WalkersBaerenNews 2026/2027 – Ausgabe – #9:

Siegesserie gerissen: Nach sechs Siegen in der PENNY DEL in Folge haben die Eisbären Berlin mal wieder verloren. Gegen Red Bull München verlor man am Ende mit 3:4 (2:1,0:1,1:2). Die Eisbären leisteten sich heute zu viele Fehler, wirkten fahrig im Spielaufbau und ließen zu viele Alleingänge zu. Nach vorne wirkte es ab dem zweiten Drittel ideenlos, weshalb es am Ende eine verdiente Niederlage war, aus der man seine Lehren ziehen wird.
Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf seine beiden Verteidiger Brandon Davidson und Mitch Reinke zurückgreifen. Während Davidson an die Seite von Adam Smith ging, stand Reinke als frisch gebackener Papa als siebter Verteidiger im Line-up. Im Tor stand natürlich Jonas Neffin. Gregor Stocker und Moritz Kretzschmar rotierten aus dem Kader wieder raus. Alles andere blieb im Vergleich zum Spiel gegen Klagenfurt am Mittwochabend unverändert.
Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären traten mit dem Selbstvertrauen von acht Pflichtspielsiegen in Serie an. Dazu kassierte man in den letzten fünf DEL-Spielen nur einen Gegentreffer. Damit war man natürlich Tabellenführer und traf auf die Mannschaft vom Oberwiesenfeld, welche bisher noch nicht zufrieden sein kann mit dem Saisonstart. Konnte München die Siegesserie der Eisbären durchbrechen oder setzte sich der Eisbären-Express auch gegen München durch?

Bereits in der vierten Spielminute gingen die Eisbären durch Ty Ronning in Führung. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)
Das „Duo Infernale“ liefert weiter
Munterer Beginn in dieses Spitzenspiel. Beide Mannschaften hatten keine Lust auf langes Abtasten und spielten direkt offensiv nach vorne und sorgten so früh für die ersten brenzligen Situationen vor dem gegnerischen Tor. Und so verwunderte es auch nicht, dass das „Duo Infernale“ direkt für das 1:0 sorgte. Liam Kirk vor das Tor auf Ty Ronning und der sorgte für die frühe Berliner Führung (4.). Diese hielt aber nur ganze 13 Sekunden, denn Ryan Murphy glich blitzschnell zum 1:1 aus (4.).
So frühe Gegentore oder generell Gegentore war man in Berlin in der letzten Zeit ja nicht wirklich gewohnt. Von daher war nun die Frage, wie die Hauptstädter mit der schnellen Münchner Antwort umgehen würden. Beinahe mit dem erneuten Führungstreffer in Überzahl, aber sowohl Leo Pföderl als auch Andreas Eder scheiterten mit ihren Onetimern am Ex-Eisbären Mathias Niederberger im Tor der Gäste.
Nach nicht einmal elf Minuten war die Partie für Stürmer Freddy Tiffels beendet, nachdem er für einen Stockcheck eine Spieldauerdisziplinarstrafe bekommen hatte. Aber die Eisbären überzeugten einmal mehr mit einem überragenden Penalty Killing. Und nach etwas mehr als drei Minuten war die Unterzahl auch vorbei, weil München eine Strafzeit kassierte. Die Leistung der Eisbären in Unterzahl wurde mit tosendem Applaus von den Rängen gewürdigt.
Noch lauter wurde es bei noch verbleibenden 2:22 Minuten auf der Uhr in der Uber Arena, denn dort brachte Liam Kirk die Eisbären wieder in Führung – 2:1 (18.). Was wären die Eisbären nur ohne ihr „Duo Infernale“? Wahnsinn, diese zwei Ausnahmestürmer. Dank denen führten die Berliner knapp mit 2:1 nach dem ersten Drittel.

Kein Vorbeikommen an Mathias Niederberger. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)
Blitzschneller Ausgleich von München
18 Sekunden war das Mitteldrittel alt, da glichen die Gäste durch Taro Hirose zum 2:2 aus (21.). Ein ungewohntes Bild für die Eisbären – zwei Gegentore in einem Spiel. Direkt gab es „Neffin, Neffin“-Rufe aus der Fankurve, um den Berliner Goalie wieder aufzumuntern.
Neffin war aber kurze Zeit später wieder hellwach, als Yasin Ehliz relativ frei von rechts außen zum Abschluss kam. Da kam die Stockhand blitzschnell raus.
Danach war es weiterhin ein hart umkämpftes Spiel mit Playoff-Charakter. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, was man an den Zweikämpfen sah. München jubelte dann zwischenzeitlich über das vermeintliche 3:2, welches aber aufgrund einer Kick-Bewegung aberkannt wurde.
Im weiteren Verlauf des zweiten Drittels hatten beide Mannschaften ihre Chancen auf weitere Tore, doch sowohl Jonas Neffin als auch Mathias Niederberger ließen keine weiteren Scheiben durch. Somit ging es beim Stand von 2:2 in die zweite Drittelpause.

Es war ein äußerst nickliges Spiel zwischen den Eisbären und München. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)
München zieht den Eisbären den Zahn
Im Schlussdrittel merkte man beiden Mannschaften an, dass sie hier nicht den wohlmöglich entscheidenden Fehler machen wollten. Dementsprechend vorsichtig agierten beide Teams.
München bekam dann die Chance in Überzahl in Führung zu gehen, nach einer Bankstrafe gegen die Eisbären. Und das nutzten die Gäste auch eiskalt aus. Elis Hede sorgte für die erstmalige Münchner Führung an diesem Abend – 2:3 (49.).
Nun waren die Eisbären gefordert, einen Weg zu finden, dieses Spiel noch in die Verlängerung zu retten oder aber noch in regulärer Spielzeit zu gewinnen. Die Chance zum Ausgleich bot sich nach dem Powerbreak, als Mathias Niederberger eine Strafzeit kassierte und den Eisbären ein Powerplay ermöglichte. Doch man spielte es zu kompliziert mit einem Mann mehr und konnte das Überzahlspiel nicht nutzen.
Den Eisbären rannte nun die Zeit davon und es mangelte zudem an Ideen, wie man hier zum Ausgleich kommen wollte. So hatte Münchens Defensive keine großen Probleme, die Führung zu verteidigen. Und in der Schlussphase bauten die Gäste diese auch noch aus. Yasin Ehliz mit dem Konter zum 4:2. Das 3:4 durch Liam Kirk kam am Ende leider zu spät. Damit endete nicht nur die Siegesserie der Eisbären sondern auch die Shutout-Serie von Jonas Neffin.
