kam, konnte man sich auf Jack LaFontaine verlassen, der ein mehr als gelungenes DEL-Debüt feierte.
Dennoch wurde es nichts mit einem Shutout, da Adrian Klein sich zu einfach vor das Tor spielen konnte und zum 3:1 verkürzte (51.). Wurde es hier nun also doch nochmal spannend? Die Chance für die Tigers war jedenfalls da, als man in der Schlussphase für etwas mehr als eine Minute ein Powerplay hatte. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor.
Dennoch musste man hier tatsächlich nochmal zittern. 3:48 Minuten vor dem Ende des Spiels gelang den Niederbayern das 3:2 durch Stefan Loibl (57.). Für ihre Passivität in dieser Phase wurden die Eisbären eiskalt bestraft.
Doch 68 Sekunden vor dem Ende des Spiels nutzte Eric Mik das leere Straubinger Tor zur Entscheidung aus – 4:2 (59.). Damit feierten die Berliner ein am Ende verdienten Heimsieg gegen die Tigers, der nur am Ende nochmal kurz ins Wanken geriet.