Nach zwei ernüchternden Heimspielen in Folge: Finden die Eisbären gegen den Tabellenletzten Schwenningen wieder zurück in die Erfolgsspur?

0:4 gegen die Kölner Haie, 1:4 gegen die Grizzlys Wolfsburg. Das sind die Ergebnisse der letzten beiden Heimspiele der Eisbären Berlin. Doch nicht nur die Ergebnisse machen Anlass zur Sorge, nein, vor allem wie die Niederlagen zu Stande gekommen sind, bereitet den Fans der Eisbären Kopfzerbrechen. Fast schon lustlos schenkte man diese beiden Spiele her. Gegen Köln lieferte man über die vollen 60 Minuten eine mehr als peinliche Vorstellung ab, gegen Wolfsburg war man zumindest zu Beginn der Partie sehr engagiert, danach verzettelte man sich in Einzelaktionen und fand kein Mittel gegen die kompakte Defensive der Niedersachsen. Generell fehlt einem im Moment so ein richtiges System, welches die Eisbären bzw. deren Coach Clément Jodoin spielen lassen will. Selbst nach 26 Spieltagen, also genau zur Halbzeit der DEL-Hauptrunde, weiß keiner so recht, was die Eisbären eigentlich spielen wollen.

Daraus resultiert Platz Acht nach 26 Spielen, das Saisonziel direkte Playoff-Qualifikation am besten mit Heimrecht im Viertelfinale ist rein punktetechnisch nicht so weit weg, spielerisch aber trennen die Eisbären Welten von den Top-Teams da oben. Da ist in dieser Saison sogar Augsburg wesentlich stärker als die Eisbären. Die Fuggerstädter stehen aktuell da, wo die Eisbären gerne hin wollen und sich wohlmöglich auch sehen, nämlich auf Platz Zwei.

Morgen Abend startet für die Eisbären die zweite Saisonhälfte der Hauptrunde, welche mit einem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings beginnt. Und keine Frage, diese Partie MUSS der EHC gewinnen. Zum einen, weil man sonst wichtige Punkte im Kampf um das Viertelfinale liegen lassen würde, zum anderen, weil man die Fans nach zwei desaströsen Heimauftritten in Folge mal wieder zufriedenstellen möchte. Denn nach dem Wolfsburg-Spiel gab es nach Spielende ein gellendes Pfeifkonzert und nicht erst seit diesem letzten Heimspiel fordern immer mehr Eisbären-Fans, dass der Trainer entlassen werden soll. Man sieht also, wie unzufrieden die Fans mit der bisherigen Saisonleistung der Eisbären sind. Von daher weiß auch der bei manchen Fans in Ungnade gefallene Clément Jodoin um die Wichtigkeit der morgigen Partie, welche ab 19:30 Uhr in der Mercedes-Benz Arena stattfindet (Quelle: Medieninformation der Eisbären Berlin vom 13.12.2018):

Morgen gibt es keine Wahl, wir müssen gewinnen. Jeder muss sein bestes Spiel spielen, jeder muss alles in die Waagschale werfen.

Die Worte sind gesprochen, nun heißt es für die Spieler, das morgen Abend auch in Taten umzusetzen. Sehr oft in dieser Saison hieß es nämlich schon, man werde die Fehler abstellen und im nächsten Spiel besser machen und nie passierte etwas oder aber nur sehr kurz.
Die Eisbären sollten einfach zurück zum einfachen Eishockey finden. Vor dem Tor sicher stehen und so wenig wie möglich zulassen. Vorne sollte man sich die bietenden Chancen auch eiskalt nutzen. Dann sollte man die leichtsinnigen Scheibenverluste abstellen, wieder mannschaftlich geschlossen über 60 Minuten für die drei Punkte kämpfen und von der Strafbank fernbleiben. Eigentlich die typischen Merkmale eines guten Eishockeyspiels, nur bei den Eisbären wurden diese zuletzt schmerzlich vermisst. Ebenso vermisst wurden einige etatmäßige Leistungsträger, die zuletzt nur das Trikot mit dem Eisbären-Kopf über das Eis spazieren fuhren. Auch von denen muss mehr kommen, will man das Saisonziel nicht aus den Augen verlieren.

Änderungen wird es im Team der Eisbären keine wichtige geben. Einzig auf der Back-up-Position ändert sich etwas. Tobias Ancicka sitzt statt Maximilian Franzreb auf der Bank und ist Back-up von Kevin Poulin. Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer und Mark Olver fallen weiterhin verletzungsbedingt aus.

In dieser Saison trafen beide Mannschaften bereits zweimal aufeinander. Beide Male gewannen die Eisbären – in Schwenningen mit 1:0 n.P. und in Berlin mit 5:3. In Berlin gewannen die Wild Wings seit Rückkehr in die DEL nur zwei von elf Partien. Die letzten fünf Spiele in Berlin gingen allesamt an die Eisbären, welche dabei dreimal sogar ohne Gegentor blieben und insgesamt nur vier Gegentreffer kassierten.
Auf eigenem Eis waren die Eisbären bis zu den letzten beiden Heimspielen eigentlich sehr stark unterwegs, inzwischen hat man neun Spiele gewonnen und vier verloren, zwei davon wie gesagt zuletzt in Folge. Schwenningen hat auf fremden Eis nur zwei von 13 Saisonspielen gewonnen, ist mit fünf Punkten die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft der DEL in dieser Saison.

Der Eisbären-Kader für das Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings am 14.12.2018 um 19:30 Uhr:

Tor:

Kevin Poulin, Tobias Ancicka

Abwehr:

Maximilian Adam, Mark Cundari, Danny Richmond, Jonas Müller, Micki DuPont, Jens Baxmann, Florian Kettemer, Frank Hördler

Angriff:

Brendan Ranford, Vincent Hessler, Jamie MacQueen, André Rankel, Florian Busch, Louis-Marc Aubry, Martin Buchwieser, Sean Backman, Daniel Fischbuch, James Sheppard, Colin Smith, Marcel Noebels

Nicht zur Verfügung:

Marvin Cüpper, Kai Wissmann, Thomas Oppenheimer, Mark Olver (alle verletzt)

Für das DNL-Team, Weißwasser oder Hamburg im Einsatz:

Maximilian Franzreb, Konstantin Kessler, Jake Ustorf, Charlie Jahnke, Thomas Reichel, Cedric Schiemenz, Lukas Reichel