Nimmt die Saison etwa doch noch ein gutes Ende? Die Eisbären gewinnen motiviert und hochverdient mit 5:2 am Seilersee in Iserlohn

Stéphane Richer sagte vor dem Spiel gegen Iserlohn, dass es ein hartes und schweres Spiel werden würde, die Mannschaft würde Vollgas geben und man wäre gut vorbereitet. Und er sollte Recht behalten…

Es fehlten heute in der Eishalle am Seilersee Jens Baxmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver, Marvin Cüpper, Mark Cundari und Florian Busch. Wieder mit dabei war Austin Ortega. Im Tor stand erneut Lebensversicherung Kevin Poulin.

Hinein ins erste Drittel. Gleich zu Beginn wurde klar, für beide Mannschaften geht es um den Einzug in die Pre-Playoffs, denn von Anfang an spielten Beide mit viel Druck. Die erste große Chance ergab sich in der vierten Spielminute. Austin Ortega ließ den Puck für Louis-Marc Aubry liegen, welcher über die rechte Seite ins Angriffsdrittel fuhr und in Florian Kettemer einen dankbaren Abnehmer fand, der die Eisbären mit seinem zehnten Saisontor gekonnt in Führung brachte (1:0).
Iserlohn schien von der frühen Berliner Führung geschockt zu sein und erhöhte fortan den Druck. Luigi Caporusso hatte in der sechsten Spielminute eine dicke Chance auf den Ausgleich, doch die Scheibe ging am Tor vorbei. Auch die erste Überzahl konnten die Gastgeber nicht nutzen, denn die Berliner Defensive spielte gut und sicher und Kevin Poulin war stets zur Stelle.
Berlin erhöhte den Druck jetzt nochmal und das Spiel wurde intensiver, es ging hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. In der neunten Spielminute traf Caporusso hart den Pfosten und Poulin musste richtig Körpereinsatz zeigen. Mit seinem überragenden Return-Split-Save verhinderte er den möglichen Ausgleich. Aber nicht für lange. Caporusso erzielte in der 15. Spielminute unhaltbar für den Berliner Goalie ins rechte hohe Eck das 1:1.
Für beide Mannschaften war nun wieder alles offen und auf beiden Seiten wurde schnelles und druckvolles Eishockey gespielt, es gab gute Möglichkeiten auf beiden Seiten, aber Poulin und Niko Hovinen verhinderten eine mögliche Führung.
Bis hierhin ein schnelles, intensives und ereignisreiches Spiel mit einem gelungenen Start für die Eisbären.

Zum zweiten Drittel kamen die Eisbären hochmotiviert aus der Kabine. In der 22. Spielminute schoss James Sheppard auf das Tor von Hovinen, es kam zum „Gewühle“, in dem Marcel Noebels den Überblick behielt und die Scheibe im Tor versenkte (2:1).
Iserlohn war jetzt noch angriffslustiger und nutzte, während Frank Hördler die Kühlbox bewachte, ihr Powerplay zum Ausgleichstreffer durch Anthony Camera (2:2). Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen für die Berliner, die mit einer guten und druckvollen Defensive spielpräsent waren und sich mit dem Führungstreffer in der 40. Spielminute durch Frank Hördler belohnten (3:2). Eingefädelt wurde dieses wichtige Führungstor durch eine starke Passkombination von Aubry und Ortega, die Hördler im Nachschuss verwandelte.
Auch im zweiten Drittel sah man die Spiellust der Eisbären, ihre gute Defensive und man erhoffte sich „mehr“ für das Schlussdrittel.

Und so sollte es auch sein. Zunächst erhöhte Iserlohn den Druck, sie hatten sich scheinbar viel vorgenommen, attackierten das Berliner Tor, doch Poulin parierte wachsam und die starke Defensive um Frank Hördler und Constantin Braun verhinderte schlimmeres. Es gelang den Eisbären sogar in der 50. Spielminute in Unterzahl in Führung zu gehen (4:2). Daniel Fischbuch fing den Puck in der neutralen Zone ab, ging ins gegnerische Drittel, Aubry ging mit und versenkte die Scheibe unter der Latte des Iserlohner Tores.
Iserlohn schien aufgegeben zu haben und der „Torhunger“ der Berliner war noch nicht gestillt. In der 54. Spielminute hämmerte Jamie MacQueen den Puck unter die Latte (5:2), uneinsehbar für Hovinen. Vorher entschärfte Poulin einen Unterzahl-Konter von Justin Florek mit einem starken Save.

Das sollte auch der Endstand sein. Die Eisbären gewinnen verdient vor 4550 Zuschauern und einer großen Zahl mitgereister Eisbärenfans in der Eishalle am Seilersee. Es war ein schweres Spiel für die Berliner, man spielte jedoch effektiv und solide. Die Defensive arbeitete hart und Kevin Poulin parierte großartig.
Das Trainingslager in Garmisch- Patenkirchen scheint den Eisbären gut getan zu haben, denn man hatte nach langer Zeit mal wieder den Eindruck, dass „eine Mannschaft“ auf dem Eis steht. Es gab weniger Fehlpässe als noch zu Saisonbeginn und auch Poulin konnte auf eine konzentrierte und im Nachhinein effektive Verteidigung zurückgreifen. Und so konnte man sich mit drei wichtigen Punkten belohnen und bereits heute das Minimalziel erreichen, wenn gleich es natürlich weit entfernt vom eigentlichen Saisonziel ist, aber der Aufwärtstrend in unverkennbar, denn nach der Länderspielpause im Februar wurden vier der fünf Spiele gewonnen.

Wendet sich die Saison jetzt doch zum Guten? Die nächsten Spiele werden es zeigen…