4:3-Sieg in Salzburg: Nach einer 4:0-Führung machen es die Eisbären nochmal unnötig spannend

Die Eisbären Berlin haben den dritten Sieg in der Ligaphase der Champions Hockey League (CHL) eingefahren und damit das Ticket für das Achtelfinale gelöst. Beim 4:3-Auswärtssieg in Salzburg machten es die Berliner aber nochmal unnötig spannend. Denn nach 20:27 Minuten führte man bereits mit 4:0 in der Mozartstadt und hatte alles im Griff. Doch danach schaltete man in den Verwaltungsmodus und brachte die Österreicher somit zurück ins Spiel. Diese kamen in der Folge bis auf 3:4 heran, konnten ihre Aufholjagd aber nicht mehr mit einem oder mehreren Punkten krönen.

Eisbären-Trainer Éric Dubois verzichtete heute auf Verteidiger Mitch Reinke (Geburt steht kurz bevor) sowie die Stürmer Manuel Wiederer und Leo Pföderl (beide angeschlagen). Dafür kehrte Stürmer Gabriel Fontaine wieder zurück in den Kader und zudem füllten die Verteidiger Moritz Kretzschmar und Gregor Stocker den Kader für das CHL-Spiel auf.
Im Tor stand heute Jack LaFontaine, während Jonas Neffin nach drei Starts in Folge als Back-up auf der Bank Platz nahm. Die Verteidiger-Pärchen sahen wie folgt aus: Kai Wissmann/Jonas Müller, Brandon Davidson/Adam Smith, Korbinian Geibel/Gregor Stocker, Moritz Kretzschmar/Eric Mik. In der Offensive schickte der Head Coach folgende Reihen auf das Eis: Eric Hördler/Ty Ronning/Liam Kirk, Frederik Tiffels/Andreas Eder/Rihards Griva, Yannick Veilleux/Markus Vikingstad/Jean-Luc Foudy, Gabriel Fontaine/Tobias Krestand.

Die Ausgangslage war klar: Die Eisbären wollten mit einem Sieg die Tür zum Achtelfinale weit aufstoßen, während Salzburg unter Druck stand, wollte man noch Chancen auf die K.o.-Phase haben. Aktuell standen die Österreicher unter dem Strich und brauchten dringend Punkte. Die Hauptstädter reisten mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in die Mozartstadt, hatte man doch die letzten vier Spiele in der PENNY DEL in Serie gewonnen. Konnte man den Rückenwind mit in die CHL nehmen und den dritten Sieg in der Ligaphase einfahren?

Liam Kirk trumpfte auch in Salzburg auf und scorte alleine im ersten Drittel dreimal. (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Drei Scorer-Punkte für Liam Kirk im ersten Drittel

Die Hausherren hatten früh das erste Powerplay der Partie, doch in diesem gingen die Berliner in Führung. Liam Kirk mit dem Zuspiel auf Rückkehrer Fontaine (zur Abwechslung mal nicht Ty Ronning) und der ließ David Kickert im Salzburger Tor keine Chance – 1:0 (6.).
Nur vier Minuten später legten die Eisbären das nächste Tor nach. Diesmal bekam Korbinian Geibel die Scheibe vom britischen Nationalstürmer Kirk und erhöhte auf 2:0 (10.).
Das Kirk gerade in einer absoluten Top-Form ist, bewies er weitere drei Minuten später. Denn da traf er dann auch noch selbst und stellte früh auf 3:0 (13.).
Zehn Torschüsse, drei Tore: Was für ein Start der Eisbären! Salzburg wusste gar nicht wie ihnen geschah und musste sich von diesem Horrorstart erst einmal erholen. Für die Stimmung in Österreich war dieser Spielstand zudem nicht wirklich gut, denn es rumorte bereits zuvor in der Mozartstadt.
Mit der souveränen 3:0-Führung endeten die ersten 20 Minuten, in denen die Berliner aber wirklich alles im Griff hatten und an die Leistungen der letzten Spiele nahtlos anknüpften.

Erhöhte nach nur 27 Sekunden im Mitteldrittel auf 4:0: Jean-Luc Foudy (Foto von Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

Foudy trifft nach 27 Sekunden

27 Sekunden war das Mitteldrittel alt, da zog Jean-Luc Foudy nach einem gewonnenen Bully einfach mal direkt ab – 4:0 (21.). Was für eine Effizienz der Eisbären vor dem gegnerischen Tor. Und schön zu sehen, dass es eben nicht immer nur Kirk und Ronning sind, die treffen, sondern bis hierhin auch mal drei andere Spieler neben Kirk.
Salzburg gab hier trotzdem nicht auf und wollte den Anschlusstreffer erzielen. Die Eisbären standen defensiv aber sehr kompakt und ließen wenig zu. Einmal zappelte die Scheibe dann zwar im Berliner Netz, aber der Schläger war deutlich zu hoch, weshalb der Treffer der Gastgeber nicht gegeben wurde.
Aber die Österreicher schafften es, die Eisbären jetzt etwas mehr zu beschäftigen, als ihnen lieb war.
Ein Scheibenverlust von Kapitän Kai Wissmann an der gegnerischen blauen Linie leitete dann die Anschlusstreffer der Salzburger ein. Jayden Lee staubte am Ende erfolgreich ab – 4:1 (34.). Diesen Treffer hatten sich die Hausherren aber auch verdient.
Die Salzburger blieben auch danach weiterhin offensiv aktiv, hatten zudem auch noch ein weiteres Powerplay. Aber man konnte den Schwung des ersten Tores nicht mitnehmen und das zweite Tore nicht nachlegen.
So stand es nach 40 Minuten 4:1 für die Eisbären, welche im Schlussdrittel weiterhin konzentriert bleiben mussten, denn Salzburg gab dieses Spiel noch nicht verloren.

Kam in der CHL nach langer Zeit mal wieder für die Eisbären zum Einsatz: Moritz Kretzschmar (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Salzburg macht es am Ende nochmal richtig spannend

Die Anfangsphase des letzten Drittel plätscherte nur so vor sich hin. Es schien so, als ob die Eisbären sich das hier nicht mehr nehmen lassen würden angesichts der Drei-Tore-Führung. Doch auf einmal wurde daraus nur noch eine Zwei-Tore-Führung, denn Dennis Eamon Robertson verkürzte auf 4:2 (46.). Und es war nur genügend Zeit auf der Uhr für ein Comeback der Salzburger. Nun waren die Eisbären wieder mehr gefordert, wollte man sich die drei Punkte nicht mehr nehmen lassen.
Inzwischen war das hier ein Duell auf Augenhöhe. Damit hatte man nach den ersten 20 Minuten nicht wirklich mehr gerechnet, zu dominant war der Auftritt des deutschen Meisters. Aber mittlerweile war das hier sogar eine ganz knappe Kiste, denn die Salzburger verkürzten weiterhin. Mario Huber im Nachsetzen mit dem 3:4 aus Sicht der Gastgeber (53.). Die Eisbären wirkten aktuell immer einen Schritt langsamer als die Österreicher, die hier nun das Momentum klar auf ihrer Seite hatten.
Und nun mussten die Berliner auch noch um die eigentlich schon sicher geglaubten drei Punkte wieder zittern, welche im Kampf um einen Platz im Achtelfinale aber von großer Bedeutung wären. Doch am Ende retteten die Eisbären das 4:3 über die Zeit und atmeten nach der Schlusssirene einmal tief durch, denn damit löste man das Ticket für das Achtelfinale der CHL. Aber über die Phase nach dem 4:0 wird Éric Dubois im Vorfeld des DEL-Spitzenspiels gegen die Grizzlys Wolfsburg am Freitagabend nochmal reden. Denn da hatte man es einfach unnötig spannend gemacht. Das darf gegen die Niedersachen am Freitag nicht passieren.

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