Verfolgerduell am Sonntag in Nürnberg: Eisbären wollen endlich den ersten Sieg in dieser Saison gegen den Angstgegner einfahren

Am heutigen Freitagabend haben die Eisbären Berlin spielfrei. Erst am Sonntagabend absolvieren die Hauptstädter ihr einziges Spiel an diesem Wochenende. Und dieses hat es in sich, geht es doch zum direkten Konkurrenten Thomas Sabo Ice Tigers. Die Franken stehen aktuell auf Platz Zwei, die Eisbären auf Platz Drei. Noch trennt beide Teams ein Punkt, aber das kann sich nachher noch ändern, wenn Nürnberg in Iserlohn antritt. Dann könnten es am Sonntag also im schlimmsten Fall vier Punkte Rückstand auf die Mannschaft von Coach Rob Wilson sein.

Bisher taten sich die Berliner in den Spielen gegen Nürnberg immer sehr schwer und konnten auch noch keines der drei Hauptrundenspiele gegen die Franken gewinnen. In Berlin verlor man mit 2:4 und 2:3 n.V., in Nürnberg setzte es beim ersten Aufeinandertreffen eine 1:2-Niederlage n.P.
Generell tat man sich in den letzten Jahren äußerst schwer gegen die Ice Tigers, verlor man doch die letzten drei Gastspiele in Folge sowie sieben der letzten acht Auswärtsspiele im Frankenland. Am Sonntagabend wäre ein guter Zeitpunkt, um dieser Negativserie ein Ende zu setzen. Gleichzeitig wäre es auch ein Ausrufezeichen im Hinblick auf die Playoffs, wo man sich durchaus wieder treffen könnte.

Platz Drei haben die Eisbären seit dem 3:2-Heimsieg am Dienstagabend gegen die Grizzlys Wolfsburg sicher, nun streben die Hauptstädter natürlich nach mehr. Stürmer Marcel Noebels, der in den deutschen Olympia-Kader berufen wurde, sagte im Anschluss an das Wolfsburg-Spiel im Interview:

Wir versuchen natürlich auch noch weiter nach oben zu kommen. Umso schöner, wenn man ganz oben steht. Dann hat man länger Heimrecht umso weiter man kommt. Das ist unser Ziel. Ziel war erstmal, den dritten Platz zu festigen, was wir heute getan haben.

Spielerisch zeigten sich die Eisbären zuletzt verbessert im Vergleich zu den drei Auswärtspleiten in Folge, als man in Ingolstadt, Mannheim und Straubing satte 17 Gegentreffer kassierte. Nun steht die Defensive wieder sicherer, was ein Gegentor in Köln sowie zwei Gegentore gegen Wolfsburg beweisen. Klammern wir mal die letzten drei Minuten gegen Wolfsburg aus, leistet die Defensive seit zwei Spielen wieder deutlich bessere Arbeit, lässt kaum hochkarätige Chancen für den Gegner zu und die Offensive schießt zudem vorne in den entscheidenden Momenten die Tore und zeigt sich dabei auch wieder eiskalt und kaltschnäuzig. Was im Hinblick auf die Playoffs sehr von Vorteil sein kann, kommt es doch dort auf Kleinigkeiten am Ende an, welche über Sieg und Niederlage entscheiden werden.

Nürnberg wird den Eisbären am Sonntag sicherlich wieder alles abverlangen. Sie werden vor eigenem Publikum wie die Feuerwehr beginnen und versuchen, das Spiel schnell auf ihre Seite zu ziehen. Führen die Franken einmal, wird es sehr schwer, ihnen noch die Punkte streitig zu machen. Von daher sollten die Eisbären von Beginn an hellwach sein, die ersten fünf Minuten schadlos überstehen und zudem von der Strafbank fern bleiben. Dann kann man versuchen, zu seinem Spiel zu finden und vorne für Gefahr zu sorgen.
Chefcoach Uwe Krupp sieht auch in Nürnberg eine Siegchance für seine Truppe:

Es wird ein intensives Spiel. Wir wissen, wie gut Nürnberg als Mannschaft aufgestellt ist, sie spielen eine gute Saison. Der Abstand ist nicht so groß zu Nürnberg. Wir wollen uns teuer verkaufen. Natürlich rechnen wir uns Chancen aus, wenn wir gut spielen.

Gelingt den Eisbären am Sonntag ein Sieg in Nürnberg, ist Platz Zwei und die damit verbundene CHL-Qualifikation mehr als möglich. Verliert man jedoch, ist die Chance zwar immer noch da, doch dann wächst der Rückstand natürlich an. Je nachdem, wie das Spiel der Franken heute in Iserlohn ausgeht, könnten es bei einer Niederlage dann schon sieben Punkte Rückstand sein. Ein Sieg der Eisbären wäre also so oder so extrem wichtig im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Saison sowie die nächste Saison in Sachen Champions Hockey League (CHL).