2:6 zum Pre-Play-Off-Auftakt: Harmlose Eisbären kommen in Nürnberg unter die Räder

125px-Nuernberg_Ice_Tigers_Logo_svg125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgDas haben sich die Eisbären Berlin sicherlich ganz anders vorgestellt. Im ersten Spiel der Pre-Play-Off-Serie unterlagen die Hauptstädter bei den Thomas Sabo Ice Tigers klar und deutlich mit 2:6 (0:3, 1:2, 1:1) und stehen damit bereits mit dem Rücken zur Wand. Denn bei einer weiteren Niederlage am Freitag im altehrwürdigen Wellblechpalast wäre die Saison für die Berliner bereits beendet.

Eisbären-Coach Uwe Krupp musste weiterhin auf Constantin Braun, Mark Bell und Florian Busch verzichten. Im Tor begann Petri Vehanen.

Nürnberg begann sehr druckvoll und versuchte früh in der Partie die Eisbären unter Druck zu setzen. Diese waren zunächst auf die Defensive bedacht, wollten dort keinen Fehler machen und lauerten auf Konterchancen. Doch als der Nürnberger Druck zu nahm, mussten sich die Eisbären erstmals an diesem Abend geschlagen geben. J.T. Wyman mit einem klasse Querpass in den Slot, wo Leo Pföderl lauerte und den Puck im Tor versenken konnte – 1:0 (8.).
Im Gegenzug hatten die Eisbären die Chance zum Ausgleich, doch sie vergaben zwei gute Möglichkeiten. Fortan die Eisbären zwar bemüht, jedoch ohne die zwingende Idee im Abschluss. Zudem fehlte es der Mannschaft von Uwe Krupp am Durchsetzungsvermögen. Die Eisbären fanden irgendwie kein Mittel gegen die kompakt stehende Nürnberger Defensive. Und wenn doch einmal ein Schuss durch kam, war dieser eine sichere Beute von Jochen Reimer im Tor der Hausherren.
Gegen Ende des ersten Drittels drehten die Gastgeber dann noch einmal so richtig auf. Einen 2-auf-1-Angriff schloss Leo Pföderl eiskalt ab – 2:0 (19.).
Und 57 Sekunden später kam dann der Auftritt der Nürnberger Paradereihe um Steven Reinprecht, Patrick Reimer und Yasin Ehliz. Letzterer konnte sich unbedrängt durch die Berlinder Defensive spielen, kam zum Schuss, welchen Petri Vehanen nicht festhalten konnte. Patrick Reimer stocherte den Puck letztendlich über die Linie – 3:0 (20.). Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause.

Im Mitteldrittel waren die Gäste aus der Hauptstadt weiterhin bemüht, in der Offensive zum Abschluss zu kommen. Aber Nürnberg machte es den Eisbären nach wie vor nicht leicht, stand hinten sehr sicher und ließ kaum einen gefährlichen Torschuss der Eisbären zu. Nürnberg lauerte auf Konter und war dabei stets gefährlich.
In der 26. Spielminute hatte Petr Pohl eine klasse Chance, als er im Slot zum Schuss kam. Doch Jochen Reimer konnte den Schuss abwehren.
Sechs Minuten vor der zweiten Drittelpause hatten die 4.780 Zuschauer in der Arena Nürnberger Versicherungen erneut Grund zum jubeln. Ein klasse Angriff der Franken, von der Grundlinie wurde der Puck von Connor James zur blauen Linie hoch gepasst. Dort stand Marco Nowak, welcher den Puck quer zu Corey Locke passte, welcher am langen Pfosten lauerte. Der Ex-Eisbär setzte zum Schuss an und überwand Petri Vehanen – 4:0 (34.). Da sah der finnische Goalie überhaupt nicht gut aus.
Nur 16 Sekunden nach diesem Treffer fanden die Eisbären eine schnelle Antwort. Querpass vor das Tor, wo Frank Hördler sehr viel Platz und Zeit hatte – 4:1 (34.).
Danach schwächten sich die Eisbären selbst. Nur 20 Sekunden nach dem Treffer kassierte Matt Foy eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge. Und in dieser Überzahl gelang Nürnberg der fünfte Treffer. Kyle Klubertanz mit einem Gewaltschuss von der blauen Linie zum 5:1 für Nürnberg (36.).
Bei diesem Spielstand blieb es bis zur zweiten Drittelpause.

Zu Beginn des letzten Drittels wechselten die Eisbären ihren Goalie aus. Mathias Niederberger kam für Petri Vehanen ins Tor. Die Eisbären waren nach wie vor bemüht, in der Offensive etwas zu Stande zu bringen. Aber nach wie vor fanden sie kein Mittel gegen die starke Nürnberger Defensive. Die Franken machten nicht mehr als nötig, konzentrierten sich nur auf ihre Defensive und lauerten auf Konterchancen.
Doch einmal fanden die Berliner einen Weg durch die Nürnberger Abwehr. Jimmy Sharrow setzte sich klasse durch und schloss per Rückhand ab – 5:2 (46.).
Danach wurde das Spiel der Eisbären etwas besser, man kam auch öfter zum Abschluss. Doch trotzdem waren die Chancen nicht wirklich gefährlich für Jochen Reimer im Nürnberger Tor.
Knapp sechs Minuten vor dem Ende nahm Uwe Krupp dann Goalie Mathias Niederberger vom Eis. Die Eisbären nun also mit einem Mann mehr auf dem Eis. Doch auch da gelang den Eisbären kein weiterer Treffer. Dafür sorgte Nürnberg für den Schlusspunkt. Connor James verfehlte zunächst das leere Tor aus kurzer Distanz. Er schnappte sich den Puck aber hinter dem Tor, passte ihn vor das Tor, wo Leo Pföderl lauerte und seinen Hattrick perfekt machte – 6:2 (58.).

Eine absolut verdiente Niederlage für die Eisbären Berlin, die das Spiel vor allem im ersten Drittel verloren haben. Aber insgesamt gesehen fanden die Eisbären nie wirklich zu ihrem Spiel, fanden kein Mittel gegen die starke Nürnberger Defensive und waren allgemein viel zu harmlos. Auch in den Zweikämpfen hielten sich die Eisbären zurück. Irgendwie hatte man nicht das Gefühl, als ob die Eisbären hier das Spiel gewinnen wollten. Mit so einer Leistung am Freitag gegen Nürnberg droht das frühe Saisonaus.

Uwe Krupp sagte nach dem Spiel bei Servus TV folgendes:

Nürnberg hat sehr gut in der Defensive gestanden. Sie haben uns damit das Leben schwer gemacht. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir Nürnberg zu selten in Zweikämpfe vor dem Tor verwickelt haben. Wir haben viel zu wenig geschossen.

Kapitän André Rankel äußerte sich bei Servus TV wie folgt zu dieser Partie:

Wir waren von Anfang an nicht bereit. Das erste Drittel lief nicht gut. Wir haben die Tore zu einfach her geschenkt. Es war keine gute Leistung von uns. So kann man in den Play-Offs nicht spielen. 

Pre-Play-Off-Stand:

Thomas Sabo Ice Tigers vs. Eisbären Berlin 1:0