Erstmals drei Niederlagen in Folge: Eisbären wollen in Krefeld zurück in die Erfolgsspur finden

Am Freitagabend steht das letzte Spiel vor Heiligabend für die Eisbären Berlin an. Ab 19:30 Uhr gastiert der Tabellendritte beim Tabellenvorletzten Krefeld Pinguine. Beide Mannschaften treffen dann bereits zum vierten und letzten Mal in der diesjährigen Hauptrunde aufeinander. Und für beide Mannschaften geht es um wichtige Punkte. Die Pinguine benötigen dringend Punkte im Kampf um Platz Zehn und die damit verbundenen Pre-Playoffs, die Eisbären hingegen wollen oben an München und Nürnberg dran bleiben.

Zuletzt setzte es nämlich drei Niederlagen in Folge für den DEL-Rekordmeister, was erstmals in dieser Saison der Fall war und gleichbedeutend mit dem Absturz von Platz Eins auf Platz Drei war. Doch trotz der Niederlagenserie wird man bei den Eisbären nicht unruhig deswegen, spielte man doch trotzdem kein schlechtes Eishockey, wie Thomas Oppenheimer nach dem Nürnberg-Spiel am Dienstagabend sagte:

Wir haben die letzten drei Spiele zwar wenig Punkte raus geholt, aber wir haben eigentlich oft attraktives und gutes Eishockey gespielt und wenn wir das weiter durchziehen, werden wir auch wieder Punkte holen.

Auch, dass man jetzt mal drei Mal in Folge verloren hat, findet „Oppi“ nicht schlimm. Schließlich durchlebt jede Mannschaft während einer Saison mal eine Phase, in der es nicht wie gewünscht läuft:

Das ist ja normal. Alles andere wäre nicht normal. Aber ich finde, wir haben trotzdem kein schlechtes Eishockey gespielt und das ist das wichtigste. Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du. Aber Hauptsache, du hast gutes Eishockey gespielt. Wenn wir jetzt schlecht gespielt hätten, müssten wir uns Gedanken machen.

Doch nicht nur die Niederlagen sind zuletzt aufgefallen. Nein, auch die Tatsache, dass die Berliner in den letzten acht Spielen jeweils mit 0:1 in Rückstand geraten sind und nur vier Spiele danach noch in einen Sieg umwandeln konnten. Während der Saison sind die Eisbären schon häufiger in Rückstand geraten, fanden anschließend aber meistens immer noch einen Weg, um diese Spiele am Ende für sich zu entscheiden. Zuletzt sank die Quote also auf 50 Prozent. Aber auch das sieht Oppenheimer nicht weiter als gravierend an:

Wenn wir weiter und weiter in Rückstand geraten und wir gewinnen trotzdem noch, ist mir das eigentlich egal. Eine gute Mannschaft lässt sich davon nicht unterkriegen und marschiert weiter.

In den letzten Spielen fiel es deutlich auf, dass die Eisbären immer erst ein Gegentor brauchten, um richtig viel Druck zu entfachen und die Spiele noch einmal zu drehen. Zwar war man in den meisten Spielen auch immer wieder optisch überlegen und hatte auch Chancen, nur eben keine wirklich zwingenden. Und wenn die Gegner dann so effektiv spielen wie z.B. Köln oder Nürnberg zuletzt, dann läuft man eben einem Rückstand hinterher. Umso erstaunlicher ist es dann aber wieder, wie die Eisbären im letzten Drittel wieder zurückkommen und einen ungeheuren Druck entfachen können, wo fast jede Mannschaft in der DEL vor große Probleme gestellt wird. Lange Zeit belohnten sich die Eisbären dann auch noch für ihren Aufwand und gewannen die meisten Spiele noch, in den letzten acht Spielen war das dann aber nicht mehr so häufig der Fall und man gewann nur noch vier Spiele nach Rückstand. 

Aber lieber haben die Eisbären jetzt einen ersten kleinen Durchhänger als während der Playoffs. Und an der Tabellenspitze ist mit einem Punkt Unterschied ja immer noch alles dicht beieinander und die Eisbären haben, wie Oppenheimer ja schon sagte, nicht schlecht gespielt. Aber die Gegner waren in den entscheidenden Momenten eben effektiver und abgezockter als die Eisbären. Aber aus solchen Spielen und Phasen, in denen nicht alles so läuft, wie gewünscht, lernt man und kann in Zukunft die Kleinigkeiten besser machen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. 

Und trotz der Niederlage gegen Nürnberg war Chefcoach Uwe Krupp ja auch nicht enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft, viel mehr lobte er die Moral seiner Spieler:

Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass sie sich zurück gekämpft hat. Nach dem 0:2 kann man auch den Kopf hängen lassen, das haben wir aber nicht gemacht. Am Ende haben wir uns den schwer erkämpften Punkt auch verdient.

Dennoch dürfte die Devise für das Auswärtsspiel im KönigPalast morgen Abend ganz klar sein: Von Beginn an hellwach sein, wenn möglich selbst in Führung gehen und dann sein Spiel über 60 Minuten durchziehen. Auch die Pinguine waren zuletzt nicht immer gut drauf und kamen zum Beispiel in Mannheim mit 0:7 unter die Räder, zeigten danach aber Moral und gewannen 7:3 gegen Ingolstadt und holten einen wichtigen Punkt in München bei der 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen. Die Pinguine werden von der ersten Sekunde an alles geben, um die drei Punkte in der Seidenstadt zu behalten. Darauf müssen die Berliner vorbereitet sein.

In den bisherigen drei Aufeinandertreffen gewann stets das Heimteam. Berlin mit 4:3 und 3:1, Krefeld mit 3:2 n.P. Krefeld gewann die letzten beiden Heimspiele gegen Berlin, letztmals drei Punkte auf eigenem Eis gegen die Hauptstädter holte der KEV aber im Januar 2015 bei einem 4:1-Sieg.