Eisbären vor schwerer Aufgabe gegen München – Wiedersehen mit alten Bekannten

125px-Logo_ERC_Ingolstadt_svgrbs_negNoch ein Spieltag, dann ist in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die erste Länderspielpause der Saison 2014/2015. Und diese Pause können die Eisbären Berlin sehr gut gebrauchen. Denn der DEL-Rekordmeister steckt in der Krise, gewann nur zwei der letzten sieben Ligaspiele. Am Freitag verlor man sogar beim Tabellenletzten Straubing Tigers, welche zuvor noch zehn Spiele in Folge verloren hatten. Morgen Abend wird die Aufgabe für den Hauptstadtclub nicht einfacher, denn zu Gast in der Arena am Ostbahnhof ist der Tabellenzweite EHC Red Bull München.

Und die reisen mit einigen alten Bekannten an. Trainer von München ist Berlins Meistertrainer Don Jackson, in der Verteidigung spielt Schlagschuss-Experte Richie Regehr und im Sturm wirbeln Alex Barta und Mads Christensen die gegnerischen Reihen durcheinander.

Aber Zeit um in alten Erinnerungen zu schwelgen haben die Eisbären morgen nicht. Viel mehr müssen die Eisbären sich darauf konzentrieren, einen Weg zurück in die Erfolgsspur zu finden. Um ehrlich zu sein, würde mir schon reichen, wenn die Mannschaft erst einmal zum einfachen Eishockey zurückfinden würde und als Mannschaft zusammen spielt. Denn in den letzten Spielen wirkte die Mannschaft nicht als solche, die Spieler versuchten es zu oft mit Einzelaktionen statt den besser postierten Nebenmann anzuspielen. Vor dem Tor spielte man einfach zu kompliziert. Zudem leistete man sich zu viele Fehler, welche von den Gegnern eiskalt ausgenutzt wurden.

Was am Freitag auch auffiel: Die Mannschaft zeigte sich im ersten Drittel durchaus bemüht, doch als Straubing gegen Ende des ersten Drittels den Führungstreffer erzielt hatte, brach die Mannschaft ein und konnte dem Spiel der Niederbayern nichts mehr entgegen setzen. Chefcoach Jeff Tomlinson sagte dazu gegenüber dem Berliner Kurier:

Wir brechen derzeit, wenn wir wie in Straubing in Rückstand geraten, wie ein Kartenhaus zusammen. Nach dem ersten Gegentor waren wir am Boden. Das ist ein mentales Problem.

Es ist wie in der vergangenen Saison, die Eisbären wissen, was sie falsch machen und versprechen, es im nächsten Spiel besser zu machen. Doch leider folgen den Worten zu selten Taten. Auch für morgen verspricht man Wiedergutmachung, doch ich befürchte eher das Gegenteil.

Ein Fakt, weshalb es nicht läuft, sind mit Sicherheit die anhaltenden Personalprobleme. Sechs Spieler (Laurin Braun, Constantin Braun, Florian Busch, Matt Foy, Vincent Schlenker, Mark Bell) fehlten in Straubing, wo sich dann auch noch Kapitän André Rankel verletzte und nun erst einmal ausfällt. Jeff Tomlinson dazu:

Den größten Druck mache ich mir selbst. Ich kann Kritik verstehen. Aber man muss realistisch bleiben. Wir spielen aufgrund der Verletzten mit drei Reihen. Das geht an die Substanz. Einige Jungs sind überspielt. Bei sechs Ausfällen hätten auch andere Probleme. Wenn ich mit kompletten Kader in der gleichen Situation stünde, würde ich mich selber hinterfragen.

Morgen füllen die beiden Youngsters Kai Wissmann und Lukas Koziol den Kader auf, dennoch wird Tomlinson auch morgen nur mit drei Reihen agieren können. Dass das am Ende dann auch eine Kraftfrage ist, dürfte allen klar sein. Gerade gegen eine Mannschaft, die über einen sehr tiefen Kader verfügt. Das wird für die Eisbären morgen eine sehr schwere Aufgabe werden.

Doch in der Hauptstadt blickt man optimistisch in die Zukunft. Man hofft, dass alles besser wird, wenn man endlich aus dem Vollen schöpfen kann. Wenn alle Verletzten wieder zurück sind, wollen die Eisbären angreifen. Jeff Tomlinson:

Stefan Ustorf als sportlicher Leiter und ich verstehen derzeit die Welt nicht mehr. Ich bin mir sicher, dass wir das wir nach der Rückkehr der Verletzten eine Serie starten. Hamburg macht es derzeit vor.

Gegner München hat sechs der letzten zehn Ligaspiele gewonnen. München verlor nur zwei der letzten sieben Ligaspiele, punktete allerdings auch bei den beiden Niederlagen. Gegen die Eisbären konnte München nur drei der insgesamt letzten zehn Ligaspiele gewinnen. In Berlin setzte es zuletzt vier Niederlagen in Folge. Und auch das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison verlor die Mannschaft von Trainer Don Jackson mit 1:3 gegen Berlin.

Bei den Eisbären kehrt morgen Petri Vehanen zurück ins Tor. Am Freitag hatte dort noch Youngster Mathias Niederberger gestanden, welcher die Niederlage jedoch auch nicht verhindern konnte. Für Niederberger war es im vierten Spiel von Beginn an in dieser Saison die erste Niederlage.

2B790336Los geht die Partie morgen Abend um 17:45 Uhr in der Berliner O2 World. Hauptschiedsrichter sind die Herren Bauer und Rohatsch. Servus TV überträgt diese Partie live.