1:3 gegen Schwenningen – Auch der Tabellenletzte gewinnt bei den Eisbären Berlin

 

Ausgabe #16:

Die sportliche Talfahrt der Eisbären Berlin geht weiter. 10.488 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof erlebten am Freitagabend die dritte Heimniederlage in Folge. Auch der Tabellenletzte Schwenninger Wild Wings durfte sich die drei Punkte mit ins Gepäck legen und aus der Hauptstadt mit nach Hause entführen. 1:3 (0:0,1:2,0:1) hieß es am Ende einer Partie, in der die Eisbären zwar 58-mal auf das Tor geschossen hatten – Schwenningen nur halb so oft – aber am Ende nur ein Treffer erzielen konnten. So kannst du in der DEL einfach keine Spiele gewinnen. 

Keine Änderungen im Team der Eisbären, jedenfalls keine gravierende. Denn lediglich der Back-up-Goalie war ein anderer, statt Maximilian Franzreb saß gegen Schwenningen Tobias Ancicka auf der Eisbären-Bank. Kevin Poulin hütete erneut das Berliner Tor. 

Foto: eisbaerlin.de/walker

Hinein ins Spiel, in dem man die Bemühungen der Eisbären sofort erkennen konnte. Aber eben auch die große Verunsicherung, die derzeit im Team angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen herrscht. Ja, sie suchten immer wieder den Weg zum Tor von Dustin Strahlmeier, ja, sie gaben auch jede Menge Torschüsse ab und versuchten so, die frühe Führung zu erzwingen. Aber die Schüsse, die sie abgaben, stellten selten eine größere Probe für den Wild-Wings-Goalie dar. Man spielte es nach wie vor zu umständlich, ließ weiterhin einen klaren Gameplan vermissen und ebenso leistete man sich erneut zu viele Scheibenverluste.
Schwenningen trat offensiv erstmals bei einem Powerplay in Erscheinung, wirklich für Gefahr konnten die Gäste jedoch nicht sorgen. Aber fortan suchten die Gäste immer mal wieder den Weg Richtung Kevin Poulin, konnten diesen aber ebenso wenig bezwingen wie die Eisbären Dustin Strahlmeier im Auftaktdrittel.
Dabei hatten die Berliner die große Möglichkeit zur Führung, als man 1:36 Minuten zwei Mann mehr auf dem Eis hatte. Aber da wurde die Verunsicherung erst recht deutlich, immer wieder spielten sich die Eisbären die Scheibe zu, keiner traute sich mal den Schuss zu nehmen, Ja, Schwenningen stand sehr gut, aber man hatte zwei Mann mehr auf dem Eis, da muss einfach mehr bei herausspringen. Und zudem vermisst man bei den Eisbären immer wieder einen Spieler, der dem Goalie mal die Sicht nimmt. So kannst du noch so viele Schüsse abgeben, wenn der Goalie die Schüsse kommen sieht, hat er selten größere Probleme.
Nach 20 Minuten stand es somit 0:0 zwischen Berlin und Schwenningen.

Im Mitteldrittel die Gäste aus Schwenningen in Überzahl und da klingelte es im Tor von Kevin Poulin.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Mirko Sacher mit dem Schuss von der blauen Linie, welcher im Berliner Tor einschlug – 0:1 (28.).
Aber die Führung hielt nur ganze 33 Sekunden, denn dann glichen die Eisbären bereits aus, wobei der Treffer erst noch überprüft werden musste. Über Jamie MacQueen und Sean Backman kam die Scheibe zu James Sheppard, welcher im zweiten Versuch den Puck im Wild Wings Tor unterbringen konnte – 1:1 (28.).
Fünf Minuten vor der zweiten Drittelpause hatte Mirko Höfflin das 1:2 auf dem Schläger, der Pfosten verhinderte den Einschlag im Berliner Tor. Aber eine Minute vor der zweiten Drittelpause schlug es dann erneut hinter Kevin Poulin ein. Jussi Timonen netzte eiskalt ein – 1:2 (39.).
Ja, die Eisbären betrieben auch in diesem Drittel viel Aufwand und brachten die Scheiben zum Tor. Nur es gibt solche und solche Chancen. Und die der Eisbären versprühten nur selten größere Gefahr, Schwenningen zeigte sich dagegen eiskalt vor dem Tor und führte daher nach 40 Minuten mit 2:1 in der Hauptstadt.

Foto: eisbaerlin.de/walker

Zu Beginn des Schlussdrittels die Eisbären kurz mit einem 4-gegen-3-Powerplay, aber auch da wollte ihnen kein Treffer gelingen. Und Schwenningen konterte die Eisbären dann eiskalt aus, Ville Korhonen stand frei vor Poulin und sorgte für das 1:3 (45.).
Der Unmut der Eisbären-Fans wurde nun immer deutlicher und lauter. Die Eisbären waren nun noch mehr verunsichert und egal was sie versuchten, es ging schief. Wenn es einmal nicht läuft, dann aber so richtig. Schwenningen brauchte hier nicht mehr viel tun, um die drei Punkte mitzunehmen. Sie bekamen stattdessen sogar immer mal wieder die Gelegenheit zum Kontern, machten aber daraus nichts mehr. Somit blieb es am Ende beim 1:3 aus Berliner Sicht.

0:4 gegen Köln, 1:4 gegen Wolfsburg und nun 1:3 gegen Schwenningen. Nirgendwo anders ist es in der DEL momentan einfacher, drei Punkte zu holen als in Berlin. Die Eisbären verlieren das dritte Heimspiel in Folge und stehen nun bei 2:11-Toren in diesen drei Spielen. Das ist einfach zu wenig für die Ansprüche der Eisbären.
Ich will der Mannschaft ja nicht einmal vorwerfen, dass sie sich nicht bemühen würden. Sie haben sich schon bemüht, haben 58-mal auf das Tor geschossen. Nur muss man auch mal sehen, was das für Torschüsse waren. Dustin Strahlmeier hat die Scheibe zu oft gesehen, zu selten wurde ihm mal die Sicht genommen und der Schuss abgefälscht. So war das eine einfache Aufgabe für den Schwenninger Goalie.
Die Verunsicherung der Spieler ist deutlich zu sehen und zu spüren. Keiner der Spieler hat derzeit das nötige Selbstvertrauen, die sportliche Misere nagt an den Jungs. Aber nur sie selbst können sich da herausziehen. Nur im Moment wirkt das Spiel der Eisbären ratlos, ideenlos, harmlos. Die Gegner können sich zu leicht auf das Spiel der Eisbären einstellen, diese tun sich dann schwer, ihre Chancen zu nutzen, auch mal für Abpraller zu sorgen und, und, und. Es fehlt momentan an allen Ecken und Kanten, nur woher soll die Änderung im Spiel kommen, wenn man sich selbst solche Niederlagen noch schön redet. Wenn selbst der Kapitän André Rankel nach dem Spiel sagt, man habe das Spiel über 60 Minuten kontrolliert und einzig die Chancen nicht genutzt, dann ist das der falsche Ansatz. Erst wenn die Jungs zu ihren Fehler stehen, können sie auch was ändern. Wobei, wie oft haben wir in dieser Saison schon gehört, wir wissen woran es liegt und wir werden es abstellen, aber den Worten sind bisher nie bzw. nur ganz selten Taten gefolgt. Bleibt das so, dann stürzen die Eisbären in den nächsten Wochen weiter ab und purzeln irgendwann aus den Playoff-Rängen. Vielleicht wird man in der Hauptstadt ja dann mal wach und ändert endlich etwas.