
Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 4:1 gewonnen und damit ihre Tabellenführung einmal mehr verteidigt. Die Wild Wings waren der erwartet unbequeme Gegner, schnupperten im zweiten Drittel durchaus am Ausgleich, am Ende erwiesen sich die Eisbären aber als die clevere und effektivere Mannschaft. Damit steht man nach zwölf Spieltagen bei unglaublichen zehn Siegen. Was für ein sensationeller Saisonstart.
Eisbären-Trainer Éric Dubois hatte nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Augsburg (2:1) Änderungen angekündigt und Wort gehalten. Während die Defensiv-Pärchen sowie die Veilleux-Vikingstad-Krestan-Reihe unverändert blieben, gab es drei neue Sturmreihen. Rückkehrer Gabriel Fontaine rückte in die erste Reihe zu Liam Kirk und Ty Ronning. Freddy Tiffels rotierte aus dieser Reihe raus und stürmte an der Seite von Jean-Luc Foudy und Andreas Eder. Leo Pföderl wurde in die vierte Reihe gesteckt und spielte dort zusammen mit Eric Hördler und Manuel Wiederer. Rihards Griva war als 13. Stürmer dabei.
Die Eisbären trafen heute auf die Wild Wings, welche sich nach schwachem Saisonstart inzwischen gefangen haben und drei Siege in Folge eingefahren haben. Dazu punktete man vier Spiele hintereinander. Einfach sollte es also im Schwarzwald nicht werden, konnten die Eisbären dennoch in der Helios Arena bestehen?

Ty Ronning sorgte für das frühe 1:0 in Schwenningen. (Foto von Mathias Renner / City-Press GmbH Bildagentur)
Ty Ronning eröffnet das Spiel
Die Eisbären legten jedenfalls einen Traumstart hin. Keine fünf Minuten waren gespielt, da unterlief den Hausherren ein Fehler im Spielaufbau, die Berliner fuhren den Drei-auf-eins-Konter, welchen Ty Ronning zum 1:0 ausnutzte (5.). Das war zugleich der 200. Scorerpunkt von Ronning im Eisbären-Trikot!
Auch danach waren die Eisbären am Drücker und überzeugten mit ihrem typischen Eisbären-Hockey. Wie einfach die Berliner da teilweise ins Drittel der Gastgeber kamen, war schon beeindruckend.
Schwenningen versteckte sich aber keinesfalls und versuchte Jack LaFontaine im Berliner Tor auch zu beschäftigen. Doch bisher stellten die Versuche den Goalie vor keine größeren Probleme.
In der Folge ließen beide Mannschaften ein Powerplay liegen, was aber auch daran lag, dass beide Defensivreihen wenig zu ließen. Damit nahmen die Eisbären ihre verdiente 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause.

Durfte erstmals seit dem dritten Spieltag wieder ins Tor: Jack LaFontaine (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)
Schwenningen verzweifelt an LaFontaine, Berlin eiskalt
Munterer Beginn ins zweite Drittel. Beide Teams waren direkt offensiv ausgerichtet und suchten sofort den Weg vor das gegnerische Tor. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dessen Folge Schwenningen das 1:1 erzielte. Der erste Schuss ging noch an den Pfosten, Gabriel Fontaine kratzte die Scheibe von der Linie weg, doch direkt auf die Kelle von Alexander Karachun, der ins leere Tor einschießen konnte. Jack LaFontaine war nach dem ersten Schuss noch aus der Position und konnte so den Gegentreffer nicht verhindern (26.).
Auch danach erspielten sich beide Teams richtig gute Möglichkeiten. Schwenningen nahm den Schwung vom Tor direkt mit, während die Eisbären sofort eine Antwort geben wollten. Und diese gaben sie Mitte des Spiels. Yannick Veilleux mit dem Rückhandschuss ins Glück – 2:1 (30.). Der vierte Scorerpunkt im dritten Spiel in Folge sowie sein zweites Saisontor von der Nummer 38. Beide Treffer erzielte Veilleux an diesem Wochenende.
In der Schlussphase investierten die Wild Wings nochmal richtig viel und nutzten dabei auch die überraschend große Unordnung in der Eisbären-Defensive aus. Die Berliner schwammen dort ein ums andere Mal und konnten sich mehrmals bei Jack LaFontaine bedanken, dass man hier noch die Führung inne hatte.
Diese baute man in der Schlussminute sogar noch aus. Liam Kirk mit dem Pass unter großer Bedrängnis auf Ty Ronning, der die Scheibe 41 Sekunden vor dem Ende nur noch ins Tor einschieben musste – 3:1 (40.). Das war zugleich auch der Pausenstand nach 40 Minuten.

Erzielte in Schwenningen sein erstes Saisontor: Leo Pföderl (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)
Leo Pföderl erzielt sein erstes Saisontor
Im Schlussdrittel war es dann endlich so weit: Leo Pföderl hat sein erstes Saisontor erzielt. Lange hatte es gedauert und viele Chancen wurden in der Zwischenzeit vergeben. Doch heute düpierte er Joacim Eriksson, der unglücklich beim Gegentreffer aussah – 4:1 (44.).
Dieser Treffer war ein Stimmungsdämpfer – für Schwenningen und deren Fans. Es fehlte der Glaube daran, dass man hier noch einen Drei-Tore-Rückstand aufholen würde. Schließlich traf man auf die beste Defensive der PENNY DEL. Selbst ein Powerplay konnten die Hausherren nicht für sich nutzen, weil die Ideen fehlten, wie man Berlin hier nochmal überwinden wollte.
So plätscherte das Spiel zu Ende und die Eisbären nahmen einen verdienten 4:1-Auswärtssieg mit in die Hauptstadt. Man hatte eine Reaktion auf das Heimspiel gegen Augsburg gezeigt, zu hundert Prozent gut war es aber erneut nicht.
