4:2 vs. Straubing: Die Eisbären starten mit einem Heimsieg in die Ära nach Serge Aubin

WalkersBaerenNews 2026/2027Ausgabe – #3:

Der Titelverteidiger eröffnet die neue DEL-Saison mit einem Heimsieg. Gegen die Straubing Tigers setzten sich die Eisbären Berlin knapp mit 4:2 (1:0,2:0,1:2) durch, mussten am Ende aber nochmal um die ersten drei Punkte der neuen Saison zittern. Vermeintlich souverän führte man bis rund neun Minuten vor Spielende mit 3:0, ehe Straubing daraus nochmal eine richtig enge Kiste machte. Doch Eric Mik erstickte sämtliche Straubinger Hoffnung auf etwas Zählbares im Keim.

Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Kapitän Kai Wissmann verzichten (saß noch eine Sperre aus der letzten Saison ab), weshalb Eric Mik an die Seite von Korbinian Geibel rückte. Alles andere blieb in der Defensive unverändert.
In der Offensive änderte sich lediglich etwas in der vierten Reihe, weil Mik zurück in die Abwehr rotierte. So standen nur Manuel Wiederer und Rihards Griva in der vierten Reihe.
Im Tor vertraute Dubois Jack LaFontaine, während Jonas Neffin als Back-up auf der Bank Platz nahm.

Alles war angerichtet für den DEL-Saisonstart: Die Eisbären Berlin empfingen die Straubing Tigers zur Neuauflage der letztjährigen Viertelfinalserie. Während die Hauptstädter in den Playoffs der Angstgegner der Niederbayern sind, waren die Tigers in der vergangenen Saison in der Hauptrunde der Angstgegner der Eisbären. Drei der vier Duelle gingen an Straubing – darunter auch beide Spiele hier in der Arena am Ostbahnhof. Setzte sich diese Serie auch in der neuen Saison fort oder konnten die Hauptstädter direkt das erste Spiel gegen Straubing für sich entscheiden?

Vor Spielbeginn wurde es aber zunächst einmal noch emotional, denn die Meisterschaft 2026 wurde gebührend gefeiert. Neben einem Video wurde natürlich wie gewohnt das bereits zwölfte Meisterbanner unter das Dach der Arena gezogen.

Der erste Torjubel der neuen DEL-Saison. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Manuel Wiederer eröffnet die neue DEL-Saison

Der Spielbeginn passte zur Stimmung in der Arena, wo beide Fanlager gegen Donnerstagsspiele protestierten. Diese sind den Fanszenen seit Jahren ein Dorn im Auge, weshalb bis zum ersten Powerbreak auf Stimmung verzichtet wurde. Die Straubinger Fans verließen sogar fast komplett den Gästeblock. Erst nach rund fünf Minuten musste Jack LaFontaine erstmals rettend eingreifen. Bis dahin war es noch recht ereignislos gewesen.
Man merkte beiden Mannschaften die Sommerpause noch so ein wenig an. Der Rost war noch nicht komplett runter und das Spiel wirkte bis hierhin sehr zäh. Immerhin kam aber nun wieder so ein wenig Eishockey-Feeling auf, als die Hartmut Nickel Kurve mit ihrem Support begann.
Die erste richtig gute Chance für die Eisbären gab es nach rund zwölf Minuten zu bestaunen. Ein schöner langer Aufbaupass, eine Ablage und Liam Kirk mit dem Schuss, doch Jakub Skarek lenkte die Scheibe über das Straubinger Tor. Kurz darauf leitete erneut ein langer Pass die nächste Chance ein, als Ty Ronning frei zum Abschluss kam. Doch auch der Berliner Torjäger konnte den neuen Straubinger Goalie nicht überwinden.
Ansonsten bestimmten vor allem Zweikämpfe das erste Drittel. Beide Teams kämpften verbissen um jede Scheibe. Doch drei Minuten vor der ersten Drittelpause fand Manuel Wiederer die Lücke in der Defensive der Niederbayern und versenkte die Scheibe im langen Eck – 1:0 (17.).
Kurz darauf hätten die Hausherren in Überzahl beinahe das 2:0 nach gelegt, doch die Tigers retteten sich mit dem knappen 0:1-Rückstand in die erste Drittelpause.

Das neue Meisterbanner hängt unter der Arena am Ostbahnhof. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Liam Kirk und Ty Ronning mischen Straubing auf

Im zweiten Drittel ging es ganz schnell. Über Jonas Müller und Ty Ronning kam die Scheibe zu Liam Kirk und der ließ sich nicht zweimal bitten – 2:0 (22.). Der britische Nationalstürmer knipste also direkt im ersten Spiel und zeigte, dass der Tor-Knoten auch mal ganz früh in der Saison platzen kann.
Die Niederbayern waren aber auf der Suche nach einer Antwort und bekamen die dicke Chance in doppelter Überzahl. Ganze 40 Sekunden war die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft mit zwei Mann mehr auf dem Eis und hatte das 2:1 auf dem Schläger. Doch Jack LaFontaine kratzte die Scheibe mit dem Schläger in letzter Sekunde von der Linie. Was für ein Save, der ihm natürlich viel Applaus von den Rängen einbrachte.
Und Straubing durfte direkt danach nochmal für 41 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren. Schwierige Phase für den DEL-Rekordmeister, der aber mit allem verteidigte, was ihm zur Verfügung stand. Dazu wuchs Neuzugang Jack LaFontaine im Tor über sich hinaus und strahlte dabei eine unglaubliche Ruhe aus. Ohne Gegentor kamen die Eisbären aus diesem Unterzahlspiel raus – überragend!
Dafür nutzten die Hauptstädter ihre Chancen. Zwei-auf-eins-Konter von Liam Kirk und Ty Ronning, Letzterer erhöhte schlussendlich auf 3:0 (37.). Gegen diese beiden Top-Stürmer sieht jede DEL-Defensive alt aus, wenn sie Tempo aufnehmen. Mit dieser beruhigenden Führung ging es anschließend in die Kabinen.

Weiß auch in der neuen Saison wo das Tor steht: Ty Ronning (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Straubing macht es am Ende nochmal spannend

Im Schlussdrittel waren die Eisbären zunächst nicht nur auf Verwalten des Ergebnisses aus, sondern spielten weiterhin offensiv nach vorne. Defensiv ließ man nach wie vor nur wenig von den Gästen zu. Wenn doch ein Schuss durch kam, konnte man sich auf Jack LaFontaine verlassen, der ein mehr als gelungenes DEL-Debüt feierte.
Dennoch wurde es nichts mit einem Shutout, da Adrian Klein sich zu einfach vor das Tor spielen konnte und zum 3:1 verkürzte (51.). Wurde es hier nun also doch nochmal spannend? Die Chance für die Tigers war jedenfalls da, als man in der Schlussphase für etwas mehr als eine Minute ein Powerplay hatte. Aber die Berliner überstanden auch diese Unterzahl ohne Gegentor.
Dennoch musste man hier tatsächlich nochmal zittern. 3:48 Minuten vor dem Ende des Spiels gelang den Niederbayern das 3:2 durch Stefan Loibl (57.). Für ihre Passivität in dieser Phase wurden die Eisbären eiskalt bestraft.
Doch 68 Sekunden vor dem Ende des Spiels nutzte Eric Mik das leere Straubinger Tor zur Entscheidung aus – 4:2 (59.). Damit feierten die Berliner ein am Ende verdienten Heimsieg gegen die Tigers, der nur am Ende nochmal kurz ins Wanken geriet.