4:3 n.V.: Torjäger Sean Backman schießt die Eisbären zum Sieg in Krefeld

Die kleine Niederlagenserie der Eisbären Berlin ist beendet. Nach drei Niederlagen in Folge gewann der DEL-Rekordmeister sein Auswärtsspiel am Freitagabend bei den Krefeld Pinguinen vor 4.564 Zuschauern knapp mit 4:3 n.V. (2:0,0:2,1:1/1:0) und holte somit zwei wichtige Punkte im Kampf um Platz Eins in der Tabelle. Nach 20 Minuten sahen die Berliner schon wie der sichere Sieger aus, doch ab dem zweiten Drittel war es eine mehr als ausgeglichene Partie mit Krefeldern auf Augenhöhe, weshalb sich der KEV diesen einen Punkt auch mehr als verdient hat am Ende. 

Die Eisbären mit dem selben Kader wie am Dienstagabend gegen Nürnberg. Heißt, dass auch Petri Vehanen wieder das Tor der Berliner hütete.

Die Eisbären kamen hellwach aus der Kabine und waren von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Bereits nach 33 Sekunden gab es die erste Chance für Sean Backman, der mit seiner Direktabnahme jedoch an Dimitri Pätzold im Krefelder Tor scheiterte.
Die Berliner hatten die Partie voll im Griff, standen hinten sehr sicher und leitenden aus dieser kompakten Defensive ihre Angriffe ein. Und in der fünften Spielminute kam es so zu einer Dreifach-Chance für die Hauptstädter. Zunächst schoss Jens Baxmann über das Tor, danach Jamie MacQueen mit dem Zuspiel vor das Tor, wo Mark Olver lauerte, aber an Pätzold scheiterte. Auch den Nachschuss von MacQueen parierte der Pinguin-Goalie.
Die Eisbären machten hier fast alles richtig, standen hinten sehr gut und erspielten sich vorne bestmögliche Chancen. Einzig das Spielergebnis passte noch nicht zum Geschehen auf dem Eis.
Dann waren die Krefelder mal einmal gefährlich vorm Berliner Tor, als Martin Ness sein Schuss knapp am linken Pfosten vorbei rutschte.
Aber es war allen klar, dass der Aufwand der Berliner irgendwann belohnt werden musste. Micki DuPont zog vom rechten Bullykreis ab und überwand Pätzold erstmals an diesem Abend – 1:0 (10.). Für die Eisbären war es die erste Führung nach zuvor acht Spielen in Folge, in denen man mit 0:1 in Rückstand geraten war.
Aber direkt im Gegenzug die Chance zum Ausgleich für Krefeld. Nach einem Fehler im Spielaufbau der Eisbären kam Marcel Müller zu einer guten Schusschance, scheiterte jedoch an Vehanen.
Auf der Gegenseite Krefelds Joel Keussen mit dem Fehler hinter dem eigenen Tor. Sean Backman spielte die Scheibe vor das Tor, wo Nick Petersen lauerte, aber an Pätzold scheiterte. Die nächste Riesenchance, die die Eisbären liegen gelassen hatten.
Vier Minuten vor der ersten Drittelpause die erste Strafe der Partie für Krefeld. Und das Powerplay der Eisbären dauerte nur ganze neun Sekunden. Die Scheibe lief wie am Schnürchen, Jamie MacQueen schloss letztendlich vom rechten Bullykreis aus eine klasse Kombination erfolgreich ab – 2:0 (16.).
Kurz vor der ersten Pause Krefeld noch einmal gefährlich bei 4-gegen-4 auf dem Eis, aber Marcel Müllers Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei. Somit stand es nach 20 Minuten 2:0 für Berlin.
EHC-Kapitän André Rankel mit seinem Fazit zum Auftaktdrittel:

Eine Führung ist immer gut, denn sie gibt dir Selbstvertrauen. Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, wir haben wenig zugelassen.

Im Mitteldrittel Krefeld zunächst noch mit 1:52 Minuten in Überzahl. Nach einer weiteren Strafe sogar für 1:21 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Und da klingelte es im Berliner Tor. Dragan Umicevic mit dem Querpass auf Justin Feser an den langen Pfosten und der netzte zum 1:2 ein (22.).
Es ging mit einer einfachen Überzahl für den KEV weiter, nach einem Puckverlust von Markus Nordlund hatte jedoch André Rankel die Chance zum 3:1, aber Pätzold war zur Stelle.
Kurz vor Ablauf der Strafe noch einmal Umicevic, doch sein Schuss knallte an den Pfosten. Glück für die Eisbären.
Krefeld war nun deutlich besser drin im Spiel, hatte auch immer wieder gute Torschüsse zu verzeichnen. Die Eisbären kamen in den ersten fünf Minuten kaum vor das Krefelder Tor. Erst in der 26. Spielminute näherten sich die Berliner dem Pinguin-Tor an. Jamie MacQueen mit zwei guten Chancen, die er jedoch nicht verwerten konnte.
Vier Minuten später die nächsten beiden guten Chancen für die Eisbären. André Rankel scheiterte aber per Direktabnahme an Pätzold, Mark Olver schoss knapp drüber.
Danach ging es rauf und runter, ohne dabei jedoch sich zwingende Torchancen zu erspielen. Die sollte es erst wieder in den letzten beiden Minuten geben, als Krefeld ein Überzahlspiel hatte. Zunächst ein Break der Eisbären, aber Blake Parlett schoss knapp am Tor vorbei. Dann schoss Adrian Grygiel für den KEV knapp über das Tor. Und dann folgte der große Auftritt des Markus Nordlund, der aus dem eigenen Drittel startete, die Eisbären-Spieler scheinbar mühelos überlaufen konnte, Petri Vehanen letztendlich umkurvte und zum 2:2 ins leere Tor einschießen konnte (40.). From Coast to Coast zum Ausgleich zwölf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels. Ein Wahnsinns-Tor des Krefelder Verteidigers (!). Da Nordlund beim Torschuss von Blake Parlett noch behindert wurde, ging es fortan mit dem nächsten Powerplay für Krefeld weiter, die damit auch das letzte Drittel mit einem Mann mehr begannen.
Torschütze Nordlund mit seinem Statement zum Tor und einen Ausblick aufs letzte Drittel:

So ein Tor nehme ich gerne jeden Tag. Wir müssen noch einiges besser machen, wir haben noch nichts gewonnen. Wir müssen ein Tor mehr schießen als Berlin.

Und die Unterzahl im Schlussdrittel überstanden die Eisbären schadlos. Danach nahm die Intensität mehr und mehr zu, man merkte beiden Mannschaften an, dass sie diese Partie hier nicht verlieren wollten. Dementsprechend hart umkämpft war das Spiel jetzt. Auch in der Defensive versuchten beide Mannschaften die Fehler so gering wie möglich zu halten, weshalb es bis zur 47. Spielminute dauern sollte, ehe es die nächste große Chance gab. Daniel Pietta mit dem klasse Pass aus dem eigenen Drittel heraus auf Marcel Müller, welcher alleine auf Petri Vehanen zulief, doch der Finne fischte die Scheibe relativ locker weg.
Zwei Minuten später kassierten die Hausherren eine Strafe und mussten fortan in Unterzahl ran. Das Powerplay der Eisbären war jetzt nicht wirklich gefährlich, erst zum Ende hin konnten sie sich im Drittel der Pinguine festsetzen und trafen anschließend nach Ablauf der Strafe bei angezeigter neuer Strafe gegen Krefeld zum 3:2. James Sheppard mit dem Querpass, Micki DuPont mit dem Onetimer und Nick Petersen fälschte unhaltbar für Pätzold ab (51.).
Und nur wenige Augenblicke später Sven Ziegler mit dem Alleingang Richtung Pätzold, im letzten Moment konnte Ziegler noch unsauber gestoppt werden, weshalb es Penalty für Berlin gab. Doch Ziegler schoss den Penalty daneben und vergab somit die Chance zur Vorentscheidung.
Und so kamen die Gastgeber zum nicht unverdienten Ausgleich. Adrian Grygiel mit dem Zuspiel von hinter der Torlinie vor das Tor, wo Ex-Eisbär Christoph Gawlik stand und per Onetimer zum 3:3 traf (55.).
Die letzte Riesenchance der Partie hatten dann die Eisbären. Micki DuPont hatte abgezogen, Pätzold ließ nur prallen und Thomas Oppenheimer mit der großen Chance zum Siegtreffer, aber Pätzold parierte sensationell mit seinem Schlittschuh. Es ging also in die Verlängerung.

Da zunächst Krefeld in den ersten 30 Sekunden mit zwei gefährlichen Aktionen, welche jedoch nicht die Entscheidung brachten. Die Entscheidung sollte 45,8 Sekunden vor Ablauf der Overtime fallen. Louis-Marc Aubry scheiterte im ersten Versuch noch an Pätzold, ging nach, passte die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor, wo Sean Backmann lauerte und zum 4:3 einschießen konnte (65.). Der 19. Saisontreffer des Top-Torjägers der Eisbären sorgte für die Entscheidung in Krefeld. Backman hatte zuletzt eine kleine Tor-Krise, traf nur zweimal in den letzten neun Spielen. Heute war die Nummer 61 wieder erfolgreich und sorgte somit gleich für den wichtigen Zusatzpunkt der Berliner.

Die Eisbären holen zwei Punkte in Krefeld, obwohl man nach dem ersten Drittel dachte, es werden drei Punkte sein. Die Eisbären hatten in den ersten 20 Minuten alles im Griff und hätten bei besserer Chancenverwertung höher als 2:0 führen können. Doch die Berliner spielten nicht so weiter und somit wurde die Partie wesentlich offener und ausgeglichener mit Chancen hüben wie drüben. Krefeld fand immer besser ins Spiel und verdiente sich somit am Ende diesen einen Punkt redlich. Die Eisbären werden sich trotzdem über die zwei Punkte freuen, bedeuten diese doch das Ende der Niederlagenserie.

Ex-Eisbär Christoph Gawlik war nach dem Spiel sprachlos:

Ich finde keine Worte, ich bin traurig. Wir haben nicht schlecht gespielt. Aber wie die ganze Hauptrunde schon steckt irgendwie der Wurm drin. Ich bin einfach sprachlos.

Siegtorschütze Sean Backman hatte natürlich eine ganz andere Gefühlslage nach dem Spiel:

Ich bin happy über den Sieg. Wir haben im ersten Drittel genauso gespielt, wie wir es wollten. Im zweiten Drittel haben wir dann aber den Faden verloren. Krefeld hat daher verdient einen Punkt geholt.