4:5! München zu abgezockt und eiskalt vor dem Tor

Ausgabe #37:

Das Heimrecht ist schon wieder weg. Nach dem überraschenden Break mit dem 4:3-Auswärtssieg im ersten Finalspiel folgte im zweiten Finalspiel heute auf eigenem Eis eine Niederlage. Die Eisbären Berlin unterlagen dem EHC Red Bull München mit 4:5 (1:2,1:3,2:0) und mussten somit das Heimrecht wieder abgeben. Man hatte mit einer Reaktion der Gäste gerechnet und die folgte auch. Auch wenn es am Ende noch einmal eng wurde, so war der Sieg der Mannschaft von Chefcoach Don Jackson keinesfalls unverdient.

Keine Veränderung im Team von Chefcoach Uwe Krupp. Es fehlten also weiterhin Constantin Braun, Blake Parlett, Florian Busch, Vincent Hessler und Charlie Jahnke. Im Tor begann Petri Vehanen.

(Foto: DEL / City-Press GmbH)

München begann äußerst engagiert und mit einem aggressiven Forechecking, was die Eisbären immer wieder vor Probleme stellte. Dennoch gehörte den Berlinern die erste Torchance, aber Danny Richmond traf nur den Außenpfosten (2.).
Doch danach war eigentlich nur München vor dem Tor präsent. Der Titelverteidiger machte von Beginn an deutlich, hier sofort zurückschlagen zu wollen. Dementsprechend spielten die Mannen von Don Jackson auch, erspielten sich auch gute Chancen, welche Petri Vehanen zu halten wusste.
Die Eisbären taten sich schwer mit Offensivaktionen. Daniel Fischbuch hatte in den ersten zehn Minuten noch eine richtig gute Chance, als er alleine auf Danny Aus den Birken zulief, jedoch scheiterte (9.).
Und dann mal wieder der Beweis, wie wichtig Special Teams in den Playoffs und gerade im Finale sind. Die Eisbären konnten ihr Powerplay nicht nutzen, München dagegen schon. Derek Joslin mit dem Pass rechts raus zu Keith Aucoin, der mit dem Querpass zu Brooks Macek, welche einnetzen konnte – 0:1 (13.).
Aber die Eisbären bewiesen schon oft in den diesjährigen Playoffs, dass sie mit Rückschlägen umgehen können. So auch heute wieder. Nick Petersen mit dem Zuspiel von hinter der Torlinie auf Sean Backman, welcher direkt abzog und mit Hilfe von Patrick Hager zum 1:1 ausgleichen konnte (14.).
Fortan die Hausherren deutlich besser drin im Spiel und auch mit Chancen und einem weiteren Powerplay. Aber nutzen konnten sie weder ihre Chancen noch das Powerplay. Und dann zeigte München wieder, wie man sein Powerplay eiskalt ausnutzt.
Ganze elf Sekunden lief das Überzahlspiel, München mit einer klasse Kombination, an deren Ende Steven Pinizzotto vollenden konnte – 1:2 (19.). Was zugleich auch der Pausenstand an der Spree war.

Zu Beginn des Mitteldrittels die Berliner mit guten Chancen, aber München war heute einfach

(Foto: DEL / City-Press GmbH)

gnadenlos effektiv und machte die Tore immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Patrick Hager kam über links ins Drittel, legte die Scheibe quer rüber zu Florian Kettemer, welcher kurz schaute und dann abzog – 1:3 (24.).
Die Eisbären spielten ein gutes zweites Drittel, machten ordentlich Druck und kamen auch immer wieder zu richtig guten Torchancen, welche sie jedoch nicht zu nutzen wussten. München war bei seinen Angriffen aber auch immer gefährlich und bei einem sogar erfolgreich.
Scheibenverlust der Eisbären in der neutralen Zone, Jon Matsumoto ging mit der Scheibe ins Angriffsdrittel, ließ die Eisbären-Spieler alt aussehen, umkurvte auch Vehanen und netzte eiskalt ein – 1:4 (34.).
Nach dem Tor nahm Uwe Krupp erst einmal eine Auszeit. Fortan die Eisbären mit dem nächsten Powerplay, welches aber natürlich nicht genutzt werden konnte. Aber nur wenige Sekunden später klingelte es dann doch im Tor der Münchner. Nick Petersen brachte die Scheibe von hinter dem Tor an den rechten Pfosten, wo Nick Petersen die Lücke zwischen Aus den Birken und Pfosten fand – 2:4 (38.).
Dann folgte der Knackpunkt der Partie. Ganze zwölf Sekunden waren im zweiten Drittel noch auf der Uhr, als Jon Matsumoto die Scheibe von hinter dem Tor vor das Tor brachte, wo Maximilian Kastner lauerte und erfolgreich einnetzen konnte – 2:5 (40.). Ein Gegentor zu einem ganz unglücklichen Zeitpunkt.

(Foto: DEL / City-Press GmbH)

Das sollte die Aufgabe im letzten Drittel natürlich nicht leichter machen. Vor dem Beginn des letzten Drittels gab es aber erst einmal einen Torhüterwechsel bei den Eisbären. Marvin Cüpper kam für Petri Vehanen.
Als Ex-Eisbär Mads Christensen in die Kühlbox musste, konnten die Eisbären tatsächlich in Überzahl treffen. Das Powerplay sah bis dahin überhaupt nicht gut aus, dachte sich wohl auch Sean Backman, der sich über links auf die Reise machte, ins Angriffsdrittel fuhr, dann einfach mal abzog und Aus den Birken damit überraschte – 3:5 (46.).
Dieser Treffer gab den Eisbären natürlich noch einmal neuen Auftrieb. Die Eisbären gaben im letzten Drittel noch einmal alles, spielten nach vorne und nahmen die Schüsse aus allen Lagen. München konzentrierte sich auf das verteidigen und lauerte auf Fehler der Eisbären, um dann per Konter für die endgültige Entscheidung zu sorgen.
Was die Eisbären auch versuchten, entweder war ein Münchner Gegenspieler, dessen Schläger oder aber Aus den Birken im Weg. Erst als die Eisbären Goalie Cüpper zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen, klingelte es doch nochmal im Tor des Meisters.
Aus dem Gewühl vor dem Tor zog Nick Petersen einfach mal ab und brachte die Hoffnung 40 Sekunden vor Spielende zurück – 4:5.
Aber es brachte nichts mehr. Die Eisbären gaben noch einmal alles, warfen noch einmal alles rein und wollten mit aller Macht den Ausgleich erzielen. Doch München brachte das 5:4 über die Zeit.

Eine bittere Niederlage, weil man heute die große Chance vergeben hat, den Auswärtssieg vom

(Foto: DEL / City-Press GmbH)

Freitag in München zu vergolden. Aber allen war klar gewesen, dass München eine Reaktion zeigen würde und das taten sie auch. München begann äußerst druckvoll und zeigte sich vor dem Tor eiskalt sowie im Powerplay sehr abgezockt. Genau wie im ersten Drittel machten die Gäste auch im Mitteldrittel immer genau zum richtigen Zeitpunkt die Tore. Das 2:5 kurz vor der zweiten Pause war letztendlich der Knackpunkt gewesen. Im letzten Drittel warfen die Eisbären noch einmal alles hinein, konnten sich aber nicht mehr komplett belohnen.
Insgesamt gesehen geht der Sieg für München in Ordnung, die einfach sehr abgezockt spielten. Die Eisbären kamen auch zu ihren Chancen, hatten aber das Glück nicht auf ihrer Seite. Zudem waren die Special Teams heute einer der Unterschiede. Da müssen die Berliner dringend arbeiten, denn sonst hast du keine Chance gegen den Meister.
Noch ist in dieser Serie nichts verloren, die Eisbären haben noch immer alle Chancen. Ab jetzt ist es eben eine „Best-of-Five-Serie“.

Playoff-Stand: Eisbären Berlin vs. EHC Red Bull München 1:1 (4:3/4:5)

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