
Die Eisbären Berlin sind nicht zu stoppen: Bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven setzten sich die Berliner mit 3:0 durch, feierten damit den sechsten Sieg in Serie und bauten zugleich die Tabellenführung aus. Jonas Neffin feierte seinen vierten Shutout im fünften Saisonspiel. Dagegen endeten die Punkte-Streaks von Ty Ronning und Liam Kirk, was man aber angesichts der aktuellen Erfolgsserie verschmerzen kann. Und zugleich ist es auch schön zu sehen, dass die Eisbären Spiele gewinnen können, in denen die beiden Top-Stars nicht punkten.
Eisbären-Trainer Éric Dubois musste heute auf Gabriel Fontaine (leicht angeschlagen), Leo Pföderl (schaut man von Tag zu Tag) und Mitch Reinke (Geburt des Kindes steht kurz bevor) verzichten. Das führte zu Änderungen am Line-up: So verteidigte Korbinian Geibel an der Seite von Eric Mik und ersetzte damit Reinke. In der Offensive rückte Tobias Krestan in die Reihe zu Yannick Veilleux und Markus Vikingstad. Dessen Platz in der nominell vierten Reihe nahm Eric Hördler ein und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Im Tor stand erneut Jonas Neffin.
Für die Eisbären ging es heute zum Angstgegner, hatte man doch die letzten sieben Duelle gegen Bremerhaven verloren. Doch die Vorzeichen sahen heute ganz anders aus, denn die Berliner kamen als Tabellenführer zu den angeschlagenen Pinguins, welche noch nicht so richtig in Form sind und zudem arge Personalprobleme zu beklagen haben. Konnten die Eisbären das nutzen und den Negativlauf gegen Bremerhaven stoppen oder setzte es die achte Niederlage in Serie?

Tobias Krestan hatte im ersten Drittel zwei gute Chancen. (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Torlos im ersten Drittel
Es war eine muntere Anfangsphase in Bremerhaven, weil beide Teams offensiv ausgerichtet waren. Bei den Eisbären fiel vor allem Neuzugang Tobias Krestan auf, der Kristers Gudlevskis im Tor der Gastgeber zweimal in der Anfangsphase prüfte. Bremerhaven hatte seine erste Top-Chance nach dem Powerbreak, als Colt Conrad aus dem Slot heraus zum Abschluss kam. Jonas Neffin war aber zur Stelle und hielt sein Tor weiterhin sauber.
Insgesamt gesehen hatten die Hauptstädter hier mehr vom Spiel und waren auch die torgefährlichere Mannschaft, einzig das Tor fehlte dem Tabellenführer hier noch. Aber dennoch musste man hellwach sein, wenn Bremerhaven Angriffe Richtung Berliner Tor fuhr.
In der Schlussphase durften die Pinguins dann erstmals in Überzahl ran. Durchaus eine Spezial-Disziplin der Gastgeber in den letzten Jahren, nur in diesem Jahr klappte das bisher noch nicht so gut. Conrad hätte daran etwas ändern können, fand jedoch erneut seinen Meister in Jonas Neffin. So blieb es beim 0:0 nach den ersten 20 Minuten.

Traf bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende: Andreas Eder (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Innerhalb von 48 Sekunden erzielen die Eisbären zwei Tore
Auch im zweiten Drittel bot sich den Pinguins die Chance, in Überzahl zu agieren. Und für 34 Sekunden hatte man sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Aber die Eisbären verteidigten das sehr gut und überstanden diese brenzlige Situation ohne Gegentor.
Kaum wieder komplett, sorgte die Top-Reihe für Gefahr vor Gudlevskis. Ty Ronning scheiterte aber am Bremerhavener Goalie. Wenig später klingelte es aber im Tor der Hausherren. Tiffels behauptete ganz stark die Scheibe, passte sie auf Kapitän Kai Wissmann, welcher abzog. Jonas Müller fuhr in Stürmermanier durch den Slot und fälschte entscheidend ab – 1:0 (31.). Nur 48 Sekunden später erhöhte Andreas Eder auf 2:0. Sein Onetimer schlug im langen Eck ein – 2:0 (32.). Diese Effizienz der Eisbären ist einfach unglaublich. Das hier heute die beste Schusseffizienz auf die schlechteste der Liga traf, hatte sich hiermit mehr als bestätigt.
Drei Minuten vor der zweiten Drittelpause schnupperten die Hausherren am Anschlusstreffer, doch der Pfosten rettete für Neffin und die Eisbären. So nahm der DEL-Rekordmeister eine verdiente 2:0-Führung mit in die Kabine.

Feierte seinen vierten Shutout im fünften Saisonspiel: Jonas Neffin (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)
Neffin erneut nicht zu bezwingen
Kurz nach Wiederbeginn rettete erneut das Gestänge für den Berliner Goalie. Es war zum Verzweifeln für die Hausherren hier, die so weiter dem 0:2 hinterherlaufen mussten. Dass es kein 0:3 war, hatte man Kristers Gudlevskis zu verdanken, der kurz darauf einen Alleingang von Jean-Luc Foudy parierte. Und direkt danach war es die Latte, welche auf der anderen Seite für Neffin rettete. Was für ein Beginn ins Schlussdrittel in Bremerhaven. Und die Hausherren hatten dann das nächste Powerplay, aber erneut konnten sie dieses nicht nutzen.
Die Mannschaft von Trainer Alexander Sulzer blieb danach weiterhin am Drücker und wollte den Anschlusstreffer erzielen, aber sie fanden einfach keinen Weg vorbei an Jonas Neffin im Berliner Tor. Die Eisbären hingegen lauerten vermehrt nur auf Konter, um das Spiel hier endgültig zu entscheiden. Das tat dann Manuel Wiederer, als Bremerhaven seinen Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers gezogen hatte – 3:0 (58.). Dabei blieb es bis zum Ende. Die Eisbären feierten einen souveränen 3:0-Auswärtssieg in Bremerhaven, holten damit den sechsten Sieg in Serie und beendeten die Niederlagenserie gegen die Pinguins. Damit machten die Berliner das perfekte Wochenende klar: Zwei Spiele, zwei Siege, 8:0-Tore, zwei Shutouts für Jonas Neffin. Was für ein Saisonstart!
