Ein gutes Drittel reicht nicht: Eisbären gehen beim Tabellenführer Düsseldorf mit 1:5 unter

Auch die Eisbären Berlin konnten den Tabellenführer nicht stürzen. Vor 7.741 Zuschauern im stimmungsvollen ISS-Dome unterlagen die Eisbären der noch ungeschlagenen Düsseldorfer EG mit 1:5 (1:0,0:3,0:2) und kassierten somit die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel in Folge. Der Auswärts-Trip endet erst am Freitagabend. 

Trainer Clément Jodoin musste gleich auf sechs Leistungsträger verzichten. Unter der Woche wurde zudem die Ausfalldauer von Kai Wissmann (4-6 Wochen) und Jonas Müller (6-8 Wochen bekannt).
Hinein ins 108. DEL-Spiel zwischen den Rheinländern und den Hauptstädtern. Beide Mannschaften suchten sofort den Weg in die Offensive und kamen gleich zu den ersten Abschluss-Möglichkeiten. Das erste Tor sollte dann aber den Gästen aus der Hauptstadt gelingen. Martin Buchwieser mit dem Schuss von der blauen Linie, DEG-Goalie Fredrik Pettersson Wentzel ließ den Puck prallen und Jason Jaspers schnappte sich die Scheibe und netzte sie ein – 1:0 (5.).
Zwei Minuten später mal eine gute Drangphase der DEG, welche die Eisbären dank einer guten Defensivarbeit jedoch schadlos überstanden. Ebenso schadlos überstanden die Berliner die erste Unterzahl nach einer Strafe gegen Florian Kettemer, obwohl die DEG dabei durchaus gefährlich war, doch Maximilian Franzreb hielt die Führung fest.
Das erste Drittel zeigte eine gute Leistung der Eisbären in der Defensive, die es dem Tabellenführer sehr schwer machten, sich viele Chancen zu kreieren. Dafür versuchten die Eisbären mit schnellen Gegenzügen aus der Verteidigung heraus für Gefahr zu sorgen. So u.a. in der 15. Spielminute, als die Eisbären einen Angriff stark verteidigten, dann schnell den Konter einleiteten, Florian Kettemer zog über rechts ins Angriffsdrittel, spielte die Scheibe vor das Tor, wo Brandon Ranford eine richtig gute Chance hatte.
Nach 20 Minuten nahmen die Berliner die 1:0-Führung mit in die erste Drittelpause. André Rankel mit seinem Fazit zum ersten Drittel bei Telekom Sport:

Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, geradliniger als die letzten Spiele. Wir haben mehr Druck beim Forechecking entfachen können, dadurch sind wir schneller aus der eigenen Zone heraus gekommen. So haben wir uns das vorgestellt.

Das Mitteldrittel begann mit einer guten Möglichkeit für die Eisbären. Louis-Marc Aubry mit dem Pass von hinter dem Tor auf Marcel Noebels, welcher freie Schussbahn hatte, jedoch am DEG-Goalie scheiterte.
Anschließend kassierten Colin Smith und Kevin Marshall je zwei Minuten, es ging 4-gegen-4 auf dem Eis weiter, doch da zogen die Eisbären fast schon ein Powerplay auf. Doch kurz vor Ablauf der beiden Strafen vertändelte Mark Cundari den Puck an der gegnerischen blauen Linie, DEG-Top-Scorer Bernhard Ebner zog auf und davon und wurde am Ende unsauber von Cundari gestoppt. Philip Gogulla trat zum Penalty an, scheiterte jedoch am Pfosten.
An den Pfosten klatschte auch der Schuss von Marco Nowak von der blauen Linie. Es war die stärkste Phase der DEG, welche nach einer Strafe gegen Micki DuPont fortan auch in Überzahl waren. Und dort sorgten sie schnell für den Ausgleich. Ein Schuss von der blauen Linie blieb vor dem Tor hängen, Braden Pimm schaltete am schnellsten und sorgte für den verdienten Ausgleich – 1:1 (27.).
Es folgte die nächste Strafe gegen die Eisbären, dieses Mal traf es Marcel Noebels und erneut klingelte es im Gehäuse von Maximilian Franzreb. Alex Barta mit dem Versuch von der rechten Seite, Philip Gogulla hielt die Kelle in den Schuss und schon führte Düsseldorf – 1:2 (30.).
Dann zur Abwechslung mal kein Powerplay, dafür aber eine Traum Kombination der Hausherren. Und zwar von der vierten Reihe der DEG (!). Lukas Laub leitete den Angriff ein, spielte die Scheibe zu Manuel Strodel, der weiter zu Bernhard Ebner, der direkt weiter zu Lukas Laub, welcher diese klasse Kombination eiskalt abschloss – 1:3 (32.).
Die DEG drehte das Spiel innerhalb von 4:42 Minuten. Und die Eisbären? Die hatten durch Florian Kettemer noch einmal eine gute Chance, doch sein Schuss von der blauen Linie ging nur an den Pfosten.
Die DEG zum Ende hin nochmal mit zwei Überzahlspielen, welche sie aus Eisbären-Sicht zum Glück nicht nutzen konnten. So stand es nach 40 Minuten 1:3 und es sollte ein weiter Weg für die Eisbären werden, hier nochmal zurück zu kommen. Torschütze Lukas Laub sagte zum starken Düsseldorfer Mitteldrittel folgendes bei Telekom Sport:

Wir haben in der Drittelpause geredet. Das erste Drittel war nicht gut genug. Schön, dass wir Powerplaytore schießen können. Wir müssen den Schwung mit ins dritte Drittel nehmen.

Im letzten Drittel waren die Eisbären von Beginn an bemüht, hier noch einmal zurück zu kommen. Die DEG lauerte auf Fehler der Eisbären, um zu kontern. Aber zunächst waren es die Eisbären, die Akzente in der Offensive setzen konnten. Micki DuPont mit einem klasse Aufbaupass aus dem eigenen Drittel heraus auf Jamie MacQueen, welcher sich klasse durch tankte, aber am DEG-Keeper scheiterte. Kurze Zeit später fälschte Marcel Noebels einen Schuss von der blauen Linie gefährlich ab, das war es dann aber auch schon mit dem Aufbäumen der Eisbären.
Sie zeigten sich weiterhin bemüht, aber ohne die hundertprozentigen Chancen. Und Düsseldorf? Die erzielten mit wenig Aufwand im Schlussdrittel zwei weitere Treffer. Neun Minuten vor dem Ende kam Jaedon Deschenau über rechts Richtung Berliner Tor, spielte Maximilian Franzreb aus und fand die Lücke zwischen Goalie und Pfosten – 1:4 (51.).
Nach einer überstandenen Unterzahl klingelte es erneut im Tor des jungen Berliner Goalies und bei diesem Gegentreffer machte auch Franzreb eine unglückliche Figur. Patrick Buzas zog von rechts einfach mal ab und der Puck ging irgendwie an Franzreb vorbei ins Tor – 1:5 (57.). Was zugleich der Schlusspunkt war und der DEG den Start-Rekord von sieben Siegen in sieben Spielen zum Auftakt einer Saison bescherte. Respekt dafür an Düsseldorf.

Die zweite Niederlage in Folge und sie war am Ende klar verdient. Auch wenn sie in der Art und Weise nach dem ersten Drittel nicht zu erwarten war. Denn da spielten die Eisbären gutes Eishockey, standen hinten sehr gut und unterstützten ihren Goalie, nach vorne ging auch einiges und man sorgte für Gefahr. Aber ab dem zweiten Drittel kassierte man wieder zu viele Strafen und gab das Spiel so aus der Hand. Die Weisheit „Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele“ trifft in dieser Saison zu oft auf die Eisbären zu. Daran MUSS das Trainerteam der Berliner arbeiten, denn so kann es nicht weitergehen. Aber wie oft haben wir das in dieser Saison schon schreiben müssen, passiert ist seit dem nichts, obwohl die Spieler eigentlich wissen, woran es liegt. Siehe Florian Kettemer seine Worte nach dem Spiel bei Telekom Sport:

Es ist jetzt mehrere Spiele so. Wir spielen ein gutes erstes Drittel und führen. Aber dumme Strafen verbauen uns am Ende den Sieg. Wir haben nach dem ersten Drittel verdient mit 1:0 geführt. Aber die Strafen killen uns. Wir müssen das Spiel analysieren, die Strafen ansprechen und dann geht es am Freitag bereits weiter.