
Die Eisbären Berlin haben den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim knapp mit 3:4 (2:2, 0:1,1:1) verloren. Trotz eines Traumstarts und einer 2:0-Führung nach 120 Sekunden, verlor man am Ende beim Erzrivalen. Am Ende waren es zu viele einfache Fehler im Spiel, ein schwaches Powerplay im Vergleich zur CHL und zu ungenaue Abschlüsse in der Offensive.
Eisbären-Trainer Éric Dubois konnte heute wieder auf Kapitän Kai Wissmann und Stürmer Freddy Tiffels zurückgreifen. Wissmann rückte direkt wieder an die Seite von Jonas Müller. Adam Smith rückte dafür an die Seite von Brandon Davidson. Mitch Reinke war als siebter Verteidiger dabei, Moritz Kretzschmar rotierte aus dem Kader raus.
Tiffels rückte direkt in die erste Reihe zu Liam Kirk und Ty Ronning. Gabriel Fontaine rotierte aus der Reihe raus und stürmte zusammen mit Manuel Wiederer und Rihards Griva. Alles andere blieb unverändert.
Im Tor stand erneut Jack LaFontaine, Jonas Neffin saß als Back-up auf der Bank.
Es war das erste Aufeinandertreffen seit der Finalserie 2026, in der sich die Eisbären mit 4:1-Siegen durchgesetzt hatten. Im Vergleich zur Hauptrunde hatten die Berliner im Finale alle drei Auswärtsspiele gewonnen. In der Hauptrunde setzte es zwei derbe Niederlagen (1:7/5:8.) Welche Eisbären bekam man heute zu sehen: die aus den Playoffs oder die aus der Hauptrunde?

Jonas Müller eröffnete den DEL-Klassiker mit dem 1:0 nach 56 Sekunden. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Nach 120 Sekunden führen die Eisbären bereits mit 2:0 im Ufo
Furioser Start in der SAP Arena: Jonas Müller verwertete einen Zuckerpass von Ty Ronning und schoss die Scheibe ins leere Mannheimer Tor – 1:0 (1.). Ganze 56 Sekunden war die Partie gerade einmal alt gewesen.
Und es kam noch besser: 120 Sekunden waren gespielt, da traf Ty Ronning zum 2:0 (2.). Zweimal hatten die Hauptstädter auf ihren ehemaligen Goalie Jake Hildebrand geschossen, zweimal schlug es hinter ihm ein. Das hatte sich der Ex-Berliner sicherlich komplett anders vorgestellt.
Wie reagierten die Hausherren? Die schlugen nur 63 Sekunden später zurück und verkürzten durch Anthony Greco auf 1:2 (4.).
Aber nochmal zurück zu den Eisbären und dem Duo Infernale: Liam Kirk und Ty Ronning hatten schon wieder jeweils zwei Scorerpunkte eingefahren. Der britische Nationalstürmer Liam Kirk stockte sein Punktekonto damit auf bereits vier Punkte auf, Ronning auf fünf. Was für überragende Zahlen dieser beiden Ausnahmestürmer.
Danach hatten beide Mannschaften jeweils ein Powerplay. Während die Eisbären ihres nicht nutzen konnten, schlugen die Kurpfälzer zurück. Und wie sollte es in Überzahl auch anders sein: Matthias Plachta bekam die Scheibe am rechten Bullykreis und sein Onetimer schlug in der kurzen Ecke ein – 2:2 (10.).
Danach kehrte erst einmal Ruhe ein in den DEL-Klassiker nach dieser turbulenten Anfangsphase zwischen den beiden Erzrivalen. Bis zum Drittelende passierte nicht mehr fiel und so stand es 2:2 nach 20 Minuten.

Tom Kühnhackl brachte die Adler erstmals an diesem Nachmittag in Führung. (Archivfoto von Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur)
Mannheim dreht das Spiel gegen Berlin
Auch das zweite Drittel begann rasant. Beide Teams überbrückten schnell die neutrale Zone und kamen dann schnell zu guten Abschlüssen. Doch sowohl Jake Hildebrand als auch Jack LaFontaine ließen zunächst keine weiteren Scheiben durch.
Bis zur 26. Spielminute, da spielte Max Calce einen sensationellen No-Look-Pass auf Tom Kühnhackl, der frei vor LaFontaine auftauchte und diesen eiskalt verlud – 2:3. Die Adler hatten also die Partie komplett gedreht.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben, Mannheim hatte aber leichte Vorteile. In der Schlussphase durften die Berliner nochmal in Überzahl ran, doch das funktionierte bis hierhin überhaupt nicht. Mannheim war in Unterzahl sogar gefährlicher als die Eisbären. Und auch die letzte dicke Chance gehörte den Hausherren. Luke Esposito tauchte frei vor LaFontaine auf, doch der neue Berliner Goalie behielt in diesem Duell die Oberhand. So nahmen die Hauptstädter einen knappen 2:3-Rückstand mit in die zweite Drittelpause.

Manuel Wiederer traf erneut. (Archivfoto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Schütz kontert Wiederer und entscheidet das Spiel
Auch im Schlussdrittel schenkten sich beide Mannschaften nichts. Keiner will dieses Prestige-Duell verlieren, dementsprechend engagiert spielten beide Teams hier. Mannheim bekam dann die Chance zur Vorentscheidung, als sie erneut in Überzahl ran durften. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Eric Hördler setzte stark nach und erkämpfte die Scheibe, Korbinian Geibel brachte die Scheibe aufs Tor, wo Manuel Wiederer entscheidend abfälschte und seinen ehemaligen Kollegen Hildebrand düpierte – 3:3 (49.).
Aber die Reaktion der Adler ließ nicht lange auf sich warten. Kaum waren die Eisbären wieder komplett, brachte Justin Schütz Mannheim per Abstauber wieder in Führung – 3:4 nur 69 Sekunden später (50.).
Nun waren die Berliner wieder gefordert, eine Antwort auf den Rückstand zu geben. Dafür hatte man auch ein Powerplay kurz danach, aber dieses wurde überhaupt nicht gefährlich. Auch in der Folge konnte man sich nicht mehr entscheidend festsetzen und verlor somit erneut ein Auswärtsspiel in der Hauptrunde in Mannheim. Aus diesem Spiel wird man definitiv lernen und es im nächsten Spiel besser machen.
