5:3-Auswärtssieg in Schwenningen: Ein Abend der Rekorde und Meilensteine

Die Eisbären Berlin haben ihr Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 5:3 (2:0,2:1,1:2) gewonnen und üben somit weiter Druck auf Bremerhaven auf Platz sechs aus. Offensiv war es ein starkes Spiel der Eisbären, welche aber in den nächsten Spielen dringend von der Strafbank fernbleiben müssen, denn alle Gegentore kassierte man heute in Unterzahl. Von daher ein Auftritt, auf dem man aufbauen kann, aber auch die richtigen Lehren ziehen muss.

Alle hofften auf das lang ersehnte Comeback von Kapitän Kai Wissmann, der von Bundestrainer Harold Kreis für den Olympia-Kader nominiert wurde. Doch Wissmann stand nicht im Line-up von Eisbären-Trainer Serge Aubin. Dafür kehrte Adam Smith in den Kader zurück, während Norwin Panocha und Jake Hildebrand aus dem Kader raus rotierten.
Während in der Defensive Markus Niemeläinen und Mitch Reinke erneut zusammen verteidigten, bekam Jonas Müller Eric Mik an die Seite und Rückkehrer Smith spielte zusammen mit Korbinian Geibel.
In der Offensive blieben die Reihen Kirk-Pföderl-Ronning sowie Noebels-Byron-Tiffels zusammen. Lean Bergmann und Jean-Sébastien Dea stürmten heute zusammen mit Yannick Veilleux. Die nominell vierte Reihe bestand aus Eric Hördler, Andreas Eder und Les Lancaster. Matej Leden war als 13. Stürmer dabei.
Jonas Stettmer stand im Tor, Anton Brandt nahm als Back-up auf der Bank Platz.

Beide Teams trafen heute zum letzten Mal in der Hauptrunde aufeinander. Die ersten drei Spiele waren sehr eng. Nachdem Schwenningen das erste Spiel in der Hauptstadt gewann (2:1), gewannen die Eisbären die beiden folgenden Spiele. In Schwenningen setzte man sich mit 4:3 n.V. durch, das zweite Duell in der Hauptstadt gewann man mit 2:0.
Die Eisbären benötigten dringend Punkte im Kampf um Platz sechs, während die Wild Wings die Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze brauchten. Und mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger würden die Gastgeber bis auf sieben Punkte an die Berliner heran rücken.

Traf auch im zehnten Spiel in Folge und stellte somit den Rekord von Steve Walker ein: Liam Kirk (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Der Anfang in der Helios-Arena war durch viele Unterbrechungen noch recht zerfahren. Den Hausherren gehörte im weiteren Spielverlauf das erste Powerplay, so wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Gefährlich wurde es aber, als die Kirk-Reihe auf dem Eis war. Und natürlich wurde der Wechsel mit einem Tor belohnt. Liam Kirk trifft somit auch im zehnten Spiel in Serie – 1:0 (10.). Damit stellte er den Vereinsrekord von Eisbären-Legende und SERC-Trainer Steve Walker ein. Herzlichen Glückwunsch, Liam!
Nur 34 Sekunden später setzte sich Les Lancaster überragend per Spin-o-rama auf der linken Seite durch und spielte die Scheibe in den Slot, wo Korbinian Geibel stand und zum 2:0 traf (10.). Ein Doppelschlag der Eisbären, welcher Schwenningen weh tat.
Die Gastgeber versuchten aber darauf zu reagieren, doch die Defensive der Eisbären machte es ihnen enorm schwer. Als Tylor Spink jedoch die Lücke fand, stand den Wild Wings die Latte im Weg. Wenig später hatte Boasz Bassen die nächste dicke Chance für Schwenningen. Der Anschlusstreffer wäre mittlerweile vollkommen verdient gewesen.
Im zweiten Powerplay hatten die Wild Wings weitere gute Chancen, aber Jonas Stettmer und Adam Smith verwehrten ihnen weiterhin das Erfolgserlebnis. Letzter wischte die Scheibe mit der Hand kurz vor der Torlinie weg.
So führten eiskalte und effektive Eisbären nach den ersten 20 Minuten mit 2:0 bei glücklosen aber starken Wild Wings.

Erzielte in Schwenningen seinen zweiten Saisontreffer: Eric Hördler (Foto von Marco Leipold / City-Press GmbH Bildagentur)

Im Mitteldrittel hatten die Berliner ihr erstes Powerplay und nach feinem Pass von Freddy Tiffels hatte Marcel Noebels die dicke Chance zum 3:0, aber Joacim Eriksson mit einem überragenden Save, der den dritten Gegentreffer gerade noch verhindern konnte. Wenig später war er aber beim Onetimer von Leo Pföderl machtlos – 3:0 (27.). Powerplytor!!!
Die Eisbären liebten heute Doppelschläge, denn auch dem dritten Treffer folgte blitzschnell der vierte. Diesmal ging es sogar drei Sekunden schneller und dauerte nur 31 Sekunden, ehe Eric Hördler auf 4:0 stellte.
Schwenningen blieb auch in der Folge glücklos vor dem Tor. Ein weiteres Powerplay blieb ungenutzt, während die Berliner in diesem beinahe den Shorthander erzielt hätten. Der Pfosten rettete aber für die Hausherren.
Trotz der souveränen 4:0-Führung ließen die Eisbären aber nicht locker und setzten Schwenningen immer wieder im eigenen Drittel fest. Man hatte aus vergangenen Spielen gelernt, als man nach Führungen immer zu passiv wurde und so am Ende noch Punkte verschenkte.
In der Schlussphase war Mirko Höfflin frei durch, doch auch er bekam die Scheibe nicht an Jonas Stettmer vorbei. Während bei den Eisbären vorne nahezu alles klappte, blieben die Wild Wings vorm Berliner Tor glücklos.
Bis 5,7 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels, da gelang Alexander Karachun der Anschlusstreffer in Überzahl zum 4:1. Jonas Stettmer blieb leider hängen und kam nicht mehr rechtzeitig in Position. Mit diesem Spielstand ging es anschließend in die zweite Drittelpause.

Scorte zum 500. Mal im Trikot der Eisbären Berlin: Marcel Noebels (Foto von Moritz Eden / City-Press GmbH Bildagentur)

Die große Frage war nun natürlich, ob Schwenningen jetzt die Aufholjagd starten würde. Die Antwort gab es nach 49 Sekunden. Markus Niemeläinen mit dem Pass vor das Tor, wo Marcel Noebels sein Arbeitsgerät in den Schuss hielt und auf 5:1 stellte. Der 500. Scorerpunkt für die Nummer 92 im Trikot der Eisbären Berlin. Damit ist er erst der vierte Spieler in der Vereinshistorie, dem dieser Meilenstein gelingt. Die anderen drei Spieler sind Steve Walker, André Rankel und Sven Felski.
Liam Kirk hätte in der Folge beinahe das halbe Dutzend voll gemacht, aber der Brite zielte zu genau und traf nur das Lattenkreuz. Etwas genauer zielten die dann Tim Gettinger, der im Schwenninger Powerplay auf 5:2 verkürzte. Und dieser Treffer war auch verdient angesichts des starken Spiels der Wild Wings (49.).
Was in diesem Spiel überhaupt nicht passte, war die Disziplin im Spiel der Eisbären, denn man nahm deutlich zu viele Strafzeiten. Schwenningen war erneut ein Mann mehr und die beiden Treffer fielen schließlich in Überzahl. Und auch der dritte fiel im Powerplay, Alexander Karachun staubte vor dem Tor ab und sorgte hier wieder für Spannung – 5:3 (52.).
Schwenningen wollte nun natürlich mehr und wurde frenetisch von seinen Fans angefeuert. Die Eisbären mussten sich schleunigst wieder sammeln und konzentrieren. Zudem musste man sein Problem mit der Disziplin in den Griff bekommen.
Etwas mehr als drei Minuten vor dem Ende nahmen die Gastgeber ihre Auszeit und zogen Goalie Joacim Eriksson zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Sozusagen also wieder ein „Powerplay“ für die Wild Wings, wo natürlich Alarmstufe Rot angesagt war. Aber die Eisbären verteidigten dass gut zu Ende und sicherten sich somit den wichtigen Auswärtssieg und die drei Punkte.

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